- Lausitz: Vom Kohlerevier zum Urlaubsparadies
- Hamburg: Unterwegs im Garten der Großstadt
- Weser-Harz-Heide-Radweg: Fantastische Vielfalt
- Räuber-Kneißl-Radweg: Landpartie mit Schurken-Charme
- Niederlande & Belgien: Auf den Spuren legendärer Radrennen
- Test: Randonneure – Reiseräder mit Rennlenker
- Kaufberatung: Alles im Griff – der perfekte Lenker
- Gut zu wissen: Radmaße – die nackten Fakten richtig lesen
RADtouren 5/2020
„TVL Asfalt Dualflex“ – neuer Tourenschuh von Vaude
Beim Treten in die Pedale so steif wie ein Radschuh und beim Abrollen während des Gehens so bequem wie ein Freizeitschuh – das verspricht der neue „TVL Asfalt Dualflex“ von Vaude. Möglich macht es eine Zwischensohle aus Carbon. Die spezifische Anordnung der Kohlefasern ermöglicht einen Schuh, der nach unten steif ist und nach oben flexibel und so die biomechanischen Gegensätze zwischen Gehen und Fahren ausgleicht. vaude.de
Fotos/Grafik: Vaude
Tourenplanung mit Komoot: So wird’s perfekt!

Sowohl für die Routenplanung als auch für die Navigation wird die Plattform Komoot immer beliebter. Doch ihre zahlreichen Funktionen sind gar nicht so leicht zu durchschauen. Grund genug, Ihnen die besten Tipps & Tricks an die Hand zu geben.
Text: Thomas Froitzheim
Foto: Komoot
Fragt man Radfahrer, welche Anwendungen sie für Routenplanung und Navigation verwenden, so lautet die Antwort in den meisten Fällen: Komoot. 12 Millionen Nutzer hat das Unternehmen eigenen Aussagen zufolge inzwischen. Laut ADFC-Radreiseanalyse hat die Berliner Software-Schmiede bei der Navigation unterwegs sogar Google Maps überholt und wird von über 40 Prozent der Radtouristen genutzt. Wir zeigen Ihnen, wie Sie Komoot optimal einsetzen.
- Um Touren planen und speichern zu können, ist bei Komoot eine kostenlose Anmeldung Pflicht. Wer die Anwendung sinnvoll nutzen will, dem empfehlen wir, direkt das Weltpaket für einmalig 30 Euro zu kaufen. Die Premium-Version mit zusätzlichen Funktionen für 60 Euro pro Jahr hingegen ist für die meisten Einsätze durchaus verzichtbar.
- Touren sollte man nicht unterwegs auf dem Smartphone planen, sonder möglichst in der Komoot-Desktop-Version. Denn erst der übersichtliche Monitor zeigt, welche Strecke Komoot berechnet hat, und mit ein paar Mausklicks kann man die Strecke meist noch optimieren. Das ist sinnvoll, denn hin und wieder treten recht merkwürdige Streckenberechnungen auf.
- Wer eine bestimmte Themenroute in Komoot finden möchte (zum Beispiel den Weserradweg), sollte dazu eine externe Suchmaschine verwenden, denn in Komoot selbst kann man nur nach Orten suchen. Also zum Beispiel bei Google die Stichworte „Komoot Weserradweg“ (ohne Anführungsstriche!) eingeben.
- Strecken unterwegs neu berechnen kann Komoot nur mit einer Mobilfunkverbindung. Verlässt man den Track, bleibt die einmal erzeugte Strecke aber sichtbar. Man kann sich also auch ohne Mobilfunk zurücknavigieren.
- Komoot ist nichts für Datensensible. Eine frühere Version fiel bei Datenschützern eher negativ auf bit.ly/3ekSbiJ Allerdings: Wer WhatsApp verwendet, wird auch bei Komoot keine Bedenken haben.
- Als Ergänzung zu Komoot bietet sich zum Beispiel Garmin BaseCamp an. Hier ist offline eine bessere Bearbeitung von Strecken und Wegpunkten möglich.
Den kompletten Artikel mit weiteren Tipps & Tricks lest ihr in RADtouren 5/2020.
Heideregion Uelzen
Es gibt sie noch, die versteckten Fahrradparadiese abseits der zuweilen überfüllten Routen. Ein solches Eldorado ist die Heideregion Uelzen im Osten der Lüneburger Heide, eines der fünf Feriengebiete, die auch der ADFC als zertifizierte „RadReiseRegion“ empfiehlt. Sorgloses Urlaubsvergnügen mit dem gebotenen Abstand fällt hier nicht schwer. Die Landschaft ist überraschend vielfältig, und bietet für jeden Anspruch das Passende. Sanfte Hügel ermöglichen herrliche Panoramablicke über Felder und Wiesen. Hunderte Kilometer asphaltierter Wirtschaftswege führen nahezu autofrei durch Felder und Auen. Ausgedehnte Naturschutzgebiete versprechen die Begegnung mit selten gewordenen Tieren und Pflanzen. Und im Spätsommer verzaubern die violett blühenden Heideflächen und das silbrige Weiß der Birkenstämme die Landschaft. radregion-uelzen.de
Foto: Bad Bevensen Marketing
Räuber-Kneißl-Radweg
Mit dem Räuber-Kneißl-Radweg gibt es eine neue Radelstrecke im Westen von München: Hier war Mathias Kneißl zuhause, der um 1900 als Kleinkrimineller die Obrigkeit piesackte und bis heute als Volksheld verehrt wird.
Text & Foto: Christiane Neubauer
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Infos zum Nachfahren
Länge
Rund 110 Kilometer
Übernachten und Einkehren
Schlummern in historischem Ambiente: Schlossgut Odelzhausen, Am Schlossberg 1, 85235 Odelzhausen, DZ mit Frühstück ab 120 Euro schlossgut-odelzhausen.de
Gut und günstig: Pension beim Wirt, Sankt-Helena-Straße 13, 85254 Sulzemoos, DZ ab 73 Euro, Ferienwohnung ab 95 Euro pro Nacht pension-beim-wirt.de
Ganzjährig geöffnet und direkt an einem Badesee gelegen: Campingplatz Langwieder See, Eschenrieder Str. 119, 81249 München, Stellplatz Zelt ab 7,10 Euro, Stellplatz Wohnmobil ab 8,10 Euro camping-langwieder-see.de
Bayerische Schmankerl und griechische Klassiker: Glonntal Stub’n, Sportplatzweg 10, 85235 Pfaffenhofen a.d. Glonn glonntalstuben.de
Henkersmahlzeit und Räuber-Kneißl-Bier: Bräustüberl Maisach mit Räuber-Kneißl-Biergarten, Hauptstraße 24, 82216 Maisach wirtshaus-maisach.de
Leihräder
Einige Gemeindeverwaltungen und Touristinformationen entlang der Strecke verleihen stunden- oder tageweise Pedelecs tourismus-dachauer-land.de
Pedelecs ausleihen kann man außerdem beim E-Bike Center in 85250 Altomünster e-bike-center.de/e-bike-verleih sowie im Bikecenter München bikeverleih.de
Tipps
Auf der Website räuber-kneissl-radweg.de gibt es nicht nur viele Hintergrundinformationen zur Strecke, es steht auch ein Audio-Guide zum Download bereit.
GPS
Lausitz
Früher wurde die Landschaft der Lausitz für den Braunkohle-Abbau durchpflügt. Inzwischen sind im Zuge eines eindrucksvollen Strukturwandels mehr als 20 große Seen entstanden. Erkundet man die Wasserwelten über die hervorragenden Radwege, entdeckt man idyllische Natur und Sandstrände, zahlreiche faszinierende Industrie-Denkmäler und sogar Wein aus regionalen Reben.
Text & Foto: Sascha Rettig
Die Lausitz liegt nicht weit von der polnischen Grenze im tiefen Osten Deutschlands und reicht vom südöstlichen Brandenburg bis ins nordöstliche Sachsen. Es gibt ein gut ausgeschildertes Netz an Radwegen, die in der Regel asphaltiert und in hervorragendem Zustand sind. Meist radelt man entlang der Seen oder durch Waldabschnitte. Auch auf den kleineren Landstraßen und in den Ortschaften ist in der Regel wenig Verkehr. Sieht man von kleineren Anhöhen ab, ist die Landschaft der Lausitzer Seenplatte flach und gemütlich zu beradeln.
Die beste Zeit zum Radfahren dort ist von Frühjahr bis Herbst. Im Sommer kann es heiß werden. Für unbeständigeres Wetter vor allem in den Übergangszeiten sollte man die entsprechende Kleidung im Gepäck haben. Eine winddichte Regenjacke ist zu jeder Jahreszeit empfehlenswert. Vom rustikalen Gasthof bis zum Imbiss – für Verpflegung ist entlang des Weges in der Regel gesorgt. Wer sich selbst versorgen will, der hat an den Seen aber auch die Möglichkeit zu picknicken oder mit einem Lunch-Paket eine Pause einzulegen.
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Infos zum Nachfahren
An- und Abreise
Mit dem Auto Viele Urlauber aus Deutschland, Österreich und der Schweiz reisen mit dem eigenen PKW an.
Mit der Bahn Ab Dresden, Berlin oder Leipzig mit Nahverkehrszügen.
Für unsere Touren haben wir Großkoschern am Senftenberger See als Ausgangspunkt gewählt. Von den Bahnhöfen Senftenberg und Lauta sind es jeweils nur wenige Kilometer dorthin. Von Lauta können Sie auch zu unseren Touren ab Hoyerswerda und Uhyst mit der Bahn anreisen.
Touren
1. Rote Tour: Großkoschen – Rostiger Nagel – Sedlitzer See – Partwitzer See – Tagebau Welzow-Süd – Geierswalder See – Senftenberger See – Großkoschen
69 km
2. Grüne Tour: Großkoschen – Großräschen – Altdöbern – Altdöberner See – Großkoschen 67 km
3. Orange Tour: Hoyerswerda – Scheibesee – Dreiweiberner See – Silbersee – Knappenrode – Hoyerswerda 40 km
4. Blaue Tour: Uhyst – Bärwalder See – Nochten – Uhyst 33 km
Sehenswertes
Senftenberg: Stadthafen mit Promenade, Schloss und Abendessen in „Die Drogerie“, Boot- und Floßverleih
Großkoschen: SeeLounge und Familienpark u.a. mit Restaurant „Seestern“
Sornoer Kanal: Aussichtsturm „Rostiger Nagel“
Welzow-Süd: Aussichtspunkt zum aktiven Tagebau
Geierswalder See: Restaurant „Der Leuchtturm“ und schwimmende Häuser
Hoyerswerda: Altstadt
Knappenrode: Industriedenkmal „Energiefabrik“
Großräschen: Seebrücke, IBA-Terrassen, Weinberg und Weinprobe
Altdöbern: Schloss mit Park und Orangerie
Pritzen: Open-Air-Kunstobjekte
Bärwalder See: Aussicht von der Marina Klitten und Landschaftskunstwerk „Ohr“
Nochten: Findlingspark
Lichterfeld-Schacksdorf (abseits der Routen): imposantes Besucherbergwerk F60
Unterkunft
In Großkoschen am Senftenberger See befindet sich der „Ferienhof Radlerslust“. Er bietet eine gute Ausgangslage für die Sterntouren und moderne Zimmer. Abends kann man im gepflegten, sehr schön angelegten Garten grillen. Ein umfangreiches Frühstück wird ebenfalls angeboten, genauso wie ein Radverleih mit Werkstatt für kleinere Reparaturen. Dorfplatz 6, 01968 Großkoschen
radlerslust.de
In der Seenlandschaft findet man darüber hinaus zahlreiche Hotels und Pensionen. Wer beispielsweise zum Bärwalder See keine Tagestour machen, sondern in der Nähe übernachten will, findet im nahen „Gruners Landhaus“ in Rauden einfache, gepflegte Zimmer. gruners-landhaus.de
Karten
Lausitzer Seenland: Rad- und Wanderkarte, PublicPress. 1:60 000, ISBN 978-3747304549, 8 Euro
Reiseführer Oberlausitz Lausitzer Seenland, Reise Know-How. ISBN 978-3831729203, 14,90 Euro
Infos
Für detaillierten Radtouren-Informationen: lausitzerseenland.de
Radvermietung Fahrräder und E-Bikes kann man unter anderem bei iba-aktiv-tours mieten. Eine Leihstation hat auch der Familienpark in Großkoschen aktiv-tours-lausitz.de
GPS
Hamburg
Trubel und Hektik sind hier ganz weit weg, dabei gehören die Vier- und Marschlande zur Millionenstadt Hamburg. Durch das große Blumen- und Gemüseanbaugebiet im Südosten der Metropole radelt man ganz gemütlich und spürt es mit jedem Pedaltritt: Hier steht die Zeit (fast) noch still.
Text & Fotos: Bernadette Olderdissen
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Infos zum Nachfahren
Hamburg
Die Route verläuft auf asphaltierten Radwegen, teils wenig befahrene Landstraßen und umfasst knapp 50 Kilometer. Sie startet am S-Bahnhof Hamburg Billwerder-Moorfleet und endet an der Haltestelle Mittlerer Randweg. Beide werden angefahren von S2 und S21.
Highlights
Hohendeicher See, Kilometer 11
Kirchwerder Wiesen, Kilometer 17
Zollenspieker Fährhaus,Kilometer 23
Riepenburger Mühle und Hof Eggers, Kilometer 27
Rieck-Haus, Kilometer 34
Boberger Niederung, Kilometer 47
Reiseführer
Es gibt wenige Informationen zu den Vier- und Marschlanden, z.B. (jedoch ohne Fahrradbezug):
Landpartie. Im Norden unterwegs: Harz, Vorpommersche Boddenlandschaft, Nordfriesland, Vier- und Marschlande: ISBN 978-3877068335, Schlütersche Verlag, ab 19,80 Euro
Die Marschlande: Hamburgs grüner Garten: ISBN 978-3866803343, Sutton Verlag, ab 4,22 Euro
Informationen
hamburg-tourism.de/sehen-erleben/routen-touren/vierlanden/
bergedorf.de/fileadmin/Media/pdf/2020_01_WSB_Radtouren-Plan_RZ_Web.pdf
GPS
Corona – Wohin kann ich reisen?
Was geht, was nicht und was ist wo erlaubt? Diese Fragen stellt man sich wegen Corona aktuell ständig – erst recht im Zusammenhang mit Reisen. Der Open Travel Index gibt erste Informationen zu den Auflagen in den verschiedenen europäischen Ländern und den Maßnahmen zahlreicher Reiseunternehmen. Ins Leben gerufen hat das übersichtliche Ampelsystem die Reisebuchungsplattform Omio. de.omio.com/reisen/aktuelle-reiseinformationen
Weser-Harz-Heide-Radweg
Der Weser-Harz-Heide-Radweg ist Niedersachsens längster Radfernweg. Die Traumstrecke begeistert mit landschaftlicher Vielfalt, gespickt mit prachtvollen Burgen und Schlössern aus der Zeit der Welfen, sowie zahlreichen historischen Städten.
Text & Foto: Hans Kothe
Die gesamte Route verläuft hauptsächlich auf verkehrsarmen Straßen sowie land- und forstwirtschaftlichen Wegen, abschnittsweise auch über ehemalige Bahntrassen. Überwiegend radelt man auf Asphalt. Es gibt allerdings auch die eine oder andere Schotterpiste und – heidetypisch – sandige Abschnitte. Die dritte Etappe von Herzberg nach Goslar hat herausfordernde Anstiege bis Clausthal-Zellerfeld. Danach geht es bis Goslar fast ausschließlich zügig bergab. Hinter Goslar beginnt dann die merklich flachere Landschaft, die später durch die Heide nach Lüneburg führt.
Leider ist die Beschilderung manchmal nicht gut zu erkennen und auch oft lückenhaft. Zum angebotenen GPX-Track gibt es hin und wieder Varianten, die aber ebenfalls gut befahrbar sind. Das Rad sollte eine bergtaugliche Schaltung besitzen und über eine ordentliche Reifenbreite verfügen.
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Infos zum Nachfahren
An- und Abreise
Mit dem Auto Nach Hann. Münden: von Berlin 360 km, von Köln 270 km, von München 490 km; ab Lüneburg: nach Berlin 290 km, nach Köln 410 km, nach München 720 km
Mit der Bahn Hann. Münden ist mit der Regionalbahn oder dem Regionalexpress erreichbar, Lüneburg auch mit Metronom und ICE.
Etappen
1. Etappe Hann. Münden – Göttingen 40 km
2. Etappe Göttingen – Herzberg am Harz 70 km
3. Etappe Herzberg am Harz – Goslar 77 km
4. Etappe Goslar – Braunschweig 61 km
5. Etappe Braunschweig – Gifhorn 38 km
6. Etappe Gifhorn – Bad Bodenteich 54 km
7. Etappe Bad Bodenteich – Lüneburg 72 km
Übernachtung
Göttingen: Hotel Berliner Hof, Weender Landstraße 43, 37075 Göttingen, Tel.: 0551/383320 berlinerhof.de
Herzberg am Harz: Hotel Englischer Hof, Vorstadt 8-10, 37412 Herzberg am Harz,
Tel.: 05521/89690 englischer-hof.de
Goslar: Hotel Hubertushof, Wallstraße 1, 38640 Goslar, Tel.: 05321/23276 hubertushof-goslar.de
Braunschweig: Hotel Fürstenhof, Campestraße 12, 38102 Braunschweig,
Tel.: 0531/7073370 hotel-fürstenhof.de
Gifhorn: Hotel Deutsches Haus, Torstraße 11, 38518 Gifhorn, Tel.: 05371/8180
deutsches-haus-gifhorn.de
Bad Bodenteich: Landhaus Bodenteich, Neustädter Straße 70, 29389 Bad Bodenteich, Tel.: 05824/96460 AScharsig@t-online.de
Lüneburg: Hotel zum Roten Tore, Vor dem Roten Tore 3, 21335 Lüneburg,
Tel.: 04131/43041 zumrotentor.de
Sehenswertes
Hann. Münden: Welfenschloss, Rathaus, St. Blasius, mittelalterliches Stadtbild mit Fachwerkhäusern, Weserstein
Göttingen: Altstadt, St. Johannis, Paulinerkirche, St. Jacobi, St. Marien, Botanische Gärten
Duderstadt: Altstadt, Rathaus, Grenzlandmuseum Eichsfeld, Westerturm, Sulbergswarte
Rhumspringe: Rhumequelle
Herzberg am Harz: Welfenschloss
Osterode: Altes Rathaus, Museum im Ritterhaus, Stadtmauer, Marktkirche St. Aegidien
Clausthal-Zellerfeld: Oberharzer Bergwerksmuseum, Marktkirche aus Holz, Ausstellung am Kaiser-Wilhelm-Schacht
Goslar: Kaiserpfalz, Weltkulturerbe Rammelsberg, Huldigungssaal im Rathaus, Altstadt, Marktkirche, St. Jacobi, Neuwerkkirche
Wolfenbüttel: Schloss, Lessinghaus, Musikinstrumente-Museum, Klein Venedig, Hauptkirche Beatae Mariae Virginis
Braunschweig: Landesmuseum, Herzog Anton Ulrich-Museum, Eisenbahnmuseum, Domkirche St. Blasii, Residenz-Schloss, Altstadt, Braunschweiger Löwe, Rathaus, Schloss Richmond
Gifhorn: Internationales Wind- und Wassermühlenmuseum, Schloss, Kavalierhaus, Altes Rathaus
Hankensbüttel: Kloster mit Museum, Otter-Zentrum
Bad Bodenteich: Burg mit Museum, Kurpark
Uelzen: Altes Rathaus, Gildehaus, St. Marien, Hundertwasser-Bahnhof
Bad Bevensen: Museum Schliekau, Kloster Medingen, Kurpark
Bienenbüttel: Feldsteinkirche, Wassermühle, Addenstorfer Heide
Lüneburg: Deutsches Salzmuseum, Ostpreußisches Landesmuseum, Kloster Lüne, St. Johannis, Rathaus, Wasserturm, Lüner Mühle, Alter Kran
Karte/Reiseführer
Bikeline, Weser-Harz-Heide-Radweg. ISBN: 978-3-85000-421-3, 13,90 Euro esterbauer.com
GPS
Niederlande & Belgien
Dank Corona finden die Frühjahrsklassiker des Profi-Radsports erst in diesem Herbst statt. Wenn Sie Ihre Reise durch limburg, Flandern & die Wallonie mit dem Besuch eines dieser legendären Radrennen verbinden, ist Gänsehaut garantiert!
Text: Günter Jekubzik
Foto: Visit Flanders/Steven Ledoux
Aus den Frühjahrsklassikern werden wegen Corona in diesem Jahr Herbstklassiker. Umso mehr sind ihre Strecken bei stabilerem Wetter zum Nachfahren geeignet. Unter Umständen lässt sich der Urlaub sogar mit den Rennterminen verbinden und so Radsport live erleben. Von Maastricht in Limburg bis Oudenaarde in Flandern erwarten den Radreisenden großartige Landschaften und eine exzellente Radinfrastruktur. Dabei gibt es überall reichlich Runden mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden.
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Infos zum Nachfahren
An- und Abreise
Wegen der weit auseinanderliegenden Start- und Zielpunkte der Strecke liegt die An- und Abreise mit der Bahn nahe. Nach Valkenburg kommen Sie über Maastricht oder Aachen. Die Abreise von Oudenaarde erfolgt über Brüssel. Besonders in Belgien lohnt sich der GoPass mit zehn Fahrten für 83 Euro. Die „D-Züge“ nehmen Räder mit und sind nicht viel langsamer als Schnellzüge.
Etappen
1. Etappe: Valkenburg – Maastricht 90 km
2. Etappe: Maastricht – Lüttich 40 km
3. Etappe: Lüttich – Lüttich. 70 km
4. Etappe: Lüttich – Namur 71 km
5. Etappe: Namur – La Hulpe 51 km
6. Etappe: La Hulpe – Geraardsbergen 85 km
7. Etappe: Geraardsbergen – Oudenaarde 94 km
Übernachtung
Valkenburg: Unter den vielen kleinen Hotels sticht das Parkhotel Valkenburg mit seinem eigenen Frauen-Worldtour-Team hervor. Oben am Cauberg liegt ein Landal-Ferienpark
parkhotelvalkenburg.nl
landal.nl/parken/kasteeldomein-de-cauberg
Maastricht: The Student Hotel thestudenthotel.com/de/maastricht
Lüttich: No. 5 Bed & Breakfast n5bednbreakfast.be/de/home-de
Namur: Hotel Beauregard hotelbeauregard.be
La Hulpe: B&B L‘Eau Claire leauclaire.be
Geraardsbergen: Hotel Grupello hotelgrupello.be
Oudenaarde: Hotel Leopold leopoldhoteloudenaarde.com
Im ländlichen Flandern sind die Übernachtungsmöglichkeiten reizvoll, von umgebauten Scheunen bis Hotels, beispielsweise am Fuß des berüchtigten Koppenbergs, reicht das Spektrum. Rund um die Profirennen sind die Unterbringungskapazitäten begrenzt und schon frühzeitig ausgebucht. Denn viele Fans und Hobbysportler machen aus den belgischen Klassikern einen Kurzurlaub.
Sehenswertes
Valkenburg: Shimano Experience Center
Maastricht: Altstadt und Bonnefanten-Museum
Lüttich: Montagne de Bueren, Stadttreppe mit 374 Stufen, TGV-Bahnhof Guillemins von Architekt Santiago Calatrava
Namur: Zitadelle
Oudenaarde: Museum der Flandern-Rundfahrt, Brauerei Roman in Mater
Termine
4. 10.2020: Lüttich-Bastogne-Lüttich
11.10. 2020: Amstel Gold Race
18.10. 2020: Ronde van Vlaanderen
Reiseführer/Karten
Limburg: visitzuidlimburg.nl/te-doen-in-zuid-limburg/fietsen, amstel.nl/amstelgoldrace/agr365/routes
Radstrecken in Wallonien: ravel.wallonie.be/home/carte-interactive.html
Visit Flanders: visitflanders.com/de/typisch-flandern/radfahren-in-flandern
GPS
Test: 22 Touren-Reifen auf dem Prüfstand
Die Auswahl schicker Schlappen ist inzwischen riesig. Wir haben 22 Touren-Reifen nach Einsatz sortiert und im Labor-Test in die Mangel genommen.
Text & Foto: Ingo Effing
Die knallharte Rennpelle meldet jedes Schotterkörnchen auf der Straße und klebt wie auf Schienen am Asphalt, während sich der breite Pannenschutzpneu sorglos und komfortabel wie ein Luftkissen über den Waldweg wälzt. Die rotierenden Gummis sind die einzige Verbindung zum Untergrund und prägen das Fahrgefühl so maßgeblich wie kein anderes Teil am Fahrrad. Reifen besitzen enormes Tuning-Potential und können auch dem langweiligsten Stadtrad neues Leben einhauchen. Mit der Reifenwahl muss also nicht zwangsläufig gewartet werden bis sich der alte Mantel von der Felge schält. Aber welcher Reifen ist der richtige?
Orientierungshilfe
Damit man nicht vom breiten und stetig wachsenden Angebot an Pneus überrollt wird, sollte man sich zuerst über den Einsatz im Klaren sein und seine Prioritäten abstecken. Denn den Alleskönner gibt es nicht. Der griffige Straßenreifen aus weichem Gummi bietet zwar verlässlichen Halt, um das Fahrrad mit Tempo tief in die Kurve zu legen, der Verschleiß ist aber höher als bei einer härteren und damit haltbareren Gummimischung. Bei einem Stollenprofil für sehr gutes Geländeverhalten muss man Abstriche im Kurvenhalt auf der Straße hinnehmen. Mit dicker Pannenschutz-Einlage rollt es sich zwar entspannt durch den Alltag, ein Satz Sorglosreifen bringen aber locker ein Kilo mehr auf die Waage als leichte Modelle. Am Touren-Pedelec mag das weniger stören als an einem Trekkingrad, das aus den Beinen beschleunigt wird, ein sportlich-wendiges Fahrgefühl kann man von einem Kilo-Reifen aber weder hier noch dort erwarten.
Der physikalische Effekt, der hier zum Tragen kommt, ist das Trägheitsmoment: Je höher die rotierende Masse des Reifens, desto träger verhält sich das Rad. Das muss nicht immer schlecht sein! Einmal in Bewegung, halten schwere Reifen besser Geschwindigkeit und Spur und beruhigen den Lauf. Beschleunigen, Abbremsen und auch das Lenken wird mit zunehmender Masse am Laufrad aber erschwert.
Der Einsatz entscheidet
Es hängt also sehr vom Einsatz und den persönlichen Vorlieben ab, welcher Reifen der richtige ist. Daher haben wir diesmal auf abschließende Testnoten verzichtet. In unserem Testfeld haben sich 22 Touren-Reifen für unterschiedliche Einsätze eingefunden. Zur Orientierung bei der Reifenwahl haben wir drei Test-Kategorien mit unterschiedlichen Anforderungen gebildet. Sind die Prioritäten geklärt, kann man hier schnell den persönlichen Testsieger ausfindig machen.
• Sportiv Sport-Tourer mit leichtem Lauf, schneller Beschleunigung und sehr guter Haftung auf Asphalt
• Allrounder City-Touring-Reifen für den Alltag und gemäßigte Touren auf wenig anspruchsvollem Terrain
• All-Terrain Radreisereifen für unbefestigte und schlechte Wege; gefragt ist ein vielseitiges Profil, das in leichtem Gelände gute Haftung und Traktion bietet, aber auch leicht auf Asphalt rollt.
Die sportiven Reifen für schnelle Touren sind auf der Straße zuhause. Sie sollen mit leichtem Lauf, einer schnellen Beschleunigung und guter Haftung auf Asphalt überzeugen. In der Kategorie Allrounder waren Touren-Reifen gefragt, die den Alltag in der Stadt pannensicher überstehen, aber auch beim Abstecher auf dem Waldweg Halt geben. Die All-Terrain-Radreisereifen müssen leicht laufen und mit einem vielseitigen Profil auf schlechten Straßen ebenso Halt bieten wie auf unbefestigten Wegen.
E-Bike-Reifen?
Rund um die motorisierten Verkaufsschlager der Branche gibt es kaum Komponenten und Zubehör, das nicht auch als spezielle E-Bike-Variante angeboten wird. Ob man fürs Pedelec tatsächlich spezielle Reiniger, Sattel oder Pedale braucht, darf hinterfragt werden. Bei Reifen sieht die Sache etwas anders aus. Für Pedelecs mit Unterstützung bis 25 km/h ist vom Gesetzgeber keine besondere Bereifung vorgeschrieben. Grundsätzlich kann alles aufgezogen werden. Da die Reifen aber durch Mehrgewicht und höhere Durchschnittsgeschwindigkeiten stärker beansprucht werden, kennzeichnen die Hersteller besonders geeignete Modelle mit Symbolen wie „E-25“ oder „E-Bike Ready“.
Anders bei den schnellen S-Pedelecs. Hier müssen die Reifen für hohe Geschwindigkeiten bis 50 km/h freigegeben sein. Zu erkennen an dem europäischen ECE 75R Prüfzeichen oder an einem „E50“-Symbol.
Druck und Komfort
Luft hat ausgezeichnete Dämpfungseigenschaften. Nicht umsonst setzen die besten Federgabeln auf das unsichtbare Gasgemisch als Federelement. Auch im Reifen kann ein niedriger Luftdruck den Fahrkomfort enorm erhöhen – vorausgesetzt die Reifenbreite lässt einen geringen Druck von 2 Bar und weniger zu. Fährt man einen schmalen 37-Millimeter-Reifen mit geringem Druck, schlägt die Felge schnell durch und stanzt Löcher in den Schlauch. Bei breiten, voluminösen Reifen ist der Abstand der Felge zum Reifen und somit auch zur Straße größer, ein Durchschlagen damit unwahrscheinlicher. Auf weichen Ballonreifen gleitet man nahezu unbehelligt über das Altstadt-Pflaster, während Fahrer harter Reifen im Sattel zittern. Der Reifen springt nicht, sondern legt sich eher über Hindernisse, besonders im Gelände führt das zu mehr Traktion.
Breiter rollt leichter
Entgegen der weit verbreiteten Annahme, rollt ein breiter Reifen bei gleichem Druck mit weniger Widerstand und damit schneller als ein schmaler. Der Grund dafür liegt in der Form der Aufstandsfläche, die entsteht, wenn der Reifen unter dem Gewicht von Fahrer und Fahrrad etwas einsinken. Beim breiten Reifen fällt diese oval und kürzer aus als bei schmalen Reifen. Um diese Fläche herum entsteht am Reifen eine Wulst, die beim Abrollen fortlaufend durchgewalkt wird. Bei kurzer, ovaler Aufstandsfläche kann der Widerstand, den diese Wulst verursacht, leichter überwunden werden. Der Rollwiderstand ist somit geringer. In der Praxis werden breite Reifen zugunsten des Komforts meist mit weniger Druck gefahren und nähern sich daher dem höheren Rollwiderstand schmaler Reifen etwas an. Im Testfeld setzten sich zwei 40 Millimeter breite Gravel-Reifen mit leichtem Stollenprofil aus der Kategorie All-Terrain an die Spitze im Rollwiderstands-Test.
Die im Test gemessenen Rollwiderstände sind auf einer Trommel erhobene Labormesswerte und können nicht ohne Weiteres mit Realwerten auf der Straße gleichgesetzt werden. Sie verdeutlichen aber die Unterschiede zwischen den Modellen. Den schnellen Conti Terra Speed (14,2 Watt) und den schweren Pannschutzreifen Protek Cross Max (26,1 Watt) von Michelin trennen fast 12 Watt. Pro Reifen wohlgemerkt, das heißt in der Praxis am Fahrrad auf der Straße doppelt sich die Differenz. Angenommen der Unterschied beträgt in Summe 20 Watt, fühlt es sich in etwa so an, als würde man von einer asphaltierten Straße auf einen weichen Wirtschaftsweg abbiegen. Auf einer Steigung zwischen fünf und zehn Prozent entsprechen fünf Watt grob über den Daumen gepeilt einem Kilo mehr Körpergewicht.
Ihr Einsatz, bitte!
Aber was nützt der schnellste Reifen, wenn er ständig schlapp macht. Der Conti Terra Speed ist ein hervorragender Gravel-Reifen und wird auch Bikepacking-Touren unbeschadet überstehen, zur klassischen Radreise mit schwerem Gepäck mangelt es dem leichten Pneu aber an Pannenschutz. Es kommt also sehr auf den Einsatz an, ob ein Reifen geeignet ist oder eher nicht. In der Königsdisziplin, der Radreise-Kategorie All-Terrain, fährt der neue Schwalbe Marathon Almotion mit einer guten Balance zwischen Leichtlauf, Gewicht und Pannenschutz unsere Empfehlung ein.
Die Test-Ergebnisse der 22 getesteten Reifen lesen Sie in RADtouren 4/2020.
Getestet haben wir:
In der Kategorie „Sportiv“:
- Bontrager H1 Hard-Case Ultimate 700C
- Continental Contact Urban
- Continental GP Urban ink
- Continental Urban Taraxagum
- Maxxis Re-Fuse
- Schwalbe Marathon Racer
- Vittoria Randonneur Tech
In der Kategorie „Allround“:
- Continental Contact Plus
- Continental Top Contact II
- Maxxis Overdrive Excel
- Michelin Protek
- Michelin Protek Cross Max
- Schwalbe Marathon GT Tour
- Vittoria Adventure Tech
- Vittoria Revolution Tech
- XLC Street TwinSkin VT-C09
In der Kategorie „All-Terrain“:
- Bontrager H5 Hard-Case Ultimate Reflective Hybrid Tire
- Continental Terra Speed Cream
- Maxxis Rambler
- Michelin Power Gravel
- Schwalbe Marathon Almotion
- Vittoria Trail Tach
Kaufberatung: Finden Sie Ihr perfektes Gravelbike
Neben E-Bikes sind Gravel-Räder der Fahrradtrend schlechthin.
Wir finden zu recht, denn die geländetauglichen Rennräder sind einfach super vielseitig und auch auf Radreisen ein zuverlässiger Begleiter. Wir helfen Ihnen, unter den unzähligen Modellen das für Sie perfekte zu finden.
Text & Foto: Katharina Garus
Gravelbikes sind vielleicht die eierlegenden Wollmilchsäue unter den Fahrrädern. Sie sind schnell wie ein Rennrad, offroad-tauglich wie ein Mountainbike und können als Packesel dienen wie ein Reiserad. Doch in ihrem grundsätzlich breiten Einsatzspektrum sind die einzelnen Gravelbikes jeweils für unterschiedliche Zwecke optimiert. So erfreut das eine Gravel-Rad vor allem Fahrer mit Spaß an der Geschwindigkeit, das andere überwindet besonders mühelos Wurzeln und Steine und das dritte ist mit entsprechenden Ösen optimal für die Gepäckaufnahme vorbereitet. Deswegen ist es gar nicht so einfach, unter den vielen tollen neuen Gravelbikes auf dem Markt das für sich perfekte zu finden.
Fragen Sie sich zunächst: Wann, wo und wie möchten Sie auf ihrem Gravelbike fahren? Soll es fürs Pendel, die sportliche Feierabendrunde oder die mehrtägige Radreise sein? Wollen Sie möglichst komfortabel oder möglichst schnell ans Ziel kommen? Die Antwort darf durchaus auch lauten: sowohl als auch. Dann brauchen Sie eben den Alleskönner unter den Gravelern. Der erreicht dann vielleicht in den einzelnen Kategorien keine absoluten Topwerte, ist aber am Ende vielleicht für Sie die fette Kuh unter den eierlegenden Wollmilchsäuen.
Gemeinsamkeiten und Unterschiede
Doch worin unterscheidet sich jetzt ein Gravelbike von einem Mountainbike, einem Trekkingrad und einem Rennrad? Oder anders: Was eint die neue Radgattung? Am einfachsten zu erkennen ist ein Gravelbike am Rennradlenker. Anders als bei Rennrädern, wo die Lenkerbögen senkrecht stehen, sind diese bei Gravelbikes jedoch oft mehr oder weniger weit nach außen ausgestellt. Dieser „Flare“ schafft mehr Platz für breite Lenkertaschen und soll mehr Kontrolle im Gelände bringen.
Vom Rennrad unterscheidet sich das Gravelbike optisch außerdem durch breitere und profilierteren Reifen. Während in einem Rennradrahmen in der Regel maximal 28 Millimeter dicke Pneus Platz finden, beherbergt manches Gravel bis zu 45 Millimeter breite Reifen. Breite und Profil der montierten Reifen wiederum bestimmen wesentlich den Charakter des Rades. Wer Wert auf Geschwindigkeit legt, setzt auf schmale Mäntel mit wenig Profil. Wer mit viel Gepäck unterwegs ist, braucht mehr Reifenvolumen. Wer viel auf losem oder matschigem Untergrund fährt, sollte besonderen Wert auf ein ausgeprägtes Profil legen.
Zwar kann man Mäntel problemlos wechseln, aber zum einen müssen Reifen- und Felgenbreite zusammenpassen und zum anderen legt man für einen neuen Satz Reifen schnell mal 100 Euro auf den Tisch. Da lohnt es sich schon, bereits beim Radkauf darauf zu schauen, was ab Werk montiert ist – und mit dem Fachhändler gegebenenfalls über ein anderes Paar Mäntel zu verhandeln.
Auf den Einsatzzweck kommt‘s an
Durchaus unterschiedlich ist bei Gravelbikes auch die Rahmengeometrie und damit auch die Sitzposition. Bevor sich die Bezeichnung Gravel auf dem Markt etablierte, gab es schon Cyclocrosser. Die entstammen dem Querfeldein-Radrennsport und sind bezüglich vieler Spezifikationen dem heutigen Gravelbike sehr ähnlich – aber auf Wettkampfsport getrimmt. Längeres Oberrohr, kürzeres Steuerrohr bedeuten: Mehr Wendigkeit, dafür weniger Laufruhe. Mehr Schnelligkeit, dafür weniger Komfort. Geringeres Gewicht, dafür weniger Traglast – pauschal gesprochen.
Auch in Sachen Übersetzung lohnt sich ein genauerer Blick und vor allem der Abgleich mit dem Einsatzgebiet. Eine Einfachschaltung vorne, kombiniert mit einem entsprechend großen Ritzel hinten deckt heute fast den Umfang einer Zweifachschaltung ab. Aber die Gangsprünge sind größer. Wer lange Anstiege erklimmen möchte, für den ist das egal. Wer aber viel im welligen Terrain unterwegs ist und viele Schaltvorgänge tätigt, für den sind feine Gangsprünge wichtig. Er wird mit einer Zweifachschaltung womöglich glücklicher werden…
Den kompletten Artikel, zusammen mit der Vorstellung einiger Gravelbikes für verschiedenen Einsatzzwecke, lesen Sie in RADtouren 4/2020.
Typenkunde Reiserad

Für eine Radreise braucht es nicht viel, aber eines ist unabdingbar: ein Fahrrad. Die Frage ist aber: was für eines? Grundsätzlich kann man eine Reise mit jedem Rad unternehmen. Den Tagestrip sowieso, aber wenn’s sein muss, auch eine Tour um die ganze Welt. Ein gutes Reiserad zeichnet sich durch hervorragende Stabilität sowie höchste Belastbarkeit aus. Unterscheiden lassen sich vor allem sechs Typen, wobei die Grenzen zwischen den Modellen fließend sind.
Text: Katharina Garus & Pd-f
1. Expeditionsrad: Das Expeditionsrad ist der Inbegriff des Reiserads schlechthin. Technisch weitgehend reduziert, setzt es auf wartungsarme Komponenten und sehr haltbares oder leicht zu reparierendes Material. Eine Federung ist somit tabu, stattdessen schwören viele Weltenbummler auf einen Stahlrahmen, der zur Not überall auf der Welt geschweißt werden kann. Anstelle hydraulischer Bremssysteme werden oft einfache, per Bowdenzug betätigte Scheiben- oder Felgenbremsen bevorzugt, weil ihre Reparatur weniger Werkzeug benötigt. Wichtig für Reiseradrahmen: Stabilität und hohe Belastbarkeit sowie genügend Gewindeösen für Gepäckträger, Trinkflaschenhalter und dergleichen Zubehör.

2. Komfortreiserad: Einen ganz anderen Weg beschreitet diese Spezies des Reiserades: Das Rad hat alles an Bord, von der Federung über Schutzbleche bis zur Hightech-Lichtanlage. Ein Gepäckträger gehört natürlich auch dazu. Und trotz all der Ausrüstung, sind auch Komfortreiseräder durchaus für den harten Einsatz konzipiert und warten mit großen Reserven auf. Immer häufiger wird auch bei diesem Typ Rad der Komfort durch Elektrounterstützung erhöht.

3. Trekkingrad: Das Trekkingrad ist rein von der Nomenklatur für Trekking, also mehrtägige Radwanderungen, bestimmt. Es ist allerdings nicht so kompromisslos auf Reise getrimmt, wie das Komfortreiserad, verfügt aber ebenfalls über die wichtigsten Features: Gepäckträger, Schutzbleche, Licht. Eine Federgabel sorgt meist für den nötigen Komfort, Alurahmen für ein geringes Gewicht. Für ganz schwere Lasten und extreme Bedingungen sind Trekkingräder nicht unbedingt ausgelegt, dafür sind sie absolut altagstauglich und in der Regel deutlich günstiger als ein Komfortreiserad – und damit zumindest für Einsteiger und kleinere Touren oft ein guter und den Geldbeutel schonender Kompromiss.

4. Randonneur: Randonneure sind entweder leichte Expeditionsräder mit Rennlenker oder für die Radreise fit gemachte Rennräder. Sie werden meist bei sportlichen Radreisen mit leichtem Gepäck eingesetzt und sie fühlen sich vor allem auf Asphalt zuhause. Die Grenzen zur Gattung der Gravel-Räder (siehe Seite 60) ist fließend, denn wie diese erweitern Randonneure die Rennradtechnik um breitere Bereifung und vergrößern dadurch das Einsatzgebiet, ohne dabei ins Extrem zu gehen. Rennlenker und Scheibenbremsen aus der Ausstattungsliste der Gravelbikes werden oft ergänzt durch Gepäckträger, Schutzbleche und eine Lichtanlage.

5. Spezialreiseräder: Auch unter den Velo-Exoten finden sich zum Reisen hervorragend geeignete Räder: Bei einer Radreise mit vielen Transfer-Etappen in anderen Verkehrsmitteln kann zum Beispiel ein Faltrad eine hervorragende Wahl sein. Selbst an den wendigen Modellen mit kleinen Rädern kann man die üblichen wasserdichten Packtaschen anbringen, an denen man Radreisende auf allen Kontinenten erkennt. Oder ein Liegerad. Das ermöglicht mit seinem großflächigen Sitz eine sehr bequeme Körperhaltung und diese wiederum den oft gelobten Panoramablick. Und Tandems können eine tolle Option sein, um die unterschiedlichen Leitungsfähigkeiten heterogener Rieseduos auszugleichen.

6. Bikepacking: Pfadfindertum trifft Fahrradliebe, oder: Radreise ohne Reiserad – so lässt sich der Trend Bikepacking gut umschreiben. Denn hierfür werden vornehmlich sportliche Fahrräder ohne Gepäckträger genutzt: Mountainbikes, Rennräder, Gravelbikes. Auf pflegebedürftige und defektanfällige Technik wird verzichtet – ähnlich wie bei den Expeditionsrädern. Das Gepäck verstaut man in speziellen Taschen im Rahmendreieck, an Sattel, Lenker und Gabelholmen – mit dem Ziel, das ausgewogene, sportliche Handling der Räder weitestgehend zu erhalten. Bei Mountainbikes geht es dabei zudem um die Geländegängigkeit.

25 Jahre Flyer
Wer in der Schweiz von einem E-Bike sprach, der sagte lange Zeit einfach „Flyer“. Die E-Bike-Marke aus dem Kanton Bern gilt als Pionier des elektrifizierten Fahrrads – und das weit über die Grenzen des Alpenlandes hinaus. Ein Blick auf 25 Jahre Flyer.
Text: Katharina Garus/pd-f
Die Wirtschaft war 2009 von der Finanzkrise gebeutelt. An Elektromobilität, ob mit Fahrrad oder Auto, dachte noch kaum jemand. Im beschaulichen Luzerner überraschte allerdings ein Mann die komplette Fahrrad- und Mobilitätsbranche: Kurt Schär, damaliger CEO der Biketec AG, prognostizierte einen Marktanteil an Elektrorädern von 30 Prozent. Und zwar in den nächsten zehn Jahren. Damals noch belächelt, weiß man heute: Er hatte Recht! Und Flyer, die Marke der Biketec AG, war dabei ein prägender und wesentlicher Akteur der Entwicklung.
Ein Scheibenwischermotor für das Rad
Dabei war Schär gar nicht der Ideengeber. Den Ur-Flyer entwarf 1993 Philippe Kohlbrenner. Seine Vision: Flitzen ohne Schwitzen. Weil er die 300 Höhenmeter seines Arbeitswegs möglichst entspannt erklimmen wollte, baute er einen Scheibenwischermotor und eine Autobatterie an ein konventionelles Fahrrad. Das sorgte für den nötigen Extraschub. Die damaligen Komponenten wie Motor, Akku und auch die Elektronik sind mit heutigen E-Bikes natürlich nicht vergleichbar. Beim Anschalten des Antriebs habe es beispielsweise immer einen starken Ruck gegeben. Um nicht vom Rad zu fallen, drehte der Tüftler kurzerhand den Rennlenker um und hielt sich an den nach oben ragenden Griffen fest. Die Fahrt ähnelte also eher dem Ritt auf einem wilden Tier, was dem Ur-Flyer den Namen „Roter Büffel“ einbrachte. 1995 gründete Kohlbrenner zusammen mit Reto Böhlen und Christian Häuselmann die Firma BKTech und stellte auf Messen in der Schweiz die ersten Elektrofahrräder vor. Doch die Zeit war noch nicht reif, nach fünf Jahren stand die BKTech vor dem Aus.
Motiviert von einer Probefahrt, übernahm Kurt Schär 2000 die Geschäftsleitung der BKTech. Überzeugt vom Produkt, entwickelte er gemeinsam mit Hans Furrer die C‑Serie, einen klassischen Tiefeinsteiger. Mit Panasonic kam ein starker und bekannter Name als Antriebspartner dazu. Von vielen als „Großmuttervelo“ verspottet, brachte die C‑Serie die neue Elektromobilität auf den Punkt: klassisches Design und Komfort statt Extravaganz. „Für uns war klar: Wir wollen nicht primär eine Firma sein mit einem sexy Produkt, das überall in die Medien kommt, aber niemand kauft. Wir wollen ein Produkt haben, das Kundenbedürfnisse erfüllt“, fasst Schär heute zusammen. Er, Furrer und zwei weitere Investoren gründeten aus dem Nachlass von BKTech die Biketec AG.
Mit Hartnäckigkeit zum Erfolg
Die C‑Serie schlug richtig ein – gerade bei Frauen. Sie waren (anders als viele Männer) nicht zu eitel, eine Tretunterstützung zu akzeptieren. Das Unternehmen entwickelte sich nun rasant. Jahr für Jahr verzeichnete die AG Zuwachsraten von über 100 Prozent. Der anfänglichen Abneigung der Endverbraucher gegenüber den Rädern begegnete man mit Witz und Überzeugungsarbeit. So gehörten kleine Schokoladen-Täfelchen zur Grundausstattung, passend zum Werbeslogan „Schokoladenseite des Radfahrens“. Die Argumente zeigten Wirkung: Das Start-up wandelte sich zum Premiumhersteller, der dabei allerdings die Hemdsärmeligkeit eines Jungunternehmens behielt.
Darüber hinaus entwickelten Schär und sein Team immer neue Produkte. Faltrad, Tandem oder Trekkingräder wurden elektrifiziert und sollten immer neue Zielgruppen ansprechen. Auch ein S‑Pedelec unter Flyer-Namen rollte nach Deutschland und ab 2006 entwickelte das Flyer-Team erste E‑Hardtails. Für Hans Furrer ein Highlight: Mountainbike-Ikone Gary Fisher begutachtete den Prototypen auf der Eurobike. Das erste Serien-Fully, die „X‑Serie“, kommt schließlich 2010 auf den Markt.
Ab 2013 wurde die strategische Ausrichtung erneuert. Eigenentwicklungen waren ein wichtiger Punkt, um sich als Pionier und Premiumhersteller von der wachsenden Zahl an Mitbewerbern abzusetzen. Durch das Festhalten an „Made in Switzerland“ blieb man sich als Qualitätsmarke treu. Um bessere Einkaufskonditionen zu erzielen und wettbewerbsfähig zu bleiben, wurde 2017 die Übernahme durch die deutsche Zweirad-Einkaufs-Genossenschaft (ZEG) eingeleitet. Zudem konnte sich der Pionier aus der Schweiz so Zugang zu dem großen Händlernetz der ZEG mit zirka 1000 Fachhändlern in Europa sichern und neue Absatzmärkte erschließen, blieb dabei aber ein eigenständiges Unternehmen.
Anfang 2019 wurde dann auch formal aus der Biketec AG die Flyer AG. Der eigentliche Markenname war da schon längst zum Synonym für das Unternehmen geworden. Für die Zukunft scheint der E‑Bike-Pionier aktuell gut gewappnet. „Bei Flyer haben wir immer an den Erfolg des E‑Bikes geglaubt. Jetzt ist er erreicht, aber wir ruhen uns nicht auf unserer Leistung aus“, sagt Andreas Kessler, der heutige CEO. Die Corona-Krise lässt zwar die Jubiläumsfeierlichkeiten zum Vierteljahrhundert Flyer platzen, aber die Nachfrage ist nicht davon betroffen. Feiern könne man schließlich auch später, so Kessler.
Bodensee: Vom Rad direkt ins Wasser

Was gibt es im Sommer Schöneres, als nach einer Radtour direkt ins kühle Nass zu springen? Für Wasserratten hat die Regio Konstanz-Bodensee-Hegau eine Reihe von Tipps „mit Wasseranschluss“ zusammengestellt – direkt am westlichen Bodensee, aber auch an kleineren Seen in der Nähe, entlang von Flüsschen und in mystischen Schluchten.
Bei einer Radtouren am Bodensee zwischen der ländlichen Halbinsel Höri, dem gemütlichen Radolfzell und der Garten- und Klosterinsel Reichenau zum Beispiel baumelt die Seele im Rhythmus der Pedaltritte. Die Traumlandschaft der Unterseeregion zieht immer wieder den Blick in ihren Bann. Da lohnt es sich, auch mal ab- und aufs Schiff umzusteigen. Und am Ende eine erfrischende Abkühlung. Herrlich! bodenseewest.eu











