
Sind 29er-Laufräder reisetauglich? Wir fragten Jochen Reichert, dessen Firma Whizz-Wheels aus Schönaich sich vor 20 Jahren auf den Bau handgespeichter Laufräder spezialisiert hat.
Herr Reichert, 26-Zoll gilt als das Maß der Wahl für anspruchsvolle Radreisen. Lassen sich auch steife, dauerhaltbare 29er Laufräder für Weltreisen bauen?
Ja. Damit sie den höheren Gewichten standhalten, sollten sie aber bestimmte Kriterien erfüllen. Wir geben unsere dreijährige Garantie gegen Speichenbruch für Belastungen über 140 Kilo (Fahrer und Gepäck, Anm. d. Red. ) zum Beispiel bei solchen Laufrädern nur mit 36 oder 40 Speichen. Das schränkt wiederum die Auswahl bei den Felgen stark ein. In Frage kommt etwa die Rigida / Ryde Andra 30 oder die Rigida / Ryda Sputnik. Diskspezifische Felgen gibt es kaum.
Was kann denn mit den Felgen passieren?
Wir sprechen ja von Rädern für Reiseradler, können also von einer hohen Kilometerleistung ausgehen. Zu leichte Felgen etwa bekommen bei derart intensivem Gebrauch früher Risse an den Speichenlöchern oder im Felgenbett.
Und die Speichen selbst?
Sollten ebenfalls belastbar sein. Sinnvoll sind doppeldickend-Speichen mit 2,0mm Durchmesser am Gewinde (DT Competition 2,0/1,8/2,0mm oder DT Alpine III 2,34/1,8/2,0mm). Dünnere Speichen brechen zwar nicht, verlangen aber eventuell häufigeres Nachzentrieren.
Haben Sie einen Tipp, woran man dauerhaltbare Laufräder erkennen kann?
Die Naben, Felgen, Speichen und Nippel sind passend für den Einsatzbereich gewählt und aufeinander abgestimmt. Die Speichenbögen liegen eng am Nabenflansch an – es gibt möglichst keinen Knick am Übergang von der Speiche zum Nippel und die Speichenlänge ist passend gewählt, so daß die Speichen nicht am Nippel überstehen.


Interview: das richtige 29er Laufrad für Reiseräder
Wie fahrradfreundlich ist Ihre Stadt?

Sind die Autofahrer schnell an der Hupe, halten die Politessen auch die Radwege frei, finden Sie immer einen Radweg? Wie wohl fühlen Sie sich in Ihrer Stadt auf dem Rad? Mit seinem nunmehr fünften Fahrradklima-Test für deutsche Städte will der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club genau das herausfinden.
Mithilfe von 27 Fragen in fünf Kategorien auf Fragebögen können Radfahrer deutschlandweit die Fahrradfreundlichkeit ihrer Heimatstädte bewerten. Zudem kann man Kommentare zur Situation des Radverkehrs vor Ort abgeben. Die Umfrage wird vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung im Rahmen der Umsetzung des Nationalen Radverkehrsplans (siehe auch Meldung auf S. 6) und der Fahrrad-Fachhandelsgruppe ZEG unterstützt.
Um möglichst viele Radfahrer auch außerhalb von Großstädten zu erreichen, liegen in Gaststätten zudem Postkarten aus, mit denen man an der Umfrage teilnehmen kann. Noch bis zum 31. Oktober läuft die Aktion. Die Ergebnisse sollen im Januar 2013 im Rahmen der Auszeichnung der erfolgreichsten Städte bekannt gegeben werden. Beim letzten Fahrradklima-Test im Jahr 2005 nahmen mehr als 26.000 Personen teil. fahrradklimatest.de
Tasting Travels Radreise – von Turkmenistan über Usbekistan nach Kirgisistan

Tasting Travels Radreise – von Turkmenistan über Usbekistan nach Kirgisistan
Es kommt ja doch immer anders als geplant. Wir hatten fleißig in der Iranischen Wüste trainiert um die 500 Kilometer durch Turkmenistan mit einem 5-Tage-Transitvisum durchradeln zu können. Doch in der Nacht vor der Grenzüberquerung geht es Roberto schlecht. Statt zur Grenze gehen wir am nächsten Morgen direkt zum Arzt, der ihm einen Tropf und Ruhe verordnet.
So kommt es, dass wir statt fünf nur drei Tage Zeit haben. Roberto geht es nicht viel besser und wir müssen wohl oder über die Räder in ein Taxi verladen, denn der Zug fährt erst in zwei Tagen wieder. Nach harten Verhandlungen zahlen wir dem Fahrer 30 Dollar und holpern die Straße nach Mary entlang. Im Auto werden wir gründlich durchgeschüttelt. Manche Schlaglöcher sind länger als unsere Räder. Ich denke an die Poschmerzen, die ich mir gespart habe.
Wir übernachten für 2,50 Dollar pro Nase in einem dreckigen Loch in Bahnhofsnähe, wo wir ein Ticket für den Nachtzug nach Turkmenabat kaufen. Tagsüber schlendern wir durch die Stadt. Ich genieße es, endlich wieder mehr von den Frauen zu sehen, als ihre schwarzen Umhänge. Kunterbunte hautenge Gewänder tragen sie mit farblich passenden Kopftüchern oder Haarbändern und Schuhen. Das Zentrum der Stadt besteht aus dutzenden von überdimensionierten Gebäuden. Überall glänzen bunte Kuppeln im Sonnenlicht, weiße Wände reflektieren die Sonne und ich kann die Augen kaum offen behalten. An fast jedem Gebäude prangt ein Bild des Präsidenten. Menschen sehen wir allerdings keine, weder in der nagelneuen Moschee, noch im Museum oder der Bibliothek. Erst als wir uns etwas vom künstlichen Stadtzentrum entfernen und den Bazar entdecken machen wir unsere ersten Begegnungen.

Der Nachtzug ist flott, gemütlich und spottbillig. Die Räder werden samt angeschnalltem Gepäck in den Gepäckwagon gehievt und wir schlummern in unserer Viererkabine bis morgens um sechs. Turkmenabat! Roberto geht es besser, endlich schwingen wir uns wieder aufs Rad.

Gleich fällt uns die Quantität der anderen Radler auf. Es ist flach, der Straßenbelag ist gleicht nicht mehr dem Wattenmeer und von allen Seiten hupen und winken uns die anderen Radler zu. Laut unseres Reiseführers soll Turkmenistan das Nordkorea Zentralasiens sein. Wir radeln zwar nur 40 Kilometer, doch ich fühle mich eher wie in Holland.

An der Grenze müssen wir fast zwei Stunden lang Papiere ausfüllen, einen Fiebertest mitmachen, wieder und wieder unsere Pässe kontrollieren lassen und unsere geplante Route aufsagen. Unser Gepäck wird allerdings nicht ein Mal geprüft.

Auf der anderen Seite geht es zurück in die Wüste. Der Gegenwind wird immer stärker und wir bewegen uns im Schneckentempo voran. Nach 12 Kilometern sollen wir angeblich auf das erste Dorf treffen. Nach 16 Kilometern winkt uns stattdessen eine Gruppe älterer Herren zu, die im Schatten eines der seltenen Bäume picknicken. Wir setzen uns dazu und werden mit Wasser- und Honigmelonen sowie einem Eintopf und Tee gemästet. In einer bunten Mischung aus usbekischen, persischen, türkischen, englischen und russischen Worten unterhalten wir uns überraschend gut und scherzen viel.

Bald folgt das erste Dorf und die ockerfarbene Wüste mit graugrünen Büschen verwandelt sich. Zu beiden Seiten sehen wir nun saftig grüne Baumwoll- und Maisfelder so weit das Auge reicht. Kaum fahren wir aus dem Dorf hinaus weht uns wieder der Wüstenwind in die Ohren und wir müssen aufpassen, nicht über Stachelpflanzen zu fahren.
Wir übernachten für zwei Nächte bei netten Familien im Vorgarten und in einem halbfertigen Haus, bevor wir am Morgen des dritten Tages in Buchara eintreffen.

Die Stadt ist so anders, als ich sie mir je vorgestellt habe. Russische, persische, arabische und orientalische Einflüsse treffen zusammen und bilden in den Gesichtern der Menschen, den einzigartigen Bauwerken und den handgearbeiteten Mitbringseln und Teppichen immer neue Mischungen.

Buchara lebt vom Tourismus. Die Hotels reihen sich aneinander, überall wird englisch gesprochen, oft sogar deutsch und spanisch. Wir schlendern durch Türme, Moscheen, eine ehemalige Madrasa (Koranschule) und Bazare, schauen den Teppichknüpfern, Marionettenbastlern und Malern bei ihrem Handwerk zu, bewundern Teeservices und kunterbunte Taschen und spielen eine Runde Fußball mit einer Gruppe Kinder.

Bald geht es weiter nach Osten. Ich bin weiterhin begeistert, besonders das Landleben hat es mir angetan. Es gibt zwar teilweise mehr Schlaglöcher als Straße und der Gegenwind zwingt uns so manches Mal in die Knie, aber die Menschen, denen wir auf dem Weg begegnen, machen mehr als wett.

Die Landschaft ist von Baumwollplantagen, Maisfeldern, Melonenfeldern und Gemüsegärten geprägt, am Straßenrand wird die Ernte gleich eimerweise feil geboten. Wir greifen zu und lassen es uns gut gehen. Die usbekische Küche ist sehr fettreich und das sieht man auch in den fülligen Körpern der bunt gekleideten Damen. Sie schaukelten ihre Fettwulste lachend am Straßenrand entlang, winken und grinsen uns mit zwei glänzenden Goldzahnreihen zu.

Die Männer sind ebenso goldzahnbesetzt und füllig. Die meisten tragen eine traditionelle Kappe auf dem Kopf und rufen auf uns usbekisch hinterher „woher kommt ihr?“ oder „wohin fahrt ihr?“. Da sich unser usbekischer Wortschatz auf die paar Worte beschränkt, die dem Türkischen ähneln, wissen wir nie was gefragt wurde. In jedem Fall sind sowohl „Deutschland“ als auch „Mexiko“ teilweise richtige Antworten und die Fragesteller scheinen zufrieden.

Wir teilen die Straße mit alten Ladas, vielen Minibussen, unzähligen klapprigen Fahrrädern und noch mehr Eselskarren, die sowohl den Kutscher, als auch seine Familie, Stroh, Melonen, manchmal sogar Öfen und andere schwere Lasten hinter sich herziehen. Am Straßenrand grasen die pausierenden Esel neben den Kühen und Kälbern während ihre Kutscher die Ernte einsammeln oder am Feldrand eine Runde Backgammon mit den Nachbarn spielen.

Während die traditionelle Küche sehr fettreich ist (ein Mal wurde uns sogar eine Fettsuppe mit mikroskopischer Gemüsebeilage vorgesetzt) ernähren wir uns unterwegs fast rein vegetarisch. Frisch gelegte Eier, Tomaten, Gurken und Melonen vom Feld und euterwarme Milch gibt es. Dazu backen die meisten Familien jeden Abend ihr eigenes Brot.
Oft zelten wir im Vorgarten der Bauernfamilien oder schlafen unter freiem Himmel bei ihnen. Nachts wird es schon etwas frisch während tagsüber die Sonnenbrandgefahr droht. Die Familien bieten uns oft Gemüse und Brot an und wir revanchieren uns mit Obst, Keksen und Nudeln.

Unser Tagespensum wächst stetig. Das hat nicht zuletzt mit der Registrierungspflicht zu tun, denn alle 72 Stunden müssen wir uns in einem Hotel einchecken, das uns im Gegenzug einen Registrierungsbeleg von der Polizei gibt. Ohne Belege wird es bei der Ausreise Probleme geben. Außerhalb der touristischen Städte beherbergen nicht alle Hotels ausländische Touristen, denn die Registrierung ist zeitaufwändig. So werden 100-Kilometer-Tage zur Gewohnheit. Während wir durch den Iran und des Westen des Landes fast pannenfrei geradelt sind rächt sich kurz vor der Hauptstadt der schlechte Straßenbelag. Viele geplatzte Reifen liegen am Straßenrand. Aus dem Gummi lugen die Drahtreste, die für uns gefährlicher sind als Glasscherben oder Schlaglöcher. Sie bohren sich selbst durch die pannenfesten Mäntel und wir flicken drei platte Schläuche an einem Tag.

Immerhin sind West- und Zentralusbekistan größtenteils flach, an den wenigen windfreien Tagen kommen wir schnell voran. Bei starkem Gegenwind jedoch haben wir keine Chance. 75 Kilometer sind dann die Ausbeute eines 6-Stunden-Tages, das sind kaum 13 Kilometer in der Stunde.

In Samarkand und Taschkent erwartet uns das Stadtleben. Die Eselskarren werden weniger, statt im Tante-Emma-Laden und am Straßenrand kaufen wir auf riesigen Bazaren ein und wir sind bei weitem nicht die einzigen Touristen weit und breit. In den Hostels machen wir Bekanntschaft mit Radlern, Motorradfahrern, Trampern und anderen Individualtouristen. Immer wieder treffen wir auf bekannte Gesichter, denn die Auswahl an erschwinglichen Touristenhotels ist nicht allzu groß. Anne, eine Französin die mit Bus und Bahn unterwegs ist, treffen wir rein zufällig sowohl in Buchara, als auch in Samarkand und Taschkent. Jeder kennt jeden auf der Seidenstraße. Wie Jamie, ein Englischer Radler, den wir im Osten Irans kennenlernten, sagte: „Die Welt ist groß, aber Straßen gibt es wenige“. Wir hatten viele Bekannte mit ihm gemeinsam tauschten Informationen über unsere Freunde aus.

Nun wollen wir weiter in Richtung kirgisische Grenze. Knapp 370 Kilometer sind es bis dort. Einen 2200 Meter Berg soll es hoch gehen, den sehen wir dann als Training für die Kirgisistan an, das in der Karte aus nichts als weißen Berggipfeln und kleinen Seen besteht. So können wir immerhin die usbekische Fettsuppe wieder abtrainieren.
Text / Fotos: Annika Wachter. Unterwegs mit dem Rad um die Welt.
Das Titan Reiserad: ein Exot unter Exoten – aber die Investition wert
In RADtouren 5/12 stellen wir im „Fokus“ den Idworx Off Rohler Ti ausführlich vor. Titan-Reiseräder wie das Off Rohler Ti haben eine wachsende Fangemeinde – wachsend wohl auch deshalb, weil der Rahmen bei richtiger Verarbeitung ein Leben lang halten kann und ohne aufwendige Pflege auch ein Leben lang gut aussehen kann. Viele, die einmal ein Titanrad besaßen, wechseln nicht mehr so schnell. Hier zeigen wir, wo Liebhaber des Werkstoffes noch fündig werden können.
Das Idworx Off Rohler Ti Titan-Reiserad aus der Gaastra-Bikeschmiede überzeugte im Fahrtest mit hervorragenden Fahreigenschaften für ein Reiserad. Am matt schimmernden Rahmen glänzen auch viele Details, die das Potential das Werkstoffes Titan erst richtig ausschöpfen. So robust wie der Werkstof ist auch das Idworx Off Rohler Ti ausgelegt. Das beginnt mit der 14-Gang-Rohloff-Nabe und endet mit durchdachten Zugverlegungen, einem Lenkanschlag für einfaches Beladen des Lowriders oder der wartungsarmen Magura HS-Hydraulikbremse in der starken Firm-tech-Version noch lange nicht. Natürlich haben der exklusive Werkstoff, der schwieriger zu verarbeiten ist als Stahl oder Aluminium, sowie die sorgfältige Entwicklungsarbeit ihren Preis- 5.999 Euro kostet der Idworx Off Rohler Ti. www.idworx-bikes.de

Das Salsa Fargo war eines der ersten 29er-Reiseräder, die es auf dem europäischen Markt gab. Mit Rennlenker und dicken Stollenreifen ist es ein echtes Expeditions-Fahrzeug für Schotterpisten, das aber durchaus auch mal schnell bewegt werden kann. Es gibt eine Stahlvariante, die im RADtouren-Reiseradtest schon mit sattem Geradeauslauf und traktorähnlichem Fahrgefühl überzeugte. Die Titan-Variante Salsa Fargo Ti ist noch relativ neu. Mechanische Scheibenbremsen, Laufräder mit No-Tubes Arch-Felgen und eine große Zahl Anlöt-Ösen für Gepäckträger vorne wie hinten sowie Wasserflaschen in großer Zahl sind kennzeichnend. www.salsa-cycles-com

Ein brandneues 29er-Titan-Reiserad kommt von Titan-Spezialist Van Nicholas. Auf Basis der Van Nicholas Pioneer, das im RADtouren-Test ebenfalls hervorragend bewährt ist, bauten die Niederländer das Pioneer Rohloff 29er Reiserad. Das unlängst auf der Eurobike gezeigte Modell rollt auf Big Apple-Reifen und ist damit klar straßenorientiert. Interessant waren die Integration der Rohloff-Nabe sowie die leicht gebogene Sattelstütze aus Titan, die den Komfort am 26er-Testrad damals spürbar verbesserte. Der Einstiegspreis für ein Komplettrad liegt laut Van Nicholas bei 3.543 Euro. Auch Maßrahmenbau ist möglich. www.vannicholas.com

Spezialisiert auf Maßrahmenbau aus Titan in Kombination mit der Rohloff-Nabe ist die italienische Rahmenschmiede Rewel. Titan-Reiseräder von Rewel werden auf Wunsch auch mit einem Steuerrohr für die Aufnahme von Cannondales HeadShok-Federgabeln gebaut, die sich wegen ihrer hohen Lenkpräzision unter MTB-Rennfahrern einen Namen gemacht haben. http://www.rewelbikes.com
Ebenfalls auf die sinnvolle Kombination Rohloff-14-Gang-Nabe und Titan setzt Falkenjagd. Auf der Eurobike stellte die Marke jetzt ihren neuen Sporttourer vor: Das 29er Hoplit „ST“. In der gezeigten „Streetversion“ kommt er mit Schutzblechen, Titangepäckträger vorne wie hinten sowie mit einer SON Delux Lichtanlage. Beim Falkenjagd Titan-Reiserad ist der Anteil von Anbauteilen aus Titan besonders hoch: vom Gepäckträger über den Vorbau bis zur neu entwickelten Titanreiseradgabel mit Lowriderösen reicht das Spektrum. Gabeln aus Titan sind dabei noch seltener zu finden als Titan-Reiseräder. http://www.falkenjagd-bikes.com/

Ein Titan-Reiserad als Randonneur stellte die neue Marke Apace auf die IspoBike in München vor. Der Apace Randonneur hat für mehr Lenkkopfsteiffigkeit ein konifiziertes Steuerrohr, das unten anderthalb Zoll misst. Verzögert wird mit mechanischen Scheibenbremsen von Avid (BB7 Road) und geschaltet mit einer Shimmano Ultegra Rennradgruppe. Apace-Macher Sören Zieher sieht den Randonneur eher als alltagstaugliches Rennrad mit bequemer Gepäckoption, denn als klassisches Reiserad. Die Packtaschen rasen an einem Tubus Airy Titangepäckträger mit, der trotz geringem Gewicht hohe Traglasten verkraftet. www.apace-bikes.de

Warum Titan?
Titan ist zwar ähnlich fest wie Stahl, lässt sich aber leichter dehnen – in der Fachsprache: das Elastizätsmodul ist niedriger. Dadurch sind die Rohre nicht so empfänglich für Dellen. Außerdem ist Titan korrosionsbeständig, es rostet nicht, die Oberfläche sieht auch ohne Lack dauerhaft schön aus. Nicht zuletzt hat der Werkstoff eine geringere Dichte, ermöglicht also theoretisch leichtere Rahmen.
Tasting Travels Radreise – vom Iran nach Turkmenistan

Tasting Travels – Mit dem Radvom Iran nach Turkmenistan
Schon am ersten Tag fühlten wir uns im Iran pudelwohl. Und das obwohl wir uns gleich an der ersten Kreuzung für den vermeintlich falschen Weg entschieden und anschließend neben rußenden LKWs in viel zu langer Kleidung durch die Hitze fuhren, immer von einem Hügel zum nächsten. Die Felsformationen waren wunderschön, doch immer in Grenznähe wagte ich es nicht, stehenzubleiben, um sie genauer zu bewundern, oder gar zu fotografieren.

Die Menschen waren es, die uns beeindruckten. Unsere erste Nacht verbrachten wir im Stadtpark von Jolfa. Es war Freitag, der iranische Sonntag und der Park war voll von picknickenden Familien. Unser Zelt stand sicher inmitten von 38 Kuppelzelten. Die Wochenend-Picknicker ziehen ihren freien Tag gerne etwas lang und das Übernachten im grünen Stadtpark ist eine der Lieblingsbeschäftigungen der Iraner. Toiletten und Wasserhähne gibt es genügend und als Sitzmöglichkeit reicht eine ausgebreitete Decke.
Nachdem wir von einer netten Familie zum Frühstück eingeladen wurden (Fladenbrot, Walnussstreichkäse, Honig und Tee) machten wir uns auf zur Weiterfahrt nach Täbris. Aus den vorbeifahrenden Autos strecken sich winkende Hände, uns wird zugejubelt und das größte Vergnügen macht es den Leuten scheinbar uns mit den viel zu lauten Hupen zu erschrecken. Zum Glück ist nicht zu viel Verkehr. Als das Thermometer die 50°C erreicht, entdecken wir endlich einen einzelnen Baum in der Einöde und machen Mittagspause. Es ging über viele Kilometer leicht bergauf und wir sind froh, verschnaufen zu können. Ich behalte mein Kopftuch auf, schließlich bin ich weiterhin sichtbar für alle.

Der Weg nach Täbris führt uns durch Halbwüsten und Einöden und an der Stadt Marand vorbei, wo wir auf einen iranischen Rennradfahrer treffen, der uns unter seine Fittiche nimmt. Er sammelt gerne Radtouristen ein und bringt sie zum Restaurant eines Freundes, in dessen Garten sie zelten können. Akbar zeigt uns die Fotos die er von sich und anderen bepackten Radlern gemacht hat, bevor wir uns auf eine große Portion Kebab stürzen.
Schon etwa 30 km vor Täbris fahren wir durch ein nicht enden wollendes Industriegebiet, hinter dem sich die Wüste erstreckt. Schweren Herzens nehmen wir einen Bus von dort nach Teheran, denn wir müssen dort möglichst schnell die Visa für die Weiterfahrt beantragen.
Teheran ist riesig und unübersichtlich. Wir versuchen, sowohl mit dem Rad als auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln durch Teheran zu fahren und verzweifeln fast, bis wir das verborgene System im Chaos entdecken. In Teheran übernachten wir bei Morrie, einem jungen Englischlehrer, der mit etwa fünf Freunden in einer 1-Zimmer-Wohnung lebt. Wieder erleben wir Chaos mit System und langsam gewöhnen wir uns ein.

Mehr als zwei Wochen lang beantragen wir Visa für Turkmenistan, Usbekistan, Kirgistan und China in Teheran, machen Kopien, telefonieren mit den heimischen Botschaften und verteilen unverhältnismäßig viele unzerknickte und nicht beschriftete Dollars an unfreundliche Beamte.
Wir treffen je zwei Radfahrfreunde wieder, die wir in Kroatien kennen gelernt haben. Kim und Danny aus Holland reisen bald weiter gen Osten und Vinko und Lukas aus Kroatien und der Schweiz haben Täbris als Ziel für ihre Räder gewählt und erkunden den Rest des Landes mit dem Bus. Gemeinsam mit ihnen fahren wir in den Süden des Landes, wo wir Isfahan, Yazd und Schiras kennen lernen, mit anderen Touristen das Hostel teilen und uns auswärtige Abendessen gönnen. Wir fühlen uns plötzlich wie richtige Urlauber.

Zurück in Teheran wird es allerhöchste Zeit für die Weiterreise nach Osten, denn Ende August beginnt unser 5-Tage-Transitvisum für das Nachbarland Turkmenistan. Von diesem teuren und viel zu kurzen Visum wollen wir keine Stunde verschenken.
Pünktlich am Abreisetag kratzt mein Hals. Es dauert keine drei Stunden, bis Schnupfen und Fieber dazukommen. Ich verfluche die ewige Schwitzerei und die Klimaanlagen und wir lassen uns für ein paar Tage in einem billigen Hostel (ca 6 € für ein Zweibettzimmer pro Nacht) nieder.
Als ich einigermaßen auf dem Damm bin, bleiben uns nur acht Tage um 1090 Kilometer bis an die Grenze zurückzulegen. Wir haben keine Chance. Mit dem Rad fahren wir bis in die erste Stadt, wo wir spontan eingeladen werden, in einer Sprachschule von unserer Reise und dem Projekt zu erzählen. Die Schüler wollen aber viel lieber wissen, wie es uns im Iran gefällt, warum wir noch keine Babys haben und welches unser iranisches Lieblingsgericht ist (Tipp: Fesenjan – Fleisch und Reis mit Walnuss-Granatapfelsoße).
Wir übernachten beim Koordinaor der Schule, grillen Abends mit seinen Freunden und fahren am nächsten Tag noch vor Sonnenaufgang los. Die Wüstentemperaturen sind hart. In der Recherche sah der ganze Weg flach aus, aber in Wirklichkeit überqueren wir den einen oder anderen Hügel. Links von uns die Berge, rechts die Wüste, dazwischen nur wir, die flimmernde Straße und zu viele Busse und LKWs mit kreativen viel zu lauten Hupen.

Wir übernachten unter freiem Sternenhimmel neben der Moschee eines kleinen Dorfes. Wie gewohnt geht es bei Sonnenaufgang weiter. Ich genieße besonders die ersten kühlen Stunden des Tages, denn manchmal geht das Termometer bis unter 30°C.

Die Mittagspause verbringen wir in einem verlassenen Lehmdorf, doch auch im Schatten ist es viel zu heiß um an Schlaf zu denken. Ich träume mich in eine Oase mit einem randvollen Brunnen und Nomadenromantik und dem Wind, der durch die Dattelpalmen weht. In Wirklichkeit kämpfe ich mit den Fliegen, lausche dem Verkehr und nippe am letzten halben Liter heißen und abgestandenen Wassers.

Am frühen Nachmittag entdecken wir in der Ferne eine Moschee. Juhu! Wir können endlich unsere Wasservorräte auffüllen! Als wir uns nähren, entpuppt sich die Moschee als Teil eines Rasthofs mit Geschäften, Obst, tiefgefrorenen Wasserflaschen und viel Schatten. Ich pfeife auf meine Oasenromantik und beschließe, dass diese Oase viel besser ist als die in meinem Kopf.
Während wir zum trillionsten Mal einer immer größer werdenden Traube Zuschauern erklären wer wir sind, wo wir her kommen, wie wir uns kennen gelernt haben, warum wir noch keine Kinder haben ob es uns im Iran gefällt und warum wir kein Farsi sprechen, wird uns eine zweite Honigmelone gereicht. Wie es das Taroof-Gesetz will, lehnen wir drei Mal ab, bevor wir die Melone als Geschenk annehmen.
Wir strampeln bis nach Semnan, wo wir im Stadtpark übernachten, um am nächsten Morgen einen Bus nach Mashad zu nehmen. Die erste Hälfte des Tages verbringen wir mit der Suche nach der Bushaltestelle und dem Warten auf den Bus, die zweite Hälfte damit, vom Fenster aus auf die Wüste zu blicken und in den letzten Tagen versäumten Schlaf nachzuholen.

Es ist mein Geburtstag und ich hatte gehofft, am frühen Abend anzukommen, um in einem Restaurant zu schlemmen und mit alkoholfreiem Fruchtbier anzustoßen. Stattdessen machen wir eine lange Pause nach der Anderen und sitzen bis fast 23 Uhr im Bus fest.
Mashad ist eine sehr touristische Stadt und alle zahlbaren Hotels sind ausgebucht als wir ankommen. Ausländer gibt es jedoch keine, fast alle Touristen sind Iranis die den heiligen Schrein des Imam Reza besichtigen. Wir finden um 2.30 Uhr endlich eine Bleibe für die Nacht und hängen für die Besichtigung der Stadt und des Schreins sowie für diverse Einkäufe 1 ½ Tage Aufenthalt an.

Anschließend geht es wieder durch die Wüste. Eine Nacht verbringen wir neben einer Straßenmoschee bei einer Wassermelonen verkaufenden Familie, die nächste zelten wir zwischen Büschen und Sträuchern mitten in der Wüste. Nach mehreren langen Tagen fühlen wir uns gut vorbereitet für den Sprint durch Turkmenistan.

In der Grenzstadt Sarakhs angekommen, gönnen wir uns wieder ein Hotel, in dem es nun Roberto erwischt. In der Nacht bevor der fünf-Tage-Sprint beginnen soll, beschließt sein Körper, sich gegen die schlechte Wasserqualität zu wehren. Statt an der Grenze befindet er sich am nächsten Morgen am Tropf mit einer großen Tüte Medikamenten in der Hand. Der Arzt spricht ein paar Worte Englisch und wir verlängern wohl oder übel unseren Aufenthalt um zwei weitere Tage.

Text / Fotos: Annika Wachter. Unterwegs mit dem Rad um die Welt.
Radtour Leine-Heide-Radweg

Leine und Heide – wer denkt da nicht an grüne Waldhügel, stille Flusswiesen und lila blühende Heidelandschaften? Die rund 410 Kilometer lange Strecke des gleichnamigen Radwegs erschließt den Norden Deutschlands und macht Station in gemütlichen Fachwerkstädtchen sowie belebten Zentren wie Göttingen, Hannover und Hamburg. Unser Autor Thorsten Brönner hat den Radweg unter die Räder genommen und wunderschön fotografiert.
Die GPS-Daten Leine-Heide-Radweg zum Download finden Sie hier.

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Tasting Travels: Von Armenien in den Iran

Am Grenzübergang zwischen Georgien und Armenien geht alles ganz schnell. Das Visum klebt schon im Pass während ich noch mein Formular ausfülle. Die in der armenischen Botschaft versprochene Landkarte bekomme ich allerdings nicht. Der zweite Tacho hat in der Türkei den Geist aufgegeben und so müssen wir schätzen und uns durchfragen. Die Temperatur pendelt weiter um die 40°C und die Hügel treiben den Schweiß aus den Poren.

Die Straße ist weder so furchtbar wie ich gehört, noch so grandios wie ich gelesen habe. Von Anfang an ist es hügelig. Wir zelten bei einem netten Herrn im Garten und im Hof eines Restaurants bevor es richtig in die Berge geht. In der prallen Sonne schwitze ich nicht schlecht und wir beschließen, eine dritte Wasserflasche anzuschaffen. Mit den Bergen steigt auch der Wasserverbrauch und am Ende schleppen wir 8 ½ Liter Wasser mit uns herum. Da wir keinen Vordergepäckträger haben, versuchen wir das hinten gestapelte Gewicht möglichst gering zu halten, um die Speichen nicht unnötig zu strapazieren. Dennoch – genügend Wasser zu haben ist mir am Wichtigsten.
Am ersten Sonntag wird überall gegrillt. Die öffentlichen Grillplätze liegen neben den Trinkwasserquellen und beim Auffüllen werden wir zwei Mal von sehr netten Familien zum Schaschlik eingeladen. Wir genießen die anschließend flache Fahrt durch die Berge und genießen endlich gebührend die Aussicht. Nachmittags regnet es wie immer und wir freuen uns über die Abkühlung. Abends fragen wir in einem Dorf, ob wir auf der Kuhweide zelten dürfen. Der Mann hat einen sehr grimmigen Blick und ich fürchte mich kurz vor ihm, doch dann grinst er durchs ganze Gesicht, läuft zum Tor und öffnet uns.

Seine Frau und er vermissen ihre Kinder, die vor wenigen Jahren ausgezogen sind und nun werden wir statt ihrer verwöhnt. Es gibt selbst eingelegte Pflaumen aus dem Garten, selbstgemachten Joghurt von den eigenen Kühen, selbst gebackenes Brot und wir essen tatsächlich noch ein drittes Mal. Nachts schlafen wir im gemütlichsten Bett seit Ankara. Ein paar Hunde bellen, morgens muht die Kuh, ansonsten ist es still. Unsere Gastgeber schlafen im Kinderzimmer. Wir sind gerührt.
Am nächsten Morgen machen wir uns auf zum Sevan See. Zunächst geht es von etwa 1840 Metern über dem Meeresspiegel auf 1250 Meter hinunter nach Dilijan, dann wieder rauf auf 2130 und dann rollen wir gemütlich nach Sevan. Der Anstieg ist wie immer hart aber machbar. Oben angekommen pausieren wir eine Runde, trinken frisches kühles Quellwasser und bereiten uns mental auf den fast 3 Kilometer langen kaum beleuchteten Tunnel vor. Wir winken ein paar Reisemotorradfahren aus Polen zu und als wir uns gerade in den gruseligen Tunnel wagen wollen, kommt einer von den Motorradfahrern uns entgegen. „Ich habe im Tunnel an euch gedacht und ich glaube ihr werdet da drinnen Probleme haben. Wenn ihr mögt, fahre ich euch langsam hinterher und passe auf euch auf.“

Genauso machen wir es und während ich mich im viel zu hohen Gang den steilen Tunnel hoch quäle gibt unser neuer Freund Acht, dass wir nicht von anderen Autos über den Haufen gefahren werden. Haben wir ein Glück!
In Sevan angekommen genießen wir den Blick auf den Sevan See nur kurz, dann fängt es an zu regnen und der Blick wird trüb. Wir sind froh, dass wir Pulli und Jacke nicht zu tief in die Packtaschen gesteckt haben. Die Temperaturschwankungen sind stark.

Auf den letzten etwa 60 Kilometer nach Jerewan folgen wir einer zweispurigen Straße mit Seitenstreifen. Selbst die Einfahrt in die Hauptstadt ist einfach. Die armenischen Fahrer sind sehr rücksichtsvoll. Sie überholen uns kaum bei Gegenverkehr und lassen uns sogar beim Einfahren auf die Autobahn unsere Vorfahrt. Wir haben uns selten so sicher auf der Straße gefühlt.
Wir bleiben eine Woche in Jerewan, machen mit unserer Couchsurfing Gastgeberin einen Ausflug zum Aragats Berg und recherchieren alles für den immer näher rückenden Visums-Marathon im Iranischen Teheran.

Die ersten 70 Kilometer sind flach und es weht sogar eine leichte Brise. Wir fahren an Storchennestern vorbei und genießen endlich den Blick auf den Berg Ararat, der angeblich vom ganzen Land aus zu sehen sein soll. Am Fuß des ersten Bergpasses übernachten wir. Der Boden ist felsig und unser Zelt kann ohne Heringe nicht aufgestellt werden. Als Alternative entdeckt Roberto ein halbfertiges Haus. Wir freuen uns, doch als wir im Nebenzimmer ein selbstgezimmertes Bett und ein paar Schuhe entdecken, gruselt es mich. Als wäre der „Besitzer“ nur kurz unterwegs. Was tun? Nach Sonnenuntergang taucht noch immer niemand auf und auf mit einem mulmigen Gefühl breiten wir unsere Schlafsäcke aus. Wir bleiben in dieser Nacht alleine.

Von etwa 810 Metern steigen wir am folgenden Tag auf 1810 Meter an. Ich fühle mich unvorbereitet und schlecht trainiert. Den Erfolg auf dem Pass haben wir ein paar iranischen LKW Fahrern zu verdanken, denen ich, nachdem sie uns zum mit frühstücken einladen, noch eine Flasche Trinkwasser abquatsche. Unseres ist fast leer.

Der Anstieg ist hart, die Landschaft karg und die Sonne wieder unbarmherzig. Doch oben angekommen ist die miese Laune wie weggeflogen. Wir rollen die hart erkämpften Höhenmeter bergab. Die Straße ist größtenteils akzeptabel, nur hin und wieder müssen wir wegen Dellen und Schlaglöchern abbremsen. Vor dem nächsten Pass durchfahren wir das Weindorf Areni, von dem an wir dem Arpi Fluss folgen. Die Straße ist wunderschön und der Canyon windet sich nur langsam den Berg hinauf. Auf diesem Streckenabschnitt entdecken wir alle paar Meter einen potentiellen Zeltplatz am Wasser. Im Garten eines Restaurants übernachten wir schlussendlich, lernen die große Besitzerfamilie kennen, versuchen uns in armenischen Volkstänzen und werden von der großherzigen Familie ordentlich durchgefüttert.

Genau das brauchen wir, um auch den nächsten Pass zu überstehen. Brannte die Sonne in Areni (ca. 1000 Meter über NN) noch ordentlich, so müssen wir auf dem Vorotan Pass (2340 Meter) in langer Hose und Pulli frieren. Wir vernichten nach der Anstrengung unseren gesamten Proviant und alle Früchte, die uns die verdutzten Obststandverkäufer bei Ankunft in die Hände drücken.

Ich grinse bei der Abfahrt vor mich hin, doch schon bald ist der Spaß vorbei. Statt sanften Abstiegen häufen sich kurze aber steile Hügel vor uns. Es bleibt frisch. Wir radeln am Spandarian Stausee vorbei, durch Blumenwiesen und Weiden, an Bienenstöcken vorbei und durch kleine Dörfer. Zu beiden Seiten türmen sich die Berge und ich versuche, die Nackenschmerzen zu ignorieren und einfach zu genießen. Die lange ersehnte Abfahrt lässt bis kurz vor Goris auf sich warten. Dank der mittlerweile miesen Straßenverhältnisse und der vielen rußigen LKWs können wir sie aber nicht so sehr genießen. Im Slalom geht es langsam um die Schlaglöcher herum und ich fühle mich wie bei Mario Kart beim Bananenschalen ausweichen.

In Goris nehmen uns zwei LKW Fahrer bis nach Kapan mit. Auf der Fahrt verliebt sich einer der Beiden spontan in mich und scheut sich auch nicht, das zu zeigen. Robertos Anwesenheit interessiert ihn nicht. Ich fühle mich etwas unwohl und bin froh, als ich wieder alleine auf meinem eigenen Sattel sitze und nicht mehr im Führerhaus eines lüsternen dicken Mannes.

Von Kapan aus sollten wir fast 2000 Höhenmeter hochklettern. Da es keinen Zug gibt und der Bus nur „vielleicht“ am folgenden Tag fahren sollte, gönnen wir uns ein Taxi bis zum höchsten Punkt. Oben angekommen ist es stockduster. Es gewittert und ein Blitz folgt dem anderen. Hier können wir keinesfalls zelten. Der Fahrer schlägt vor, uns in die nächste Stadt zu bringen.
Angekommen ist das knappe Autogas endgültig leer. Unser Fahrer will viel mehr Geld als ausgemacht haben, um zur nächsten Autogastankstelle zu fahren. Roberto und er diskutieren. Am Ende brüllt unser Fahrer auf Russisch und Roberto auf Englisch. Erst als plötzlich zwei andere Männer mit ins Taxi steigen, hat der Fahrer uns überzeugt und widerwillig rücke ich das restliche Geld raus.

Wir fühlen uns übers Ohr gehauen und als im Hotel der dreifache Preis verlangt wird, haben wir genug. Wir laden unsere Räder mitten in der Nacht in der überfluteten Straße ab und suchen auf eigene Faust weiter. Ein kleines Restaurant mit Stripclub vermietet Zimmer (tageweise, nicht stundenweise) und wir können endlich duschen und schlafen. Der Besitzer des Hotels lädt uns sogar zum Picknick ein und wir probieren den berühmten armenischen Cognac. Nachdem wir in ein paar Tagen einen großen Vorrat an Dollars und Euros zusammengesammelt und Iran-taugliche Kleidung für mich gefunden haben, sind wir im ganzen Dorf bekannt. Mit nicht ausgeschnittenem, langärmlichen und fast knielangem Oberteil und Kopftuch radeln wir der Iranischen Grenze entgegen. Es darf kein Schweinefleisch eingeführt werden, kein Alkohol (nicht einmal Brennspiritus), keine Spielkarten und auch keine Modezeitschriften.

An der Grenze müssen wir warten. Ich habe mich im Datum geirrt und wir haben unser Visum unbemerkt um einen Tag überzogen. Die Beamten diskutieren miteinander und am Ende wird beschlossen, uns ein weiteres 21-Tage Visum zu erteilen. Nach ein paar Stunden stehen wir auf der iranischen Seite des Grenzübergangs und sind auf weitere Strapazen gefasst, doch hier geht alles ganz schnell. Unser Gepäck wird nicht durchleuchtet und wir werden mit einem Lächeln willkommen geheißen. Bei durchschnittlich 45°C kämpfe ich mich im Kopftuch und mit langer Kleidung durch die Hitze und schon nach wenigen Stunden folgt die erste von unzähligen Picknick Einladungen. Wir fühlen uns sehr wohl und sicher und können es kaum abwarten mehr von diesem großen Land kennen zu lernen.

Text / Fotos: Annika Wachter. Zurzeit unterwegs mit dem Rad um die Welt.
Neues Navi fürs Handgelenk: Garmin Fenix

Kurz vor der Outdoor-Messe in Friedrichshafen prsäentiert Garmin erstmals ein vollwertiges GPS-Gerät fürs Handgelenk. Das neue Garmin Fenix ist so groß wie eine Bergsportuhr oder große Taucheruhr, bietet aber den Funktionsumfang eines einfachen Radnavis. Im Vergleich zum klassischen GPS-Handgerät fehlen lediglich das farbige Display und die Darstellung von Landkarten – was der Displaygröße der Uhr geschuldet ist. Highlight ist sicher die Track- und Wegpunktnavigation, die Tracks als eine Linie auf dem Display darstellt. Interessant für Radfahrer, die sich ihren Weg gerne selber suchen, könnte auch das Luftlinien-Routing sein. Weitere Funktionen an Bord des Garmon Fenis sind:
– TrackBack-Funktion (führt zum Ausgangsort zurück)
– Track-Verwaltung
– Automatische Kalibrierung des barometrischen Höhenmesser und des 3-Achsenkompass (auf Basis der GPS-Daten)
– Markieren von Wegpunkten (z.B. Lagerplatz, Hütte, Abzweigungen, Skidepot, Beginn einer Abseilstrecke, o.ä.)
– Darstellung von Höhenprofilen
– neigungsunabhängiger 3-Achsen-Kompass und barometrischer Höhenmesser.
Richtig interessant für Smartphone-Nutzer wird Fenix durch seine Bluetooth-Schnittstelle. Gespeicherte Wegpunkte, Routen oder Tracks können so in einer Landkarte auf dem Smartphone dargestellt werden. Wir bemühen uns um ein Testgerät, um festzustellen, wie gut das geht. Denkbar wäre zum Beispiel eine Koppelung über Software wie ape@map, die bereits für externe Bluetooth-GPS-Empfänger ausgelegt ist. Bereits bekannt und bewährt ist die drahtlose ANT+ Datenübertragung. Sie ermöglicht den Informationsaustausch mit anderen Garmin-Geräten sowie externen Sensoren. Als Akkulaufzeit gibt Garmin 16 Stunden im normalen GPS-Modus an und 50 Stunden in einem sparsamen UltraTracTM Modus sowie 6 Wochen im Uhrzeitmodus.

Angezeigt werden können außerdem Wahl stehen über 50 verschiedene Werte aus dem Bereich Outdoor (z.B. Zeit, Distanz zum Ziel, zurückgelegte Höhenmeter getrennt nach Auf- und Abstieg, Richtung, aktuelle Höhe etc.). Zusätzlich bietet der f!nix über 30 bereits von den Forerunner GPS- Sportuhren bekannten Parameter, wie Pulswerte und Pace. Laut Garmin kommt die Fenix voraussichtlich im September 2012 zu einem unverbindlichen Verkaufspreis von 399 Euro in den Fachhandel.
Tasting Travels: Von Georgien nach Armenien

In Georgien haben wir so viele Fernfahrer gesehen wie schon lange nicht mehr. Genauer gesagt: seit in Wien der touristische Teil des Donauradweges vorbei war. Wir trafen auf einen Franzosen mit großen Plänen (Pamir Highway und Karakorum Highway), ein 62-jähriges deutsches Paar mit für Fernradler überraschend sauberen Klamotten und Taschen, einen alleinreisenden Engländer der sich über die Gesellschaft beim Couchsurfen freute und zwei Tage lang ununterbrochen plapperte und zwei weitere Franzosen mit Strohhut und Flipflops.

Ich kann ihre Entscheidung, durch Georgien zu radeln, gut nachvollziehen. Georgien ist ein kleines Land und bietet sowohl Berge als auch ein paar flache Straßen an. Da ich als Norddeutsche mich vor den Bergen noch etwas scheue und da es die direkteste Strecke in die Hauptstadt war, haben wir uns für eine flache Strecke entschieden. Viele Ausweichmöglichkeiten auf Nebenstraßen gab es leider nicht, also fuhren wir überwiegend auf der Hauptstraße. Diese teilten wir uns mit besagten Radlern, alten Ladas, schicken BMWs und unzähligen Kühen, die sich nichts aus dem Verkehr machten und die Straße überquerten wann auch immer es ihnen passte.

Von Batumi am Schwarzen Meer radelten wir zunächst am Botanischen Garten vorbei, verließen dann die Küste und machten uns auf nach Kutaissi. Der Weg war wie ein einziger großer Zeltplatz. Was haben wir schon an ungemütlichen Orten übernachtet, weil sich einfach kein flaches verstecktes Plätzchen anbot in dem wir Heringe einstecken konnten und dass weder zu tief (Überschwemmungsgefahr) noch zu hoch (bei Gewitter Blitzgefahr) lag. Nun hatten wir die Auswahl zwischen unzähligen Weiden die umgeben von Tümpeln, Flüssen und Büschen lagen. Um die Kuhfladen kümmerten wir uns dabei nur wenig.

In Kutaissi blieben wir ein paar Tage und besuchten den Sataplia Nationalpark mit der gleichnamigen Tropfsteinhöhle sowie die Prometheushöhle die mit 1400 begehbaren Metern besonders beeindruckend war. Von Kutaissi aus wurde es dann windig (natürlich von vorn) und hügelig. Mir graute es etwas vor dem Anstieg auf 1000 Meter Höhe, denn das Thermometer stieg und stieg und schon auf flachen Strecken tropfte mir der Schweiß von der Nase. 47°C zeigte der Tacho an, als ich mein Rad bei einer Pause in der Sonne parkte. Doch wir hatten Glück – auf der Strecke gab es genügend öffentliche Wasserhähne und alle paar Kilometer eine Gruppe von Straßenständen an denen wir Obst und Beeren kaufen konnten.

Die ersten knapp 40 Kilometer folgt die Straße dem Flusslauf, dann geht es stramm bergauf. Hinter einer Kurve schnaufe ich einem Schild entgegen. 8% Steigung zeigt es an. Ich erschrecke. Wenn dieser Anstieg schon so schwer war, wie soll ich denn dann die 8% schaffen? Doch erstaunlicherweise wird von hier an alles etwas flacher und bald haben wir es bis zum Tunnel geschafft. Ich schalte den Dynamo an, Roberto schnappt sich die Taschenlampe und schon sausen wir auf der anderen Seite wieder heraus. Es geht eine Weile bergab und zum Glück ist die Straße gut asphaltiert denn so können wir es uns gut gehen lassen und einfach rollen.

Parallel zum Pass gibt es auch eine Nebenstraße mit der wir geliebäugelt haben. Zum Glück trafen wir kurz vor der Abbiegung das deutsche Paar, das gerade von dort kam. „Wir mussten sogar die Schuhe ausziehen und barfuß durch den Schlamm laufen, die Räder haben sich kaum noch gedreht!“, jammerten die beiden und rieten uns dringend von diesem kleinen Umweg ab. Da haben wir aber Glück gehabt. Einige Kilometer hinter dem Pass suchten wir uns dennoch eine Nebenstraße. Auf den kostenlosen Landkarten der Touristeninformationen war sie nur undeutlich eingezeichnet, also hielten wir uns immer an die tiefsten Reifenspuren. Wir genossen die Nebenstraße sehr, denn teilweise war sie asphaltiert und es gab so gut wie keinen Verkehr. Zu unserer linken blickten wir auf den großen Kaukasus in der Ferne und zur rechten auf den Kleinen. Dazwischen waren nur wir, ein paar Bienen und Vögel, hin und wieder ein Dorf und unzählige kunterbunte Blumen auf den satten Feldern. Leider war der Spaß bald vorbei, denn wir erwischten scheinbar doch eine falsche Abbiegung und landeten kurz vor Gori wieder auf der Hauptstraße.

Die Hauptstraße verwandelte sich bald in eine Autobahn mit breitem Seitenstreifen und wir fuhren wieder schneller. Bis Tiflis gab es kaum Verkehr und von der befürchteten Rushhour spürten wir nichts. Die Fahrer waren sehr rücksichtsvoll, das schließt sogar Taxi- und Busfahrer ein, die uns sonst gerne aus dem Weg hupen und quetschen.
Wir empfinden Tiflis als sehr schön. Wie in den meisten georgischen Städten fuhren wir zunächst durch alte graue Hochhäuser aus Sowjetzeiten. Besonders einladend sind Stadtränder ja selten. Doch je weiter wir uns dem Zentrum näherten, umso mehr moderne Gebäude mischten sich dazwischen. Als wir schlussendlich durch die Altstadt radelten waren wir hellauf begeistert von so viel moderner Architektur, Kirchen und Statuen.

Wir blieben fast zwei Wochen in Tiflis, denn wir haben viel Arbeit angesammelt und viele Freundschaften geschlossen. Als wir uns sicher sind, dass trotz vermehrter Unruhen an der Berg-Karabach Grenze keine Gefahr für uns besteht, machen wir uns endlich auf zur Weiterfahrt. Auf dem Weg nach Süden wird die Landschaft karger. Die ganze Zeit war es grün um uns, saftige Weiden und Bäche sahen wir zu allen Seiten. Nun blickten wir auf vertrocknete Hügel und karge Getreidefelder. Als sich doch ein Fluss kreuzte nahmen wir die Gelegenheit beim Schopfe und schlugen – in respektvollem Anstand natürlich – unser Zelt auf. Am nächsten Morgen konnten wir uns mit einem Bad im Fluss und frisch gewaschener Wäsche von Georgien verabschieden, denn es waren nur noch ein paar Kilometer bis zur armenischen Grenze.

Die Visaprozedur ging schnell und unkompliziert und schon waren wir im gefürchteten Armenien. Armenien verbinde ich mit Bergen. Berge verbinde ich mit Anstiegen und Anstiege mit Muskelkater, schlechter Laune und Krämpfen im Nacken. Dennoch haben wir uns gegen Aserbaidschan und für Armenien entschieden. Der Auslöser war das weit günstigere Visum, die wunderschöne Landschaft und die Lust in ein Land zu fahren, das nicht auf der typischen Nach-Osten-Fahrer-Route liegt. Nun radeln wir durch die armenischen Berge und ich bin hellauf begeistert von den gastfreundlichen Menschen und der Natur. Unser nächstes Ziel heißt Iran. Dort wollen wir so viele Visa wie möglich für die nächsten Länder beantragen. Damit wir dabei nicht in Verzug kommen und am Ende in Nordchina eingeschneit werden, müssen wir uns wohl etwas sputen. Wir hoffen auf Rückenwind und gnädige LKW-Fahrer an den schlimmsten Anstiegen.
Text / Fotos: Annika Wachter. Zurzeit unterwegs mit dem Rad um die Welt.
Schick und funktional: Radmode für die Stadt
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Wer mit dem Rad zur Arbeit fährt, braucht passende Kleidung. Schön, dass es davon immer mehr gibt. Wir zeigen Radlers neue Kleider. Sie haben Taschen, in denen das Smartphone trocken bleibt, sie schützen den Anzug vor Straßendreck, sie leuchten im Dunkeln leuchten und bewahren vor dunklen Flecken unter den Achseln.
Funktionsbekleidung schützt vor Regen und Wind und sorgt für ein gleichbleibendes Mikroklima zwischen Haut und Stoff. Übliche Outdoor- und Radbekleidung erfüllt genau diese Anforderungen, hält jedoch der eigenen Stilprüfung oft nicht stand. Hier setzt moderne Fahrradmode an, die den Spagat zwischen Funktion und Fashion meistert.

Eine ganze Kollektion widmet Vaude dem Thema „urbanes Radeln“. Dass dabei weder Funktion noch Stil dem jeweils anderen zum Opfer fallen, beweist beispielsweise die elegante Alltagsjacke „Westway-Jacket“, die ihre (Rad-)Funktionen zu verbergen weiß: Im Kragen der Zweilagenjacke versteckt sich eine Kapuze; ausklappbare, mit Reflexmaterial versehene Stulpen an den Ärmeln schützen die Hände vor Kälte und Nässe. Eine Rückenverlängerung, ebenfalls reflektierend, hält das Gesäß bei Regen trocken. „Wir haben uns zum Ziel gesetzt, ein klimaneutrales Unternehmen zu werden. Beim Unternehmensstandort an der Firmenzentrale Tettnang haben wir es kürzlich geschafft und motivieren weiterhin unsere Mitarbeiter, möglichst oft mit dem Rad zur Arbeit zu kommen. Das hilft nicht nur der Umwelt, sondern schafft wichtige Erfahrungswerte bei der Entwicklung neuer Produkte“, erläutert Stephanie Haid von Vaude. Noch modischer orientiert ist die neue Allweather Commuter Trucker Jacket von Levis, mit der die Jeansmarke diesen Sommer ebenfalls in die Radmode einsteigt (siehe Galerie).

Schickes Beinkleid statt „Lycra-Tight“
Klassische Jeans und Chinos werden von urbanen Radlern gern getragen, denn zivile Optik geht im Alltag vor. Dass diese Hosen jedoch nicht fürs Pedalieren gemacht sind, merkt man spätestens auf langer Strecke oder bei Nässe. „Erst spezielle Stoffe und Schnitte machen aus der Alltagshose ein funktionelles Beinkleid ohne stilistische Einbußen. Fahrradfahren ist hipper denn je und die Modeindustrie nimmt sich des Themas an“, weiß Kieran Riley vom britischen Bekleidungshersteller Rapha (www.rapha.cc), der frühzeitig das Potential urbaner Radbekleidung erkannte. Bei den Briten findet man eine ganze Reihe stilsicherer und speziell auf Radfahrer zugeschnittener Alltagshosen, etwa das Modell „City Trousers“ (180 Euro).

Auch Levis hat mit der 511 Commuter Jeans einen Klassiker radtauglich gemacht (109 Euro). Bei Levis sind Stretch, Reflektoren, verstärktes Gesäß und eine wasserabweisende Nanosphere Beschichtung sowie radspezifischer Schnitt ebenfalls selbstverständlich.
Für Laptop, Lippenstift & Co.: Clevere Taschen für den Radalltag
Die Umhängetasche macht dem Rucksack als täglichem Wegbegleiter starke Konkurrenz, gerade auf dem Velo. „Heute gehören Umhängetaschen im Kurierstil schon fast zur Grundausstattung urbaner Radler. Die lassen sich bequem tragen und auf den Inhalt kann schnell zugegriffen werden, ohne die Tasche abzusetzen“, erläutert Torsten Mendel von Abus (www.abus.de) die Vorteile des Taschentyps.

Was moderne Taschen sonst noch bieten, lässt sich gut am Abus-Modell ST 8600 Dryve verdeutlichen: Es ist dank verschweißter Nähte und versiegelter Reißverschlüsse komplett wasserdicht, stellt verschiedene Fächer bereit und sorgt durch einen Hüftgurt für einen festen Sitz am Körper.
Körperlos hingegen funktionieren Radtaschen, die sich am Gepäckträger befestigen lassen. Diese praktischen Raumwunder sind vor allem auf Touren oder Radreisen beliebt, bieten aber auch auf den täglichen Wegen den Vorteil eines freien Rückens.

Dass dieses Taschenkonzept auch den Ansprüchen von „Büromenschen“ genügt und einen im Alltag nicht nach Radabenteurer ausschauen lässt, zeigt sich an Modellen wie dem „Workit Classic“ von Racktime (109,90 Euro, www.racktime.com). So bietet die Bürotasche reichlich Fächer fürs tägliche Transportgut, clevere Organizer schaffen dabei Ordnung und eine Regenhülle hält Laptop und Dokumente trocken. „Das integrierte Ortlieb-QL2 Befestigungssystem passt an alle handelsüblichen Gepäckträger und ist abdeckbar. Das schützt die Kleidung beim Schultern der Tasche, ist man zu Fuß unterwegs“, erklärt Peter Ronge von Racktime.
Quelle: pd-f / td / Jan Gathmann
Fahrradtour in Kopenhagen GPS-Daten



„Sykkelbyen“ heiß auf dänisch „Fahrradstadt“ und ist schon so etwas wie der Zweitname von Kopenhagen. Metropolen rund um die Welt eifern Dänemarks Hauptstadt nach, wenn es drum geht, mehr Menschen aufs Rad zu bringen. Katja Goll hat auf einer Citytour selbst erfahren, was dran ist am Mythos Kopenhagen. Den GPS-Track ihrer Stadtrundfahrt finden Sie hier ebenso wie weiterführende Infos.
GPS-Daten: .gpx-Track Kopenhagen von Katja Goll DOWNLOAD
Geführte Radtouren
www.copenhagen-tours.dk
Geführte Radtouren in Kopenhagens Umgebung (Nordseeland):
www.cykelsafari.dk
Fahrradverleih
www.cph-bike-rental.dk
www. baisekeli.dk
www.rentabike.dk
Infos zur Fahrradstadt
www.kk.dk/cityofcyclists
www.copenhagenize.com
www.cycling-embassy.org
www.visitdenmark.com
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Tasting Travels: Von der Türkei nach Georgien

Batumi, Georgien, 30.05.2012
Seit September 2011 sind wir, Annika and Roberto, unterwegs von Bremen um die Welt. Die Türkei haben wir von Südwesten nach Nordosten durchradelt und nun haben wir es nach Georgien geschafft.
Die Türkei ist ein problemloses Land zum Radfahren, auch wenn es kaum andere Radler gibt. Wir halten uns größtenteils an die Hauptstraßen und haben meistens einen breiten Seitenstreifen ganz zu unserer Verfügung. Dörfer mit kleinen Läden gibt es genügend und auch an Fahrradläden mangelt es nicht. Diese sind zwar eher provisorisch, aber in vielen Städten gibt es auch Fachmänner mit spezialisiertem Angebot.

Das Landesinnere der Türkei begeistert uns mit seinem Abwechslungsreichtum. Fast jeden Tag entdecken wir etwas Neues. Mal sehen wir bis zum Horizont nur Kartoffelfelder, mal Nadelwälder, mal rote Erde, mal schneebedeckte Gipfel und mal Steppe. Seitdem wir die Schwarzmeerküste erreicht haben und gen Osten fahren, zieren sattgrüne Hügel den Weg.

Die Küstenstraße hat für mich persönlich (ich bin im norddeutschen Flachland aufgewachsen) einen weiteren Vorzug: Es gibt keine Berge! Zum ersten Mal in diesem Jahr bleibt es wirklich flach. Kein versteckter Anstieg, keine unerwarteten Pässe, es geht einfach geradeaus. Auf dem Weg durchs Landesinnere wurden uns immer wieder angeblich flache Strecken prophezeit, die sich dann aber als längere Anstiege von über zehn Kilometern entpuppten. Wenigstens ging es auf dem Weg von Fethiye über Ankara bis nach Samsun nur selten steil bergauf.
Wir freuen uns über den flachen Weg und die gute Straße und fahren schnell. Noch vor der Stadtgrenze von Samsun hat die Eile ein Ende, denn wir werden spontan beim Ersatzschläuche kaufen von einer netten Frau zu Pide (längliche Pizza) eingeladen. Erst mittags verlassen wir die Stadt und schon nach 20 Kilometer wird wieder angehalten: wir sollen an einer Tankstelle mit dem Besitzer Tee trinken. Zehn Kilometer später gibt es noch mehr Tee und nach nur 55 Kilometern gibt es ein zweites Mal Pide. Wir sind immer noch satt und machen das auch klar, doch unseren Gastgeber Bayram interessiert das nicht. „Ihr seid satt? Na dann nur eine kleine Portion.“, sagt er und bestellt trotzdem eine große für jeden. Zahlen lässt er uns nicht.

Je östlicher wir fahren umso außergewöhnlicher wird die türkische Gastfreundschaft. An der östlichen Schwarzmeerküste leben viele Menschen der Volksgruppe der Lasen, die dafür bekannt sind, impulsiv und extrem gastfreundlich zu sein. „Sag niemals ,nein‘ zu einem Laz!“ warnte uns unser Freund Levent in Ankara und er hat Recht behalten. Unsere unzähligen Gastgeber halten eine Ablehnung ihrer Angebote für reine Höflichkeit und da sie nur das Beste für uns wollen setzen sie ihren Plan, uns durchzufüttern und Schlafmöglichkeiten zu finden einfach durch. Die Lasen und Türken sind neugierig auf Ausländer, möchten mehr über neue Kulturen erfahren und präsentieren ihre Gäste allen Nachbarn, Freunden und der ganzen Familie. So kommt es dass wir selten weite Strecken zurücklegen und viel mehr essen als nötig.
Wir lernen unzählige nette Menschen kennen, schlafen im Zelt in einer Haselnussplantage, auf dem Boden im Nebenraum eines Teehauses, im Haus eines Busfahrers, in der Berghütte eines Teetransporteurs und in unserer letzten Nacht in der Türkei zelten wir am Strand.
Die Landschaft an der Küste ist wunderschön. Zunächst fahren wir durch Haselnussplantagen, sattgrüne Hügel und Wälder und dann durch Teefelder. Da gerade Erntezeit ist, treffen wir ganze Dörfer in den Feldern und versuchen uns auch kurz beim Ernten.

Mit gemischten Gefühlen fahren wir der georgischen Grenze entgegen. Wir haben unsere Zeit in der Türkei sehr genossen, viele Freundschaften geschlossen, können kurze Gespräche auf Türkisch führen, kennen die türkische Küche und haben uns an den Komfort eines breiten Seitenstreifens gewöhnt. Wir fühlen uns sehr heimisch. Doch wir freuen uns auch sehr auf neue Abenteuer.
Gleich zwanzig Kilometer hinter der Grenze liegt die Stadt Batumi. Die Straße wird wegen Bauarbeiten umgeleitet und wir fahren durch Kiesel, Schlaglöcher und aufgeplatzten Asphalt. Doch Batumi selbst überrascht und mit einer Radstrecke die die ganze Küste entlangführt. An der Fahrradspur liegen 22 Mietradstationen und zum ersten Mal seit langer Zeit entdecken wir öffentliche Fahrradständer. In Zukunft soll diese Strecke bis zur türkischen Grenze weitergebaut werden.

In Batumi gewinnen wir unsere ersten Eindrücke von der neuen Sprache, der neuen Schrift und der neuen Kultur. Es gibt eine weitere Stunde Zeitunterschied und wir freuen uns auf lange Radelabende, denn die Sonne geht erst um 21 Uhr unter. Statt Tee werden wir zu Wodka und Bier eingeladen, statt Pide gibt es mit Käse gefüllte Blätterteigtaschen und statt Moscheen hören wir Kirchenglocken läuten.
Wir gewöhnen uns einige Tage lang ein, schwimmen im Meer, bummeln durch die schöne Altstadt und machen einen Ausflug zum botanischen Garten der am nördlichen Ende des Radweges liegt.
Da Roberto wieder drei Speichen brechen, lernen wir auch gleich den Fahrradladen kennen, der klein aber gut besucht ist. Dort findet sich auch das passende Werkzeug um das Ritzelpaket abzuschrauben, die Speichen auszuwechseln und das Rad exakt zu zentrieren.
Nun geht es weiter in Richtung Hauptstadt. Wir sind gespannt, was Georgien uns zu bieten hat.
Text / Fotos: Annika Wachter www.tastingtravels.com
Autofreie Radtouren in Schweden

Auf insgesamt 220 Kilometern völlig autofrei die Natur der Provinz Värmland vom Strand des Sees Vänern bis in die wilden Wälder im Norden der Region entdecken – diese Möglichkeit bietet der Inlineskate- und Radwanderweg Klarälvsbanan in Kombination mit dem Klarälvsleden und einem 10 Kilometer langen Fahrradweg von Mörudden am Vänern bis zum Start der Klarälvsbanan in Karlstad. Die Klarälvsbanan, die sich von Karlstad im Süden bis Uddeholm im Norden über 90 Kilometer erstreckt, ist drei Meter breit und teilweise behindertengerecht, da sie entlang des Flusses Klarälven komplett über einen ehemaligen asphaltierten Bahndamm führt. Übernachtungsmöglichkeiten sowie Aktivitätenangebote gibt es ebenfalls in den verschiedenen Orten, beispielsweise eine Floßtour auf dem Klarälven. Weitere Informationen sind unter www.klaralvsbanan.se zu finden. Hier werden auch verschiedene Fahrradurlaubpakete angeboten, unter anderem mit Fahrradverleih, Übernachtung, Verpflegung und weiteren Aktivitäten. Weitere Infos: www.varmland.se.
Quelle: visitsweden.com
Radtouren in Freiburg GPS-Daten
Ob klassischer Drahtesel, modernes Stadtrad, Cruiser, Rennrad oder Mountainbike. In Freiburgs Straßen und Gassen trifft man so ziemlich jede Radgattung an, die es gibt: Der Gastrokritiker Wolfgang Abel spöttelte einmal scharfzüngig über die „Hauptstadt der Liegeradfahrer“, fest zum Stadtbild gehören natürlich noch Handräder, Einräder, Laufräder, Chopper, Falträder – alles zu besichtigen auf dem Dreisamradweg, der einmal längs durch die Stadt entlang des beschaulichen Flüsschens Dreisam führt und so etwas wie die Hauptverkehrsachse von Freiburgs radfahrender Bevölkerung darstellt.

Doch auch rund um die Fahrradstadt im Breisgau wimmelt es nur so von Radfahrern. Denn Mountainbiker und Rennradfahrer finden hier fordernde Anstiege und spaßfördernde Abfahrten, Tourenradler kommen in den langgezogenen Tälern, im nahen Kaiserstuhl und am Ufer der Dreisam auf ihr Kosten. Patrick Kunkel hat vier Touren zusammengestellt. Hier finden Sie eine komprimierte Datei mit den einzelnen Etappen zum Download.

GPS-Daten: .gpx-Track des Autors Patrick Kunkel zum DOWNLOAD
Hase-Ems-Radweg GPS-Daten

Zusammen mit der Ems bildet die Hase die Kulisse für den Hase-Ems-Radweg, einen familienfeundlichen Rundkurs durch eine weitläufige Moor- und Heidelandschaft, der einen Besuch lohnt.Über 325 Kilometer schlängelt sich der Weg entlang der beiden Flüsse und gestattet dabei auch spannende Einblicke in die industriegeschichtliche Tradition der Region, die einst für ihre Textilwirtschaft Weltruhm genoß.

Der lückenlos beschilderte Radweg ist vorbildlich ausgebaut und verläuft überwiegend auf asphaltierten Radwegen. Dabei bleiben unbefestigte Wald- und Feldwege die Ausnahme. Wegen den fast völlig steigungsfreien Etappen (abgesehen von Melle nach Osnabrück) ist die Hase-Ems-Tour auch für Familien mit Kindern sehr zu empfehlen. Sie kann mit jeder Art Fahrrad gefahren werden.
GPS-Daten: .gpx-Track Hase-Ems-Radweg des Autors Klaus Herzmann zum DOWNLOAD.
Weitere Infos
Hasetal Touristik GmbH
Langenstr. 33
49624 Löningen
Tel: (05432) 599 599
info@hasetal.de
www.hasetal.de
