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Mosel-Radweg

Die Mosel entspringt in den französischen Südvogesen auf 715 m Höhe und schlängelt sich auf 545 km bis zur Mündung in den Rhein bei Koblenz. Die ersten Kilometer plätschert die Mosel noch allein durch die lothringische Mittelgebirgsidylle. Im französischen Thionville beginnt dann der gut ausgeschilderte und anhängertaugliche Mosel-Radweg, der den Fluss mit all seinen Schleifen und Windungen bis zur Mündungsspitze am „Deutschen Eck“ begleitet. Der Mosel-Radweg ist eine beliebte Radfernstrecke, denn neben traumhaften Landschaften mit Steilhängen, Burgen und Wäldern verbindet der Radweg französische und deutsche Kultur und lädt nicht nur aufgrund kulinarischer Schätze zum Verweilen ein. Wie Perlen reihen sich idyllische Orte, Weingüter und historische Stätten entlang der Strecke auf und bieten dem Radreisenden vielfältige Leckerbissen für Auge, Geist und Gaumen. Der Mosel-Radweg verläuft meist in Ufernähe und teilweise zu beiden Seiten des Ufers. Er durchquert Lothringen, streift Luxemburg und übertritt bei Perl die Grenze zum Saarland. Auf der Strecke begegnet man immer wieder den Spuren 2.000 Jahre alter römischer Geschichte. Für geschichtsinteressierte Radler ist die Stadt Trier mit neun UNESCO-Welterbestätten wie der Porta Nigra oder den Kaiserthermen sicher einen längeren Aufenthalt wert. Die Römer haben aber nicht nur für interessante Bauwerke entlang des Radweges gesorgt, auch der traditionelle Weinanbau in der Region geht auf die damaligen kulinarischen Sitten im römischen Reich zurück. Für Weinliebhaber ist der Mosel-Radweg daher besonders interessant. Auf dem gut ausgebauten Radweg passiert man zahlreiche Weindörfer mit Fachwerkidylle und kleinen Weinstuben, die zum Einkehren einladen. Ab Schweich durchbricht der Fluss das rheinische Schiefergebirge. Die vom Weinanbau geprägten Uferberge gewinnen zunehmend an Höhe, und die Mosel windelt sich in ihren typischen Schleifen durch das enger werdende Tal. An Sehenswürdigkeiten herrscht entlang des Mosel-Radweges kein Mangel, so säumen unter anderem römische Villen, Fachwerkdörfer und die Jugendstilstadt Traben-Trarbach den Weg. Im weiteren Verlauf pedalieren die Reisenden durch das Land der Moselburgen, die nur zum Teil vom Radweg aus zu sehen sind. Weiter geht es vorbei an Zell und Cochem in Richtung Rheinmündung. Einen Abstecher lohnt die Burg Eltz aus dem 12. Jahrhundert. Der untere Abschnitt der Mosel, auch Terrassenmosel genannt, zeichnet sich landschaftlich durch ein enges Tal mit steilen Hängen aus. Auch hier bietet es sich immer wieder an, die Wanderschuhe aus der Packtasche zu nehmen. Die letzten Kilometer ab Löf verläuft der Mosel-Radweg auf der linken Flussseite bis Koblenz. Hier erreicht der Radler nach ca. 275 km das „Deutsche Eck“ am Rhein gegenüber der Festung Ehrenbreitsein.

Länge der Tour

275 km

Geeignet für

RadwandernMosellandtouristik GmbHKordelweg 1Bernkastel-Kues(06531) 973 30info@mosellandtouristik.demosellandtouristik.de, moselland-radtouren.defBesonderheitenAutofreier Raderlebnistag „Happy Mosel“ am 22. Mai 2016. Die Bundesstraßen sind von 11 bis 18 Uhr auf 80 km von Schweich bis Reil für Kraftfahrzeuge gesperrt. Die Radwanderlandschaft an der Mosel wird zur verkehrsberuhigten Zone und lädt zum ungestörten Radfahren ein.Karten und PlanungADFC-Radreiseführer Mosel-Radweg, 1:50.000, Bielefelder Verlag, 14,95 Euro; Radtourenbuch „Mosel-Radweg“, 1:50.000, bikeline, Verlag Esterbauer, 13,90 Euro.

Rhein-Radweg

Einen der schönsten Abschnitte bildet der Rhein-Radweg durch NRW, von Bonn bis Emmerich auf beiden Rheinseiten. Historische Ortskerne wechseln sich ab mit großstädtischem Ambiente von Metropolen wie Köln und Düsseldorf bis der Rhein sich in die flache Naturlandschaft des Niederrheins ergießt. Wir starten am Drachenfels im Siebengebirge bei Königswinter. Der Berg steht markant über dem Rheintal, die Ruine des Drachenfels ein Symbol der Rheinromantik und ein bei Touristen beliebtes Ausflugsziel. Der Radweg folgt hier dem Fluss von Königswinter zu Füßen des Siebengebirges rechtsrheinisch bis Bonn. In der ehemaligen Bundeshauptstadt kann nicht nur deutsche Geschichte hautnah erlebt werden. Das Parlaments- und Regierungsviertel bietet auch architektonisch einiges für das Auge. Neben zahllosen weiteren Sehenswürdigkeiten locken Beethovens Geburtshaus oder ein Spaziergang über die Museumsmeile. Ein wenig den Rhein hinunter folgt auf Bonn die nächste große Rheinmetropole: Köln. Der Dom prägt das Stadtbild, und an sonnigen Tagen lockt die Rheinpromenade oder eine Fahrt mit der Seilbahn über den Rhein. Durch eine Landschaft, die zugleich geprägt von Natur, Industrie und kleinen Städten ist, führt der Radweg gen Norden. Linksrheinisch wartet Zons, eine der schönsten Festungsstädte am Rhein mit zahlreichen historischen Wachtürmen auf. Am Zonser Grind beginnt der Rhein enge Kurven zu werfen und schlängelt sich allmählich nach Düsseldorf. Mondän erstreckt sich das Hafenviertel mit Bauwerken vom bekannten kanadisch-US-amerikanischen Architekten Frank Gehry. Rechtsrheinisch verlässt der Rhein-Radweg nun zunächst die städtisch geprägten Gebiete und führt überwiegend naturnah durch Wiesen und Auen, bis mit Duisburg bereits die nächste Rheinmetropole folgt. Mit ihr verlassen wir das dicht besiedelte Ruhrgebiet und treten ein in die Region des Niederrheins. Der wunderschöne Ortskern der Stadt Xanten liegt nun auf der linken Rheinseite. Mehrere Museen konzentrieren sich auf die über 2000-jährige Geschichte, die vor allem durch römischen Einfluss geprägt ist. Dies zeigt sich zum Beispiel in dem Hafentempel der Colonia Ulpia Traiana oder dem Amphitheater. Der archäologische Park mit dem Römermuseum und dem Regionalmuseum vereint die wichtigsten rekonstruierten Bauwerke. Neben dem Rhein als wichtigste Wasserader in der Region liegen auch rechts und links des Flusses nun verstärkt Seen, die vom Rhein-Radweg immer mal touchiert werden oder als Badesee einen Abstecher wert sind. In Emmerich endet der deutsche Teil des Rhein-Radweges. Kurz dahinter passiert der Rhein die Grenze zwischen Deutschland und den Niederlanden und spaltet sich auf. Der Rhein-Radweg folgt dem Hauptstrom, der Waal durch das Rheindelta.

Tourcharakter

Der Rhein-Radweg ist durchgängig sehr gut ausgebaut und beschildert. Obwohl die Landschaft in der Umgebung verschiedene Formen durchläuft, bleibt der Rhein-Radweg stets flach. Die Strecke ist überwiegend asphaltiert und autofrei, verläuft aber in der Nähe von Bahn und Straße.

Geeignet für

RadwandernfKarten & ReiseführerBikeline Rhein-Radweg 1-3, Verlag Esterbauer, 1:75.000GPS und Infos zum Rhein-Radweg in NRW (linksrheinisch) im Tourenportal von radregionrheinland.de

R1 in NRW

Gleich am Startort Vreden liegt das erste Highlight des Radweges: Das Zwillbrocker Venn ist eines der größten Naturschutzgebiete Nordrhein-Westfalens. Die Heide- und Moorlandschaft bietet unter anderem Lachmöwen und Flamingos eine Heimat – weiter nördlich als hier findet man keine Kolonien der exotischen Vögel. Seltenheitswert haben auch die Exponate im Siku-Museum, das ebenfalls am Radweg in Stadtlohn seinen Sitz hat. Dort gibt es neben den Spielzeugautos auch Oldtimer zu sehen.Hinter Stadtlohn zeigt sich dann das Münsterland von seiner feudalen Seite. Prächtige Schlösser und ansehnliche Gutshäuser säumen den Weg bis in die Universitätsstadt Münster. Den Anfang macht Schloss Darfeld bei Rosendahl – ein typisches Wasserschloss der Region, dessen Fassade sich bei sonnigem Himmel wunderschön im Wassergraben spiegelt. Schön geht es auch weiter: Über Alleen und kleine Pfade führt die Route bis Münster. Der lebendigen Universitätsstadt und Stätte des Westfälischen Friedens kann man gut zwei Tage der Radreise reservieren. Wer an Fahrradkultur seine Freude hat, wird Münster mögen. In einem der Straßencafés zu sitzen und den nicht endenden Strom der Radfahrer vorbeifließen zu sehen, hat einen gewissen Reiz. Wieviel Pferdestärken hat eigentlich ein Radler? In der Regel etwas mehr als ein Siebtel PS bei gemütlicher Fahrt. Hunderte Pferdestärken auf engem Raum warten in Warendorf. Die Metropole des deutschen Pferdesports lohnt aber auch wegen ihrer Altstadt. Von hier geht es zunächst nach Sassenberg mit der imposanten Doppelschlossanlage Harkotten. An den Ufern der Ems lädt Harsewinkel zu längerem Verweilen ein. Dann verlässt der R1 schon bald das Münsterland. Die Möbelstadt Rheda-Wiedenbrück mit dem Landesgartenschau-Gelände und Gütersloh mit seinem prämierten Stadtpark warten mit Gartenkunst inmitten städtischen Lebens auf. Im Teutoburger Wald wird der R1 hügelig und fordert etwas mehr Körpereinsatz. Aber Perlen wie Detmold mit dem Hermannsdenkmal oder die Externsteine und das Moor um Bad Meinberg lohnen die Mühen. Höxter, am Ende der Tour, trägt alle Züge einer typischen Stadt im Weserbergland mit reich verzierten Fachwerkhäusern.

Länge der Tour

324 km (in NRW)

Tourcharakter

Es geht durch die flache Münsterländer Parklandschaft. Kleinere Steigungen gibt es im Ostteil der Strecke, ab circa km 240. Dennoch ist ein Tourenrad mit Nabenschaltung ausreichend. Die Beschilderung ist ausgezeichnet.

Geeignet für

Radwandern

Etappen

1.

Vreden – Münster:98,7 km

Vreden: Naturschutzgebiet Zwillbrocker Venn; Münster: Aasee & Promenade, Stadtkern

2.

Münster – Schloss Holte:104 km

Warendorf: NRW-Landesgestüt; Sassenberg: Harkotten; Harsewinkel: Schloss Marienfeld, Motorradmuseum, Puppenmuseum; Gütersloh: Stadtpark; Rietberg: Bibeldorf, Klimapark;

3.

Schloss Holte – Höxter:88,4 km

Detmold: Hermannshöhen, Lippisches Landesmuseum, Teuto-Kletterpark; Horn-Bad Meninberg: Externsteine; Höxter: Schloss und Kloster Corvey

Münsterland e.V.(02571) 949 392touristik@muensterland.commuensterland-tourismus.def

Radregion Rheinland

Ob auf Tagestouren oder den zahlreichen längeren Radwegen lässt sich die Region immer wassernah entlang des Rheins, der Sieg, der Erft oder auf der Wasserburgen-Route in Mittelgebirgslandschaften kennenlernen. Zahlreiche Routen eignen sich außerdem für sportliche oder entspannte Tagestouren. So lässt sich zum Beispiel unter dem Thema Kunst und Kultur die Barockarchitektur in und um Bonn auf 36 km erradeln oder alte und moderne Architektur in Köln entdecken. Touren zur regionalen Küche lassen sich ebenso finden, wie familienfreundliche Kurztouren, Themenrouten zu Burgen & Schlössern sowie viele weitere. Die gesamte Auswahl findet man auf radregionrheinland.de. Die Navigationstools (siehe links) der Radregion unterstützen dabei, den richtigen Weg für die schönste Tour durchs Rheinland zu finden. Ein Highlight des Rheinlandes bilden die Panorama-Radwege durch das Bergische Land. Auf ehemaligen Bahntrassen sind Radfahrer heute steigungsarm unterwegs und können dabei die schönen Panoramaaussichten genießen. Tunnel, Viadukte und Meilensteine erinnern an die Eisenbahnvergangenheit der Strecke und liefern interessante Fotomotive. Das Radwegenetz umfasst 300 Kilometer, die sich auf 4 Panorama-Radwege aufteilen: den Niederbergbahn Panorama-Radweg, die Balkantrasse, den Bergischen Panorama-Radweg und den Ruhr-Sieg-Radweg. Der Bergische Panorama-Radweg ist mit rund 130 km der längste der Panorama-Radwege und führt von Hattingen nach Olpe. 14 Tunnel und bis zu 40 Meter hohe Viadukte, dazu zahlreiche Brücken mit herrlichen Ausblicken auf die bewegte Landschaft und die Häusermeere der angrenzenden Städte, zeichnen diesen Radweg aus. Ein besonderes Erlebnis abseits des Sattels bietet auf dieser Tour die Fahrt mit der Schwebefähre über die Wupper. Bis Olpe passiert der Radweg dann die Schlossstadt Hückeswagen, Wipperfürth und führt über Marienheide bis ins Sauerland. Der Bergische Panorama-Radweg ist derzeit noch nicht durchgängig beschildert. Ausführliche Tourdaten, sowie GPX-Track gibt es auf panorama-radwege.de/bergischer-panorama-radweg oder im Tourenportal der Radregion Rheinland.

Geeignet für

fNavigation im RheinlandApp: Mit der kostenlosen App QuoRadis für iOS und Android kann man sich per Smartphone oder Tablet durch das Rheinland navigieren lassen. Neben den bekannten Radwegen sind über die App auch spezielle Thementouren verfügbar, die zu historischen Denkmälern, Burgen oder Industrieanlagen führen. Um das Rheinland multimedial zu erleben, können an ausgewählten Orten Videos, Audiodateien oder Bilder abgerufen werden, die zusätzliche Informationen zu der Themenroute liefern. Die Navigation der App funktioniert über Sprachansage. Zusätzlich zur Wegführung beinhaltet die App auch Informationen zu Werkstätten, Gastronomie- und Hotelleriebetrieben. Tourenportal: Im Tourenportal der Radregion Rheinland sind mehr als 70 Touren verzeichnet. Sie lassen sich durchsuchen nach Länge der Tour, Schwierigkeitsgrad oder Radtyp. Zur ausgewählten Tour liefert das Tourenporal neben dem Routenverlauf auch Steckbrief, Beschreibung, Highlights und Fotos. Der Track lässt sich als gpx- oder kml-Datei herunterladen, ebenso wie als PDF mit Karte und Tourenbeschreibung. radregionrheinland.de/tourenportal; Karten: Um die Navigation zu erleichtern, wurde 2015 das aus den Niederlanden und Belgien bekannte Knotenpunktsystem in der Radregion Rheinland eingeführt. Auf den neuen Karten des Bielefelder Verlags wird nun erstmals das Knotenpunktsystem in der gesamten Region abgebildet. Mit Hilfe der neuen Fahrradkarte „Radwandern in der RadRegionRheinland – Mit Knotenpunktnetz und ausgewählten Thementouren“ können Radfahrer ihre Touren nun auch von zu Hause aus planen und Ideen für neue Routen sammeln. Die Karte ist im Bielefelder Verlag erschienen und ist im Buchhandel für 7,95 Euro erhältlich. Auch über die Internetseite radregionrheinland.de kann die Karte direkt beim Verein bestellt werden.

Elbe-Müritz-Rundweg

In Ru?hsta?dt gibt es kaum einen Dachgiebel oder Turm ohne Storchennest. Der Ort hat sich den Titel „Europa?isches Storchendorf “ (verliehen 1996 von der Stiftung Europa?isches Naturerbe) wahrlich verdient. In einigen Jahren bru?ten hier mehr als 40 Storchenpaare. Von April, wenn die Sto?rche einfliegen, bis Ende August bevo?lkern die schwarz-weißen Glu?cksbringer das 450-Einwohner-Dorf und locken pro Saison bis zu 65.000 Besucher an. Im Storchenhaus am Wasserturm informiert der Storchenclub Ru?hsta?dt in einer kleinen Ausstellung u?ber die Sto?rche und den Ort. Wa?hrend der Storchenzeit gibt es eine Live-U?bertragung aus einem Storchennest, bei dem das Storchenpaar beim Brutgescha?ft oder der Jungenaufzucht beobachtet werden kann.Ru?hsta?dt liegt im Biospha?renreservat Elbe-Flusslandschaften und bildet einen guten Startpunkt des Rundwegs Elbe-Mu?ritz. Durch die weiten gru?nen Auen geht es von hier u?ber den Elberadweg nach Wittenberge. Schon von weitem sieht man die Tu?rme von Wittenberge. Der Uhrenturm des Na?hmaschinenwerks Singer/Veritas ist die gro?ßte freistehende Turmuhr auf dem europa?ischen Festland.Bis Lenzen folgt man dem Radweg durch die Elbaue und biegt dann nach Richtung Parchim ab. Der Weg schla?ngelt sich durch Wa?lder und Wiesen. Bei Platschow erwartet den Radler ab Ende Ma?rz der Elefantenhof. Durch die Ruhner Berge, eine Erho?hung von bis zu 177 Metern, fu?hrt der Weg nach Parchim, volkstu?mlich auch „Pu?tt“ genannt. Das historische Zentrum der Kleinstadt ist von zahlreichen Fachwerkha?usern gepra?gt. Vor dem Plauer See empfa?ngt der Brauereiort Lu?bz durstige Radler, hier wird das u?berregional bekannte Lu?bzer Pils gebraut. Mit Er- reichen des Plauer Sees fu?hrt die Route immer an den Ufern der Seen entlang zur Mu?ritz. Der Plauer See eignet sich gut zum Baden, in der dazugeho?rigen Stadt ist die Burg mit alter Zugbru?cke eine der Sehenswu?rdigkeiten. An der Mu?ritz angekommen, sollte man den Blick auf Deutschlands gro?ßten Binnensee genießen. Auf dem Radweg am Ufer ko?nnen Radfahrer im Nationalpark Seeadler, Kraniche und Rohrdommeln beobachten.U?ber die Prignitz, eine historische Landschaft gepra?gt von Flachland, Wa?ldern und Heidelandschaft fu?hrt der Ru?ckweg von der Mu?ritz u?ber Pritzwalk. In diesem Gebiet gilt der Knieperkohl, ein dem Sauerkraut a?hnliches Sauergemu?se, das mit Speck und Pellkartoffeln gegessen wird, als regionale Spezialita?t. Ein guter Ort fu?r eine Pause in Pritzwalk ist das Stadt- und Brauereimuseum. Bald hinter Pritzwalk fu?hrt der Weg wieder in das Biospha?renreservat Elbe und auf den Elberadweg.

Länge der Tour

410 km

Tourcharakter

Die Strecke fu?hrt u?ber vorwiegend gut ausgebaute, asphaltierte Rad- und Wirtschaftswege mit verkehrsarmen Nebenstrecken, sowie naturbelassene Rad- und Wanderwege.

Geeignet für

Etappen

1.

Wittenberge – Lenzen – Neuhausen/Ruhner Berge – Parchim – Lübz – Plau am See – Waren/Müritz – Röbel/Müritz – Meyenburg – Pritzwalk – Bad Wilsnack – Rühstädt:

Wittenberge: UNESCO-Biosphärenreservat „Flusslandschaft Elbe“; Lenzen: Burg; Platschow: Elefantenhof; Pampin: Skulpturenpark in der Natur; Parchim: Pfarrkirche St. Marien, Wockersee, Fachwerkhäuser; Lübz: Amtsturm, Stadtmuseum;

fAn- und AbreiseWer mit dem Zug anreist, startet am besten in Wittenberge. Mit dem IC von Hamburg und Berlin in weniger als 2 Stunden, von München und Köln deutlich längere Fahrzeit. Bahnanbindung auch nach Parchim und Waren (Müritz).Infos/GPSauf-nach-mv.de/radweg-elbe-mueritz

Berlin — Dresden

Im Jahr 2012 begann der ADFC Dresden die Route auszuarbeiten. Bisher existiert sie zwar nur „auf dem Papier“ und ist nicht ausgeschildert, kann aber bereits befahren werden, da sie zumeist auf bereits bestehenden Radwegen verla?uft. Sie bietet einen mo?glichst direkten und zugleich bequemen Weg von Berlin nach Dresden.U?berschneidungen gibt es mit dem Berliner Mauerradweg, dem Dahmeradweg, dem Gurkenradweg, dem Spreeradweg. Stets verlaufen Radweg und Bahn nah beieinander, so dass ein Umsteigen leicht mo?glich ist. Die Route verla?uft nach Angaben des ADFC u?berwiegend u?ber schwach befahrene Landstraßen und Waldwege. Neben Start- und Endpunkt des Radweges liegen noch viele weitere Sehenswu?rdigkeiten auf der Strecke. Bereits kurz hinter Berlin, in dem es auf dem Mauerradweg u?ber ein Stu?ck Stadt- und Weltgeschichte geht, ist Ko?nigs Wusterhausen erreicht, das mit seinem Renaissanceschloss ebenfalls Historisches zu bieten hat. Weiter geht es u?ber Lu?bbenau und mitten hinein in den Spreewald. Der historische Kern des Ortes la?dt zu einer Pause ein, ebenso wie die besondere wendisch-deutsche Doppelkirche im nicht weit entfernten Vetschau.Sowieso ist der Spreewald eine der Attraktionen dieser Strecke, die vielen unbekannt ist. Als Kulturlandschaft wurde sie von den Sorben gepra?gt, deren Dialekt teils noch in der Gegend gesprochen wird. Die besondere Tracht wird heute aber nur noch zu festlichen Anla?ssen getragen. Als Biospha?renreservat sind die Auen- und Moorlandschaften des Spreewaldes von der UNESCO??geschu?tzt. Romantische Fließe und blaue Seen pra?gen die wasserreiche Region, in der das Boot als allta?gliches Fortbewegungsmittel genutzt wird. Die Region ist zudem Heimat von Kranichen, Schwarzsto?rchen und Bibern. Ein ausgepra?gtes Radwegenetz und zahlreiche Radunterku?nfte macht sie auch fu?r Radler attraktiv. Bevor man die sa?chsische Landeshauptstadt erreicht, du?rfen Eisenbahnfreunde sich u?ber die Schmalspurbahn mit Dampflok in Radebeul freuen.Noch vor den Toren Dresdens sollte man sich außerdem die Gartenstadt Hellerau nicht entgehen lassen.

Länge der Tour

251 km

Geeignet für

Etappen

1.

Berlin — Königs Wusterhausen:42 km

Königs Wusterhausen: Jagdschloss;

2.

Königs Wusterhausen — Köthener See:41 km

Schlepzig: Dorfkirche;

3.

Köthener See — Lübbenau:35 km

Lübbenau: Historischer Stadtkern;

4.

Lübbenau — Calau:22 km

Vetschau: Wendisch-Deutsche Doppelkirche;

5.

Calau — Senftenberg:36 km

Senftenberger See;

6.

Senftenberg — Böhla b. Ortrand:30 km

7.

Böhla b. Ortrand — Radeburg:20 km

8.

Radeburg — Dresden:24 km

Radebeul: Schmalspurbahn; Hellerau: Gartenstadt

fKarten und GPX-Trackradweg-berlin-dresden.de

Altmühltal-Radweg

Der Altmu?hltal-Radweg beginnt im fra?nkischen Gunzenhausen am Altmu?hlsee, der in den 80ern ku?nstlich angelegt wurde. Daskleine Sta?dtchen wird von Fachwerkha?usern und Barockgeba?uden geziert und ist einen Spaziergang wert, bevor man sich auf den Sattel schwingt. Auf der ersten Etappe ist das Tal der Altmu?hl noch sehr weit. Der Fluss ma?andert, zieht seine Schlingen und fließt langsam. Zeit, sich auf Sehenswertes am Wegesrand zu konzentrieren.Ein besonderes Highlight erwartet den geschichtsinteressierten Radler kurz vor Treuchtlingen. Der Karlsgraben (fossa carolina) markiert hier die Landschaft und erinnert an ein Bauvorhaben des Kaisers Karl des Großen. Ein Verbindungskanal zwischen Rezat und Altmu?hl sollte Donau und Rhein zusammenfu?hren. Von dem Graben sind noch etwa 800 Meter erhalten.Wasser ist auf dem Altmu?hltal-Radweg nicht nur im Sattel ein stetiger Begleiter. Auch abseits spielt es eine große Rolle, zum Beispiel in der Altmu?hltherme in Treuchtlingen. Ab Treuchtlingen wird das Tal der Altmu?hl deutlich enger. Der Radweg am Fluss verla?uft zumeist eben. Rechts und links aber ragen erhaben die Randberge auf, und bizarre Felsformationen ziehen den Blick auf sich. Die Felsformation „Zwo?lf Apostel“ streckt sich zwischen Solnhofen und Esslingen stolz dem Himmel entgegen. Ab Dollnstein nutzt die Altmu?hl ein Urbecken der Donau und scheint viel zu klein fu?r das breite Tal zu sein.Die Szenerie aus langsam fließender Altmu?hl und beidseitigen Bergen mit beeindruckenden Kalksteinfelsen setzt sich auch nach Eichsta?tt fort. In der kleinen Stadt vermischen sich barocke Geschichte und moderne Universita?tsstadt vor einer Kulisse scho?ner Architektur. Bei Dietfurt lo?st sich die Altmu?hl im Main-Donau-Kanal auf und die Radler haben die Mo?glichkeit, die Perspektive zu wechseln und die Landschaft auf dem Schiff vom Wasser aus zu bestaunen. Jetzt nicht mehr am Ufer der Altmu?hl, fu?hrt der Radweg noch bis nach Regensburg und passiert unter anderem Essing, wo die la?ngste Holzbru?cke Europas mit knapp 190 Metern den Kanal u?berspannt. Der sehenswerte Donaudurchbruch, ein besonderes Naturdenkmal, ist eines der letzten Highlights auf dem Altmu?hltal-Radweg.

Tourcharakter

Mit nur einer nennenswerten Steigung über die Frankenhöhe führt die Route weitgehend autofrei über befestigte Wirtschaftswege, separate Radwege, oder kleine, verkehrsarme Nebenstraßen. Die Tour ist insbesondere zwischen Gunzenhausen und Kelheim für Familien und Anfänger hervorragend geeignet.

Geeignet für

Radwandern

Etappen

1.

Gunzenhausen — Treuchtlingen:83 km

Welterbe Limes, Burm Colmberg, Burg Treuchtlingen,

2.

Treuchtlingen — Eichstätt:45 km

Kipfenberg, Riedenburg, Beilngries, Prunn, Kelheim, Dom Regensburg

3.

Eichstätt — Riedenburg:55,5 km

4.

Riedenburg — Regensburg:53,5 km

f

EuroVelo 9

Der Kontinent ru?ckt zusammen; zumindest aus Radlersicht. Derzeit entstehen fast in allen Staaten neue Teilstu?cke, die unter dem Namen EuroVelo vereint sind. Ein Netz aus 14 Langstreckenradwegen wird in den kommenden Jahren die hintersten Winkel erschließen. Mehrere Abschnitte sind bereits fertig. Dazu za?hlt die EuroVelo 9, die vom tschechischen Bru?nn bis ins 568 km entfernte slowenische Maribor reicht. Die gesamte Strecke wird Danzig mit den Adriastra?nden in Italien verbinden. Bei Bernhardsthal trifft der Radweg auf o?sterreichischen Boden. Wir sind im Weinviertel, dem gro?ßten Rebanbaugebiet des Landes. Hier reifen wu?rzige Gru?ne Veltliner, frische Welschrieslinge und gehaltvolle Burgunder. Auch fu?r Radler ist man gut aufgestellt, gibt es doch ein Wegnetz von rund 1.600 km. Viele der Ausfahrten steuern die romantischen Kellergassen an. Auf dem Weg gen Su?den bleibt der la?ndliche Charakter der Etappe erhalten. Die EuroVelo 9 ist die Leitlinie. Von Mistelbach nach Oberkreuzstetten und von Unterolberndorf nach Wolkersdorf. Anschließend schwenken wir auf einen erstklassigen Bahntrassenweg ein. Er heißt: Radweg Dampfross und Drahtesel. Elf Erlebnisstationen machen neugierig; daneben laden Rastpla?tze zu einer Pause ein. Zwischen 1903 und 1988 schnauften hier Zu?ge von Wien hinauf ins Weinviertel. Wir rollen entspannt in die Gegenrichtung, bergab in die Großstadt. Bei Kilometer 95 ist es geschafft, wir stoppen an der Donau. Dahinter liegt Wien. An kaum einem anderen Ort in Mitteleuropa prallt die Geschichte alter Adelsha?user so hart auf die Moderne, der Osten auf den Westen, eine Metropole auf die Natur. 2015 ließ es die Mozartstadt krachen: Sie feierte 650 Jahre Universita?t Wien. Man stieß auf das 200-ja?hrige Jubila?um des Wiener Kongresses an, wu?rdigte den Bau der Ringstraße vor 150 Jahren. Der 5,3 Kilometer lange Prachtboulevard geht auf Kaiser Franz Joseph zuru?ck, der ihn 1857 anlegen ließ. Danach konnte sich Wien mit Paris, London und Berlin messen. An der Straße stehen das Parlament, die Staatsoper, das Rathaus. Hier spazieren Touristen aus aller Welt ins Kunsthistorische und Naturhistorische Museum. Gegenu?ber zieht die Hofburg unsere Blicke an. In ihr hielt das Haus Habsburg die Fa?den in der Hand, regierte sein riesiges Reich. Die Bundeshauptstadt ist eng mit ihrer Gastronomie verknu?pft. Die Namen der Traditionscafe?s zergehen auf der Zunge wie ein Stu?ck Sachertorte: Cafe? Imperial, Cafe? Mozart, Cafe? Bellaria, Cafe? Central. Die Ober tragen einen „Kleinen Braunen“ an den Tisch, servieren „Einspa?nner“, stellen vor den Ga?sten „Eine Schale Gold“ ab. Das große Erbe der traditionellen Wiener Kaffeehauskultur zeichnete die UNESCO 2011 zum immateriellen Kulturerbe aus. Ebenfalls zum Welterbe za?hlen das historische Stadtzentrum von Wien (2001) und das Schloss und der Park von Scho?nbrunn (1996). Der Schlosspark bleibt zuru?ck. Anschließend weicht die Sta?dtelandschaft Wiens den Vororten, diese gehen in Wiesen und Weinstockreihen u?ber. Sie umschließen das Idyll Baden. Der Kurort geho?rt zu den aktuell 15 „Kleinen historischen Sta?dten in O?sterreich“. Was wird hier geboten? Jeden Juni finden die Rosentage statt. Im September wandert man auf der „Genussmeile“ und kostet die Leckereien der Thermenregion Wienerwald. Rund ums Jahr spazieren Reisende zum Beethovenhaus. Es zeigt neben den Wohnra?umen eine informative Beethoven-Dokumentation. Ludwig van Beethoven komponierte wa?hrend seiner 15 Aufenthalte hier den 4. Satz der Neunten Symphonie, die „Ode an die Freude“. Heute ist sie als Eurovisions-Melodie in den Ko?pfen der Fernsehzuschauer. Auch andere Ku?nstler fanden in Baden Inspiration, wie etwa Franz Grillparzer, Wolfgang Amadeus Mozart, Franz Schubert, Johann Strauß. Von hier aus treten die Beine leicht durch das Wiener Becken, der Weg steigt bergan in die Tourismusregion Wiener Alpen. In der Therme Linsberg Asia von Bad Erlach kann man Energie fu?r den schwersten Anstieg der Route tanken. Wie umka?mpft die Region einst war, verraten die Festungen u?ber dem Tal: Burg Pitten, Burg Seebenstein und Burgruine Tu?rkensturz. Am Su?drand von Aspang-Markt wird der Radweg schlagartig steil. Die Gegend tra?gt zu Recht den Titel „Bucklige Welt“ und „Land der 1.000 Hu?gel“. Verschlafene Do?rfer gepaart mit einer pra?chtigen Fernsicht: So geht es dem ho?chsten Punkt der Reise auf 967 Metern entgegen. Von Mo?nichkirchen reicht der Blick weit gen Osten. Er trifft jenseits des Burgenlands auf die Pannonische Tiefebene. Im Westen sieht man unterwegs die Gipfel der Rax-Schneeberg-Gruppe. Markant erhebt sich der 2.076 Meter aufragende Schneeberg. Von der karstigen Hochfla?che aus bezieht Wien Teile des Trinkwassers. Kaiser Franz Joseph I. ero?ffnete 1873 nach dreija?hriger Bauzeit die 95 Kilometer lange I. Wiener Hochquellenleitung. Das Teilstu?ck durch Niedero?sterreich war abwechslungsreich. Doch nun buhlt die Steiermark um die Gunst der Radler, empfa?ngt uns mit einer rasanten Abfahrt. Durch Friedberg und Rohrbach an der Lafnitz rollen wir durch den 1983 eingerichteten Naturpark Po?llauer Tal. Streuobstwiesen, Wa?lder und A?cker pra?gen den beschaulichen Flecken Erde, der Ho?hen zwischen 345 bis 1.280 Meter umfasst. Vorbei am Schloss Hartberg radeln wir ins Thermenland Steiermark. Das Ausha?ngeschild sind die sechs Thermenorte Bad Radkersburg, Bad Gleichenberg, Loipersdorf, Bad Blumau, Bad Waltersdorf und Sebersdorf. Die EuroVelo 9 fu?hrt hinunter zur Lafnitz. Der Fluss bringt uns nach Fu?rstenfeld, wo man Anschluss an den Feistritztalradweg hat. Wenig spa?ter passieren wir auch den Raabtalradweg. Hinter den Niederungen steigt der Reiseweg abermals bergan. Sanfte Anho?hen, gesa?umt von Weinzeilen und Laubgeho?lzen bilden jenes Panorama, fu?r das man in den Su?dosten O?sterreich reist. Auf einer dieser Aussichtslogen sitzt St. Anna am Aigen. Im Zentrum fa?llt die Gesamtsteirische Vinothek auf. Hier kann man all die Ko?stlichkeiten kosten, die nebenan reifen und unterwegs das Auge verwo?hnen. Was die Winzer anbauen? Welschriesling, Weißburgunder, Chardonnay, Zweigelt und Mu?ller-Thurgau. Die finale Abfahrt zur Mur steht an. Wir lassen die Ra?der laufen. Mit Bad Radkersburg hat sich die Route einen letzten Ho?hepunkt aufgespart. 360 Kilometer stecken in den Beinen – den Sprung in die Therme haben wir uns redlich verdient!

Länge der Tour

359 km

Tourcharakter

Der Reiseweg beinhaltet Radwege, Nebenstraßen und Passagen auf Kies. Den höchsten Punkt erreicht man auf gut 900 Metern. In diesem Abschnitt ist die Tour schwer, ansonsten leicht zu befahren. Die Kennzeichnung erkennt man an dem blauen EuroVelo-Kacheln mit der Nummer 9. Teils steht darunter der Zusatz „Thermenradweg“.

Geeignet für

Etappen

1.

Bernhardsthal – Sankt Ulrich – Wilfersdorf – Mistelbach:37 km

2.

Mistelbach – Oberkreuzstetten – Wolkersdorf im Weinviertel – Wien:66 km

3.

Wien – Vo?sendorf – Baden – Wiener Neustadt – Bad Erlach:72 km

4.

Bad Erlach – Aspang Markt – Mo?nichkirchen – Rohrbach an der Lafnitz:55 km

5.

Rohrbach an der Lafnitz – Hartberg – Bad Waltersdorf – Fu?rstenfeld:62 km

6.

Fu?rstenfeld – Neustift – St. Anna am Aigen – Bad Radkersburg:67 km

fUnterkunftHotel Restaurant zur Linde, 2130 Mistelbach, Josef-Dunkl-Straße 8, Tel.: +43 (2572) 24 09, zur-linde.at; Magdas Hotel, Laufbergergasse 12, 1020 Wien, Tel.: +43 (1720) 02 88, magdas-hotel.at; Asia Resort Linsberg, Thermenplatz 1, 2822 Bad Erlac
h, Tel.: +43 (2627) 48000, linsbergasia.at; Gasthof Falk, Bahnhofstraße 2, 8234 Rohrbach an der Lafnitz, Tel.: +43 (3338) 23 15; Gasthof Fasch, Grazerplatz 3, 8280 Fu?rstenfeld, Tel.: +43 (3382) 524 38, gasthof-fasch.at; Hotel Toscanina, Thermenstraße 6, 8490 Bad Radkersburg, Tel.: +43 (664) 888 722 33, toscanina.at.
ReiseführerEurovelo 9: Von Bru?nn nach Maribor, Verlag Esterbauer, 12,90 Euro, esterbauer. com; Reisefu?hrer O?sterreich, Baedeker, 27,99 Euro, baedeker.com; CityTrip Wien, Reise Know-How, 11,95 Euro, reise-know-how.de.

München — Indonesien

Wenn Du unterwegs Fremde getroffen hast, wie hast Du Dich Ihnen vorgestellt?
Meistens sind die Leute zu mir gekommen und haben mich angesprochen. Oft haben Sie mir ein regelrechtes Loch in den Bauch gefragt, wenn das nicht durch Sprachbarrieren verhindert wurde. Besonders habe ich mich immer gefreut, wenn ich es geschafft habe, ha?ufig vorkommende Fragen in der jeweiligen Landessprache zu verstehen und zu beantworten.

Wo bist Du gerade?
Ich bin gerade in meiner Wohnung in Mu?nchen und programmiere einen Trailer fu?r die Multivisionsshow Cycling Eurasia…

Es gibt im Deutschen das scho?ne Wort Fernweh – welche Bedeutung hat es fu?r Dich?
Fernweh ist fu?r mich ganz stark verbunden mit einer unglaublich großen Neugierde auf das Unbekannte und dem Wunsch, den Planeten Erde, auf dem wir alle leben, ein klein wenig besser kennen zu lernen.

Und umgekehrt: Wie ist es mit Heimweh?
Das sind fu?r mich oft ganz einfache Dinge, die ich irgendwann anfange zu vermissen. Zum Beispiel einen kalten Orangensaft oder ein Baguette-Fru?hstu?ck. Witzigerweise dreht es sich beim Thema Heimweh bei mir oft um Kulinarisches, vor allem dann, wenn ich nach einem anstrengenden Radreisetag ordentlich Hunger habe.

Was war der weit entfernteste Punkt von Deinem Zuhause, an dem Du auf Deiner Radreise warst? Was war dort ganz anders als an Deinem Zuhause?
Am weitesten weg von zu Hause war ich, als ich mit dem Rad auf Bali angekommen bin. Bali hat eine reiche hinduistische Kultur mit einer unglaublich hohen zeremonialen Durchdringung des ta?glichen Lebens. Die Menschen verbringen sehr viel Zeit mit dem Feiern von Festen, verschiedenen Riten und mit Musik. Das war bezu?glich der Lebenseinstellung ein ziemlich kontrastreicher Gegenentwurf zu unserer rationellen, leistungs- und effizienzorientierten Lebensweise.

Was war der ka?lteste Punkt der Reise und wo war es am wa?rmsten?
Am ka?ltesten war es im Himalaya in China, wo ich im November auf teilweise u?ber 5.000 m Ho?he unterwegs war. Am heißesten war es in der sommerlichen Steppe Usbekistans. Es gab kaum Schatten, und der Asphalt war so heiß, dass die Sohlen meiner Sandalen irgendwann auseinandergefallen sind.

Mit was fu?r einem Fahrrad warst Du unterwegs? Was magst Du an ihm, was nicht?
Ich bin mit einem 26 Zoll-Rad mit breiten Reifen und Stahlrahmen unterwegs gewesen. Wir beide haben uns unterwegs ganz gut angefreundet, und ich habe an meinem Rad eigentlich nicht viel auszusetzen.

Warum hast Du Dich fu?r dieses Fahrrad entschieden? Wu?rdest Du es wieder tun?
26 Zoll deshalb, weil Ersatzreifen dafu?r weltweit gut verfu?gbar sind. Den Stahlrahmen habe ich gewa?hlt, weil man daran unterwegs auch mal etwas schweißen lassen kann, wenn irgend etwas abbricht.

Welche Reiserouten stehen auf Deiner inneren Wunschliste ganz oben?
Die Welt ist ja so groß und vielfa?ltig, dass mo?gliche Reiseziele in nahezu unendlicher Anzahl existieren. Ich versuche also lieber gar nicht erst, so eine Wunschliste auszuarbeiten. Ich hatte mal eine Weile lang davon getra?umt, in der no?rdlichen Polarregion Rad zu fahren und zum Beispiel Inuit auf Walfang zu besuchen. Davon habe ich dann aber Abstand genommen, weil das aufgrund der immer hungrigen Eisba?ren nur mit bewaffneter Begleitung und permanenter Nachtwache vor dem Zelt mo?glich ist…

Drei Dinge, die Du gepackt und niemals gebraucht hast?
Ich habe unglaublich viele Ersatzteile und Werkzeuge mitgenommen, um unterwegs mo?glichst fu?r alle technischen Eventualita?ten geru?stet zu sein. Zum Beispiel hatte ich so viele Ersatzspeichen mit, dass ich damit ein halbes Laufrad ha?tte einspeichen ko?nnen. Gebraucht habe ich keine einzige Speiche. Fu?r die Winterdurchquerung im Himalaya habe ich eine Snowcard eingesteckt. Die benutzt man eigentlich, um beim Skitourengehen im Hochgebirge die Lawinengefahr abzuscha?tzen. Benutzt habe ich die kein einziges Mal, weil unterwegs nur sehr wenig Schnee lag.Am skurrilsten war wohl eine Trillerpfeife, die ich mitgenommen hatte, um in eventuellen Notsituationen auf mich aufmerksam machen zu ko?nnen. Gebraucht habe ich die natu?rlich nie.

Drei Dinge, die Du auf Tour eigentlich sta?ndig brauchst?
Zelt, Schlafsack und Isomatte. Mit diesen drei Sachen habe ich unterwegs das notwendige Maß an Autarkie. Ich kann schlafen, wo ich will, muss nicht viel im Voraus planen und kann auch in der Wildnis mal einen Schlechtwettertag gemu?tlich im Zelt abwarten.

Die Frage darf nicht fehlen: In welchen La?ndern der Erde warst Du auf Deiner Radtour? Wie lange warst Du dort jeweils unterwegs?
Die Liste ist lang. Praktisch kommen alle La?nder darin vor, die zwischen Deutschland und der Insel Bali liegen: O?sterreich, Slowakei, Ungarn, Serbien, Kroatien, Ruma?nien, Bulgarien, Griechenland, Tu?rkei, Georgien, Aserbaidschan, Iran, Usbekistan, Tadschikistan, Kirgisien, China, Laos, Kambodscha, Thailand, Malaysia und schließlich Indonesien. Ich hoffe, ich habe nichts vergessen.

Unternimmst Du auch Radreisen oder Radtouren in Deutschland oder seinen Nachbarla?ndern? Wenn ja, was sind Deine Lieblingstouren hier?
Ab und zu gehe ich auch in Deutschland und seinen Nachbarla?ndern auf Radreise. Hier gibt es ja auch interessante Strecken und man kann direkt vor der Haustu?r losfahren. Die Strecken zwischen Berlin und Dresden und von Mu?nchen nach Dresden haben mir sehr gut gefallen. Von Dresden aus kann man auch eine scho?ne Rundtour an der Elbe entlang nach Wittenberg und an der Freiberger Mulde entlang zuru?ck nach Dresden machen. Diese Strecke ist sehr abwechslungsreich und geschichtstra?chtig. Ich habe hier mein Geschichtswissen aufgrund der vielen Infotafeln entlang der Strecke spu?rbar aufgefrischt.Auch das Altmu?hltal habe ich als sehr scho?n in Erinnerung. Einmal bin ich von Mu?nchen aus mit dem Rad einen Freund in Ko?ln besuchen gefahren. Sozusagen ganz nebenbei habe ich den Donauradweg, den Neckarradweg, die uralte Stadt Worms und natu?rlich Heidelberg kennengelernt. Auch einen Radtrip von Mu?nchen nach Freiburg und von da weiter u?ber Straßburg nach Koblenz kann ich sehr empfehlen. Was Deutschlands Nachbarla?nder angeht, erinnere ich mich vor allem an drei Strecken. Eine Tour von Mu?nchen nach Barcelona, eine weitere Tour von Mu?nchen u?ber die Alpen nach Dubrovnik in Kroatien und eine Radtour in Polen von Breslau u?ber Danzig und quer u?ber die Masurische Seenplatte bis nach Suwalki kurz vor der litauischen Grenze. Ich merke gerade, die Liste ist nahezu endlos und eigentlich hat jede dieser Routen das Zeug zur Lieblingstour in der na?heren Umgebung.

Es sieht so aus, dass Du recht oft und viel mit dem Fahrrad unterwegs bist. Was fasziniert Dich eigentlich so daran?
Das Radreisen ist fu?r mich die beste Mo?glichkeit, Land und Leute wirklich kennenzulernen. Man lernt auf dem Weg von A nach B jede Menge Orte kennen, von denen man vorher gar nicht wusste, dass sie existieren und wie scho?n sie sind. Man ist mit dem Fahrrad langsam genug, um unterwegs nichts zu verpassen und schnell genug, um dennoch relativ weit zu fahren, wenn man es will. Insbesondere im Ausland liebe ich die zahlreichen Gespra?che und Kontakte mit Einheimischen, die sich spontan ergeben, wenn man als Radreisender durch das Land fa?hrt.

Du hast u?ber das Reiseprojekt Cycling Eurasia eine Multivisionsshow gemacht. Was bekommt der Zuschauer dort zu sehen?
Nach der Reise hatte ich den Wunsch, die zahlreichen Erlebnisse und beru?hrenden Momente, die ich unterwegs hatte, mit den Menschen hier vor Ort zu teilen und sie ein wenig teilhaben zu lassen an der Reise. Das wollte ich in Form einer Multivisionsshow tun, da dieses Medium in nahezu perfekter Weise beeindruckende Bilder, spannende, live gesprochene Erza?hlungen und passende Musik zu einem sehr intensiven, autentischen Erlebnis verschmilzt. Angesichts von anderthalb Jahren auf Reisen, u?ber 10.000 fotografierten Bildern und Tagebuchaufzeichnungen vom Umfang eines ganzen Buches war es keine einfache Sache, eine in etwa anderthalbstu?ndige Pra?sentationsform zu finden, die meinen inhaltlichen Anspru?chen gerecht wird. Die sechs Monate Arbeit, die ich in das Multivisionsprojekt gesteckt habe, haben sich definitiv gelohnt. Entstanden ist eine Multivisionsshow, die eine sehr spannende Mischung aus beeindruckenden Landschaftsaufnahmen, tiefen kulturellen Einblicken, menschlichen Begegnungen und bewegenden bis skurrilen Reiseerlebnissen bietet. Letztes Jahr war ich mit Cycling Eurasia auf dem Bergsichten Festival in Dresden zu Gast und habe am Wettbewerb der Kurzvortra?ge teilgenommen. Ich habe den 1. Platz errungen – u?ber dreihundert der knapp 800 anwesenden Leute haben fu?r Cycling Eurasia votiert. Das war ein sehr bewegender Moment.

Das klingt spannend. Wo kann man Dich mit Deiner Show sehen?
Cycling Eurasia gibt es deutschlandweit zu sehen. Auf cyclingeurasia.com/diavortraege gibt es alle aktuellen Infos zu anstehenden Multivisionsshows. Auch fu?r allgemein am Thema Reisen und Radreisen Interessierte lohnt es sich, einen Blick auf die Seite zu werfen. Zu jedem Land, das ich im Rahmen von Cycling Eurasia bereist habe, gibt es einen ausfu?hrlichen Reisebericht. Es gibt auf cyclingeurasia.com auch einen ausfu?hrlichen Abschnitt, der sich ganz dem Thema Ausru?stung fu?r Radreisen und Radfernreisen widmet. Wer sich also fu?r zuku?nftige Reise- und Urlaubsziele inspirieren lassen will oder vielleicht sogar selber eine gro?ßere Radreise plant, sollte auf jeden Fall mal einen Blick auf die Seite werfen.

Geeignet für

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Deutsche Einheit

Aachen war Ausgangspunkt einer Reise, welche fu?r mich zur Grenzerfahrung wurde. 25 Jahre nachdem die ehemalige Grenzmauer zwischen Ost- und Westdeutschland gefallen war, machte ich mich auf, dem „Weg der Deutschen Einheit“ zu folgen. Als Zeichen des Miteinanders schufen Mitglieder des Lion’s Club Meinerzhagen und Wanderfreunde aus der Region nahe Meißen diesen 1.080 Kilometer langen Rad- und Wanderweg. Ulrich Lange vom SGV-Groenebach begab sich mit einer Gruppe Mountainbikern auf den Weg und schrieb mit den gemachten Erfahrungen den einfachen „Wegweiser fu?r Bergradler“. Reste von Panzersperren als Zeugnisse des Zweiten Weltkrieges und damit der Ursache der Spaltung Deutschlands in Ost und West begleiten mich auf dem Weg zur belgischen Grenze im Aachener Preuswald. Da ich kein Mountainbike fahre, muss ich mich unterwegs immer wieder neu orientieren und den Wanderweg an vielen Stellen verlassen. Oft sind die Wege zwar hervorragend, aber eben nicht immer. Wer ein gela?ndega?ngiges E-Bike sein Eigen nennt, kann sich an die im Wegweiser beschriebenen Umfahrungen halten, die Strecke mit ihren 16.000 Ho?henmetern genießen. Die ersten Tourtage sind gepra?gt von Pfaden inmitten herrlicher Natur des Naturschutzgebiets Eifel und bieten grandiose Ausblicke u?ber die Region. Hinter dem RWE-Industriemuseum, einem Wasserkraftwerk, wird es etwas knifflig. Der Weg wird schmal und ist mit einigen steileren, steinigen und wurzeligen Passagen bergauf wie bergab versehen. Ein Besuch der NS- Ordensburg „Vogelsang“ („Fu?hrungsschule“ der NSDAP) ist empfehlenswert. Ab Heimbach will ich Kilometer machen, verlasse den Pfad und folge dem Radweg D7. In Bad Godesberg gilt es mit dem Rhein eine natu?rliche Grenze zu nehmen. 1,60 Euro reichen fu?r die Fa?hre nach Ko?nigswinter als „Zoll“. Weiter geht es am na?chsten Tag ab Ittenbach, nun schon mit leichtem Muskelkater vom durchquerten Siebengebirge, ins Siegtal. Spa?ter folge ich dem Verlauf der „Tour de Reichshof “, der anspruchsvollsten Tour der Radregion Rheinland. Das Bergische Land ha?lt, was der Name verspricht. Steigungen und Abfahrten wechseln sich in teils langen Serpentinen ab. Ab dem Biggestausee geht es u?ber alte Bahntrassen bis in die Innenstadt von Olpe. Der na?chste Tag wartet mit dem Kahlen Asten als ho?chste Erhebung (knapp 842 m u?.NN) auf. Ich lasse es zuna?chst gemu?tlich angehen, folge der Landstraße und Radwegen in Na?he des Wanderwegs. In Saalhausen lohnt es sich, die alten Fachwerkha?user zu bewundern. Dann geht es stetig bergauf u?ber locker bis steinige Waldwege. Auf dem Kahlen Asten dann das pure Erfolgsgefu?hl: u?ber Ausblicke, Sonnenschein und den geschafften Anstieg – trotz E-Bike eine Leistung. Der nahe Wintersportort Winterberg bietet sich mit zahllosen Hotels als Etappenziel an. U?berna?chster Tourtag: Bad Wildungen mit dem scho?nsten hessischen Garten liegt auf der Route. Der Radweg fu?hrt mitten durch den gro?ßten Kurpark Europas. Das Etappenziel Waldkappel profitierte nach der Grenzo?ffnung vom Besucherstrom aus dem Osten, der im Laufe der Zeit abklang. Wenn die Menschen der Region u?ber „Fo?rderungen und Soliabgabe“ reden, ist der Tenor klar: „Dru?ben ist alles neu, wa?hrend bei uns vieles zusammenbricht“. Entlang des Elisabethpfades, einem alten Pilgerweg, fu?hrt meinWeg weiter. Kurz vor Creuzburg u?berquere ich bei Ifta erstmals die ehemalige innerdeutsche Grenze. Der einstige Grenzstreifen ist mit einer Gesamtla?nge von etwa zehn Kilometern Teil des Biotop-Verbundes „Gru?nes Band Deutschland“ und steht unter Naturschutz. In Creuzburg erfahre ich von anderen Radlern mehr u?ber die Befahrbarkeit des nahenden Rennsteigs. Waldwege und Wurzelstrecke: nichts fu?r ein Tourenrad. Ich folge der Werra bis Ho?rschel, weiche vom Weg ab, um die Lutherstadt Eisenach zu besuchen. Ein lohnenswerter Abstecher: Die Innenstadt und die Wartburg sind ein Muss. In Friedrichroda finde ich im Thu?ringer Hof Unterkunft und komme im Biergarten mit Einheimischen ins Gespra?ch. „Es war nicht alles schlecht, und es ha?tte durchaus gereicht, wenn es bei zwei Staaten geblieben wa?re, wenn wir ha?tten reisen ko?nnen“, so eine Aussage, wa?hrend weitere Ga?ste die ehemaligen Kitas loben. Gru?nau, einige Kilometer die Saale aufwa?rts gelegen, hat ein Gasthaus. Ein Kleinod aus dem Jahr 1908. Mit Gru?ndung der DDR befand es sich inmitten der Sperrzone, durfte eigentlich nicht mehr betrieben werden. Die U?bernachtung hoher Richter aus dem damaligen Regime brachte eine kleine Wende fu?r die Betreiber. Die Sperrschilder wurden ein Stu?ck nach hinten zum Waldrand versetzt, die Existenz des Hauses war gesichert, wenn auch Ga?ste nicht mehr hier u?bernachten durften. Die Wirtin weiß noch von Trabbi-Kolonnen zu Zeiten der Grenzo?ffnung zu erza?hlen. Hinter Bad Steben in Bayern wird es richtig hu?gelig. Von der ehemaligen Grenzlinie ist nichts zu erkennen. Lediglich eine gru?ne Schneise inmitten des Waldes la?sst den ehemaligen Verlauf erahnen. In der Region um Bad Steben war zu Zeiten des Eisernen Vorhangs die Welt zu Ende. Viele Westdeutsche kamen, um einen Blick hinter diesen Vorhang zu werfen. Die Gastleute aus meinem Quartier, dem Haus Katharina, brichten u?ber die Zeit, als die ersten Zu?ge aus Prag ins nahe gelegene Hof einrollten. Man fuhr nach Hof, um die Ankommenden zu begru?ßen und ihnen in der Stadthalle eine erste Notunterkunft zu bieten. Die letzte Steigung der Reise fu?hrt nach Mo?dlareuth und ist hart. Mo?dlareuth, bekannt als geteiltes Dorf, bietet heute ein lebendiges Grenzmuseum mit gut erhaltenen Anlagen und Erkla?rungen zur DDR-Grenzsicherung. Neben dem Museum ist ein Stu?ck des Grenzzauns erhalten geblieben. Auch wenn die Grenze gefallen ist, bleibt der Ort heute verwaltungstechnisch geteilt: zwischen den La?ndern Thu?ringen und Bayern. Die Post aus zwei Gemeinden wird zugestellt und es existieren unterschiedliche Postleitzahlen sowie Vorwahlen fu?r ein und denselben Ort. Die Einwohner gru?ßen mit „Guten Tag“ einerseits, wa?hrend die „andere“ Seite ein herzliches „Gru?ß Gott“ entgegenbringt. Kulturelle Teilung innerhalb eines offenen Raumes. Der o?stlichste Punkt meiner Reise ist mit Mo?dlareuth erreicht. Nur noch ein Stu?ck folge ich dem alten Grenzstreifen entlang des „Gru?nen Bandes“. Auf dem fast 1.400 Kilometer langen Gela?ndestreifen entlang der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze wird ein Gru?ngu?rtel geschaffen. Mit dem Tourenrad wird es mu?hsam voranzukommen. Steigungen und Abfahrten sind teils fast schon extrem und die Befahrbarkeit der Betonwabensteine grenzt an eine Ru?ttelpartie. In Nordhalben, wo ich mich im Hotel zur Post zum letzten Mal voru?bergehend einrichte, fu?hlt sich mein Akku beinahe so leer an wie der meines E-Bikes. Anstrengend war es, aber sehr anregend.

Länge der Tour

780 km

Geeignet für

Etappen

1.

Aachen – Simmerath:62 km

2.

Simmerath – Ittenbach:106 km

3.

Ittenbach – Olpe:88 km

4.

Olpe – Winterberg:73 km

5.

Winterberg – Frankenau:58 km

6.

Frankenau – Waldkappel:96 km

7.

Waldkappel – Friedrichroda:85 km

8.

Friedrichroda – Bad Steben:143 km

9.

Bad Steben – Nordhalben:69 km

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Pamir Highway

Zum ersten Mal begegnen mir Ausla?ufer des Pamir-Gebirges in Form von schlammigen Wassermassen auf dem Weg nach China in der trockenen Karkum-Wu?ste. Das fu?r viele fast unbekannte Tadschikistan ist ein Hochgebirgsland. Ja?hrlich ziehen dutzende Reiseradler in den Sommermonaten u?ber den Pamir, Bindeglied zwischen der tadschikischen Hauptstadt Duschabe und der kirgisischen Stadt Osch. Mit einer recht großen Gruppe verlasse ich die kleine Hauptstadt und finde mich wenige Tage spa?ter in einer steilen Felsschlucht wieder, welche Afghanistan von Tadschikistan trennt. Die holprige Piste fu?hrt entlang eines wilden Flusses, der in den vergangen Tagen ganze Straßenstu?cke aus den Felswa?nden gerissen hat, die nun links und rechts emporragen. Die hohen Schneemassen des vergangenen Winters schmelzen unter der Sommersonnenhitze dahin, und mit ihnen sackt auch die eine oder andere wackelige Bru?cke unter den scha?umenden Fluten zusammen. Schlammlawinen mu?nden aus Seitenta?lern, Kilometer sammeln sich nur widerwillig auf dem Tacho. Der autonomen Provinz Berg-Badachschan folgen wir fu?r 20 Tage auf dem Grenzpfad. Die Lage zwischen Tadschikistan und Afghanistan ist angespannt, das Milita?r patrouilliert. Aber es ist viel mehr die unerreichbare Kultur am anderen Flussufer, die mein Interesse weckt. Kleine Do?rfer am Flussufer, gebaut aus Lehm und Stroh, vereinzelte Ba?ume und Menschen in Kutten, oft mit u?berladenen Packeseln folgen einem noch viel du?nneren Pfad. Ein Dasein in einfachsten Lebensformen, im Schatten der Berge. Gelegentlich trennt uns nur ein Steinwurf voneinander. Aber es ist doch so viel mehr, was mich zuru?ck ha?lt, dieses wunderscho?ne Land Afghanistan zu besuchen. Auch auf der tadschikischen Uferseite ist es pra?chtig. Kleine Do?rfer, behutsam angelegte Gemu?sega?rten, duftende Blumen und Hohlza?une, zwischen denen Rinder und Schafe grasen. Mit einem Mal taucht man in ein anderes Zeitalter. Keine Verbindung zur Außenwelt, keine Hektik. Noch fehlt mir etwas Russisch (oder Pamiri) zur Versta?ndigung. Das erlernt sich allerdings rasch. Die Verbindung zu den Menschen ist a?ußerst angenehm. Ich entscheide mich, den Pamir sowie die Gruppe zu verlassen und auf eigene Faust fu?nf Tage einem Wanderpfad fu?r Nomaden und Hirten zu folgen. Er fu?hrt durch den Zurkul Nationalpark, vorbei an Gletscherseen u?ber ein gru?nes Plateau mit weitem Blick auf den Hindukusch. Mit nur diesen Informationen und der Aussicht keine andere Seele zu treffen, fahre ich leicht aufgeregt mit 20 kg Lebensmitteln durch den letzten Milita?r-Checkpoint. Erst nachdem ich eine Runde Wodka spendiere, la?sst man mich endlich passieren. Es werden die wohl intensivsten und landschaftlich scho?nsten Tage, die ich auf dem Fahrrad erleben durfte. Diese Gegend tra?gt den Namen „Das Dach der Welt“. Und so fu?hlt es sich auch an. Ein greifbar blauer Himmel, endlos sattes Gru?n, welches sich durch die Ta?ler bis hin an die Flanken der weißen Riesen schmiegt. Berglandschaften, die einen fo?rmlich einsaugen und sich in ihrer Scho?nheit kaum fotografieren lassen. Wunderscho?ne Plateaus liegen vor mir – Paradiese einer kargen Stille. Einzig ein kleiner verlorener Trampelpfad weist mir den Weg. Nach drei Tagen erreiche ich die ersten Nomaden, u?bernachte in einer Jurte aus dem Bilderbuch. Ein Magen gefu?llt mit Yakbutter und wildem Marco-Polo-Schafsfleisch schafft eine willkommene Abwechslung zu Reis und Pasta. In der Jurte ist es kuschelig warm, hat es doch nachts klirrende -10°C hier oben auf dem Dach der Welt. Jedes Tal bringt ein neues Geschenk, entpuppt es sich doch neuartiger als jenes zuvor. Ich bin entzu?ckt, kann diese Scho?nheit der Felsformationen und Farbmuster, diese unglaubliche Weite und Einsamkeit kaum erfassen. Manchmal vergesse ich fast, auf welcher Ho?he ich mich befinde. Eines Abends ist das Wasser in meinen Flaschen leer. Auf einmal erspa?he ich auf einem Berg ein großes, fremdartiges Bauwerk, wie ich spa?ter herausfinde das Shorbulak Observatorium. Kurz entschlossen mache ich mich auf und schiebe fu?r eine Stunde mein Fahrrad qualvoll auf den 4.400er. Jeder Atemzug fa?llt hier schwer. Die Sonne geht schon unter, als ich auf dem Gipfel ankomme. Keine Menschenseele! Ich verzweifle fu?r einen Moment und entscheide dann, in das runde Geba?ude einzubrechen. Ich finde Protokolle u?ber Sternexplosion und komplizierte Rechnungen, alte Pelzjacken und versteckte Liebesbriefe. Jegliche Notizen ho?ren nach dem Mai 1982 plo?tzlich auf. In einem Schrank stehen noch Salz, Butter und Konserven, welche seit 25 Jahren ihrem Ablaufdatum nachtrauern. Und dann steht da neben einem Kachelofen ein alter verschlossener Wassertank. Drei Liter braunes Wasser kann ich ihm entnehmen. Es reicht fu?r eine schmackhafte Mahlzeit und schwarzen Kaffee. Den ho?chsten und letzten Pass – genannt Ak-Baital – erklimme ich zusammen mit Micha, einem Schweizer. Radfahren auf einer Ho?he von viereinhalbtausend Metern, wie es die ho?chsten Berge der Alpen kaum schaffen. Stolz schießen wir ein Foto, ko?nnen kaum reden, da das Atmen schwer fa?llt.

Geeignet für

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Istanbul — Iran

Hallo Marc, wo kommst Du her und wie alt bist Du?
Ich bin 34 Jahre alt und wohne in Ko?ln.

War Istanbul – Teheran Deine erste lange Radreise?
Nein, aber es war erst meine zweite. Im Juni 2014 fuhr ich schon einmal von Ko?ln nach Istanbul und zuru?ck – sozusagen die erste Etappe. Ich wollte eigentlich von Istanbul aus nach Deutschland zuru?ckfliegen, aber als ich in Istanbul ankam, empfand ich es irgendwie als falsch, diesen einfachen Weg zu nehmen. Also entschied ich mich umzudrehen und mit dem Rad zuru?ck zu fahren. Am Ende hatte ich rund 6.000 km auf dem Tacho und 40.000 Ho?henmeter bewa?ltigt. Ich hatte 54 Tage im Sattel verbracht und 16 La?nder durchquert, alles auf meiner ersten großen Radreise u?berhaupt.

Man kann also sagen, es hat Dich gepackt. Hattest Du Dich besonders auf die Reise vorbereitet?
Eigentlich habe ich mich nicht besonders auf die Reise vorbereitet, aber ich fahre sowieso jeden Tag Rad. Nach einer Weile gewo?hnt sich dein Ko?rper (und deine Beine) daran, lange Distanzen auf dem Rad zuru?ckzulegen. An den ersten Tagen fa?llt es dir vielleicht noch schwerer, aber irgendwann kann man ganz locker 100 und mehr Kilometer am Tag fahren (je nach Straßenqualita?t, Bergen und Hitze). Das beste Training ist einfach, das Rad im Alltag fu?r jede Strecke zu nutzen. Eduard vom „Veloku?che“-Laden in Ko?ln, ein befreundeter Mechaniker, hat mir ein wenig Reparatur-Unterricht gegeben, um zumindest kleinere, technische Probleme selbst zu lo?sen. Aber wa?hrend meiner zwei Reisen hatte ich u?berhaupt kein Problem abgesehen von ein, zwei Platten. Nach meiner Erfahrung ist die gro?ßte Herausforderung einer Solo-Radreise eine psychische. Du verbringst Tag fu?r Tag mit dir selber und deinen Gedanken. Manchmal sprichst du tagelang mit niemandem. Du musst es wirklich genießen – und aushalten – ko?nnen, allein zu sein.

Du bist durch viele La?nder gefahren, deren Sprache du nichts sprichst. Wie hast du dich versta?ndigt?
Ich bin schon ziemlich viel in der Welt herumgekommen und es ist eigentlich in jedem Land a?hnlich: Selbst wenn du nicht die Landessprache sprichst oder dort niemand Englisch spricht, kannst du immer irgendwie mit den Menschen kommunizieren. Manchmal ist die einzige Form der Kommunikation dann Zeichensprache. Das ist meistens ziemlich lustig – fu?r beide Seiten – und fu?hrt ha?ufig zu amu?santen Missversta?ndnissen.In der Tu?rkei konnten viele Englisch, manche sogar Deutsch, aber es wurde bereits in Georgien und Armenien schwieriger, weil dort kaum jemand Englisch spricht. Iran war eine besondere Erfahrung. Abseits der gro?ßeren Sta?dte spricht kaum jemand Englisch, aber die Einheimischen sind so hilfsbereit und treten gerne mit dir in Kontakt. Sie rufen dann meist jeden an, den sie kennen, um jemanden zu finden, der Englisch spricht und u?bersetzen kann. Einige Male haben sie sogar fremde Menschen angerufen, zum Beispiel den Dorfarzt oder Lehrer, in der Hoffnung, dass sie ein wenig Englisch ko?nnen… Aber ist es auf der ganzen Welt immer gleich, ein La?cheln und ein freundliches Gesicht sind meist genug und werden von jedem verstanden.

Welche La?nder hast du durchquert und was waren deine Eindru?cke dort?
Ich bin durch die Tu?rkei, Georgien, Armenien und Iran geradelt. Den gro?ßten Eindruck in jedem dieser La?nder hat die erstaunliche Gastlichkeit und Freundlichkeit gemacht sowie die Vielfalt der Landschaft und Natur. Es hat in der Tu?rkei damit begonnen, dass ich fast bei jeder Pause einen kostenlosen Chai (Tee) bekommen habe. In Georgien hat mich die Natur total umgehauen, fu?r so ein kleines Land ist sie erstaunlich vielfa?ltig: das Schwarze Meer, die beeindruckenden und rauen Berge des Kaukasus und die Halbwu?sten waren wunderscho?ne Orte zum Radfahren mit scho?nen Pla?tzen zum U?bernachten. In Armenien sind die Menschen unglaublich freundlich und neugierig – manchmal bezahlen sie dir deinen Einkauf oder geben dir kleine Geschenke, Widerstand zwecklos! Das Land hat auch eine wunderscho?ne Natur, besonders um den Seevan-See. Dort ist es auch sehr bergig, so dass die Tagesstrecken ziemlich anstrengend waren. Im Iran hat JEDER mir zugewunken, wollte mir die Hand geben oder ein Foto machen oder mich einfach im Land willkommen heißen. Iran ist ein Land, in dem dich sogar die Polizei anha?lt – und auf eine Tasse Tee einla?dt! Wenn man sich wie ein Prominenter fu?hlen mo?chte, sollte man in den Iran fahren.

Wo hast du gewo?hnlich u?bernachtet?
Meistens habe ich irgendwo im Zelt geschlafen – wild, ha?ufig in wunderscho?ner Umgebung aber auch mal direkt neben einer Hauptstraße oder hinter einer Tankstelle… Manchmal habe ich Anwohner gefragt, ob ich auf ihrem Grundstu?ck zelten durfte und habe dann oft sogar ein kostenloses Fru?hstu?ck bekommen. Wenn es u?ber mehrere Tage geregnet hat und sowohl ich als auch meine Kleidung trocknen mussten – oder mal wieder gewaschen werden mussten (die la?ngste Zeit ohne Dusche waren 7 Tage) –, dann habe ich mir eine Nacht im Hostel, einer Gastfamilie oder sehr selten einem Hotel gego?nnt. Im Iran habe ich jeden Tag Einladungen von vielen Menschen bekommen, die mich zu sich nach Hause gebeten haben.

Was war dein scho?nstes Erlebnis wa?hrend deiner Reise?
Ich hatte so viele scho?ne Erlebnisse wa?hrend meiner Reise. Es ist eigentlich unmo?glich, nur eines auszuwa?hlen.In Armenien habe ich einmal angehalten, um meine Wasserflaschen aufzufu?llen. Dort standen auch etwas finster aussehende Soldaten, die ihre Wassertanks in den LKWs aufgefu?llt haben. Nach ein wenig Smalltalk wurden sie freundlicher und wir haben ein Bier zusammen getrunken (sie haben mich sogar dazu herausgefordert, ein Bier auf Ex zu trinken), und wir hatten viel Spaß zusammen, haben rumgealbert – alles am Vormittag um 11 Uhr, vor einem langen Anstieg… In Georgien bin ich durch ein kleines Dorf gefahren und habe ein paar Kinder gesehen, die Fußball gespielt haben. Es war ein harter Tag mit einer 120-Kilometer-Etappe, deshalb wollte ich die Kinder fragen, ob sie einen Platz wu?ssten, wo ich schlafen ko?nne. Sie haben mich natu?rlich nicht verstanden, also habe ich stattdessen mit ihnen Fußball gespielt. Plo?tzlich hat es angefangen sehr stark zu regnen, und ich habe mein Zelt einfach auf dem Fußballplatz aufgeschlagen und mich hineingelegt. Etwas spa?ter kam ein kleiner Junge und lud mich ins Haus seiner Familie ein, aber weil das Zelt schon nass war, habe ich abgelehnt. Nach einer Weile kam eine alte Frau, hat mich geweckt und mir Ka?se, Brot und selbstgemachten Wein gebracht. Am Morgen kam der kleiner Junge wieder, dieses Mal mit Brot, Butter, heißem Tee und einer Flasche Chacha – sehr starker, selbstgebrannter Schnaps mit bis zu 70 % – zum Fru?hstu?ck! Im Iran habe ich gerade mein Lager unter ein paar Ba?umen aufgeschlagen, als zwei junge Ma?nner vorbeikamen, um „Hallo“ zu sagen. Ich habe sie gefragt, ob es in Ordnung sei, dort zu campen und sie sagten „Ja“. Wir haben uns die Hand drauf gegeben, und sie sind weggegangen. Etwa 20 Minuten spa?ter kamen sie wieder mit einer Thermoskanne Tee, einer Tasse, Zucker und Wassermelone, dann sind sie wieder gegangen. Ich habe also ein wenig Tee getrunken, etwas von der Wassermelone gegessen und mich dann ins Bett gelegt. Nach einer Stunde wurde ich von vielen Stimmen aufgeweckt, und als ich aus meinem Zelt geguckt habe, waren da etwa 12 Menschen mit Taschenlampen. Die beiden jungen Ma?nner haben mehr oder weniger das halbe Dorf mitgebracht, um mich zu begru?ßen.

Wie viele Kilometer bist du durchschnittlich jeden Tag gefahren, was war der ho?chste Anstieg?
Durchschnittlich bin ich etwa 100 Kilometer am Tag gefahren, mit einem Anstieg von 1.000 Ho?henmetern. Der ha?rteste Tag war die Fahrt in Georgien zur russischen Grenze: 160 km mit einem Anstieg von 3.225 Metern!

Wie ist es dir gelungen, so lange aus dem Alltag auszusteigen – was machst du, wenn du gerade nicht Rad fa?hrst?
Ich bin selbststa?ndig und arbeite momentan als Messebauer. Aber eigentlich mache ich alles fu?r Geld. Reisen ist ein wichtiger Teil meines Lebens und ich tue alles, um die Welt zu sehen und sie fu?r mich ein wenig kleiner zu machen. Reisen erweitert deinen Horizont und verbindet Menschen aus unterschiedlichen Nationen. Zum Beispiel im Iran: Mit dem Fahrrad durch das Land zu fahren, war so eine positive Erfahrung und hat mir gezeigt, dass das Bild, was uns die Medien zeigen, manchmal auch falsch sein kann.

Man konnte deiner Reise in den sozialen Netzwerken folgen. Dabei hat man gemerkt, wie vielfa?ltig die Regionen waren, durch die du gefahren bist. Wie hast du das richtige Equipment ausgewa?hlt?
Wenn ich eine Reise plane, dann habe ich keine festgelegte Strecke. Ich fahre einfach los, gucke wie weit ich komme, spreche mit Ortskundigen und anderen Reisenden u?ber die Straßen, Strecken, Orte usw. Wenn es natu?rlich um das Equipment geht, ist das was anderes. Du musst wissen, wie das Wetter sein wird, wie die Straßen sind oder ob es mo?glich ist, Ersatzteile nachzukaufen. Fu?r Radtouren oder Bikepacking ist es wichtig, dass man zuverla?ssiges, leichtes Equipment mit kleinem Packmaß hat. Ich habe mich fu?r ein 1-Personen-Zelt fu?r 3 Jahreszeiten entschieden, das nur 1,2 Kilo wiegt und starken Regen und Wind u?berstehen kann. Meiner Meinung nach ist es wichtig, dass das Zelt freistehend ist, so dass man auch auf hartem Untergrund campen kann, wo man keine Heringe benutzen kann. Es ist dagegen nicht so einfach, den richtigen Schlafsack zu finden (entweder er ist zu warm oder zu kalt), aber ich habe mich fu?r einen 850+ cuin Daunenschlafsack entschieden, der nur 500 Gramm wiegt, ein sehr kleines Packmaß hat und dabei einen Temperaturspanne von 2 bis 10°C hat. Das wichtigste ist aber die Isomatte. Ich habe einige probiert, bevor ich die ?perfekte gefunden habe. Es ist wirklich wichtig, dass man nach einem anstrengenden Tag auf dem Sattel gut schla?ft. Außerdem habe ich noch einen kleinen Kocher, der eigentlich mit allem befeuert werden kann, was brennt. In den La?ndern, durch die ich gefahren bin, ist es manchmal schwer, Gas oder Alkohol zu bekommen. Benzin ist dagegen kein Problem, und es ist billig, wirklich sehr billig. Natu?rlich brauchst du nicht dieses ganze Hightech-Zeug um eine Radreise zu machen, aber mir macht es einfach mehr Spaß, wenn man leichtes Gepa?ck dabei hat und das Equipment zuverla?ssig ist.

Dein Beyond-Fahrrad scheint auf deine perso?nlichen Anspru?che angepasst zu sein. Worin unterscheidet es sich vom Serien-Rad?
Ich habe nur einige wenige Komponenten gea?ndert oder ersetzt. Ich habe einen Lenkeraufsatz von Profile Design erga?nzt, so hat man auch bei starkem Gegenwind oder auf langen, flachen Strecken eine entspanntere Position. Ich habe meinen zuverla?ssigen Flite-Sattel von Selle Royal auf das Rad montiert und einen Son-Dynamo mit USB-Schnittstelle, um mein Handy, meine Kamera, meinen MP3-Player, mein Licht etc. zu laden. Abgesehen davon ist das Rad so, wie es aus dem Karton kam.

Was hast du von der Serien-Version des Rades an deinem Rad gelassen. Was gefa?llt dir am besten, was hast du gea?ndert und warum?
Ich habe fast alles von der Serienausstattung am Rad gelassen, außer die Reifen und den Sattel. Ich brauchte einen Reifen, der sich besser zum Fahren auf unterschiedlichen Oberfla?chen eignet. Die meiste Zeit bin ich auf Asphaltstraßen gefahren, also brauchte ich Reifen, die gut auf Asphalt rollen. Die anderen Wege waren nicht gepflastert, also musste der Reifen fu?r alle Oberfla?chen geeignet sein. Ich mag den Lenker sehr gerne, weil er die Mo?glichkeit fu?r viele unterschiedliche Handstellungen bietet und man auf schwierigen Downhill-Passagen durch unebenes Gela?nde gut die Kontrolle beha?lt. Ich mag auch den Antrieb sehr gerne. Die U?bersetzung war einfach perfekt, sowohl fu?r Anstiege in den Bergen, auch vollbeladen, als auch fu?r hohe Geschwindigkeiten auf geraden, flachen Straßen. Ein anderes tolles Ausstattungsplus ist, dass man bis zu 5 Flaschenhalter montieren kann!

Geeignet für

f

Westerwald

Die Tour beginnt in Wissen (Sieg) auf dem Nister-Radweg und fu?hrt Sie zuna?chst in die wildromantische Kroppacher Schweiz, wo sich die Nister u?ber Jahrtausende in die Landschaft eingegraben hat und die charakteristischen Felswa?nde entstehen ließ. Den alltagsgeu?bten Radfahrer erwarten hier einige sportliche Anstiege aus dem Tal auf die umliegenden Anho?hen hinauf. Mit dem E-Bike nehmen Sie diese Herausforderungen mit Schwung. Am „Deutschen Eck des Westerwaldes“ bei Heimborn-Ehrlich, wo die Kleine Nister in die Große Nister fließt, lohnt sich ein kurzes Innehalten und Rasten mitten in der gru?nen Natur. Nach wenigen Kilometern erreichen Sie eine weitere Sehenswu?rdigkeit des Westerwaldes: das Kloster Marienstatt mit Klostergarten. Im Brauhaus mit Restaurant bieten die Zisterziensermo?nche Ko?stlichkeiten aus der Klosterku?che und selbstgebrautes Bier an, das Sie im Sommer auch im Biergarten genießen ko?nnen. In der kleinen Residenzstadt Hachenburg erwarten Sie die malerische Altstadt mit Fachwerkha?usern, der Alte Markt und das Landschaftsmuseum Westerwald. Na?chstes Ziel ist der Kurort Bad Marienberg mit seinem Barfußpfad und Apothekergarten, Wildpark sowie Basaltpark. Stetig bergan fu?hrt die Tour weiter durch kleine Wa?ller Do?rfer Richtung Fuchskaute, mit 657 m die ho?chste Erhebung des Westerwaldes. Genießen Sie die Weitblicke u?ber die Ho?hen von einem Horizont zum anderen und den frischen, klaren Wind. Auch hier besteht die Mo?glichkeit zur Einkehr. Nun folgt ein leichterer Streckenabschnitt der Radtour auf dem Radweg Westerwaldschleife. U?ber Homberg und Rehe mit seinem historischen Fachwerk-Rathaus geht es talwa?rts, an dem Naturschutz- und Naherholungsgebiet Krombachtalsperre vorbei (2 km bis zur Staumauer) und weiter nach Rennerod. Schon bald erreichen Sie den Secker Weiher und kurz darauf den Wiesensee, ein beliebtes Ausflugs- und Naherholungsziel mit Einkehr- und Rastmo?glichkeit. Ab Westerburg besteht eine direkte Bahnverbindung zuru?ck nach Wissen. Durchatmen und neue Kraft tanken: Lassen Sie den Alltag hinter sich und finden Sie Ausgeglichenheit. Im Westerwald.

Länge der Tour

ca. 96 km

Geeignet für

Radwandern

Etappen

1.

Wissen (Sieg) – Kloster Marienstatt – Hachenburg – Bad Marienberg – Fuchskaute – Krombachtalsperre – Rennerod – Wiesensee – Westerburg:

Westerwald Touristik-ServiceKirchstraße 48aMontabaur(02602) 3001-0mail(at)westerwald.infowww.westerwald.infofVerleihserviceE-Bike-Verleihstationen in Wissen, Hachenburg, Bad Marienberg, Rennerod und am Wiesensee.Übernachtungs- und Einkehrmöglichkeitenu. a. in Wissen, Kloster Marienstatt, Hachenburg, Nistertal, Bad Marienberg, Westerburg, Fuchskaute, Rennerod, Wiesensee.

Ferienregion Dachstein Salzkammergut

Am Fuße des imposanten Dachstein-Massivs arrangieren sich die vier typischen Salzkammergut Orte Bad Goisern, Gosau, Hallstatt und Obertraun. Das Landschaftsbild pra?sentiert sich abwechslungsreich in einem Wechselspiel aus glitzernden Seen, ausgedehnten Wa?ldern, schroffen Felswa?nden und traditionellen Ha?userfassaden. In einer der wenigen heimischen UNESCO-Welterberegionen finden Urlauber nicht nur ein unvergessliches Naturschauspiel, sondern passieren auch unza?hlige Kultursta?tten, etwa in Hallstatt und im Hallsta?tter Hochtal. Ganz nach Geschmack kombinieren Sie die Trails in verschiedensten Schwierigkeitsgraden, Verschnaufpausen fu?r Sightseeing, revitalisierende Hu?ttenstationen. Erleben Sie dieses einzigartige Flair mit dem Bike, Rad oder Elektro-Pedalo auf einem Streckennetz von stolzen 1.400 Kilometer. Von extremen Ho?henmetern, u?ber gemu?tliche Genusstouren bis zur E-Bike Runde findet hier jeder die richtige Strecke fu?r seine Anspru?che. Unvergleichlich ist die Route entlang der Ewigen Wand, die eine Portion Nervenkitzel garantiert. Rund 4.900 Ho?henmeter legen anspruchsvolle Touren wie die bekannte Dachsteinrunde vor. Das ambitionierte Ziel dieser Runde: in 3 Tagen um den Dachstein, bei 4 auswa?hlbaren Schwierigkeitsgraden. Entspannter geht es da schon mit dem E-Bike zu – welches u?brigens Vor-Ort ausgeliehen werden kann – oder man wa?hlt von vornherein eine gemu?tliche Uferstrecke. Der Ostuferweg la?dt entlang des Hallsta?tter Sees den Blick zum Schweifen ein und der neue Koppentalweg ero?ffnet eine einzigartige Verbindung ins Ausseerland. Unza?hlige Partnerbetriebe in der Ferienregion Dachstein-Salzkammergut sind auf die Bedu?rfnisse der Biker eingestellt. Das Spektrum reicht hier von Unterku?nften entlang der Strecken, u?ber Verleih- und Servicestellen, Shuttles bis zu Bike-Guides fu?r gefu?hrte Touren und Trainings.Also, auf die Ra?der, fertig, los.

Geeignet für

RennradMountainbikeRadwandernFerienregion Dachstein SalzkammergutKirchengasse 4Bad Goisern am Hallstättersee+43 (0) 6135 8329-0info(at)dachstein-salzkammergut.atwww.dachstein-salzkammergut.atfFrühlings-BikewochenendeGönnen Sie sich drei Tage Frühlingserwachen im Salzkammergut… dann wenn die Felder noch nicht gemäht sind und wunderschöne Wildblumen auf den Almen ihre Pracht entwickeln. 3 Übernachtungen inkl. HP und tägl. Energiepaket. Mountainbike-Karte-Salzkammergut & MTB-Touren-Info (ANKOMMEN und LOSRADELN – wir halten alle Tipps für Sie bereit!); Preis: pro Person 208 Euro. Landhotel Agathawirt, A-4822 Bad Goisern, Tel: +43(0)6135 8341; www.agathawirt.at.Bike Package3 Übernachtungen (Do–So) mit Halbpension. 2 professionell geführte Touren/individuelle Tourenplanung nach Absprache mit dem Guide. Fahrtechnikeinführung vor und während der Tour. 2 Sportmassagen (à ca. 40 Min.). Freie Nutzung der Sauna- und Badelandschaft mit beheiztem Außenschwimmbecken. Bademantel, Badetuch sowie Badetasche für die Dauer Ihres Aufenthaltes. Ein kostenfreier PKW-Tiefgaragenplatz. Preis: pro Zimmer pro Person 347 Euro (kein EZ-Zuschlag). Angebot gültig ab Mai bis Ende Oktober 2016. Kurzentrum Bad Goisern, A-4822 Bad Goisern, Tel.: +43(0)6135 20400; www.kurzentrum.com.Das Super-Bikepackage5 Tage/4 Nächte (Anreise täglich möglich). Inkludierte Leistungen: Begrüßungsgetränk, Frühstücksbuffet, 3-Gang-Abendwahlmenü, Kaffee, Tee und Kuchen am Nachmittag, Bike-Lunchpaket, gratis Fassbier von 18 bis 22 Uhr im Restaurant; sowie freitags von 18 bis 21 Uhr After-Bike-Party mit Livemusik; 1 MTB-Karte und 1 leichte, geführte MTB-Tour. Preis: pro Person für 4 Nächte 269 Euro. Gasthof Hotel Moserwirt, A-4822 Bad Goisern, Tel.: +43(0)6135 8231-0; www.moserwirt.at.

Ostfriesland

Die scho?nsten Streckenabschnitte des Radwegenetzes fu?hren dabei direkt am Wasser entlang. Im Su?dwesten Ostfrieslands pra?gen Flu?sse und Kana?le die Landschaft. Urspru?nglicher als auf der 170 km langen Ostfrieslandtour „Wasser und Weite“ kann man den Landstrich o?stlich des Dollarts kaum erkunden. Start und Ziel der Tour ist Leer. Hier lohnt sich ein Bummel durch die wunderscho?ne Altstadt mit scho?nen kleinen Gescha?ften, dem Teemuseum und dem historischen Museumshafen. Die Auftaktetappe fu?hrt nach Weener. Hier la?dt der alte Hafen zum Verweilen ein. Danach geht es weiter ins urige Fischerdorf Ditzum wo man fangfrischen Fisch genießt. Nach einer Minikreuzfahrt u?ber die Ems mit Blick auf das Emssperrwerk fa?hrt man durch den Hammrich, eine fu?r Ostfriesland typische Landschaft, die von Wasserla?ufen durchzogen ist. Vorbei an schnurgeraden Fehnkana?len mit ihren weißen Klappbru?cken geht es nach Wiesmoor der bekannten Blumenstadt. Auf der letzten Etappe offenbart sich die ostfriesische Weite entlang der Flu?sse Ju?mme und Leda. Die Leda u?berquert man u?ber die schmalste Autobru?cke Deutschlands undan der historischen „Pu?nte“ bei Amdorf setzt der Fa?hrmann noch wie in alten Zeiten mit seiner handgezogenen Fa?hre u?ber den Fluss.Kurs Nord-Nordost steht im Logbuch der 199 km langen Ostfrieslandtour „Alte und neue Ha?fen“. Eine frische Brise Nordseeluft, Seemannsgarn und jede Menge Hafenromantik sind unterwegs garantiert. Glu?ck bringt ein Klapps auf den Hintern der Bronzeskulptur zweier Seema?nner am historischen Siel- und Kutterhafen in Neuharlingersiel. Gleich drei Ha?fen gibt es in Carolinensiel, die man am besten vom Raddampfer Concordia vom Wasser aus erkundet. Und ganz historisch ist der Sielhafen von Hooksiel mit seinen alten Packha?usern. Urspru?ngliche Hafenatmospha?re und Seemannsgeschichten gibt es im Vareler Hafen im Spijo?o?k. Allen Sielha?fen gemein ist, dass es dort richtig gute Fischbro?tchen und das friesisch-herbe Jever Pilsener zur Erfrischung gibt. Und dann gibt es neben den alten historischen Sielha?fen den Container-Tiefwasserhafen JadeWeserPort. Hier legt man auf seiner Radtour ab zu einer Reise ins 21. Jahrhundert, denn hier legen die gro?ßten Containerschiffe der Welt an und lo?schen ihre Ladung.

Geeignet für

RadwandernOstfriesland Tourismus GmbHLedastraße 10Leer(0491) 91 96 96 60urlaub(at)ostfriesland.dewww.ostfriesland.defArrangements3 Übernachtungen im Hotel mit Gepäcktransport, Kartenmaterial und Tourenführer auf der Tour „Wasser und Weite“ ab 209,00 Euro pro Person im DZ oder 4 Übernachtungen im Hotel mit Gepäcktransport, Kartenmaterial und Tourenführer auf der Tour „Alte und neue Häfen“ ab 279,00 Euro pro Person im DZ.Katalog und KartenmaterialBuchbare Arrangements und weitere Informationen zu den Ostfrieslandtouren sowie Sternfahrten und Unterkünfte enthält der Radkatalog. Alle vier Ostfrieslandtouren (Maßstab 1:100.000) und 36 Detailkarten (Ortsdurchfahrten 1:25.000) gibt es gebündelt auf der Radkarte Ostfriesland für 5,50 Euro. Online: Unter www.ostfriesland-routenplaner.de können die Touren auch online geplant werden.