Start Blog Seite 19

Gecheckt: Handy-Halterungen für den Lenker

web shutterstock 432970111Das Smartphone zur Navigation zu nutzen, ist so naheliegend wie einfach. Die größte Herausforderung ist die sichere Befestigung des Handys am Lenker. Wir haben verschiedenen Systeme unter die Lupe genommen.

Text & Foto: Thomas Froitzheim
 

Worauf kommt es an, wenn das Smart­phone­­ am Fahrradlenker montiert werden soll? Klar, das gute Stück muss zunächst einmal absolut sicher befestigt sein. Schon ein einziger Sturz vom Lenker kann dem elektronischen Begleiter den Garaus machen. Denn draußen heißt der Gegner eher Asphalt als Teppichboden, die Fahrtgeschwindigkeit steigert die Kollisionsenergie, und selbst, wenn der Sturz überlebt wurde, kann der nachfolgende Autoreifen für den Exitus sorgen.

Gesucht ist deswegen: das schicke Smartphone mit integrierter Fahrradhalterung. Doch kein einziges klassische Smartphone von Samsung, Apple, Sony & Co. ist für die direkte Befestigung am Fahrradlenker konzipiert. Schick verträgt sich leider häufig nicht mit Schutz, und daher wirken beispielsweise Ösen zum Befestigen einer Halteschnur eher uncool, von Gummiummantelungen, versenkten Displays oder dicken Gehäusen ganz zu schweigen. Hersteller kümmern sich in der Regel auch nicht um marken- oder sogar modellbezogene Lenkerhalterungen. Das ist die Spielwiese von Drittanbietern.

Nach Schutz kommt Nutzen

Die Handy-Halterung soll das Smartphone aber nicht nur sicher am Lenker halten, sie soll auch noch komfortabel in der Handhabung sein. Hier punkten Halterungen, die ein schnelles An- und Abnehmen ermöglichen. Noch wichtiger wird dies, wenn das Smartphone während der Reise auch für Fotos herhalten soll. Begleitfaktoren wie sicherer Griff spielen dabei eine entscheidende Rolle, denn wem das Handy während der (De-)Montage aus den Händen rutscht, der hat mit dem festesten Sitz nichts gewonnen.

Ein weiterer entscheidender Faktor ist die Lesbarkeit des Displays am Lenker. Gerade beim Fahrradfahren bleibt das Smartphone in einer so großen Entfernung zum Auge, dass Karteninhalte und Nachrichten vor allem für ältere Nutzer oder Brillenträger häufig schwer zu entziffern sind. Wenn das Smartphone am Lenker dann noch wackelt oder im falschen Winkel montiert ist, kann dies schon das Aus für die Leserlichkeit bedeuten.

Aus diesem Grunde ist jede Schutz­hülle bereits ein systembedingter Minuspunkt, denn selbst bei bester Transparenz treten fast immer Spiegelungen auf, von Kondenswasser, Verschmutzungen und Verkratzungen ganz zu schweigen. Wer auf Ablesbarkeit Wert legt, sollte sein Smartphone also möglichst ohne Schutzhülle betreiben.

Das Smartphone-Display sollte – ähnlich wie ein Rückspiegel – zur optimalen Betrachtung flexibel ausrichtbar sein – und zwar ohne Werkzeug. Das ist besonders bei unterschiedlichen Sonnenständen hilfreich. Eine Halterung kann diese Aufgabe auf zweierlei Wegen erfüllen: entweder durch ein Kugelgelenk oder durch eine nicht zu feste Anbringung, sodass sie mit sanftem Druck um den Lenker drehbar bleibt. Die Kugelgelenk-Ausführungen sind zwar flexibler und eignen sich insbesondere für mehrfach geschwungene Lenker, vergrößern durch ihre Ausmaße aber die Distanz zwischen Lenker und Smartphone und erhöhen damit das ­Vibrationsrisiko.

Funktionalität an oberster Stelle

Sämtliche Befestigungsarten behindern mehr oder weniger die Funktionen des Smart­phones­. Also: Vor dem Kauf testen, ob die Tastenfunktionen sowie die Kabelanschlüsse nicht eingeschränkt werden – vor allem die Einschalttaste und die Öffnungen für die Energiezufuhr. Auch hier sehen wir noch eine Hausaufgabe für Entwickler, denn induktives Laden ist am Fahrradlenker noch ungewöhnlich.

Ein weiteres Thema ist Nässe. Viele Smartphones sind zwar inzwischen gegen Spritzwasser geschützt, aber gerade am Lenker kann sich Regenwasser in Ecken stauen und dann langfristig ins Smartphone eindringen – nicht zuletzt durch den Fahrtwind getrieben. Bei Nässe ist ein Display (zumindest die inzwischen üblichen kapazitiven) nicht mehr bedienbar – auch Regenhüllen helfen hier nur bedingt.

Auch bei schönem Wetter können Hüllen eher zum Problem als zur Lösung werden. Denn starke Sonneneinstrahlung lässt das Handy im wahrsten Sinne des Wortes braten. Zwar besitzen Smartphones automatische Abschaltvorrichtungen, aber wenn der Akku längere Zeit höheren (oder auch sehr tiefen) Temperaturen ausgesetzt wird, verkürzt das seine Lebensdauer.

Wer also häufig bei starker Sonneneinstrahlung unterwegs ist, sollte keine Hülle nutzen, denn sie bieten in der Regel keine aktive Belüftung. Und wer wirklich bei Wind und Wettern unterwegs ist, der sollte über die Anschaffung eines Outdoor-Smartphones nachdenken. Das kommt ohne Hülle aus und das Display kann mit einem kleinen Lappen einfach wieder abgewischt werden…

Den kompletten Artikel, in dem wir auch einige Systeme mit ihren Vor- und Nachteilen vorstellen, lesen Sie in RADtouren 4/2020.

Geländetauglich: Neuer Weltenbummler von und für Tout Terrain

silkroad 1 244a2604
Mit dem „Silkroad II“ kann die nächste Weltreise kommen. Foto: Tout Terrain

Die Fahrradmarke Tout Terrain hat den Expeditions-Klassiker Silkroad überarbeitet und weiterentwickelt. Das neue Silkroad II kommt unter anderem mit optimierter Touren-Rahmengeometrie, neuen System-Gepäckträgern, Steckachsen, wahlweise 26- oder 27,5“-Laufrädern und einem neuen Rohrsatz daher. Mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 180 Kilo meistert das „moderne Stahlwunder“, wie der Hersteller es nennt, jede Belastungsprobe und soll selbst schwer beladen noch wendig bleiben. Alle Silkroad-Modelle können individuell konfiguriert werden, von der Farbe bis zum Antrieb, und werden in Handarbeit in Gundelfingen bei Freiburg gefertigt. tout-terrain.de

Wingee-Schutzbleche jetzt auch zur Nachrüstung

wingee hebie schutzblech
Wingee-Schutz­bleche: reduziert, praktisch, elegant. Foto: Wingee

Bisher waren die Wingee-Schutzbleche von Hebie nur für Hersteller verfügbar, jetzt können auch Endkunden die schmucken Schutzbleche kaufen und ihre Räder damit nachrüsten. Gefertigt aus stabilem Aluminium, sind die Wingees schön steif, weshalb nur wenige Fixierungspunkte notwendig sind. Zudem ist das Blech mit Gepäckstreben ausgestattet, die das Einhängen von Seitentaschen ermöglichen und vor allem Puristen erfreuen werden, die auf einen Gepäckträger am Fahrrad gerne verzichten möchten, ohne sich dabei allzu sehr in den Transportmöglichkeiten einzuschränken. Die Lastaufnahme der Gepäckstreben hinten ist pro Seite für maximal acht Kilo ausgelegt. wingee.bike

Sicherheit geht vor

trelock fs 480 lifestyle 04
Handlichkeit trifft Sicherheit – das neue Trelock FS 480. Foto: Trelock

Faltschlösser schneiden in Sachen Sicherheit bei diversen Tests meist am besten ab. Trelock hat beim neuen FS 480 COPS auch die Handhabung nicht aus dem Auge verloren. So ermöglicht ein um 360 Grad drehbarer Schlosskopf das An- und Abschließen und dank IN-X-Schließzylinder lässt sich der Schlüssel beidseitig verwenden. Zur Auswahl stehen zwei Größen:
kompakt mit 100 Zentimetern effektiver Schließlänge und extra­lang mit 130 Zentimetern. 
trelock.de

Neues Radrunden-Glück in Imst

web imst tirolwerbung 1260879
Entlang der Via Claudia Augusta führt die Gurgltal Fernsteinsee Runde, die mit lediglich 316 Höhenmetern und 38 Kilometern auch für Familien einfach zu bewältigen ist. Foto: Imst Tourismus/Wyhlidal West

Auf drei neuen Radrunden können Genussradler und ambitionierte Biker die prächtige Bergwelt im Herzen der Tiroler Alpen erobern. Für jeden ist hier etwas dabei: eine leichte, eine mittelschwere und eine anspruchsvolle Runde. Die Gurgltal Fernsteinsee Runde ist eine wahre Genuss-Tour in Talnähe, auf der Sie auch ein Stück einem beliebten Fernradweg folgen, der Via Claudia Augusta. Ein entspannter Spaß und eine Auszeit für die ganze Familie.

Mehr Power in den Beinen und mehr Luft in den Reifen brauchen Sie auf der Tschirgant- und der Almenrunde, die sich an fortgeschrittene beziehungsweise erfahrene Mountainbiker richten. Technische Fähigkeiten vorausgesetzt, helfen im Zweifelsfall die E-MTBs, die Imst Tourismus verleiht.
imst.at

RADtouren 4/2020

  • Schwarzwald: Genussradeln von Bachtal zu Bachtal
  • Ostbayern: Unverfälscht und echt
  • Berlin: Jetzt die Hauptstadt erkunden
  • Georgien: Abenteuer im Kaukasus
  • Test: Touren-Reifen auf dem Prüfstand
  • Gecheckt: Was taugen Handy-Halterungen für den Lenker?
  • Kaufberatung: Welches Gravelbike passt zu Ihnen?
  • Gut zu haben: Clevere Helme

Buchtipp: Wir fahren nach Deutschland!

urlaubsglucc88ck

Machen wir aus der Not eine Tugend und entdecken wir Deutschland neu! Inspiration dazu bietet das Buch „Urlaubsglück in Deutschland“. Ein Buch voller Reisetipps, Aktivitäten und Ideen für den Urlaub im eigenen Land – nicht nur, aber auch auf dem Rad. Egal ob verrückt, romantisch, gruselig, kreativ,
kurios, spannend oder sportlich, mit diesem Buch wird es einem auch in der Heimat garantiert nicht langweilig.

„Urlaubsglück in Deutschland“, Gräfe und Unzer Verlag.
352 Seiten, 20 Euro (DE)/20,60 Euro (AT), ISBN 978-3-8342-3261-8

Die „Tour de Fries“ – Mit dem Rad durch Friesland

p5i2119 fahrrad fahren in dangast2 web

Advertorial – Im Norden Niedersachsens, direkt am UNESCO-Weltnaturerbe Wattenmeer, liegt der Landkreis Friesland. Die flache Landschaft mit ihren vielen Landschaftsbildern ist die perfekte Voraussetzung für einen abwechslungsreichen und entschleunigten Urlaub an der Küste und im Binnenland.

Die etwa 280 Kilometer lange Rundroute „Tour de Fries“ führt durch den Landkreis Friesland sowie die angrenzenden Landkreise Wittmund und Ammerland, und lädt dazu ein, die Region mit dem Drahtesel zu erkunden.

kaiser wilhelm brucc88cke wilhelmshaven web

Start- und Endpunkt der Route ist Wilhelmshaven, die Marine- und Hafenstadt am Jadebusen. Wilhelmshaven ist vielen bekannt durch den Tiefwasserhafen JadeWeserPort, als größter Marinestandort Deutschlands sowie durch Großveranstaltungen wie das „Wochenende an der Jade“.

Von Wilhelmshaven aus geht es am Jadebusen entlang in die Gemeinde Sande mit seinem historischem Gut Altmarienhausen und dem malerischen Wasserschloss Gödens. Weiter geht es durch die Gemeinde Zetel Richtung Küste, ins Nordseebad Dangast und zum ersten Etappenziel Varel.

Die zweite Etappe führt von Varel aus ins Ammerland. Hier lohnt sich zum Beispiel ein Besuch im Rhododendronpark. Aus Westerstede hinaus verläuft die Route weiter Richtung Bockhorn, wo die zweite Etappe endet.

Die dritte Etappe führt aus Bockhorn hinaus direkt in das Naturschutzgebiet Neuenburger Urwald. In Neuenburg angekommen, lädt das Neuenburger Schloss mit seinem Skulpturenpark zu einem Stopp ein. Vorbei an der Rutteler Mühle geht es weiter nach Wiesmoor. Die Blumenstadt verlassend, führt die Tour de Fries ein Stück am Ems-Jade-Kanal entlang, durch Wiesede hindurch nach Friedeburg, dem nächsten Etappenziel.

schortens accumer muehle bruecke web

Die vierte Etappe bringt Sie durch die typische Wallheckenlandschaft über Reepsholt und Leerhafe nach Wittmund. Von hier aus radelt man weiter durch die Orte Berdum und Altfunnixsiel, entlang der Harle nach Carolinensiel und Harlesiel. Parallel zur Nordsee und durch das Wangerland endet diese Etappe im beschaulichen Küstenbadeort Minsen-Förrien.

Noch mehr Nordseeluft schnuppert man während des weiteren Tourenverlaufs entlang der Küste in Richtung Horumersiel, Schillig und Hooksiel. Von Hooksiel aus führt die Tour de Fries durch Wiesen und Felder nach Jever, dem Ziel der fünften Etappe.

Die finale Etappe schließlich führt aus der historischen Marienstadt heraus nach Schortens. Hier lohnt ein Besuch im Klosterpark, ein Kleinod mit uralten Bäumen. Durch den Ort Accum, mit seiner noch funktionstüchtigen Accumer Mühle, verläuft die Tour wieder zurück in die Marine- und Hafenstadt Wilhelmshaven.

Weitere Informationen erhalten Sie unter www.friesland-touristik.de.

Kontakt:
Friesland-Touristik Gemeinschaft
Wilhelmshaven Touristik & Freizeit GmbH
Banter Deich 2
26382 Wilhelmshaven
Tel: 0 44 21 / 91 300 17
touristik@friesland.de

Schwarzwald

web blick in das schiltachtal 17jpg

Viele träumen vom Radeln im wunderschönen Schwarzwald, aber so mancher scheut die anstrengenden Aufstiege. Dass es auch gemütlicher zugehen kann, erfahren Sie auf dem idyllischen 238 Kilometer langen Kurs, den wir Ihnen hier vorstellen.

Text & Foto: Hans Kothe

Murg- und Kinzigtal-Radweg sind durchweg gekennzeichnet. Im Rheintal gibt es Alternativrouten: Entweder radelt man anstrengungsfrei am Rhein entlang oder durch die ebenen Obstplantagen. Landschaftlich am schönsten präsentiert sich der Badische Weinradweg am Rande des Schwarzwaldes durch die Rebhänge. Allerdings ist diese Route bergig mit herausfordernden Steigungen.

Die Gesamtstrecke ist überwiegend asphaltiert und verläuft zumeist auf separaten Radwegen und wenig befahrenen Landstraßen. Im Hochschwarzwald gibt es auch ein paar unbefestigte Waldabschnitte. Bis auf wenige Ausnahmen sind die Anstiege moderat und gut zu bewältigen, sodass ein einfaches Rad mit ordentlicher Reifenbreite und bergtauglicher Schaltung ausreicht.

Den vollständigen Beitrag lesen Sie in RADtouren 4/2020.
 

An- und Abreise

Mit dem Auto nach Rastatt: Berlin: 700 km; Hamburg: 650 km; Dresden: 570 km; Köln: 325 km; München: 315 km

Mit der Bahn nach und von Rastatt: Da die Rheintalbahn Rastatt gut anbindet, ist die An- und Anreise problemlos.

Etappen

1. Etappe Rastatt – Kloster­reichenbach  60 km

2. Etappe Klosterreichenbach – Hausach  59 km

3. Etappe Hausach – Oberkirch  53 km

4. Etappe Oberkirch – Rastatt  66 km

Sehenswertes

Rastatt: Barockresidenz, Stadtkirche St. Alexander, Pagodenburg, Rathaus, Schloss Favorite

Bad Rotenfels: Schloss, Unimog-Museum

Gernsbach: Schloss Eberstein, Altes Rathaus, Storchenturm, Flößermuseum „Haus Kast“

Forbach: St. Johannes, Maria-Hilf-Kapelle, Historische Holzbrücke

Baiersbronn: Hauff’s Märchenmuseum

Freudenstadt: Stadtkirche, Heimatmuseum, Marktplatz, Friedrichsturm

Loßburg: Heimatmuseum Altes Rathaus

Alpirsbach: Museum für Stadtgeschichte, Klostermuseum mit Klosterkirche, Brauereimuseum, Glasbläserei

Schenkenzell: Ruine Schenkenburg

Schiltach: Apothekermuseum, Hansgrohe-Museum für Wasser, Bad und Design und Aquademie, Museum am Markt, Schüttesägemuseum, Historische Altstadt

Wolfach: Schlosskapelle, Jacobuskapelle, Fürstenberger Schloss

Hausach: Museum im Herrenhaus, Freilicht-Bergbau-Museum „Erzpoche“, Ruine Husen, Dorfkirche

Haslach: Trachtenmuseum, Hansjakob-Museum, Altstadt, Altes Kapuzinerkloster, Gedenkstätte Vulkan, Besucherbergwerk „Gottes Segen“

Gengenbach: Narrenmuseum, Flößerei- und Verkehrsmuseum, Wehrgeschichtliches Museum, Altstadt

Ortenberg: Schloss

Offenburg: Museum im Ritterhaus, Franziskanerkloster, Rathaus, Jüdisches Bad, Fischmarkt, Spitalspeicher

Durbach: Schloss Staufenberg, Wein- und Heimatmuseum

Oberkirch: Ruine Schaumburg, Siplicissimus-Haus

Appenweiher-Urloffen: Meerrettichort

Bühl: Rathaus, Kirche Peter und Paul, Römischer Meilenstein

Baden-Baden: Kurhaus, Festspielhaus, Trinkhalle, Theater, Spielcasino, Friedrichsbad

Unterkunft

Unterkünfte gibt es in ausreichender Anzahl und unterschiedlich komfortabel im gesamten mittleren Schwarzwald.
Unter  
schwarzwaltourismus.de,  murgtal.org und  schwarzwald-kinzigtal.info findet man sicher eine geeignete Übernachtung mit Unterstellmöglichkeit für sein Rad. In der Saison sollte man allerdings reservieren.

Campingplätze sind in Rastatt, Freudenstadt, Wolfach, Steinach und im Rheintal, nahe Offenburg, Achern und Bühl.

Jugendherbergen nehmen Gäste in Freudenstadt, Ortenberg bei Offenburg und Baden-Baden auf.

Karten

Fluss-Radwege Schwarzwald, Bikeline, ISBN: 978-3-85000-338-4, 13,90 Euro, esterbauer.com

GPS

GPX-Track zur Radrunde Schwarzwald

Interview Robbert Rutgrink, Santos: „Macht es einfach“

web santos robbert 1

Der Radhersteller Santos hat sich mit hochwertigen Reiserädern aus Holland einen Namen gemacht. Nach den Niederlanden, Belgien und Australien will Santos nun auch den deutschen Markt erobern. Drei Fragen an Firmengründer Robbert Rutgrink.

RADtouren: 1997 hast du im Alter von 27 dein eigenes Unternehmen gegründet. Was war deine Idee? Gab es nicht schon bereits genügend andere Radhersteller?

Robbert Rutgrink: Na klar, es gab auch damals schon etliche Fahrradhersteller, das hat sich bis heute dummerweise noch nicht geändert (lacht). Leider gibt es viele Räder in mieser Qualität. Genau da wollte ich ansetzen. Unsere Kunden können sich ihr Traumrad online bis ins kleinste Detail zusammenstellen und später bei einem unserer Vertriebspartner abholen. Klar sind unsere Räder nicht ganz günstig – sie beginnen bei etwa 2000 Euro – dafür bekommen die Kunden ein hochwertiges Unikat.

RADtouren: Jetzt wollt Ihr auch in Deutschland durchstarten und arbeitet dafür mit dem deutschen Nachrüster Pendix zusammen. Wie kam es dazu?

Robbert Rutgrink: Auch in Deutschland gibt es viele Fahrradverrückte, die wir glücklich machen wollen. Am Thema E-Bike kommt heute allerdings kein Hersteller vorbei, deswegen suchte ich nach einer Möglichkeit, unsere Räder zu elektrifizieren. Als ich auf den Nachrüstsatz von Pendix stieß, war ich zunächst skeptisch. Je mehr ich mich aber damit beschäftigte, desto besser gefiel mir das System. Außerdem fand ich viele Gemeinsamkeiten beim Anspruch an die Qualität des Produkts.

RADtouren: Santos ist gerade bei Pendlern und Radreisenden sehr beliebt. Warum?

Robbert Rutgrink: Ja, Santos-Fahrer werden nur selten durch eine Panne aufgehalten, das ist bestimmt einer der Gründe. James Bowthorpe zum Beispiel ist 2009 in nur 176 Tagen einmal um die Welt geradelt. Er benutzte dafür ein Santos „Travelmaster“ mit einem Riemenantrieb, der auf eine Rohloff-Nabenschaltung montiert war. So etwas hatte es zuvor nicht gegeben, da waren wir die ersten. James musste den Riemen nur ein einziges Mal austauschen. Oder mein Nachbarn und Freund Mattjis. Auch er ist um die Welt geradelt, hat sich allerdings ein ganzes Jahr Zeit genommen und erzählt heute noch ständig von seinen Erlebnissen. Auf dem Rad die Dörfer abzuklappern, Menschen zu treffen und vielleicht sogar neue Freunde zu finden, das macht für mich den ganz großen Reiz von Radreisen aus. Wer also noch zögert, ob er wirklich losfahren soll, dem kann ich nur zurufen: Macht es einfach! Es gibt immer Gründe, die dagegensprechen, aber noch viel mehr Gründe, es zu tun. Es gibt wahnsinnig viel mehr zu sehen und zu erleben als auf Reisen mit Bus, Bahn oder Flugzeug.

Ostbayern

b17

Sucht man den Freistaat in seiner ursprünglichsten Form, dann ist man hier richtig: Der Osten Bayerns bezaubert mit einer Landschaft von herber Anmut, die von sanften Flusstälern und Hügeln geprägt ist – ein Kleinod abseits der Haupttouristenrouten und für Radler ein echter Geheimtipp.

Text & Foto: Klaus Tscharnke
Den vollständigen Beitrag lesen Sie in RADtouren 4/2020.

Die Tour führt überwiegend über individuell kombinierte Fernradwege. Die dabei genutzten Feld- und Waldwege genügen in der Regel den Anforderungen bepackter Reiseradler. Die Passagen durch das Fichtelgebirge und den Oberen Bayerischen Wald (Arber-Region) sind mit längeren Anstiegen verbunden; eine berggängige Schaltung oder ein E-Bike sind hier von Vorteil. Meist bewegt sich der Radreisende aber entspannt in flachen Flusstälern. Die Tour ist samt Besichtigungstagen in gut zwei Wochen zu bewältigen. Andererseits ist die Tour leicht teilbar. Wegen der guten Bahn-Anbindung bietet sich etwa Regensburg als Schnittpunkt für zwei Ein-Wochen-Touren an.

 

An- und Abreise

Wegen der großen Entfernung zwischen dem Start- und Zielpunkt der Tour, liegt die An- und Abreise mit der Bahn nahe. Drehscheibe für Bahnfahrten nach Bayreuth ist dabei in der Regel Nürnberg. Selbst bei der Anreise aus Berlin läuft es auf ein Umsteigen in Nürnberg (alternativ in Coburg) hinaus. Berliner müssen eine etwa vier- bis viereinhalbstündige Bahnfahrt, Kölner etwa eine fünfeinhalbstündige Bahnreise einkalkulieren.

Mit dem Auto erreicht man Bayreuth über die Autobahn A9.

Etappen

1. Etappe Bayreuth – Bischofsgrün  28 km

2. Etappe Bischofsgrün – Windischeschenbach  54 km

3. Etappe Windischeschenbach – Pleystein  47 km

4. Etappe Pleystein – Schwandorf  70 km

5. Etappe Schwandorf – Regensburg  62 km

6. Etappe Regensburg – Nittenau  38 km

7. Etappe Nittenau – Chamerau  51 km

8. Etappe Chamerau – Lohberg  42 km

9. Etappe Lohberg – Patersdorf  63 km

10. Etappe Patersdorf – Osterhofen  67 km

11. Etappe Osterhofen – Passau  49 km

Sehenswertes

Bayreuth: Markgräfliches Opernhaus (UNESCO-Weltkulturerbe)

Goldkronach: Goldbergbaumuseum; auf dem Goldberg selbst (Wanderung) gibt es eine Infostelle (nur an Sonntagen und Feiertagen geöffnet).

Windischeschenbach: Geozentrum mit Informationen zum Kontinentalen Tiefbohrprogramm

Pleystein: Neobarocke Kreuz­bergkirche und Salesianerkloster

Nabburg: Fast vollständig erhaltene Innenstadt mit Stadtmauer; im benachbarten Neusath-Perschen: Oberpfälzer Freilandmuseum

Schwandorf: Bayernweit größtes Felsenkeller-Labyrinth (nur mit Führung)

Kallmünz: Burgruine auf einem Fels oberhalb der Stadt mit herrlichem Ausblick

Regensburg: Historischer Stadtkern, Dom, Steinerne Brücke, Turmhäuser, beschauliche Plätze, Haus der Bayerischen Geschichte

Roding: Romanische Taufkapelle St. Anna mit Fresken

Moos: Infozentrum Isarmündung

Passau: Barocke Altstadt, Dom St. Stephan mit der größter Dom­orgel der Welt

Übernachtung

Bischofsgrün: Hotel & Gasthof Siebenstern
hotel-siebenstern.de

Windischeschenbach: Gasthof Zum Weißen Schwan
schwanerer.de

Pleystein: Hotel Regina
Tel. 09654 237

Schwandorf: Gasthof Baier
gasthof-baier.de

Regensburg: Hotel Restaurant Wiendl  hotelwiendl.de

Nittenau: Brauerei Gasthof Jakob  brauereigasthof-jakob.de

Chamerau: Gasthof Bäckerwirt
gasthof-baeckerwirt.de

Lohberg: Hotel Pension zur Linde  hotelpension-zur-linde.de

Patersdorf: Hotel Gasthof Kargl
gasthof-kargl.de

Osterhofen: Hotel Gasthaus Bayerischer Löwe
hotel-bayr-loewe.de

Passau: B&B Hotel Passau
hotelbb.de/de/passau

Reiseführer/Karten

Reiseführer:
Ostbayern, Daniela Schetar, Dumont Reisetaschenbuch, 17,99 Euro

Radkarten:

  • Bayerischer Wald, ADFC-Radtourenkarte 23 Bayerischer Wald/Donau, Maßstab 1:150.000, 8,95 Euro.
  • Oberpfalz: Flussradwege Niederbayern und Oberpfalz, Bikeline-Führer, Verlag Esterbauer, 14,90 Euro

Infos

Das Angebot an kostenlosen Radkarten und Prospekten ist so gut, dass man auf der Tour beinahe ohne konventionelle Radkarten auskommt.

Tourismusverband Ostbayern:
ostbayern-tourismus.de/Media/Prospekte/
ostbayern-tourismus.de/Erlebnisse/Radfahren

GPS

GPX-Track zur Radrunde durch Ostbayern

Berlin

web p5080013

Warum in die Ferne schweifen? Sieh, das Gute liegt so nah! Nadine Pahling und Alexander ­Hüfner haben ihre Heimatstadt Berlin einmal ganz anders ­entdeckt: mit dem Blick fürs ­Sehenswerte und der Muße fürs besondere Flair. Fazit: Die deutsche Hauptstadt ist für Einheimische und Besucher immer eine Radtour wert!

Text: Nadine Pahling    Fotos: Alexander Hüfner

 

Strecke 

Start und Ende der Tour: U-Bahnhof Mendelsohn-Bartholdy-Park

Länge: 40 Kilometer

Sehenswertes

Siegessäule / Tiergarten, Brandenburger Tor, Straße Unter den Linden, Berliner Dom, Mauerpark, Gedenkstätte Berliner Mauer, Regierungsviertel/Spreebogen, Reichstag, Potsdamer Platz, Checkpoint Charlie, East Side Gallery, Wachturm/Führungsstelle Schlesischer Busch, Tempelhofer Feld

Infos

Bikeline Radtourenbuch: Berliner Mauer-Radweg, Verlag Esterbauer

Marco Polo Reiseführer Berlin: Reisen mit Insider-Tipps, Mairdumont

Berlin MM-City Reiseführer, Michael Müller Verlag 

berlin.de

visitberlin.de

Tipps

Lohnende Pausen mit Bars, Restaurants, Geschäften:

Prenzlauer Berg: Kastanienallee; Kreuzberg Wrangel: Schlesische Straße; Kreuzberg Graefe: Graefestraße; Kreuzberg Bergmannkiez: Bergmannstraße; toller Abschluss der Tour: Biergarten „BRLO“ im Gleisdreieck Park mit selbstgebrautem Craftbeer

GPS

GPX-Track zur Radtour durch Berlin

Georgien

web 1920413

Es gibt Länder, die muss man im Fahrradsattel erleben. Georgien ist so ein Land. Nahezu unberührte Natur, schroffe Berge, liebliche Täler, Klöster, lebhafte Städte und der bröckelige Charme der einstigen Sowjet-Ära. Eine Abenteuerfahrt auf der Grenze Zwischen Europa und Asien.

Text & Foto: Thorsten Brönner

Die Reise führt überwiegend über asphaltierte Straßen. Manche Abschnitte verlaufen auf Schotter. Daher fährt man die Tour am besten mit einem breitbereiften Reiserad oder Mountainbike. Im Kleinen Kaukasus geht es mit tollen Panoramen über den Zekari Pass (2174 Meter). Der Zagar Pass (2620 Meter) im Großen Kaukasus ist von der Ostseite her steil und in einem schlechten Zustand. Dort müssen Radler mehrmals schieben. Die Landstraßen in Georgien sind meist wenig befahren. Unterwegs gibt es viele Kirchen, Klöster und sehenswerte Städte.

Den vollständigen Beitrag lesen Sie in RADtouren 4/2020.
 

An- und Abreise

In Georgien gibt es drei Flughäfen: Tiflis, Batumi und Kutaissi. Alle drei bieten eine gute Ausgangsbasis für eine längere Radreise. Zwischen dem Großen Kaukasus und dem Kleinen Kaukasus breiten sich die Kolchische Tiefebene und die Transkaukasische Senke aus. Beide verbindet eine Zugtrasse. So kann man größere Strecken überbrücken und mehrere Städte besuchen.

Etappen

1. Etappe Paravani – Wardsia  98 km

2. Etappe: Wardsia – Aspindsa  42 km

3. Etappe: Aspindsa – Abastumani  62 km

4. Etappe: Abastuman – Sairme  47 km

5. Etappe: Sairme – Kutaissi  51 km

6. Etappe: Kutaissi – Zageri  78 km

7. Etappe: Zageri – Lemzagori  52 km

8. Etappe: Lemzagori – Uschguli  41 km

9. Etappe: Uschguli – Mestia  45 km

10. Etappe: Mestia – Khaishi  66 km

11. Etappe: Khaishi – Anaklia  103 km

12. Etappe: Anaklia – Sugdidi  35 km

Übernachtung

Tiflis:
Iota Hotel,
Mikheil Lermontovi Str. 10,
Tel. +995 32 240 30 10
iotahotels.com

Wardsia:
Vardzia Resort,
Tel. +995 591 321515
vardziaresort.com

Aspindsa:
Vardzia Cave,
Aspindsa Tabidze Str. 4,
Tel. +995 599 49 64 09
vardzia-cave.business.site

Abastumani:
Villa Abastumani,
Lado Asatiani Str. 5, 
Tel. +995 599 20 24 07

Baghdati:
Best Western Sairme Resort,
Tel. +995 32 240 45 46
bestwestern.com

Kutaissi: 
Best Western Kutaissi,
Grishashvili Str. 11,
Tel. +995 322 19 71 00
bestwestern.com

Zageri: 
Khvamli Guesthouse,
Qeen Tamar Str.26,
Tel. +995 599 39 19 89

Lemzagori:
Lagusheda,
Tavisupleba Str. 10,
Tel. +995 599 26 81 24

Uschguli:
Villa Lileo,
Tel. +995 599 91 22 56

Mestia:
Korte, Guest House,
Tel. +995 557 75 34 59

Anaklia:
Friendly-Beekeper, Khaishi Hotel Anaklia,
Tel. (+995 32) 2 609 990
hotelanaklia.com

Karte/Reiseführer

Georgien. Marlies Kriegenherdt, Reise Know-How Verlag. ISBN 978-3-8317-2986-9, 19,90 Euro

Georgien. Unterwegs zwischen Kaukasus und Schwarzem Meer. Andreas Sternfeldt, Trescher Verlag, ISBN 978-3-8979-4466-4, 19,95 Euro

Georgien. Nina Kramm, Stefan Loose Travel Handbücher, ISBN 978-3-7701-7887-2, 24,99 Euro

GPS-Karten zu Georgien gibt es unter
velomap.org/de

Infos

georgia.travel

GPS

GPX-Track zur Radrunde Georgien

Schicker Flitzer von Blaupunkt

blaupunkt1 fiene 500 side r scaledBlaupunkt hat zwei neue Falt-E-Bikes im Programm, das blaue „Fiete 500“ und das orange „Fiene 500“. Die sportliche Optik der Räder wird unterstützt durch einen 250 Watt starken Motor, versorgt durch einen Lithium-Ionen-Akku mit 36 Volt und 9,6 Amperstunden. 70 Kilometer Reichweite sind laut Blaupunkt damit drin. Das Gewicht des Fahrrads beträgt inklusive Akku rund 21 Kilo. Den flexiblen Begleiter mit Tektro-Scheibenbremsen und Sechsgang-SIS-Schaltung von Shimano gibt es für 1499 Euro.  dotblue-ebike.de

Leserreportage: Vietnam – ein quirlig buntes Land

hoi anklein

Jakob Fischer ist gemeinsam mit seiner Tochter von Hanoi nach Ho-Chi-Minh-Stadt geradelt – 2300 Kilometer durchs Hinterland und an der Küste Vietnams entlang, durch einsame, grüne Berge und lebhafte, moderne Metropolen.

Hanoi, die Hauptstadt Vietnams, empfängt uns schon im Januar mit sommerlichen Temperaturen. Wir, das bin ich, Jakob (62) und meine Tochter Hannah (27). Die quirlige aber liebenswerte Metropole lässt uns keine lange Eingewöhnungszeit. Dichter, aber unaufgeregter Verkehr, Läden, Händler und zugestellte Gehwege fordern unsere volle Konzentration. Abgase mischen sich mit dem Duft der Köstlichkeiten, die in den zahlreichen Garküchen entlang der Straßen zubereitet werden. Wir nehmen uns Zeit, einige Tempel, Pagoden und historische Häuser zu besichtigen. 

Am nächsten Tag radeln wir zunächst nach Südwesten und folgen der perfekt asphaltierten Ho-Chi-Minh-Road, jenem historischen Versorgungspfad, der schon zu französischer Kolonialzeit von den vietnamesischen Befreiungskämpfern angelegt wurde. Je weiter wir uns von Hanoi entfernen, desto einsamer sind wir unterwegs. Wir nehmen uns immer wieder Zeit, die kleinen Dörfer zu durchstreifen und können uns gut in den kleinen Läden versorgen. In den urigen Restaurants freut man sich über unseren Besuch. Eine Verständigung ist aber äußerst schwierig. Kaum jemand spricht auch nur wenige Worte Englisch. Wir müssen selbst in die Töpfe schauen und unsere Wünsche verständlich machen. Meistens und zu jeder Tageszeit landet Pho, die landestypische Nudelsuppe, auf den kleinen Plastiktischen. Die verschiedenen Varianten dieses Nationalgerichts erkennen wir durch die Sprachbarriere  aber nicht.


Von Lesern für Leser

Erzählen Sie uns in rund 650 Wörtern von Ihrer Radreise. Wo waren Sie?
Was haben Sie erlebt? Was hat Ihnen besonders gut gefallen – und was weniger? Mailen Sie uns an leserreporter@radtouren-magazin.com außerdem
bitten zirka zehn Fotos von Ihrer Tour, die wir im RADtouren-Magazin (auch online und bei Facebook) veröffentlichen dürfen. Darunter sollte natürlich auch mindestens eines von Ihnen sein! Unter allen Einsendungen verlosen wir ein
kleines Dankeschön.


Zwangsläufig haben wir nach ein paar Tagen dann auch die wichtigsten Vietnamesisch-Vokabeln drauf. Allein für „Hotel“ gibt es fünf verschiedene Begriffe. „Nha Ngi“ bedeutet „Haus Ruhe“ und entspricht einer einfachen Pension. Nicht immer liegt eine Matratze im Bett. Manchmal muss auch eine Wolldecke auf dem Holzuntergrund reichen. 

Den ersten Ruhetag gönnen wir uns nach einer Woche im Phong-Nha-Nationalpark. Die Besichtigung einer der zahlreichen Höhlen ist unbedingt zu empfehlen. Wir beginnen mit der Paradise-Cave – wie es heißt, die größte der Welt: 31 Kilometer lang, davon eineinhalb begehbar, und bis zu 100 Meter hoch. Beeindruckende Stalagmiten und Stalaktiten gigantischen Ausmaßes sind zum Glück dezent und stimmungsvoll illuminiert.

Die Topographie auf der weiteren Fahrt nahe der Grenze zu Laos wird nun zunehmend bergiger. 1800 Höhenmeter, die auf der nächsten Tagesetappe zu bewältigen sind, verlangen uns einiges ab. Zudem gibt es in dieser spärlich besiedelten Region kaum noch Möglichkeiten, Wasser und Lebensmittel zu bekommen. Wir queren deshalb schon etwas früher als ursprünglich geplant in die belebtere Küstenregion, wo als kulturelles Highlight die alte Kaiserstadt Hue auf uns wartet. Insbesondere die außerhalb der Stadt liegenden Grabstätten haben uns beeindruckt. Der poetisch veranlagte Kaiser Tu Duc, der im 19. Jahrhundert residierte, erbaute sich hier schon zu Lebzeiten eine Park- und Palastlandschaft mit 50 Gebäuden für seine letzte Ruhe. Aus Angst vor Grabräubern wurde er aber später dann doch an einem geheimen Ort beigesetzt.

Von nun an setzen wir unsere Reise auf küstennahen Straßen fort. Zunächst geht es über den Wolkenpass, auch Wetterscheide zwischen dem subtropischen Norden und tropischem Süden. Nach den Bergetappen der Tage zuvor aber eine eher leichte Übung.

Hoi An ist die nächste Stadt, in der wir verweilen wollen. Das kleine Hafenstädtchen wurde ab dem 15. Jahrhundert von chinesischen und japanischen Kaufleuten gegründet. Straßen und Häuser sind mit bunten Lampions geschmückt, ebenso die zahlreichen Ausflugskähne. Durch das anstehende Tet-Fest, das nach vietnamesischem Kalender das neue Jahr einläutet, platzt die Stadt aus allen Nähten. Die Familien kommen zusammen und flanieren durch die Gassen und sorgen auf dem Nachtmarkt für gute Umsätze.

Der weitere Verlauf unserer Route führt uns auch nach My Lai, das Dorf, dessen Name symbolisch für die Grausamkeiten des Krieges steht, nachdem amerikanische GIs hier 1968 über 500 Zivilisten massakrierten. Dokumentationszentren und endlose Soldatenfriedhöfe erinnern immer wieder an die leidvolle Geschichte des Landes.

Nachdem wir nun schon 2000 Kilometer geradelt sind, erreichen wir Mui Ne und damit den touristisch gut erschlossenen Süden. Ein paar Strandtage haben wir uns jetzt verdient. Wir genießen es nochmal, die malerische, verkehrsarme Küstenstraße zu befahren, bevor wir uns Ho-Chi-Minh-Stadt, die von vielen immer noch Saigon genannt wird, nähern. Am dunstig grauen Horizont taucht die von Wolkenkratzern dominierte Skyline auf. Wir beziehen ein Hotel im District 1, dem Zentrum der Neunmillionen-Metropole. Viele alte Häuser sind hier den Türmen der Hotels und großen Konzerne gewichen. Man muss schon etwas suchen, will man das in einigen Nebenstraßen versteckte ursprüngliche Saigon finden. Die Stadt will ganz offensichtlich ihre Geschichte hinter sich lassen und wendet sich kompromisslos der Moderne zu.