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Leserreportage: Dreifach genießen

Barbara und Jörg Asbeck sind den Alpe-Adria-Radweg von Salzburg nach Palmanova gefahren. Weil sie unabhängig von einem Reiseveranstalter sein, aber auch nicht mit prall gefüllten Satteltaschen über die Alpen radeln wollten, haben Sie ihr Wohnmobil ins Schlepptau genommen. Eine Reise per Bahn, „Womo“ – und Rad.

Die erste Etappe auf dem Alpe-Adria-Radweg führte uns von Salzburg nach St. Johann im Pongau. Zunächst sind wir mit dem „Womo“ von unserem Startort Obertrum zum Salzburger Bahnhof gefahren. Dort haben wir die Räder abgestellt und sind anschließend mit dem Womo zum Camping Kastenhof in St. Johann weitergefahren. Nachdem der Stellplatz gefunden war, erreichten wir zu Fuß in nur wenigen Minuten die Bahn zurück nach Salzburg. Endlich saßen wir im Sattel und fuhren die Salzach flussaufwärts über Hallein und den Pass Lueg Richtung Werfen, mit der imposanten Burg Hohenwerfen.  Erschöpft aber glücklich haben wir uns in St. Johann in der empfehlenswerten, kleinen Pizzeria Olive direkt gegenüber dem Bahnhof gestärkt.

Nach einem tollen Ausflug zu den Eisriesenwelten, nahmen wir am Folgetag die zweite Etappe nach Bad Gastein in Angriff. In Schwarzach geht es schon einmal knackig bergan, anschließend kann man sich erholen, bevor es später die letzten Kilometer steil zum Wasserfall von Gastein hinauf geht. Bad Gastein ist mondän, der Wasserfall beeindruckend. Nach dem Fotoshooting hatten wir uns eine Pause verdient. Anschließend sind wir mit dem Zug nach St. Johann zu unserem Womo zurückgekehrt.


Von Lesern für Leser

Erzählen Sie uns in rund 650 Worten von Ihrer Radtour. Wo waren Sie unterwegs? Was haben Sie erlebt? Schicken Sie uns zudem bitte zirka zehn Fotos per E-Mail, die wir im RADtouren-Magazin, auf radtouren-magazin.com und auf unserem Facebook-Account veröffentlichen dürfen. Darunter sollte natürlich auch mindestens eines von Ihnen sein! E-Mail: leserreporter@radtouren-magazin.com Unter allen Einsendungen verlosen wir ein kleines Dankeschön.


Für die nächste Etappe mussten wir früh aufstehen, da wir um 9:20 Uhr den Autozug an der Tauernschleuse in Böckstein erreichen wollten. Am Zielbahnhof in Mallnitz flugs das Womo geparkt und ab auf die Räder, auf nach Villach! Statt der Hauptstraße, wählten wir die Alternativroute über eine alte Bahntrasse mit malerischen Ausblicken. Spittal empfanden wir lediglich als Verkehrsdrehkreuz, fortan wurde es auch schwieriger mit Jausen-Stationen. In diesem Zusammenhang darf nicht unsere schöne Pause bei „Wallner Margit und Gebhard“ in Pobersach unerwähnt bleiben. Die letzten 20 Kilometer bis Villach ging‘s an der Drau entlang. Villach ist immer eine Reise wert! Wir waren nach einer guten Stunde Zugfahrt wieder zurück am Wohnmobil in Mallnitz und nach einer weiteren Stunde zurück am Bahnhof Villach, um die Räder aufzunehmen. Den Strandcamping Anderwald am Faaker See erreichten wir leider erst um 21:45 Uhr.

Die vierte Etappe führte uns nach Tarvis, das erste Ziel in Italien. Landschaftlich reizvoll ging es bis Arnoldstein. Neben dem Café Central fanden wir eine lobenswerte Eisdiele. Ab Coccau verlässt der Radweg wieder die Landstraße und wir genossen atemberaubende Panoramen.

Der vermeintlich schönste Teil der Tour aber führte uns von Tarvis nach Gemona. Die Räder haben wir morgens in Tarvis am Bahnhof geparkt. In Gemona am Bahnhof das Womo abgestellt, und mit dem Zug zurück. Der war hervorragend! Viel Platz für Ross und Reiter, klimatisiert und in einer knappen Stunde waren wir schon wieder in Tarvis. Endlich wieder im Sattel, ging es dann nach Pontebba. Der Radweg ist eigentlich perfekt, leider wird er zu oft von den Trassen der oftmals parallel verlaufenden Landstraße, Autobahn und Zuglinie begleitet. Pontebba hat uns nicht angesprochen, wir empfehlen nur einige Kilometer weiter eine Pause am ehemaligen Bahnhof von Chiusaforte vorzusehen, der ist sowohl stimmungsvoll, als auch bestens auf Radfahrer ausgerichtet.

Venzone dagegen darf man sich nicht entgehen lassen. Die 1976 durch ein Erdbeben fast völlig zerstörte Stadt wurde Stein für Stein wieder aufgebaut. Der Marktplatz lädt zu einer Pause ein, in der Kathedrale kann man eine Fotoausstellung zum Unglück besuchen.

Am nächsten  Morgen sind wir von Gemona direkt mit dem Womo nach Udine gefahren, um dann mit den Rädern nach Palmanova und zurück zu radeln. Palmanova wurde ehemals als Wehranlage gegen die osmanische Bedrohung errichtet. Die Stadt ist im Sechseck angeordnet, hat drei Wehrringe und einen riesigen zentralen Platz. Udine fanden wir auch sehr ansprechend, allerdings wurde unser Sightseeing unsanft durch ein starkes Gewitter beendet.

Unbeeindruckt davon, können wir diese Radtour uneingeschränkt empfehlen, sie ist ein kleines, kontrolliertes Abenteuer, das uns viele schöne Bilder und Erinnerungen geschenkt hat.

 

Zuhause für unterwegs

Camping, das bedeutet Unabhängigkeit, Flexibilität, Individualität. Auch auf Radreisen. Doch die Wahl des richtigen Zeltes ist gar nicht so einfach. Eine Orientierungshilfe.

Text: Katharina Garus
Foto: Shutterstock

Kuppel, Tunnel oder Geodät; mit oder ohne Apsis; Alu oder Fiberglas; silikonisiertes Nylon oder Polyurethan-beschichtetes Polyester? Wer das richtige Zelt kaufen will, muss ein wahrer Experte sein. Die Auswahl ist so riesig, da weiß man am Ende gar nicht mehr, was man will. Und was man wirklich braucht. Lieber das gerade mal ein Kilo wiegende Leichtgewichtzelt für zwei schlanke Personen oder sollte es doch etwas geräumiger sein?

Fragen Sie sich zuerst, für welchen Einsatz Sie das Zelt brauchen. Wie viele Personen wollen es nutzen? Wie viel Gepäck muss zusätzlich untergebracht werden? Planen Sie es als Notunterkunft oder wollen Sie den gesamten Radurlaub darin verbringen? Welche Anforderungen stellt die Route an das Zelt?

Wenn Sie diese Fragen beantwortet haben, dann sehen Sie klarer! Dann wissen Sie, ob ein Leichtgewichtzelt, an dessen Federgewicht sie sich vor allem an Anstiegen erfreuen werden, das Richtige für Sie ist, oder ob Sie doch auf ein geräumigeres mit einer angenehmen Sitzhöhe setzen sollten.

  1. Gewicht
    Das Gewicht eines Zeltes hängt zum einen von der Größe, zum anderen aber vor allem vom Material ab. Je mehr Reisverschlüsse (zweiter Eingang), desto schwerer. Auch Belüfter und Apsiden sorgen für einen erhöhten Materialbedarf und damit für mehr Gewicht. Alugestänge sind nicht nur leichter, sondern auch bruchsicherer als Fiberglas­gestänge. Noch leichter sind Carbongestänge.
  2. Material
    Bei hochwertigen Zelten hat man meist die Wahl zwischen silikonisiertem Nylon und Polyure­than-beschichtetem Polyester. Nylon ist grundsätzlich reißfester,
    jedoch nicht so UV-beständig. Die Silikonisierung erhöht die UV-Beständigkeit und macht es noch reißfester. Dafür kann auf silikonisierte Zelten kein Nahtband aufgeklebt werden, sodass die Nähte regelmäßig mit Nahtdichter nachbearbeitet werden müssen. Ansonsten sind sie sehr robust und leicht, aber in der Regel auch teurer.
  3. Wassersäule
    Die Wassersäule eines Zeltes sagt aus, wie wasserdicht es ist; je höher, desto besser. Ab einer Wassersäule von 1500 Millimeter gilt ein Außenzelt als wasserdicht, ein Boden ab 2000. Leider gilt: Je höher die Wassersäule, desto schwerer das Zelt. Neben der Wassersäule ist aber auch die Qualität der Nähte für die Dichtigkeit entscheidend.
  4. Aufbau
    Die gängigste Konstruktion sind doppelwandige Zelte; ein wasserdichtes Außenzelt kombiniert mit einem atmungsaktiven Innenzelt. Die Vorteile: Das Kondensat schlägt sich nur am Außenzelt nieder, das Innenzelt bleibt trocken. Darüber hinaus isoliert diese Bauweise zusätzlich durch die Luftschicht zwischen Innen- und Außenzelt.
  5. Zubehör
    Eine Zeltunterlage sollte als Bodenschutz unter jedes Zelt gelegt werden. Zu manchen Zelten bieten die Hersteller passgenaue Planen an, inklusive Ösen für die Heringe.Alternativ können Sie eine Bodenplane (gibt es auch im Baumarkt) passend machen. Zur serienmäßigen Ausstattung eines Zeltes sollten 
    Reparaturhülse, Nahtdichter und Reparatur-Tape für Notreparaturen gehören. Ein Sonnensegel (Tarp/Tentwing) kann den Schatten vergrößern oder eine Fahrradgarage schaffen. Ein Zelthimmel ist ein praktisches Netz, das an der Decke befestigt wird und Ordnung im Zelt schafft.

Test: Trekkingräder unter 1000 Euro

Sie sollen alles können: Im Alltag als Nutzfahrzeug buckeln, am Wochenende für den sportlichen Ausritt herhalten, und eine ausgedehnte Tour sollte bitteschön auch kein Problem darstellen. Ach ja, teuer dürfen sie auch nicht sein. Diesen Leistungsspagat schafften nicht alle unserer Testkandidaten. Trekkingräder unter 1000-Euro im Vergleich.

Text & Foto: Ingo Effing

Der Fahrradmarkt in Deutschland ist ein Milliardengeschäft: 2019 wurden hierzulande Fahrräder und E-Bikes im Wert von 4,23 Milliarden Euro verkauft – Tendenz steigend! Das größte Stück vom Kuchen machen dabei die vielseitigen Trekkingräder aus. Sowohl bei den E-Bikes als auch bei den „Bio-Bikes“ werden mit Abstand die meisten Modelle in dieser Gruppe verkauft. Laut Zweirad-Industrie-­Verband wechselten im letzten Jahr 1 120 600 Trekkingräder (ohne Motor) den Besitzer, gefolgt von 624 950 Cityrädern. Die meisten davon unterhalb der psychologisch wichtigen 1000-Euro-Marke. In unserem Testfeld haben sich also die Verkaufsschlager der Hersteller eingefunden, die „Brot-und-Butter“-Bikes sozusagen. Der lukrative Bereich ist dementsprechend umkämpft, da ist „Preislimbo“ angesagt und auch unseren Testrädern kann man hier und da den Sparzwang ansehen, oder positiv ausgedrückt: Es werden Ausstattungs-Prioritäten gesetzt.

Der Alleskönner

Der Grund für die Popularität der Trekkingrädern ist ihre Vielseitigkeit, und genau hier verläuft auch die Grenze zum Cityrad. Alle Testräder sind mit Dreifachkurbel ausgestattet und haben genug Potential auf der Kassette, um mit leichten Klettergängen auch schwer beladen im Schneckentempo Gipfel zu erklimmen und während der anschließenden Abfahrt noch mit Druck auf der Pedale Gas geben zu können. Neben der breiten Entfaltung erweiter auch der sichere Gepäcktransport den Horizont des Trekkingrads in Richtung Radreise.

Der Spagat zwischen Alltagsrad und sportlichem Tourer gelingt aber nicht allen Modellen im Test einwandfrei. Vor allem die Träger machen Probleme und entpuppen sich beim Test mit 20 Kilo Gepäck teilweise als Wackelkandidaten. Die Gepäckträger am Green‘s, Gudereit, Hercules und Raleigh schaffen es nicht, die schweren Packtaschen schwingungsfrei über die Teststrecke zu tragen. Es fehlt die zweite Ladeeben und an der oberen Strebe hängen die Taschen teilweise ungünstig hoch, bei Schräglage kippt das Gewicht merklich in die Kurve. Negativ fallen hier Green‘s, Raleigh und Hercules auf, die Ladefläche an Letzterem hat eine Höhe von 77 Zentimetern. Nur bei Stevens und Gudereit hängt die Last auf einer zweiten Ladeebene gut sieben Zentimeter tiefer und verhält sich dort deutlich kippstabiler. Das Gudereit kann aus der günstigen Lage aber kein Kapital schlagen, da der Träger selbst eher weich und nachgiebig ausfällt. Die Racktime-Gepäckträger machen durch die Bank eine gut Figur, wodurch sich das Stevens zum Bestwert in der Bewertungs-Kategorie Radreisequalitäten punktet. Nicht unerheblich für die Tourentauglichkeit ist auch das maximal zulässige Gesamtgewicht, also Eigengewicht des Fahrrads + Fahrer + Gepäck. Hier lässt auch der an sich sehr robuste Testsieger von Radon ein paar Federn, bei dürftigen 115 Kilo Gesamtgewicht bleibt schweren Fahrern wenig Spielraum für die umfangreiche Ausrüstung auf einer langen Tour.

Drunter bleiben!

Unterhalb der umkämpften Preisgrenze von 1000 Euro ist unser Testfeld einerseits mit feinen Komponenten wie Shimano XT-Schaltwerken gespickt, bei weniger augenfälligen Teilen wird andererseits aber gerne mal der Rotstift angesetzt und auf niedrigere Gruppen, Billigware oder die günstige Hausmarke zurückgegriffen. Besonders oft fallen Sattel und Griffe dem Sparzwang zum Opfer, aber auch bei der Bereifung ziehen einige Hersteller eher günstige Schlappen auf. Diamant setzt auf hauseigene Bontrager-Reifen, die laufen zwar angenehm leicht, die vergleichsweise harte Gummimischung haftet aber nicht so griffig auf der Straße wie die Schwalbe-Konkurrenz. Scheibenbremsen sind zwar guter Standard in der Preisklasse, der im Testfeld weit verbreitete Shimano BR-MT200 Bremssattel beißt aber bei Weitem nicht so kraftvoll zu wie die Deore am Raleigh mit 180er Bremsscheibe am Vorderrad. Der Hersteller britischen Ursprungs liefert mit dem Rushhour 6.0 ohnehin eine sehr überzeugende Leistung ab und hält den hohen Deore-Standard auch bei Schalthebel, Umwerfer und Hinterradnabe, wo andere Hersteller oft auf günstigere Gruppen ausweichen. Weitere kleine Ausstattungs-Tiefpunkte sind der funzelige 30-Lux Scheinwerfer am Gudereit und die Griffe am Stevens: Die harten Kunststoffenden laufen über den weich gummierten Flügel und drücken unangenehm in die Handfläche. Die gute Nachricht: Sattel, Griffe und auch der Scheinwerfer lassen sich bei Bedarf mit wenig Aufwand und einigermaßen kostengünstig austauschen.

Nah am Ideal

Der komfortable Testsieger von Radon ist top ausgestattet und punktet auf der Teststrecke mit gutem Handling und sicherem, ausgewogenem Fahrverhalten. Der Touren-Tipp geht an das Stevens, das ebenso wie das Raleigh mit guten Allroundqualitäten aufwartet, wobei Letzteres seine sportlichen Stärken eher im städtischen Raum auszuspielen weiß. Aber auch im übrigen Testfeld kann man den Vorlieben entsprechend eine gute Wahl treffen, so spricht das antrittsstarke Gudereit mit Starrgabel eher den sportiven Fahrer an, das günstige Hercules strahlt viel Sicherheit aus und macht mit breiter Bereifung auch abseits asphaltierter Wege eine gute Figur.

Den kompletten Test lesen Sie in RADtouren 3/2020.

RADtouren 3/2020

  • Natur & Kultur auf der Mecklenburger Seenplatte
  • Fränkischer Wasserradweg: Traumroute in blau-weiß
  • Green Velo: Landpartie durch Polens schönen Osten
  • Japan: Von Kirschblüte, Kimonos und Sushi
  • Themenschwerpunkt: Radurlaub mit Kindern
  • Großer Test: Trekkingräder unter 1000 Euro

Kinder an die Macht!

Von wegen nur vor dem Computer sitzen: Kids lieben Bewegung – zumindest wenn ihnen die Freude daran vermittelt wird. Mit unseren 10 Tipps kann bei
der
Radtour mit Kind nichts schief gehen.

Text: Katharina Garus
Foto: Shutterstock

  1. Routenwahl
    Vor allem für jüngere Pedalritter ist der Weg das Ziel. Suchen Sie sich deswegen eine Radroute mit einer spannenden Strecke. Abwechslung am Wegesrand sorgt für Kurzweil. Und egal, ob Ihr Kind selbst strampelt oder im Hänger sitzt: Wählen Sie eher flache Strecken. 
  2. Planen Sie kurze Etappen
    Ihr Kind hat kürzere Beine und am Rad eine schlechtere Übersetzung als Sie. Deswegen wird die Ausdauer des Nachwuchs früher erschöpft sein als Ihre. Und auch wenn die oder der Kleine im Hänger mitfährt, ist ein Achtstundentag nichts für Kinder. 
  3. Planen Sie mehr Zeit ein als gewöhnlich
    Wenn ihr Kind zum Beispiel einen Spielplatz am Wegesrand sieht, wird es garantiert eine Pause machen wollen. Kommen Sie dem Bedürfnis Ihres Kindes nach, das hält die Motivation hoch. 
  4. Pausengestaltung
    Es ist Zeit für eine Pause, Sie steigen vom Rad und lassen sich erschöpft auf einer Bank nieder? Weit gefehlt: Ihr Kind, das aus dem Hänger klettert, braucht Action. Sorgen Sie dafür, dass es sich auspowern kann, zum Beispiel bei einer Runde Fangen. 
  5. Ausrüstung
    Kinder brauchen im Großen und Ganzen die selbe Ausrüstung wie Sie: ein vernünftiges Fahrrad, Funktionskleidung und einen hochwertigen Helm. Sitzt das Kind im Hänger, ist Sicherheit das oberste Gebot. Hängematten und Dämpfung schonen den Rücken des Nachwuchses. 
  6. Ein Keks hilft immer!
    Deswegen sollten Sie immer einen kleinen Vorrat an Süßigkeiten für den „Notfall“ dabei haben. Für den „Regelbetrieb“ setzen Sie besser auf gesunde, energiereiche Snacks und ausreichend Flüssigkeit. 
  7. Wetterschutz
    Achten Sie auf ausreichenden Sonnenschutz für die empfindliche Kinderhaut. Außerdem gehören Regenbekleidung und warme Wechselklamotten unbedingt ins Gepäck. 
  8. Gepäck
    Dinge, die das Fahrrad Ihres Kinde ungelenk oder schwer machen, sollten Sie am Anfang lieber weglassen. Also: Das Körbchen kommt später wieder ran, und die Taschen kommen an Ihr Rad. So sorgen Sie dafür, dass Ihr Kind maximalen Spaß hat. 
  9. Trainingseffekt
    Kinder lernen schnell – auch das Radreisen. Schon am zweiten oder dritten Tag werden sie Steigungen viel leichter bewältigen und abends weniger erschöpft sein. Fangen Sie deswegen klein an und steigern Sie die Etappenlänge im Laufe der Tour. 
  10. Kinder an die Macht!
    Bei einer Radtour mit Kind sollte dieses das Sagen haben. Auf keinen Fall sollten Sie Ihr Kind hetzen. Geschwindigkeit und Streckenlänge richten sich immer nach dem schwächsten Glied der Gruppe.

10 Tipps für den Helmkauf

In Deutschland ist das Tragen eines Helms gesetzlich zwar nicht vorgeschrieben, aber ein sicherer Kopfschutz sollte zur Standardausrüstung eines jeden Radfahrers gehören. Hier kommen zehn Tipps für den Helmkauf.

Text: Katharina Garus
Foto: Shutterstock

  1. Größe: Ermitteln Sie vor dem Kauf die benötigte Größe. Messen Sie dazu Ihren Kopfumfang – und zwar an der breitesten Stelle oberhalb der Ohren. Viele Hersteller bieten ihre Helme in den Größen S, M und L an. Fragen Sie nach, welche Kopfumfänge dahinter stecken. Liegen Sie genau zwischen zwei Größen, nehmen Sie den größeren Helm.
  2. Form: Einen Fahrradhelm sollten Sie nicht im Internet ordern, denn er muss zu Ihrer individuellen Kopfform passen, und weder bei Köpfen noch bei Helmen ist einer wie der andere. Manche Helme sind runder geschnitten, mache länglicher. Während Sie den Umfang etwas anpassen können, können Sie die Form des Helms nicht verändern – und die Ihres Kopfes sowieso nicht. Setzen Sie den Helm auf, ohne ihn zu schließen. Wenn Sie leicht mit dem Kopf wackeln, sollte der Helm nicht verrutschen. Aber zu fest sollte er auch nicht sitzen, damit keine Druckstellen entstehen.
  3. Bedienung: Der Helm sollte sich einfach anpassen lassen. Das gilt nicht nur für die Einstellung des Umfangs, sondern auch für die Riemen und den Verschluss. Beim Verschluss gibt es verschiedenen Systeme, auch magnetische. Der eine kommt damit besser, der andere schlechter zurecht. Testen Sie, was Ihnen gefällt.
  4. Gewicht: Auch wenn Radhelme grundsätzlich nicht viel wiegen, auf Dauer macht sich das Gewicht auf dem Kopf doch bemerkbar. Gerade wer gerne längere Zeit im Sattel sitzt, sollte auf ein möglichst geringes Gewicht achten. Leichte Helme sind nicht nur angenehmer zu tragen, sondern schonen auch die Nackenmuskulatur und beugen Kopfschmerzen vor.
  5. Belüftung: Je mehr Belüftungslöcher der Helm hat und je größer diese sind, desto besser. Gerade im Sommer kann es „unter der Haube“ ganz schön warm werden.  Der Fahrtwind sollte gut durch den Helm pusten können – das hilft Ihnen, einen kühlen Kopf zu bewahren!
  6. Fliegennetz: Manche Helme verfügen über Netzeinsätze in den vorderen Belüftungslöchern. Diese verschlechtern zwar den Durchzug geringfügig, verhindern dafür aber, dass Insekten – zum Beispiel Wespen! – bei Kollision unter den Helm geraten. Um sich vor Stichen zu schützen, ist das durchaus praktisch.
  7. Polster: Während die Außen- und die Hartschaumschale eines Helms relativ unempfindlich sind, wird die Polsterung im Laufe der Zeit immer unansehnlicher. Zum Glück ist sie herausnehmbar und kann in einem Wäschesack in der Waschmaschine gewaschen werden. Bei namhaften Helmherstellern sind auch Ersatzpolster erhältlich, es lohnt sich, beim Kauf darauf zu achten.
  8. Elektronik: Immer häufiger sind auch Radhelme „smart“. Es gibt sie mit integrierten Rücklichtern, mit Blinkern, mit Notfall-Alarmsystemen, mit Headset oder mit Lautsprechern für die Navigationsansage – die technischen Gimmicks werden stetig mehr. Damit sind Sie dann nicht nur sicher, sondern auch up to date unterwegs.
  9. Verarbeitung: Ein Fahrradhelm besteht aus einer harten Kunststoffhülle und einer formschlüssig verbundenen Hartschaumschicht. Achten Sie beim Kauf auf eine saubere Verarbeitung. Und kontrollieren Sie auch später immer wieder mal, ob Oberschale und Schaumkern noch fest miteinander verbunden sind. Lösen sich diese an einzelnen Stellen, gefährdet es Ihre Sicherheit!
  10. Siegel: Jeder Helm, der in Europa verkauft wird, muss der EN-Norm 1078 bzw.1080 (für Kinderhelme) entsprechen. Das CE-Siegel steht für die Einhaltung aller gesetzlichen Vorgaben. Viele Helme tragen darüber hinaus auch das GS- (Geprüfte Sicherheit) und/oder das TÜV-Zeichen. Ein Blick lohnt sich außerdem auf weitere Kennzeichnungen. Manche Hersteller setzen zum Beispiel antibakterielle Substanzen ein, die gesundheitlich bedenklich sein können. Zudem sollte das Herstellungsjahr angegeben sein (siehe „Alterschwäche“ links).

Altersschwäche

Fahrradhelme sollen Ihren Kopf bei einem heftigen Aufprall schützen. Ist dieser Fall einmal eingetreten, hat der Helm ausgedient. Denn selbst, wenn Sie keinen Riss sehen: Die Schaumstoffschicht wurde gestaucht und kann einen Aufprall kein zweites Mal abfedern. Strittiger ist dagegen die Empfehlung der Hersteller, jeden Helm – auch ohne Sturz – alle drei bis fünf Jahre gegen einen neuen auszutauschen. Studien haben gezeigt, dass das Styropor weit weniger Altersschwächen aufzeigt als von vielen angenommen. Andererseits setzen UV-Strahlung und Transporte dem Material zu. Mikrorisse sind mit bloßem Auge nicht zu erkennen. Unsere Meinung: Ein wenig gebrauchter und gut gepflegter Helm muss nicht per se alle paar Jahre ausgewechselt werden. Zehn Jahre sollten es aber auch nicht sein. Vertrauen Sie einfach Ihrem gesunden Menschenverstand!


Mecklenburger Seenplatte

Eingebettet zwischen sanften Hügeln, glitzern 1000 Seen inmitten üppig grüner Wälder. Von der Eiszeit geschenkt und vom Menschen behutsam geformt, ist die Mecklenburgische Seenplatte ein Paradies für Naturliebhaber und ein herrlicher Landstrich für Kanuten, Wanderer – und Radfahrer.

Text & Fotos: Hans Kothe

Überwiegend asphaltiert, verläuft die Route zumeist auf wenig befahrenen Landstraßen. Da sich die Gesamttour aus vielen einzelnen Radwegen zusammensetzt, sind gutes Kartenmaterial oder der angebotene GPX-Track hilfreich. Einige Abschnitte bestehen aus unbefestigten Wald- oder Uferwegen, die hin und wieder sandige Bereiche aufweisen. Kurze Anstiege gibt es bei der welligen Landschaft auch. Das Rad sollte mit einer ordentlichen Reifenbreite und guter Schaltung ausgestattet sein.

Den vollständigen Beitrag lesen Sie in RADtouren 3/2020.
 

An- und Abreise

Mit dem Auto Von Berlin nach Schwerin: 215 km; von Dresden: 400 km; von Hamburg: 115 km; von Köln: 530 km; von München: 760 km Mit der Bahn: Nach Schwerin fahren ICE/IC von Karlsruhe (über Frankfurt, Hannover, Hamburg), Stuttgart (über Köln, Bremen), Leipzig (über Halle, Magdeburg), Stralsund (über Rostock) und Warenmünde. Die Abreise aus Rheinsberg erfolgt mit der Regionalbahn und dem Regionalexpress über Berlin oder Stralsund.

Etappen

1. Etappe Schwerin – Bützow 89 km

2. Etappe Bützow – Plau am See 83 km

3. Etappe Plau am See – Waren 58 km

4. Etappe Waren – Neubrandenburg 61 km

5. Etappe Neubrandenburg – Fürstenberg 55 km

6. Etappe Fürstenberg – Rheinsberg 36 km

Sehenswertes

Schwerin: Schloss, Schleifmühle, Mecklenburgisches Eisenbahn- und Technikmuseum, Dom, Rathaus, Schelfstadt

Bützow: Stiftskirche St. Elisabeth, Einstige bischöfliche Burg, Rathaus

Güstrow: Ernst-Barlach-Museen, Schloss, Dom

Plau am See: Burgmuseum im Burgturm, Marienkirche, Ackerbürgerhaus, Hubbrücke

Malchow: Klosteranlage, Stadtwindmühle, DDR-Museum, historischer Stadtkern

Waren: Müritzeum, Marienkirche, Georgenkirche, Neues Rathaus

Neubrandenburg: Stadtmauer mit Stadttoren, Belvedere, Franziskanerkloster, Marienkirche

Fürstenberg: Stadtkirche, Barockschloss, Havelschleuse, Röblinseesiedlung

Rheinsberg: Schloss, Kurt-Tucholsky-Literaturmuseum, historischer Stadtkern

Unterkunft

Schwerin: Pension am Dom, Buschstraße 13, 19053 Schwerin, Tel.: 0385/5507024 pension-am-dom-schwerin.de Camping: Feriendorf Muess, Alte Crivitzer Landstraße 6c, 19063 Schwerin, Tel.: 0385/3260006 feriendorf-muess.de

Bützow: Hotel Am Markt, Am Markt 1, 18246 Bützow, Tel.: 038461/56000 hotel-ammarkt-buetzow.de Camping: Kanuclub Bützow, An der Bleiche, 18246 Bützow, Tel.: 0174-4735598

Plau am See: Pension Holstein, Martstraße 16, 19395 Plau am See, Tel.: 038735/989499 pension-plau-am-see.de Camping: Campingplatz Bad Stuer, Seeufer 20, 17209 Bad Stuer, Tel.: 0399/791370 dercampingplatz.de

Waren: Hotel Am Brauhaus, Am Tiefwarensee 1, 17192 Waren, Tel.: 03991/181540 am-brauhaus.de Camping: Campingplatz Ecktannen, Fontanestraße 66, 17192 Waren, Tel.: 03991/668513 camping-ecktanne.de

Neubrandenburg: Hotel Weinert garni, Ziegelbergstraße 23, 17033 Neubrandenburg, Tel.: 0395/581230 hotel-weinert.de Camping: Campingplatz am Tollensesee, Gatscher Damm, 17039 Wulkenzin, Tel.: 0395/5665152 camping-gatsch-eck.de

Fürstenberg: Pension Alte Reederei, Brandenburger Straße 38, Tel.: 0172-3227421 AlteReederei.de Camping: Campingplatz Röblinsee, Röblinsee Nord 1, 16798 Fürstenberg, Tel.: 033093/38278, hkietzmann@t-online.de

Rheinsberg: Pension Zum jungen Fritz, Schloßstraße 8, 16831 Rheinsberg, Tel.: 033931/2168 junger-fritz.de

Jugendherbergen: Jugendherbergen findet man in Schwerin, Waren, Fürstenberg und Rheinsberg jugendherberge.de

Karten

Mecklenburgische Seen, Bikeline, ISBN: 978-3-85000-363-6, 13,90 Euro, esterbauer.com

Radweg Hamburg-Rügen, Bikeline, ISBN: 978-3-85000-377-3, 13,90 Euro, esterbauer.com

Radkarte Mecklenburgische Seen West, Bikeline, ISBN: 978-3-85000-354-4, 7,90 Euro, esterbauer.com

Radkarte Mecklenburgische Seen Ost, Bikeline, ISBN: 978-3-85000-352-0, 6,90 Euro, esterbauer.com

GPS

GPX-Track zur Radrunde Mecklenburger Seenplatte

Green Velo II, Polen

Der Name ist Programm: Green Velo. Rund 2000 Kilometer führt der Radwanderweg durch abgelegene Gebiete im östlichen Polen. Es geht durch eine ganze Reihe von Nationalparks wie historisch bedeutsame Sehenswürdigkeiten und Gedenkorte entlang der Route liegen.

Text & Foto: Joachim Zeller

Auf der von uns befahrenen Route (978 km) des rund 2000 Kilometer langen Green Velo trifft man auf Landstraßen, Schotter-, Sand- und Waldwege. Die Beschilderung ist durchgehend perfekt. Übernachtungsmöglichkeiten sind auf manchen Streckenabschnitten rar gesät. Wegen der vielen Sand- und Schotterwege ist ein robustes Trekkingrad oder tourenfähiges Mountainbike mit breiter Bereifung angeraten.

Den vollständigen Beitrag lesen Sie in RADtouren 3/2020.
 

An- und Abreise

Bahn: Anfahrt mit dem Zug über Warschau nach Białystok. Die Rückfahrt haben wir von Sandomierz angetreten. Die Stellplätze für Fahrräder müssen vorgebucht werden. Wer den Green Velo weiterfährt, hat in Kielce einen Bahnanschluss, nicht aber in Końskie, dem letzten Ort auf der südlichen Green Velo-Route.

Etappen

Wir sind nicht jeder Schleife des Green Velo gefolgt, teils aus Zeitgründen, teils um auf entlegeneren verkehrsärmeren Straßen und Wegen zu radeln.

1. Etappe Białystok – Narewka 96 km

2. Etappe Narewka – Białowieża 23 km

3. Etappe Białowieża – Mielnik 100 km

4. Etappe Mielnik – Terespol 80 km

5. Etappe Terespol – Włodawa 68 km

6. Etappe Włodawa – Chełm 74 km

7. Etappe Chełm – Zamość 60 km

8. Etappe Zamość – Susiec 70 km

9. Etappe Susiec – Horyniec-Zdrój 46 km

10. Etappe Horyniec-Zdrój – Przemyśl 96 km

11. Etappe Przemyśl – Krasiczyn 17 km

12. Etappe Krasiczyn – Dynow 58 km

13. Etappe Dynow – Rzeszów 50 km

14. Etappe Rzeszów – Łańcut – Sandomierz 140 km

Sehenswertes

Białystok: Schloss, Altstadt

Supraśl: Kloster

Białowieża-Nationalpark

Janów Podlaski: Pferdegestüt

Koden: Kirchen, Kloster, Schlossruine

Włodawa: Kirche, Synagoge

Sobibor: Gedenkstätte des NS-Vernichtungslagers

Chełm: Barock-Basilika, Synagogen

Szczebrzeszyn: Kirchen, Synagoge, jüdischer Friedhof

Zamość: Renaissance-Altstadt, Kirchen, Synagoge, Wehranlage

Zwierzyniec: Kirche, Naturkundemuseum

Radruż: Orthodoxe Holzkirche

Wielkie Oczy: Synagoge

Chotyniec: Orthodoxe Holzkirche

Przemyśl: Altstadt, Kirchen, Synagogen, Festungsanlage

Krasiczyn: Schloss

Rzeszów: Altstadt, Synagogen

Łańcut: Schloss, Synagoge

Leżajsk: Basilika und Klosteranlage, jüdischer Friedhof

Sandomierz: Altstadt, Synagoge, Schloss

Karten

Beim Polnischen Fremdenverkehrsamt in Berlin kann abgesehen von einer Übersichtskarte jeweils eine Fahrradkarte für die fünf Woiwodschaften bestellt werden, durch die der Green Velo führt: Warmińsko-Mazurskie (Ermland-Masuren), Podlaskie (Podlachien), Lubelskie (Lubliner Land), Podkarpackie (Karpatenvorland) und Świętokrzyskie (Heiligkreuz).

Reiseführer

Polen. Reise zwischen Ostseeküste und Karpaten, Oder und Bug, Tomasz Torbus, Dumont-Verlag, ISBN: 9783770152872, 25,90 Euro

Viva Warszawa. Polen für Fortgeschrittene Steffen Möller, Piper Verlag, ISBN: 9783492309004, 10,- Euro

Expedition zu den Polen: Eine Reise mit dem Berlin-Warszawa-Express Steffen Möller, Piper Verlag, ISBN 978-3492302715, 9,90 Euro;

Straße 816. Eine Wanderung in Polen Michał Książek, S. Fischer-Verlag, ISBN 978-3-10-397329-7, 22,- Euro;

Kulturschock Polen Izabella Gawin/Dieter Schulze, Reise Know-How Verlag, ISBN 978-3-8317-2648-6, 14,90 Euro.

Infos

Offizielle Seite des Green Velo greenvelo.pl

Polnisches Fremdenverkehrsamt Berlin polen.travel/de

GPS

GPX-Track zum Green Velo, Polen

Hokkaido, Japan

Wenn man zwei Dinge mit Japan verbindet, dann Kirschblüte und Sushi. Unser Autor war pünktlich zur Blüte auf Hokkaido, der nördlichsten Insel Japans, unterwegs. Natürlich hat er dort auch lokale Fischspezialitäten genossen.

Text & Foto: Carsten Grüttner

Die Strecke verläuft fast ausschließlich auf wenig befahrenen, asphaltierten Straßen. Zunächst führt die Route von Sapporo aus die Westküste entlang, bevor es dann in die Berge geht. Die Steigungen sind alle gut fahrbar und aufgrund des geringen Verkehrs und der rücksichtvollen Fahrweise der Japaner fühlt man sich sehr sicher. GPS oder eine entsprechende App sind zur Orientierung und für das Ausweichen auf Nebenstraßen hilfreich. Eine Besonderheit im Mai ist, dass Nebenstrecken in den Bergen aufgrund von Bärsichtungen (deutliche Warnschilder!) oder weil diese noch nicht vom Schnee geräumt sind, gesperrt sind.

Hokkaido eignet sich aufgrund der großen Begeisterung der Japaner für Camping hervorragend für Radreisen mit Zelt und Schlafsack. Da auch im Sommer und vor allem nachts die Temperaturen im niedrigen, einstelligen Bereich liegen können, empfiehlt sich eine wetterfeste Ausrüstung mit gutem Regen- und Windschutz. Eine warme Jacke und Mütze sollte ebenfalls ins Gepäck! Ob man angesichts der hervorragenden und oft günstigen japanischen Küche selbst mit großem Campinggeschirr anreist, ist sicher eine Geschmacksfrage. Zumindest eine Tasse Pulverkaffee morgens vor dem Zelt hat sicher ihren Reiz.

Den vollständigen Beitrag lesen Sie in RADtouren 3/2020.
 

An- und Abreise

ANA und Japan Airlines, Thai Airways, Air China und Lufthansa fliegen mit einer Zwischenlandung nach Sapporo (ca. 450 bis 1400 Euro). Wer sein eigenes Fahrrad mitnimmt, sollte darauf achten, dass die Fahrradmitnahme innerhalb der Freigepäckgrenze gestattet ist und die Freigepäckgrenze ausreichend ist (ANA, Air China, Japan Airlines und Lufthansa bieten zwei Gepäckstücke à 23 kg in der Economy). Wichtig ist auch, dass die von den Fluggesellschaften angegebenen maximalen Abmessungen des Radkartons eingehalten werden, weil sonst erhebliche Übergepäckgebühren anfallen können. ANA und Lufthansa erlauben die großzügigsten Abmessungen. In jedem Fall sollte die Fahrradmitnahme vor der Buchung telefonisch angefragt werden.

Etappen

1. Etappe: Sapporo – Banya Hot Spring 43 km (70 hm)

2. Etappe: Banya Hot Spring – Mashike 96 km (1.010 hm)

3. Etappe: Mashike – Tomamae 68 km (310 hm)

4. Etappe: Tomamae – Shibetsu 97 km (940 hm)

5. Etappe: Shibetsu – Takinoue 87 km (890 hm)

6. Etappe: Takinoue – Gokazan 83 km (980 hm)

7. Etappe: Gokazan – Rikubetsu 109 km (1.040 hm)

8. Etappe: Rikubetsu – Shihoro 72 km (540 hm)

9. Etappe: Shihoro – Ikutora 95 km (1.030 hm)

10. Etappe: Ikutora – Naganuma 145 km (1.340 hm)

11. Etappe: Naganuma – Sapporo 39 km (200 hm)

Reisezeit

Hokkaido ist die nördlichste Insel Japans mit einem langen Winter und kurzen Sommer. Zum Radfahren mit Zeltübernachtungen bietet sich der Sommer an, mit der Hauptblütezeit von Juni bis August. Wer die Kirschblüte erleben möchte, reist bereits im Mai an, sollte die Zeit um die „Golden Week“ aber möglichst meiden (2020: 27. April – 10. Mai), weil dann sehr viele Japaner Urlaub machen. Ebenfalls attraktiv ist der Herbst im November, in dem sich das Laub der Bäume in leuchtende Gelb-, Orange- und Rottöne verfärbt.

Übernachtung

Hokkaido verfügt über eine gute Auswahl von festen Unterkünften, die man auch bei agoda.com und booking.com findet. Besonderen Charme haben die raditionellen Unterkünfte, sogenannte Ryokan. In einem mit schlichten, mit Tatamimatten ausgelegten Raum werden zum Schlafen Futonmatratzen ausgerollt. Die Ryokan verfügen meist über hauseigene heiße Bäder (Onsen).

In Hokkaido gibt es außerdem eine Vielzahl von kostenpflichtigen und kostenlosen Campingplätzen. Wildes Zelten wird, sofern man erst bei Einbruch der Dunkelheit sein Zelt aufschlägt und morgens weiterfährt, meist geduldet, sofern keine ausdrücklichen Verbotsschilder aufgestellt sind. Oft befinden sich in unmittelbarer Nähe zu den Campingplätzen Onsen, so dass man nach einer Tagestour ein erfrischendes heißes Bad nehmen und dann blitzsauber in den Schlafsack schlüpfen kann.

Tipps

Deutsche, Österreicher und Schweizer können ohne Visum mit dem Reisepass einreisen (wenn er noch mindestens drei Monate gültig ist) und erhalten als Tourist unproblematisch am Flughafen eine Aufenthaltserlaubnis für drei Monate. Wer auch auf dem Rad online bleiben möchte, besorgt sich gleich am Flughafen eine japanische Daten-SIM für sein Smartphone und ist damit unterwegs unabhängig von lokalen WLANs. Das Zahlen mit Kreditkarte ist selbst bei Kleinstbeträgen im Café und bei der Gebühr auf dem Campingplatz meist unproblematisch möglich. Das Geben von Trinkgeld ist generell nicht üblich.

GPS

GPX-Track zur Tour auf Hokkaido, Japan

Fränkischer Wasserradweg

Man nehme viel Franken, mische etwas Schwaben dazu und würze das Ganze mit einer Prise Oberpfalz und Oberbayern – fertig ist unser Radreise-Cocktail. Der 400 Kilometer langen neue Fränkische Wasserradweg zwischen Nürnberg und Augsburg überrascht nicht nur mit regionaler Vielfalt.

Text & Foto: Klaus Tscharnke

Der Fränkische Wasserradweg lässt sich sowohl als 400 Kilometer langer Rundkurs absolvieren, als auch in kürzeren Teilabschnitten beradeln. Möglich machen das zwei ausgeschilderte Zwischenrouten, wodurch sich die Tour problemlos abkürzen und unterteilen lässt. Der Fränkische Wasserradweg führt weitgehend auf Feld und Waldwegen, gelegentlich auf recht unkomfortablem Schotter. Insgesamt ist die Tour aber familienfreundlich. Kinder sollten allerdings längere Anstiege radelnd oder schiebend bewältigen können. Die Beschilderung ist an einigen Stellen verbesserungsbedürftig.

Den vollständigen Beitrag lesen Sie in RADtouren 3/2020.
 

An- und Abreise

Offizieller Start- und Endpunkt des Fränkischen Wasserradwegs ist die mittelfränkische Stadt Roth. Auch ein Tourenstart in Pleinfeld direkt im Fränkischen Seenland ist möglich. Roth ist von Nürnberg aus sowohl mit dem Regionalexpress als auch mit der S-Bahn gut erreichbar, Pleinfeld mit dem Regionalexpress. Nach Nürnberg bestehen aus allen Teilen Deutschlands gute IC- und ICE-Verbindungen (oft auch mit Radbeförderung). Mit dem Auto erreicht man beide Ausgangspunkte der Tour über die Bundesstraße 2 – sowohl von Nürnberg als auch von Augsburg aus.

Etappen

1. Etappe Pleinfeld – Wassertrüdingen, 48 km

2. Etappe Wassertrüdingen – Schillingsfürst, 75 km

3. Etappe Schillingsfürst – Ansbach, 63 km

4. Etappe Ansbach – Roth, 56 km

5. Etappe Roth – Neumarkt, 52 km

6. Etappe Neumarkt – Greding, 54 km

7. Etappe Greding – Pleinfeld, 52 km

Sehenswertes

Pleinfeld: Infozentrum „Fränkisches Seenland“ in der Mandlesmühle

Dennenlohe: Dennenloher Schloss mit dem größten Rhododendronpark Deutschlands

Gerolfingen: Wunibald-Quelle

Gerolfingen-Ruffenhofen: Römerpark Ruffenhofen mit dem „Limeseum“-Museum

Feuchtwangen: Romanischer Kreuzgang

Schillingsfürst: Barockschloss der Fürsten zu Hohenlohe samt Fürstlichem Falkenhof

Rothenburg ob der Tauber: mittelalterliche Altstadt

Ansbach: Rokoko-Pracht aus der Zeit der Markgrafen von Brandenburg-Ansbach, darunter die Residenz mit seinem prachtvollen Interieur, der Orangerie und dem Hofgarten

Lichtenau: Festungsanlage mit Wall, hohen Türmen, Basteien und Kasematten

Abenberg: Burg mit dem „Haus der Fränkischen Geschichte“ und dem Klöppelmuseum

Roth: Schloß Ratibor mit imposantem Prunksaal und Museum

Neumarkt: König-Ludwig-Kanal mit alten Schleusenbauwerken und den früheren Schleusenwärterhäuschen

Übernachtungen

In der Regel gibt es in der beradelten Region genügend Hotels und Gasthöfe, die auf Radreisende mit nur einer Übernachtung eingestellt sind. Eine etwas vorausschauende Quartierplanung ist im südlichen Teil der Radrunde empfehlenswert; in der dünn besiedelten Region gibt es nicht in jedem Ort eine Übernachtungsmöglichkeit.

Wassertrüdingen: Hezelhof’s Radelhotel radlhotel-hezelhof.com

Dinkelsbühl: Hotel „Blauer Hecht“ romanticahotel.de

Schillingsfürst: Gasthof Adler gasthof-adler.info

Ansbach: Hotel Residenz hotel-residenz-ansbach.hotel-mix.de

Roth: Hotel Dormero dormero.de/hotel-roth/

Neumarkt: Gästehaus des Klosters St. Josef stjosef-nm.de

Greding: Gasthof Stern gasthofstern.de

Pleinfeld: Landgasthof Sonnenhof sonnenhof-brombachsee.de

Infos

Zum Fränkischen Wasserradweg gibt es ein kostenloses Tourenbuch; zu beziehen  beim Tourismusverband Fränkisches Seenland, Hafnermarkt 13, 91710 Gunzenhausen. info@fränkischer-wasserradweg.de fraenkischer-wasserradweg.de

GPS

Gelegentlich weicht die vom Autor gewählte Route etwas vom offiziellen GPX-Track des Fremdenverkehrsverbandes ab. RADtouren hat das Interesse an der landschaftlich reizvollsten Strecke über regionale Rücksichtnahmen des Tourismusverbandes gestellt.

GPX-Track zum Fränkischen Wasserradweg

GPX-Track zur Zwischenroute Ost
GPX-Track zur Zwischenroute West

Trondheim

Wer in Trondheim ankommt, merkt schnell: Radfahren ist angesagt. Zügig flitzen Pendler, Studenten oder die Polizeistreife auf ihren Bikes durch die Stadt. Wir begeben uns auf eine Sightseeingtour per Rad.

Text & Foto: Katja Goll
Den vollständigen Beitrag lesen Sie in RADtouren 3/2020.
 

Leihräder

Die städtischen Leihfahrräder kosten pro Tag 49 Norwegische Kronen (NOK)
trondheimbysykkel.no/en
Bei den geführten Touren von „Trondheim by bike“ ist das Leihfahrrad inklusive. Kosten: 350 bis 450 NOK trondheimbiketours.no

Fakten

Im Rahmen der Radverkehrsstrategie soll der Radverkehrsanteil von 7,5 Prozent bis 2025 auf 15 Prozent verdoppelt werden; Zum Ausbau von 50 Kilometern neuer Radwege standen bis 2019 800 Millionen NOK zur Verfügung. Die Stadt wirbt mit Sprüchen im öffentlichen Raum für das Radfahren und Zufußgehen. Eine Attraktion: Seit 1993 hat Trondheim einen Fahrradlift, der hilft den steilen Brubakken zu erklimmen.

Tipps

Den Nidarosdom von innen besichtigen und den Orgeln lauschen; einen Abend in der Freiluftgastronomie in Bakklandet genießen; die Mittelalterausstellung im Wissenschaftsmuseum oder das Sverresborg Trøndelag-Freilichtmuseum besuchen; mit dem Fahrrad nach Røros (ca. 150 km) oder auf der Küstenstraße gen Norden radeln. Norwegens bestes Hotelfrühstück gibt es im Scandic Nidelv Trondheim (viel Zeit einplanen).

GPS

GPX-Track zur Trondheim-Tour

14 gefederte Sattelstützen im Test

Sie filtern Schläge effektiv und sind einfach nachzurüsten: Wir haben das
Verhalten von
14 Federsattelstützen auf einer holprigen Teststrecke auf die Probe gestellt – besonders die Neuheiten aus den USA überraschten.

Text & Foto: Ingo Effing

Kopfsteinpflaster, aufgeplatzter Asphalt, Straßen wie Flickenteppiche, Baumwurzeln, die wie dicke Adern den Radweg untergraben: Die Beschaffenheit alltäglicher Leidenswege, auf denen Radfahrer unterwegs sind, ist vielfältig. Erlösung vom zermürbenden Dauerfeuer auf Gesäß und Wirbelsäule versprechen gefederte Sattelstützen. Waren die Stoßdämpfer früher eher bei Genussradlern und einigen Langstreckenfahrern beliebt, hat der allgemein zunehmende Wunsch nach mehr Fahrkomfort auch die Verbreitung gefederter Sattelstützen befördert und neue Hersteller auf den Plan gerufen. Vor allem an E-Bikes spielen die Komfortteile ihre Stärken aus, aber auch die steigende Nachfrage unter Straßenradfahrern und Gravelbikern wird inzwischen mit neuen leichteren Modellen bedient.

Richtungsentscheidung

Dem Aufbau nach unterscheidet man grundsätzlich zwei Arten von Federsattelstützen: Teleskopstützen, die in Richtung der Achse einfedern, und Parallelogrammstützen, die den Sattel in einem Kreisbogen zurücksetzen. Beide Typen haben ihre Vorzüge. Die axial gefederten Teleskopstützen sind im Prinzip sehr einfach aufgebaut. Der Sattel klemmt auf einem beweglichen Gleitrohr, das mehr oder weniger direkt auf dem im Schaft versteckten Federelement steht, in der Regel ist das eine Stahlfeder. Die schlanken Stützen sind unauffällig, relativ leicht und günstig, mitunter gehören sie auch zur Serienausstattung einiger Räder. Der Sattel bewegt sich beim Einfedern in Richtung der Achse auf das Tretlager zu. Damit verändern sich Sitzhöhe und der Abstand zu den Pedalen, was die Kraftübertragung der Beine auf die Kurbel beeinträchtigt.

Im Sattel spürt man vor allem Schläge, die beim Überrollen von Hindernissen vom Hinterrad ausgehen. Die Energie des Aufpralls trifft dabei auf die Hinterradachse und wird von schräg hinten auf den Sattel übertragen. Parallelogrammstützen nehmen die Kräfte aus ihrer Stoßrichtung entgegen und sprechen damit deutlich sensibler an als axial gefederte Modelle, was zu deutlich mehr Komfort führt. Die Sattelhöhe verändert sich dabei kaum, durch den zurückschwingenden Sattel ändert sich allerdings der Abstand zum Lenker. Parallelmodelle mit viel Federweg eignen sich daher weniger für Räder mit sportlich gestreckten Körperhaltungen. Bis zu vier Zentimeter bewegt sich der Sattel bei harten Schlägen nach hinten. Hängt man ohnehin schon mit gebeugtem Oberkörper auf dem Fahrrad, zieht die extra Streckung merklich an Rücken und Armen. Viel Federweg erhöht zwar einerseits den Komfort, andererseits gibt die Stütze dem Sattel weniger Halt und neigt eher dazu auch beim Kurbeln auf ebener Fahrbahn loszubrechen und mitzuwippen.

Wer maximalen Fahrkomfort sucht, ist mit der Long Travel Variante der G.2 und der SP12-NCX mit fünf Zentimetern Pufferzone gut beraten. Der „Sweetspot“ liegt nach unserer Einschätzung aber im Bereich um 30 Millimeter Federweg, hier gleichen die Stützen noch komfortabel aus, ohne dass sich störende Nebenwirkungen aufdrängen.

Das Mehrgewicht der Parallelogrammstützen und ein möglicher Kraftraub durch Aufschaukeln kann eher vernachlässigt werden, wenn man mit dem E-Bike unterwegs ist und dafür nicht direkt mit Beinarbeit bezahlt. Vom Federkomfort her sind die parallelen Stützen ihren axialen Artgenossen weit überlegen. Letztere schirmen weniger gut ab, lassen mehr Erschütterungen und Schläge von der Straße durch, fühlen sich insgesamt härter an.

Besonders die neueren Konstruktionen von Redshift und Kinekt überzeugen mit sehr feinfühligem Ansprechverhalten und verwandeln ruppige Pisten in glatte Bahnen. Vor allem die Kinekt bügelt wunderbar soft über den Parcours. Zum Graveln oder am E-Bike – die hochwertige Stütze kommt mit drei Paar Stahlfedern und kann flexibel der Tour angepasst werden. Mit 279 Euro ist sie allerdings auch die teuerste Stütze im Testfeld. Unter den Teleskopstützen überrascht die günstige Stütze von Rose auf der Teststrecke. Der sensible Stoßfänger schluckt – und das ist selten bei Teleskopstützen – auch die kleinen, feinen Schläge und puffert dynamisch unterm Sattel, so soll es sein.

Den kompletten Test lesen Sie im RADtouren GENUSS-Spezial 2020.

P(r)oblemzone – Die besten Tipps zur Sattelwahl

Kein Gesäß ist wie das andere! Der Sattel muss sich buchstäblich der Beschaffenheit des Hinterteils und den persönlichen Vorlieben unterordnen. Er trägt beim Fahrradfahren die Hauptlast des Körpers und ist häufig Ursache für Beschwerden. Hier kommen die besten Tipps zur Sattelwahl und komfortable Tourenmodelle – vom zeitlosen Klassiker aus Leder bis zur modernen Materialinnovaton aus dem Chemielabor.

Text: Ingo Effing
Foto: Shutterstock, Hersteller (4)

Tipps

Sattel richtig einstellen

Ist der Sattel zu tief, sind die Knie stark angewinkelt und hohen Belastungen ausgesetzt. Das kann auf Dauer zu Knieschmerzen führen. Mit angewinkelten Beinen kann zudem die Kraft nicht optimal auf die Pedale übertragen werden, die Muskulatur ermüdet früher.

Sattelhöhe

Eine einfache Methode, die optimale Höhe einzustellen ist, die Ferse auf die Pedale zu platzieren und die Höhe so anzupassen, dass das Knie bei geradem Becken an der tiefsten Pedalstellung durchgedrückt ist. Ist das Knie gebeugt, muss der Sattel nach oben; erreicht die Ferse die Pedale nicht, muss er weiter abgesenkt werden. Die Höhe ist richtig eingestellt, wenn das Becken beim Treten nicht zur Seite kippt und die Knie in tiefster Pedalstellung nur leicht angewinkelt sind.

Sattellage

Der Sattel wird in der Regel waagerecht montiert, die Nase kann zur Entlastung von Damm und Schambein bei Bedarf leicht abgesenkt werden. Das Sattelgestell lässt etwas Spielraum, um die Lage nach vorne oder hinten zu verschieben. Die richtige Lage ist erreicht, wenn die Kniescheibe bei waagerechtem Pedal senkrecht über der Pedalachse steht.

Sitzknochenabstand selber messen

Welche Art von Sattel die richtige ist, hängt vom Einsatz und der Sitzposition ab. Grundsätzlich lässt sich sagen: Je aufrechter der Sitz, desto breiter darf die Sitzfläche ausfallen. Viele Hersteller beziehen sich bei der Angabe der Sattelgröße inzwischen auf den Sitzknochenabstand. Also auf den Abstand der beiden Höcker des Beckens, mit denen das Gesäß auf die Satteldecke drückt.

Benötigt werden: ein Stück Pappe (ca. 35 x 25 cm), ein Stift, ein Lineal

1. Die Pappe auf eine harte ebene Fläche legen. Ideal ist ein Hocker, aber auch ein stabiler Tisch ist geeignet, wenn die Füße auf einen Stuhl gestellt werden. Rücken gerade, Oberschenkel ungefähr waagerecht.

2. Unter den Hocker oder die Tischkante greifen und die Sitzknochen mit Druck in die Pappe pressen.

3. Die beiden Abdrücke mit einem Filzstift einkreisen, die Mittelpunkte markieren und den Sitzknochenabstand messen.

4. Um die richtige Sattelbreite zu bestimmen, müssen je nach Sitzposition zwischen 0 und 4 Zentimeter zum gemessenen Sitzknochenabstand hinzugefügt werden.

 

Einige Modelle

Ergon ST Core Prime Men

Die Satteldecke ist schwimmend auf einem Schaumstoffkern gelagert. Der Partikelschaum Infinergy wird auch zur Herstellung von Laufschuhen verwendet und verfügt über dämpfende Eigenschaften und eine hohe Rückstellkraft. Der elastische Kern spricht sensibel an, unterstützt die Beckenbewegung beim Pedalieren und entlastet die Sitzknochen. Die gut aufgepolsterte Sitzfläche des Herren-Modells teilt ein großflächiger Entlastungskanal. Preis: 149,95 Euro; Gewicht: 460 g

SQlab 621Ergolux active Infinergy 2.0

Breiter Komfort-Sattel für einen aufrechten Sitz auf dem City-Rad. Im Sitzknochenbereich hoch aufgepolstert, fällt die Satteldecke zur Nase hin in zwei Stufen ab, um Damm oder Schambein zu entlasten. Die hintere Welle bietet den Sitzknochen eine vergrößerte Auflagefläche. Zur Dämpfung am Heck kommt auch hier das Material Infinergy zum Einsatz. Der mittig angeordnete Schaum erlaubt dem Sattel, sich im Rhythmus der Beckenbewegung abwechselnd nach links und rechts zu neigen. Durch die Mitbewegung der Sitzfläche werden Druckspitzen gekappt und Beschwerden in der unteren Lendenwirbelsäule vorgebeugt. Preis: 89,95 Euro; Gewicht: 542 g (18 cm)

Brooks Flyer

Ein absoluter Sattelklassiker: Seine Wurzeln hat der Sprungfedersattel mit Lederdecke im späten 19. Jahrhundert, und er wird heute immer noch in England handgefertigt. Die Besonderheit des Materials: Das Leder passt sich mit der Zeit dem Gesäß des Fahrers an und wird bequemer. Während der „Einreitphase“ kann die Satteldecke zur Unterstützung mit speziellem Lederfett behandelt werden. Der Flyer eignet sich für Touren und Trekking, der Stahlrahmen ist zur Stoßdämpfung mit zwei Hinterfedern ausgestattet.
Preis: 120 Euro; Gewicht: 860 g

Terry Fisio ClimaVent Gel Men

Die neue ClimaVent-Oberfläche besteht aus einer Membran mit groben offenen Poren, die eine Luftschicht zwischen Körper und Sattel bildet. Die Belüftung sorgt auf der Langstrecke für ein angenehmes Sitzklima. Gel-Einlagen verteilen den Druck gleichmäßig auf die Sitzknochen. Die Aussparung in der Mitte belüftet und entlastet den Dammbereich. Zur Stoßdämpfung am Heck greift man auf einen von BASF hergestellten Elastomer aus der Automobilindustrie zurück. Bei Stößen kann der Microzell-Dämpfer in der Höhe um bis zu 75 Prozent komprimiert werden und schont so den Rücken. Preis: 99,95 Euro

So integrieren Sie Points of Interest (POI) in Ihre Tour

Manchmal sind auf Radtouren die Zwischenziele mindestens genauso wichtig wie das Etappenziel. Wir erklären, wie Sie Points of Interest (POI) in Ihre Tour integrieren und sicher ansteuern.

Text: Thomas Froitzheim
Foto:
 rawpixel.com/Freepik

Zuweilen kommt es bei Radtouren nicht auf den Weg als Ziel an, sondern auf die Zwischenziele – beispielsweise wenn die Radtour im Zeichen der Kulinarik steht und diverse Gaststätten oder Rastplätze angesteuert werden sollen. Viele digitale Karten für GPS-Geräte und Smartphone-Apps enthalten bereits eine Menge von POI, und diese „Points of Interest“ werden in der Regel in verschiedene Kategorien zusammengefasst, zum Beispiel Restaurants, Hotels oder Campingplätze. Leider gibt es keine einheitliche Kategorisierung, sodass man sich erst einmal mit seiner speziellen Karte oder App befassen sollte: Unterscheidet sie beispielsweise zwischen Café und Weinstube? Oder fasst sie alles in der Kategorie Restaurant zusammen? Hat man ein interessantes Ziel gefunden, können Sie diesen POI als (Zwischen-)Ziel in Ihr Navi eingeben und sich dorthin navigieren lassen.

Aber bevor Sie diese scheinbar bequeme Reise antreten, sollten Sie einiges bedenken. POI gelangen in digitale Karten meist als Massenware, sind häufig nicht aktuell und fehlerhaft. So haben wir beispielsweise in den aktuellsten Karten von Premium-­Herstellern Gastwirtschaften gefunden, die es bereits seit mehreren Jahren nicht mehr gibt. Selbst im scheinbar superaktuellen Google Maps werden Geschäfte angezeigt, die längst aufgegeben wurden, und das gleiche trifft auf OpenStreetMap zu. Also: erst prüfen, dann planen, dann losfahren.

Export mit und ohne Zwischenziele

Viele touristische Regionen haben bereits kulinarische Touren zusammengestellt (siehe auch Seite 76), und diese Tourenvorschläge und Themenwege stehen in der Regel digital zum Download zur Verfügung. Man sollte jedoch genau beachten, welche Daten bereitgestellt werden – vielfach ist es nur der Streckenverlauf als „Track“. Der reicht zwar für die Navigation komplett aus, zeigt aber nicht an, wo die interessanten Zwischenziele liegen und wann sie erreicht werden.

GPX-Dateien können aber auch mit Zwischenzielen angereichert werden, indem man den Track mit „Wegpunkten“ ergänzt. Nutzer des Tourenportals Outdooractive kennen dies von zahlreichen Tourenvorschlägen, bei denen sie beim Download jeweils gefragt werden, ob man die Wegpunkte mit exportieren möchte. Entscheiden Sie sich dafür, bekommen Sie die Wegpunkte auf der Karte Ihres GPS-Gerätes zusätzlich zum Streckenverlauf angezeigt.

Leider meldet das Gerät aber nicht, wenn Sie ein Zwischenziel erreichen. Ist das Zwischenziel unscheinbar, kann man es durchaus übersehen. Also: Augen auf! Um sich die Sache zu erleichtern, lohnt es sich unter Umständen, im Vorfeld zu recherchieren, bei welchem Kilometer Sie beim angepeilten Zwischenziele ungefähr ankommen. Wichtig ist natürlich auch, dass der Track die Ziele auch wirklich berührt.

Besteht die Gefahr, dass man die Zwischenziele nicht direkt erkennt (zum Beispiel den berühmten Baum im Wald oder ein sehenswertes Haus in einer historischen Innenstadt), teilen Sie Ihre Strecke am besten in einzelne Tracks auf, die jeweils bis zum nächsten Zwischenziel führen. Dann gelangen Sie zuverlässig zum POI und wissen unterwegs auch immer, wie weit es noch bis dahin ist. Zur Bearbeitung von Tracks und Wegpunkten empfiehlt sich Garmins kostenlose Software BaseCamp

Eine andere Möglichkeit wäre, sich im Vorfeld die einzelnen Ziele aufzuschreiben und sich nacheinander vom Navi dorthin leiten zu lassen. Aber Vorsicht: Bei der Vor-Ort-Navigation berechnet das Navi selbstständig den Weg zu den einzelnen Zwischenzielen. Dabei findet es leider nicht immer die schönste Strecke.

Übrigens: Verlässlicher Genuss ist gar nicht so einfach zu planen. Denn wenn auch das Ziel präzise angesteuert werden kann, so bleibt doch immer noch die Frage der Öffnungszeiten (montags geschlossen?) und schließlich der freien Plätze (geschlossene Gesellschaft!). Erst eine Reservierung per E-Mail oder besser telefonisch bringt den garantierten Erfolg.

Ausprobiert: ergonomische Griffe MF2 von Ergotec

Ergonomische Griffe sollen Kribbeln, Taubheit und Schmerzen  verhindern. Wir haben das Top-Produkt von Ergotec, den MF2, getestet.

Text: Katharina Garus

Schon beim Auspacken des MF2 von Ergotec wird deutlich, dass alle Komponenten wirklich ergonomisch geformt sind. Die Griffe wecken beim Anfassen sofort die Erwartung, dass sie ein komfortables Fahrgefühl verursachen. Und dieser erste Eindruck bestätigt sich schließlich auch beim Test: Die MF2 greifen sich absolut angenehm.

Konkreter formuliert: Die Unterstützung des Handgelenks entlastet den Handballen beziehungsweise das Gelenk spürbar. Die Hände gehen irgendwie automatisch in die richtige Position – eine korrekte Montage vorausgesetzt. Die große Auflagefläche verteilt den Druck sehr gut; Druckspitzen, die zu Problemen führen könnten, werden vermieden. Bei einer Testfahrt im Gelände hatten wir spürbar mehr Kontrolle über das Rad. Die Lenkerhörnchen ermöglichen eine schöne alternative Griffmöglichkeit gerade auf längeren Touren.

Minuspunkte bekommen die MF2, weil wir erhebliche Probleme bei der Montage hatten. Der Innendurchmesser der Endkappe war bei den uns zur Verfügung gestellten Griffen so knapp bemessen, dass sie sich bei verschiedenen Lenkern nicht ohne rohe Gewalt montieren ließen. Auch der Lenkergriff selbst sitzt sehr stramm, ist aber mit etwas Mühe anzubringen und dann sehr verrutschfest.

Fazit: Wenn die Griffe einmal montiert sind, lassen sie sich sehr einfach an die individuellen Bedürfnisse anpassen und bringen einen echten Komfortgewinn. Gepunktet hat bei uns auch der modulare Aufbau, der einen einzelnen Austausch der Komponenten ermöglicht – Geldbeutel und Umwelt danken dafür.

Ab 59,90 Euro  ergotec.de