Advertorial –

Das Hotel Mas Pelegri, geleitet von Girona Cycling S.L., liegt inmitten der besten Radwege, die die Provinz Girona ( Nord Spanien) zu bieten hat. Mehr als 100 verschieden Routen in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden stehen zu Ihrer Verfügung. Routen beginnend von 30 km bis zu 200 km laden zum Entdecken ein, ganz auf Ihre Level und auf Ihre Ausrüstung angepasst. Erleben Sie jeden Tag aufs Neue unvergessliche Erlebnisse direkt vom Hotel aus.
Unsere leichten Routen führen vorbei an prähistorischen Höhlen, dem wunderschönen See von Banyoles, dem mittelalterlichen Besalu oder durch alte Dörfer. Die Straßen sind ruhig und in gutem Zustand. Für den erfahrenen Radfahrer gibt es nur 10 km entfernt zwei Strecken bis zu den Gipfeln der Berge, Rocacorba und El Mont, oder eine Route durch die Pyrinäen nach Frankreich und zurück oder eine wundervolle Strecke zur Skistation VallTer auf 2000mHöhe.
Fast jedes Wochenende laden lokale Feste und Märkte zum Feiern ein: so zum Beispiel das Honigfest, das Würstchenfest, das Blumenfest, das Zwiebel-Oliven-Öl Fest oder das Bierfest.

Der Besuch in unserem Hotel ist nicht nur ein Muss für Freunde und Profis des Radwanderns, sondern auch für all jene, die die nordspanische Natur und Kultur kennenlernen und genießen möchten.Mas Pelegri bietet Ihnen 11 Doppel und Mehrbettzimmer, einen 25-m-Pool, einen Fitnessraum, Fahrradraum, sowie täglich frisch zubereitete und gesunde Mahlzeiten für aktive Menschen. Routenkarten, GPS Downloads und Abholservice bei einem Unfall sind im Preis inbegriffen. Preis ab 290 Euro pro Person und Woche im Doppelzimmer mit Frühstück.

Wir vermieten Karbon- Fahrräder und Mountain Bikes, sowie GPS für Ihre Tour. Außerdem sind Fahrrad- und Triathlontraining unter professioneller Anleitung möglich.
Fahrradurlaub in Nord Spanien
Tasting Travels Radreise – Von Kirgisistan nach China

Tasting Travels Radreise – von Kirgisistan nach China
Im usbekischen Taschkent läuft uns die Visumszeit davon. Ich habe die großartige Idee, ein Teeset zu kaufen und heimzuschicken, unterschätze aber den Aufwand dieses Unternehmens. Drei Tage nimmt das Projekt Teeset in Anspruch, unter Anderem brauche ich eine offizielle Erlaubnis des Kulturministeriums. Mal wieder müssen wir zur Grenze hetzen.
Es ist Baumwollerntezeit und das halbe Land wird zum Pflücken abgeordnet. Studenten, Schüler und Lehrer verbringen ihre gesamten Ferien auf den Feldern. Um die Menschenmassen zu den Baumwollplantagen zu karren, werden die meisten Busse des Landes beansprucht. Der öffentliche Verkehr besteht in dieser Zeit aus ein paar Minibussen und Sammeltaxen. Nach langen Diskussionen und Verhandlungen ergattern wir zwei Sitzplätze und den Kofferraum eines Sammeltaxis nach Namangan, in der Nähe der Grenze.
Die holprige Fahrt zieht sich hin. Am späten Abend werden wir alle müde. Unser Sitznachbar schnarcht, ich kuschel mich an Robertos Schulter, der Kopf des Beifahrers sinkt auf seine Brust. Roberto ist als einziger wach. Moment mal – und der Fahrer? Der zieht sein immer langsamer werdendes Auto mit halb geöffneten Augen weiter in die Mitte der Fahrspur. Roberto tippt ihm auf die Schulter. Mit einem Mal sind wir alle wach, unterhalten unseren Fahrer, bieten ihm Äpfel und Cola an und reißen alle Fenster auf.

Wir sind heilfroh, als wir alle kurz vor Mitternacht an einem Stück in Namangan ankommen. Sechs Stunden waren angepeilt, fast zehn Stunden hat die Fahrt gedauert. Von Namangan führt eine holprige Straße bis nach Uchkurgan zur Grenze. Die Formalitäten sind schnell erledigt und wir radeln unsere ersten Kilometer auf ungewohnt gutem Straßenbelag. Bloß nicht daran gewöhnen, sage ich mir, das wird sich bestimmt schnell ändern.

Wir folgen ein paar Tage lang dem Verlauf des kristallklaren Naryn Flusses. Die meisten Nächte verbringen wir in den Gärten oder gar Häusern der Bauern auf dem Weg. Die Kinder wollen mit den Rädern spielen, die Männer wollen mit Roberto Wodka trinken, die Frauen wollen wissen, warum wir selbst noch keine Kinder haben. Wir werden bis zum Platzen gemästet, alle wollen uns etwas Gutes tun. Dass wir nicht die gleiche Sprache sprechen ist für uns alle nebensächlich. Als Dankeschön portraitiert Roberto die Familien und verspricht, ihnen aus Bischkek die Fotos zuzusenden.

Die Landschaft beeindruckt uns, besonders der spiegelglatte Fluss hat es mir angetan. Alle paar Stunden kommt uns ein Reiter mit roter Fahne in der Hand entgegen. Ihm folgt gewöhnlich eine Herde von 10 bis 200 Schafen, Pferden oder Kühen. Am Ende der Kolonne reiten ein paar weitere Hirten und stets ein Kind auf einem Esel. Dörfer gibt es nicht viele und wir sind dankbar für jeden kleinen Laden und jedes Restaurant. Nach einigen Tagen voller Hügel und Höhenmeter erreichen wir den Toktogul Stausee, um den wir zur Hälfte herumfahren.

Wir verabschieden uns vom liebgewonnenen Naryn und brechen auf in die Berge. Von nun an werden Bergabfahrten seltener. Am zweiten Tag nieselt es. Die letzten Regentropfen erlebten wir im Juli bei unserer Ankunft in Teheran. Dementsprechend überrascht uns das Wetter. Zum Glück finden wir eine Bleibe in einem kleinen Hotel, das eher einer Skihütte gleicht. Wir stürmen die heiße Dusche, waschen Wäsche und genießen die vier schützenden Wände um uns herum.

Der Passtag steht bevor. Bergsteiger planen ihren Gipfeltag, wir sind schon froh, den Pass zu erreichen. 25 Kilometer sollen es bis zur Anhöhe sein. Wir treten in die Pedale. Die Vegetation wird spärlicher und die schneebedeckten Nordhänge kommen immer näher. Wir quälen uns bergauf. Die Höhe macht mir zu schaffen. Doch bald ist es so weit – 25 Kilometer sind geschafft – gleich hinter der Kurve liegt das Erlösende Schild: Alabel Pass, 3175 Meter. Denkste. Kaum liegt die Kurve hinter uns müssen wir unsere Hälse nach oben recken. Da sollen wir ganz rauf fahren? Das war wohl noch nichts mit der Erlösung. Aber weit kann es nicht mehr sein.

Die Schneegrenze liegt mittlerweile hinter uns und trotz der Anstrengung krame ich meine Jacke heraus. Immerhin ist es heute trocken. Die dünne Höhenluft macht uns nun beiden zu schaffen. Wir halten auf der steilen Auffahrt kaum einen Kilometer ohne Pause aus. Der Schnee liegt nun etwa 15 Zentimeter tief neben uns. Über Nacht war der Pass gesperrt, aber am Morgen sind die Räumfahrzeuge durchgefahren. Die letzten 8 Kilometer geht es durchgehend 12% bergauf. Dann haben wir es geschafft. Statt der angegebenen 25 Kilometer mussten wir 38 Kilometer lang strampeln. Für einen Autofahrer ein Unterschied von ein paar Minuten. Für uns ein Desaster, denn durch die längere Fahrzeit steht die Sonne schon bedrohlich tief. Ich bin völlig k.o., Roberto geht es kaum besser. Aber wir sind stolz. Am ganzen Körper zitternd sucht Roberto nach ein paar Wollsocken, um die fehlenden Handschuhe zu ersetzen. Improvisation ist alles.

Ich freue mich auf die wohl verdiente Abfahrt. Sitzen, rollen, ab und zu bremsen, die Landschaft genießen. Wir rollen etwa vier Kilometer, dann rächen sich die löchrigen Trekkingschuhe, windigen Wollsocken und die klitschnass geschwitzte Jacke. Die Sonne ist mittlerweile schon hinter den Bergspitzen verschwunden und Hände und Füße sind stocksteif. Ich weigere mich, auch nur einen Meter weiter zu fahren. Es geht einfach nicht. Roberto schaltet in den Notfallmodus und scheint plötzlich vier Hände und Beine zu haben. In windeseile sitze ich in einen Schlafsack gewickelt am Straßenrand, stecke meine eisigen Finger in die Achselhöhlen und schon hat Roberto einen LKW angehalten. Die tadschikischen Fahrer haben zwar Platz für zwei Mitfahrer aber nur für ein Rad. Schon hält ein weiterer LKW an. Wir verstauen je ein Rad und die Hälfte des Gepäcks in jedem LKW, steigen jeweils in einen ein und bummeln hintereinander her. Die beiden Fahrer drehen die Heizung voll auf und bald trocknen meine Füße und die Hände werden wieder beweglich. Wir hören georgische Popmusik und versuchen, uns auf Türkisch, Russisch und Englisch zu unterhalten. Roberto zeigt seinen Fahrern Fotos von Deutschland, Mexiko und unseren Familien und wir beide unterhalten uns über das Funkgerät miteinander.

Eigentlich wollten wir nur bis zur nächsten Schlafgelegenheit mitfahren, doch es will sich partout keine solche finden. Es dauert nicht lange, da finden wir uns auf der Auffahrt zum nächsten Pass wieder. 3500 Meter geht es diesmal hoch. Nach einem kurzen Funkgespräch mit dem anderen LKW bleiben wir stehen. Der Pass ist gesperrt, wir müssen bis zum Morgen warten. Zum Zelten ist es zu kalt. Unsere Winterausrüstung steht zwischen billig und von schlechter Qualität (Schlafsäcke), kaputt (Winterschuhe) und nicht existent (Handschuhe und Winterjacke). Unsere Fahrer laden uns ein, die Nacht im Führerhaus zu verbringen. Wir teilen das Essen miteinander, einer der Fahrer gibt eine Runde Wodka aus und aus dem Nichts zaubert ein anderer Fahrer einen DVD-Spieler hervor und wir gucken Jurassic Park auf Tadschikisch.
Wir machen beide kein Auge zu, es ist einfach viel zu kalt im Führerhaus. Am nächsten Morgen teilen wir uns etwas Tee bevor wir zur Passhöhe hinaufkriechen. Durch den langen unbeleuchteten Tunnel ohne Belüftungsanlage hätten wir wirklich nicht radeln wollen. Der Schnee liegt nun noch etwas höher, es ist bitterkalt und wir sind heilfroh, als wir das erste Dorf erreichen. Hinter uns türmen sich die schneebedeckten Berge. Von unten ein idyllischer Anblick, mir flößen sie jedoch allerlei Respekt ein.

Als Roberto ein Foto vom Blick machen will, bemerkt er, dass seine Kamera, das zweite Objektiv und eine kleine Schachtel voller Speicherkarten, USB-Sticks und Kabeln fehlt. Die Kameratasche selbst, in der auch die Pässe und Bankkarten stecken, ist allerdings noch da. Roberto lässt seine Kamera nie unbeaufsichtigt, nur beim Einladen der Räder hat er sie kurz stehen gelassen, um mir den Schlafsack zu bringen. Am traurigsten sind wir über die verlorenen Fotos der Familien. Wir wissen nicht, wer sich an seinem Schatz vergriffen hat und wir werden es auch nie wissen, aber die Stimmung ist geknickt. Wir sind beide leicht reizbar und lassen unseren Ärger aneinander aus.
Nach Bischkek ist es nicht mehr weit und am folgenden Morgen erreichen wir die kleine Hauptstadt. Hier haben wir viel zu tun. Nachdem wir eine Bleibe gefunden haben, in der wir in einer unbeheizten Jurte übernachten, starten wir unsere Besorgungen. Ein chinesisches Visum für Roberto muss her, das kirgisische Visum muss verlängert werden, außerdem brauchen wir dringend neue Schlafsäcke, Winterjacken und Winterschuhe. Beide Laptops sind kaputt und müssen repariert werden, aber das größte Loch in die Reisekasse reißt wohl die neue Kamera. Nebenher stecken wir in einem Relaunch des Blogs, flicken kaputte Hosen, reparieren meine Gangschaltung und pumpen uns gegen die abendliche Kälte mit Tee voll.

Um Roberto etwas aufzuheitern, koche ich uns am ersten Abend ein Mahl für Könige: Blumenhohl und Hähnchenkeulen gibt es. Dazu Schokoladenpudding als Nachtisch. Doch seine Sorgen bleiben und schlagen ihm schlussendlich auf den Magen. In Bischkek hat noch nie zuvor ein Mexikaner ein chinesisches Visum beantragt. Entsprechend genau werden Robertos Unterlagen geprüft. Wir können nur hoffen und bangen. Als Robertos Magenprobleme endlich besser werden, finden wir mit dem britischen Dan einen großartigen Couchsurfing Gastgeber. Von da an scheint sich alles zum Guten zu wenden.

Nach fast zwei langen Wochen hält Roberto endlich das chinesische Visum in der Hand. Normal wären vier Arbeitstage. Mein Laptop ist reparabel, die polnische Schlafsackfirma Cumulus will uns zwei winterfeste Schlafsäcke sponsern und Robertos Wunschkamera ist ein wenig günstiger als in Deutschland oder Mexiko.

Wir sind fast schon startklar, da vergreift sich jemand an meiner Kreditkarte. Die Bank bemerkt den Betrugsversuch und sperrt meine Karte. Ich stehe mit umgerechnet 2 € da, gehe panisch alle meine Möglichkeiten durch. Was für ein schlechtes Timing, hatten wir doch den großen Winterequipmetkauf, für den wir wochenlang alle Läden der Stadt abgelaufen sind, am folgenden Tag tätigen wollen. Zum Glück leitet die Bank alles Menschenmögliche in die Wege, um mich schnell wieder flüssig zu kriegen.

Dann gleich am Morgen gibt es den nächsten Schock. Die chinesische Grenze schließt für fünf Tage. Der letzte dieser fünf Tage ist der letzte Tag meines China-Visums. Verlängern kann man die Einreisezeit nicht, ich muss ebenfalls ein neues Visum beantragen. Wir finden uns mit unserer neuen Situation ab und nehmen Dan für kurze Ausflüge in die Berge mit. Bald ist es dann soweit: China naht. Wir würden gerne noch etwas mehr von Kirgistan kennen lernen, aber können es gleichzeitig kaum erwarten in dieses riesige und so vielfältige Land einzureisen.
Text / Fotos: Annika Wachter. Unterwegs mit dem Rad um die Welt.
GPS-Daten Elbe-Radweg: der Track zur Tour

Auf dem Elberadweg zwischen Prag und Magdeburg stellt man vor lauter barocker Pracht und deutscher Vorzeigekultur das Rad gerne mal ab und sieht sich um. Die zahllosen Reiseattraktionen wie Sächsische Schweiz, Dresden, Meißen, Dessau oder Wittenberge sind aber nur ein Grund, warum an den Ufern der Elbe Deutschlands beliebtester Radweg liegt. Andere fanden unsere Autorinnen. Ihre GPS-Daten Elbe-Radweg zum Download und die Eckdaten zur Radtour finden Sie hier.
Route
Je nach sportlichem Ehrgeiz und Besichtigungswünschen lässt sich die Strecke Prag-Magdeburg auf ca. 7 bis 10 Tage aufteilen. Radlerfreundliche Unterkünfte gibt es in fast allen Orten am Wegesrand.
1. Tag: Prag – Kralupy – Melnik – Roudnice. 90 km.
2. Tag: Roudnice – Litomerice – Ústi nad Labem – Dečin. 64 km.
3. Tag: Dečin –Bad Schandau – Pirna – Dresden. 77 km.
4. Tag: Dresden – Radebeul – Meißen – Riesa – Strehla. 70 km.
5. Tag: Strehla – Torgau – Klöden. 74 km.
6. Tag: Klöden – Elster – Wittenberg – Dessau – Aken. 81 km.
7. Tag: Aken – Magdeburg. 65
Gesamt: 521 Km
Streckencharakter
Bis auf den kleinen Stadthügel von Prag betragen die Höhenunterschiede selten mehr als ein paar Meter. Bis zur Grenze bei Bad Schandau verläuft der Weg öfters auch auf unasphaltierten Feldwegen, manchmal auf kleinen Straßen, er ist hier aber außerordentlich beschaulich, pittoresk und abwechslungsreich. V.a. zwischen Bad Schandau und Dresden ist die Strecke hervorragend und verkehrssicher ausgebaut, auch danach bewegt man sich überwiegend auf ausgewiesenen Radwegen, je nach Streckenvariante auch durch Parks und Naturschutzgebiete. Die Ausschilderung ist durchgehend sehr gut.
GPS-Daten Elbe-Radweg zum Download: .gpx-Track der Autorinnen von Westwards
UPDATE 21.11.12
Für die Nutzer von Android-Smartphones oder des iPhone gibt es außerdem seit kurzem eine App zum Elberadweg. Informationen zur App gibt es auf der Webseite der Elberadweg-App. Der Download funktioniert läuft über den Playstore oder iTunes.
Fotos: Westwards Natascha Thoma und Isa Ducke
GPS-Daten Pfalz Radtour: der Track zur Radreise

Bei einer herbstlichen Radreise vom Rhein durch die leuchtenden Rebhänge der Pfalz lernt man quasi im Vorbeifahren viel über den traditionsreichen Weinbau der Region – und auch der Gaumen hat auf dem 414 Kilometer langen Rundkurs Grund zur Freude. Bernd Pfitzner hat eine individuelle Rundtour von Rüdesheim gemacht. Die GPS-Daten und die wichtigsten Infos zur Radtour Pfalz finden Sie hier.
Gefahrene Route
1 Rüdesheim – Bockenheim: 75 km
2 Bockenheim – Lachen (auf dem Kraut-Und-Rüben-Weg): 58 km
3 Lachen – Billigheim-Ingenheim: 52 km
4 Billigheim-Ingenheim – Altrup: 65 km
5 Altrup – Bodenheim/Mainz: ca.80 km
6 Bodenheim – Rüdesheim: ca 45 km
Gesamt: 414 km
Streckencharakter
Die Stecke ist selbst zusammengestellt und deshalb nicht einheitlich und nicht immer durchgängig beschildert. Größtenteils befahren wir abe gut beschilderte, ausgewiesene Radwege in gutem Zustand. Das Alzeyer Hügelland hat uns tatsächlich bei Flomborn das einzige Mal zum Schieben gezwungen und hielt auch staubige Schotterpisten für uns parat. Ab Bockenheim folgen wir dem Kraut-und-Rüben-Radweg (www.kraut-und-rueben-radweg.de), der auch für weniger geübte Radler oder selbst für Familien mit Kindern geeignet ist. In den Weinbergen selbst ist gerade in dieser Jahreszeit umsichtiges Fahren angesagt: Morgens unbedingt einen Bremsencheck einlegen – es geht manchmal schon ziemlich steil abwärts! Der Rückweg am Rhein entlang ist bis auf das Umkurven von Ludwigshafen ein Genuss.
www.publicpress.de für Kartenmaterial
www.deutsche-weinstraße.de
www.suedlicheweinstrasse.de
www.landau-land.de
www.genussradeln-pfalz.de für geführte Radtouren
GPS-Daten Radtour Pfalz zum Download: gpx-Track des Autors
Interview: das richtige 29er Laufrad für Reiseräder

Sind 29er-Laufräder reisetauglich? Wir fragten Jochen Reichert, dessen Firma Whizz-Wheels aus Schönaich sich vor 20 Jahren auf den Bau handgespeichter Laufräder spezialisiert hat.
Herr Reichert, 26-Zoll gilt als das Maß der Wahl für anspruchsvolle Radreisen. Lassen sich auch steife, dauerhaltbare 29er Laufräder für Weltreisen bauen?
Ja. Damit sie den höheren Gewichten standhalten, sollten sie aber bestimmte Kriterien erfüllen. Wir geben unsere dreijährige Garantie gegen Speichenbruch für Belastungen über 140 Kilo (Fahrer und Gepäck, Anm. d. Red. ) zum Beispiel bei solchen Laufrädern nur mit 36 oder 40 Speichen. Das schränkt wiederum die Auswahl bei den Felgen stark ein. In Frage kommt etwa die Rigida / Ryde Andra 30 oder die Rigida / Ryda Sputnik. Diskspezifische Felgen gibt es kaum.
Was kann denn mit den Felgen passieren?
Wir sprechen ja von Rädern für Reiseradler, können also von einer hohen Kilometerleistung ausgehen. Zu leichte Felgen etwa bekommen bei derart intensivem Gebrauch früher Risse an den Speichenlöchern oder im Felgenbett.
Und die Speichen selbst?
Sollten ebenfalls belastbar sein. Sinnvoll sind doppeldickend-Speichen mit 2,0mm Durchmesser am Gewinde (DT Competition 2,0/1,8/2,0mm oder DT Alpine III 2,34/1,8/2,0mm). Dünnere Speichen brechen zwar nicht, verlangen aber eventuell häufigeres Nachzentrieren.
Haben Sie einen Tipp, woran man dauerhaltbare Laufräder erkennen kann?
Die Naben, Felgen, Speichen und Nippel sind passend für den Einsatzbereich gewählt und aufeinander abgestimmt. Die Speichenbögen liegen eng am Nabenflansch an – es gibt möglichst keinen Knick am Übergang von der Speiche zum Nippel und die Speichenlänge ist passend gewählt, so daß die Speichen nicht am Nippel überstehen.


Wie fahrradfreundlich ist Ihre Stadt?

Sind die Autofahrer schnell an der Hupe, halten die Politessen auch die Radwege frei, finden Sie immer einen Radweg? Wie wohl fühlen Sie sich in Ihrer Stadt auf dem Rad? Mit seinem nunmehr fünften Fahrradklima-Test für deutsche Städte will der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club genau das herausfinden.
Mithilfe von 27 Fragen in fünf Kategorien auf Fragebögen können Radfahrer deutschlandweit die Fahrradfreundlichkeit ihrer Heimatstädte bewerten. Zudem kann man Kommentare zur Situation des Radverkehrs vor Ort abgeben. Die Umfrage wird vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung im Rahmen der Umsetzung des Nationalen Radverkehrsplans (siehe auch Meldung auf S. 6) und der Fahrrad-Fachhandelsgruppe ZEG unterstützt.
Um möglichst viele Radfahrer auch außerhalb von Großstädten zu erreichen, liegen in Gaststätten zudem Postkarten aus, mit denen man an der Umfrage teilnehmen kann. Noch bis zum 31. Oktober läuft die Aktion. Die Ergebnisse sollen im Januar 2013 im Rahmen der Auszeichnung der erfolgreichsten Städte bekannt gegeben werden. Beim letzten Fahrradklima-Test im Jahr 2005 nahmen mehr als 26.000 Personen teil. fahrradklimatest.de
Das Titan Reiserad: ein Exot unter Exoten – aber die Investition wert
In RADtouren 5/12 stellen wir im „Fokus“ den Idworx Off Rohler Ti ausführlich vor. Titan-Reiseräder wie das Off Rohler Ti haben eine wachsende Fangemeinde – wachsend wohl auch deshalb, weil der Rahmen bei richtiger Verarbeitung ein Leben lang halten kann und ohne aufwendige Pflege auch ein Leben lang gut aussehen kann. Viele, die einmal ein Titanrad besaßen, wechseln nicht mehr so schnell. Hier zeigen wir, wo Liebhaber des Werkstoffes noch fündig werden können.
Das Idworx Off Rohler Ti Titan-Reiserad aus der Gaastra-Bikeschmiede überzeugte im Fahrtest mit hervorragenden Fahreigenschaften für ein Reiserad. Am matt schimmernden Rahmen glänzen auch viele Details, die das Potential das Werkstoffes Titan erst richtig ausschöpfen. So robust wie der Werkstof ist auch das Idworx Off Rohler Ti ausgelegt. Das beginnt mit der 14-Gang-Rohloff-Nabe und endet mit durchdachten Zugverlegungen, einem Lenkanschlag für einfaches Beladen des Lowriders oder der wartungsarmen Magura HS-Hydraulikbremse in der starken Firm-tech-Version noch lange nicht. Natürlich haben der exklusive Werkstoff, der schwieriger zu verarbeiten ist als Stahl oder Aluminium, sowie die sorgfältige Entwicklungsarbeit ihren Preis- 5.999 Euro kostet der Idworx Off Rohler Ti. www.idworx-bikes.de

Das Salsa Fargo war eines der ersten 29er-Reiseräder, die es auf dem europäischen Markt gab. Mit Rennlenker und dicken Stollenreifen ist es ein echtes Expeditions-Fahrzeug für Schotterpisten, das aber durchaus auch mal schnell bewegt werden kann. Es gibt eine Stahlvariante, die im RADtouren-Reiseradtest schon mit sattem Geradeauslauf und traktorähnlichem Fahrgefühl überzeugte. Die Titan-Variante Salsa Fargo Ti ist noch relativ neu. Mechanische Scheibenbremsen, Laufräder mit No-Tubes Arch-Felgen und eine große Zahl Anlöt-Ösen für Gepäckträger vorne wie hinten sowie Wasserflaschen in großer Zahl sind kennzeichnend. www.salsa-cycles-com

Ein brandneues 29er-Titan-Reiserad kommt von Titan-Spezialist Van Nicholas. Auf Basis der Van Nicholas Pioneer, das im RADtouren-Test ebenfalls hervorragend bewährt ist, bauten die Niederländer das Pioneer Rohloff 29er Reiserad. Das unlängst auf der Eurobike gezeigte Modell rollt auf Big Apple-Reifen und ist damit klar straßenorientiert. Interessant waren die Integration der Rohloff-Nabe sowie die leicht gebogene Sattelstütze aus Titan, die den Komfort am 26er-Testrad damals spürbar verbesserte. Der Einstiegspreis für ein Komplettrad liegt laut Van Nicholas bei 3.543 Euro. Auch Maßrahmenbau ist möglich. www.vannicholas.com

Spezialisiert auf Maßrahmenbau aus Titan in Kombination mit der Rohloff-Nabe ist die italienische Rahmenschmiede Rewel. Titan-Reiseräder von Rewel werden auf Wunsch auch mit einem Steuerrohr für die Aufnahme von Cannondales HeadShok-Federgabeln gebaut, die sich wegen ihrer hohen Lenkpräzision unter MTB-Rennfahrern einen Namen gemacht haben. http://www.rewelbikes.com
Ebenfalls auf die sinnvolle Kombination Rohloff-14-Gang-Nabe und Titan setzt Falkenjagd. Auf der Eurobike stellte die Marke jetzt ihren neuen Sporttourer vor: Das 29er Hoplit „ST“. In der gezeigten „Streetversion“ kommt er mit Schutzblechen, Titangepäckträger vorne wie hinten sowie mit einer SON Delux Lichtanlage. Beim Falkenjagd Titan-Reiserad ist der Anteil von Anbauteilen aus Titan besonders hoch: vom Gepäckträger über den Vorbau bis zur neu entwickelten Titanreiseradgabel mit Lowriderösen reicht das Spektrum. Gabeln aus Titan sind dabei noch seltener zu finden als Titan-Reiseräder. http://www.falkenjagd-bikes.com/

Ein Titan-Reiserad als Randonneur stellte die neue Marke Apace auf die IspoBike in München vor. Der Apace Randonneur hat für mehr Lenkkopfsteiffigkeit ein konifiziertes Steuerrohr, das unten anderthalb Zoll misst. Verzögert wird mit mechanischen Scheibenbremsen von Avid (BB7 Road) und geschaltet mit einer Shimmano Ultegra Rennradgruppe. Apace-Macher Sören Zieher sieht den Randonneur eher als alltagstaugliches Rennrad mit bequemer Gepäckoption, denn als klassisches Reiserad. Die Packtaschen rasen an einem Tubus Airy Titangepäckträger mit, der trotz geringem Gewicht hohe Traglasten verkraftet. www.apace-bikes.de

Warum Titan?
Titan ist zwar ähnlich fest wie Stahl, lässt sich aber leichter dehnen – in der Fachsprache: das Elastizätsmodul ist niedriger. Dadurch sind die Rohre nicht so empfänglich für Dellen. Außerdem ist Titan korrosionsbeständig, es rostet nicht, die Oberfläche sieht auch ohne Lack dauerhaft schön aus. Nicht zuletzt hat der Werkstoff eine geringere Dichte, ermöglicht also theoretisch leichtere Rahmen.
Tasting Travels Radreise – vom Iran nach Turkmenistan

Tasting Travels – Mit dem Radvom Iran nach Turkmenistan
Schon am ersten Tag fühlten wir uns im Iran pudelwohl. Und das obwohl wir uns gleich an der ersten Kreuzung für den vermeintlich falschen Weg entschieden und anschließend neben rußenden LKWs in viel zu langer Kleidung durch die Hitze fuhren, immer von einem Hügel zum nächsten. Die Felsformationen waren wunderschön, doch immer in Grenznähe wagte ich es nicht, stehenzubleiben, um sie genauer zu bewundern, oder gar zu fotografieren.

Die Menschen waren es, die uns beeindruckten. Unsere erste Nacht verbrachten wir im Stadtpark von Jolfa. Es war Freitag, der iranische Sonntag und der Park war voll von picknickenden Familien. Unser Zelt stand sicher inmitten von 38 Kuppelzelten. Die Wochenend-Picknicker ziehen ihren freien Tag gerne etwas lang und das Übernachten im grünen Stadtpark ist eine der Lieblingsbeschäftigungen der Iraner. Toiletten und Wasserhähne gibt es genügend und als Sitzmöglichkeit reicht eine ausgebreitete Decke.
Nachdem wir von einer netten Familie zum Frühstück eingeladen wurden (Fladenbrot, Walnussstreichkäse, Honig und Tee) machten wir uns auf zur Weiterfahrt nach Täbris. Aus den vorbeifahrenden Autos strecken sich winkende Hände, uns wird zugejubelt und das größte Vergnügen macht es den Leuten scheinbar uns mit den viel zu lauten Hupen zu erschrecken. Zum Glück ist nicht zu viel Verkehr. Als das Thermometer die 50°C erreicht, entdecken wir endlich einen einzelnen Baum in der Einöde und machen Mittagspause. Es ging über viele Kilometer leicht bergauf und wir sind froh, verschnaufen zu können. Ich behalte mein Kopftuch auf, schließlich bin ich weiterhin sichtbar für alle.

Der Weg nach Täbris führt uns durch Halbwüsten und Einöden und an der Stadt Marand vorbei, wo wir auf einen iranischen Rennradfahrer treffen, der uns unter seine Fittiche nimmt. Er sammelt gerne Radtouristen ein und bringt sie zum Restaurant eines Freundes, in dessen Garten sie zelten können. Akbar zeigt uns die Fotos die er von sich und anderen bepackten Radlern gemacht hat, bevor wir uns auf eine große Portion Kebab stürzen.
Schon etwa 30 km vor Täbris fahren wir durch ein nicht enden wollendes Industriegebiet, hinter dem sich die Wüste erstreckt. Schweren Herzens nehmen wir einen Bus von dort nach Teheran, denn wir müssen dort möglichst schnell die Visa für die Weiterfahrt beantragen.
Teheran ist riesig und unübersichtlich. Wir versuchen, sowohl mit dem Rad als auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln durch Teheran zu fahren und verzweifeln fast, bis wir das verborgene System im Chaos entdecken. In Teheran übernachten wir bei Morrie, einem jungen Englischlehrer, der mit etwa fünf Freunden in einer 1-Zimmer-Wohnung lebt. Wieder erleben wir Chaos mit System und langsam gewöhnen wir uns ein.

Mehr als zwei Wochen lang beantragen wir Visa für Turkmenistan, Usbekistan, Kirgistan und China in Teheran, machen Kopien, telefonieren mit den heimischen Botschaften und verteilen unverhältnismäßig viele unzerknickte und nicht beschriftete Dollars an unfreundliche Beamte.
Wir treffen je zwei Radfahrfreunde wieder, die wir in Kroatien kennen gelernt haben. Kim und Danny aus Holland reisen bald weiter gen Osten und Vinko und Lukas aus Kroatien und der Schweiz haben Täbris als Ziel für ihre Räder gewählt und erkunden den Rest des Landes mit dem Bus. Gemeinsam mit ihnen fahren wir in den Süden des Landes, wo wir Isfahan, Yazd und Schiras kennen lernen, mit anderen Touristen das Hostel teilen und uns auswärtige Abendessen gönnen. Wir fühlen uns plötzlich wie richtige Urlauber.

Zurück in Teheran wird es allerhöchste Zeit für die Weiterreise nach Osten, denn Ende August beginnt unser 5-Tage-Transitvisum für das Nachbarland Turkmenistan. Von diesem teuren und viel zu kurzen Visum wollen wir keine Stunde verschenken.
Pünktlich am Abreisetag kratzt mein Hals. Es dauert keine drei Stunden, bis Schnupfen und Fieber dazukommen. Ich verfluche die ewige Schwitzerei und die Klimaanlagen und wir lassen uns für ein paar Tage in einem billigen Hostel (ca 6 € für ein Zweibettzimmer pro Nacht) nieder.
Als ich einigermaßen auf dem Damm bin, bleiben uns nur acht Tage um 1090 Kilometer bis an die Grenze zurückzulegen. Wir haben keine Chance. Mit dem Rad fahren wir bis in die erste Stadt, wo wir spontan eingeladen werden, in einer Sprachschule von unserer Reise und dem Projekt zu erzählen. Die Schüler wollen aber viel lieber wissen, wie es uns im Iran gefällt, warum wir noch keine Babys haben und welches unser iranisches Lieblingsgericht ist (Tipp: Fesenjan – Fleisch und Reis mit Walnuss-Granatapfelsoße).
Wir übernachten beim Koordinaor der Schule, grillen Abends mit seinen Freunden und fahren am nächsten Tag noch vor Sonnenaufgang los. Die Wüstentemperaturen sind hart. In der Recherche sah der ganze Weg flach aus, aber in Wirklichkeit überqueren wir den einen oder anderen Hügel. Links von uns die Berge, rechts die Wüste, dazwischen nur wir, die flimmernde Straße und zu viele Busse und LKWs mit kreativen viel zu lauten Hupen.

Wir übernachten unter freiem Sternenhimmel neben der Moschee eines kleinen Dorfes. Wie gewohnt geht es bei Sonnenaufgang weiter. Ich genieße besonders die ersten kühlen Stunden des Tages, denn manchmal geht das Termometer bis unter 30°C.

Die Mittagspause verbringen wir in einem verlassenen Lehmdorf, doch auch im Schatten ist es viel zu heiß um an Schlaf zu denken. Ich träume mich in eine Oase mit einem randvollen Brunnen und Nomadenromantik und dem Wind, der durch die Dattelpalmen weht. In Wirklichkeit kämpfe ich mit den Fliegen, lausche dem Verkehr und nippe am letzten halben Liter heißen und abgestandenen Wassers.

Am frühen Nachmittag entdecken wir in der Ferne eine Moschee. Juhu! Wir können endlich unsere Wasservorräte auffüllen! Als wir uns nähren, entpuppt sich die Moschee als Teil eines Rasthofs mit Geschäften, Obst, tiefgefrorenen Wasserflaschen und viel Schatten. Ich pfeife auf meine Oasenromantik und beschließe, dass diese Oase viel besser ist als die in meinem Kopf.
Während wir zum trillionsten Mal einer immer größer werdenden Traube Zuschauern erklären wer wir sind, wo wir her kommen, wie wir uns kennen gelernt haben, warum wir noch keine Kinder haben ob es uns im Iran gefällt und warum wir kein Farsi sprechen, wird uns eine zweite Honigmelone gereicht. Wie es das Taroof-Gesetz will, lehnen wir drei Mal ab, bevor wir die Melone als Geschenk annehmen.
Wir strampeln bis nach Semnan, wo wir im Stadtpark übernachten, um am nächsten Morgen einen Bus nach Mashad zu nehmen. Die erste Hälfte des Tages verbringen wir mit der Suche nach der Bushaltestelle und dem Warten auf den Bus, die zweite Hälfte damit, vom Fenster aus auf die Wüste zu blicken und in den letzten Tagen versäumten Schlaf nachzuholen.

Es ist mein Geburtstag und ich hatte gehofft, am frühen Abend anzukommen, um in einem Restaurant zu schlemmen und mit alkoholfreiem Fruchtbier anzustoßen. Stattdessen machen wir eine lange Pause nach der Anderen und sitzen bis fast 23 Uhr im Bus fest.
Mashad ist eine sehr touristische Stadt und alle zahlbaren Hotels sind ausgebucht als wir ankommen. Ausländer gibt es jedoch keine, fast alle Touristen sind Iranis die den heiligen Schrein des Imam Reza besichtigen. Wir finden um 2.30 Uhr endlich eine Bleibe für die Nacht und hängen für die Besichtigung der Stadt und des Schreins sowie für diverse Einkäufe 1 ½ Tage Aufenthalt an.

Anschließend geht es wieder durch die Wüste. Eine Nacht verbringen wir neben einer Straßenmoschee bei einer Wassermelonen verkaufenden Familie, die nächste zelten wir zwischen Büschen und Sträuchern mitten in der Wüste. Nach mehreren langen Tagen fühlen wir uns gut vorbereitet für den Sprint durch Turkmenistan.

In der Grenzstadt Sarakhs angekommen, gönnen wir uns wieder ein Hotel, in dem es nun Roberto erwischt. In der Nacht bevor der fünf-Tage-Sprint beginnen soll, beschließt sein Körper, sich gegen die schlechte Wasserqualität zu wehren. Statt an der Grenze befindet er sich am nächsten Morgen am Tropf mit einer großen Tüte Medikamenten in der Hand. Der Arzt spricht ein paar Worte Englisch und wir verlängern wohl oder übel unseren Aufenthalt um zwei weitere Tage.

Text / Fotos: Annika Wachter. Unterwegs mit dem Rad um die Welt.
Radtour Leine-Heide-Radweg

Leine und Heide – wer denkt da nicht an grüne Waldhügel, stille Flusswiesen und lila blühende Heidelandschaften? Die rund 410 Kilometer lange Strecke des gleichnamigen Radwegs erschließt den Norden Deutschlands und macht Station in gemütlichen Fachwerkstädtchen sowie belebten Zentren wie Göttingen, Hannover und Hamburg. Unser Autor Thorsten Brönner hat den Radweg unter die Räder genommen und wunderschön fotografiert.
Die GPS-Daten Leine-Heide-Radweg zum Download finden Sie hier.

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Tasting Travels: Von Armenien in den Iran

Am Grenzübergang zwischen Georgien und Armenien geht alles ganz schnell. Das Visum klebt schon im Pass während ich noch mein Formular ausfülle. Die in der armenischen Botschaft versprochene Landkarte bekomme ich allerdings nicht. Der zweite Tacho hat in der Türkei den Geist aufgegeben und so müssen wir schätzen und uns durchfragen. Die Temperatur pendelt weiter um die 40°C und die Hügel treiben den Schweiß aus den Poren.

Die Straße ist weder so furchtbar wie ich gehört, noch so grandios wie ich gelesen habe. Von Anfang an ist es hügelig. Wir zelten bei einem netten Herrn im Garten und im Hof eines Restaurants bevor es richtig in die Berge geht. In der prallen Sonne schwitze ich nicht schlecht und wir beschließen, eine dritte Wasserflasche anzuschaffen. Mit den Bergen steigt auch der Wasserverbrauch und am Ende schleppen wir 8 ½ Liter Wasser mit uns herum. Da wir keinen Vordergepäckträger haben, versuchen wir das hinten gestapelte Gewicht möglichst gering zu halten, um die Speichen nicht unnötig zu strapazieren. Dennoch – genügend Wasser zu haben ist mir am Wichtigsten.
Am ersten Sonntag wird überall gegrillt. Die öffentlichen Grillplätze liegen neben den Trinkwasserquellen und beim Auffüllen werden wir zwei Mal von sehr netten Familien zum Schaschlik eingeladen. Wir genießen die anschließend flache Fahrt durch die Berge und genießen endlich gebührend die Aussicht. Nachmittags regnet es wie immer und wir freuen uns über die Abkühlung. Abends fragen wir in einem Dorf, ob wir auf der Kuhweide zelten dürfen. Der Mann hat einen sehr grimmigen Blick und ich fürchte mich kurz vor ihm, doch dann grinst er durchs ganze Gesicht, läuft zum Tor und öffnet uns.

Seine Frau und er vermissen ihre Kinder, die vor wenigen Jahren ausgezogen sind und nun werden wir statt ihrer verwöhnt. Es gibt selbst eingelegte Pflaumen aus dem Garten, selbstgemachten Joghurt von den eigenen Kühen, selbst gebackenes Brot und wir essen tatsächlich noch ein drittes Mal. Nachts schlafen wir im gemütlichsten Bett seit Ankara. Ein paar Hunde bellen, morgens muht die Kuh, ansonsten ist es still. Unsere Gastgeber schlafen im Kinderzimmer. Wir sind gerührt.
Am nächsten Morgen machen wir uns auf zum Sevan See. Zunächst geht es von etwa 1840 Metern über dem Meeresspiegel auf 1250 Meter hinunter nach Dilijan, dann wieder rauf auf 2130 und dann rollen wir gemütlich nach Sevan. Der Anstieg ist wie immer hart aber machbar. Oben angekommen pausieren wir eine Runde, trinken frisches kühles Quellwasser und bereiten uns mental auf den fast 3 Kilometer langen kaum beleuchteten Tunnel vor. Wir winken ein paar Reisemotorradfahren aus Polen zu und als wir uns gerade in den gruseligen Tunnel wagen wollen, kommt einer von den Motorradfahrern uns entgegen. „Ich habe im Tunnel an euch gedacht und ich glaube ihr werdet da drinnen Probleme haben. Wenn ihr mögt, fahre ich euch langsam hinterher und passe auf euch auf.“

Genauso machen wir es und während ich mich im viel zu hohen Gang den steilen Tunnel hoch quäle gibt unser neuer Freund Acht, dass wir nicht von anderen Autos über den Haufen gefahren werden. Haben wir ein Glück!
In Sevan angekommen genießen wir den Blick auf den Sevan See nur kurz, dann fängt es an zu regnen und der Blick wird trüb. Wir sind froh, dass wir Pulli und Jacke nicht zu tief in die Packtaschen gesteckt haben. Die Temperaturschwankungen sind stark.

Auf den letzten etwa 60 Kilometer nach Jerewan folgen wir einer zweispurigen Straße mit Seitenstreifen. Selbst die Einfahrt in die Hauptstadt ist einfach. Die armenischen Fahrer sind sehr rücksichtsvoll. Sie überholen uns kaum bei Gegenverkehr und lassen uns sogar beim Einfahren auf die Autobahn unsere Vorfahrt. Wir haben uns selten so sicher auf der Straße gefühlt.
Wir bleiben eine Woche in Jerewan, machen mit unserer Couchsurfing Gastgeberin einen Ausflug zum Aragats Berg und recherchieren alles für den immer näher rückenden Visums-Marathon im Iranischen Teheran.

Die ersten 70 Kilometer sind flach und es weht sogar eine leichte Brise. Wir fahren an Storchennestern vorbei und genießen endlich den Blick auf den Berg Ararat, der angeblich vom ganzen Land aus zu sehen sein soll. Am Fuß des ersten Bergpasses übernachten wir. Der Boden ist felsig und unser Zelt kann ohne Heringe nicht aufgestellt werden. Als Alternative entdeckt Roberto ein halbfertiges Haus. Wir freuen uns, doch als wir im Nebenzimmer ein selbstgezimmertes Bett und ein paar Schuhe entdecken, gruselt es mich. Als wäre der „Besitzer“ nur kurz unterwegs. Was tun? Nach Sonnenuntergang taucht noch immer niemand auf und auf mit einem mulmigen Gefühl breiten wir unsere Schlafsäcke aus. Wir bleiben in dieser Nacht alleine.

Von etwa 810 Metern steigen wir am folgenden Tag auf 1810 Meter an. Ich fühle mich unvorbereitet und schlecht trainiert. Den Erfolg auf dem Pass haben wir ein paar iranischen LKW Fahrern zu verdanken, denen ich, nachdem sie uns zum mit frühstücken einladen, noch eine Flasche Trinkwasser abquatsche. Unseres ist fast leer.

Der Anstieg ist hart, die Landschaft karg und die Sonne wieder unbarmherzig. Doch oben angekommen ist die miese Laune wie weggeflogen. Wir rollen die hart erkämpften Höhenmeter bergab. Die Straße ist größtenteils akzeptabel, nur hin und wieder müssen wir wegen Dellen und Schlaglöchern abbremsen. Vor dem nächsten Pass durchfahren wir das Weindorf Areni, von dem an wir dem Arpi Fluss folgen. Die Straße ist wunderschön und der Canyon windet sich nur langsam den Berg hinauf. Auf diesem Streckenabschnitt entdecken wir alle paar Meter einen potentiellen Zeltplatz am Wasser. Im Garten eines Restaurants übernachten wir schlussendlich, lernen die große Besitzerfamilie kennen, versuchen uns in armenischen Volkstänzen und werden von der großherzigen Familie ordentlich durchgefüttert.

Genau das brauchen wir, um auch den nächsten Pass zu überstehen. Brannte die Sonne in Areni (ca. 1000 Meter über NN) noch ordentlich, so müssen wir auf dem Vorotan Pass (2340 Meter) in langer Hose und Pulli frieren. Wir vernichten nach der Anstrengung unseren gesamten Proviant und alle Früchte, die uns die verdutzten Obststandverkäufer bei Ankunft in die Hände drücken.

Ich grinse bei der Abfahrt vor mich hin, doch schon bald ist der Spaß vorbei. Statt sanften Abstiegen häufen sich kurze aber steile Hügel vor uns. Es bleibt frisch. Wir radeln am Spandarian Stausee vorbei, durch Blumenwiesen und Weiden, an Bienenstöcken vorbei und durch kleine Dörfer. Zu beiden Seiten türmen sich die Berge und ich versuche, die Nackenschmerzen zu ignorieren und einfach zu genießen. Die lange ersehnte Abfahrt lässt bis kurz vor Goris auf sich warten. Dank der mittlerweile miesen Straßenverhältnisse und der vielen rußigen LKWs können wir sie aber nicht so sehr genießen. Im Slalom geht es langsam um die Schlaglöcher herum und ich fühle mich wie bei Mario Kart beim Bananenschalen ausweichen.

In Goris nehmen uns zwei LKW Fahrer bis nach Kapan mit. Auf der Fahrt verliebt sich einer der Beiden spontan in mich und scheut sich auch nicht, das zu zeigen. Robertos Anwesenheit interessiert ihn nicht. Ich fühle mich etwas unwohl und bin froh, als ich wieder alleine auf meinem eigenen Sattel sitze und nicht mehr im Führerhaus eines lüsternen dicken Mannes.

Von Kapan aus sollten wir fast 2000 Höhenmeter hochklettern. Da es keinen Zug gibt und der Bus nur „vielleicht“ am folgenden Tag fahren sollte, gönnen wir uns ein Taxi bis zum höchsten Punkt. Oben angekommen ist es stockduster. Es gewittert und ein Blitz folgt dem anderen. Hier können wir keinesfalls zelten. Der Fahrer schlägt vor, uns in die nächste Stadt zu bringen.
Angekommen ist das knappe Autogas endgültig leer. Unser Fahrer will viel mehr Geld als ausgemacht haben, um zur nächsten Autogastankstelle zu fahren. Roberto und er diskutieren. Am Ende brüllt unser Fahrer auf Russisch und Roberto auf Englisch. Erst als plötzlich zwei andere Männer mit ins Taxi steigen, hat der Fahrer uns überzeugt und widerwillig rücke ich das restliche Geld raus.

Wir fühlen uns übers Ohr gehauen und als im Hotel der dreifache Preis verlangt wird, haben wir genug. Wir laden unsere Räder mitten in der Nacht in der überfluteten Straße ab und suchen auf eigene Faust weiter. Ein kleines Restaurant mit Stripclub vermietet Zimmer (tageweise, nicht stundenweise) und wir können endlich duschen und schlafen. Der Besitzer des Hotels lädt uns sogar zum Picknick ein und wir probieren den berühmten armenischen Cognac. Nachdem wir in ein paar Tagen einen großen Vorrat an Dollars und Euros zusammengesammelt und Iran-taugliche Kleidung für mich gefunden haben, sind wir im ganzen Dorf bekannt. Mit nicht ausgeschnittenem, langärmlichen und fast knielangem Oberteil und Kopftuch radeln wir der Iranischen Grenze entgegen. Es darf kein Schweinefleisch eingeführt werden, kein Alkohol (nicht einmal Brennspiritus), keine Spielkarten und auch keine Modezeitschriften.

An der Grenze müssen wir warten. Ich habe mich im Datum geirrt und wir haben unser Visum unbemerkt um einen Tag überzogen. Die Beamten diskutieren miteinander und am Ende wird beschlossen, uns ein weiteres 21-Tage Visum zu erteilen. Nach ein paar Stunden stehen wir auf der iranischen Seite des Grenzübergangs und sind auf weitere Strapazen gefasst, doch hier geht alles ganz schnell. Unser Gepäck wird nicht durchleuchtet und wir werden mit einem Lächeln willkommen geheißen. Bei durchschnittlich 45°C kämpfe ich mich im Kopftuch und mit langer Kleidung durch die Hitze und schon nach wenigen Stunden folgt die erste von unzähligen Picknick Einladungen. Wir fühlen uns sehr wohl und sicher und können es kaum abwarten mehr von diesem großen Land kennen zu lernen.

Text / Fotos: Annika Wachter. Zurzeit unterwegs mit dem Rad um die Welt.
Neues Navi fürs Handgelenk: Garmin Fenix

Kurz vor der Outdoor-Messe in Friedrichshafen prsäentiert Garmin erstmals ein vollwertiges GPS-Gerät fürs Handgelenk. Das neue Garmin Fenix ist so groß wie eine Bergsportuhr oder große Taucheruhr, bietet aber den Funktionsumfang eines einfachen Radnavis. Im Vergleich zum klassischen GPS-Handgerät fehlen lediglich das farbige Display und die Darstellung von Landkarten – was der Displaygröße der Uhr geschuldet ist. Highlight ist sicher die Track- und Wegpunktnavigation, die Tracks als eine Linie auf dem Display darstellt. Interessant für Radfahrer, die sich ihren Weg gerne selber suchen, könnte auch das Luftlinien-Routing sein. Weitere Funktionen an Bord des Garmon Fenis sind:
– TrackBack-Funktion (führt zum Ausgangsort zurück)
– Track-Verwaltung
– Automatische Kalibrierung des barometrischen Höhenmesser und des 3-Achsenkompass (auf Basis der GPS-Daten)
– Markieren von Wegpunkten (z.B. Lagerplatz, Hütte, Abzweigungen, Skidepot, Beginn einer Abseilstrecke, o.ä.)
– Darstellung von Höhenprofilen
– neigungsunabhängiger 3-Achsen-Kompass und barometrischer Höhenmesser.
Richtig interessant für Smartphone-Nutzer wird Fenix durch seine Bluetooth-Schnittstelle. Gespeicherte Wegpunkte, Routen oder Tracks können so in einer Landkarte auf dem Smartphone dargestellt werden. Wir bemühen uns um ein Testgerät, um festzustellen, wie gut das geht. Denkbar wäre zum Beispiel eine Koppelung über Software wie ape@map, die bereits für externe Bluetooth-GPS-Empfänger ausgelegt ist. Bereits bekannt und bewährt ist die drahtlose ANT+ Datenübertragung. Sie ermöglicht den Informationsaustausch mit anderen Garmin-Geräten sowie externen Sensoren. Als Akkulaufzeit gibt Garmin 16 Stunden im normalen GPS-Modus an und 50 Stunden in einem sparsamen UltraTracTM Modus sowie 6 Wochen im Uhrzeitmodus.

Angezeigt werden können außerdem Wahl stehen über 50 verschiedene Werte aus dem Bereich Outdoor (z.B. Zeit, Distanz zum Ziel, zurückgelegte Höhenmeter getrennt nach Auf- und Abstieg, Richtung, aktuelle Höhe etc.). Zusätzlich bietet der f!nix über 30 bereits von den Forerunner GPS- Sportuhren bekannten Parameter, wie Pulswerte und Pace. Laut Garmin kommt die Fenix voraussichtlich im September 2012 zu einem unverbindlichen Verkaufspreis von 399 Euro in den Fachhandel.
Tasting Travels: Von Georgien nach Armenien

In Georgien haben wir so viele Fernfahrer gesehen wie schon lange nicht mehr. Genauer gesagt: seit in Wien der touristische Teil des Donauradweges vorbei war. Wir trafen auf einen Franzosen mit großen Plänen (Pamir Highway und Karakorum Highway), ein 62-jähriges deutsches Paar mit für Fernradler überraschend sauberen Klamotten und Taschen, einen alleinreisenden Engländer der sich über die Gesellschaft beim Couchsurfen freute und zwei Tage lang ununterbrochen plapperte und zwei weitere Franzosen mit Strohhut und Flipflops.

Ich kann ihre Entscheidung, durch Georgien zu radeln, gut nachvollziehen. Georgien ist ein kleines Land und bietet sowohl Berge als auch ein paar flache Straßen an. Da ich als Norddeutsche mich vor den Bergen noch etwas scheue und da es die direkteste Strecke in die Hauptstadt war, haben wir uns für eine flache Strecke entschieden. Viele Ausweichmöglichkeiten auf Nebenstraßen gab es leider nicht, also fuhren wir überwiegend auf der Hauptstraße. Diese teilten wir uns mit besagten Radlern, alten Ladas, schicken BMWs und unzähligen Kühen, die sich nichts aus dem Verkehr machten und die Straße überquerten wann auch immer es ihnen passte.

Von Batumi am Schwarzen Meer radelten wir zunächst am Botanischen Garten vorbei, verließen dann die Küste und machten uns auf nach Kutaissi. Der Weg war wie ein einziger großer Zeltplatz. Was haben wir schon an ungemütlichen Orten übernachtet, weil sich einfach kein flaches verstecktes Plätzchen anbot in dem wir Heringe einstecken konnten und dass weder zu tief (Überschwemmungsgefahr) noch zu hoch (bei Gewitter Blitzgefahr) lag. Nun hatten wir die Auswahl zwischen unzähligen Weiden die umgeben von Tümpeln, Flüssen und Büschen lagen. Um die Kuhfladen kümmerten wir uns dabei nur wenig.

In Kutaissi blieben wir ein paar Tage und besuchten den Sataplia Nationalpark mit der gleichnamigen Tropfsteinhöhle sowie die Prometheushöhle die mit 1400 begehbaren Metern besonders beeindruckend war. Von Kutaissi aus wurde es dann windig (natürlich von vorn) und hügelig. Mir graute es etwas vor dem Anstieg auf 1000 Meter Höhe, denn das Thermometer stieg und stieg und schon auf flachen Strecken tropfte mir der Schweiß von der Nase. 47°C zeigte der Tacho an, als ich mein Rad bei einer Pause in der Sonne parkte. Doch wir hatten Glück – auf der Strecke gab es genügend öffentliche Wasserhähne und alle paar Kilometer eine Gruppe von Straßenständen an denen wir Obst und Beeren kaufen konnten.

Die ersten knapp 40 Kilometer folgt die Straße dem Flusslauf, dann geht es stramm bergauf. Hinter einer Kurve schnaufe ich einem Schild entgegen. 8% Steigung zeigt es an. Ich erschrecke. Wenn dieser Anstieg schon so schwer war, wie soll ich denn dann die 8% schaffen? Doch erstaunlicherweise wird von hier an alles etwas flacher und bald haben wir es bis zum Tunnel geschafft. Ich schalte den Dynamo an, Roberto schnappt sich die Taschenlampe und schon sausen wir auf der anderen Seite wieder heraus. Es geht eine Weile bergab und zum Glück ist die Straße gut asphaltiert denn so können wir es uns gut gehen lassen und einfach rollen.

Parallel zum Pass gibt es auch eine Nebenstraße mit der wir geliebäugelt haben. Zum Glück trafen wir kurz vor der Abbiegung das deutsche Paar, das gerade von dort kam. „Wir mussten sogar die Schuhe ausziehen und barfuß durch den Schlamm laufen, die Räder haben sich kaum noch gedreht!“, jammerten die beiden und rieten uns dringend von diesem kleinen Umweg ab. Da haben wir aber Glück gehabt. Einige Kilometer hinter dem Pass suchten wir uns dennoch eine Nebenstraße. Auf den kostenlosen Landkarten der Touristeninformationen war sie nur undeutlich eingezeichnet, also hielten wir uns immer an die tiefsten Reifenspuren. Wir genossen die Nebenstraße sehr, denn teilweise war sie asphaltiert und es gab so gut wie keinen Verkehr. Zu unserer linken blickten wir auf den großen Kaukasus in der Ferne und zur rechten auf den Kleinen. Dazwischen waren nur wir, ein paar Bienen und Vögel, hin und wieder ein Dorf und unzählige kunterbunte Blumen auf den satten Feldern. Leider war der Spaß bald vorbei, denn wir erwischten scheinbar doch eine falsche Abbiegung und landeten kurz vor Gori wieder auf der Hauptstraße.

Die Hauptstraße verwandelte sich bald in eine Autobahn mit breitem Seitenstreifen und wir fuhren wieder schneller. Bis Tiflis gab es kaum Verkehr und von der befürchteten Rushhour spürten wir nichts. Die Fahrer waren sehr rücksichtsvoll, das schließt sogar Taxi- und Busfahrer ein, die uns sonst gerne aus dem Weg hupen und quetschen.
Wir empfinden Tiflis als sehr schön. Wie in den meisten georgischen Städten fuhren wir zunächst durch alte graue Hochhäuser aus Sowjetzeiten. Besonders einladend sind Stadtränder ja selten. Doch je weiter wir uns dem Zentrum näherten, umso mehr moderne Gebäude mischten sich dazwischen. Als wir schlussendlich durch die Altstadt radelten waren wir hellauf begeistert von so viel moderner Architektur, Kirchen und Statuen.

Wir blieben fast zwei Wochen in Tiflis, denn wir haben viel Arbeit angesammelt und viele Freundschaften geschlossen. Als wir uns sicher sind, dass trotz vermehrter Unruhen an der Berg-Karabach Grenze keine Gefahr für uns besteht, machen wir uns endlich auf zur Weiterfahrt. Auf dem Weg nach Süden wird die Landschaft karger. Die ganze Zeit war es grün um uns, saftige Weiden und Bäche sahen wir zu allen Seiten. Nun blickten wir auf vertrocknete Hügel und karge Getreidefelder. Als sich doch ein Fluss kreuzte nahmen wir die Gelegenheit beim Schopfe und schlugen – in respektvollem Anstand natürlich – unser Zelt auf. Am nächsten Morgen konnten wir uns mit einem Bad im Fluss und frisch gewaschener Wäsche von Georgien verabschieden, denn es waren nur noch ein paar Kilometer bis zur armenischen Grenze.

Die Visaprozedur ging schnell und unkompliziert und schon waren wir im gefürchteten Armenien. Armenien verbinde ich mit Bergen. Berge verbinde ich mit Anstiegen und Anstiege mit Muskelkater, schlechter Laune und Krämpfen im Nacken. Dennoch haben wir uns gegen Aserbaidschan und für Armenien entschieden. Der Auslöser war das weit günstigere Visum, die wunderschöne Landschaft und die Lust in ein Land zu fahren, das nicht auf der typischen Nach-Osten-Fahrer-Route liegt. Nun radeln wir durch die armenischen Berge und ich bin hellauf begeistert von den gastfreundlichen Menschen und der Natur. Unser nächstes Ziel heißt Iran. Dort wollen wir so viele Visa wie möglich für die nächsten Länder beantragen. Damit wir dabei nicht in Verzug kommen und am Ende in Nordchina eingeschneit werden, müssen wir uns wohl etwas sputen. Wir hoffen auf Rückenwind und gnädige LKW-Fahrer an den schlimmsten Anstiegen.
Text / Fotos: Annika Wachter. Zurzeit unterwegs mit dem Rad um die Welt.
Schick und funktional: Radmode für die Stadt
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Wer mit dem Rad zur Arbeit fährt, braucht passende Kleidung. Schön, dass es davon immer mehr gibt. Wir zeigen Radlers neue Kleider. Sie haben Taschen, in denen das Smartphone trocken bleibt, sie schützen den Anzug vor Straßendreck, sie leuchten im Dunkeln leuchten und bewahren vor dunklen Flecken unter den Achseln.
Funktionsbekleidung schützt vor Regen und Wind und sorgt für ein gleichbleibendes Mikroklima zwischen Haut und Stoff. Übliche Outdoor- und Radbekleidung erfüllt genau diese Anforderungen, hält jedoch der eigenen Stilprüfung oft nicht stand. Hier setzt moderne Fahrradmode an, die den Spagat zwischen Funktion und Fashion meistert.

Eine ganze Kollektion widmet Vaude dem Thema „urbanes Radeln“. Dass dabei weder Funktion noch Stil dem jeweils anderen zum Opfer fallen, beweist beispielsweise die elegante Alltagsjacke „Westway-Jacket“, die ihre (Rad-)Funktionen zu verbergen weiß: Im Kragen der Zweilagenjacke versteckt sich eine Kapuze; ausklappbare, mit Reflexmaterial versehene Stulpen an den Ärmeln schützen die Hände vor Kälte und Nässe. Eine Rückenverlängerung, ebenfalls reflektierend, hält das Gesäß bei Regen trocken. „Wir haben uns zum Ziel gesetzt, ein klimaneutrales Unternehmen zu werden. Beim Unternehmensstandort an der Firmenzentrale Tettnang haben wir es kürzlich geschafft und motivieren weiterhin unsere Mitarbeiter, möglichst oft mit dem Rad zur Arbeit zu kommen. Das hilft nicht nur der Umwelt, sondern schafft wichtige Erfahrungswerte bei der Entwicklung neuer Produkte“, erläutert Stephanie Haid von Vaude. Noch modischer orientiert ist die neue Allweather Commuter Trucker Jacket von Levis, mit der die Jeansmarke diesen Sommer ebenfalls in die Radmode einsteigt (siehe Galerie).

Schickes Beinkleid statt „Lycra-Tight“
Klassische Jeans und Chinos werden von urbanen Radlern gern getragen, denn zivile Optik geht im Alltag vor. Dass diese Hosen jedoch nicht fürs Pedalieren gemacht sind, merkt man spätestens auf langer Strecke oder bei Nässe. „Erst spezielle Stoffe und Schnitte machen aus der Alltagshose ein funktionelles Beinkleid ohne stilistische Einbußen. Fahrradfahren ist hipper denn je und die Modeindustrie nimmt sich des Themas an“, weiß Kieran Riley vom britischen Bekleidungshersteller Rapha (www.rapha.cc), der frühzeitig das Potential urbaner Radbekleidung erkannte. Bei den Briten findet man eine ganze Reihe stilsicherer und speziell auf Radfahrer zugeschnittener Alltagshosen, etwa das Modell „City Trousers“ (180 Euro).

Auch Levis hat mit der 511 Commuter Jeans einen Klassiker radtauglich gemacht (109 Euro). Bei Levis sind Stretch, Reflektoren, verstärktes Gesäß und eine wasserabweisende Nanosphere Beschichtung sowie radspezifischer Schnitt ebenfalls selbstverständlich.
Für Laptop, Lippenstift & Co.: Clevere Taschen für den Radalltag
Die Umhängetasche macht dem Rucksack als täglichem Wegbegleiter starke Konkurrenz, gerade auf dem Velo. „Heute gehören Umhängetaschen im Kurierstil schon fast zur Grundausstattung urbaner Radler. Die lassen sich bequem tragen und auf den Inhalt kann schnell zugegriffen werden, ohne die Tasche abzusetzen“, erläutert Torsten Mendel von Abus (www.abus.de) die Vorteile des Taschentyps.

Was moderne Taschen sonst noch bieten, lässt sich gut am Abus-Modell ST 8600 Dryve verdeutlichen: Es ist dank verschweißter Nähte und versiegelter Reißverschlüsse komplett wasserdicht, stellt verschiedene Fächer bereit und sorgt durch einen Hüftgurt für einen festen Sitz am Körper.
Körperlos hingegen funktionieren Radtaschen, die sich am Gepäckträger befestigen lassen. Diese praktischen Raumwunder sind vor allem auf Touren oder Radreisen beliebt, bieten aber auch auf den täglichen Wegen den Vorteil eines freien Rückens.

Dass dieses Taschenkonzept auch den Ansprüchen von „Büromenschen“ genügt und einen im Alltag nicht nach Radabenteurer ausschauen lässt, zeigt sich an Modellen wie dem „Workit Classic“ von Racktime (109,90 Euro, www.racktime.com). So bietet die Bürotasche reichlich Fächer fürs tägliche Transportgut, clevere Organizer schaffen dabei Ordnung und eine Regenhülle hält Laptop und Dokumente trocken. „Das integrierte Ortlieb-QL2 Befestigungssystem passt an alle handelsüblichen Gepäckträger und ist abdeckbar. Das schützt die Kleidung beim Schultern der Tasche, ist man zu Fuß unterwegs“, erklärt Peter Ronge von Racktime.
Quelle: pd-f / td / Jan Gathmann
Fahrradtour in Kopenhagen GPS-Daten



„Sykkelbyen“ heiß auf dänisch „Fahrradstadt“ und ist schon so etwas wie der Zweitname von Kopenhagen. Metropolen rund um die Welt eifern Dänemarks Hauptstadt nach, wenn es drum geht, mehr Menschen aufs Rad zu bringen. Katja Goll hat auf einer Citytour selbst erfahren, was dran ist am Mythos Kopenhagen. Den GPS-Track ihrer Stadtrundfahrt finden Sie hier ebenso wie weiterführende Infos.
GPS-Daten: .gpx-Track Kopenhagen von Katja Goll DOWNLOAD
Geführte Radtouren
www.copenhagen-tours.dk
Geführte Radtouren in Kopenhagens Umgebung (Nordseeland):
www.cykelsafari.dk
Fahrradverleih
www.cph-bike-rental.dk
www. baisekeli.dk
www.rentabike.dk
Infos zur Fahrradstadt
www.kk.dk/cityofcyclists
www.copenhagenize.com
www.cycling-embassy.org
www.visitdenmark.com
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