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Ausprobiert: Thule Pack ’n Pedal Commuter

Pack ’n Pedal heißt eine Radgepäck-Linie von Mobilitätszubehör-Spezialist Thule. Dazu gehört zunächst vor allem ein Gepäckträger, der sich wirklich an jedem Rad befestigen lässt.

Text: Jan Gathmann

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Hinterradgepäckträger…

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… und Vorderradgepäckträger von Thule. Fotos: Thule.

Er wird einfach mit Gurten und Spezialschlüsseln gespannt. Wir probierten ihn an Trekking-Federgabeln, Fully-Hinterbauten und normalen Gabeln aus und erzielten immer einen festen Sitz. Einziger Nachteil gegenüber Spezial-Gabelträgern von Tubus und Faiv: Das Gepäck gehört nicht zur gefederten Last, macht also die Federung schwergängiger. Die Handhabung ist einfach. Packtaschen verschiedenster Hersteller ließen sich anbringen.

Ein Tipp aus Thules eigener Taschenserie ist das Modell Commuter, das wir ebenfalls testeten. Ihr Clou: Das Hakensystem verschwindet bei Bedarf hinter einer drehbaren Blende. So scheuert die dank Rollverschluss und Innenbeschichtung wasserdichte Tasche beim Tragen ins Büro nicht.

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Commuter-Tasche von Thule. Foto: Lisa Partzsch.

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Hinter dieser Abdeckung verschwinden die Haken, wenn man sie gerade nicht braucht. Foto: Lisa Partzsch.

Gut für die täglichen Transportwege gefielen uns das große Laptopfach innen und die ebenfalls große Außentasche, in der etwa die nasse Regenjacke nach der Pendelfahrt ins Büro gut aufgehoben ist. Der feste Boden und der gepolsterte Rücken sind ebenso von Vorteil wie das robuste Gewebe. Das Volumen reicht für das Notebook und wahlweise zwei Ordner – oder Indoor-Sportzeug. Mit dem Schultergurt lässt sich die Commuter auch wie eine Messenger-Tasche tragen, ist aber leider recht schwer. Für die Befestigung am Rad ist das Hakensystem werkzeuglos verstellbar. Als Schwingsicherung unten dient ein Magnet, der am Träger fixiert werden muss – Vorsicht mit Bankkarten!    

Thule Pack ’n Pedal Commuter, ca. 119 Euro: Office-Bag. Gewicht: ca. 1520 g (gewogen); Volumen: 18 L; Eigenschaften: wasser- und staubdicht (IPX5), dehnbare Außentasche, 1x Innenfach am Rücken, 1 x RV-Fach im Deckel, Rollverschluss, Tragegurt; Befestigungssystem: universell. thule.com

Thule Pack ’n Pedal Tour Rack, ca. 99 Euro: Universal-Gepäckträger. Gewicht: ca. 1.000 g (ohne Seitenreling); Zuladung: max. 25 kg (oben) bzw. 18 kg (bei seitlicher Befestigung);  Material: Alu, Kunststoff. thule.com

Ausprobiert: Ortlieb Urban Commuter-Bag

Gewohnt gut: Auf diese Kurzformel lassen sich die Eigenschaften von Ortliebs Commuter Bag QL3 herunterrechnen. Die Tasche gehört zur Urban Line und mit dem wasserdichten, grauen Cordura-Baumwoll-Mischgewebe sieht sie nicht nur verdammt gut aus, sondern ist zugleich auch robust und bis ins Detail gut durchdacht – so wie man das von Ortlieb-Taschen eben kennt.

Text & Fotos: Patrick Kunkel

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Robust und durchdacht: der Ortlieb Commuter Bag in grauer Cordura-Stoff-Optik. Foto: Patrick Kunkel.

Zielgruppe sind laut Ortlieb „Berufspendler auf zwei Rädern“: Laptop, Smartphone, Stifte, Blöcke, allerlei Kleinkram finden dann auch problemlos Platz im Inneren. Das Laptopfach ist gut gepolstert, der Organizer besteht aus einem Reißverschlussfach, drei Einsteckfächern, zwei Stiftschlaufen und einem Schlüsselhalter – sämtliche Elemente sind durchdacht angeordnet und gut erreichbar, die Reißverschlüsse leichtgängig. Nebst Arbeitsutensilien bekamen wir in unserem Testmodell in Größe L locker einen Satz Ersatzkleidung samt einer kleinen Vesper sowie Schlauch, Minipumpe unter, ohne dass die Tasche überladen war. Der abnehmbare Schultergurt ist bequem gepolstert. Diskret angebrachte Reflektorelemente an den Seiten und dem Griff sorgen für Sichtbarkeit im Dunkeln.

Anstatt des klassischen Ortlieb-Rollverschlusses schließt die Commuter Bag mit Überschlag und zwei Steckverschlüssen. Diese sind längenverstellbar, robust und in ihrer matten Aluausführungauch optisch besonders wertig. Heftigen, auch längeren Regengüsse hielt die Tasche im dreimonatigen Test stand, das Innere blieb stets trocken, auch wenn der Schutzgrad bloß mit IP53 angegeben ist (staubgeschützt und geschützt gegen Sprühwasser aus einem Winkel bis 60° zur Senkrechten).

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Die flachen QL3-Haken am Rücken des Commuter Bag. Foto: Patrick Kunke.

Zweischneidig ist das Quick-Lock3-Befestigungssystem: Einerseits rastet die Tasche an den drei Befestigungspunkten geschmeidig ein und aus. Toll ist auch der flache Taschenrücken, dank dem die Commuter Bag viel bequemer am Schultergurt getragen werden kann als ältere Modelle mit den hervorstehenden Quick-Lick-2-Befestigungselementen. Andererseits aber ist die Montage des mitgelieferten QL3-Adapters an kompakt gebauten Gepäckträgern wie etwa dem tubus fly recht umständlich, ehe die Tasche letztlich mit der nötigen Fußfreiheit am Träger befestigt werden kann – und der am Ende schräg über die Gepäckträgerstreben hinausstehende Adapter kann zwar funktional überzeugen (die Tasche hält), wirkt aber optisch eher wie ein Provisiorium. Hofffentlich Abhilfe verspricht hier laut Ortlieb ein speziell für QL3 designter Träger, der im Jahr 2016 überarbeitet auf den Markt kommen soll.

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Der montierte QL3-Halter an einem Tubus Fly. Foto: Patrick Kunkel.

Fazit: Ortliebs „Beitrag zur Asphalt-Ästethik“ ist nicht nur optisch ein Hingucker, sondern überzeugt auch funktional.

Ortlieb Urban Commuter-Bag QL3, Größe L. Maße: 40 x 33 x 15 cm (BxHxT), Gewicht: 1,1  kg, Volumen: 19 Liter, Material: PU-beschichtetes, wasserdichtes Cordura-Baumwoll-Mischgewebe, PVC-frei; innen: PU-beschichtetes Nylon; Preis: 149,95 Euro

Winterziele: Der Sonne hinterher

Wenn es kalt und nass wird in Deutschland, erscheint eine Flucht in warme Gefilde auch für den Radurlaub attraktiv. Wir haben lohnende Ziele für Ganzjahres-Schönwetter-Fahrer gesucht und sechs ganz verschiedenen gefunden: von Traumzielen vieler Radreisender wie Patagonien, Neuseeland oder Kuba bis zu exotischeren und nahen Destinationen.
Texte: Lisa Partzsch

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Im Winter zieht es viele Reiseradler in fremde Länder. Foto: Shutterstock.

  • Mit der Planung für eine Wintertour im Warmen sollte man ein Jahr vor Reiseantritt beginnen. Denken Sie also jetzt schon einmal an den Winter 2015/16.
  • Bei geführten Radreisen können die Räder in der Regel beim Reiseveranstalter gemietet werden, manchmal jedoch gegen Aufpreis. Die Räder sind in gutem Zustand und entsprechen auch den Streckenanforderungen. Die Preise für den Fahrradtransport können je nach Fluggesellschaft schwanken. Informieren Sie sich frühzeitig darüber, auch ob eine bestimmte Verpackung nötig ist.
  • Mit etwas Übung lassen sich die sechs Ziele auch individuell bereisen, in jedem Land werden aber auch von mindestens zwei Reiseveranstaltern geführte Radreisen angeboten.

Vorgeschlagene Winterziele:

Indien
Indonesien
Kuba
Neuseeland
Patagonien
Zypern


Für Kurzentschlossene: Zypern

Zypern ist als Winterziel für all jene geeignet, die angenehme Temperaturen in der kalten Jahreszeit suchen, aber nicht unbedingt einmal um die Erde fliegen wollen. Schmale, unbefahrene Asphaltstraßen winden sich durch eine abwechslungsreiche Landschaft und sind ideal für genussreiche Radtouren. Zypern besticht durch kleine Dörfer, ungewöhnliche Kulturlandschaften und beeindruckte Küstenstraßen.

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Immer wieder bieten sich beeindruckende Ausblicke auf Küste und Meer. Foto: Shutterstock.

Geografisch gehört die am äußersten östlichen Rand des Mittelmeers gelegene Insel bereits zu Asien, politisch und kulturell aber zu Europa. Was das Reisen erschweren kann, ist die Inselteilung, die da facto seit 1974 besteht: seitdem bildet der Süden die Republik Zypern, während der Norden die Türkische Republik Nordzypern ist. Als Pufferzone gibt es die sogenannte „Grüne Linie“.
Die politischen Unstimmigkeiten zwischen beiden Teilen der Insel schmälern jedoch nicht ihre landschaftliche Schönheit. Zwei Gebirgszüge bestimmen die Landschaft: das zur Küste hin abfallende, schroffe Pentadaktylos-Gebirge im Nordosten und der waldreiche Troodos-Gebirgszug vulkanischen Ursprungs im Landesinnern. Die fruchtbare Ebene Mesaoria („zwischen den Bergen“) erstreckt sich dazwischen. Die Küste der Insel besteht aus Sand- und Kiesstränden sowie teils steil abfallenden Felsküsten mit kleinen Buchten. Landschaftlich gesehen unterscheiden sich der Nordwesten und der Süden der Insel voneinander. Der Nordwesten, speziell die Region um Polis, ist besonders bewegt und bietet sportlichen Radlern viele Uphills und Downhills. Im Süden der Insel sind vier große Städte, Nikosia Lefkosa, Limasso und Larnaca. Hier ist die Landschaft gemäßigter und es gibt viel Tourismus.
Einen Besuch wert ist die abgelegene und touristisch noch wenig erschlossene Karpas-Halbinsel im türkischen Teil der Insel. Hier findet der Besucher weitläufige Sandstrände und einsame Buchten. Kulturinteressierte Radler sollten sich die Ruinenstadt Salamis im Osten der Insel ansehen. Sie lässt sich gut mit dem Rad erkunden. Die Kombination von Ruinen, Sanddünen und dem Meerespanorama macht diesen Ort besonders reizvoll.
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Zypern ist zu einem beliebten Ziel für Mountainbiker geworden. Foto: Baumeler Reisen.

Länderinfos Zypern
Anreise: in ca. 3,5 Stunden mit dem Flugzeug z.B. von Frankfurt a.M., Zürich oder Wien (teilweise nur saisonal)
Visum: Ein Visum ist nur für den Nordteil nötig und wird direkt an der Grenze ausgefüllt; bei einer Einreise zuerst in den Nordteil kann eine Weiterreise in den Süden kompliziert sein.
Gesundheit: keine Reiseimpfungen erforderlich
Währung: im türkischen Gebiet: 1 Euro = 2,8 Türkische Lira (TRY); im griechischen Gebiet: Euro
Klima: Das mediterrane Klima beschert der Insel höhere Temperaturen als im nördlichen Mittelmeerraum und von der levantinischen Küste wehen oft heiße Wüstenwinde. Zwar sind die Monate zwischen November und April regenreich, mit Temperaturen zwischen 15 und 20 Grad aber mild. Manchmal steigen die Temperaturen sogar über 20, sie fallen aber selten unter 15 Grad.
Besonderheiten: Linksverkehr
Streckencharakter/Straßenqualität: Besonders in den Bergen sind die Straßen sehr gut ausgebaut, da häufig neu.
Zeitzone: MEZ +1
Reiseveranstalter: Baumeler Reisen, Biketeam Radreisen, Wikinger Reisen


Immergrünes Paradies: Indonesien

Der größte Inselstaat der Welt hält besonders mit Bali eine Insel bereit, die sich von bergtauglichen Radlern gut auf dem Rad erkunden lässt. Qualitativ gute Straßen mit wenig Verkehr überziehen die Inseln und führen durch die tropische Flora Indonesiens.

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Reisfelder und grüner Urwald prägen Bali. Foto: Martin Siering.

Die Landschaft Balis ist geprägt von Reisfeldern, die terrassenförmig angelegt sind. Tropische Blütenbäume wie Frangipani, Bougainvillea und Hibiskus sorgen für Farbtupfer im immergrünen, tropischen Regenwald. Ein Gebirgszug mit mehreren Bergen über 3.000 Meter Höhe zieht sich über den Großteil der Insel vom Westen nach Osten. Nur der Bereich um die größte Stadt Balis, Denpasar, im Süden ist weniger gebirgig. Die meisten Berge sind vulkanischen Ursprungs. Vom Abang-Berg (Teil des Batur-Massivs, das entstand, als der gigantische Batur-Vulkan ausbrach und in sich zusammensackte) hat man einen faszinierenden und unvergesslichen Blick auf die benachbarte Insel Lombok und den Gunung Agung, den höchsten Berg Balis.
Die Straßen auf Bali führen auf und ab durch das hügelige Land. Müde Radler können ihr Rad aber problemlos in ein Bemo verladen. Bemos, auch „angkot“ genannt, sind offene Minibusse, die auch von Balinesen genutzt werden. Sie sind klein und können auf den schmalen Straßen zwischen den Dörfern problemlos navigieren.
Die Übernachtungs- und Verpflegungsmöglichkeiten sind hervorragend. Auch Individualreisende benötigen kein Zelt, da sich überall preiswerte Unterkünfte finden lassen. Sie heißen Losmen,Wisma oder Homestays.
Wer sich Bali alleine nicht zutraut, sollte sich an einen der Reiseveranstalter wenden. CocosTravel bietet Reisen von 5 bis 14 Tagen in überschaubaren Gruppen und führt abseits touristischer Wege, sodass man einen guten Eindruck von der Insel bekommt. Baumeler Reisen bietet eine kombinierte Bali/Java-Tour über 14 Tage an.
Für Selbstplaner: eine empfohlene Rad-route führt von Legian über Ubud, Penelokan, Air Panas, Batur, Besakih, Putung, Limpah, Candi Dasa, Bat Cave, Bangli, Peliatan zurück nach Legian bzw. Kuta.
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Bali lässt sich auf ruhigen Straßen erkunden. Foto: Cocos Travel.

Länderinfos Indonesien
Anreise: in ca. 18,5 Stunden von München/Amsterdam nach Denpasar (Bali) über Bangkok, Singapur, Kuala Lumpur, Taipeh oder Hongkong
Visum: Mit EU-Reisepässen ist ein Visa on Arrival notwenig, wird bei Grenzübertritt ausgestellt und kostet für 30 Tage 35 US-Dollar (Stand: Sep. 14); Fluggesellschaften verlangen normalerweise die Vorlage eines Ausreisetickets; bei der Ausreise sind 20 US-Dollar in bar zu bezahlen.
Gesundheit: Hepatitis A/B-, Tollwut-, Typhus- und Japanische Encephalitis-Impfung; Insektenschutzmittel
Währung: 1 Euro = 15.217 Indonesische Rupiah (IDR)
Klima: In ganz Indonesien herrscht tropisch feuchtes Klima mit ganzjährig warmen Temperaturen. Die Regenzeit ist von Oktober bis April. Als ideale Reisezeit wird Mai bis Oktober angegeben, da besonders im Januar/Februar der Monsun auf Bali und Java besonders stark ist. Auf beiden Inseln ist es kaum windig.
Streckencharakter: Die Straßen sind in gutem Zustand.
Besonderheiten: In Indonesien herrscht Linksverkehr! Gute Beleuchtung und Sichtbarkeit bei Nacht sind wichtig. Auf der Straße gilt das Recht des Stärkeren. Die Versorgung mit Fahrradersatzteilen ist schlecht.
Zeitzone: MEZ +6 bis +8
Literatur: Karten von Periplus Travel Maps oder Nelles Maps/Road Atlas (hier sind auch kleinste Wege verzeichnet)
Reiseveranstalter: Baumeler Reisen, CocosTravel


Für Abenteurer im Sattel: Kuba

Kuba ist ein Geheimtipp unter Radfahrern. Besonders der Osten der karibischen Insel ist bisher wenig vom Tourismus erschlossen. Die wechselvolle Geschichte von spanischen Eroberern, Zuckerbaronen, Revolutionären und Kommunismus geben der Insel, zusammen mit der beeindruckenden Natur, ein ganz eigenes Gesicht.

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Noch wenig vom klassischen Tourismus erschlossen: der Osten Kubas. Foto: Shutterstock.

Auf Kuba findet jeder Radfahrer eine für ihn passende Strecke: von flachen und weitestgehend verkehrsfreien Strecken über leicht hügelige bis hin zu unbefestigten Schotterpisten durch die Berge. Radwege oder festgelegte Radrouten gibt es nicht, der Verkehr auf den Straßen ist aber überschaubar. Als selbstgeplante Tour kann Kuba abenteuerlich sein. Wer sicher sein möchte, kann die Insel auf einer geführten Radreise erkunden. Für eine selbstgeplante Tour sollte man beachten, dass der Wind immer aus Osten weht.
Die Nordküste ist eine felsige Steilküste, während die Südküste eher flach ist und viele Sandstrände hat. Hier finden sich Mangrovenwälder und seichte Feuchtgebiete wie die Sümpfe auf der Zapata-Halbinsel. Auf Kuba gibt es viel große Gebirgszüge, die durch ausgedehnte Tiefebenen voneinander getrennt werden. Der Osten der Insel ist sehr gebirgig und wird von der Sierra Maestra westlich von Santiago geprägt, ein Gebirgszug, der steil zum Meer abfällt. Von den Gebirgen gibt es schöne Abfahrten durch Pinienwälder, Palmenhaine und Bananenplantagen.
Während nördlich der Sierra Maestra Regenwald dominiert, befindet sich in der Region um Guantanamo, am östlichen Zipfel der Insel, das trockenste Gebiet Kubas mit bizarren Kakteen- und Savannenlandschaften.
Der bekannteste Nationalpark ist der Parque Nacional Alejandro de Humboldt im Osten (benannt nach dem deutschen Wissenschaftler Alexander Humboldt, der die Insel 1800/02 besuchte), dessen Gebirge treppenartig abfällt und der von tiefen Tälern und schmalen Canyons durchzogen wird. Steinige Abschnitte mit Grotten und Höhlen wechseln sich ab mit langgezogenen Sandstränden. Das Besucherzentrum befindet sich in der „Bahía de Taco“, ca. 20 Kilometer nordwestlich der Stadt Baracoa.
Wer viele unterschiedliche Bereiche der Insel erleben möchte, sollte für Zwischentransporte Touristenbusse von VíAzul nutzen.
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Radstrecke auf dem Weg nach Boca de Yumuri. Foto: Wikinger Reisen.

Länderinfos Kuba
Anreise: Flugzeit zwischen knapp 13 Stunden bis 19,5 Stunden von Frankfurt a.M., Düsseldorf, München, Berlin oder Zürich nach Varadero, Havanna oder Holguín
Visum: Reisepass und eine „Touristenkarte“; Individualreisende sollte sie direkt bei der Kubanischen Botschaft in Deutschland besorgen, sie ist aber auch über das Reisebüro erhältlich. Die Touristenkarte erlaubt einen touristischen Aufenthalt in Kuba für 30 Tage. Bei der Ausreise muss eine Gebühr von 25 CUC bar am Flughafen bezahlt werden.
Gesundheit: Hepatits A/B-, Typhus-, Tollwut- und Cholera-Impfung; Insektenschutzmittel (Denguefieber)
Währung: 1 Euro = 1,24 Kubanische Peso Umwandelbar (CUC)
Klima: beste Reisezeit zwischen Oktober und März, dann ist Trockenzeit; tropisches Klima mit Temperaturen bis 35 °C im Dezember; ständig wehender leichter Wind lassen die Temperaturen nicht so warm wirken; im Osten generell wärmer als im Westen
Besonderheiten: wenig Verkehr; Autofahrer hupen häufig, ehe sie sich Radfahrern nähern; es gibt keine Radwege oder Beschilderung
Zeitzone: MEZ -6
Internet: cubadiplomatica.cu/alemania
Literatur: relativ genauer Atlas „Guía de Carreteras“ (christoph-blaha.de)
Reiseveranstalter: Baumeler Reisen, Rotalis, Südamerika Reiseportal, Weinradel, Wikinger Reisen


Im Land des Windes: Patagonien

Patagonien ist ein Gebiet im Süden Südamerikas zwischen den Flüssen Rio Colorado in Argentinien und dem Río Bío Bío in Chile sowie der Magellanstraße. Es ist ein weites, von Wind und Wetter zerfurchtes Land, das Reiseradler jedoch mit einmaligen Landschaften und Stimmungsbildern erschlägt.

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Viele Straßen durch Patagonien sind unbefestigt. Foto: Valhalla Tours.

Die in Argentinien und Chile befindlichen Teile Patagoniens sind eigentlich zwei voneinander getrennte Großlandschaften. Während der chilenische Teil feuchtes, kühles Klima der Westanden hat und von Valdivianischem Regenwald einem sogenannten „kalten Regenwald“ überzogen ist, liegt der argentinische Teil eigentlich immer im Regenschatten der Anden und ist dadurch sehr trocken. Der immerwährende starke Wind ist charakteristisch für Patagonien.
Die einsame Landschaft ist ein Traum für alle Fahrradabenteurer. Zwei Strecken sind besonders beliebt: Die Sieben-Seen-Route im Norden Argentiniens und die Carretera Austral in Chile.
Die Sieben-Seen-Tour (Camino de los Siete Lagos) führt durch eine unberührte Seen- und Flusslandschaft. Üppige Urwälder und Wasserfälle und karge Vulkanlandschaften säumen die Strecke. Die über 230 Kilometer lange Strecke führt über asphaltierte Straßen, bietet aber auch die Möglichkeit gelegentlich auf Naturtrails auszuweichen. Sie beginnt im Norden in Junín de los Andes und führt über San Martín de Los Andes, Villa La Angostura, Dina Huapi nach Bariloche. Alternativ kann man auch in Bariloche starten.
In Chile ist die Carretera Austral (Ruta 7) eine Traumstraße für Reiseradler. Auf rund 1.300 Kilometern führt sie durch eine abwechslungsreiche Landschaft mit Fjorden, Gletschern, Regenwald und Seen von Puerto Montt im Norden nach Villa O’Higgins im Süden. Etwa 20 Prozent der Strecke verlaufen auf geteerten Straßen, der Rest sind grob oder fein geschotterte Naturstraßen mit sehr wenig Verkehr.
Egal, ob man sich für eine individuelle oder eine organisierte Radreise durch Patagonien entscheidet: Radfahren kann dort sehr anstrengend sein. Es ist daher nur etwas für fitte Radler mit guter Kondition. Bei Individualreisen sollte man genügend Erholungszeit einplanen.
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Andenquerung im Norden Patagoniens. Foto: Wikinger Reisen.

Länderinfos Chile/Argentinien
Anreise: mit einem Direktflug in etwa 14 Stunden von Frankfurt nach Buenos Aires; mit Zwischenstopp bis zu 26 Stunden; nach Chile mit Umsteigen in Buenos Aires in 17 Stunden und 40 Minuten oder 21 Stunden
Visum: bis zu 90 Tage ohne Visum mit EU-Reisepass, der noch 6 Monate gültig sein muss; mehrmalige Ein- und Ausreise über die Landesgrenze mit Fahrrad ist problemlos (Chile und Argentinien)
Gesundheit: Hepatitis A/B-, Tollwut- und Typhus-Impfung; Insektenschutzmittel
Währung: in Argentinien der argentinische Peso: 1 Euro = ca. 11 ARS; in Chile der chilenische Peso: 1 Euro = 720 CLP
Klima: sehr unterschiedlich in den Regionen; im Norden wärmer als im Süden; in Argentinien trocken, in Chile regnerischer
Streckencharakter: Gelegentlich gibt es Fahrradspuren; die Hauptstraßen sind geteert, Naturstraßen haben eine feingeschotterte, glatte Oberfläche
Zeitzone: MEZ -4
Sehenswürdigkeiten: Gletscher Perito Moreno (wächst als einziger Gletscher auf der Welt noch)
Reiseveranstalter: Südamerika Reiseportal, Valhalla Tours, Wikinger Reisen


Das schönste Ende der Welt: Neuseeland

Neuseeland vereint eine Fülle an landschaftlichen Kontrasten: seichte Hügel, raue Küsten und karges Bergland, Vulkane und Regenwald, die schneebedeckten Gipfel der Neuseeländischen Alpen, beeindruckendes Fjordland und ruhige Obst- und Weinanbaugebiete.

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Weite und hohe Berge in Neuseeland. Foto: Shutterstock.

Der Inselstaat im südlichen Pazifik besteht aus Nord- und Südinsel und hat von der Nordspitze bis zur Südspitze eine Länge von 1.600 Kilometern. Die Nordinsel ist geprägt von malerischen Hügeln und Bergrücken und ein gutes Gebiet zum entspannten Radfahren. Die Südinsel wartet jedoch mit einer beeindruckenderen Landschaft auf.
Beide Inseln haben viel zu bieten und um das meiste davon auf dem Rad, zu sehen und einen guten Eindruck vom Land zu haben, sollte man realistischer Weise einen Reisezeitraum von drei bis sechs Monaten einplanen. Wer jedoch nur weniger als sechs Wochen Zeit hat, sollte sich für eine bestimmte Region entscheiden. Ein Tipp: Planen Sie die gesamte Zeit auf der Südinsel ein.
Die Infrastruktur für Radfahrer ist auf Nord- und Südinsel ausgezeichnet. Auf wenig befahrenen Nebenstraßen lassen sich beide Inseln erkunden. Seit 2010 gibt es ein Netz von 22 Radwegen, die die Inseln überziehen und eine Länge von bis zu 320 Kilometern haben.
Der Mountains to Sea Trail verläuft über 317 Kilometer auf der Nordinsel durch den Whanganui und Tongariro National Park. Er ist für geübte Radfahrer geeignet und sehr gut ausgeschildert. Eines der Highlights ist die Fahrt über das Hapuawhenua Viadukt.
Der Otago Central Rail Trail ist ein Radweg, der über 150 Kilometer größtenteils auf ehemaligen Bahntrassen entlang führt. Man folgt einer alten Bahnstrecke aus der Goldgräberzeit, die im Süden der Südinsel von Clyde nach Middlemarch führt und einen tollen Blick auf die Landschaften Zentral-Otagos bietet.
Der Alps 2 Ocean Cycle Trail ist Neuseelands längste, durchgängige Radstrecke auf der Südinsel. Er führt über eine Länge von 300 Kilometern von Aoraki Mount Cook bis zur historischen Küstenstadt Oamaru. Die Route ist in acht Stücke unterteilbar, die eine Länge von bis zu 55 Kilometern haben. Auf dem ersten Teilstück der Strecke müssen Radfahrer ein kurzes Stück mit dem Hubschrauber fliegen, um den Tasman River zu überqueren. Alternativ kann man den Alps 2 Ocean Trail auch auf der Ostseite des Lake Pukaki beginnen.
Alle verzeichneten Radwege weisen unterschiedliche, aber gute Wegqualität auf: Es findet sich alles von asphaltierten Wegen bis wenig befahrenen Straßen, von Naturstraßen bis Mountainbike-Singletrails durch den Wald.
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Eine Radtour um den Lake Tekapo mit schönen Aussichten. Foto: Nature Trailz/Biketeam Radreisen.

Länderinfos Neuseeland
Anreise: in etwa 24 Stunden von Frankfurt a.M. mit Zwischenumstieg in Singapur, Bangkok oder Dubai nach Auckland (wichtigster Flughafen auf der Nordinsel)
Visum: Reisepass; bei einem Aufenthalt bis zu 90 Tagen wird kein Visum benötigt; bei Einreise sind ein Rück- oder Weiterflugticket vorzulegen sowie ausreichend finanzielle Mittel für die Bestreitung des Aufenthalts vorzuweisen.
Besonderheiten bei Einreise: Neuseeland hat verhältnismäßig strenge Bio-Sicherheitslinien, um die Einschleppung von Schädlingen und Seuchen zu verhindern; Gegenstände, die mit Erde in Berührung gekommen sind (z.B. Zeltboden) müssen bei der Einreise deklariert werden und vom Zoll (kostenfrei) gereinigt/desinfiziert werden.
Gesundheit: keine besonderen Impfvorschriften; Sonnenschutz!
Währung: 1 Euro = 1,60 New Zealand Dollar (NZD)
Klima: gemäßigte Breiten; der nördliche Teil der Nordinsel bisweilen subtropisch; die Westküste der Südinsel ist das niederschlagsreichste Gebiet der Welt; man sollte sich praktisch auf jedes Wetter vorbereiten.
Besonderheiten: Linksverkehr
Streckencharakter: ausgezeichnete Infrastruktur; einige Strecken über Bahntrassen; sonst meist wenig befahrene Nebenstraßen
Zeitzone: MEZ +11
Internet: nzcycletrail.com, newzealand.com/int/visitor-information-centre
Literatur: Karten (Kiwi-Maps) in iSite-Büros (Touristen- informationen); Mapworld (Laden speziell für Karten und Navigation) in Christchurch
Sehenswürdigkeiten: Milford Sound (Anreise besser mit dem Bus als mit dem Fahrrad); Pancake Rocks bei Punakaiki, Cathedral Cove, Waikite Valley, Lady Knox Geyser, Clivden Cave
Reiseveranstalter: Baumeler Reisen, Biketeam Radreisen, Valhalla Tours, Velociped Fahrradreisen, Wikinger Reisen


Zwischen Wüste und Regenwald: Indien

Indien ist das siebtgrößte Land der Erde und mit seinen mehr als 3 Millionen Quadratkilometern fast neunmal größer als Deutschland. Von den Ausläufern des Himalayas im Norden und dem Wüstenstaat Rajasthan im Nordwesten bis zu tropischen Regenwäldern im Süden hat es viel zu bieten. Auf einer Reise in dieses faszinierende Land sollte man sich auf eine Region beschränken.

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Fruchtbare Natur im Süden Indiens. Foto: Shutterstock.

Als eines der bevölkerungsreichsten Länder der Welt kann Indien für europäische Reisende zunächst anstrengend wirken. Besonders um die großen Städte sollte man mit dem Rad einen Bogen machen. Weniger chaotisch als der Rest des Landes ist Südindien.
In Südindien lassen sich farbige Hindutempel und die Stauseen von Kerala besichtigen. Die Landschaft ist geprägt von Reisfeldern. In Karnataka bildet die Stadt Mysore das touristische Zentrum und gilt zugleich als eine der schönste Städte Südindiens. Am südlichsten Zipfel, Cape Comorin, kann man die spektakulärsten Sonnenuntergänge genießen.
Viele geführte Radreisen von „Indien erfahren“ werden zum Beispiel durch Kerala angeboten. Eine 16-tägige Tour durch Kerala führt über eine Länge von 580 Kilometern und bietet einen Einblick in diesen vielseitigen Bundesstaat. Durch die Randgebiete der Western Ghats, ein Gebirge an der Westküste, führt die Strecke durch tropische Regenwälder, Reisfelder und Gewürzplantagen. Eine Nacht wird in einer Hütte im Regenwald verbracht.
Trotz eines dichten Straßennetzes ist die Qualität der Straßen nicht besonders gut. Im Norden sind die Straßen besser als im Süden. Das Verkehrsaufkommen und -verhalten auf den Straßen ist extrem anders als in Europa, aber auf dem Land nicht gefährlicher als hier, wenn man die dortigen Regeln befolgt. Die kulturellen Unterschiede machen Indien als Reiseland zu einem anspruchsvollen Ziel. Wer dieses Land vom Sattel aus kennenlernen möchte, sollte sich für den Anfang daher eine organisierte Radreise aussuchen.
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Bunte Tempel prägen den Süden. Foto: Indien erfahren.

Länderinfos Indien
Anreise: bei Direktflügen in etwa 7,5 Stunden von Frankfurt nach Delhi, Mumbai, Bengaluru, Chennai und Pune; von München nach Delhi und Mumbai; mit Zwischenstopp beträgt die Flugzeit bis 14,5 Stunden
Visum: Reisepass und Visum erforderlich; Visa können beim indischen Konsulat in Deutschland per Post bestellt werden; Touristenvisum: 6 Monate für 80 Euro; längste Visumfrist ohne Begründung: ein Jahr für 110 Euro.
Gesundheit: Reiseimpfungen gegen Hepatitis A und Typhus, bei Langzeitaufenthalten oder besonderer Gefährdung auch gegen Hepatitis B, Tollwut, Meningokokken-Meningitis ACW und Japanische Encephalitis. Insektenschutzmittel! Wasser nur aus geschlossenen Flaschen trinken.
Währung: 1 Euro = 76,55 Indische Rupien (INR)
Klima: Monsun von Juli bis September; heiße Trockenzeit von April bis Juni; in Nordindien starker jahreszeitlicher Wechsel; im Süden sind die besten Reisemonate Oktober bis Mitte Februar, weil dann die Regenzeit vorbei ist. Die Luftfeuchtigkeit ist jedoch ganzjährig sehr hoch. Der Süden hat ein konstant tropisches Klima, bei dem es sehr heiß werden kann.
Zeitzone: MEZ +4,5
Sehenswürdigkeiten: die Tempelstadt Madurai, Sri Aurobindo Ashram, die Modellstadt Auroville
Reiseveranstalter: Indien Erfahren, Rotalis, Weinradel, Wikinger Reisen

Test 28 kurze Radhosen für Damen und Herren

Bei der richtigen Hose kommt es auf ein Zusammenspiel vieler Faktoren an: guter Sitz, das passende Polster, praktische Extras und eine gute Belüftung. Bei unseren 28 Testmodellen ist von allem etwas dabei.

Text & Fotos: Lisa Partzsch

Beitrag aus RADtouren 4/16 – hier bestellen

Ergebnisse Shorts / Ergebnisse Tights

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Foto: Dorina Volkhausen

Eines sollte eine Radhose auf jeden Fall leisten: den Sitzkomfort erhöhen. Dazu dient der Teil, den viele auch am meisten mit dem Stichwort Radhose verbinden, obwohl der Schnitt ebenfalls eine sehr wichtige Rolle spielt: das Polster. Weil es hier die meisten feinen Unterschiede gibt, und der Sitzkomfort nicht nur vom Polster sondern unter anderem auch von Sattel und Sitzhaltung abhängt, haben wir dies zwar nicht im Test. Wir geben aber unseren Eindruck vom Polster wieder. Denn einige Anhaltspunkte für das passende „Sitzkissen“ gibt es schon. Da das Polster direkt auf der Haut getragen wird, darf es keine scheuernden Stellen, etwa durch auftragende Nähte, besitzen. Solche Störfaktoren merkt man leider erst nach vielen Kilometern im Sattel – im Test fiel keine Hose in diesem Punkt negativ auf. Generell gilt: Beim Passform-Test in Radhaltung sollte das Polster an den Oberschenkeln nicht einschneiden. Bei Tights: Kombiniert mit harten Sätteln nutzt man eher ein stark konturiertes Polster. Weiche Sättel passen besser zu weichen, dünnen Polstern.

Die Hose muss passgenau sitzen

Damit das Polster voll seine Funktion entfalten kann, muss die Hose passgenau sitzen, das gilt sowohl für die Tights als auch für die Innenhosen der Shorts. Ist die Hose zu groß, kommt es zum sogenannten Schwimmen in der Hose, das Polster verrutscht, und es kann unangenehm scheuern.

Auch muss das Polster in Form und Größe der Sitzposition angepasst sein. Wer eher sportlich sitzt, benötigt im vorderen Bereich zum Beispiel in der Regel ein schmaleres Polster. Wer dagegen aufrecht sitzt, profitiert stärker von einer dickeren Schaumstoffschicht hinten. Die Hersteller ordnen ihre Modelle in der Regel schon in die passenden Kategorien ein. Im Test befinden sich überwiegend Hosen, die ausdrücklich für gemäßigt aufrechte Sitzpositionen geeignet sind.

Dick oder dünn?

Dass sowohl dicke wie dünne Polster als angenehm wahrgenommen werden, zeigt sich an den Eindrücken der Tester. Die sehr dünnen Adidas-Polster kamen gleichermaßen gut an wie die eher voluminösen Löffler-Polster. Dass auch identische Polster unterschiedlich wahrgenommen werden, belegen die Testereindrücke bei der Vaude-Tights. Das sehr große, mittelfeste Polster wurde von weiblichen Testern als angenehm und gut tragbar charakterisiert, es läuft an den Rändern dünner aus; männliche Tester dagegen fanden das Polster des Herrenmodells zu voluminös und breit.

Die Frage, ob eine Shorts oder die enge Tights die bessere Radhose ist, dürfte in etwa so stark diskutiert sein, wie die Frage, welche die bessere Eissorte ist. Ob Shorts oder Tights, Schoko oder Vanille, letztendlich ist es Geschmackssache. Deshalb haben wir das Testfeld dieses Mal auch besonders weit gehalten und sowohl Tights als auch Shorts miteinbezogen.

Der erste Eindruck der Hose sollte nach Möglichkeit auf dem Rad oder zumindest in Radhaltung gewonnen werden. Das geht in der Praxis nur zuhause. Unsere Empfehlung: Etiketten an der Ware lassen und eine dünne Unterhose für die „Sitzprobe“ tragen. So kann man schlecht sitzende Hosen auch retournieren. Der wichtigste Bewertungspunkt für beide Hosensorten im Test ist ebenfalls der Tragekomfort. Bei Tights sind die sensibelsten Bereiche Bund und Beinabschlüsse. Der Bund sollte auch in sitzender Haltung nirgendwo drücken. Die Hersteller lösen dies mit einem breiteren Bund bei den Frauenmodellen (Löffler, Rose, Adidas, Endura, Pearl Izumi), bei Gore und Vaude verfügen beide Modelle über einen breiten und besonders elastischen Einsatz am Bauchbereich – sehr bequem. Beim Bund geht der Trend außerdem klar vom früher teils bis über die Nieren geschnittenen Bund, zu niedriger geschnittenen. Etwas höher sitzen die Bünde der meisten Modelle zum Glück trotzdem noch, positiv fiel hier zum Beispiel Endura (Frauenmodell) auf. Allerdings saß der Bund am Rücken nicht nur etwas höher, sondern leider auch etwas weiter, weshalb auf langer Tour öfter mal nachgezogen werden musste. Deutlich kürzer als bei anderen Testmodellen fällt der Bund im Rückenbereich dagegen bei Adidas aus.

Gummi verhindert Rutschen

Die Beinabschlüsse sollten weder zu eng noch zu weit sein und nicht nach oben rutschen. Dies wird vom Anti-Rutsch-Gummi oder -Silikon verhindert, mit dem die meisten Beinabschlüsse ausgestattet sind. Auch bei den Beinabschlüssen zeichnet sich eine Entwicklung ab: Sie werden breiter und sitzen dadurch angenehmer. Besonders breite Beinabschlüsse finden sich bei beiden Modellen von Endura, Löffler und Vaude – letztere lassen aber leider ein Anti-Rutsch-Gummi vermissen.

Die Innenhosen der Shorts sitzen eng und körperbetont. Positiv fiel die Innenhose von Craft auf, die aus sehr dünnem Stoff ist, daher kaum gespürt wird, und zugleich sehr elastisch ist und deshalb bei jeder Bewegung mitgeht.

Elastisch zeigen sich auch die meisten Außenshorts. Sie sind alle aus Stretch-Stoff gearbeitet oder haben Stretch-Einsätze, wie die Craft, die den Bewegungsbereich besonders bei einem etwas aktiveren Fahrstil deutlich erweitern.

In der Regel sind Shorts und Innenhosen nicht fest miteinander verbunden. Das wirkt sich einerseits positiv auf Passform und Tragekomfort aus, weil sich Innenhose und Shorts frei voneinander bewegen, andererseits können Shorts und Innenhose unabhängig voneinander gewaschen werden (die Shorts trägt man ja durchaus auch mal mehrere Tage, die Innenhose eher nicht). Im Test bildet die Gore Shorts die Ausnahme: Innenhose und Shorts sind fest verbunden. Dadurch wirkt die Hose sehr kompakt. Ein fester Verbund von Shorts und Innenhose kann sich auch negativ auf den Tragekomfort auswirken, wenn die Innenhose weniger Stoff am Rücken bietet, dadurch eher nach unten rutscht und die Shorts mitzieht. Dies ist bei der Gore Shorts jedoch nicht der Fall.

Bei viel Bewegung auf dem Rad soll die Hose nicht nur gut sitzen, sondern auch gut klimatisieren. Shorts wirken dabei prinzipiell schneller „schwitzig“, weil zwei Hosen übereinander getragen werden. Der Feuchtigkeitstransport funktioniert deshalb anders, als bei Tights, die direkt auf der Haut getragen werden. Um dennoch Luft an Bein und Körpermitte zu lassen,  sind die Innenhosen der Shorts idealerweise aus besonders dünnem Stoff wie bei Craft, Vaude und Adidas, oder haben Mesh-Einsätze, wie bei Gore. Auch der Oberstoff sollte für warme Tage im Sattel dünn und schnell trocknend sein. Etwas dicker fühlt sich der Stoff der Gore Hose an, beim Tragen bemerkten die Tester aber keinen Klimaunterschied.

Die Tights liegen direkt auf der Haut auf – und sehen dadurch schon nach Sport aus. Auch wenn nicht jedem (Außenstehenden) der körperbetonte Schnitt gefallen wird: Auf dem Fahrrad ist es genau diese Passform und die Klimaregulierung, die Tights zu einer Sorglos-Radhose machen. Idealerweise spürt man die Hose schon nach ein paar Minuten auf dem Sattel nicht mehr.

Ergebnisse Tights

Auch die Tights sind aus unterschiedlich dickem Material gearbeitet. Die Pearl Izumi und Vaude sind aus festerem Stoff, deutlich dünner dagegen sind Gore und Endura. In der Praxis schlägt sich das kaum auf das Klima nieder. Sowohl die Gore-Hosen als auch die Vaude-Hosen wurden als gut klimatisiert wahrgenommen. Eine größere Materialdicke kann sich aber auf Dauer positiv auf die Abriebfestigkeit auswirken.

Auch die Polster, ob dick oder dünn, machen die Hosen nicht übermäßig schwitzig. Löffler hat für den Fall vorgesorgt und einen Fleeceschutz in die Hotbond Tights am Rücken als „Schweißfang“ eingenäht. Im Herrenmodell der Gore Tights findet sich neue Sitzpolster-Technologie für bessere Atmungsaktivität. Der Fleeceschutz im vorderen Bereich sorgt für Extra-Windschutz. Bemerkbar machte sich dies auch in der subjektiven Empfindung unserer Tester, die das Modell als weniger schwitzig wahrnahmen.

Ausstattung

Tights sind auf das Nötigste reduziert, und das ist gut so. Die meisten Modelle verfügen über ein Anti-Rutsch-Gummi und erfreulicherweise auch über Reflexmaterial; nur die Vaude lässt beides vermissen.

Ergebnisse Shorts

Die Ausstattung der Shorts dagegen fällt ganz unterschiedlich aus: von sehr vielen unterschiedlichen Taschen zu Belüftungsschlitzen. Gürtelschlaufen machen eine Shorts besonders flexibel einsetzbar für Tourenradler, etwa um Taschen einzuhängen – sie sind aber nur bei Gonso und Vaude zu finden. Eine Bundweitenverstellung, sei es über ein Klettsystem oder mit Gummizug, findet sich an allen Modellen. Der Klett kam dabei besonders gut an. Bei Shorts ein wichtiger Punkt: der Verschluss. Viele der Hosen schließen sehr gut und sicher mit zwei Knöpfen, auffallend war der Hosenhaken der Gonso – ein Schiebeverschluss –, der sich leicht während der Fahrt öffnen kann.

Von zwei bis fünf Taschen sind die meisten Modelle ausreichend ausgestattet. Eines fiel aber auf: Bei vier Herstellern (Craft, Gore, Löffler, Gonso) sind die Damenhosen mit weniger Taschen ausgestattet als ihre Herrenpendants. Warum eigentlich?

Preislich liegen die Shorts meist über den Tights. Klar, da hier ja auch zwei Hosen in einer stecken. Zwischen der teuersten und der günstigsten Hose liegen 50 Euro, der Testsieger ist mit 129,95 Euro hochpreisig. Bei den Tights bilden Gore und Löffler die Preis-Spitze, das Mittel liegt bei 69,95 Euro. Erfreulich: Die Rose-Modelle sind am günstigsten und bieten zugleich viel fürs Geld – ein gutes Einsteigermodell für alle, die Tights ausprobieren wollen.

Radreisebuch Biker’s Barbecue online

Vor 16 Jahren erschien das Radreisebuch „Biker’s Barbecue“. Darin schrieben die beiden jungen Radler Tobias und Stefan Micke von ihrer Reise durch die USA. Damals noch als wildes Abenteuer angesehen, ist das heute fast nichts ungewöhnliches mehr. Umso schöner, dass der Reisebericht auch nach 16 Jahren nichts an Unterhaltung und Abenteuer eingebüßt hat. Locker schreiben die beiden Wiener über ihre Erlebnisse, streuen Tagebuchschnipsel ein und versuchten auf ihrer Reise die USA hautnah zu erleben. Das gelang ihnen unter anderem vor allem dadurch, dass sie nicht bequem in Hotels übernachteten, sondern sich spontan Übernachtungsmöglichkeiten organisierten. So trafen ungewöhnliche Charaktere und bekamen einen ganz unmittelbaren Einblick in das amerikanische Leben.
Zum Jubiläum kann das komplette Buch nun auch online gelesen werden: bikersbarbecue
Als Vorgeschmack können hier zwei Kapitel aus der Mitte des Buches gelesen werden. Die Zwischeneinschübe von Stefan Micke sind fett dargestellt, von Tobias Micke kursiv.

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Fotos: Tobias und Stefan Micke

01
07
23 Mountainbike Parcours
32 Grenzfluss von Missouri
 
Text & Fotos: Tobias und Stefan Micke
3. Juli – And a road that goes forever

Warm winds blowing,
heating blue sky,
and a road that goes forever …
Chris Rea

Am Morgen warten wir eine durchziehende Gewitterfront ab und fassen den Entschluss, heute nach White Rivers zu fahren, um dort den amerikanischen Unabhängigkeitstag zu feiern (irgendein Scherzbold hatte uns nämlich erzählt, dass man das, ähnlich wie Neujahr, um Mitternacht tut …).
Das gestrige Schild („Winner – where the West begins“) entsprach präzise den Tatsachen: Der Westen beginnt, wenn man auf der 44 aus Winner rauskommt. Eine malerische Strecke führt durch offene Landstriche voll strömender, wogender, atmender Kraft: Endlose Weizenfelder gehen fließend in wilde Prärie über. Es duftet nach Kräutern, und die Straße ist nur ein dünner Strich in einem Ozean aus gelb blühenden Gräsern. Dann – nach einer Ewigkeit – eine Veränderung am weißlich schimmernden Horizont: Wieder eine Gewitterfront? Nein, Berge! Wie gigantische Ozeandampfer tauchen nach und nach Quader, Kegel und Pyramiden in der Ferne auf. An der Straße verdampft währenddessen die westliche Zivilisation in der Hitze.
Wir fahren durch Witten (25 Einwohner) und angeblich auch durch Mosher (jedenfalls war das Kaff auf unserer Karte eingezeichnet). Orte, so winzig, dass man sie kaum zu betreten wagt.
„Wood“ kündigt sich auf den Wegweisern an wie jede größere Provinzstadt in Österreich. Tatsächlich leben 35 Menschen hier. Dafür hat Wood immerhin eine Tankstelle und ein kleines Geschäft. – Da gerade Essenszeit ist, entscheiden wir uns (mangels irgendwelcher Alternativen) für schmackhafte, vollelastische Mikrowellen-Hamburger mit Cherry-Cola und freuen uns darüber, dass wir hier überhaupt etwas Warmes bekommen.
200 Meter nach dem Ortsschild von Wood ist die Straße plötzlich mit Tausenden von Heuschrecken übersät. Die folgenden Minuten gleichen einer Fahrt durch ein Minenfeld aus Popcorn. Ausweichen unmöglich – was bleibt, ist: Hemd in die Hose, Kragen hoch, Mund zu – und durch (bah!).
Bei 100 Grad Fahrenheit und (wie glücklich, überglücklich sind wir!) Rückenwind geht es an weit gestreuten Bisonherden vorbei. – Schließlich erreichen wir White Rivers. Mit Verwunderung stellen wir fest, dass hier noch immer die Central Time gilt – obwohl der Ort laut Rand McNally bereits eindeutig in der Mountain-Time-Zone liegt (und dieser Atlas doch immerhin das weit verbreitetste Kartenwerk der USA ist!). Daraufhin erklärt man uns mit grimmigem Lächeln, dass Rand McNally hier rein gar nichts zu melden hat: Den Einwohnern von White Rivers ist nämlich völlig egal, was irgendein Typ in irgendeinem weit entfernten New Yorker Verlag über ihre Zeitzonen denkt. Zeitmäßig orientiert man sich ausschließlich nach Osten – denn im Westen liegt das Reservat … – Nachdem wir nicht den Eindruck erwecken wollen, als seien wir völlig hintennach (auch wenn sich’s dabei bloß um eine Stunde handelt), stellen wir unsere Uhren also wieder um.
Als wir von einer Barfrau erfahren, dass der 4. Juli doch erst am 4. Juli stattfindet, fahren wir weiter.
Es ist noch heißer als gestern. Der aufgeweichte Asphalt wirft Blasen, die beim Drüberfahren knistern wie festgetretener Kaugummi. Teergefüllte Risse und Sprünge in Längsrichtung der Straße werden gefährlich wie Straßenbahnschienen. Überall, wo es Wasser gibt, rasen Libellenschwärme im Tiefflug über die Fahrbahn.
Der nächste Ort, Cedar Butte, ist ein ausgedehntes Altautolager mit zwei Einwohnern: dem uralten Jack und seinem noch wesentlich älteren Bruder Joe. Joe hat hier vor Jahren mal ein Postamt betrieben, weshalb die „Stadt“ überhaupt noch so potent auf der Landkarte verzeichnet ist. Jetzt ist er in Pension, verkauft (oder sammelt?) Schrottautos und verhökert darüber hinaus Benzin und Lebensmittel an darbende Touristen, denen just in Cedar Butte der Gasfuß eingeschlafen ist. 25 Kilometer vor „Trash Town“ und 25 Kilometer danach: nichts!
Jede Wette, dass die Schrottautos weggehen wie die warmen Semmeln! Schließlich gibt’s hier so gut wie keine Konkurrenz…
Was wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht wissen: Wanblee, das uns mittlerweile als Tagesziel vor Augen schwebt, liegt mitten im Indianerreservat.
Im Reservat wundert man sich entsprechend über uns: Mutig seien wir, dass wir uns hier mit dem Rad durchtrauten. – Mit Verblüffung nehmen wir unseren Mut zur Kenntnis: Wird man uns etwa mit Tomahawks auflauern, mit Pfeil und Bogen beschießen, skalpieren? – Nein. Das Problem ist Alkohol am Steuer. Und die vielen zerbrochenen Bierflaschen auf der Straße. Broken dreams – eine Scherbe für jeden zertrümmerten Traum. Ein Hauch verwester Hoffnungen liegt in der Luft: Pine Ridge Indian Reservation – Heimat eines betrogenen Volkes, belogen zuerst von den Weißen, dann aber auch von den eigenen Führern und Vätern, dass es aus dieser Sackgasse einen gangbaren, menschenwürdigen Ausweg geben könne.
„This land is our land“, hat Bruce gestern gesagt. Er hat Recht. Und geht damit doch so weit an der Realität vorbei. Eine Lücke, die sich scheinbar nur noch mit Schnaps ausgießen lässt. Was wir hier von den Indianern sehen, würden wir am liebsten ganz schnell wieder vergessen, doch es gräbt sich unauslöschlich ins Gedächtnis: „Ghetto“ wäre ein passenderer Begriff für Orte wie diesen, wo unter behördlicher Aufsicht der Tod eines Volkes zelebriert wird. „Indian Health Care“ – ein anderes Wort für Alkoholiker-Zentrum, getarnt als Vokabel der Hoffnung.
Als wir nach mehr als 170 Kilometern in Wanblee einfahren, schwanken die Reaktionen von blanker Verwunderung bis hin zu offener Feindseligkeit. Ein kleiner Junge will uns allen Ernstes laut schimpfend und bei lebendigem Leibe die Fahrräder abnehmen, und so ergreifen wir schließlich entnervt die Flucht, ehe seine älteren Brüder auch noch auftauchen.
Am Ende haben wir dann aber Glück: Eleanor Charging Crow, eine alte Indianer-Mummy, nimmt uns bei sich auf und stellt uns ihren Keller samt Dusche zur Verfügung. – Eleanor und ihr Mann sind Rettungsfahrer für die „Indian Health Care“; immer, wenn es Unfälle in der Umgebung gibt (nicht selten wegen Alkoholmissbrauchs), müssen sie los.
Eleanor erzählt uns von ihrem Sohn, der als Sänger mit 35 Jahren völlig überraschend an einem Herzinfarkt gestorben ist, und zeigt uns Fotos von seinen Tourneen: Im Laufe der Zeit hat er Menschen aus aller Welt mit ins Reservat zu seinen Eltern genommen, um ihnen zu zeigen, wie die Indianer hier wirklich leben. Ihr Sohn hätte sich sicher gefreut, uns kennen zu lernen.
Der Tag war lang – 25 Stunden dank der überquerten Zeitzone. Die Nacht im schwülen Keller ist mit Hilfe eines riesigen Ventilators ganz gut zu überstehen. Zweimal müssen die Charging Crows in dieser Nacht mit dem Krankenwagen ausrücken. Aber für sie ist das normal.
Game Zone
Das „Computerspiel“, das im Osten mit Raupen und Eidechsen begonnen hatte, hat in diesen Tagen wieder mal ein neues Level erreicht: Nicht wegen der Glasscherben – davon liegen im Reservat eigentlich auch nicht mehr herum als anderswo. Die neue Herausforderung sind Libellen, die im Zickzackkurs und Zeitlupentempo über die Straße schweben, um dann urplötzlich und völlig unvermutet in irgendeine unvorhersehbare Richtung zu schießen. Die Chancen, da irgendetwas vorauszuberechnen oder womöglich auszuweichen, sind verschwindend gering.


4. Juli

Eine Kuh macht Muh,
große Kühe machen Mühe.
Altes Cowboy-Sprichwort

Der Tag beginnt mit einem neuerlichen Ritt durch Indianerland. Wie ein Klebeband ist die Straße in die Landschaft gelegt: keine Umwege, kein weggesprengtes Gestein („Wegen so einer dummen Straße machen wir doch keine Löcher in unsere Berge!“), nur Hügel an Hügel – so weit das Auge reicht.
Schließlich eine Abart: eine allerletzte Erhebung, so groß, dass dahinter nichts mehr zu sehen ist. – Quell der Phantasie zwischen zwei Pedaltritten: Was könnte wohl danach kommen? Ein Märchenschloss? Ein Badestrand? Juwelen? Tänzerinnen? Das Meer? – Und wann endlich wird die Kuppe das gut gehütete Geheimnis preisgeben? – Wir erreichen den Horizont … – und sehen: die drei nächsten Hügel! Wer hätte das gedacht.
Bei der Abfahrt zwischen zwei Wellenbergen springt mir neben der Straße im Gras plötzlich etwas ins Auge. Es sah aus wie ein Halsband, eine Kette, etwas Wertvolles. Ich zögere eine Zehntelsekunde: Jetzt bremsen bedeutet, nachher ohne Schwung den nächsten Hügel angehen zu müssen. – Egal. Ich schleife mich so heftig ein, dass Stefan (den ich völlig vergessen hatte) beinahe mit vollem Tempo in mich reinkracht und seine Satteltasche noch mein Bein streift.
Es ist ein indianisches Halsband – ein ziemlich wertloses für Touristen, aus Leder mit silbernen Metallperlen – und es ist von den vorbeirasenden Autos schon ein wenig in Mitleidenschaft gezogen worden. Aber schon weil ich den Fund jetzt mit viel zusätzlicher Mühe bezahlen muss, beschließe ich, es als besonderen Glücksbringer zu behalten, und knote es mir doppelt um den linken Arm. – Ein Erkennungsmal für Westentaschen-Abenteurer.
Ja, ja, die Natur lernt: Pferdebremsen rotten sich in dieser Gegend zu regelrechten Herden zusammen und warten an den schweißtreibendsten Anstiegen auf langsame und schön schwitzende Radfahrer. Intelligente Tierchen! Uns liefern sie dafür eine starke Motivation, diese Hügel möglichst zügig zu erklimmen. Richtige Schrittmacher-Fliegen: Gebissen wird man nur, wenn die Geschwindigkeit unter 20 km/h fällt; entpuppt man sich allerdings als Schwächling, wird man gleich bis aufs Blut ausgesaugt.
Beim Mittagessen in Interior werfen wir uns je ein Exemplar des „einzigartigen und legendären“ Indian Taco rein. (Das kommt dabei raus, wenn man zulässt, dass sich der mexikanische Taco mit dem wienerischen Langos paart.)
Vor uns liegen nun die um nichts weniger legendären „Badlands“: Aber in unserer nachmittäglichen Faulheit beschließen wir, den mit Autos übersäten Touristen-Trampelpfad in die Berge zu meiden (schließlich kostet der Spaß ja auch 5 Dollar Maut pro Kopf!) und stattdessen auf Direktroute 44 nach Westen weiterzufahren.
Nach weiteren zehn Meilen überkommt es uns dann doch: Mit erhöhtem Puls stehen wir an der letzten Abzweigung von der 44 in die Badlands, die uns vom Tankwart in Interior geschildert worden war, und denken scharf nach: Ein Schotter-Schleichweg ins staubtrockene wasser- und zivilisationslose Bergland liegt vor uns. Und – er ist mautfrei! Sollen wir? Sollen wir nicht? Irgendwie bräuchten wir hier (nicht zum ersten Mal) eine dritte, entscheidende Stimme.
Stefan ist offenbar vollkommen egal, dass unsere ganze Reise hier in dieser Einöde mit einem Schlag zu Ende sein könnte!
Man kann ja wohl kaum eine Tour wie diese machen und sich dann einfach vor den legendären Badlands drücken.
Die geistloseren Sprüche („No risk, no fun!“) setzen sich letztlich durch: Damit liegen 35 Meilen erlesenste, bergige Schotterstraße vor uns; die ersten neun Meilen führen von hier über die Ebene zum Fuß der Badlands.
Ich halte verzweifelt nach Batman und Robin Ausschau – bloß vergeblich. Tobi macht mich schließlich darauf aufmerksam, dass man die „Badlands“ mit „d“ schreibt: „Badlands, Stefan, nicht Batlands!“ – Schade, wirklich.
Hier muss zweifelsohne der Schauplatz der klassischsten Raubüberfälle der Wildwestgeschichte gewesen sein. Verwinkelt, unübersichtlich und verworren – ein natürliches Labyrinth, genial für Cowboys und Indianer oder (im verblühenden 20. Jahrhundert) für Cowboy-und-Indianer-Spiele. (Am Fuße der ersten Felsen überfällt uns allerdings nur der Hunger.)
Die Badlands. Vollkommen lächerliche, unwirkliche Hügel, die viel kleiner sind, als sie eigentlich aussehen. Disneyworld der Berge. Bunt und rund. Einfach toll anzusehen, diese Phantasielandschaft. Zwecks Fotodokumentation besteigen wir einen von ihnen – und brechen bis zum Knöchel ein. Diese Hügel sind ja nur aus Lehm! (Oder ist das Vulkanasche?) Wenn es regnet (regnet es hier?), dann müssen die Dinger ja aussehen wie schmelzende Schokoladekegel!
Zwischen den Hügeln stehen bunte Verkehrsschilder herum. Sie gehören zu der Straße, die sich hier unrealistischerweise hindurchschlängelt.
Ein letzter asphaltierter Berg, dann geht’s 25 Schottermeilen aus den Badlands hinunter nach Scenic. Fürchterliche Waschbrettrillen auf der Straße; man hat direkt Angst, dass einem das Rad unterm malträtierten Hintern auseinander bricht. Stellenweise müssten wir deshalb eigentlich im Schritttempo fahren – da wir allerdings geradewegs auf eine bedrohlich schwarze Wetterfront zusteuern, fehlt uns dazu die Zeit.
Bei einer Abfahrt (ich fahre wegen der „Waschbretter“ auf der falschen Straßenseite) kommt mir in der Kurve auf einmal ein Auto entgegen. Ich weiche abrupt aus – dafür bricht mir bei 20–25 Meilen pro Stunde prompt das Hinterrad weg: Nachdem ich auf ein paar Metern eine traumhafte Wedelspur ins Kiesbett gelegt habe, gelingt es mir dann aber, das schleudernde Rad wieder abzufangen. Gott sei Dank haben wir solche Tricks mit Joel in Madison trainiert!
Nach einer scharfen Rechtskehre steht plötzlich so was riesiges, schwarzes Kuhartiges auf der Straße…
Zuerst sehe ich nur Stefan, der auf dem Schotter vor mir plötzlich wie ein Geistesgestörter in die Bremsen latscht, dass es hinter ihm nur so staubt. Ich bleibe mit Sicherheitsabstand stehen (Stefan hat manchmal so gefährliche Ausbrüche). Als sich der Nebelvorhang lichtet, hätte ich beinahe applaudiert, aber dann greife ich doch zuerst instinktiv zur Kamera: Stefan und diese riesige Zottelkuh mitten auf der Straße. Oder ist es ein Bulle? – Hmm, es ist wohl ein Bulle, bei den Liebeskugeln bestimmt. Wie angewurzelt stehen die zwei da. Stefan und der Bison. In drei Sekunden ab Stillstand habe ich die Kamera schussbereit. „Geh doch noch ein bisschen näher ran!“ Eiskalt schlägt in mir der Reporter durch. Ob sich das Vieh durch den Blitz wohl irritiert fühlt? Egal! „Noch ein bisschen nach rechts, Stefan!“
Das Monster bleibt friedlich und trottet nach absolvierter Fotosession ab in die Prärie. Später werden wir erfahren, wie viele US-Bürger jedes Jahr von Büffeln auf die Hörner genommen werden. Und dass diese Viecher, wenn sie richtig sauer sind, 35 Sachen laufen können – amerikanische Sachen, nicht europäische …
Solange man sich diesen Tieren nicht unsittlich nähert, bleiben sie allerdings recht friedlich.
Die pechschwarzen, unheilvollen Gewitterwolken (am Horizont brechen daraus immer wieder einzelne Wassertrichter ab) schüchtern uns schließlich so weit ein, dass wir es nicht wagen, bis Scenic durchzufahren. Beim ersten Bauernhof nach dem Nationalpark Badlands (13 Meilen vor Scenic) machen wir Halt.
4. Juli, abends. Ganz Amerika feiert. – Ganz Amerika? Nein, nicht ganz.Wirsitzen einsam, von allen Feierlichkeiten verlassen und von Stechmücken umlagert, in einem ausrangierten Camper irgendwo am Rande der Badlands.
Zur Feier des Tages öffnen wir die beiden Pepsi, die wir von dem wortkargen Bauern, in dessen Gefährt wir heute nächtigen, zu je 50 Cents erstanden haben. Wir malen uns aus, wie es wohl gerade am Times Square in New York zugeht. Und wie viele Verbrüderungen wir in so einem kleinen, echt amerikanischen Provinznest erlebt hätten.
Immerhin: An den Präsidenten der Vereinigten Staaten haben wir heute eine Glückwunschkarte geschrieben, um ihm dazu zu gratulieren, dass er der Präsident von so einem wunderbaren Land ist. Aber das nützt uns jetzt herzlich wenig. Blitze zucken ringsherum über den Horizont, finstere Wolkenfetzen ziehen über einen ansonsten sternenklaren Himmel, und während im Westen weit hinter den fahlen Schweinwerferlichtern des Mt.-Rushmore-Monuments die Sonne untergeht, flackern irgendwo am südlichen Horizont vereinzelt Feuerwerke auf. „Happy 4th of July, Amerika!“ Tröööt…
Leider hab ich furchtbaren Hunger und kein Abendessen. Stefan ist das wie immer völlig Wurscht!
35 Dorfbeisl von Scenic Spezialitaet des Hauses Kuhkopf
50 Fahrt durch die sengende Hitze Idahos
56 Lenkwaffe mit Kompass
58c
67 Unterwegs auf der California State Route 1
68 Ankunft in San Francisco

Der Sonne entgegen – Die Inselwelt entdecken mit Bornholmtours

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Mit 1.580 Sonnenstunden im Jahr ist Bornholm mit einem milderen Klima als jeder andere Ort in Dänemark gesegnet. Doch die „Sonneninsel“ bietet sich aus noch einem anderen Grund hervorragend für den Urlaub, zumal für den im Fahrradsattel, an: Über Bornholm spannt sich ein Wegenetz mit einer Gesamtlänge von 230 Kilometern, das einzelne Orte bequem und schnell miteinander verbindet. Dadurch lassen sich viele Küstenstädtchen und Sehenswürdigkeiten innerhalb kurzer Zeit entdecken.
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Ein Erlebnis von Nord nach Süd
In der Mitte und im Norden Bornholms gibt es einige Hügel zu erklimmen. Dafür werden Sie, einmal auf dem höchsten Punkt angelangt, mit einer fantastischen Aussicht über Felsen und Steilküsten belohnt, beispielsweise auf die dramatisch schönen Helligdomsklippen. Im flachen Süden der Insel dagegen warten atemberaubend schöne Strände mit Sand, der so weiß und fein ist, dass er früher für Sanduhren benutzt wurde. Idealerweise lassen Sie sich Ihre Traum-Route von Bornholmtours zusammenstellen, einem Anbieter mit langjähriger Erfahrung im Planen von Radferien auf der Insel, der hier alle Strecken kennt: die anspruchsvollen und temporeichen, aber auch die ruhigen und genüsslichen.
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Buchen Sie Ihren nächsten Fahrradurlaub nach Bornholm auf www.bornholmtours.com/fahrrad.
Weitere Informationen zum Fahrradfahren in Dänemark finden Sie unter www.visitdenmark.de/radfahren.
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Bornholm
Entlang der Küste
Praktisch: Bornholmtours bietet auch fertige Rad- urlaub-Pakete an, z. B. für eine Woche entlang der Bornholmer Küste. Die Tour  führt durch mehrere der schönsten Städte, auch Landschafts-Highlights wie die Nordbornholmer Felslandschaft werden nicht ausgelassen. Sie übernachten in gemütlichen Hotels. Weitere Informationen finden Sie online unter www.bornholmtours.com/fahrrad
 

Test: 11 Randonneure und Gravelbikes

Reiseräder mit Rennlenker sind im Kommen. Ein Grund dürfte sein, dass die Radgattung vielseitiger wird und immer mehr Komfort bietet. Wir haben klassische Vertreter mit Gepäckträger und Schutzblechen sowie neue Gravelbikes ab 1.100 Euro getestet.

Beitrag aus RADtouren 1/16 – hier bestellen

Text: Jan Gathmann

Getestet wurden folgende Modelle: 
Bulls Daily Grinder
Contoura iWerk Randonneur
Giant Anyroad 1
Norwid Skagerrak
Poison Taxin
Rennstahl Rohloff-Randonneur
Salsa Marrakesh
Schauff Randonneur
Tout terrain 5th Avenue GT
Velotraum Speedster
VSF Fahrradmanufaktur TX

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Foto: Frank Gleitsmann

Die Tage, in denen der Rennlenker nichts als körperquälende Sportlichkeit signalisierte, scheinen gezählt. Dass Rennräder immer öfter in der Werbung wie zufällig im Flur stehen oder durch das Bild rollen, ist auch Zeichen ihrer neuen Alltagsnähe.

Tatsächlich kann man mit Rennlenker heutzutage ganz normal, ganz ohne übertriebenen sportlichen Ehrgeiz Radfahren. Das liegt vor allem daran, dass die Sitzhaltung auf modernen Rädern mit Rennlenker meist deutlich komfortabler ausfällt als noch vor wenigen Jahren. Jetzt muss man sich nicht mehr so stark bücken. Damit können auch weniger trainierte Radfahrer den größten Vorteil des Rennlenkers gegenüber allen anderen Lenkern nutzen: seine konkurrenzlos große  Zahl möglicher Hand- und Sitzhal-
tungen.
Randonneure, also Räder für das Tourenfahren oder Reisen mit dem gebogenen Lenkerbügel, profitieren davon besonders. Denn die Haltung immer wieder zu verändern, entlastet alle Teile des Oberkörpers gerade auf langen Strecken enorm. Gleichzeitig bringt die sogenannte „Unterlenkerhaltung“, wenn der Fahrer in die Biegung greift, eine sehr gute Position, um dem Gegenwind beim schnellen Fahren ein Schnippchen zu schlagen. Dazu ein Rechenbeispiel: Ein leicht trainierter Tourenfahrer kann 120 Watt auf Dauer treten. Damit erzielt er beim Griff an den Oberlenker eine Reisegeschwindigkeit von 24,8 km/h. Am Unterlenker schafft er mit gleicher Kraft 27,7 km/h. Anders gerechnet: Er kann mit 91 Watt 24,8 km/h fahren (Berechnungen über: kreuzotter.de). Das ist ein sehr moderater Krafteinsatz. Es ist bei Randonneuren und Artverwandten der Lenker, der das Rad schneller macht, nicht die dünnen Reifen. 

Insofern ist eines der positivsten Ergebnisse des Tests schon das Testfeld selbst. Es war ein Leichtes, unsere 11 Räder für den Test zusammenzutrommeln. Eingeladen waren sogar über 20 Hersteller. Verstärkung erhält die Gattung durch den Trend der Gravelbikes. Das sind geländetaugliche Räder mit Rennlenker, gemacht um lange Strecken auf befestigten, aber nicht geteerten Wegen zurückzulegen. Von diesen sogenannten „Gravelroads“, wie sie in der Trendheimat USA heißen, haben die neuen Bikes auch ihren Namen. Von echten Rennrädern unterscheiden sie sich meist durch einen längeren Radstand und ein tieferes Tretlager für ruhiges Fahrverhalten. Insofern sind sie den Randonneuren ähnlich. Anders als klassische Randonneure besitzen sie aber meist keine Gepäckträger, sondern sind für das Bikepacking gemacht.

Auch Gravelbikes waren in der Einladung berücksichtigt, weil sie häufig über alle nötigen Ösen für den Anbau von Schutzblechen und Gepäckträgern verfügen. Von der Forderung einer Dynamo-Lichtanlage sahen wir auch ab, um Vertreter der Bauart berücksichtigen zu können. Aber nur Giant und Bulls schickten ausgewiesene Gravelbikes – wobei Bulls mit dem Daily Grinder seine alltagstaugliche Interpretation der Gattung wählte.

Viele Spielarten

Überhaupt zeigen die Reiseräder mit Rennlenker im Test inzwischen erfreulich viele Spielarten. Da sich die Modelle preislich gravierend unterscheiden, haben wir zwei Testklassen gebildet. In die Luxusklasse über 2.000 Euro fallen vor allem Randonneure, die mit vielen Speziallösungen aufwarten und weitgehend individuell aufgebaut werden. Das kann die aufwändige Kombination einer Rohloffnabe mit Rennlenker sein, wie bei Rennstahl und Tout Terrain, wobei Tout Terrain nach unserer Auffassung den Königsweg dafür gefunden hat. Auch feiner Maßrahmenbau aus Stahl, den Norwid in diesem Test vertritt, hat natürlich seinen Preis und ist auch anderswo nicht unterhalb der 2.000-Euro-Grenze zu haben. Aber auch eine besondere Schaltung wie die Shimano Ultegra DI2 am Contoura iWerk kann dazu beitragen, dass die Preisgrenze gesprengt wird.

Gut zu wissen: Wegen der zunehmenden Individualisierung gibt es oft auch eine günstigere Variante als unsere Testmodelle. In der Preisklasse bis 2.000 Euro rollen dagegen fast ausschließlich Serienräder an, bei denen der Käufer auf die Ausstattung festgelegt ist. Einzige Ausnahme bildet das Poison, das im Baukasten des Versenders indivuell von den Reifen bis zum Lenker aufgebaut wird. Dennoch ist die Vielfalt der Serienräder groß. Da gibt es auf der einen Seite Modelle wie das Giant. Es ist ab Werk eher für Fitnesstouren auf unbefestigten Wegen gemacht, kann aber wegen der hohen Gewichtszulassung und vorhandenen Ösen auch für Touren mit Gepäck gut genommen werden. Die andere Seite des Spektrums vertreten Modelle wie das VSF Fahrradmanufaktur oder das Salsa. Beide, besonders aber das Salsa, sind robust aufgebaut und ab Werk mit allem ausgestattet, was man für Fernreisen benötigt. Dafür muss man in der Regel Abstriche in der Fahrdynamik hinnehmen.

Worauf achten?

Ein Randonneur kann nur bedingt belastbares Reiserad, schnelles Sportgerät und Sorglos-Alltagsrad zugleich sein. Unsere Teilnoten in der Tabelle geben darüber Aufschluss, wo das jeweilige Rad beim Spagat zwischen den Einsatzbereichen seine Akzente setzt. Danach richtet sich auch, worauf man bei der Ausstattung achten sollte. Die aufwändige Integration einer Rohloff-Nabenschaltung wie bei Tout Terrain und Rennstahl macht vornehmlich für Vielfahrer im Alltag oder für wochenlange Radreisen Sinn. Fahrradpendler sollten auch auf besonders pannensichere Reifen und eine gute Lichtanlage mit einem hochwertigen Nabendynamo achten. Dagegen zählen für den reinen Reisebetrieb vor allem die Fahreigenschaften mit Gepäck inklusive des sicheren Bremsens und – je nach Fahrergewicht oder angepeiltem Gepäck – die Gewichtszulassung. Persönliche Vorlieben können dann entscheiden, ob bevorzugt eine große Portion Fahrspaß dazukommen soll, wie das Contoura, Bulls, Giant, Norwid oder Velotraum ihn bringen. Oder ob eher der Komfort im Vordergrund stehen soll, wo beispielsweise das Rennstahl gekonnt seine Akzente setzt, aber auch das Velotraum etwas mehr zu bieten hat.

In Sachen Kettenschaltung setzen die meisten Hersteller auf  eine 22-Gang-Rennradgruppe aus den Shimano-Baureihen 105 oder Ultegra von Shimano. Eine gute Wahl: Beide Ensembles bestechen durch butterweiche und exakte Gangwechsel und sind funktional kaum unterscheidbar. Die höchste Schaltperfektion erreicht aber die Ultegra DI2-Gruppe am Contoura. Durch ihre vorbildliche Hebelergonomie und hohe Schaltgeschwindigkeit ist sie der Tipp für sportliche Randonneure. Das beste Übersetzungsverhältnis für Reisen mit mehr Gepäck bieten die Spezial-Kombination am Velotraum und die Shimano Deore-MTB-Gruppe am Salsa Marrakesh.

Das Beste zum Schluss: Die hydraulische Scheibenbremse hat sich am Randonneur fast durchgesetzt. Die Hydrauliksysteme bescheren einen perfekten Druckpunkt und vorbildliches Nassbremseigenschaften – egal ob als reines Bremssystem wie bei Tout Terrain und Rennstahl oder als Schaltbremskombi von Shimano. Unser Tipp für Reisen mit viel Gepäck sind dabei größere Scheiben vorne ab 180 mm Durchmesser. Mechanische Scheibenbremsen würden wir den – nur zweimal montierten – V-Bremsen ebenfalls vorziehen.  

So haben wir getestet

Alle Fahrräder wurden bei den Herstellern zum Test angefordert. Gefragt waren tourentaugliche, mit Schutzblechen ausgestattete Randonneure oder Gravelbikes. Die Räder werden in den gezeigten Kategorien nach einem Punkteschema mit über 90 einzelnen Unterpunkten bewertet: von der Dicke der Reifen und der Qualität der Kontaktpunkte für den Komfort bis hin zur Art der Kabelverlegung, dem Bremsentyp (Stichwort: Wartungsarmut) oder dem Kettenschutz in der Alltagswertung. Hier finden sie mehr Details zum Testschema.

Das Punkteschema für die Reiseräder mit Rennlenker ist nicht direkt mit anderen Reiseradtests vergleichbar. So wurden zum Beispiel die Gepäckträger nur in der Ausstattungswertung berücksichtigt, die nur den materiellen Wert der Ausstattung berücksichtigt, nicht wie gut sie für einen bestimmten Einsatzbereich ist. Wegen des großen Preisspektrums im Test haben wir die Räder für die Vergabe der Top-Produkt- und Preis-Leistungsempfehlungen in zwei Klassen aufgeteilt: Modelle bis 2.000 Euro und Modelle über 2.000 Euro. Als Maßstab für die Bewertung der Gewichtszulassung legten wir ein Fahrergewicht von 90 kg zugrunde sowie ein Gepäck von 15 kg. So konnte ein Rad mit einer Gewichtszulassung von 120 kg in diesem Punkt schon eine gute Bewertung erhalten. Bei unseren Reiserad-tests liegt diese Grenze bei 140 kg. So konnten insgesamt weniger Punkte vergeben werden. Die Bewertung 1,0 gab es für 70 Prozent der Maximal-Punktzahl. Die Bewertungen der Radreisequalität und des Fahrverhaltens beinhalten subjektive Einschätzungen der Tester. So wird etwa die gefühlte Fahrsicherheit bei Lastwechseln mit einem Gepäck von 15 kg mit bis zu 10 von 47 Punkten belohnt. In der Kategorie „Fahrverhalten ohne Gepäck“ machen Einschätzungen der Tester zum Bremsen, Beschleunigen und Geradeausfahren über die Hälfte der Punkte aus.

So haben wir getestet


Testergebnisse im Detail

Tout Terrain 5th Avenue GT

Tout-Terrain
Foto: Lisa Partzsch

Tout terrain

Testbrief: Das Tout Terrain sieht mit seinem rahmenintegrierten Gepäckträger aus Edelstahl nicht nur besonders aus, es steckt auch voller besonderer Lösungen. Eine Alleinstellung verleiht ihm schon der saubere Gates-Riemenantrieb mit Rohloff-Nabe – was das Rad in der Alltagswertung mit an die Spitze bringt. Großes Lob verdienen die Rohloff-Daumenschalthebel der Eigenmarke Cinq, die perfekt mit der Nabe harmonieren und sehr gut zum Randonneur-Konzept passen. Kraft und Standfestigkeit der Scheibenbremsen lassen ebenso wie die sicheren Fahreigenschaften auch schweres Gepäck zu. Das Tout Terrain läuft sauber und schnell geradeaus, zählt aber nicht zu den dynamischsten Rennern. Unsere Test-Ausstattungsvariante Rohloff Gold CDX hat alles an Bord, was edel und teuer ist – und auf Langstrecken Sinn macht, wie der Cinq USB-Lader oder der Lenkanschlag für komfortables Beladen eines (optionalen) Lowriders.

Fazit: Pendler-Rad, Reiserad, schneller Tourer – das perfekt gemachte Tout Terrain 5th Avvenue fährt in allen Disziplinen ganz nach vorne.

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Rennstahl Rohloff-Randonneur

Rennstahl
Foto: Lisa Partzsch

Rennstahl

Testbrief: Das edle Rennstahl ist eher Reiserad mit Rennlenker als reisetaugliches Rennrad. Es schafft Bestnoten im Alltags- wie im Reisebereich und kommt dank der dicken Reifen auch passabel abseits befestigter Wege klar. Dabei hilft die mit schwerem Gepäck bergtaugliche Übersetzung der Rohloff-Nabenschaltung ebenso wie die sehr guten Gepäckträger. Dickes Lob verdient der Komfort, in dem es entscheidende Punkte sammelt: Die breiten Reifen dämpfen, die Sitzposition ist – randonneur-untypisch – leicht aufrecht, und die flexende Titan-Sattelstütze wirkt zusammen mit dem hängemattenartigen Brooks Cambium-Sattel fast wie eine Federsattelstütze. Viele Punkte sammelt das Rennstahl bei der Ausstattung, die nichts zu wünschen übrig lässt. Besonders das Rahmen-Gabelset aus Stahl mit vielen guten Details wie Steckachsen und einer innwandigen Tauchbadbeschichtung für ein langes Leben kann glänzen.

Fazit: Der Allrounder der Randonneure. Das Rennstahl kombiniert den höchsten Komfort mit den höchsten Reisequalitäten in einem edlen Paket.

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Norwid Skagerrak

Norwid
Foto: Lisa Partzsch

Norwid

Testbrief: Das Skagerrak führt vor, was möglich ist, wenn man das Leichtbaupotential von Stahl an einem Randonneur ausschöpft. Das Modell lötet Rahmenbauer Rudolph Pallesen auf Maß nach Kundenwunsch aus einem Mix aus Columbus Zona- und Life-Rohren. Rahmenbautechnische Feinkost findet sich an „Fillet-brazed“, also auftragsgelöteten Verbindungen oder den Edelstahl-Ausfallenden mit filigraner Gestaltung. Sogar die Hydraulikleitung für die sehr gute Scheibenbremse liegt im Rahmen. Trotz robustem, reisetauglichen Aufbau – toll: der Tubus-Titanträger – mit entsprechend ausreichender Gewichtszulassung zählt das Rad zu den leichtesten Modellen. Und es macht beim Fahren großen Spaß. Norwid gelingt eine der stimmigsten Geometrien mit sauberem Geradeauslauf, schnellem Antritt und ruhigem Kurvenverhalten. Dabei bringt die klassische Stahlgabel den Komfort, den die dünnen Reifen ansonsten vermissen lassen würden.

Fazit: Das Skagerrak zeigt Maßrahmenbau aus Stahl von seiner feinsten Seite: stimmige Geometrie, stimmige Ausstattung, stimmiges Rad!

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Velotraum Speedster

Velotraum
Foto: Lisa Partzsch

Velotraum

Testbrief: Der Velotraum Speedster sieht bullig aus, macht aber beim Fahren seinem Namen alle Ehre. Er entpuppt sich schnell als das quirligste Rad im Test, sprintet freudig drauf los und legt sich willig in jede Kurve. Dabei sind die breiten 26-Zoll-Reifen auf richtig breiten Felgen perfekt aufgehoben und sorgen für sehr guten Grip ebenso wie Komfort weit über dem Testdurchschnitt. Zu diesem Charakter passt die ausgewogene Sitzposition, die für gute Kontrolle viel Gewicht auf das Vorderrad bringt, aber dennoch bequem ist. Beim Fahren mit Ladung zeigt sich die überlegene Fahrsicherheit des Alu-Rahmens, der mit 15 Kilo in den Taschen klar unterfordert ist. Auch der hervorragenden Bremsanlage mit 200mm-Scheibe vorne kann man getrost mehr abverlangen als unser Test. Ein schönes Detail ist die 2-fach Kurbel mit einer genau auf den Einsatzbereich und die Laufradgröße abgestimmten Übersetzung.

Fazit: Der Velotraum Speedster beherrscht das dynamische Fahren wie kaum ein anderes Rad im Test, mit wie ohne Gepäck – und mit Komfort.

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Contoura iWerk Randonneur

Contoura
Foto: Lisa Partzsch

Contoura

Testbrief: Der iWerk-Randonneur von Contoura kann im Baukasten der Manufaktur individuell konfiguriert werden – von der Farbe bis zur Schaltungsvariante. Sogar eine elektronische Nabenschaltung mit Rennlenker erlaubt der Rahmen mit verschiebbaren Ausfallenden, der bis zu einer Rahmenhöhe von 63 cm zu haben ist. Für Große interessant! Unser Modell hat – als einziges Testrad – die elektronische Shimano Ultegra DI2 an Bord. Schneller, leiser und bequemer als mit ihr kann man Gänge nicht wechseln. Mit einer leicht sportlichen Sitzhaltung und nur 13 kg Gewicht zählt das iWerk zu den dynamischen Rädern im Test. Das Fahrverhalten ist im besten Sinne ausgewogen. Die mechanischen Schiebenbremsen verzögern gut, hydraulische Modelle würden aber besser zur Top-Funktion der Schaltung passen. Bei der Verarbeitung hebt sich das Contoura mit vielen Sorglos-Details positiv ab.

Fazit: Das iWerk ist ein sportlicher Allrounder. Die elektronische Schaltung und viele stimmige Sorglos-Details glänzen beim schnellen Pendeln.

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Salsa Marrakesh

Salsa
Foto: Lisa Partzsch

Salsa

Testbrief: Das Salsa Marrakesh positioniert sich klar in Richtung Langdistanz-Reisen. Dafür ist es mit dem extrarobusten, wunderschön lackierten Stahlrahmen gut gerüstet. Er trägt viel zu einem unaufgeregten Fahrverhalten mit Gepäck bei. Eine große Zahl von Ösen erlaubt die Montage von jeder Menge Zubehör, wie etwa den montierten Salsa Frontträgern, die sich vielseitig einsetzen lassen. Überhaupt ist der Rahmen eine flexible Plattform: Auch Nabenschaltungen sind dank schwenkbarer Ausfallenden montierbar. Die ausreichend starken mechanischen Avid BB7-Scheibenbremsen und die Lenkerend-Schalthebel sind aufgrund ihrer problemlosen Wartung für Extremreisen die beste Wahl. Der Antrieb mit Deore-MTB-Teilen bietet die größte Entfaltung im Test – gut für lange Bergpassagen mit Gepäck. Besonders gut gefiel uns der komfortabel gebogene Lenker. Er würde auch anderen Bikes stehen.

Fazit: Der beste Randonneur fürs Grobe kommt von Salsa. Ein genügsames, ziemlich komfortables, aber auch nicht ganz preiswertes Rad.

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Poison Taxin

Poison
Foto: Lisa Partzsch

Poison

Testbrief: Versender Poison hat mit dem Taxin einen leichten und überaus fahrstabilen Alurahmen als Basis für sportliche Randonneure im Programm, der individuell bis hin zum eigenen Namenszug als Dekor komplettiert werden kann. Bei den Rahmengrößen werden auch kleine Fahrer fündig. Radler mit großen Füßen können leider an den sanduhrförmigen Kettenstreben mit den Hacken anecken. Unser Rad ist mit leichten Teilen von Controltech sowie Mavic Crossride Systemlaufrädern eher für schnelles sportliches Touren oder den Alltagseinsatz als für lange Reisen ausgelegt. Dafür spricht auch die Sitzposition, die klar die sportlichste im Test ist ebenso wie die eher niedrige Gewichtszulassung. Beim Sprinten und Um-die-Kurve-jagen bereitet das Taxin viel Vergnügen. Die 105-Schaltgruppe ist funktional über jeden Zweifel erhaben, die b+m Batterie-Lichtanlage leuchtet so hell wie mittelklassige Dynamovarianten.

Fazit: Leichter, fahrstabiler Randonneur mit betont sportlicher Auslegung und entsprechender Sitzposition. Viele Wahlmöglichkeiten im Baukasten!

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Schauff Randonneur

Schauff
Foto: Lisa Partzsch

Schauff
Testbrief: Schauff stellt mit dem Randonneur einen klassischen Langstreckentourer für die Straße auf die Räder. Sein sehr langer Radstand prädestiniert das recht leichte Rad fürs Tempomachen auf der Geraden. Eine ungewöhnliche, aber passende Wahl sind die Schwalbe Durano E-Bike-Reifen. Sie laufen schnell und bieten einen guten Pannenschutz. Ihre Schmalheit gleicht der gute Sattel mit etwas Komfort aus. Im Preis spiegelt sich eher das Spezialistentum des Rades und die individuelle Konfiguration als das Niveau der Ausstattung. Gleichwohl sind die Teile der Shimano Tiagra-Gruppe funktional auf der Höhe der Zeit. Die V-Bremsen haben ihre Vorteile in der einfachen Handhabung, können aber in der Kombination mit Rennradhebeln den Scheibenbremsen in Sachen Dosierung und Bremskraft nicht das Wasser reichen. Der schnörkellose Stahlrahmen erweist sich als fahrsicher und dürfte auch schwereres Gepäck gut verkraften.

Fazit: Schauffs Randonneur ist ein solider Straßentourer mit einer robusten, aber einfachen Ausstattung für viele schnelle Kilometer.

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VSF Fahrradmanufaktur TX

VSF_Fahrradmanufaktur
Foto: Lisa Partzsch

VSF

Testbrief: Der TX Randonneur ist schon ein Klassiker im Programm der VSF Fahrradmanufaktur. Und das bewährte Konzept geht gut auf. Für einen fairen Preis hat das Rad alles, was man für lange Reisen auf der Straße braucht: von den zwei Tubus-Gepäckträgern vorne und hinten über die 3 Flaschenhalter bis zur Shimano 105 3-fach-Gruppe – leider die einzige im Testfeld, denn mit einem breiten Übersetzungsbereich und vielen fahrbaren Gängen ist sie eine sehr gute Wahl. Die Schaltfunktion ist sehr gut. Eine ausgewogene, leicht gestreckte Sitzposition verteilt das Gewicht gut über dem Rad. Nicht so gut gefallen hat uns der Lenker mit viel Drop, der zu einer sehr sportlichen Unterlenkerhaltung zwingt. Auch der weiche Sattel mit Geleinsatz ist nicht die optimale Wahl für viele Kilometer auf dem Sitzfleisch. Ein Vorteil: die Zusatzbremshebel für die Mini-V-Brakes. Letztere  verzögern gut, aber nicht so gut wie Scheibenbremsen.

Fazit: Der TX Randonneur ist ab Werk reisefertig für die Langstrecke – ein rundes Paket zum sehr fairen Preis. Nicht der dynamischste Renner.

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Bulls Daily Grinder

Bulls
Foto: Lisa Partzsch

Bulls

Testbrief: Bulls peilt mit dem Daily Grinder bewusst Pendler an, die eine schnelle alltagstaugliche Fahrmaschine für ihre täglichen Wege suchen. Und landet einen Volltreffer. Denn trotz teils luxuriöser Vollausstattung – ein Highlight: die Supernova-Lichtanlage – ist der Daily Grinder das leichteste Rad im Test. Im direkten Vergleich wirkt das Bulls entsprechend am dynamischsten, wobei die griffigen und leichtlaufenden Schwalbe G One-Reifen auch auf Park- und Waldwegen sicher zügig fahrbar sind. Die sehr gut gemachten Laufräder mit breiten Felgen tragen ohnehin einen guten Teil zu dem positiven Fahrerlebnis bei, das der spurtstarke Alurahmen ermöglicht. Schaltung und Bremsen verrichten ihre Arbeit tadellos. Ein Vorteil ist der niedrige Schwerpunkt des neben dem Rad stehenden Gepäckträgers. Seine Zuladung von 18kg Zuladung reicht für Touren – konventionelle Träger mit Ablagefläche sind aber auch montierbar.

Fazit: Top-Fahrleistungen, hochwertige Teile an den richtigen Stellen und Sorglos-Details bringen dem Daily Grinder den Testsieg in seiner Klasse.

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Giant Anyroad 1

Giant
Foto: Lisa Partzsch

Giant

Testbrief: Giant schickt mit dem Anyroad das mit Abstand günstigste Rad in den Test. Sein sehr kurzer Radstand, das geringe Gewicht, die in Serie nicht vorhandenen Schutzbleche und die Reifen mit Seitenstollen legen klar den sportlichen Einsatz abseits der Straße nahe. Das Giant ist das zweitleichteste Rad, fährt sich spritzig und wendig – in engen Kurven kommen die Schuhe leider in Kontakt mit dem Schutzblech. Dabei hat der aufwändig gemachte Aluminiumrahmen enorme Fahrstabilität für den Einsatz mit Gepäck, und die mechanischen Scheibenbremsen verzögern ordentlich – schwere Fahrer wären mit größeren Bremsscheiben besser bedient. Beachtlich ist der hohe Dämpfungskomfort, den die lange Carbonsattelstütze zusammen mit der gut gemachten Carbongabel generiert. Auch die leicht aufrechte Sitzposition spricht komfortbewusste Radler an. Die Tiagra-Ausstattung ist funktional kritiklos und preisgemäß.

Fazit: Das Anyroad verdient mit seinem sehr guten Rahmen und souveränem Fahren die Preis-Leistungsempfehlung. Einfach eine gute Basis.

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Testpremiere: Supernova M99 Pro – Autolicht für S-Pedelecfahrer

Bei BMW steht das „M“ für die Spitze der Fahrzeugtechnik. Bei Supernova, die ihre Wurzeln im Automobildesign haben, markiert es die Spitze der Lichttechnik für Radfahrer – die mit dem neuen Modell M99 auf Augenhöhe mit den Autos liegt. Oder sogar darüber, wie wir im Praxistest erfuhren.

Supernova M99
Blick auf Reflektor und Kühlrippen der Supernova M99 Pro. Bild: Supernova

Es musste erst das E-Bike entstehen, bevor deutsche Radfahrer die Chance auf gesetzestreues ernstzunehmendes Licht bekamen. In den letzten Jahren überschlugen sich die neuen StVZO-konformen Scheinwerfer mit immer höheren Lichtleistungen. Dabei ist die Suche nach dem besten Licht für Radfahrer im Straßenverkehr die Sache einer kleinen Hersteller-Elite. Akku-Scheinwerfer, mit denen sich Waldwege nachts für drei Stunden in Flutlicht tauchen lassen, gibt es wie Sand am Meer für kleines Geld. Fahrradscheinwerfer, die eine klare Hell-Dunkel-Grenze haben und einen gleichmäßigen Lichtteppich vor das Vorderrad legen, der auch bei Tempo 40 noch ausreicht – die kann man an drei Fingern abzählen. Und die klare Hell-Dunkel-Grenze fordert zurecht die StVZO, damit andere Verkehrsteilnehmer nicht geblendet werden.
Die Herausforderung beim Fahrradscheinwerfer ist es, viel Licht aus einem kleinen Reflektor und Körper zu holen. Ein gleichmäßiges definiertes Lichtbild, Kühlung – alles wird schwieriger, je kleiner das Gehäuse. „Das ist ja völlig unmöglich – in der Größe“, war entsprechend die Reaktion von Automotive-Ingenieuren als Supernova-Chef Marcus Wallmeyer mit ihnen die Entwicklungsziele für den M99 besprach. Nach drei Jahren Entwicklungszeit ist mit der M99-Reihe der Gegenbeweis erbracht, wie die Lichtbilder in der Galerie zeigen. Das Spitzenmodell der Serie ist der getestete M99 Pro für S-Pedelecs mit revolutionären 1.600 Lumen Lichtstrom und einem einzigartigen StVZO-konformen Fernlicht. Auch die Varianten Pure mit 500 Lumen und Pure+ mit 900 Lumen bieten enorme Lichtstrom-Werte. Weil alle eine ECE-Abnahme besitzen, sind sie ohne weitere Prüfungen an vielen kompatiblen S-Pedelecs nachrüstbar. Bei Bosch-Antrieben ab der 2. Generation und Pure-Modell reicht dafür ein Anstecken an die Motorsteuerung. Besitzer von Pedelecs bis 25 km/h müssen sich noch ein wenig gedulden: Ab November 2016 soll es den Supernova M99 PURE auch in einer Version für solche Pedelecs geben, die rechtlich als Fahrräder eingestuft werden.
Supernova M99 Pro mit Bosch-Halterung. Bild: Supernova
Supernova M99 Pro mit Bosch-Halterung. Bild: Supernova

Möglich macht das Lichtwunder ein tiefer Griff in die High-Tech-Kiste, weshalb die Entwicklung unter anderem auch vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert wurde. So ist der Reflektor aus 99 einzeln berechneten Spiegeln aufgebaut. Die Kühlrippen des massiven, einteiligen Alugehäuses sind so berechnet, dass sogar im Stand ein Kamineffekt entsteht. Sie haben eine wichtige Aufgabe: Denn sie müssen die Wärme-Energie von 9 Automotive-LEDs ableiten. Die wiederum sind an die Scheinwerfer-Steuerung und an die des S-Pedelecs unter anderem über einen CAN-Bus eingebunden. Dadurch kann der Lichtkegel automatisch an die Geschwindigkeit und Lichtverhältnisse angepasst werden. Bei Tageslicht leuchtet das Tagfahrlicht – daran sind alle M99-Modelle schon von Weitem eindeutig erkennbar. Der M99 Pro regelt zudem je nach Fahrzustand die Lichtausbeute, um Energie zu sparen. Wenn das Rad steht wird runtergedimmt. Wenn es langsam fährt, leuchtet der M99 Pro im sparsamen Eco-Modus und stärker im Nahbereich, regelt aber schnell hoch, wenn man wieder beschleunigt.

Das Lichterlebnis
Schon das Ausrichten des M99 ist leichter als sonst bei Radscheinwerfern. Einfach mit einer Wasserwaage waagerecht einstellen, fertig. Der Reflektor hat bereits den passenden Neigungswinkel. Das stellte in der Praxis tatsächlich blendfreien Betrieb sicher. Lichthupende Autofahrer, schimpfende Fußgänger – passé, auch weil die getestete Boschhalterung (ebenfalls ein High-Tech-Teil aus Komposite) den M99 fest fixiert. Das Lichtbild ist ein Aha-Erlebnis. Schon Abblendlicht reicht für die allermeisten Fahrsituationen. Weite und Breite stehen einem Autoscheinwerfer nicht nach. Kurven und Abzweige muss man nicht erahnen, sondern erkennt sie von Weitem. Dabei sind direkt vor dem Rad alle Unebenheiten leicht auszumachen. Und selbst bei Straßenbeleuchtung ist das Licht ein großer Gewinn. Wie beim Auto eben.
Der Betrieb des M99 Pro in diesem Modus zieht laut Supernova maximal 16 Watt aus dem Akku. Das entspricht bei 3 Stunden schneller Fahrt theoretisch 48 Wh, also einem Zehntel der Kapazität aktueller Akkumodelle. In der Praxis liegt der Wert wegen der intelligenten Steuerung deutlich darunter liegen und führt nur zu unmerklichen Reichweiteneinbußen. Einzigartig macht den M99 Pro sein zuschaltbares Fernlicht mit voller Ausblendung oberhalb des Blendhorizontes. Damit tauchen dann auch die entferntesten Hindernisse klar vor dem Auge des S-Pedelec-Fahrers aus der Nacht auf. In der Praxis entstand eigentlich nur auf Waldwegen der Wunsch, das Licht zuzuschalten. Aber wenn, dann machte es in Sachen Gleichmäßigkeit, Breite und Weite wunschlos glücklich. Eine zusätzliche Helmlampe, die der Blickrichtung folgt und von MTB-Fahrern gern genutzt wird, wurde nicht vermisst.
Fazit
Mehr Licht, als der StVZO-zugelassene Supernova M99 Pro für S-Pedelecs spendet, braucht kein Radfahrer in keiner Situation. Allein die Haptik und das Bewusstsein über die komprimierte High-Tech im glänzenden Aluminium-Gehäuse heben das Selbstbewusstsein im Verkehr auf eine höhere Stufe. Die Selbstverständlichkeit, mit der Autofahrer den M99-Pedelecfahrer wahrnehmen überrascht auch nach längerem Gebrauch noch. Schon das ist den Preis wert und ein Effekt, den auch die günstigeren Pure-Modelle erzielen. Deren Abblendlicht ist im Übrigen für den Straßenverkehr bereits beinahe auf Autoscheinwerfer-Niveau. Im Abblendlicht beschweren sich auch Fußgänger nicht über Blendung (wie bei manch leistungsschwächerem LED-Scheinwerfer). Die offensichtlich hervorragende Verarbeitung und die integrierte Kommunikationstechnik machen den M99 Pro zudem zukunftssicher.
Technische Daten
Supernova M99 Pro, 449,00 Euro. Scheinwerfer für S-Pedelecs bis 45 km/h mit StVZO-Zulassung. Lichtstrom: bis zu 1.600 Lumen; max. Helligkeit in 10 m Entfernung: 360 Lux; Reichweite nach ANSI FL1: 380 m; Gewicht: 244 g (inkl. Kabel); Verbrauch: Tagfahrlicht: 4 Watt, Abblendlicht 8 bis 16 W; erfüllte Anforderungen: ECE113 C für Abblend- und Fernlicht, ECE 87; Besonderheiten: geschwindigkeitsgesteuerter Eco-Modus, Kommunikation über CAN-Bus und andere Schnittstellen, Bremssignalverarbeitung vom Bremshebel. supernova-lights.com
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Pedelec-Test: Pegasus Opero E8F

Am Pegasus Opero Pedelec mit Shimano DI2 Automatik denken Antrieb und Schaltung mit. Das gibt dem Radler mehr Sicherheit, wie der Fahrtest in der Stadt und über Land zeigte.

Text: Jan Gathmann

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Pedalieren, Lenken und genießen. Das Pegasus Opero schaltet automatisch und passt sich dabei der gewünschten Trittfrequenz des Fahrers an. Foto: Volkhausen.

Das Pegasus Opero ist eines der ersten 2016er Pedelecs, die in den Genuss der Shimano DI2-Automatik kommen. Was steckt hinter der Technik? Die Grundlage bildet der Shimano Steps-Antrieb. Er hat sich in unseren Touren-Pedelec-Tests schon als kultiviert und energieffezient erwiesen. So fühlt sich das Steps-Fahren auch beim Opero sehr nach „natürlichem“ Radeln an. Kongenial ergänzt wird der Antrieb von Shimanos bewährter Alfine 8 Gang-Nabenschaltung. Hier kommt die DI2-Elektronik zum Einsatz: Ein Motor an der Nabe legt bei Druck auf eine Schaltwippe neben dem Griff den gewünschten Gang ein. Schon das macht den Schaltvorgang zum Kinderspiel. Aber es geht noch einfacher, wählt man mit der zweiten Schaltwippe neben dem anderen Griff den Automatikmodus. Dann entscheidet die DI2 selbst, wann die Zeit zum Schalten gekommen ist.

In der Praxis sieht das so aus: Ich rolle auf dem gefederten Sattel des Opero bequem aufrecht sitzend durch die Stadt. Vor mir eine rote Ampel. Den Stopp erledigen die kräftigen Scheibenbremsen beruhigend sicher. Während ich auf Grün warte, schaltet die Automatik selbsttätig in einen passenden Anfahrgang. Dann das Aha-Erlebnis. Ich trete an, der Motor schiebt – und zum ersten Mal muss ich mich nicht mit dem Gangwechsel beeilen, um bei der schnellen Beschleunigung nicht ins Leere zu treten. Macht alles die Automatik. Wie beim Auto.

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Schaltzentrale: Die Steps-Steuereinheit löst den Gangwechsel automatisch aus. Foto: Partzsch.

Nur besser, also an den Fahrer angepasst. Denn ich will nicht ganz so schnell schwerer treten, wie der Computer vorgibt. Also schalte ich selbst in einen leichteren Gang. Das merkt sich die DI2-Steuereinheit nach einiger Zeit. Später wartet sie, bis ich schneller Trete, bevor sie den schwereren Gang einlegt. Nur an Anstiegen auf Tour wartet sie mir meist zu lange, bevor sie in einen leichteren Gang wählt – und gewöhnt es sich auch nicht ab.

Aber in der Stadt will ich am liebsten gar nicht mehr ohne Automatik fahren. Erfreulich, dass auch am Pegasus Opero alles konsequent auf einfaches City-Radeln ausgelegt ist. Pannensichere Reifen, bei Nässe wirksame Bremsen, ein rahmenintegrierter Gepäckträger, der jede Menge Last verkraftet, eine gute Lichtanlage, ein sehr sicheres Fahrverhalten und nicht zuletzt der tiefe Einstieg machen das Rad zum richtig runden Angebot – zu einem vergleichbar günstigen Preis. Damit verdient sich das Pegasus Opero 8F unseren Fahrbericht-Tipp.

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Sicherheitsfaktor: der integrierte Gepäckträger beruhigt beim Fahren mit Gepäck. Foto: Partzsch.

Technische Daten

Pegasus Opero E8F, 2.899 Euro: Pedelec bis 25 km/h. Rahmen: 7005 Alu, konifiziert; Gabel: Suntour NEX Stahlfeder-Gabel, 63 mm Federweg; Rahmenhöhen: Diamant, Trapez, Wave/48, 53, 58, 61, 45, 50, 55 cm; Radstand: 1.125 mm; Gewicht: 25,8 kg (mit Pedalen); zul. Gesamtgewicht: 135 kg (Rad+Fahrer+Gepäckträger); Antrieb: Shimano Steps 250 W-Mittelmotor (3 Unterstützungsmodi); Akku (im Gepäckträger): Shimano Steps Li.Io., 418 Wh; Schaltung: Shimano Nexus Inter Di2 8-Gang-Nabenschaltung; Entfaltung: 2,46 m–7,53 m/Pedalumdrehung; Bremsen: Shimano Altus hydr. Scheibenbremsen 180/160; Gepäckträger: Carrymore (System+Spannfeder, 25kg max.); Laufräder: Felgen aus Alu, 32/32 Speichen, Schwalbe Marathon Plus Reifen 40-622; Licht: Fuxon 30 Lux Led + Fuxon Rücklicht über Akku gespeist; Lenker/Vorbau: gekröpft (580 mm) mit ergonomischen Schraubgriffen/Alu, winkelverstellbar; Garantie: 2 Jahre; Besonderheiten: elektronische Schaltung mit Automatik, Sattelstütze gefedert (Teleskop)

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Schaltrollen fürs Grobe

Schlechtwetter-Alltagspendler oder Radreisende mit Hang zu weiten, langen oder extremen Touren kennen das Phänomen: In Nässe und Dreck können die Röllchen der Kettenschaltung so schwergängig werden, dass „Rückwärtspedalieren“ in den Freilauf am Hinterrad nicht mehr funktioniert. Aber auch einfach schwergängige Schaltrollen sind schon ein Ärgernis.

Bild: Gevenalle
Bild: Gevenalle

Abhilfe sollen spezielle Schaltrollen für Kettenschaltung von Gevenalle schaffen. Eingeweihte kennen die Firma aus den USA von Daumenschalthebeln für den Rennradlenker, die direkt an den Schaltbremshebeln positioniert werden, gemacht für extreme Bedingungen, wenn einfache Technik gefragt ist. Die Schaltröllchen mit speziell gedichteten Lagern wurden ebenfalls für die harten Bedingungen im Cyclocross entwickelt. Sie drehen sich um besonders gedichtete Lager des deutschen Herstellers Kogel und werden durch Abdeckungen aus Aluminium zusätzlich geschützt. Die Dichtungen sind austauschbar. Sie sollen mit 11-fach Shimano-Schaltwerken kompatibel sein sowie mit dem Gevenall eigenen Schaltwerk namens BURD. Bei dem Preis für ein Set von 69 US-Dollar sollte das Funktionsversprechen auch eingehalten werden.

Praxis-Test Giant Charge MTB-Schuhe: Die Sohle macht’s

Leicht, luftig, trittstark, aber trotzdem sehr komfortabel. Der Giant Charge MTB-Schuh glänzte im Praxistest mit scheinbar unvereinbaren Eigenschaften. 
Der „Charge“ ist das Top-Modell der Giant MTB-Schuhe – und Teil einer ganzen Linie neuer Radschuhe des Radherstellers. Aufmerksam wurden wir auf ihn vor allem wegen einer Aussage: Die Sohle soll so flexibel sein, dass ein Verdrehen der Ferse gegenüber den Fußballen möglich ist. Gleichzeitig verspricht der Einsatz von Carbon an hohe Steifigkeit in Tretrichtung. Giant nennt die Technik „ExoBeam“. Auch im vorderen Zehenbereich kann sich die stark profilierte Sohle zum Laufen durchbiegen (ExoFlex). Eine Strich-Skala unter dem Schuh erleichtert das erstmalige Einstellen der Pedal-Platten.
Mit zwei einfach zu handhabenden Boa-Drehverschlüssen lässt sich der Schuh fest um den Fuß schnüren und schmiegt sich ohne Druckstellen an die Konturen an. Das leichte Obermaterial sieht geschlossen aus, hat aber viele winzig kleine Öffnungen, die laut Giant mit einem Laserstrahl, nachträglich eingebracht wurden. Die verblüffende Wirkung: Nässe von Regen oder Spritzwasser bleibt relativ lange draußen, aber der Giant Charge wirkt dennoch sehr luftig, deutlich luftiger als die meisten Tourenschuhe, die wir kennen.
Beim Pedalieren ist die Arbeitsweise der Sohle tatsächlich spürbar. Der Fuß fühlt sich insgesamt weniger in einen bestimmten Bewegungsablauf gezwängt. Gerade in Kombination mit Pedalen oder Bindungen mit Bewegungsspielraum (z.B. Shimano Click’R, Crankbrothers) ergibt das viel Freiheit beim Pedalieren, von der erfahrungsgemäß Menschen mit Knieproblemen besonders profitieren. Überrascht hat uns, wie „gehfreundlich“ der Schuh für einen ansonsten kompromisslos auf Kraftübertragung getrimmtes Modell ist. Für ausgedehnte Stadtbesichtigungen würden wir andere Radschuhe empfehlen, aber auch längere Fußwege waren entspannt möglich. Giant bietet auch einen günstigeren Schuh mit den genannten Technologien namens Amp an.

Giant Charge, 349 Euro: MTB-Radschuh für 2-Loch-Pedalbindung (SPD, Crankbrothers); Größen 41 bis 48; Gewicht: 380 g (Gr. 44); Verschluss: Klett, Drehverchluss; Besonderheiten: flexibel an der Sohle und im Zehenraum.

Touren zur Toren, Teil III: Radwege rund um Bordeaux zum Viertelfinale

Der Austragungsort des Viertelfinalspiels Deutschland Italien, Bordeaux, ist der ideale Ausgangspunkt für eine Radtour an den Atlantik. Oder gleich weiter bis ins Baskenland.

Kurz vor dem EM-Viertelfinalspiel zwischen Deutschland und Italien nimmt die Anzahl von kurzentschlossenen Bordeaux-Besuchern massiv zu. Wie das Reisevergleichsportal GoEuro (www.goeuro.de) berichtet, sind die Buchungsanfragen in den letzten Tagen von Deutschland in die Rotweinstadt um 377 Prozent gestiegen, verglichen mit dem Monatsdurchschnitt. Etwa ähnlich hoch liegt der Zuwachs der Buchungen aus Italien.

Frankreich, Radtour, EM
Mit dem Fahrrad zum Fußball. Das öffentliche Verleihsystem macht es möglich. Bild: nbnserge/shutterstock.com

Die wenigsten werden sich im Fußballfieber auf ein Rad schwingen. Spontane Radtouren durch die Hafenstadt an der Garonne sind aber leicht möglich. Ein Fahrradverleihsystem mit 1.545 Fahrrädern ergänzt den öffentlichen Nahverkehr, die Stationen finden sich meist in der Nähe von U-Bahn- oder Straßenbahnstationen. Die erste halbe Stunde der Nutzung ist frei. Für 24 Stunden wird eine Registrierungs-Gebühr von 1,50 Euro erhoben, dann werden 2 Euro je weitere Stunde fällig. Unsere Kurztour-Empfehlung für heiße Tage oder vom EM-Fieber erhitzte Gemüter: der miroir d‘eau – laut Informationen der Stadt mit 3.450 Quadratmetern der größte Wasserspiegel der Welt. Auf dieser Fläche läuft 2 cm tiefes Wasser über eine Granitfläche, was zu beeindruckenden Spiegel- und Nebeleffekten führt. Das faszinierende Bauwerk liegt gegenüber dem Place de la Bourse.

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Radfahrer auf dem Wasserspiegel in Bordeaux. Bild: dvoevnore/Shutterstock.com

Nur 60 km bis zum Atlantik auf autofreier Radroute

Aber auch zu einem erfrischenden Bad in den hohen Wellen des Atlantiks ist es von Bordeaux nicht weit. Vom Stadtteil Bruges führt ein Voies Vertes – so heißen in Frankeich die weitgehend autofreien Radrouten –  über 60 km bis nach Lacanau, einem beliebten Urlaubsort am Atlantik. Der Grüne Weg verläuft über eine ehemalige Bahntrasse quer durch das Departement Gironde. Dafür sollte man dann aber schon auf ein Trekking-Leihrad zurückgreifen. In Bordeaux ist der Fahrradverleih O2-Bikes vetreten. Räder verschiedener Kategorien lassen sich im Internet schon vorab buchen über das Portal bimbim-Bikes, das weltweite Fahrradverleiher vernetzt.

Fahrrad, Radtour, Frankreich
Dünenlandschaft bei Arcachon. Bild: Shutterstock.com

Lacanau per Rad  anzusteuern, lohnt sich nicht nur wegen der Abkühlung im Ozean. Der Ort ist auch eingebunden in eine Netz autofreier Radrouten, das direkt hinter der Küste der Aquitaine liegt. Welche Schönheiten die Wege durch die Dünenlandschaft (mit der höchsten Düne Europas in Arcachon) bereithalten, vermittelt auch unser Reisebericht aus der Region in Ausgabe 4/15.

Velodyssée ab Bordeaux

Nicht zuletzt bietet sich Bordeaux auch als Startort für eine Tour auf der Velodyssée, einer vergleichsweise neuen Radroute, die von der Bretagne bis zum baskischen Grenzrort Hendaye führt. Das Teilstück ab Bordeaux läuft zwischen Pinienwäldern und den schönen Stränden Aquitaniens entlang. Vorbei an Arcachon und der Dune du Pilat, geht es entlang der Silber-Küste durch traditionsreiche Badeorte wie Moliet oder Léon, durch Naturschutzgebiete bis hin zu der Metropole der Südwestlichen Atlantikküste Biarritz und tiefer ins Baskenland bis zum Grenzort Hendaye.

 
Die regelmäßigen Metamorphosen des 2 cm „tiefen“ Wassers auf einer gigantischen Granitplatte verwandeln den Ort auf zauberhafte Weise in ein Spielgelände für Kinder, eine traumhafte Kulisse für Verliebte oder eine willkommene Erfrischung bei heißem Wetter.

Fahrradgepäckträger nachrüsten: leicht, schwer oder schnell?

Von der Picknick-Decke bis zum Zelt haben Radler auf Tour so einiges dabei. Je nachdem wie lang die Tour ausfällt oder was mit soll, so unterscheiden sich auch die benötigten Gepäckträger. Vom schnell nachrüstbaren Minimalist für die Sattelstütze bis zum fest montierten Schwerlastträger am Heck reicht das Spektrum. Wie man Fahrräder zu Lastenträgern für Alltag, Sport und Touren macht, hat der pd-f zusammengetragen.

Schnell mal an den See zum Abkühlen? Mit Taschen am Gepäckträger bleibt es am Rücken luftig.
Schnell mal an den See zum Abkühlen? Mit Taschen am Gepäckträger bleibt es am Rücken luftig.

pd-f/Redaktion. Wenn es darum geht, ein Mehrfaches ihres Eigengewichts zu tragen, sind Fahrräder allen anderen Fahrzeugen überlegen. Ein sieben Kilo leichtes Rennrad nimmt es locker mit einem Fahrer auf, der das Zehn- bis Zwölffache wiegt. Auch wenn dieses Verhältnis bei Touren- und Reiserädern nicht ganz so sensationell ausfällt, so liegt ihre absolute Belastbarkeit noch einmal deutlich höher: „Ein Systemgewicht von bis zu 180 Kilo ist bei unseren Rädern, je nach Detail-Entscheidung bei der Ausstattung, machbar”, erklärt Stefan Stiener vom Radhersteller Velotraum. Ein 15 Kilogramm schweres Trekkingbike kann also einen 85-Kilogramm-Fahrer plus 80 Kilogramm Gepäck transportieren – eher ein theoretischer Wert, denn mehr als 35 kg Gepäck sind in den allerwenigsten Fällen sinnvoll. In den RADtouren-Tests zeigt sich ebenfalls eine Tendenz zu höheren Gewichtszulassungen. So mussten wir etwa in der Vergangenheit in unseren Touren-E-Bike-Tests häufig eine geringe Gewichtszulassung kritisieren: mit 120 kg Zulassung kommt besagter 85-kg-Fahrer auf einem 25 kg schweren E-Bike gerade noch 10 kg Gepäck mitnehmen, mithin zuwenig – selbst für eine kurze Tour mit Komfortgepäck oder einen größeren Einkauf. Inzwischen verfügt das Gros der Räder über eine Gewichtszulassung bis 130 kg, echte Tourenspezialisten wie der Testsieger aus Ausgabe 3/16 sogar über 160 kg.
Am Lowrider an der Gabel erkennt der Experte das Reiserad für lange Touren mit viel Gepäck.
Am Lowrider an der Gabel erkennt der Experte das Reiserad für lange Touren mit viel Gepäck.

Die wichtige Basis für solch hohe Zuladungen bildet ein ausreichend stabiler, für den jeweiligen Einsatzzweck geeigneter Träger: am Tourenrad ein Heckträger, auf Reisen die Kombination eines solchen mit einem Lowrider an der Gabel oder für sportliche Modelle ein leicht zu montierender Sattelstützenträger. Bei Fahrrädern, die im Alltag oder auf kürzeren Touren genutzt werden, ist die Sache einfach: „An so ziemlich jedem aktuellen Tourenrad und Trekkingbike ist ein Heckträger montiert, der 20 bis 25 Kilo tragen kann“, erklärt Florian Niklaus vom Fahrradhersteller Winora gegenüber dem pressedienst-fahrrad. Das reicht in jedem Fall für ein Körbchen, in das man seine Tasche legt, für eine seitlich eingehängte Packtasche oder auch, um eine Getränkekiste vom Supermarkt nach Hause zu schieben.
Basisträger mit Federklappe
„Basisträger, meist mit der sogenannten Federklappe ausgestattet, tun durchaus ihren Dienst“, findet Katrin Dröge vom Trägerspezialisten Racktime. „Doch gerade Vielfahrer, ob sie im Alltag oder in der Freizeit unterwegs sind, suchen nach speziellen Lösungen, wie wir sie mit dem Snapit-System anbieten.“ Dabei handelt es sich um vier standardisierte Zapfen, die an diversen Taschen und Körben von Racktime vormontiert sind und an den entsprechenden Gegenstücken des Trägers passgenau andocken. „Mit einem Klick rasten diese Taschen oder Körbe hörbar und sicher ein. So ist das Anbringen von Zubehör am Träger kinderleicht“, erklärt Dröge.
Eine Federklappe ist für gelegentliche Schnelltransporte praktisch.
Eine Federklappe ist für gelegentliche Schnelltransporte praktisch.

Statt eines Fahrradkorbs montieren viele Alltagsradler gerne eine Packtasche, wie sie für gewöhnlich auf der Radtour verwendet wird. „Ausgehend von der klassischen Packtasche, die ja in der Regel keine innere Aufteilung bietet, ist ein großes Sortiment an speziellen Taschen für den Alltagseinsatz entstanden“, erläutert Peter Kühn von Ortlieb, dessen in Deutschland gefertigte, wasserdichte Taschen einen legendären Ruf genießen. „Den unterschiedlichen Ausführungen ist aber gemein, dass sie sich per Quick-Lock-Halterung am Gepäckträger einhängen lassen.“ Ein spezieller Träger ist für solche Taschen nicht nötig; sie werden an den waagerechten Streben eingehängt und stützen sich zusätzlich gegen die senkrechten bzw. schräg verlaufenden Streben ab.
Reduzierte Puristen
Wer seinen Träger einzig zur Befestigung von einer oder zwei seitlichen Taschen nutzen will, kann ein sehr reduziertes Modell wählen. Der „Fly Evo“ aus dem Hause Tubus, ohne Federklappe und gerade vorne sehr schmal gehalten, wird vom Hersteller zu Recht als „Puristen-Träger“ beschrieben. Noch minimalistischer ist das „Single Rack“ vom Anbieter Fahrer Berlin – in der Hauptstadt aus Edelstahl gefertigt, besteht er aus gerade mal zwei einzelnen Rohren.
Leicht, einfach nachzurüsten und beliebt bei Rennradlern: Tubus Fly Evo.
Leicht, einfach nachzurüsten und beliebt bei Rennradlern: Tubus Fly Evo.

Sicherheit mit Stahl
Ein solcher Träger, fürs sportlich-schicke Retro-Rennrad gemacht, muss nicht über allzu große Tragkraft verfügen – Trägersysteme, die auf Radreisen bestehen wollen, dagegen schon. „Bei einer Zuladung von 40 Kilo kommt es auf eine belastungsgerechte Konstruktion und geeignete Materialien an“, erklärt Peter Ronge von Tubus, einem Hersteller mit 20-jähriger Erfahrung. Das Material der Wahl für hochfeste Gepäckträger ist Stahl. „Wegen der spezifischen konstruktiven Anforderungen an Gepäckträger wie z. B. schlanke Streben mit vielen Biegungen, kann das klassische Leichtmetall Aluminium seinen Gewichtsvorteil hier nicht ausspielen”, so Ronge weiter. „Gepäckträger aus Stahl sind sogar leichter als Alu-Modelle, dabei höher belastbar und dauerfester.“ Und sollte beim Gepäckträger doch mal eine Strebe brechen, so der Fachmann, könne man stählerne Modelle so ziemlich überall auf der Welt schweißen lassen. „Eine Schweißerei zu finden, die Aluminium bearbeiten kann, ist dagegen ziemlich kompliziert.“
Abgesehen vom Material ist die tiefe Anordnung von Packtaschen ein typisches Merkmal reisetauglicher Träger. Gerade bei maximaler Beladung senkt man so den Fahrzeugschwerpunkt und verbessert das Fahrverhalten. Ohnehin sollten Träger und Fahrrad zueinander passen, sagt Velotraum-Mastermind Stefan Stiener. „Ein wichtiger Faktor ist beispielsweise der Hinterbau, der steif genug sein muss für den Gepäcktransport. Achten muss man außerdem auf die Fußfreiheit, damit man beim Pedalieren nicht mit den Fersen an die Taschen stößt.“
Frontträger mit Seitenständer
Wer mit viel Gepäck unterwegs ist, kommt um die Montage eines zusätzlichen Trägers an der Gabel allerdings nicht herum, sei es als reduzierter „Lowrider“ oder als vollwertiger Träger mit 20 und mehr Kilogramm Tragkraft. „Gepäck nach vorne zu bringen bedeutet, die Gewichtsverteilung zwischen Vorder- und Hinterrad zu optimieren“, so Dieter Schreiber von Grofa, dem Importeur der US-Trägermarke Blackburn. „Damit wird beispielsweise verhindert, dass das Rad an Steilstücken mit dem Vorderrad abhebt.“ Der US-Hersteller Salsa hat sogar einen Lowrider im Angebot, der bis zu 25 Kilo Last trägt. Tubus bietet für seine Lowrider einen speziellen Seitenständer zum Nachrüsten an, der beispielsweise an Reiserädern von Koga montiert
wird.
Nachrüsten? Natürlich!
Apropos Nachrüstung– in der Regel ist es mit geringem Aufwand möglich, einen Gepäckträger nachzurüsten. Die meisten Rahmen sind mit den entsprechenden Gewindebohrungen am Hinterbau ausgestattet; viele Starrgabeln verfügen über Gewinde zur Montage eines Lowriders. An gefederten Rahmen und Gabeln klappt die Montage dagegen meist nicht, zumal Gewicht an Hinterbau oder Tauchrohren die Funktion der Federung negativ beeinflussen würde. Wer an einem Mountainbike, Rennrad oder Crossrad ohne Gewindeösen Gepäck transportieren möchte, kann das mit einem Träger tun, der an der Sattelstütze befestigt wird. „Ein solcher Träger ist auf eine Last von zehn Kilo ausgelegt, wobei eher die Belastbarkeit der Sattelstütze ausschlaggebend ist“, erklärt Tubus-Fachmann Ronge. „An Carbonsattelstützen dürfen solche Träger allerdings nicht montiert werden.“
Bikepacking mit Taschen am Rahmen erschließt auch unwegsame Pfade und eignet sich für jedes Fahrrad.
Bikepacking mit Taschen am Rahmen erschließt auch unwegsame Pfade und eignet sich für jedes Fahrrad.

Stark im Kommen ist derzeit übrigens der Gepäcktransport ganz ohne Trägersysteme, wofür spezielle Rahmen-, Sattel- und Lenkertaschen in unterschiedlichsten Formaten angeboten werden. Doch dieses „Bikepacking“ genannte Radreisen ist eine ganz andere Geschichte.

Reiseradler-Interview: „Die Welt kleiner machen“

Es war die Fortsetzung einer langen Reise. Nach Marc Maurers erster Tour von Köln nach Istanbul mit 6.000 Kilometern startete er genau dort wieder in sein zweites Radabenteuer: 5.600 Kilometer durch die Türkei, Georgien, Armenien bis in den Iran. 

Hallo Marc, wo kommst Du her und wie alt bist Du?

Ich bin 34 Jahre alt und wohne in Köln.

War Istanbul – Teheran Deine erste lange Radreise?

Nein, aber es war erst meine zweite. Im Juni 2014 fuhr ich schon einmal von Köln nach Istanbul und zurück – sozusagen die erste Etappe. Ich wollte eigentlich von Istanbul aus nach Deutschland zurückfliegen, aber als ich in Istanbul ankam, empfand ich es irgendwie als falsch, diesen einfachen Weg zu nehmen. Also entschied ich mich umzudrehen und mit dem Rad zurück zu fahren. Am Ende hatte ich rund 6.000 km auf dem Tacho und 40.000 Höhenmeter bewältigt. Ich hatte 54 Tage im Sattel verbracht und 16 Länder durchquert, alles auf meiner ersten großen Radreise überhaupt.

Marc unterwegs in Armenien. Bild: Joachim Rosenlund
Marc unterwegs in Armenien. Bild: Joachim Rosenlund

Man kann also sagen, es hat Dich gepackt. Hattest Du Dich besonders auf die Reise vorbereitet?

Eigentlich habe ich mich nicht besonders auf die Reise vorbereitet, aber ich fahre sowieso jeden Tag Rad. Nach einer Weile gewöhnt sich dein Körper (und deine Beine) daran, lange Distanzen auf dem Rad zurückzulegen. An den ersten Tagen fällt es dir vielleicht noch schwerer, aber irgendwann kann man ganz locker 100 und mehr Kilometer am Tag fahren (je nach Straßenqualität, Bergen und Hitze). Das beste Training ist einfach, das Rad im Alltag für jede Strecke zu nutzen.

Eduard vom „Veloküche“-Laden in Köln, ein befreundeter Mechaniker, hat mir ein wenig Reparatur-Unterricht gegeben, um zumindest kleinere, technische Probleme selbst zu lösen. Aber während meiner zwei Reisen hatte ich überhaupt kein Problem abgesehen von ein, zwei Platten.

Nach meiner Erfahrung ist die größte Herausforderung einer Solo-Radreise eine psychische. Du verbringst Tag für Tag mit dir selber und deinen Gedanken. Manchmal sprichst du tagelang mit niemandem. Du musst es wirklich genießen – und aushalten – können, allein zu sein.


A JOURNEY BEYOND [FULL LENGTH DOCUMENTARY] from Bombtrack Bicycle Co. on Vimeo.

Du bist durch viele Länder gefahren, deren Sprache du nichts sprichst. Wie hast du dich verständigt?

Ich bin schon ziemlich viel in der Welt herumgekommen und es ist eigentlich in jedem Land ähnlich: Selbst wenn du nicht die Landessprache sprichst oder dort niemand Englisch spricht, kannst du immer irgendwie mit den Menschen kommunizieren. Manchmal ist die einzige Form der Kommunikation dann Zeichensprache. Das ist meistens ziemlich lustig – für beide Seiten – und führt häufig zu
amüsanten Missverständnissen.

Marcs Bombtrack Beyound mit Bikepacking Equipment von Apidura. Bild: Marvin Beranek.
Marcs Bombtrack Beyound mit Bikepacking Equipment von Apidura. Bild: Marvin Beranek.

In der Türkei konnten viele Englisch, manche sogar Deutsch, aber es wurde bereits in Georgien und Armenien schwieriger, weil dort kaum jemand Englisch spricht. Iran war eine besondere Erfahrung. Abseits der größeren Städte spricht kaum jemand Englisch, aber die Einheimischen sind so hilfsbereit und treten gerne mit dir in Kontakt. Sie rufen dann meist jeden an, den sie kennen, um jemanden zu finden, der Englisch spricht und übersetzen kann. Einige Male haben sie sogar fremde Menschen angerufen, zum Beispiel den Dorfarzt oder Lehrer, in der Hoffnung, dass sie ein wenig Englisch können…

Aber ist es auf der ganzen Welt immer gleich, ein Lächeln und ein freundliches Gesicht sind meist genug und werden von jedem verstanden.

Welche Länder hast du durchquert und was waren deine Eindrücke dort?

Ich bin durch die Türkei, Georgien, Armenien und Iran geradelt.

Den größten Eindruck in jedem dieser Länder hat die erstaunliche Gastlichkeit und Freundlichkeit gemacht sowie die Vielfalt der Landschaft und Natur.

Es hat in der Türkei damit begonnen, dass ich fast bei jeder Pause einen kostenlosen Chai (Tee) bekommen habe. In Georgien hat mich die Natur total umgehauen, für so ein kleines Land ist sie erstaunlich vielfältig: das Schwarze Meer, die beeindruckenden und rauen Berge des Kaukasus und die Halbwüsten waren wunderschöne Orte zum Radfahren mit schönen Plätzen zum Übernachten.

In Armenien sind die Menschen unglaublich freundlich und neugierig – manchmal bezahlen sie dir deinen Einkauf oder geben dir kleine Geschenke, Widerstand zwecklos! Das Land hat auch eine wunderschöne Natur, besonders um den Seevan-See. Dort ist es auch sehr bergig, so dass die Tagesstrecken ziemlich anstrengend waren.

Im Iran hat JEDER mir zugewunken, wollte mir die Hand geben oder ein Foto machen oder mich einfach im Land willkommen heißen. Iran ist ein Land, in dem dich sogar die Polizei anhält – und auf eine Tasse Tee einlädt! Wenn man sich wie ein Prominenter fühlen möchte, sollte man in den Iran fahren.

Wo hast du gewöhnlich übernachtet?

Meistens habe ich irgendwo im Zelt geschlafen – wild, häufig in wunderschöner Umgebung aber auch mal direkt neben einer Hauptstraße oder hinter einer Tankstelle…

Marc am Anfang der Reise in Kappadokien. Bild: Marvin Beranek.
Marc am Anfang der Reise in Kappadokien. Bild: Marvin Beranek.

Manchmal habe ich Anwohner gefragt, ob ich auf ihrem Grundstück zelten durfte und habe dann oft sogar ein kostenloses Frühstück bekommen.

Wenn es über mehrere Tage geregnet hat und sowohl ich als auch meine Kleidung trocknen mussten – oder mal wieder gewaschen werden mussten (die längste Zeit ohne Dusche waren 7 Tage) –, dann habe ich mir eine Nacht im Hostel, einer Gastfamilie oder sehr selten einem Hotel gegönnt.

Im Iran habe ich jeden Tag Einladungen von vielen Menschen bekommen, die mich zu sich nach Hause gebeten haben.

Was war dein schönstes Erlebnis während deiner Reise?

Ich hatte so viele schöne Erlebnisse während meiner Reise. Es ist eigentlich unmöglich, nur eines auszuwählen.

In Armenien habe ich einmal angehalten, um meine Wasserflaschen aufzufüllen. Dort standen auch etwas finster aussehende Soldaten, die ihre Wassertanks in den LKWs aufgefüllt haben. Nach ein wenig Smalltalk wurden sie freundlicher und wir haben ein Bier zusammen getrunken (sie haben mich sogar dazu herausgefordert, ein Bier auf Ex zu trinken), und wir hatten viel Spaß zusammen, haben rumgealbert – alles am Vormittag um 11 Uhr, vor einem langen Anstieg…

In Georgien bin ich durch ein kleines Dorf gefahren und habe ein paar Kinder gesehen, die Fußball gespielt haben. Es war ein harter Tag mit einer 120-Kilometer-Etappe, deshalb wollte ich die Kinder fragen, ob sie einen Platz wüssten, wo ich schlafen könne. Sie haben mich natürlich nicht verstanden, also habe ich stattdessen mit ihnen Fußball gespielt. Plötzlich hat es angefangen sehr stark zu regnen, und ich habe mein Zelt einfach auf dem Fußballplatz aufgeschlagen und mich hineingelegt. Etwas später kam ein kleiner Junge und lud mich ins Haus seiner Familie ein, aber weil das Zelt schon nass war, habe ich abgelehnt. Nach einer Weile kam eine alte Frau, hat mich geweckt und mir Käse, Brot und selbstgemachten Wein gebracht. Am Morgen kam der kleiner Junge wieder, dieses Mal mit Brot, Butter, heißem Tee und einer Flasche Chacha – sehr starker, selbstgebrannter Schnaps mit bis zu 70 % – zum Frühstück!

Im Iran habe ich gerade mein Lager unter ein paar Bäumen aufgeschlagen, als zwei junge Männer vorbeikamen, um „Hallo“ zu sagen. Ich habe sie gefragt, ob es in Ordnung sei, dort zu campen und sie sagten „Ja“. Wir haben uns die Hand drauf gegeben, und sie sind weggegangen. Etwa 20 Minuten später kamen sie wieder mit einer Thermoskanne Tee, einer Tasse, Zucker und Wassermelone, dann sind sie wieder gegangen. Ich habe also ein wenig Tee getrunken, etwas von der Wassermelone gegessen und mich dann ins Bett gelegt. Nach einer Stunde wurde ich von vielen Stimmen aufgeweckt, und als ich aus meinem Zelt geguckt habe, waren da etwa 12 Menschen mit Taschenlampen. Die beiden jungen Männer haben mehr oder weniger das halbe Dorf mitgebracht, um mich zu begrüßen.

Wie viele Kilometer bist du durchschnittlich jeden Tag gefahren, was war der höchste Anstieg?

Durchschnittlich bin ich etwa 100 Kilometer am Tag gefahren, mit einem Anstieg von 1.000 Höhenmetern. Der härteste Tag war die Fahrt in Georgien zur russischen Grenze: 160 km mit einem Anstieg von 3.225 Metern!

Wie ist es dir gelungen, so lange aus dem Alltag auszusteigen – was machst du, wenn du gerade nicht Rad fährst?

Ich bin selbstständig und arbeite momentan als Messebauer. Aber eigentlich mache ich alles für Geld.

Reisen ist ein wichtiger Teil meines Lebens und ich tue alles, um die Welt zu sehen und sie für mich ein wenig kleiner zu machen. Reisen erweitert deinen Horizont und verbindet Menschen aus unterschiedlichen Nationen. Zum Beispiel im Iran: Mit dem Fahrrad durch das Land zu fahren, war so eine positive Erfahrung und hat mir gezeigt, dass das Bild, was uns die Medien zeigen, manchmal auch falsch sein kann.

Man konnte deiner Reise in den sozialen Netzwerken folgen. Dabei hat man gemerkt, wie vielfältig die Regionen waren, durch die du gefahren bist. Wie hast du das richtige Equipment ausgewählt?

Wenn ich eine Reise plane, dann habe ich keine festgelegte Strecke. Ich fahre einfach los, gucke wie weit ich komme, spreche mit Ortskundigen und anderen Reisenden über die Straßen, Strecken, Orte und anderes.

marc Maurer, Beyound
Felslandschaft in Kappadokien. Bild: Marvin Beranek

Wenn es natürlich um das Equipment geht, ist das was anderes. Du musst wissen, wie das Wetter sein wird, wie die Straßen sind oder ob es möglich ist, Ersatzteile nachzukaufen.

Für Radtouren oder Bikepacking ist es wichtig, dass man zuverlässiges, leichtes Equipment mit kleinem Packmaß hat.

Ich habe mich für ein 1-Personen-Zelt für 3 Jahreszeiten entschieden, das nur 1,2 Kilo wiegt und starken Regen und Wind überstehen kann. Meiner Meinung nach ist es wichtig, dass das Zelt freistehend ist, so dass man auch auf hartem Untergrund campen kann, wo man keine Heringe benutzen kann.

Es ist dagegen nicht so einfach, den richtigen Schlafsack zu finden (entweder er ist zu warm oder zu kalt), aber ich habe mich für einen 850+ cuin Daunenschlafsack entschieden, der nur 500 Gramm wiegt, ein sehr kleines Packmaß hat und dabei einen Temperaturspanne von 2 bis 10° C hat. Das wichtigste ist aber die Isomatte. Ich habe einige probiert, bevor ich die perfekte gefunden habe. Es ist wirklich wichtig, dass man nach einem anstrengenden Tag auf dem Sattel gut schläft.

Außerdem habe ich noch einen kleinen Kocher, der eigentlich mit allem befeuert werden kann, was brennt. In den Ländern, durch die ich gefahren bin, ist es manchmal schwer, Gas oder Alkohol zu bekommen. Benzin ist dagegen kein Problem, und es ist billig, wirklich sehr billig.

Natürlich brauchst du nicht dieses ganze Hightech-Zeug um eine Radreise zu machen, aber mir macht es einfach mehr Spaß, wenn man leichtes Gepäck dabei hat und das Equipment zuverlässig ist.

Dein Beyond-Reiserad scheint auf deine persönlichen Ansprüche angepasst zu sein. Worin unterscheidet es sich vom Serien-Rad?

Ich habe nur einige wenige Komponenten geändert oder ersetzt. Ich habe einen Lenkeraufsatz von Profile Design ergänzt, so hat man auch bei starkem Gegenwind oder auf langen, flachen Strecken eine entspanntere Position.

Ich habe meinen zuverlässigen Flite-Sattel von Selle Royal auf das Rad montiert und einen Son-Dynamo mit USB-Schnittstelle, um mein Handy, meine Kamera, meinen MP3-Player, mein Licht etc. zu laden. Abgesehen davon ist das Rad so, wie es aus dem Karton kam.

Was hast du von der Serien-Version des Rades an deinem Rad gelassen. Was gefällt dir am besten, was hast du geändert und warum?

Ich habe fast alles von der Serienausstattung am Rad gelassen, außer die Reifen und den Sattel. Ich brauchte einen Reifen, der sich besser zum Fahren auf unterschiedlichen Oberflächen eignet. Die meiste Zeit bin ich auf Asphaltstraßen gefahren, also brauchte ich Reifen, die gut auf Asphalt rollen. Die anderen Wege waren nicht gepflastert, also musste der Reifen für alle Oberflächen geeignet sein.

Ich mag den Lenker sehr gerne, weil er die Möglichkeit für viele unterschiedliche Handstellungen bietet und man auf schwierigen Downhill-Passagen durch unebenes Gelände gut die Kontrolle behält.

Ich mag auch den Antrieb sehr gerne. Die Übersetzung war einfach perfekt, sowohl für Anstiege in den Bergen, auch vollbeladen, als auch für hohe Geschwindigkeiten auf geraden, flachen Straßen.

Ein anderes tolles Ausstattungsplus ist, dass man bis zu 5 Flaschenhalter montieren kann!

Marc über Marc: Während seines Studiums (Geographie und Asienwissenschaften) in Köln begann Marc Maurer in den Semesterferien mit dem Rucksack die Welt zu entdecken. Nach seinem Abschluss reiste er zwei Jahre durch Asien, war aber schnell gelangweilt von den Einschränkungen, die man als Reisender zu Fuß hatte. Also verband er seine zwei Leidenschaften: Reisen und Radfahren. Direkt nach seiner Rückkehr aus Asien begann er mit der Planung seiner ersten Radreise von Köln ins 6.000 Kilometer entfernte Istanbul/Türkei. Die Reise in den Iran war erst seine zweite längere Radreise.

Marc Maurer, Journey Beyound
Marc Maurer bereitete sich auf seine mehrmonatige Reise nur gedanklich vor – keine Testreisen! Bild: Marvin Beranek

RegnitzRadweg: Entspannte Fluss­rad­tour mit vielen Möglichkeiten

Zwischen den Anhöhen der Fränkischen Schweiz und dem Steigerwald verbindet der RegnitzRadweg die Städte Bamberg, Forchheim, Erlangen, Fürth und Nürnberg auf zwei parallelen Routen: der Talroute und der Kanalroute.

Radler auf der Maxbrücke in Nürnberg
Radler auf der Maxbrücke in Nürnberg © FrankenTourismus / Andreas Hub

Während die 85 Kilometer lange Talroute durch Städte und Dörfer mit fränkischen Fachwerkfassaden führt, orientiert sich die nur geringfügig kürzere Kanalroute (75 Kilometer) durchgängig am Verlauf des Main-Donau-Kanals und der Regnitz. Durch die sich kreuzende Wegeführung kann der Radweg auch als Rundtour genutzt werden.

Auf beiden Routen können Genussradler intakte Natur und die Vielfalt einer lebendigen Flusslandschaft mit vielen Wasserflächen erleben. Hinzu kommt der Charme einer attraktiven Kulturregion, die immer wieder zu Begegnungen mit gastfreundlichen Menschen und deren typisch fränkischer Lebensart einlädt.

RegnitzRadweg zwischen Forchheim und Eggolsheim
RegnitzRadweg zwischen Forchheim und Eggolsheim © FrankenTourismus / Andreas Hub

Das Regnitztal ist reich an Geschichte und Kultur – vom Kaiserdom in Bamberg, der Forchheimer Königspfalz und der Nürnberger Kaiserburg bis hin zu Technikdenkmälern wie historischen Schleusen und Wasserschöpfrädern ist vieles geboten. Aber auch kulinarisch wird man mit vielen regionalen Spezialitäten wie süffigem Bier, Spargel, Kürbis, Nürnberger Bratwürsten oder fränkischem Meerrettich verwöhnt. Zudem sind traditionsreiche Feste wie das Annafest in Forchheim, die Bamberger Sandkerwa oder die Michaelis-Kirchweih in Fürth aus dem fränkischen Festkalender nicht mehr wegzudenken.
Der RegnitzRadweg ist mit seiner einheitlichen Beschilderung auch in das „Bayernnetz für Radler“ und das deutschlandweite „D-Routen-Netz“ eingebunden.
Ein Weg, zwei Varianten und ein einzigartiger Fluss
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Infos RegnitzRadweg
Talroute: 85 Kilometer
Kanalroute: 75 Kilometer
Start/Ziel: Nürnberg, Bamberg/Bischberg. Tal- und Kanalroute laufen teilweise auf einer Trasse; eine Kombination beider Routen zu einem Rundweg ist problemlos möglich. Zudem besteht mehrmals die Möglichkeit, unterwegs zwischen den beiden Routen zu wechseln.
Charakter: Der RegnitzRadweg wird von den Flussläufen der Regnitz und der Pegnitz sowie vom Lauf des Main-Donau-Kanals geprägt. Bis auf kleine Steigungen verläuft der RegnitzRadweg durchgängig eben.
Wegbeschaffenheit: Größtenteils ebene und asphaltierte Wege. Überwiegend autofrei, die Kanalroute ist besonders verkehrsarm.
Informationsmaterial: kostenfreier Tourbegleiter „RegnitzRadweg – Die genussreiche Flussradtour zwischen Nürnberg und Bamberg“, Website www.regnitzradweg.de
GPS-Track: Download auf www.regnitzradweg.de/kurzinfo
Kontakt:
FrankenTourismus
Postfach 440453
90209 Nürnberg
Tel.: (0911) 94151-0
info@frankentourismus.de
www.frankentourismus.de
Bamberg, Altes Rathaus
Bamberg, Altes Rathaus © FrankenTourismus / Andreas Hub