Flussradwandern ist im Allgemeinen ein Erlebnis der gemütlichen Art: Unsere Tour verquickt die Flüsse Rhein, Erft und Ahr zu einer entspannten Runde, die zwischendrin auch mal etwas mehr Körpereinsatz verlangt. Die Route berührt dabei pulsierende Metropolen genauso wie alte Schlösser.
Die GPS-Daten zur Radreise finden Sie hier.
DOWNNLOAD .gpx-Track des Autors

Infos Drei-Flüsse-Tour
Anreise
Auto: Da es sich bei der 3-Flüsse-Tour um einen Rundkurs handelt, ist die Anreise mit dem eigenen PKW eine gute Option. Bonn liegt direkt an der A 59, A 555, A 562, A 565 und B9 und ist bestens erreichbar. Info Parken: www.bonn-city.de. Z. B. Stiftsgarage für 38,50 € die Woche, Tel.: 0228 – 634814, www.stiftsgarage.de
Bahn: Bonn ist ein Eisenbahnknotenpunkt im Süden Nordrhein-Westfalens, Züge fahren mehrmals täglich von/nach Hamburg, München, Aachen und Leipzig.
Gefahrene Route
1. Bonn – Rolandeck – Remagen – Sinzig – Bad Neuenahr-Ahrweiler ca. 40 km
2. Bad Neuenahr-Ahrweiler – Altenahr – Ahrbrück – Schuld – Blankenheim ca. 66 km
3. Blankenheim – Nettersheim – Holzmülheim – Schönau – Bad Münstereifel – Euskirchen – Weilerswist – Erftstadt – Kerpen ca. 80 km
4. Kerpen – Bergheim – Bedburg – Grevenbroich – Gnadental – Neuss mit Abstecher (Rundkurs Düsseldorf) ca. 80 km
5. Neuss – Dormagen – Leverkusen – Köln – Wesseling – Bonn ca. 80 km
Gesamt: ca. 346 km
Streckencharakter & Ausrüstung
Die 3-Flüsse-Tour an Rhein, Ahr und Erft ist „nicht“ einheitlich beschildert. Vom Start- und Zielpunkt Bonn bis nach Sinzig orientiert man sich anfangs an den Radwegeschildern „Rheinradweg“. Von Sinzig nach Blankenheim folgt man der Beschilderung „Ahrtal-Radweg“. Von Blankenheim nach Neuss weisen die Schilder „Erft-Radweg“ die Richtung, bevor es von Neuss den Rhein aufwärts zurück nach Bonn geht. Überwiegend verläuft die Route auf asphaltierten Radwegen, an Ahr und Erft sind einige kurze Passagen auf Wald- und Wiesenwegen zu beradeln. Wobei an der Erft mehrfach verkehrsreiche Straßen zu überqueren sind. Von Bad Neuenahr-Ahrweiler bis nach Blankenheim, ebenso an der Erft ist mit einigen Steigungen zu rechnen.
Unterkunft
Hotel Deutsches Haus, 53111 Bonn, Tel.: 0228 – 633777,
deutscheshaus-bonn.de
Hotel Ahrbella, 53474 Bad Neuenahr-Ahrweiler, Tel.: 02641 – 7500-0,
www.ahrbella.de
Hotel Kölner Hof, 53945 Blankenheim, Tel.: 02449 – 9196,
www.hotel-koelner-hof.de
Park Hotel, 50170 Kerpen, Tel.: 02273 – 98580,
www.parkhotel-kerpen.de
Hotel Mercure, 41469 Neuss, Tel.: 02131 – 1380,
www.mercure.com
Hotel Aigner, 53111 Bonn, Tel.: 0228 – 604060
www.hotel-aigner.de
Reiseführer & Karten
BVA 3-Flüsse-Tour, Bielefelder Verlag, ISBN: 978-3-87073-478-7, 7,95 Euro; fahrrad-buecher-karten.de
Radwanderkarte Ahr-Radweg, ISBN: 978-3-89920-324-0, 4,95 €,
Rhein-Radweg 4, ISBN: 978-3-89920-333-2, 8,95 €, Rhein-Radweg 5, ISBN: 978-3-89920-569-5, 6,95 €, www.publicpress.de
Weitere Infos
Tourismus & Congress GmbH Bonn
Platz der Vereinten Nationen 2
53113 Bonn
Tel.+ 49 (0) 228 – 91 04 1 – 0
www.bonn-region.de
Ahrtal-Tourismus e.V.
Hauptstr. 80
53474 Bad Neuenahr-Ahrweiler
Tel. +49 (0) 26 41 / 91 71 -0
www.ahrtal.de
Nordeifel Tourismus GmbH
Bahnhofstr. 13
53925 Kall
Tel. +49 (0) 24 41-99 45 7-0
www.nordeifel-tourismus.de
Drei-Flüsse-Tour GPS-Daten und Infos zur Rundreise
Radrunde Hamburg: GPS-Daten und Infos
Von wegen grauer Städte Mauern: Eine Fahrradtour durch eine Metropole und ihr grünes Umland gehört zum abwechslungsreichsten, was man auf zwei Rädern machen kann. Innen lebendig, außen erholsam – besonders wenn man sich das Erkunden mit dem E-Bike leicht macht, wie unser Autor in Hamburg. Die GPS-Daten zur Tour finden Sie hier.
DOWNLOAD .gpx-Track Hamburger Radrunde des Autors

Infos Hamburger Radrunde
→ Anreise- / Rückreise
Bahn: Wedel bei Hamburg kann man mit der S-Bahn vom Hamburger Hauptbahnhof erreichen. Ein Vorteil ist die gute Verknüpfung der Route mit dem Schnell- und Regionalbahnnetz des Hamburger Verkehrsverbundes. Übrigens werden im HVV auf allen S-, U- und A-Bahnen Fahrräder kostenlos befördert. Es sind allerdings Sperrzeiten zu beachten.
Auto: Über A1, A7 ist Hamburg gut erreichbar. Nach Wedel geht es hinterm Elbtunnel über die B 431. Hamburg ist von Köln ca. 430 km, von Berlin ca. 300 km, vom Ruhrgebiet ca. 370 km, von Stuttgart ca. 670 km, von München ca. 790 km und von Dresden ca. 495 km entfernt.
→ Gefahrene Route:
1. Wedel – Henstedt-Ulzburg: 63 km
2. Henstedt-Ulzburg – Bergedorf: 74 km
3. Bergedorf – Buxtehude: 63 km
4. Buxtehude – Fähre Lühe: 20 km
Gesamt: 220 km
→ Sehenswertes:
Wedel: Willkomm-Höfft, Ernst-Barlach-Museum; Uetersen: Klosteranlage, Rosarium; Ellerhoop: Arboretum; Hemdingen: Himmelsmoor; Ulzburg: Alsterquelle; Sülfeld: Historischer Alster-Trave-Kanal; Jersbek: Gut Jersbek mit Barockpark; Ahrensburg: Schloss; Trittau: Wassermühle, Billetal; Sachsenwald: Bismarckmuseum, Bismarckturm; Wentorf: Jagdschloss; Bergedorf: Wasserschloss, Sternwarte, historischer Bahnhof; Curslack: Freilichtmuseum Rieckhaus; Maschen: Größter Rangierbahnhof Europas; Seevetal: Horster Mühle; Ehestorf: Freilichtmuseum Kiekeberg; Schwarze Berge: Wildpark; Buxtehude: Fachwerkhäuser in der Altstadt; Alter Hafen, Marschtorzwinger; Altes Land: Drehbrücke bei Groß-Hove; Jork: Altes Land Museum, Gräfenhof, Mühle in Borstel; Steinkirchen: Fachwerkhäuser auf dem Lühedeich, Hogendiek-Klappbrücke; Grünendeich: Elbansicht, Lühe-Schulau-Fähre;
→ Streckencharakter & Ausrüstung
Obwohl wir uns in Norddeutschland befinden, ist die Hamburger Radrunde nicht ausnahmslos flach. Es gibt einige Steigungen, die aber nur kurz sind. Die erste Etappe ist durchweg asphaltiert und sogar rennradtauglich. Hauptsächlich führt die Route über Radwege oder Nebenstraßen. Hin und wieder gibt es auch Abschnitte, die über ehemalige Bahntrassen führen, die nicht immer geteert sind. Mit einem Trekking- oder Tourenrad kann man die Radrunde gut bewältigen. Man sollte allerdings auf heftigen Wind gefasst sein. Die Beschilderung der Hamburger Radrunde ist stark verbesserungswürdig. An vielen Wegegabelungen muss man rätseln. Deshalb sind gutes Kartenmaterial oder ein Navi unerlässlich.
→ Karte
Hamburger Radrunde, BVA-Verlag, ISBN 978-3-87073-482-4, Maßstab 1:75 000, 6,80 Euro, bva-bielefeld.de
Thüringer Städtekette GPS-Daten und Infos zur Tour

Dass ein angeregter Kreislauf auch den Geist auf Trab hält, ist bekannt. Wer dem deutschen Denken aktiv auf die Spuren kommen will, findet dazu auf dem Radweg der Thüringer Städtekette ein schönes Terrain. Fein restaurierte Städte, deren einstige Bewohner sich wie das Who-is-Who der nationalen Kulturgeschichte lesen, reihen sich hier aneinander.
Die GPS-Daten zum Download finden Sie hier.
DOWNLOAD .gpx-Track Thüringer Städtekette
Infos Thüringer Städtekette
Anreise- / Rückreise
Bahn: Eisenach, Gotha, Erfurt, Weimar, Jena, Gera und Altenburg haben einen IC-, RE-, oder RB-Anschluss der Deutschen Bahn. Nahverkehrszüge verkehren zwischen allen Orten der Städtekette, überwiegend im Stundentakt. Die Fahrradmitnahme in Zügen is in Thüringen kostenlos!
Auto: Eisenach über A 4, Altenburg über A 4 und B 7
Gefahrene Route
1. Eisenach – Erfurt: 78 km
2. Erfurt – Jena: 46 km
3. Jena – Gera: 63 km
Gera – Altenburg: 44 km
Gesamt: 231 km
Sehenswertes
Eisenach: UNESCO-Welterbe Wartburg, Bachhaus, Lutherhaus, Georgenkirche, Stadtschloss, Automobile Welt Eisenach, Südstadt; Wutha: Geologische Verwerfungen; Gotha: Schloss Friedenstein, Orangerie, Gothaer Haus der Versicherungsgeschichte, Cranach-Haus, Museum der Natur, Kasematten; Wechmar: Stammhaus der Familie Bach; Erfurt: Domberg mit Mariendom und Severikirche, Krämerbrücke, Augustinerkloster, Citadelle Petersberg, Rathaus am Fischmarkt; Weimar: UNESCO-Welterbestadt mit Goethes- und Schillers Wohnhaus, Stadtkirche Peter und Paul, Wittumspalais, Stadtschloss mit Stadtmuseum, Herzogin Anna Amalia Bibliothek, Park an der Ilm mit Goethes Gartenhaus, Schloss Belvedere und Orangerie, Cranach-Haus, Liszt-Museum, Bauhaus-Museum, Gedenkstätte Buchenwald; Jena: Botanischer Garten, Goethe Gedenkstätte, Schillers Gartenhaus, Zeiss-Planetarium, Optisches Museum, Schott Glasmuseum/Villa, Phyletisches Museum; Gera: Otto-Dix-Haus, Orangerie, Museum im Höhler, Museum für Naturkunde, Botanischer Garten, Stadtmuseum; Ronneburg: Neue Landschaft Ronneburg; Schmölln: Knopf- und Regionalmuseum; Altenburg: Romantisches Altstadtensemble mit 5 Märkten, Skatbrunnen, Altenburger Brauerei mit Museum, Altenburger Schloss mit Schlosspark, Naturkundliches Museum Mauritianum, Kunstmuseum Lindenau, Sieben Stadttürme, davon vier begehbar.
Streckencharakter & Ausrüstung
Die Radroute führt über ebene oder leicht wellige Nebenstraßen, Rad- oder Wirtschaftsweg. Manchmal sind Anstiege zu überwinden, die aber zumeist kurz und nicht so steil sind, insgesamt kommen aber dennoch rund 1.900 Höhenmeter Aufstieg zusammen. Mit einem guten Tourenrad, auch mit Nabenschaltung, kann man die überwiegend asphaltierten Oberflächen gut bewältigen.
Unterkunft
Unterkünfte in allen Preisklassen findet man überall. Auch die Fahrradunterbringung ist in der Regel kein Problem. In Eisenach, Erfurt, Weimar und Eisenberg kann man auch in Jugendherbergen übernachten. Campingplätze gibt es in Wanderleben bei Gotha, in Weimar, in Jena und in Altenburg.
Weitere Infos
Thüringer Städte, Pocket Guide, 0,50 € + Versand, erfurt-tourismus.de
Radreise Deutsche Fußballroute NRW: GPS-Daten und Infos kompakt





Nirgendwo in Deutschland liegen Fußballkultstätten so dicht beisammen wie in Nordrhein-Westfalen. Die Fußballroute NRW verbindet sie über bestehende Radreiserouten – das gewährt Ballfaulen Einblicke in die Welt des Sports, erlaubt aber auch unterhaltsame Halbzeitpausen an touristischen Attraktionen. Die 805 Kilometer lange Deutsche Fußball Route startet in Aachen und führt den Fußballfan und Fahrradbegeisterten bis nach Bielefeld. Unser fußballbegeisterter Autor hat den Schwerpunkt auf „das Runde“ gelegt. Den Bericht zur Radreise auf der Deutschen Fußballroute NRW lesen Sie in RADtouren 1/14. Hier finden sie die GPS-Daten der Tour zum Download und die Infos kompakt.
Gefahrene Route
1. Aachen – Düren 56 km
2. Düren – Leverkusen 73 km
3. Leverkusen – Mönchengladbach 73 km
4. Mönchengladbach – Düsseldorf 66 km
5. Düsseldorf – Hattingen 75 km
6. Hattingen – Bottrop 107 km
7. Bottrop – Dortmund 75 km
8. Dortmund – Münster 105 km
9. Münster – Lienen 89 km
10. Lienen – Bielefeld 86 km
Gesamt: 805 km
Streckencharakter & Ausrüstung
Die Deutsche Fußball Route (DFR) führt überwiegend über flaches Land. Anstiege gibt es im Aachener Raum, vor und nach Wuppertal und kurz vor Bielefeld. Manchmal führt die Route kurze Stücke über stärker befahrene Straßen. Die Oberflächenbeschaffenheit der DFR ist im Allgemeinen gut. Fast alle Wege sind asphaltiert. Die gesamte Strecke ist nicht immer gut ausgeschildert. Vor allem in den Städten fehlen oft Wegweiser, deshalb sind gutes Kartenmaterial oder ein Navigationsgerät unerlässlich. Im Ruhrgebiet verläuft die Route abschnittsweise über ehemalige Bahntrassen. An einigen Orten gibt es zusätzliche Hinweistafeln, die besondere Infos zu fußballerischen Sehenswürdigkeiten geben. Aufgrund der nicht so häufig vorkommenden Anstiege reicht ein Tourenrad mit einer Ketten- oder Nabenschaltung aus.
Sehenswertes
Aachen: Rathaus, Dom, Tivoli, Soers; Köln: Dom, Museum Ludwig, Sporthochschule, Geißbockheim, Deutsches Sport- und Olympiamuseum, Altstadt; Leverkusen: BAYarena, Sportpark; Niederrhein: Schloss Dyck, Schloss Rheydt, Kloster Knechtsteden; Mönchengladbach: Bökelberg, Borussia-Park, Museum Abteiberg; Krefeld: Grotenburg, Zoo, Burg Linn; Düsseldorf: Kaiserswerth mit Kaiserpfalz, Esprit-Arena, Altstadt, Landtag, Kunsthalle, Medienhafen; Mettmann: Neanderthal-Museum; Wuppertal: Stadion am Zoo und Tierpark, Schwebebahn, Von-der-Heydt-Museum; Hattingen: historische Fachwerk Altstadt; Mülheim/Ruhr: Aquarius; Duisburg: Zoo, MSV-Arena, Sportpark, Innenhafen, Landschaftspark-Nord; Oberhausen: Schloss Oberhausen, Gasometer, Rheinisches Industriemuseum, Neue Mitte, Stadion Niederrhein; Bottrop: Tetraeder, Alpincenter; Essen: Neues Stadion, Weltkulturerbezeche Zollverein, Folkwang-Museum, Grugapark, Villa Hügel; Gelsenkirchen: Glückaufkampfbahn, Veltins-Arena mit Schalkemuseum; Bochum: Bergbaumuseum, Jahrhunderthalle, Rewirpowerstadion, Eisenbahnmuseum Dahlhausen; Dortmund: Zeche Zollern, Signal-Iduna-Stadion, Borsigplatz, Westfalenpark, Deutsches Fußballmuseum (ab 2014); Bergkamen: Sportcentrum Kaiserau; Ascheberg: Schloss Westerwinkel; Nordkirchen: Schloss Nordkirchen; Lüdinghausen: Schloss Lüdinghausen, Burg Vischering; Münster: Prinzipalmarkt, Friedenssaal, Dom, Preussenstadion, Allwetterzoo; Telgte: Wallfahrtskirche, Krippenmuseum; Ladbergen: Schuhmachermuseum; Versmold: Pele´s Schuh; Bielefeld: Sparrenburg, Schüco-Arena
GPS-Daten
Radreise Deutsche Fußballroute NRW: GPS-Daten DOWNLOAD .gpx-Track des Autors

E-Bikes – die aktuelle Rechtslage

Das Pedelec
Das Pedelec (Pedal Electric Cycle) ist nach EU-Recht ein Fahrrad mit Trethilfe. Das heißt: Der Motor darf maximal 250 Watt Nennleistung haben und maximal bis 25 km/h unterstützen. Sobald der Fahrer das Pedalieren stoppt oder 25 km/h erreicht werden, muss der Motor automatisch abschalten. „Im Straßenverkehr gelten für das Pedelec-Fahren europaweit die gleichen Rechte, Pflichten und Vorschriften wie für das Radfahren“, erläutert Anke Namendorf vom niederländischen Fahrrad- und E-Bike-Hersteller Koga.
Das Pedelec mit Anfahr-/Schiebehilfe
Auch das Pedelec mit Anfahr- oder Schiebehilfe gilt nach EU-Recht als Fahrrad. In Deutschland gibt es aber rechtlich derzeit noch einen kleinen Unterschied zum normalen Pedelec. Weil das Pedelec mit Anfahr- oder Schiebehilfe bis 6 km/h per Schalter allein mit Motorkraft gefahren werden kann, ist in Deutschland für diese Fahrzeuge von jüngeren Fahrern (nach dem 1.4.1965 geboren) eine Mofa-Prüfbescheinigung oder ein höherwertiger Führerschein erforderlich. „Hier ist jedoch eine Änderung im Straßenverkehrsgesetz (StVG) geplant, nach der diese Bedingung wegfallen soll“, weiß Peter Horsch, Produktmanager beim Pedelec-Hersteller Riese und Müller, der sich als leidenschaftlicher Pedelec-Fahrer eben nicht nur aus Berufsgründen intensiv mit den rechtlichen Bestimmungen und deren Entwicklung befasst.
Das E-Mofa
Das E-Mofa, das per „Gasgriff“ alleine mit Motorantrieb maximal 20 km/h erreicht, ist nach EU-Recht ein Kraftfahrzeug des Typs Leichtkraftrad mit geringer Leistung (L1E). In Deutschland fällt es zusätzlich unter die Leichtmofa-Ausnahmeverordnung, die bis zu einer Motorleistung von maximal 500 Watt und bei einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit von 20 km/h gilt. Für das E-Mofa braucht man eine Betriebserlaubnis (Fahrzeugpapiere), Haftpflichtversicherung (kleines Nummernschild) und eine Mofa-Prüfbescheinigung (geb. nach dem 1.4.1965). Darüber hinaus gibt es ein paar Sonderregeln bei der Ausstattung des Fahrzeugs. Das Fahren auf Radwegen ist erlaubt: außerorts oder innerorts beim Zusatzschild „Mofa frei“.
Das S-Pedelec
Wie beim normalen Pedelec unterstützt der Motor nur, so lange der Fahrer in die Pedale tritt. Unterschiedlich ist, dass der unterstützende Motor beim schnellen S-Pedelec erst bei 45 km/h automatisch abgeschaltet werden muss, und der Motor darf mit maximal 500 Watt eine doppelt so hohe Nennleistung haben. Das S-Pedelec ist nach EU-Recht ein Kraftfahrzeug des Typs Leichtkraftrad mit geringer Leistung (L1E). Es braucht deshalb eine Betriebserlaubnis (Fahrzeugpapiere), Haftpflichtversicherung (kleines Nummernschild) und der Fahrer mindestens eine Mofa-Prüfbescheinigung (geb. nach dem 1.4.1965). „Darüber hinaus gibt es besondere Ausstattungsvorschriften, wie etwa die Ausstattung mit einem Rückspiegel. Das gilt für konventionelle Radformen als auch für dreirädrige S-Pedelecs der Klasse L2E mit schnellem Antrieb“, ergänzt Paul Hollants vom Liegeradhersteller HP Velotechnik (www.hpvelotechnik.com), zu deren Modellpalette auch ein schnelles E-Trike gehört.
In Deutschland werden S-Pedelecs derzeit nach den Regeln der Leichtmofa-Ausnahmeverordnung zugelassen, die bis zu einer Motorleistung von maximal 500 Watt und bei einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit von 20 km/h gilt. Danach dürfen S-Pedelecs wie E-Mofas nur außerorts auf Radwegen fahren und innerorts beim Zusatzschild „Mofa frei“. Seit dem Frühjahr 2012 vertritt das Bundesministerium für Verkehr, Bauen und Städtebau (BMVBS) jedoch die Auffassung, dass bei S-Pedelecs die mit Muskelkraft und Motorkraft zu erzielende Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h als bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit anzusehen ist. Nach dieser Auffassung ist das S-Pedelec ein Kraftfahrzeug und kein Leichtmofa (bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit max. 20 km/h) und von der Benutzung sämtlicher Radwege ausgeschlossen. Bislang blieb aber die Zulassungspraxis unverändert. Entscheidend für den Verbraucher ist das, was in den Fahrzeugpapieren steht, nämlich noch immer Leichtmofa.
Beleuchtung

Helmpflicht?

Nach der bisherigen Zulassungspraxis galt dies für S-Pedelecs auch, doch im November 2012 hat das Bundesministerium für Verkehr, Bauen und Städtebau (BMVBS) durch Verlautbarung im Verkehrsblatt das S-Pedelec bezüglich der Helmpflicht als Kleinkraftrad mit einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h eingestuft. Demnach sei ein geeigneter Helm zu tragen. Was jedoch ein geeigneter Helm ist, habe die Industrie zu entscheiden.
Da auch beim S-Pedelec der Motor nur mit Muskelkraft zusammenarbeitet, ist ein Motorradhelm zu schwer und zu warm. Bis die Industrie einen geeigneten Helm entwickelt hat, akzeptiert die Polizei stillschweigend einen Fahrradhelm. Ohne diesen sollte man schon freiwillig nicht mit einem S-Pedelec fahren. Für die im Handel vereinzelt angebotenen E-Bike-Helme gibt es weder eine technische noch eine rechtliche Vorschrift oder Norm als Grundlage. So muss zunächst das Sicherheits-Know-how der Hersteller genügen. Mit dem „Urbanaut“ zeigt etwa Hersteller Abus einen speziell auf die Ansprüche von E-Bike- und Pedelec-Fahrern konzipierten Helm. Form und Bauweise bieten laut Hersteller einen optimalen Kopfschutz auch bei Stürzen mit höheren Geschwindigkeiten.
Radwegebenutzung

Das E-Mofa darf Radwege außerorts immer benutzen, innerorts nur bei dem Zusatzschild „Mofa frei“. Für das S-Pedelec gelten nach der derzeitigen Zulassungpraxis die gleichen Regeln. Hier besteht wegen der neuen Interpretation des Bundesverkehrsministeriums als Kleinkraftrad aber Rechtsunsicherheit. Folgt man dieser Interpretation, darf man mit dem S-Pedelec keinen Radweg benutzen und muss auf der Straße fahren.
Anhänger

Versicherung
Pedelecs mit und ohne Schiebehilfe gelten wie Fahrräder. Inwieweit für sie Diebstahlschutz besteht, muss mit der jeweiligen Hausrat- oder Fahrradversicherung im Einzelfall geklärt werden.
Das E-Mofa und auch das S-Pedelec erfordern eine Haftpflichtversicherung (kleines Nummernschild), die um einen Diebstahlschutz erweitert werden kann: „Wer für rund 100 Euro ein Versicherungskennzeichen mit Kaskoschutz erwirbt, kann gegen einen kleinen Aufpreis das Pedelec auch gegen Diebstahl versichern. Dies ist eine sehr kostengünstige Diebstahlversicherung“, verrät Kurt Schär vom schweizerischen E-Bike-Hersteller Flyer.
Gesetze und Verordnungen
Für die rechtliche Einordnung der E-Bikes ist die EU-Richtlinie 2002/24/EG entscheidend. „In Deutschland kommen die Bestimmungen des Straßenverkehrsgesetzes (StVG), der Straßenverkehrsordnung (StVO) und der Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) hinzu. Außerdem kommt die Leichtmofa-Ausnahmeregelung zur Anwendung“, erklärt Peter Horsch gegenüber dem pressedienst-fahrrad.
Quelle: pressedienst-fahrrad
E-Bike ersetzt im Alltag häufig das Auto

Das E-Bike als Teil der Mobilität der Zukunft hält weiter Kurs. Neueste Untersuchungen zeigen, dass das E-Bike auf zahlreichen Alltagswegen das Auto ersetzt. Damit können E-Bikes einen wichtigen Beitrag für eine zukunftsfähige Mobilität leisten. Das zeige sich auch in der Marktentwicklung, wie aus einer Pressemitteilung des Zweirad-Industrie-Verbands e.V. (ZIV) hervorgeht.
Demnach sind im Jahr 2012 knapp 380.000 E-Bikes verkauft worden. Hauptgründe für diese Steigerung von rund 15 Prozent gegenüber dem Jahr 2011 seien vor allem die sich stetig weiterentwickelnde Batterie- und Antriebstechnologie, neue Modelle und ein sich veränderndes Mobilitätsverhalten der Bundesbürger. Mit einem Marktanteil von aktuell 10 Prozent am Gesamtmarkt (plus 2 Prozent gegenüber dem Jahr 2011) unterstreiche das E-Bike erneut seine Chance in der Alltagsmobilität.
Nach Einschätzung des ZIV kann sich der Markt für E-Bikes in Deutschland mittelfristig auf einen jährlichen Anteil am Gesamtmarkt von bis zu 15 Prozent einpendeln. Zwar seien aktuell vorwiegend die sogenannten „Silver Ager“ die größte Gruppe bei den E-Bike Käufern, doch ändere sich dies gerade. Vor allem im urbanen Umfeld entdeckten immer mehr „jüngere“ Menschen die vielfältigen Chancen und Einsatzmöglichkeiten eines E-Bikes in der Alltagsmobilität.
Nach Schätzung des ZIV sind circa 95 Prozent aller verkauften E-Bikes sogenannte Pedelecs. Bei diesen Fahrzeugen wird das Pedalieren bis zu einer Geschwindigkeit von maximal 25 km/h und mit einer Leistung des Elektromotors von maximal 250 Watt unterstützt.
Die größten Märkte für E-Bikes in Europa sind laut ZIV die Niederlande und Deutschland, die zusammen über 50 Prozent des europäischen Gesamtmarktes abdeckten. Nach 900.000 Stück verkaufter E-Bikes im Jahr 2011 hätte der Absatz in Europa nochmals gesteigert werden können, um rund 22 Prozent auf 1,1 Millionen verkaufter Stück im Jahr 2012.
„Dass sich weiter verändernde Mobilitätsverhalten der Bundesbürger sowie die vielen positiven Möglichkeiten die das Fahrrad und das E-Bike für die Alltagsmobilität bieten, lassen die deutsche Fahrrad-, Fahrradteile- und Zubehörindustrie positiv in die Zukunft blicken“, so Siegfried Neuberger, Geschäftsführer des ZIV.
TwoNav Sportiva 2+: neues Outdoor GPS-Gerät mit Routing

CompeGPS bringt jetzt das neue TwoNav Sportiva2+ auf dem Markt. Es bietet unter anderem die Option, sich über Straßen führen zu lassen. Durch seine Ausstattung mit ANT+ Technologie, wird außerdem die drahtlose Übermittlung von Daten (Herzfrequenzmesser, Trittfrequenzsensor und Geschwindigkeits-sensor) während des Trainings ermöglicht. Dazu passt eine Firmware, die sich zur Trainingssteuerung eignet. Am Sportiva2+ sind Alarme für die maximale Leistung, Geschwindigkeit, Herzfrequenz, Distanz oder auch die Abweichung von einer geplanten Strecke erstellbar. Eine „Trackattack“ genannte Funktion erlaubt es, bereits aufgezeichnete Strecken im Kampf gegen sich selbst noch einmal nach zu fahren.
Große Auswahl an Kartenmaterial
Das neue Outdoor-GPS-Gerät verarbeitet eine Vielzahl von Kartenformaten. Vorinstalliertes Material kann auch in einer 3D-Ansicht dargestellt werden, so dass man Anstiege auf den ersten Blick erkennt. Karten aus aller Welt können bei Bedarf aufgespielt werden. Das neue TwoNav Sportiva2+ hat angeblich einen verbesserten GPS-Chip, der eine schnellere und präzisere Positionsbestimmung ermöglicht. Die neue austauschbare Batterie wurde soll bis zu 14 Stunden Leistung zu geben.Der interne Speicher wurde verdoppelt und zur Optimierung der Benutzeroberfläche, hat CompeGPS den RAM Speicher auf 128MB RAM erweitert.

Technische Daten
Design
• Maße: 58 x 105 x 23 mm
• Gewicht: 124 Gramm (inkl. Batterie)
• Resistenz-Zertifikat: IPX6
• Touchscreen: Transflektive 3-Zoll,
• Auflösung 240 x 400 Pixel
• 3D-Kompass und Barometer
• MT 3339 GPS Chipset
• Interner Flashspeicher 4GB und micro SD Lesegerät (bis 32GB)
• Mini USB 2.0 Anschluss
• 1150mA/h Li-ion Batterie mit bis zu 14h Laufzeit (gemäss Nutzung)
• ANT+TM-Technologie kompatibel mit:
– Herzfrequenzmesser
– Trittfrequenzsensor
– Geschwindigkeitssensor
Multifunktionale Möglichkeiten
• Unlimitierte Tracks, Routen und Waypoints
• Papierloses Geocaching (GPX Format)
• On-Road Navigation (optional)
• Zielgerichtetes Training mit Warnmeldungen
• Einfache Orientierung auf der Karte
• Rückkehr zum Ausgangspunkt (direkt oder per Trackback)
• Einfache Erweiterung mit anderen Karten (IGN, Ordnance Survey, Navionics, Alpina, Piolet, SUA…)
Inhalt
• Topographische Karte
(gemäss gewählten Bündels)
• Herzfrequenzmesser
(gemäss gewählten Bündels)
• Trittsensor (gemäss gewählten Bündels)
• Vorbauhalterung
• Wandladegerät
• USB-Kabel zur Verbindung mit dem PC
• Kurzanleitung
• – 50% Nachlass auf den Kauf von Land/Air
Marktstart
18. März 2013
Empfohlener Preis:
349 €
Quelle: TwoNav / Redakteur: jg
Tour de France mit dem Postrad
4.000 Kilometer, 15 Regionen und mehr als 50 verzehrte Crêpes – Reisebuchautor
Thomas Bauer hat Frankreich auf einem Postrad umrundet.

Eine Handvoll Touristen steht unschlüssig am Ufer der legendären Hafeneinfahrt von La Rochelle. Mal richten sie ihre Fotoapparate auf ein heimkehrendes Fischerboot, mal auf die Altstadtfront. Erst als ich an ihnen vorbeifahre, geht ein Ruck durch die Gruppe: Alle Kameras folgen mir. Zwei junge Männer stupsen ihre Partnerinnen an und zeigen mit dem Finger auf mich. Ich kann es ihnen nicht verdenken. Das Fahrzeug, auf dem ich unterwegs bin, ist ein dreieinhalb Meter langes, quietschgelbes Postfahrrad, an das sich ein einrädriger Anhänger anschließt. Dieser trägt, in einem ebenfalls leuchtend gelben Seesack verstaut, meinen Rucksack, fünfundvierzig Radwanderkarten, vier Liter Wasser und eine unvernünftige Menge Schokoladenkekse. So ausgerüstet beginnt meine Tour de France.

Treffen mit einer alten Liebe
Die ersten anderthalb Wochen meiner Reise waren eine Aufwärmübung für das, was mich am Nordrand der Pyrenäen erwartet. Dort legt mir die Strecke täglich neue Anstiege in den Weg. Mein Wasserverbrauch steigt auf sieben Liter pro Tag. Das T-Shirt haftet wie eine zweite Haut am Körper. An meinem ersten Tag im Baskenland presst mich die Sonne aus wie eine reife Orange, als ich mich an einer Anhöhe abmühe und direkt dahinter zu meiner Überraschung auf einen Haufen auf- und abspringender Menschen treffe. Weit ausholend schlagen sie auf Trommeln ein, die sie um die Hüfte gebunden haben. Männer, Frauen, Kinder laufen ungeordnet durcheinander, dazwischen huschen Hunde in entstehende Lücken. Gerade frage ich mich, ob ich an einem Sommerfest teilnehme oder ohne mein Wissen für die Loslösung des Baskenlands von Frankreich demonstriere, als ein weißhaariges, spindeldürres Männchen wie ein Wurfgeschoss von einem Tross tanzender Männer zur Seite geschleudert wird und mit voller Wucht in meine linke Flanke prallt.
„Aïe, faut faire gaffe, putain!“, schreit er den feierwütigen Jugendlichen hinterher, was an dieser Stelle unübersetzt bleiben soll, mir jedoch augenblicklich klar macht, dass ich mit meinem Französisch bei ihm weiterkomme.
„Versuchen Sie erst mal, ein Postrad hier hindurch zu schieben“, merke ich an, als wir unsere Seiten massieren, er seine rechte, ich meine linke.
„Mein Gott, wohin wollen Sie denn mit diesem Ding?“
„Einmal um Frankreich herum. Ich bin schon so oft hier gewesen – in La Rochelle, Le Puy und Lorient, in Metz, Narbonne und Orléans, in Paris, Pau und Perpignan – dass ich Frankreich inzwischen besser kenne als Deutschland. Doch je öfter ich herkomme, desto weniger weiß ich von eurem Land! Darum will ich es dieses Mal anders kennenlernen, von seinen Rändern her. Was feiert ihr da eigentlich?“
„Keine Ahnung“, sagt er reflexartig, um sofort darauf loszuprusten. „Mann, ich weiß es wirklich nicht! Es gibt bestimmt einen Anlass für das hier. Aber soweit ich mich erinnere, ist es seit siebenundzwanzig Jahren halt so, dass der Bürgermeister zum Fest einlädt, und alle machen mit.“

Die Franzosen haben sie also nicht verloren, denke ich erleichtert, die Augenblicksbezogenheit und die Gabe, aus den Umständen das Beste zu machen, die mich noch bei jedem meiner bislang vierzig Frankreichaufenthalte beeindruckt hat! Meine stetig wachsende Leidenschaft für alles Französische hat mir manche Diskussion mit kulturgeschockten Frankreichbesuchern eingebracht, die von der vermeintlichen Arroganz der Franzosen abgeschreckt wurden. Ein nicht geringer Teil von mir findet sich nämlich im Spielerischen und im (Lebens-)Künstlerischen wieder, das man gern mit den Franzosen assoziiert. Und, ja: auch in der eigenbrötlerischen Schrulligkeit vieler Franzosen, dem zur Schau gestellten Individualismus und dem abgehobenen Künstlertum. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass es Frankreich in Zeiten, in denen der Massentourismus längst exotischere Ziele wie Marokko und Thailand bevorzugt, nicht länger mit spielerischer Lässigkeit schafft, sich als Mekka aller kultivierten Genussmenschen zu präsentieren. Im Land selbst rangieren inzwischen sogar die Ungarn in Sachen Liebeskunst vor den eigenen Einwohnern. Die Ungarn!
Die Lust am Fabulieren und der Hang zur gezielten Übertreibung sind den Franzosen aber geblieben. Frankreichgeschädigte mögen anmerken, dass es gerade darum kein Wunder ist, dass ausgerechnet der Hahn zum Nationalsymbol des Landes avanciert ist, ein Tier also, das sich gern aufplustert und auch dann lauthals kräht, wenn es mit beiden Beinen im Mist steht. Aber im Ernst: Wer verzeiht das den Franzosen nicht, wenn er, wie ich, gerade in einer der schönsten Ecken Südfrankreichs unterwegs ist? Von den Bergspitzen der Pyrenäen, die sich halbkreisförmig im Südosten aufgestellt haben, scheinen Schneefelder Morsezeichen herabzublinken. Darüber sind Andeutungen von Wolken, fein wie Zuckerwatte, in den Himmel gestreut. Kirchturmspitzen lugen neugierig aus Talmulden, in denen sich reizende Dörfchen und ausgedehnte Gehöfte verstecken. Ich kann meinen Blick kaum von der Landschaft lösen.

Kurz vor Oloron-Sainte-Marie stürzt die Straße der Stadt entgegen und katapultiert mich direkt vor eine Herberge. Dort suche ich das hauseigene Restaurant auf – und treffe auf eine alte Bekannte.
Es war Liebe auf den ersten Blick, als wir das erste Mal in einer bretonischen Küstenkneipe aufeinandertrafen. Zuerst fand ich sie – ich war ja so jung – einfach nur süß. Dann aber offenbarte sie mir nach und nach ihr wahres Wesen, vertraute mir mehrere Geheimnisse an und stürzte mich in eine lang anhaltende Sehnsucht, die mich, wenn ich ehrlich bin, bis heute nicht losgelassen hat. Zuweilen ertappe ich mich gar bei dem Gedanken, dass mich all die anderen, auf die ich mich nach jener denkwürdigen Begegnung eingelassen habe, in Wahrheit nur an jenen Abend erinnern sollten. Und doch können sie niemals mehr sein als ein schaler Abklatsch, unfähig, mich auch nur in die Nähe der Intensität jenes ersten Mals zu führen.
„Île flottante“ – treibende Insel –, nennt sich die Köstlichkeit, von der hier die Rede ist. Ich war sechseinhalb, als wir uns begegneten. Der bretonische Kellner wusste nicht, was er auslöste, als er nach geglücktem Hauptgang einen tiefen Teller mit Vanillesoße vor mich stellte, aus dem ein kleiner Berg aus geschlagenem Eiweiß und reichlich Zucker ragte. Sorgsam darauf bedacht, den Löffel jeweils höchstens halb zu füllen, schiebe ich mir wie damals in der Bretagne die perfekte Mischung aus Eiweiß und Vanillesoße in den Mund und schlucke das Ganze schließlich mit dem Ausdruck höchsten Entzückens hinunter. Statt Straßen und Plätze nach Kriegsherren zu benennen, hätten die Franzosen so viele echte Helden zur Auswahl, die der Menschheit wahre Dienste erwiesen haben, denke ich, als wirklich kein Tropfen Soße mehr aus dem Teller herauszuholen ist. Der Kellner scheint meiner Meinung zu sein. Verständnisvoll zwinkert er mir zu, als er unaufgefordert eine zweite Portion „schwimmende Insel“ auf den Tisch stellt.

Die Katastrophe von Rouen
Leider sind in Frankreich nicht alle Mahlzeiten ein kulinarischer Hochgenuss. Genau wie die Liebesbereitschaft der Damen, der Baguettekonsum und die Anzahl der Baskenmützen wird auch die Qualität des französischen Frühstücks gern überschätzt. Meist reicht man mir morgens nur zwei Scheiben Toastbrot, ein Flugzeugpäckchen Butter und einen Klecks Marmelade zu einem wässrigen Kaffee oder einer dickflüssigen Schokolade. Vielleicht liegt die Lösung, aus diesen knapp bemessenen Zutaten etwas Brauchbares herzustellen, ja wirklich in der Eigenart der Franzosen, den bestrichenen Toast so lange ins Getränk zu tunken, bis er sich in eine klebrige, schwammartige Masse verwandelt hat und eine feine Schicht aus Fett und Marmelade an der Oberfläche des Getränks schwimmt. Ich bringe das schlichtweg nicht fertig.
Dabei hätte ich es dringend nötig: Als ich mein Postrad westlich aus Rouen lenke, fühle ich mich in den späten Abend versetzt, obwohl es noch früh am Mittag ist. Das Sonnenlicht besitzt in Nordfrankreich keinen klaren Fokus; es umhüllt Dinge eher, statt sie zu erhellen. Aber trotzdem: Ist das hier noch Rouen, ist das noch die Normandie, oder bereits Mordor, das dunkle Schreckensreich aus „Der Herr der Ringe“? Parallel zu den rostigen Schienen eines Industriegebiets, auf denen Güterzüge entlang kriechen, folge ich dem Verlauf einer pitschnassen Asphaltstraße. Lastwagen mit stinkender Ladung überholen mich so eng, dass mein linker Ellbogen ihre rechte Wand entlang streift. Überall um mich herum verpesten Fabrikanlagen die Luft. Das Gehupe der Lastwagen bringt das Postrad unter mir zum Beben, die Güterzüge schreien in jeder Kurve auf, als fahre ein Riese mit Kreide über eine gigantische Schreibtafel. Zu allem Überfluss sammeln direkt über mir pechschwarze Wolken Energie für eine Entladung von Kraft und Wut.

Just in diesem Moment bahnt sich die Katastrophe an. Ein Lastwagen überholt mich noch etwas dichter als seine Vorgänger. Ich spüre, wie mein linker Ellbogen auf hartes Metall stößt und reiße vor Schreck den Lenker meines Postrads nach rechts. Noch während ich über den ungewöhnlich hohen Bordstein rumpele, fällt mein Blick auf die direkt dahinter liegenden Glasscherben. Einen absurden Augenblick lang genieße ich die Sicht auf die scharfkantigen Kunstwerke, die den Boden sprenkeln. Gewaltige Wolken spiegeln sich darin wie die Nacht selbst – als sei Darth Vader allzu nah an einen zerbrochenen Spiegel getreten. Gleichzeitig weiß ich, dass es bereits zu spät zum Ausweichen ist. Mit allen drei Rädern fahre ich direkt in den Scherbenhaufen hinein. Ich höre ein entsetzliches Knirschen unter mir und sofort darauf ein lautes „Pffft“, einer Lokomotive gleich, die in der Ferne Dampf ablässt. Glas stiebt nach allen Seiten davon. Meine Hände krallen sich um die Bremse. Ich lasse ein gutes Zehntel meiner Reifenmäntel als spektakuläre Gummispur auf der Straße zurück und komme vier Meter hinter dem Tatort zum Stehen. Dort stoße ich einen international verständlichen Fluch aus, steige ab und öffne meinen Rucksack, um an das Flickzeug zu gelangen.
Das gibt’s doch nicht! Meine Funktionskleidung, mein treues Minizelt, der speziell für diese Reise erworbene Schlafsack, der heute Vormittag aufgefüllte Proviant: All das schwimmt in einer zähen Suppe aus Wasser, das eine ungute Koalition mit dem Schmutz der vergangenen fünf Wochen eingegangen ist. Halb aufgelöste Brot- und Käsereste, Ölrückstände und Kugelschreiber treiben darin umher. Vermutlich habe ich den Zwischenfall meinem allzu ruckligen Satz über den Bordstein zu verdanken. Erneut fluche ich wie ein Rohrspatz, dieses Mal auf Französisch, was eindeutig besser klingt, mir aber leider auch nicht weiterhilft.

Es bleibt mir nichts anderes übrig, als meine Siebensachen zurück in den Rucksack zu stopfen und mein Postrad anschließend durch das Industriegebiet zu schieben – zurück in die Innenstadt von Rouen. Als ich gerade die ersten beiden Schritte getan habe, wirft mich die Wucht eines Donnerhalls beinahe zu Boden. Einen Wimpernschlag später bricht aus den Wolkengebirgen über mir ein Niederschlag heraus, der seinem Namen alle Ehre macht. Wie eine Wand stürzt der Regen auf die Erde herab. Keine Minute später bin ich durch die Jacke, den Pullover und das T-Shirt hindurch nass. Regenfäden seilen sich meinen Rücken hinab, Rinnsale kriechen in meine Achseln. Vier Stunden Fußmarsch liegen vor mir. Reisen „wie Gott in Frankreich“ sieht anders aus.
Genau in diesem Moment aber erwacht ein kindlicher Trotz in mir. Wer bin ich eigentlich, dass ich mich von einer blöden Regenwolke aufhalten lasse? Ich merke erstaunt, dass ich schwungvoller ausschreite. Nach einem Dutzend Querstraßen und drei Abzweigungen gelange ich zu einem Geschäft, über dessen Eingang ein elegantes Mountain Bike gemalt ist. Dort würde ich einen Ersatzschlauch finden. Hallo mein Schutzengel, denke ich noch, ehe ich in den Laden hechte, wie schön, dass du wieder im Dienst bist.
Zurück auf Anfang
Ähnlich wie in Rouen ist es mir auf meiner Tour de France oft ergangen. Kein Wunder: Ich suche ja bewusst den Kontrollverlust und empfinde es als befreiend, dass ich mittags nicht weiß, wo ich abends sein werde. Ich gebe den Dingen die Gelegenheit, mich zu überraschen, und das ist vermutlich eine sehr französische Art zu reisen. Solchen Gedanken nachhängend, fahre ich am letzten Tag meiner Frankreichumrundung südwärts, bis eine Insel im Atlantik auftaucht, die über eine gigantische Brücke mit dem Festland verbunden ist. Am diesseitigen Ufer kann ich die ersten Dächer einer Großstadt erkennen. La Rochelle.

Von diesem Anblick angespornt, brause ich voran, als hätte ich mich in einen quietschgelben Eisenspan verwandelt und würde von einem überdimensionierten Magneten angezogen. Ich fliege dem Ausgangspunkt und Endziel meiner Tour de France regelrecht entgegen.
Wenig später falle ich La Rochelle in die Arme. Als ich das Ortsschild passiere, nehme ich die Hände vom Lenker, schicke das Postrad unter mir auf einen Schlingerkurs und gebe Ausrufe des Entzückens zum Besten, bis sich eine ältere Dame der Kategorie PPH, passera pas l’hiver („wird den Winter nicht überstehen“), mehrmals an die Stirn tippt.
Ein Radwegsystem führt mich kurz darauf durch die lang gezogenen Grünanlagen der Stadt und setzt mich schließlich auf dem Areal des alten Hafens ab, wo meine abenteuerliche Frankreichumrundung vor sieben Wochen ihren Ausgang genommen hat. Ich habe acht Kilogramm Körpergewicht und einige Vorurteile gegenüber den Franzosen verloren, unzählige Bekanntschaften gemacht und Orte aufgesucht, deren Namen ich bis heute nicht aussprechen kann. Frankreich habe ich als Mosaik unterschiedlichster Traditionen, Mentalitäten und Dialekte kennengelernt.
Was eint diesen Flickenteppich? Vielleicht nur ein Gefühl, eine Lebenseinstellung: Sie besagt, dass man, statt verbissen und effizient einem Ziel hinterherzujagen, auch darauf bedacht sein darf, den eigenen, sich ständig ändernden Weg dorthin zu genießen. Seit jeher gilt meine Sympathie den verschrobenen, in der falschen Zeit umherirrenden Lebenskünstlern, die sich diese Devise zu eigen machen.
Einer dieser Lebenskünstler ist soeben mit einem Postrad um Frankreich herumgefahren. Manchmal, in Ausnahmefällen, behalten die Traumtänzer recht.
Thomas Bauers „Tour de France“
Anreise: mit Air France über Paris nach Bordeaux und dann per Zug nach La Rochelle
Tour: Von La Rochelle die Atlantikküste südwärts bis Bayonne, den Nordrand der Pyrenäen entlang über Lourdes, Toulouse und Carcassonne bis nach Marseille, nördlich über Lyon bis nach Strasbourg, durch die Champagne bis nach Rouen und durch die Normandie und die Bretagne wieder zurück nach La Rochelle
Kosten: bei Übernachtung auf Campingplätzen und in einfachen Pensionen ca. 2.500 Euro
Thomas Bauers Geheimtipps
• „Palais Idéal“: 32 Jahre baute Briefträger Ferdinand Cheval an einem Palast. Täglich nahm er dafür auf seinem Arbeitsweg einen besonderen Stein, einen Kiesel, eine Muschel oder Ähnliches mit. Sein originelles und eigensinniges Bauwerk in Hauterives bei Lyon steht inzwischen unter Denkmalschutz.
• Jugendherberge Cancale: Wer sich nicht scheut, das Zimmer mit anderen zu teilen, bekommt im bretonischen Ort Cancale nicht nur eine neue Jugendherberge geboten, sondern obendrein einen Blick über eine reizende Bucht und einen Teil des Atlantiks bis zum Wahrzeichen Nordfrankreichs, dem Mont-Saint-Michel.
• Sault: Für Nichtfranzosen ist dieses Dörfchen in der Provence ebenso schwer zu erreichen wie auszusprechen. Die etwas mühsame Anreise – Sault liegt fernab der gängigen Reiserouten – lohnt sich aber: Vom Dorfplatz auf 800 Metern Höhe blickt man weit hinab in ein Tal voller Lavendel bis zum Mont Ventoux.

Bloß nicht!
• Mit französischen Brocken um sich werfen: „Schö mapell Thomas“ und „Kokowääh“ kommen bei unseren westlichen Nachbarn nicht gut an. Wer nicht passabel Französisch spricht, wechselt besser zu Englisch oder Spanisch – und wird erstaunt sein, dass viele junge Franzosen eine dieser Sprachen gut beherrschen.
• In Strandnähe essen gehen: Bei touristisch erschlossenen Küstenstädten ist ein Restaurantbesuch umso teurer, je näher am Strand man isst. Oft gibt es eine Querstraße weiter dasselbe Menü für zwei Drittel des Preises.
• Einen „Café au Lait“ bestellen: Die Verwendung von Schulfranzösisch ist für jeden Kellner ein untrügliches Zeichen dafür, dass er es mit einem Touristen zu tun hat, der weder die hiesigen Gepflogenheiten noch das vorherrschende Preisniveau kennt. Stattdessen besser mit an Verachtung grenzender Lässigkeit „un crème“ bestellen. Dann zahlt man den korrekten Preis.
Das Liegerad als Lastenrad: ICE Sprint X Cargo

Dass das Lastenrad auch auf drei Rädern Einzug hält, zeigt das Sprint Cargo von deutschen ICE-Importeur Icletta.
Der Aufbau ist eigentlich einfach: Das Modell Sprint Cargo hat statt des Hinterrads quasi einen Gepäckträger auf einem Rad montiert. Das ist ein Modul von Xtracycle, das ansonsten aus Zweirädern ein Transportrad macht. So entsteht aus dem ICE Sprint X Cargo von Icletta, ein langes Dreirad, das Kirk Seifert, Geschäftsführer der Firma Icletta, mit einem Edelkombi aus dem Autobereich vergleicht: Ein Fahrzeug, das nicht auf Maximalladung, sondern einen guten Kompromiss von Transport, Fahrspaß und Image angelegt ist.

Der Edelkombi unter den Dreirädern überrascht mit flotten Fahreigenschaften: Die Kraftumsetzung ist trotz des langen Radstands von 140 Zentimetern sehr direkt, bei hohen Geschwindigkeiten, die durchaus auch mit „Anhang“ drin sind, läuft das Cargo durch den langen Radstand sogar noch ruhiger. Aber auch der Kurvenspaß bleibt erhalten, selbst bei abrupten Einlenken zieht das Tieflieger-Trike (zwanzig Zentimeter Sitzhöhe) sauber seine Spur und macht Lust auf mehr – auch auf mehr Gepäck: 50 Kilogramm Zuladung dürfen es sein. Dabei ist die Art und Weise des Transports durchaus variabel. Als Standard gibt’s Taschen links und rechts, oben eine plane Kunststoffplatte. Über Used, dem deutschen Vertreiber des Xtracycle-Moduls, kann man weiteres diverses Zubehör bestellen, das den Gepäckträger zum Beispiel für Sperriges – dazu gibt es seitlichen Abstellflächen – ausstattet.

Und wenn das Transportrad selbst transportiert werden soll, lässt sich das Sprint X Cargo lässt sich falten wie sein kleiner Bruder: Sitz abnehmen, Faltscharnier öffnen und Hinterbau komplett nach vorne klappen. Mit 3.990 Euro ist man dabei.
Text/Fotos: Georg Bleicher
Smart-GPS: neue Garmin Edge 810 und Edge 510 mit Bluetooth

Die Grenzen zwischen Smartphone und GPS-Gerät verwischen zusehends. Während einige konsequent auf die flexible Android Plattform als Basis für ein Outdoor-GPS-Gerät setzen (siehe unseren Test des takwak tw 700), gehen andere den Weg der engeren Verbindung von Smartphone und GPS-Gerät. Auf der Elektronikmesse CES, die gestern in Las Vegas öffnete, stellt Garmin laut eigenen Angaben zwei neue GPS- Radcomputer-Serien vor: den Garmin Edge 510 und den Garmin Edge 810. Beide besitzen Farb-Touchscreens und lassen sich via Bluetooth und mit der Garmin Connect Mobil App mit dem Smartphone koppeln. Das ermöglicht bei vorhandener Internet-Verbindung neue Online Funktionen wie Live-Tracking, Wetter- Infos in Echtzeit, automatisches Hochladen der gefahrenen Strecke zu Garmin Connect oder die Übertragung von Strecken aus Garmin Connect aufs GPS-Gerät. Die neuen GPS-Radcomputern sind die Nachfolger der erfolgreichen Modelle Edge 500 und Edge 800 vor. Das Gewicht gibt Garmin mit knapp 80 (Edge 510) bzw. 98 Gramm (Edge 810) an.
Die wichtigste Neuerung beider Modelle sind diverse Online-Funktionen dank Konnektivität mit dem Smartphone oder Tablet PC über eine Bluetooth-Schnittstelle. Über die Internetverbindung des Smartphones lassen sich etwa Echtzeit- Wetter und sogar Live-Tracking direkt am Gerät nutzen. Mit Hilfe der zum Verkaufsstart ebenfalls neu erscheinenden Garmin Connect Mobile App (kompatibel mit Android und iOS: iPhone 4, 4S, 5 und demnächst auch iPad) können außerdem unterwegs Touren online gesucht und auf dem Edge 510 oder 810 übertragen werden. Andersherum lassen sich absolvierte Trainingseinheiten oder Rennergebnisse automatisch auf Garmin Connect hochladen und mit Trainern, Mannschaftskameraden, Trainingspartnern, Freunden oder der „ganzen Welt“ teilen.
Bei beiden Modellen wurde das User Interface komplett überarbeitet. Geblieben ist die einfache Menüführung. Hinzu kamen individuell konfigurierbare Aktivitäts- und Fahrradprofile, für den schnellen Wechsel zwischen Display-, Daten- und Geräte- Einstellungen je nach Rad und/oder Aktivität.

Gegenüber seinem Vorgänger kommt der Garmin Edge 510 jetzt mit einem farbigen und 25 Prozent größeren Touchscreen-Display. Verbessert wurde auch die Darstellung von Strecken und Tracks auf dem Display, bewusst verzichtet der 510 aber auf eine Kartendarstellung.
Edge 810
Der Edge 810: er kann nicht nur Karten auf seinem brillanten Farb- Touchscreen-Display anzeigen, er eignet sich jetzt auch für Garmins ActiveRouting Technologie, die wir im aktuellen Heft ausführlich getestet haben. Mit Hilfe geeigneter digitaler Landkarten (z.B. Topo Deutschland 2012 Pro oder TransAlpin 2012 Pro) ist das Gerät in der Lage, Streckenvorschläge gemäß einer gewünschten Aktivität zu machen (z.B. Fahrrad/Rennrad, Tourenrad, Mountainbike, aber auch Wandern oder Bergsteigen)
Die neuen GPS-Radcomputer kommen voraussichtlich ab Februar 2013 in verschiedenen Versionen mit und ohne Zubehör (Herz- und Trittfrequenzsensoren) bzw. Kartenmaterial in den Fachhandel. Ohne Zubehör gibt es den Garmin Edge 510 bereits zu einem unverbindlichen Verkaufspreis von 299 Euro, den Edge 810 für 449 Euro. Optional erhältliche gummierte Schutzhüllen (9,99 Euro UVP) schützen die Geräte perfekt und bringen Farbe an den Lenker. Außerdem gibt es beide Modelle auch in diversen Bundles mit Zubehör bzw. Karten:
- Garmin Edge 510 Bundle, mit Sensoren, zwei Halterungen (Standard + Aero-Halterung): 369,– Euro (UVP)
- Garmin Edge 810 Bundle, mit Sensoren, zwei Halterungen (Standard + Aero-Halterung): 529,– Euro (UVP)
Quelle: jg/PR
Fotos: Garmin
Touren extrem über den Baikal – Experten-Tipps zum Radfahren bei Eis und Kälte
In RADtouren 1/13 berichten Waltraud Schultze und Andreas von Heßberg über ihre Extremreise über den zugefrorenen Baikalsee. Das Mountainbike-Expeditionsteam hat dabei Temperaturen unter minus 45 Grad Celsius getrotzt und ist über 1.000 Kilometer auf Eis geradelt. Die Diaschau oben zeigt Aufnahmen der verschiedenen Zustände von Eis, die die beiden Extremradler besonders faszinierend fanden.
Ihre Tipps für das Radfahren im Winter bei Eiseskälte verraten sie hier. Wer die Reise über den Baikalsee in ganzer Pracht erleben will, sollte eine der Diaschauen besuchen, für die das Mountainbike Expeditionsteam den Long Distance Biker Award 2012 erhielt.
Tipps zum Radfahren bei Minusgraden
Unter minus 30 °C wird der Schutz vor der Kälte, vor Erfrierungen und Verletzungen sehr wichtig. Daher sind hier ein paar Tipps aus eigenen Erfahrungen von mehreren Aufenthalten in eisigen Temperaturen gegeben. Wichtig zu beachten ist, dass man vor allem dann friert wenn man (i) nicht genug gegessen hat, (ii) sich zu sehr körperlich verausgabt hat oder (iii) müde oder krank ist. Es ist daher äußerst wichtig, diese Faktoren vor allem durch umsichtiges Verhalten zu minimieren.
Das Atmen fällt bei extremen Minusgraden nicht nur schwerer, weil die kalte Luft im Rachen und in der Lunge brennt, sondern die kalte Luft kann die Lungenbläschen auch direkt schädigen. Eine Kälteschutzmaske empfehlen wir denjenigen, die unter minus 20 °C stark anstrengende Tätigkeiten bewältigen wollen. Bei leichten Tätigkeiten (beispielsweise langsames Radfahren auf dem Eis) ist eine Maske ab minus 30 °C notwendig und bei Temperaturen von unter minus 40 C gehört sie zur permanenten Grundausrüstung. Entscheidend ist auch der Grad der Adaption an die Kälte. Die Adaption ist in ungefähr nach 7 bis 10 Tagen weitestgehend erfolgt. In Sibirien haben wir bei minus 50 °C gesehen, dass einige der einheimischen Russen ihren Mund und Nase mit einem Schal schützen, andere aber allem Anschein auch ohne diesen Schutz auskommen. Wichtig ist die Beachtung des Chill-Faktors, dem windbedingten Auskühlungseffekt auf der Haut.
Wichtig bei tiefen Temperaturen ist die Benutzung eines Vapour Barrier Liners, der 0.5 bis 0.8 Liter Wasser, die man Nachts ausschwitzt, in Dampfform innerhalb auffängt und nicht in das Schlafsackmaterial weiterleitet. Nach dem Aufstehen sollte man sofort die Innenseite des Nylon-Inletts nach außen wenden und ausschütteln. Andernfalls kondensiert und friert die Schwitzfeuchtigkeit innerhalb des Inletts.
Schwitzen verbindet man in gemäßigten Temperaturen immer mit einer gewissen Duftnote. Das ist jedoch nicht so in der Kaltluft, wo die Buttersäure-produzierenden Bakterien nicht arbeiten. In der Arktis kommt man daher selbst viele Wochen (rein theoretisch ja sowieso) ohne eine Dusche aus. Der sich bildende Fettfilm auf der Haut schützt diese sogar zusätzlich vor Kälte und Sonnenbrand, den es auch in der Arktis schnell geben kann. Im Gesicht ist das Eincremen mit einer wasserfreien Creme (beispielsweise auf Bienenwachsbasis oder Fett) wichtig. Bewegungen (radfahren, laufen) sollten so ausgeführt werden, dass man kommplettes Nass-Schwitzen verhindert. Also langsam!
Frostbeulen sind nicht immer nur auf einen plötzlichen Kälteschock zurückzuführen. Sie können auch schleichend über viele Tage und Wochen entstehen, wenn das Gewebe lokal immer wieder unterkühlt wird und dadurch irgendwann geschädigt ist. Noch bevor eine wassergefüllte Frostbeule entsteht, sollte man mit Salbe behandeln, damit das Gewebe lokal stärker durchblutet wird. Eine vom Frost geschädigte Stelle nicht sofort zu stark aufwärmen, erst recht nicht mit heißem Wasser. Das Gewebe muss sich langsam wieder an eine höhere Temperatur gewöhnen. Biologisch gesehen ist eine Frostschädigung gleichbedeutend mit einer Verbrennung.
Kalte Finger, wenn man zum Beispiel beim Lageraufbau oder Kochen die Überhandschuhe ausziehen musste, sollte man sofort an warmen Körperstellen (Hals, Leistenregion, Bauch) aufwärmen. Handschuhe, die man nur kurz ausgezogen hat, stets unter der Jacke warmhalten.
Verletzungen (beispielsweise Schnittwunden), die der Kälte ausgesetzt sind, haben Probleme sich schnell zu schließen. In der Kälte ist die Wundregeneration stark verlangsamt. Das Regenerationsgewebe muss daher wenn möglich mit entsprechenden Salben und Mullbinden vor der Kälte geschützt werden. Bei tiefen Temperaturen ist die Wahrscheinlichkeit von Wundinfektionen geringer, weil die polare Kaltluft weniger Infektionskeime mit sich führt.
Der Umgang mit Flüssigkeiten erfordert bei tiefen Temperaturen immer besondere Vorsicht. Sowohl heißer Tee, als auch kaltes Wasser, und besonders das Benzin/Kerosin vom Kocher führen zu akuten Erfrierungen, sollten die Flüssigkeiten mit der Haut in Berührung kommen. Dabei ist das kalte Benzin/Kerosin durch die eigene Verdunstungskälte am gefährlichsten, denn bei Lufttemperaturen von minus 40 °C kommen noch einmal etwa 5 °C bis 10 °C Verdunstungskälte auf der Haut hinzu. Das Umfüllen von Tee in die Thermoskanne oder das Auffüllen der Brennstoff-Flasche sollte daher immer ohne Hektik und gut geübt sein, und nie ohne Handschuhe erfolgen. Die zu befüllende Flasche sollte immer stabil im Schnee stehen und nur mit einer Hand eingegossen werden – nicht mit der anderen Hand festhalten, und sich dann womöglich über die Finger gießen, wenn mal was daneben geht.
Nach der täglichen Schufterei bei Kälte und Wind ist das Kochen und Essen ein Akt der Entspannung, auch für denjenigen, der nur zuschaut. Zudem beugt eine gute Ernährung auch Erfrierungen vor. Trotzdem erfordert er bei tiefen Temperaturen eine gewisse Konzentration auf folgende Punkte: Metallgegenstände (Thermoskannen, Töpfe, Kocher, Messer, Werkzeug) nie mit nackten Händen anfasst, da das Metall sehr kalt sein kann und sofort unangenehme Erfrierungen entstehen können.
Stichpunkte zur Winterausrüstung
Wir verwendeten unsere bewährten Reiseräder, die für die Wintertour jedoch etwas modifiziert wurden:
Reifen: Schwalbe Ice Spiker pro 2.5“ mit 361 Alu-Carbid-Spikes pro Reifen
Hinterradbremse (V-Brake): wurde abmontiert und blieb zuhause, es war zu wenig Platz zwischen Bremszug und dem Spikesreifen. Die zweite Bremse haben wir auf der Tour auch nicht vermisst…
Schaltung: Rohloff-Nabe, mit Spül-Öl befüllt um die Schaltfähigkeit bei sehr tiefen Temperaturen zu gewährleisten.
Anhänger: Extrawheel Voyager für den Transport von volumigen, aber leichten Ausrüstungsgegenständen (z.B. Schlafsack, Daunenjacke). Andy bastelte noch einen Gepäckträger an den Anhänger und konnte so vier weitere Packtaschen montieren, Waltraud baute sich ein System mit Spanngurten zur Montage zweier Rackpacks.
Schlaufe am Rahmen zum Schieben und ziehen, die sich schon in Tibet bewährte.
Die verwendete Winter-Ausrüstung hatten wir im Wesentlichen schon komplett, und auf anderen Kälte-Touren oder in großer Höhe bereits verwendet (siehe auch Grönland-Tour, Tibet, Projekt 7000). Ein paar wichtige Überlegungen bezüglich der Ausrüstung waren:
Zelt: Winterzelt, sollte Snow-Flaps haben (z.B. Rejka Akjer). Standard-Zeltschnüre ausgetauscht gegen reißfeste Reepschnur.
Kocher: Expeditionstauglicher Kocher ist lebensnotwendig. Kocher sollte einfach (mit Handschuhen!) zu bedienen sein, und auch minderwertiges russisches Benzin verarbeiten können (z.B. Primus Multifuel EX). Die selbstgebaute Kochkiste erlaubte uns, gleichzeitig Eis zu schmelzen und zu kochen.
Thermoskanne: Um geschmolzenes Wasser tagsüber warm zu halten, verwendeten wir großvolumige (1.5L und 1.7L) Thermoskannen.
Fußbekleidung: Für uns hat sich bewährt, ohne Hartschalenstiefel unterwegs zu sein. Filzstiefel (z.B. russische walenki) oder Fellstiefel sind gut, weil die Fußsohle weich ist und daher der Fuß in Bewegung bleibt und weniger schnell kalt wird. Gute, feuchtigkeitsabweisende Untersocken und darüber warme Wollsocken haben unsere Füße gut warm gehalten.
Und: die Strecke der Touren über den Baikal als Google Earth .kmz-Datei zum DOWNLOAD
Text/Fotos: Andreas von Heßberg, Waltraud Schulze
Römer-Lippe-Route: Römer-Kultur und Wasser-Erlebnis
Die Lippe, der längste Fluss Nordrhein-Westfalens, lockt mit einer bewegten Vergangenheit und lädt ein zu einer Entdeckungsreise von historischem Format. Sie hat die Gebiete und Bewohner entlang ihrer Ufer zu allen Zeiten nachhaltig geprägt und schon die Römer erkannten ihre Bedeutung. Die flussbegleitende Römer-Lippe-Route ist ein Radfernweg höchster Qualität und das neue Reiseziel für Radwanderer, Naturliebhaber und alle Besucher, die sich für Römerkultur, Wassererlebnis und europäische Historie begeistern können.

Die 295 Kilometer lange Route beginnt am Hermannsdenkmal in Detmold, begleitet die Lippe von der Quelle bis zur Mündung in den Rhein und verbindet bis zu ihrem Zielpunkt in Xanten spannende Römerstätten mit wohltuend grünen Auenlandschaften und historisch reizvollen Innenstädten. Neben der Hauptroute, die die landschaftlich attraktive Seite der Römer-Lippe-Route präsentiert, kann je nach Interesse einer alternativen Streckenführung über eine oder mehrere der elf sogenannten „thematischen Wegeschleifen“ gewählt werden. Diese insgesamt 154 Kilometer langen Runden eignen sich in Verbindung mit den jeweiligen Abschnitten der Hauptroute ideal für Tagesrundtouren auf dem Rad.
Die neue Römer-Lippe-Route verbindet die spannenden Fundstellen früherer Römerlager mit Römermuseen und speziellen Rast- und Aussichtspunkten. Sie folgt den Spuren der Römer und macht anhand fundierter Informationstafeln die römische Geschichte lebendig. Sie führt aber auch an Orte, an denen der Fluss und die Natur nachhaltig wirken: Vom „Auge Odins“ über einladende Badeseen, beeindruckende Wasserkunstwerke, ursprüngliche und renaturierte Auen sowie entlang flussbegleitender Kanäle und mächtiger Schleusen – das Wasser und themenbezogene Informationstafeln sind ständige Begleiter auf dieser Radreise.
Für eine Reise auf der gesamten Route empfiehlt sich die Fahrtrichtung von Ost (Detmold) nach West (Xanten). So bringt man die wenigen Steigungen des Teutoburger Waldes zu Beginn der Tour hinter sich und folgt ab Bad Lippspringe in weitestgehend flachem Verlauf der gemächlichen Fließrichtung der Lippe von der Quelle zur Mündung. Vielfältige Möglichkeiten zur Unterkunft und Einkehr finden sich überall an der Strecke, sodass die Etappenlängen ganz individuell an persönliche Wünsche angepasst werden können. Die Römer-Lippe-Route ist als sportliche Herausforderung in drei Tagen, als entspannte Genussradtour in etwa fünf Tagen oder als lehrreiche Entdeckertour mit ausreichender Zeit für Besuche der zahlreichen Höhepunkte entlang der Strecke in einer Woche zu bewältigen.
Routeninfos
Strecke: Insgesamt 449 Kilometer (Hauptroute 295 Kilometer, Wegschleifen 154 Kilometer) von Detmold bis Xanten durch den Teutoburger Wald, das Sauerland, das Münsterland, das Ruhrgebiet und den Niederrhein.
Streckenführung: Relativ flaches Profil (Höhenunterschied zwischen Hermannsdenkmal und Lippequelle ca. 250 Meter). Wegführung entlang der Lippe. Gesamtstrecke ist durchgängig mit Orts-, Kilometerangaben und Routenlogos ausgeschildert.
Sehenswürdigkeiten (Auswahl): Detmold: Hermannsdenkmal; Delbrück, Oberaden (Bergkamen) und Anreppen (Delbrück): Römerlager; Haltern am See: LWL-Römermuseum; Xanten: Römerstadt mit LVR-Archälogischem Park; Bad Lippspringe: Lippequelle; Dolberg (Ahlen), Dorsten, Hamm und Wesel: Lippefähren; Hamm: LIFE-Projekt; Hamm, Datteln, Flaesheim (Haltern am See), Dorsten und Hünxe: Schleusen; Wesel: Lippemündung.
Routenplanung: Römer-Lippe-Route: Von Detmold nach Xanten, Verlag Esterbauer (erscheint im Juni 2013),
Römerroute: Xanten – Detmold. Radwanderführer 1:50.000, BVA Bielefelder Verlag.
GPS-Daten: auf Anfrage über info@roemerlipperoute.de
Weitere Informationen:
Kooperationsgemeinschaft „Römer-Lippe-Route“
c/o Ruhr Tourismus GmbH
Centroallee 261
46047 Oberhausen
Tel.: (01805) 18 16 20 (14 Ct./Minute aus dem dt. Festnetz, Mobilfunkpreise max. 42 Ct./Minute)
E-Mail: info@roemerlipperoute.de
www.roemerlipperoute.de


Radreise Canal du Midi: GPS-Daten und Infos kompakt




Verschlafene Dörfer, kulinarische Spezialitäten und ein Unesco-Weltkulturerbe: Das und mehr bietet der Fahrradweg entlang des Canal du Midi, einer der schönsten Wasserstraßen Europas, die auf gut 240 Kilometern von Toulouse Richtung Mittelmeer plätschert. 1996 wurde der Kanal zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannt und zieht jährlich viele Besucher an – sei es, um auf einem Hausboot zu schippern, ihn zu erwandern oder wie wir Fahrradtouren an seinen Ufern zu unternehmen. Der Reisebericht von Bernadette Olderdissen steht in RADtouren 1/14. Hier finden Sie kompakte Infos und die GPS-Daten unserer Radreise am Canal du Midi.
Gefahrene Route
1. Toulouse – Montesquieu-Lauragais – Avignonet-Lauragais ca.48km
2. Avignonet-Lauragais – Castelnaudary ca.20km
3. Castelnaudary – Bram – Carcassonne ca.49km
4. Carcassonne – Marseillette – Homps – Le Somail ca.61km
5. Le Somail – Narbonne – Le Somail ca.30km
6. Le Somail – Capestang – Béziers ca.44km
7. Béziers – Agde ca.25km
8. Agde – Marseillan – Mèze – Bouzigues ca.32km
9. Bouzigues – Sète 16km
Gesamt : 325km
Streckencharakter & Ausrüstung
Ab Toulouse wird der Radler erst mal mit asphaltierten Fahrradwegen verwöhnt, doch den größten Teil der Strecke gibt es überwiegend Schotterpisten, die es mit Fußgängern/Wanderern zu teilen gilt. Streckenweise sind die Wege eng und von Gräsern bewachsen, manchmal müssen Radfahrer für wenige Kilometer eine Landstraße nutzen. Meist ist gut ausgeschildert, wann der Radler von einem aufs andere Ufer überwechseln sollte, ansonsten folgt man einfach immer dem Kanal. An allen Häuschen der Schiffsschleusen befinden sich Kilometerangaben bis zur nächsten Schleuse, an einigen findet man Trinkwasser, an anderen werden gekühlte Getränke und lokale Produkte (z.B. Obst) verkauft. Die Strecke ist bis auf wenige Ausnahmen flach, zu rechnen ist allerdings zu jeder Jahreszeit mit starkem Wind, je näher man dem Meer kommt. Für die Tour eignet sich jedes tourentaugliche Rad mit guten Reifen, am besten aber ein Mountainbike wegen der steinigen Wege.
GPS-Daten
Radreise Canal du Midi: GPS-Daten DOWNLOAD .gpx-Track der Autorin

Kaufberatung Reiserad: Darauf sollten Sie achten, wenn sie ein Rad für die Reise suchen
Was ist ein gutes Reiserad? Und wieviel darf es kosten. Die Antworten finden Sie hier in unserer Kaufberatung. Sie ergänzte den Test von 11 aktuellen Reiserädern ab 1.200 Euro.
Erstmals haben wir dabei bei einem Fahrradtest eine Bewertung nach Punkten in einzelnen Kategorien vorgenommen, die einen detaillierteren Vergleich der Räder erlaubt – und klar erkennbar macht, wenn zum Beispiel Testkandidaten trotz unterschiedlicher Endnoten für einen bestimmten Einsatzbereich dennoch gleich gut geeignet sind. Die Ergebnisse in der Übersicht finden Sie hier: Bewertung Reiseräder

Kaufberatung: Was ist ein gutes Reiserad?
Ein Reiserad ist ein Rad, mit dem man auch mehrwöchige Touren unternehmen kann. Eine platte Weisheit mit wahrem Kern. So lange man die Sachen, die man braucht, unterbringt, kann alles ein Reiserad sein – vom Rennrad plus Anhänger für Highway-Touren über das mit Gepäckträger aufgerüstete MTB für die Erkundung der heimischen Wälder bis zum 8-Gang-Damen-Citybike für Flusstouren. Kurz: Es lohnt sich, genau über die eigenen Reisevorhaben nachzudenken.

Deshalb sollten beim Kaufgespräch im Radladen die geplanten Touren ganz oben auf der Frageliste des Verkäufers stehen. Weil ein gutes Reiserad einen das ganze Leben begleiten kann, und weil man sicher lange Zeit am Stück in seinem Sattel verbringt, gilt für den Kauf: Beratung vor Ort und Probefahren sind ein Muss.
Wie Probefahren?
– lassen Sie sich das Rad vorher genau auf ihre Körpermaße und Sitzhaltung einstellen. Viele spezialisierte Reiseradhersteller sind Baukasten-Anbieter. Weil sie das passende Rad nach Wunsch aufbauen, kann man es nicht probefahren. Unbedingt empfehlenswert ist deshalb die Ermittlung der richtigen Sitzposition und Rahmenhöhe mit einem „Messrad“, wie es unter anderem Velotraum und Patria sowie manche Rahmenbauer anbieten.
– Bringen Sie ruhig eigene Packtaschen mit. Fahren Sie mit Beladung. Bei unseren Testfahrten zeigen sich dabei regelmäßig große Unterschiede. Auch, wie gut sich die Taschen mit ausreichend Fußfreiheit platzieren lassen, merken Sie sofort.
– Nehmen Sie sich Zeit. Vorbildlich ist, wenn der Verkäufer Ihnen einen Vorschlag für eine Testrunde machen kann.
Apropo Verkäufer: Wer im Radladen nach einem „Reiserad“ fragt, wird meist direkt zu einer bestimmten Radgattung geführt. Ein Indiz für Sachverstand ist, wenn sofort Räder mit einem sogenannten „Lowrider“ angesteuert werden, einem Gepäckträger für die Gabel. Denn: Ein Reiserad muss vor allem mit viel Gepäck gut umgehen können. Deshalb, und weil einseitige Beladung hinten die Fahreigenschaften stark verschlechtert, braucht das Reiserad für mehrwöchige Touren neben dem Gepäckträger den Lowrider. Denn ideal ist eine Lastenverteilung von einem Drittel vorne zu zwei Dritteln hinten. Ist der Lowrider nicht dran, sollte der Verkäufer eine Nachrüstmöglichkeit zumindest erwähnen – erkennbar an Ösen an den Gabeln.
Und was wiegen Sie?
Ein wichtiges Kaufkriterium, das im Gespräch gerne umschifft wird, ist das zulässige Geamtgewicht. Fragen Sie danach! Hiermit legt der Hersteller fest, was Rad, Fahrer und Gepäck zusammen wiegen dürfen. Überschreitet man die Grenze, entbindet das den Produzent von der Produkthaftung und Garantieleistung. Richtwert: Ein 90-Kilo-Fahrer braucht ein Rad mit 140-Kilo-Zulassung. Wer hohe Gesamtgewichte zulässt, hat in der Regel auch entsprechend belastbare Komponenten verbaut.
Stahl oder Alu?
„Stahl oder Aluminium?“ Über das Rahmenmaterial wird in Reiseradler-Foren viel diskutiert. Fakt ist: Stahl ist nachweislich nicht komfortabler. Die vielbeschworene Reparatur-Möglichkeit an jeder Ecke der Welt trifft nur auf dickwandige, unkonifizierte Rohre zu, wie sie nur noch an sehr günstigen Rädern zu finden sind. Solche Rohrsätze sind auch beim Transport weniger anfällig für Dellen. Tendenziell sind Alu-Rahmen fahrstabiler, weil der Werkstoff geradezu nach großen Rohrquerschnitten verlangt, die wiederum (auch bei Stahl) Stabilität bringen.
26 oder 28-Zoll?
Noch eine Grundatzfrage. 26-Zoll oder 28-Zoll-Laufräder? Weltumradler schwören auf 26-Zoll. Die stark strapazierten Laufräder sind durch den kleineren Durchmesser stabiler, die Auswahl bestimmter Zubehörteile (z. B. Federgabeln, Breitreifen) ist besser und Ersatzteile wie Reifen und Felgen sind weltweit leichter zu bekommen. Im direkten Vergleich trumpfen 28-Zoll-Räder im Bereich Komfort (Überrollverhalten) und Leichtlauf (großer Durchmesser) auf, während die 26-Zoller bei Beschleunigung (Gewicht) und Wendigkeit (kleiner Durchmesser) besonders punkten.
Was darf es kosten?
Die Qualität von Reiserädern ist in den letzten Jahren gestiegen. Unser Test zeigt: Schon für 1.200 Euro ist ein weltreisetaugliches mit Kettenschaltung zu haben. Je höher die zu erwartende Kilometerleistung – auch im Alltag – desto eher lohnt sich der Schritt in die wartungsarme Rohloff-Oberklasse, die schon bei 2.000 Euro beginnt.
[nggallery id=19]
Worauf achten bei den Komponenten
Gepäckträger und Lowrider: Hochwertige Modelle aus Stahl (Tubus) für Fernreisen sonst auch Alu (SL, Racktime) sind ein Muss. Vorne mindestens 10 kg, hinten mindestens 25 kg max. Zuladung. Wichtig: Der Träger sollte an eigenen Ösen und möglichst ohne Distanzhülsen montiert werden. In den Rahmen integrierte Modelle (Tout Terrain) sind besonders stabil. Bei Nutzung einer Federgabel sollte der Lowrider zur gefederten Masse gehören (z. B. Faiv Hoogar). Die Taschen sollten möglichst tief anzubringen sein (2. Packebene). Das verbessert den Schwerpunkt und damit die Fahrsicherheit.
Lenker: Sollte zugunsten guter Radkontrolle möglichst breit sein (mind. 580 mm) und genug Platz für die Montage von Zubehör (Lenkertasche, Tacho) bieten. Ergonomische Griffe (z. B. Ergon, SQ-Lab) bieten Komfort und Sicherheit, Lenkerhörnchen sorgen für mehr Griffpositionen und helfen bei bergigen Touren.
Laufräder: Stabilität und Haltbarkeit auf der einen, akzeptables Gewicht auf der anderen Seite sind gefragt. Das Rezept: Hochwertige Hohlkammerfelgen mit mindestens 32 Speichen und leicht laufende, gedichtete Naben (DT-Swiss, Shimano LX / XT) verwenden. Breite Reifen ab 47 mm sollten auf breiten Felgen sitzen.
Bremsen: Reiseradbremsen sollten viel Leistung und gute Dosierbarkeit bei geringem Wartungsaufwand besitzen. V-Brakes sind leicht und gut, besser und besonders wartungsarm sind hydraulische Felgenbremsen (z. B. Magura HS 11/HS 33). Noch eine Spur leistungsfähiger, vor allem bei Nässe, sind hydraulische Scheibenbremsen. Für schwere Fahrer sind große Bremsscheiben (200 mm) oder Gebirgstouren mit Gepäck ein Muss.
Reifen: Besonders wichtig: Top-Pannenschutz. Wenn das Gewicht nicht unbedingt zählt, am besten nach dem Motto „Masse“ (dicke Schutzeinlage aus Kautschuk) kaufen, ansonsten Klasse (Vectran- oder Kevlar-Gewebe) bevorzugen. Faltreifen sparen Gewicht und Platz (als Ersatzmantel). Dicke Reifen laufen leichter und sind komfortabler. Gute Allroundeigenschaften für Reisen auf gemischtem Terrain bieten Reifen mit einer glatten, leicht laufenden Mittelspur und griffigen Seitenstollen (z. B. Conti Travel-Contact, Schwalbe Marathon Extreme oder Cross).
Schaltung: Wichtig: Das Übersetzungsspektrum. 1,5 Meter als kleinste Entfaltung sind für Touren in gemischtem Terrain ratsam. Nabenschaltungen sind wegen ihrer Wartungsfreiheit, der Schaltmöglichkeit im Stand und der simplen Bedienung erste Wahl. Die Referenz ist die 14-Gang-Rohloff-Nabe, die bei Einhaltung des Ölwechsel-Services und hochwetiger Antriebskomponenten Laufleistungen um 20.000 Kilometer ohne Kettenwechsel möglich macht. Hochwertige Kettenschaltungen (z.b. Shimano LX / XT, SRAM X9) schalten etwas weicher unter Last, bieten einen breiteren Übersetzungsbereich. Sie verlangen circa alle 2.000 bis 3.000 Kilometer einen neuen Gliederstrang (circa 25 Euro). Für Reisen mit bergigen Abschnitten empfehlen sich große Ritzelpakete hinten (11 bis 34 Zähne) und MTB-Kurbeln vorne (44 – 32 – 22 Zähne).
Beleuchtung: Hell, wartungsarm und StVZO-konform. Ein guter, langlebiger Scheinwerfer mit LED-Leuchte und hoher Lichtleistung ab 40 Lux ermöglicht auch im Dunkeln eine sichere Reise. Fernreisende setzen hinten oft auf eine batteriebetriebene LED-Rückleuchte, das spart die empfindliche Kabelführung, entspricht aber nicht der Straßenverkehrsordnung.
Wetterschutz: Schutzbleche sollten möglichst breit und lang sein, einen ausreichend großen Abstand zum Reifen und für mehr Wetterschutz große Schmutzlappen als Abschlüsse haben.
Stoßdämpfung: Komfort ist besonders auf langen Reisen ein unschätzbarer Wert. Eine konsequent auf Gepäcktransport ausgelegte Vollfederung (Gepäck gehört zur gefederten Masse) bietet hier das Optimum. Viel bringt auch eine hochwertige Federgabel (mind. 60 mm Federweg), am besten mit Blockierfunktion (Lock-out), Stahlfedern und Öldämpfung (z. B. Magura, Marzocchi), und/oder eine auf das Fahrergewicht abgestimmte Federsattelstütze (z. B. Airwings, Cane-Creek). Wer auf zusätzliche wartungsintensive Komponenten am Rad verzichten will, sollte zu breiten Reifen (ab 47 mm) greifen, die kleinere Schläge abdämpfen.
Pedale
Möglichst großflächige Pedale mit Profil (Zacken, Stifte) oder noch besser Systempedale (z. B. Shimano PDM-324) mit fester Schuh-Pedal-Verbindung
Sattel
Vertrauen Sie nur Ihrem eigenen Gefühl. Fahren Sie den Sattel mindestens auf einer mehrtägigen Tour Probe. Viele Fernreisende schwören auf Ledersättel, deren größter Vorteil das gute Sitzklima ist. Sie müssen aber lange eingefahren werden.
Text: Jan Gathmann
Pinion 1.18 Test: Die ersten 200 Kilometer waren überzeugend

Direkt nach der Eurobike kamen die ersten Pinion 1.18 Seriengetriebe am Tout Terrain Tanami Xplore und dem Patria Trail 29er in die Redaktion. Hier unser Eindruck nach 200 Testkilometern.
Die Eckdaten des Pinion-Getriebes ließen bei der Premiere selbst das Magazin Spiegel aufhorchen: Ein gekapseltes Fahrradgetriebe mit 18 Gängen, schwerpunktgünstig untergebracht unten im Rahmen, mit einem Übersetzungsspektrum (636 Prozent) größer als bei der besten MTB-Kettenschaltung (625 Prozent), alle 18 Gänge an einem Drehgriff durchschaltbar und der Sprung von Gang zu Gang immer so klein (11,5 Prozent) wie bei der besten Rennradschaltung. Das klang nach Spitzentechnik – und nach nicht enden wollendem Fahrspaß. Dass ein geschlossenes Getriebe mit weniger Arbeit länger besser funktioniert als eine Kettenschaltung wissen Reiseradler seit Rohloff. Aber die Pinion-Revolution ließ auf sich warten. Erst kurz vor der Eurobike konnten die Hersteller, die bereits Modelle mit dem High-Tech-Getriebe aus Schwaben im Programm hatten, die ersten Exemplare ausliefern. Auch RADtouren und andere Fachmagazine hatten bislang nur Prototypen getestet.
Viel Spannung also bei unserem ersten Pinion 1.18 Test mit einem serienreifen Getrieben am Tout Terrain Tanami und Patria Trail. Einziger Unterschied: Tout Terrain setzt den Pinion Kettenspanner ein, Patria spannt die Kette mit verschiebbaren Ausfallenden – beim Fahren tut sich das nichts, auch in grobem Gelände schlug die Kette nie an der Strebe an. Bei den Hinterradnaben schöpfen bei das Potential des Getriebes aus und verbauen Singlespeed-Modelle, die ein symmetrisches und damit verwindungssteifes Laufrad ermöglichen.
Der Fahreindruck
Der Fahreindruck. Um es gleich zu sagen: Wir hätten irgendeines der Räder am liebsten dabehalten. Auf den ersten flachen Kilometern überzeugte alles: das Getriebe verrichtet seine Arbeit nahezu lautlos, der Griff ist griffig, die Gangwechsel sind klar definiert und leicht, die Gangsprünge perfekt abgestuft. Wer eine geeichte innere Trittfrequenz-Uhr hat, wird Pinion lieben. Selbst wenn der Wind nur einen Hauch stärker weht oder der Untergrund etwas weniger gut rollt, ist ein passender Gang nur einen Millisekunden Dreh entfernt. Beim Hochschalten (in einen schwereren Gang) merkt man manchmal gar nicht, ob der Gangwechsel erfolgte, so dicht liegen die Stufen bei einander. Das Runterschalten (in einen leichteren Gang) funktioniert selbst mit etwas Druck auf dem Pedal, etwa an flachen Anstiegen, das Hochschalten eigentlich immer, und das zügig. Allerdings tritt man nach dem dem Schaltvorgang gelegentlich ganz kurz ins Leere – bis zu einer gefühlten drittel Umdrehung im Fahrtest. Grund sind die zwei Freiläufe: einer am Getriebe, einer in der Nabe. Wir gewöhnten uns schnell daran, sehr sportlich orientierte Fahrer werden sich vielleicht schwerer damit tun.
Unaufdringliche Geräusche
Kleine Abstriche vom Pinion-Schaltkomfort muss man in den Gängen 7 und 13 machen. Aus beiden lässt sich auch bei geringer Last nicht runterschalten, man muss die Beine schon definiert hängen lassen. Das Hochschalten verläuft außerdem bisweilen zeitverzögert. Laut Pinion ist das Verhalten konstruktionsbedingt. Das gilt auch für das Betriebsgeräusch, das in beiden Schaltstufen zu hören ist: Es hört sich ein bisschen an, als schleife die Kette am Umwerfer, und es wurde von den meisten Testern als unaufdringlicher empfunden als andere bekannte Nabengeräusche.
Unauffällig auch der Eintrag zum Übersetzungsbereich: „Passt!“. Kein Wunder bei 636 Prozent zwischen erstem und 18. Gang. Für Bergfahrer ist dabei sicher die leichtere der zwei von Pinion empfohlenen Kettenblatt-Ritzelkombis die bessere Wahl, als die an beiden Testrädern montierte Stufung von 30 zu 26. Mit der (nicht so verschleißarmen) Alternative 24 zu 21 sind bei 29-Zoll-Bereifung sogar Entfaltungen von 1,44 bis 9,13 Meter/Pedalumdrehung möglich.
Fazit:
Je länger, je besser. Die P1.18 gefällt sofort mit einfachster Bedienung eines konkurrenzlosen Gangspektrums. Die kleinen Gangsprünge und die einfache Logik lernt man mit jeder Fahrt mehr zu schätzen, weil man wirklich immer im persönlichen Wohlfühlbereich pedaliert. Für Reiseradler zählt das gepaart mit der Wartungsarmut mehr als der Gewichtsnachteil. Auch die kurzen Leertritte werden eher Wettkampf orientierte Radfahrer stören als solche im Alltag und auf Radreise. Und: Nach dem Fahren ist vor dem Fahren – wie schön, wenn das Rad in der Zwischenzeit keine Aufmerksamkeit braucht. Das Pinion P1.18 hätte mehr Räder verdient, in denen es eingebaut ist. Auch für Kaufinteressenten kann es sich lohnen, zu warten, bis die Auswahl größer ist.
PLUS
- Schalten ohne Denken
- nie das Gefühl, ein Gang fehle
- lange Wartungsintervalle auch bei widrigen Verhältnissen (Kette: 1.000 Kilometer vs. Pinion: 10.000 Kilometer)
- seitensteife, symmetrische Hinterräder möglich
- gute Gewichtsverteilung (besonders für Vollfederung)
MINUS
- ca. 1,5 Kilo Mehrgewicht gegenüber Top-Kettenschaltung
- in 2 Gängen kein Schalten unter Last möglich
- auf Reisen keine Ersatzteilversorgung
- eingeschränkte Kurbelauswahl (Längen)
- konstruktionsbedingt kurze Leertritte nach Schaltvorgängen
Text: Jan Gathmann / Fotos: Gathmann, Bleicher


