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Start Blog Seite 15

Nordkap, Teil 1: Kiel–Tallinn

Der Traum vieler Radreisender: einmal zum Nordkap. Unsere Autorin hat ihn gelebt und beschreibt im ersten Teil ihrer Reportage das Wegstück von Kiel nach Tallinn. Wie aus der Zeit gefallen wirken die endlosen Landschaften und die ursprüngliche Natur – mit verschlafenen Dörfern, Storchnestern, stillen Seen, tiefen Wäldern und einsamen Stränden.

Text & Foto: Angelika Wilke

Den vollständigen Beitrag lesen Sie in RADtouren 6-2020.
 

Infos zum Nachfahren

Auf der Route von Kiel nach Tallinn radelt man, abgesehen von ganz wenigen Ausnahmen (in Litauen und Estland), auf Asphalt. Im Baltikum herrscht auf den Überlandsträßchen in der Regel moderater bis sehr geringer Verkehr. Vor allem in Polen werden diese für Radler eigentlich idealen Überlandrouten streckenweise leider auch von Lastwagen und ungeduldigen Autofahrern genutzt. In Deutschland enthält die Strecke einige Radwege, ansonsten geht es über Landstraßen und nur sehr selten über Wald- oder Feldwege.

Die Strecke von Šiauliai nach Riga ist für Radfahrer ungeeignet. Statt weite Umwege in Kauf zu nehmen, fährt man die 140 Kilometer besser mit einem Überlandbus, der auch Räder transportiert ecolines.net

 

An- und Abreise

Von Hamburg fahren Regional­züge, sehr viel seltener auch ein ICE, direkt nach Kiel. Zurück mit der Fähre von Tallinn nach Stockholm und von dort mit dem Zug über Malmö und Kopenhagen nach Kiel oder von Tallinn per Bus nach Warschau und weiter mit dem Zug nach Berlin; jeweils fast 30 Stunden; Flüge ab Tallinn

 

Etappen (je 1 Woche)

1. Etappe Kiel – Löcknitz (Deutschland)   390 km

2. Etappe Löcknitz – Tczew (Polen)   379 km

3. Etappe Tczew – Jemieliste (Polen)   343 km 

4. Etappe Jemieliste – Riga (Polen, Litauen, Lettland)   317 km

5. Etappe Riga – Tallinn (Lettland, Estland)   426 km

Gesamtlänge 1855 km

 

Übernachten

Das deutsche Teilstück der Tour ist mit Campingplätzen relativ gut abgedeckt. In Polen sowie im Baltikum hingegen ist es um Gelegenheiten zum Zelten im Binnenland weniger reichlich bestellt, dafür sind die vorhandenen oft idyllisch.
 camping.info

Weitere Unterkünfte:

Woldegk Pension Zum Mühlenblick, Mühlendamm 12,
Tel. 03963/ 210852
 zum-muehlencafe.de

Stargard Szczeciński Hotel Spichlerz, ul. Hetmana Stefana Czarnieckiego 10, Tel. +48 (0)91 578 6111  spichlerz.eu

Šakiai Hotel Centras, V. Kudirkos g. 63/Aušros g. 1, Tel. +370 8 655 98889  hotel-centras.lt

Staicele B&B Kruminmaja, 1 Kaleju iela  bedandbreakfast.eu

Pärnu Villa Johanna Guesthouse, Suvituse 6, Tel.+372 443 8370  villa-johanna.ee

 

Sehenswertes

Ankershagen Heinrich-Schliemann-Museum

Stogi Mennonitischer Friedhof

Malbork Marienburg

Jelonki Kanał Elbląski

Reszel Ordensburg

Swięta Lipka Wallfahrtskirche

Sztynort Marina, Gutsschloss

Skirsnemunė Schloss Panemunė

Riga Dom, Jakobskirche, Drei-Brüder-Häuser, Schwarzhäupterhaus, Plätze, Museen Sigulda/Turaida Ordensburg Treyden, Schloss

Ainaži Kirche, Holzvilla

Pärnu Alte Holzhäuser, orthodoxe Kirche, Gedenkstätten

Kullamaa/Koluvere Schloss

Tallinn Domberg, Kirchen, Stadtmauer, Altstadtgassen

 

Karten/Reiseführer

Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern: ­ADFC-Radtourenkarten Nr. 1, 2, 3 und 4 (1 : 150.000), Bielefelder Verlag, je 8,95 Euro

Nordpolen: Marco Polo Straßen­karte Polen Nord
(1 : 300.000), Verlag MairDumont, 9,99 Euro

Reisehandbuch Polen: Der Norden, Izabella Gawin, Verlag DuMont, ISBN 978-37701-8150-6, 23,99 Euro

Baltikum: Baltische Staaten (1 : 400 000), Verlag Freytag-Berndt, 11,90 Euro

Radreiseführer Baltikum per Rad (Cyklos), Michael Moll, Verlag Wolfgang Kettler, ISBN 978-3-932546-51-8, 15,80 Euro

Baltikum, Günther Schäfer, Reise Know-How Verlag Peter Rump, ISBN 978-3-8317-3276-0­­, 24,90 Euro

 

Infos

polen-info.com
litauen.info
lettland24.de
visitestonia.com

Reiseveranstalter Eine geführte Tour zum Nordkap bietet Launer Radreisen an.
 

GPS

GPX-Track zur Nordkap-Tour Teil 1, von Kiel nach Tallinn

Holsteinische Schweiz

Der Norden ist platt wie eine Flunder? Weit gefehlt! Die Holsteinische Schweiz begeistert mit herrlich hügeligen Wald- und Seenlandschaften. Und wo sonst radelt man auf einer Prinzeninsel nebst Märchenschloss und stöbert im Liebesbriefkasten einer uralten Eiche?

Text & Foto: Dörte Nohrden

Den vollständigen Beitrag lesen Sie in RADtouren 6-2020.
 

Infos zum Nachfahren

An- und Abreise

Den Start- und Zielort Bad Malente-Gremsmühlen erreicht man mit dem Nahverkehr der Deutschen Bahn von Lüneburg, Lübeck und Kiel.

Die Route kann man auch von Plön aus starten, doch mit Start in Malente radelt man die meiste Zeit angenehm mit der Sonne im Rücken.

 

Leihfahrräder

Bei der Touristen-Information gleich gegenüber des Bahnhofs holsteinischeschweiz.de/tourismus-malente

Wahlweise direkt beim ebenfalls fußläufigen Fachgeschäft Wöllert  woellert-malente.de

 

Unterkunft

Camper sollten am „Spitzenort“ vor Anker gehen, gelegen auf einer herrlichen Halbinsel direkt im Plöner See  spitzenort.de

Wer den Diekseestrand ganz für sich allein haben möchte, kann sich im Sleeperoo Cube in Malente einbuchen  holsteinischeschweiz.de/sleeperoo

 

Schloss Plön

Mittwochs, donnerstags, samstags und sonntags bietet die Fielmann-Akademie kostenlose Führungen durch das Schloss an. Unbedingt vorher anmelden! fielmann-akademie.com

 

Einkehr

Sowohl der Landgasthof Kasch in Timmdorf  landgasthof-kasch.de als auch das
Fährhaus in Niederkleveez
Faehrhaus-dieksee.com bieten herrliche Gärten für eine Verschnaufpause (und auch Zimmer)  

Entlang der Strecke passiert man außerdem das Restaurant Seeprinz direkt am Plöner See seeprinz-ploen.de

 

Liebespost

Wer statt E-Mails lieber Briefe verfasst, schickt seine Kontaktanzeige an: Bräutigamseiche, Dodauer Forst, 23701 Eutin – oder steckt das Gesuch persönlich ins Astloch der Bräutigamseiche.

 

GPS

GPX-Track zur Tour durch die Holsteinische Schweiz

Berlin-Stettin


Der Oder-Radweg ist ein Klassiker. Doch der Grenzfluss zwischen Deutschland und Polen kann noch viel mehr. Auf einer Reise von Berlin nach Stettin lassen sich West- und Ostufer erkunden.

Text & Foto: Stefan Jacobs

Den vollständigen Beitrag lesen Sie in RADtouren 6-2020.
 

Infos zum Nachfahren

Von Strausberg fährt man auf guten Radwegen und Nebenstraßen über einige Hügel bis ins platte Odertal. Der Oder-Neiße-Radweg ist perfekt asphaltiert und autofrei; Anstiege ergeben sich nur bei Abstechern. Die optionale Tagestour nach Stettin ist eher für Nervenstarke: Ohne kurze, stark befahrene Abschnitte und Geholper kommt man nicht rein und raus. Sonntags ist etwas weniger Verkehr. Auf der beschilderten Radroute lauert nahe der Autobahn ein extrem steiler Anstieg, der sich via Kolbaskowo und Neu-Rosow umfahren lässt (siehe GPX-Track). Wer Stettin stressfrei oder zu Fuß entdecken will, kann von Mescherin zirka fünf Kilometer nach Tantow radeln und den Zug nehmen (ca. alle 2 Stunden, 20 Minuten Fahrzeit). Der Rückweg durch Polen verläuft überwiegend auf neu asphaltierten Ex-Bahntrassen und ist gut ausgeschildert (Velorouten 3 und 20). Nur ein paar Holperstrecken und kurze Passagen mit Autoverkehr sind unvermeidlich. Die letzte Etappe verläuft auf wenig befahrenen Landstraßen mit einigen Hügeln.
 

An- und Abreise

Aus der Berliner City fährt die S-Bahn S5 alle 20 Minuten nach Strausberg-Nord, dem Startort der Tour. Vom Zielort Schwedt fahren Regionalzüge im Stundentakt zurück nach Berlin (jeder zweite direkt). Wer wieder zurück nach Strausberg will (z.B. weil das Auto dort parkt), plant eine weitere Übernachtung in Neulietzegöricke ein oder klärt vorab auf  barnim-oderbruch.de, ob die Fähre in Gozdowice/Güstebiese in Betrieb ist. 2021 soll die alte Eisenbahnbrücke bei Siekierki/Zäckerick als weitere Oder-Querung eröffnet werden.

 

Etappen

1. Etappe Strausberg – Neulietzegöricke   40 km

2. Etappe Neulietzegöricke – Mescherin .  82 km

3. Etappe  Mescherin – Szczecin – Mescherin   92 km

4. Etappe Mescherin – Cedynia   88 km

5. Etappe Cedynia – Schwedt   35 km

Gesamtlänge 337 km

 

Sehenswertes

Wriezen Marienkirche

Neulietzegöricke Kolonistenhäuser

Zollbrücke Theater am Rand

Stolpe Burgturm „Grützpott“

Criewen Nationalparkzentrum

Szczecin Zentrum mit Herzogsschloss, Kirchen u.a., Zentralfriedhof

Trczynsko Zdroj Stadtkern mit historischen Fototafeln

Moryn Stadtkern, Seeufer

Cedynia Kloster, Aussichtspunkt

Zaton Dolna Tal der Liebe

 

Übernachten

Neulietzegöricke Schuberts Oderbruch-Landpension schubertsoderbruchlandpension.com

Mescherin Dorotheenhof dorotheenhof-mescherin.de

Cedynia Kloster Zehden klosterzehden.de

 

Infos

Geschichte des Oderbruchs und viele Tipps seenland-os.de

Zum Nationalpark gibt es Flyer im Besucherzentrum Criewen sowie Infos und Termine online unter nationalpark-unteres-odertal.eu/de

Die Tourist-Info von Stettin hat nicht nur deutsche Flyer, sondern bietet im Sommerhalbjahr an Wochenenden auch geführte Radtouren, Spaziergänge und Kajaktouren an visitszczecin.eu/de

 

Karten

Zur Orientierung unterwegs eignen sich die Karten „Oderbruch/Barnimer Land“ (Bikeline, Verlag Esterbauer) sowie „Uckermark“ und „Märkisch Oderland/Lebuser Land“
(Pietruska Verlag).

Die Lücke in Polen schließt „PL001 Westpommern“ (Höfer Verlag, nicht speziell für Radfahrer). Infos zu den asphaltierten Trassen unter bahntrassenradeln.de

 

GPS

GPX-Track zur Tour Berlin-Stettin

Vogesen

Weite Felder, raue Berge, einstige Bahntrassen – eine Tour durchs Elsass und die Vogesen bietet beides: Entspannung und Abenteuer. Und das alles bei gutem Essen und feinem Wein.

Text: Sascha Lübbe
Foto: Katharina Garus

Den vollständigen Beitrag lesen Sie in RADtouren 6-2020.
 

Infos zum Nachfahren

Die rund 290 Kilometer lange Strecke verläuft teils auf Landstraßen, teils auf Radwegen, die durch Dörfer und Wälder führen. Zwischen Le Thillot und Vagney waren wir auf der „Voie Verte des Hautes Vosges“ unterwegs, einer ehemaligen Bahntrasse, die in einen asphaltierten Radweg umgewandelt wurde. Auf der gesamten Strecke gibt es mehrere fordernde Steigungen.

 

An- und Abreise

Freiburg ist gut mit dem Zug, dem Fernbus, dem Auto oder dem Flugzeug zu erreichen. Der Flughafen Basel-Mühlhausen-Freiburg liegt etwa 75 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt. Räder kann man bei der „Radstation Freiburg“, Nähe des Hauptbahnhofes, leihen.  freiburgbikes.de

 

Etappen

1. Etappe Freiburg – Mulhouse   66 km

2. Etappe Mulhouse – Le Ménil   65 km

3. Etappe Le Ménil – Gérardmer   50 km

4. Etappe Gérardmer – Colmar   59 km

5. Etappe Colmar – Freiburg   50 km

Gesamtlänge 290 km

 

Unterkünfte

Freiburg Schwarzwäler Hof Hotel, Herrenstr. 43 schwarzwaelder-hof.com

Mulhouse Espace Squash 3000, 8 Rue Erckmann Chatrian squash3000.com

Le Ménil La Ferme des Granges, 23 Rue de Granges lafermedesgranges.fr

Gérardmer Appart’hotel Lido, 138 Chemin du Tour du Lac lido-gerardmer.fr

Colmar James Boutique Hôtel, 15 rue Saint-Eloi james-hotel.com

 

Sehenswertes

Freiburg Historische Altstadt, Freiburger Münster, Augustinermuseum, Freiburger Bächle

Mulhouse Altstadt, Stefanskirche, altes Rathaus (Hôtel de Ville), Automobilmuseum

Hartmannswillerkopf Gedenkstätte mit Soldatenfriedhof, Krypta und kleinem Museum

Thann Theobalduskirche, Ruinen der Engelsburg, Hexenturm

Gérardmer Lac de Gérardmer mit der Strandpromenade und zahlreichen Wassersportmöglichkeiten (Segeln, Surfen, Kajak, Ausflugsboote)

Munster Altstadt mit Marktplatz und altem Rathaus

Colmar Altstadt mit alten Bürgerhäusern, Martinsmünster (Collégiale Saint-Martin), Dominikanerkirche (Église des Dominicains), Unterlindenmuseum

Neuf-Brisach Festungsanlage, ehemaliger Exerzierplatz (heute Marktplatz), Museum Vauban, Street-Art-Museum „MAUSA Vauban“

 

Karten/Reiseführer

Fahrradführer Elsass Vogesen Peter Mertz, Kompass-Verlag, ISBN 978-3-99044-055-1, 14,99 Euro

Straßenkarte Elsass Vogesen Schwarzwald Verlag Hallwag Kümmerly+Frey, ISBN 978-3-259-01453-0, 19,95 Euro

Reiseführer Elsass Vogesen Claudia Christoffel-Crispin und Gerhard Crispin, MERIAN live, 978-3-8342-2602-0, 11,99 Euro

Zeit zum Wandern: Elsass und Vogesen Rainer D. Kröll, Bruckmann Verlag, ISBN 978-3-7343-0905-2, 14,99 Euro

111 Orte im Elsass, die man gesehen haben muss Barbara Krull, Emons Verlag, ISBN 978-3-95451-596-7, 16,95 Euro

 

Infos

Tourismusseite Elsass mit Unterseite zu den Vogesen visit.alsace/de

Website der „Voie Verte des Hautes Vosges“ mit Infos zur Geschichte und zum Streckenverlauf des Radweges, einer Übersichtskarte und Informa­tionen zu den einzelnen Gemeinden (nur Französisch)  lavoieverte.com

Weitere nützliche Seiten:
visit.freiburg.de
tourisme-mulhouse.com/de
gerardmer.net
vallee-munster.eu/de
tourisme-colmar.com/de

 

GPS

GPX-Track zur Tour durch die Vogesen

Neu von Garmin: Montana-Serie

Text: Thomas Froitzheim; Foto: Garmin

Das ganz große Kino am Lenker bietet die neue Garmin-Montana-Serie. Mit einem riesigen 5-Zoll-Bildschirm und 400 Gramm Gewicht scheint die neue Generation allerdings eher für Motorradfahrer geeignet zu sein. Die Bedienung erfolgt fast komplett über den Touchscreen – es ist nur eine Ein-/Austaste verfügbar. Auf dem großen Display können bis zu fünf Menüfelder angelegt werden, als Schnellzugriff auf verschiedene Funktionen. Die Stromversorgung erfolgt über einen wechselbaren Lithium-Ionen-Block. MicroSD-Speicherkarten können den Festspeicherbereich von 16 Gigabyte ergänzen. Als Empfangssysteme sind GPS, Glonass und Galileo an Bord. Das Basismodell Montana 700 kostet 599 Euro, die nächste Variante – der 700i mit inReach-Satellitenkommunikation – 699 Euro und das Spitzenmodell 750i mit zusätzlicher Kamera 799 Euro.

 garmin.com

Bosch Nyon2: der neue Bordcomputer

Text: Thomas Froitzheim; Foto: Bosch

Lange erwartet, ist er nun endlich da: der Bosch Nyon2, der neue Bordcomputer für E-Bikes mit Bosch-Antrieb. Im Gegensatz zu den anderen Bosch-Steuerungsgeräten der Kiox- und Purion-Serie, die eher für sportliches Fahren ausgelegt sind, bietet der Nyon2 neben den gewohnten Fitness-Funktionen vor allem eine komfortable Naviga­tion, kommt aber optisch ganz anders daher als sein Vorgänger. Sein Display ist jetzt in Längs- statt in Querrichtung angeordnet, und dies ermöglicht deutlich mehr Vorausblick in Fahrtrichtung. Vor allen Dingen hat der Nyon2 endlich einen Touchscreen und muss nicht mehr mit einem Joystick bedient werden. Die Steuerung über den Daumenschalter aber bleibt erhalten.

Das Display des neuen Nyon2 ist auch bei Sonnenlicht sehr gut ablesbar und reagiert präzise auf Berührungen. Die Menüführung hat sich nicht wesentlich verändert – bisherige Nyon-Nutzer werden sich auch auf dem neuen Gerät schnell zurechtfinden.

Die neue Komoot-Schnittstelle ermöglicht ein einfaches Übertragen von Komoot-Touren auf den Bosch-Navigator. Doch nach wie vor ist es leider nicht möglich, GPX-Dateien per Kabel direkt auf den Nyon2 zu laden. Der Nyon2 besitzt zwar eine USB-Buchse, aber sie dient momentan nur zum Aufladen des Geräts.

Die bereits angekündigte, im Vergleich zum alten Nyon deutlich stärkere Stromversorgung von externen Geräten wie Smart­phones steht leider noch nicht zur Verfügung. Insgesamt stellt der Nyon2 aber eine erhebliche Verbesserung zum vorherigen Modell dar. Der Nachrüstsatz ist ab Oktober 2020 bestellbar, kostet 399 Euro und kann für Bosch-Antriebe ab Modelljahr 2014 verbaut werden.  bosch-ebike.com

Lenker: Alles im Griff

Fahrradlenker – oft macht man sich über diese Komponente des Rades nicht so viele Gedanken. Dabei ist sie ganz wesentlich für die Sitzposition auf dem Rad – und entscheidet mit darüber, ob die Radtour zum Genuss oder zur Qual wird.

Text: Katharina Garus
Foto: Shutterstock

Die Sitzposition auf dem Rad variiert extrem, ja nachdem, um was für ein Rad es sich handelt und wer auf dem Rad sitzt. Sportliche Radfahrer lieben eine nach vorne gebeugte Position, Genussradler sitzen lieber aufrecht. Neben der Rahmengröße und -geometrie entscheidet der Lenker ganz wesentlich über die Sitzposition. Sollten Sie auf Fahrradtouren regelmäßig Beschwerden wie Rückenschmerzen, verspannte Schultern oder eingeschlafene Hände bekommen, lohnt es sich, einen Blick auf Ihre Sitzposition zu werfen und Lenker und Griffe kritisch zu hinterfragen.

Wichtig ist zum Beispiel die richtige Lenkerbreite. Die sollte grundsätzlich mit Ihrer Schulterbreite vereinbar sein. Schmale Schultern und superbreiter Lenker – das wird auf Dauer womöglich nicht gut gehen, sondern eher zu Verspannungen und Schmerzen im Schulter­bereich führen. Ein sehr schmaler Lenker ist aber wiederum schwerer zu kontrollieren, was vor allem auf Abfahrten und auf losem Untergrund nachteilig ist. Hier gilt es, einen Kompromiss zu finden.

Außerdem sollte der Lenker eine möglichst gerade, nicht abgeknickte Haltung der Handgelenke gewährleisten. Sonst wird schnell der Karpaltunnel, durch den Sehnen und Nerven verlaufen, oder der Ulnarnerv eingeklemmt, was in der Folge zu tauben und schmerzenden Händen führt. Das verhindern ergonomische Griffe, aber auch die richtige Lenkerform. Und derer gibt es viele.

Form follows function

Mountainbiker zum Beispiel schätzen relativ gerade, breite Lenker für maximale Kontrolle. Alltagsradfahrer wählen gerne höhere, weit nach hinten gebogene Lenker. Damit kommt man in eine entspannte Sitzposition und erhält einen guten Überblick. Rennradfahrer wollen zumindest phasenweise möglichst tief und windschnittig greifen, brauchen deswegen einen schmalen Lenker und eine aerodynamische Griffmöglichkeit im Unterlenker.

Und was brauchen Tourenfahrer und Radreisende? Zu empfehlen ist ein Lenker, der verschiedenen Griffpositionen ermöglicht, um auf langen Strecken variieren zu können. Das kann ein Rennradlenker sein wie am Randonneur (siehe Seite 42), das kann ein eher gerader Lenker mit Hörnchen sein oder auch ein Lenkeraufsatz zum Ablegen der Unterarme. Erlaubt ist, was gefällt und vor allem, womit Sie beschwerdefrei fahren können.

Und das wiederum hängt ganz wesentlich auch von den anatomischen Voraussetzungen ab. Eine gebeugte Sitzposition mag beim Einen Rückenschmerzen verursachen, ein Anderer, entsprechen stark und beweglich, hat in der gleichen Position keinerlei Probleme. Deswegen hilft am Ende nur Ausprobieren wirklich weiter.

Und dabei müssen längst nicht immer vorhandene Komponenten ausgetauscht werden. Oft reicht es, den Lenker neu auszurichten, indem zum Beispiel die Neigung verändert wird, oder nur die Griffe zu wechseln. Und soll es doch ein neuer Lenker sein, dann achten Sie drauf, dass der Durchmesser des Lenkers zur Lenkerklemmung des Vorbaus passt. Üblich sind im Trekking-Bereich Klemmungen mit 25,4, 31,8 und 35 Millimetern. Im Zweifelsfall können/müssen Sie auch den Vorbau austauschen – auch kein Hexenwerk.

Die große Kunst bleibt, das zu finden, was zu Ihrem Rad, Ihrem Einsatzgebiet, Ihrer Fahrweise und Ihrer Anatomie passt. Doch die Suche lohnt sich, denn am Ende wird Ihre Sitzposition nicht nur bequem, sondern auch gesund sein. Denn mit dem passenden Lenker und dessen richtiger Einstellung schonen Sie Rücken, Nacken und Handgelenke.


Fach-Jargon

Rise

Der Rise beschreibt die nach oben gebogene Krümmung des Lenkers, also den Höhenunterschied zwischen ­Lenkerenden und Lenkerklemmung. Je größer der Rise, desto aufrechter und komfortabler wird die Haltung auf dem Rad.

Backsweep

Als Backsweep bezeichnet man die Biegung des Lenkers nach hinten, also zum Fahrer hin. Je größer der Back­sweep, desto aufrechter und komfortabler ist die Sitzposition. Für eine ergonomischere Körperhaltung haben selbst gerade Lenker meist einen kleinen Backsweep.

Drop

Der Drop bezeichnet den Höhenunterschied zwischen dem oberen und dem unteren Griffbereich des Lenkers und ist bei  Rennlenkern eine entscheidende Größe. Je größer der Drop, desto gebeugter wird die Haltung, wenn man vom Ober- an den Unterlenker wechselt.

Reach

Auch der Reach beschreibt eine Größe des Rennlenkers und ist das Pendant zum Backsweep. Der Reach drückt aus, wie weit der Lenker nach vorne geht und definiert damit den Abstand zwischen der kürzesten und der längsten Griffposition.

Flare

Der Flare schließlich kam mit den Gravelbikes als neue Größe ins Lenkergeschäft. Er beschreibt, wie weit der Unterlenker im Vergleich zum Oberlenker nach außen ausgestellt ist. Viel Flare hat eine größere Griffweite zur Folge und schafft mehr Platz für eine Lenkertasche.


Lenkerarten im Überblick

  1. MTB-Lenker Am Mountainbike fährt man in der Regel einen breiten, geraden Lenker. Der fehlende Rise sorgt für eine sportlich-gestreckte Sitzposition, die Breite des Lenkers für einen sicheren Griff im Gelände und eine große Spurtreue. Kleine, unkontrollierte Lenkbewegungen – provoziert durch Wurzeln oder Steine – haben hier anders als bei sehr schmalen Lenkern nicht gleich einen Richtungswechsel zur Folge.
  2. Komfortlenker An Holland- und Stadträdern sowie teilweise an Trekkingrädern finden sich Komfortlenker. Sie sind nach hinten zum Fahrer hin gebogen. Das sorgt für eine aufrechtere Sitzposition und entlastet so Rücken- und Nackenmuskulatur. Auch die Handgelenke werden weniger belastet als bei einer sportlichen Sitzposition, weil mehr Gewicht auf dem Sattel ruht.
  3. Rennlenker Den Rennlenker erkennt man einfach an seiner markanten Wölbung nach unten, den Dropbars. Er wird in der Regel mit kombinierten Schalt-Bremshebeln verbaut. Dadurch ergeben sich drei Griffpositionen: am Oberlenker, an den Bremsen und am Unterlenker. Die Sitzposition kann damit von sportlich-gebeugt bis relativ aufrecht variiert werden. Regelmäßige Positionswechsel beugen Verspannungen und Ermüdungen vor.

Randonneure im Test – die Reise-Renner

„Was ist das?“ So lautet häufig die Frage, wenn es um Randonneure geht. Dabei steigt die Beliebtheit der „Wanderer“ mit Ursprung im französischen Radsport der 1930er Jahre stetig. Denn die Sport-Tourer sind extrem vielseitig und erschließen weiter neue Horizonte. Wir haben Sechs Hochkaräter über 3000 Euro getestet.

Text & Fotos: Ingo Effing

Dem aufmerksamen Beobachter dürfte die seit Jahren wachsende Zahl an Fahrrädern mit Rennlenker auf der Straße nicht entgangen sein. Urbane Hipster zuckeln auf alten Rennrädern durch den Stadtverkehr, Gravelbikes erschließen neues Terrain, betören mit modernster Technik und der Aura des Abenteuers auf entlegenen Pfaden abseits motorenbeschallter Asphaltpisten. Randonneure sind Individualisten und eigentlich alles andere als Trendräder, dennoch sind auch die schnellen Tourer gefragt wie nie. Ein wesentlicher Grund ist die Vielseitigkeit dieser soliden Sportler – mit Vollausstattung sind sie uneingeschränkt alltagstauglich und sprechen radsportaffine Berufspendler und Radreisende an. Die Langstrecken-Velos sind vergleichsweise bequem, und auch der anhaltende Gravelboom befeuert den Absatz. Gleich mehrere Hersteller von Serienrädern im Preissegment bis 2000 Euro, die wir zum Test eingeladen hatten, mussten passen, weil der Bestand komplett ausverkauft war. So hat sich ein kleines, aber hochkarätiges Testfeld oberhalb der 3000-Euro-Marke eingefunden. Wer hier kauft, weiß was er will. Alle Räder können vorab den eigenen Bedürfnissen entsprechend konfiguriert werden, bei Norwid wird dem Kunden der Rahmen sogar nach Maß auf den Leib geschneidert und in Handarbeit gefertigt.

Buntes Feld

Trotz der Eigenheit der Radgattung Randonneur hat auch der Graveltrend Spuren hinterlassen und das Testfeld um einige Spielarten bereichert. So finden sich Stollenreifen und Komponenten der neuen, eigens für die härtere Gangart auf Schotter konzipierte Shimano-Gruppe GRX, an der Hälfte der Testräder. Das komfortable Idworx Grandone Travel gibt es mit reduzierter Ausstattung und Carbongabel auch als reinrassiges Gravelbike, gleiches gilt für das Rennstahl. Ein Novum ist der Ausflug ins Gelände auf einem Randonneur aber nicht. Der Velo­traum Speedster rollt schon seit 2003 mit Rennlenker und Breitreifen durch die Landschaft. Ungeachtet irgendwelcher Trends, unterscheidet er sich aber in Geometrie und Fahrgefühl deutlich vom gravel-lastigen Idworx, das mit leichtem Alu-Rahmen, tiefem Tretlager und hoher Front komfortabel über den Waldboden fegt. Der robuste Speedster hingegen strahlt Sicherheit und Ruhe aus und hat eher den Charakter eines schnellen Expeditionsfahrzeugs. Einen echten Gegenpol im Testfeld bildet das Norwid Skagerrak. Mit gemufftem Stahlrahmen und Rohloff-Getriebenabe ist es auf der Straße zuhause und ein Vertreter des klassischen Radwanderns.

Ausstattung und Ausrichtung

Charakteristisch für Randonneure ist der Rennlenker. Für unschlagbar viele Griffpositionen und die Möglichkeit, aerodynamisch im Unterlenker abzutauschen, wird er von den einen gefeiert, von anderen gemieden, weil sie eine körperschindende Haltung auf dem Rad fürchten. Randonneure sind in diesem Punkt aber deutlich freundlicher aufgebaut als Rennräder, der Sattel liegt mit dem Lenker ungefähr auf gleicher Höhe. Auch die Form des Lenkers ist vielfältiger geworden und dem Fahrer in den letzten Jahren weiter entgegengekommen. Die Vorbiegung fällt weniger stark aus, der Oberlenker ist mitunter leicht zurückgebogen und ergonomisch ausgestellte Lenkerenden entlasten ebenfalls die Handgelenke (siehe auch „Alles im Griff“, Seite 72). Insofern ist der Rennlenker vom Vorwurf der Quälerei weitestgehend freigesprochen.

Als Rahmenwerkstoff dominiert Stahl das Testfeld. Neben dem subjektiv erhöhten Fahrkomfort steht das Metall bei Radreisenden besonders aufgrund der enormen Langlebigkeit hoch im Kurs. Bei der Punktevergabe wirkt sich das im Vergleich zu Aluminium und Titan höhere Eigengewicht allerdings negativ aus.

Auch die Rohloff bringt mehr auf die Waage als eine Kettenschaltung, punktet dafür im Alltag und auf der Langstrecke mit Haltbarkeit und Wartungsarmut. Die Nabe lässt sich am Rennstahl und dem Norwid über die Brems-Schalthebel bedienen, die Gänge müssen aber einzeln durchgeschoben werden, die Hebel fordern gegenüber der Kette etwas mehr Kraft aus den Fingern. Schalten im Stand ist dafür im Stop-and-Go-Stadtverkehr nicht nur mit schwerem Reisegepäck ein dicker Pluspunkt. Wer es lieber sportlich mag und Wert auf schnelle Tempo- und Gangwechsel legt, der dürfte mit einer vergleichsweise günstigen Kettenschaltung gut beraten sein.

Ein vollausgestatteter Randonneur kann sehr vielseitig eingesetzt werden – als Sportgerät, zum Touren, Pendeln oder für die lange Reise. Die Akzente setzen die Individualisten im Testfeld mal eher im sportiven Bereich, mal auf der Langstrecke. Nur das Norwid lässt sich klar auf der Straße verorten und hat mit leichter Bereifung einen spürbaren Vorteil bei Haftung und Leichtlauf. Die Mehrheit im Testfeld setzt auf Allround- oder Stollenreifen, um den Horizont um Geländetauglichkeit zu erweitern. Wie die einzelnen Modelle den Spagat zwischen Alltagsrad, Sportgerät, Gelände- und Radreiseeignung meistern, haben wir im Bewertungsteil der Testbriefe dargestellt. Erstmals haben wir auch die Geometriedaten der Räder abgebildet. Die Zahlen beschreiben das Herzstück, die Rahmenkonstruktion, und geben Aufschluss über Fahreigenschaften und die Sitzposition der Randonneure.

Diese Räder haben wir getestet:

  • Tout Terrain Blueridge GT
  • Velotraum Speedster SP1
  • Norwid Skagerrak
  • Idworx Grandone Travel
  • Rennstahl 853 Rohloff Speedster
  • Poison Meskalin

Den kompletten Test lesen Sie in RADtouren 5/2020.

RADtouren WELTWEIT-Spezial

  • Vietnam: Vom Wolkenpass ins Mekong-Delta
  • Ecuador (TEMBR): Auf der Allee der Vulkane
  • Jordanien: Wüstenabenteuer auf dem Jordan Bike Trail
  • Südafrika: Durchs Weinland am Westkap
  • Portugal: Liebeserklärung an die Algarve
  • Im Test: E-Crossbikes für Straße und Gelände
  • Sicherheit: So haben Langfinger keine Chance
  • Anhänger: Wenn’s mal wieder mehr Gepäck ist

Rahmengeometrie: Zahlen, bitte!

Geometriedaten sind für das Handling des Fahrrads, was der Grundriss für den Hausbau ist. Wer die Zahlen lesen kann, dem verraten sie viel über die Fahreigenschaften eines Rads. Wir erklären die Elf wichtigsten Größen.

Text: Georg Bleicher

Jeder hat schon mal ein fremdes Fahrrad ausprobiert und festgestellt, dass es anders läuft als das eigene. Das liegt an den unterschiedlichen Geometrien der Rahmen. Hinter abstrakt anmutenden Maßen wie „Stack“, „Radstand“ oder „Lenkwinkel“ verstecken sich nämlich die Lauf- und Lenkeigenschaften eines Fahrrads. Und diese Größen werden bei unterschiedlichen Fahrradtypen bewusst festgelegt. Das heißt: Um die typische Laufruhe beispielsweise eines Reise­rades zu erhalten, muss ein Hersteller bestimmte Werte berücksichtigen – allen voran einen nicht zu kurzen Radstand. Der kann beispielsweise beim Rennrad um satte zehn Zentimeter kürzer (und damit unter einem Meter) sein. Was die ganze Sache etwas verkompliziert: Die Größen beeinflussen sich gegenseitig. So wird die Laufruhe nicht nur vom Radstand beeinflusst, sondern auch vom Lenkwinkel. Der wiederum wirkt sich auf die Lenkdynamik des Rads aus…. Damit Sie sich im Datendschungel nicht verirren, haben wir hier die elf wichtigsten Größen erklärt.

  1. Rahmenhöhe Die Rahmenhöhe – besser Sitzrohrlänge – ist ein Faktor für die Größe des Rads und wird von der Mitte des Tret­lagers bis zum Ende des Sitzrohrs gemessen, bei abfallenden Oberrohren manchmal auch bis zum virtuellen Treffpunkt des Sitzrohrs mit der Waagerechten vom Kreuzungspunkt Steuerrohr/Oberrohr. Besser für die Größenbestimmung: der Stack.
  2. Oberrohrlänge Die Oberrohrlänge beeinflusst entscheidend die Entfernung zwischen Sattel und Lenker. Damit ist sie ein wesentlicher Faktor dafür, wie sportlich gestreckt oder aufrecht man auf dem Rad sitzt (siehe auch Reach). Außerdem wirkt sich ein längeres Oberrohr indirekt auch auf den Radstand (5) aus.
  3. Kettenstreben Je länger die Kettenstrebe, desto mehr Last wird aufs Vorderrad gebracht und desto später steigt das Vorderrad, wenn es mal steil bergauf geht. Andererseits geht bei einer langen Kettenstrebe der Pedaltritt weniger direkt in Vorschub über. Rennräder haben sehr kurze Kettenstreben, Reiseräder deutlich längere: bis zu 460 Millimeter bei 28 Zoll Reifengröße – praktisch auch für mehr Fersenfreiheit mit Packtaschen.
  4. Steuerrohrlänge Die Steuerrohrlänge beeinflusst maßgeblich den Höhenunterschied zwischen Sattel und Lenker, die sogenannte Überhöhung. Wer gerne aufrecht sitzt, der sollte ein Rad mit einem längeren Steuerrohr wählen, wer lieber sportlich-gebeugt sitzt, wählt ein kürzeres. Ein kurzes und dickes Steuerrohr sorgt auch für mehr Steifigkeit.
  5. Radstand Der Radstand bezeichnet die Entfernung der beiden Rad­achsen voneinander. Tendenziell gilt: Je länger der Radstand, desto ruhiger und stabiler läuft das Rad. Allerdings wirken hier auch Faktoren wie Kettenstrebenlänge und Lenkwinkel ein.
  6. Tretlagerabsenkung Die Tretlagerabsenkung ist das Lot vom Niveau der Radachsen zur Tretlagermitte. Ein größerer Wert fördert über den tieferen Schwerpunkt des Systems die Laufruhe. Zu tief darf das Tretlager aber nicht sinken, die Pedale würden sonst in Kurven zu früh aufsetzen. 
  7. Sitzwinkel Das Holland- und Cityrad sind gute Beispiele für mehr Komfort durch einen kleineren Sitzwinkel. Bei gleicher Rahmenhöhe kann man den Boden damit besser erreichen, die Beine pedalieren mehr in Richtung Vorderrad. Ein kleiner Sitzwinkel kommt meist mit einem verkürzten Oberrohr und einem verlängerten Steuerrohr daher, sodass man aufrechter und damit komfortabler sitzt. Ein Winkel über 72 Grad ist dagegen Garant für sportlich-direkte Kraftübertragung.   
  8. Lenkwinkel Der Lenkwinkel entscheidet darüber, wie quirlig oder gelassen die Lenkung des Rads auf Lenkbewegungen reagiert. Je größer, also je steiler das Steuerrohr, desto agiler und schneller reagiert das Rad. Das kann ein sportliches Fahrverhalten befördern, aber auch ins Nervöse übergehen. Für Tourenräder werden meist Winkel um die 72 Grad gewählt.
  9. Gabelvorbiegung Auch die Gabelvorbiegung – die waagerechte Distanz zwischen Vorderachse und der Verlängerung der Steuerachse – hat Einfluss auf die Lenkdynamik: Je größer dieser Wert (meist um die 45 Millimeter), umso gelassener das Handling. Geringerer Wert bei gleichem Lenkwinkel: direktere, weniger gutmütige Steuerung.
  10. Stack Der Stack ist die Senkrechte durch das Tretlager bis zur Waagerechten durch die Oberkante des Steuerrohrs. Der Stack kann – weil  unabhängig vom Sitzwinkel und vom Abfallwinkel des Oberrohrs – noch besser als die Rahmenhöhe als Vergleichswert verwendet werden. Allerdings ist er vom Laien schlecht zu messen. 
  11. Reach Der Reach ist das Pendant zum Stack. Er bezeichnet die Entfernung von der Oberkante des Steuerrohrs bis zum Lot durch die Tretlagerachse und ist ebenfalls eine vom Sitzwinkel und vom Oberrohrabfallwinkel unabhängige Größe. Es gibt Aufschluss darüber, wie gestreckt man auf dem Rad sitzt.

Mit Reparadius zur nächsten Werkstatt

Mal wieder eine Panne irgendwo auf der Tour und keine Ahnung, wo die nächste Werkstatt ist? Das junge Startup-Unternehmen reparadius.de hat sich zum Ziel gesetzt, den gesamten Markt der Fahrradwerkstätten in Deutschland übersichtlich abzubilden. Derzeit befinden sich mehr als 1000 Werkstätten in der Datenbank, eine Ausweitung auf das gesamte Bundesgebiet ist in Vorbereitung. Klasse Idee! reparadius.de

Screenshot: Reparadius

ADFC BaWü startet Radreise-Programm für individuelle Touren

Nachdem aufgrund der Coronakrise alle geführten Radreisen des ADFC Baden-Württemberg abgesagt werden mussten, hat der Verband jetzt sein Radreise-Programm durch individuelle Touren erweitert. Ob Berg-Bier-Tour oder Odenwald-Madonnen-Radweg: Auch ohne Tourenleiter müssen sich die Urlauber um nichts kümmern. Der ADFC plant die Routen und Etappen, bucht fahrradfreundliche Unterkünfte an der Strecke und versorgt die Radfahrenden mit Reiseunterlagen, Radkarten und Toureninfos. „Es entsteht keinerlei Planungsaufwand, daher sind die Touren auch gut für Radreise-Neulinge geeignet und sie stehen im Gegensatz zu unseren geführten Touren auch Nicht-Mitgliedern offen“, sagt Landesgeschäfts­führerin Kathleen Lumma. adfc-radreisen.de/individualreisen

Foto: ADFC

Portugal (Algarve)

Was könnte die Begeisterung fürs Radreisen wohl besser wecken als eine Tour auf dem EuroVelo 1? Unsere Autorin folgte auf ihrer allerersten Radreise der Atlantik-Küstenroute durch die Algarve nach Lissabon – und ist hin und weg!

Text & Foto: Anja Koep

Den vollständigen Beitrag lesen Sie in RADtouren WELTWEIT-Spezial 2020.
 

Infos zum Nachfahren

Diese abwechslungsreiche Route von rund 600 Kilometern beinhaltet kaum ausgeschilderte Radwege mit teilweise schwer befahrbaren Strecken (steinig, sandig). Die Strecken abseits der Küste, insbesondere um Sagres, sind stark hügelig. Sportlich ambitionierte Personen können die Tour in neun Etappen schaffen, Genussradler sollten sich etwas mehr Zeit nehmen.

An- und Abreise

Zug Die Anreise mit dem Zug dauert zwar einen guten Tag, dafür ist man umweltfreundlich unterwegs. Die Räder müssen verpackt werden, können dafür aber gratis mitgenommen werden. Alternativ kann man das Rad auch mit der Post vorschicken. Ein Interrail-Ticket ist oft die günstigste und flexibelste Option.

Flug Direktflüge von vielen deutschen Städten sowohl nach Faro (97 km von Huelva) als auch von Lissabon (Berlin, Köln, Hamburg, Leipzig, München)

Etappen

1. Etappe Huelva – Vila Real de Santo António    52 km

2. Etappe Vila Real de Santo António – Quinta do Lago    82 km

3. Etappe Quinta do Lago – Portimão    76 km

4. Etappe Portimão – Sagres    71 km

5. Etappe Sagres – Aljezur    52 km

6. Etappe Aljezur – Vila Nova de Milfontes    71 km

7. Etappe Vila Nova de Milfontes – Melides    69 km

8. Etappe Melides – Setúbal    41 km

9. Etappe Setúbal – Lissabon    84 km

Gesamtlänge 598 km

Wenn die Strecke auf zwölf Etappen ausgedehnt wird, wird das Ganze etwas entspannter.

Unterkunft

Sehr empfehlenswert sind entlang der kompletten portugiesischen Küste die Orbitur-Campingplätze. Diese bestechen durch Sauberkeit, Komfort, gute Sanitäranlagen, frische und gute Brotwaren sowie freundliches Personal. Besonders herausgestochen hat durch seine Lage unter Bäumen der Platz bei Sagres. Abzuraten ist von kleinen, privaten Campingplätzen, vor allem, wenn dort überwiegend Camper und Caravans stehen.

Lissabon Das romantisch eingerichtete, zentral am Wasser gelegene Hotel „Palacio Vila Flor“ besticht durch das überdurchschnittlich freundliche Personal, faire Preise und ein gutes, ausgewogenes Frühstück.  palacio-vila-flor.go-
lisbon-hotels.com

Sétubal Die neuwertigen, luxuriöse Bungalows mit Meerblick des Ecoparque do Outão. Achtung: in der Hauptsaison sehr teuer.  ecoparqueoutao.visitsetubal.com

Sehenswertes

Städte in der Algarve Vila Real de Santo António, Armação de Pêra, Ferragudo & Lagos

Sagres Cap São Vicente mit seinem Leuchtturm, der Sonnenuntergang am Strand, die Festungsanlage

Porto Covo Einzigartige Aussicht auf die Klippen

Lissabon Stadtteil Alfama, Aussichtspunkt „Mirradouro“ in Graca, das Kneipenviertel Bairro Alto, Torre de Bélem (UNESCO- Kulturerbe)

Karte

„Mapa Algarve e Portugal“, Karte der Algarve, sowie der Westküste Portugals, in allen regionalen Tourist Offices für 5 Euro erhältlich (1:176 000)

GPS

GPX-Track zur Tour durch die Algarve nach Lissabon

Weinland Süd­afrika

Bei einer Radtour durch das Weinland im Westen Südafrikas kann es schon mal schwer fallen, nüchtern zu bleiben. Doch selbst, wenn man tagsüber nur am Wein nippt, bietet die Gegend nördlich von Kapstadt jede Menge Abwechslung: kleine, feine Städte und exquisite Weingüter, kapholländische Architektur und hervorragende Restaurants – vor allem aber entlang der Strecke immer wieder malerische Panoramen.

Text & Fotos: Sascha Rettig

Den vollständigen Beitrag lesen Sie in RADtouren WELTWEIT-Spezial 2020.
 

Infos zum Nachfahren

An- und Abreise

In Deutschland bieten mehrere Flughäfen Flüge nach Kapstadt an. Von dort geht es am besten mit einem vorgebuchten Transfer nach Franschhoek, das etwa eine Stunde entfernt liegt und wo die Radtour beginnt.

Etappen

1. Etappe Franschhoek – Paarl    34 km

2. Etappe Paarl – Stellenbosch    70 km

3. Etappe Stellenbosch – Stellenbosch    25 km

4. Etappe Stellenbosch – Somerset West    33 km

Gesamtlänge 162 Kilometer

Übernachten

Franschhoek Die Auberge Clermont ist ein geschmackvolles Bed&Breakfast im historischen Landhausstil mit kleinem Pool, Tennisplatz und Blick auf die Weinberge und befindet sich dabei nur wenige Minuten vom Zentrum entfernt.
clermont.co.za

Stellenbosch Das Cultivar Guest House, etwas außerhalb gelegen, bietet hübsche Zimmer mit kleiner Veranda und einen Pool mit Panoramaaussicht.
cultivarguestlodge.com

Somerset West Um die Lalapanzi Lodge einige Kilometer außerhalb von Somerset West zu erreichen, muss man zwar bergauf etwas in die Pedale treten. Dafür übernachtet man dann aber mitten in der Natur in sehr komfortablen Zimmern, von deren kleinen Terrassen man sogar den Ozean sehen kann. lalapanzilodge.co.za

Sehenswertes

Stadt Franschhoek, Weinkeller KWV, Afrikaanse Taalmonument, Paarl Nature Reserve, der Garten von „Babylonstoren“, Stadt Stellenbosch, Abstecher zum Jonkershoek Nature Reserve, Fine-Dining bei „Quoin Rock“. Spier, Nederburg, La Motte, Simonsig und Waterkloof sind nur einige der zahlreichen sehenswerten Weingüter.

Auf dem Weg nach Somerset West bietet die Helderberg Farm einige MTB-Trails.

Infos

Beim deutschen Südafrika-Reisespezialisten „SA Travel“ kann man sich eine individuell zusammengestellte Radtour durch das Weinland buchen – inklusive Transfers, Unterkünften, Leihrädern, Gepäcktransport und je nach Bedarf einem Guide. Mehr Informationen unter  sa-travel.de oder Tel. 0521-336768 80.

Sicherheit

Eine individuelle Tour, auch ohne Guide, ist möglich. Es wird aber unter anderem empfohlen, nur tagsüber auf den Rädern unterwegs zu sein und einen Bogen um Townships zu machen.

Reiseführer

Kapstadt, Garden Route und Winelands, Elke Losskarn, Dieter Losskarn. Reise Know-How, ISBN 978-3896625786, 17,90 Euro

Weinabenteuer Südafrika, André Dominé, Armin Faber. Kettler, ISBN 978-3862060115, 29,14 Euro

GPS

GPX-Track zur Tour durch das Weinland Süd­afrikas

Jordan Bike Trail

Er führt vom bergigen Norden Jordaniens auf einer alten Handelsroute durchs Land bis ans Rote Meer – der 2018 fertiggestellte Jordan Bike Trail . Auf gut 730 Kilometern geht es durch Berge, Schluchten und Täler, vorbei an Burgen, zum UNESCO-Weltkulturerbe Petra und in die Wüstenlandschaft des Wadi Rum.

Text & Foto: Bernadette Olderdissen

Den vollständigen Beitrag lesen Sie in RADtouren WELTWEIT-Spezial 2020.
 

Infos zum Nachfahren

Die Strecke besteht oftmals aus sehr steinigen Off-Road-Pisten und Sandpfaden – im Wadi Rum versinken die Reifen mehrere Zentimeter tief im Wüstensand –, abschnittsweise geht es auch mal über befestigte Wege oder Asphaltstraßen. Auf der gesamten Tour legt man 20 549 Höhenmeter zurück. Gerade im nördlichen Teil geht es steil bergauf und bergab, manchmal muss man absteigen und das Bike auch mal schieben. Ausschilderungen gibt es nicht, aber dank den guten GPS-Informationen auf der Website können Individualreisende die Strecke problemlos nachverfolgen.

Anreise

Ab Frankfurt gibt es mit Lufthansa täglich bzw. ab Berlin oder München mit Royal Jordanian mehrmals wöchentlich Direktflüge in Jordaniens Hauptstadt Amman. Von anderen Flughäfen erreicht man Jordanien mit nur einem Mal umsteigen, beispielsweise in Istanbul (Turkish Airlines)

Route

Ganz wichtig: Die Gesamtstrecke ist für eine Fahrt von Norden nach Süden konzipiert. Die offizielle Jordan-Bike-Trail-Internetseite schlägt zwölf  Tagestouren vor, die natürlich auch als Einzeletappen erradelt werden können. Wer daneben noch Sehenswürdigkeiten besichtigen möchte (z.B. Burgen oder Petra), sollte etwas mehr Zeit einplanen. Reine Fahrstrecke:

1. Tag Um Qais – Kufr Rakeb    63 km

2. Tag Kufr Rakeb – Khirbet as-Souq    59 km

3. Tag Khirbet as-Souq – Fuheis    63 km

4. Tag Fuheis – Madaba    54 km

5. Tag Madaba – Dhiban    60 km

6. Tag Dhiban – Karak    68 km

7. Tag Karak – Ais    70 km

8. Tag Ais – Shobak    61 km

9. Tag Shobak – Petra    49 km

10. Tag Petra – Abbasiya    55 km

11. Tag Abbasiya – Wadi Rum    60 km

12. Tag Wadi Rum – Aqaba    71 km

Gesamtlänge 733 Kilometer

Sehenswertes

Um Qais Griechisch-römische Ruinen, Sharhabil Bin Hassneh Ecopark, Jordan Valley

Kufr Rakeb Burqush Wald, Ajloun Reserve

Khirbet as-Souq Wadi Zarqa, Rumeimeen Wasserfall

Fuheis Berg Nebo

Madaba Kirchen von Madaba, Wadi Hidan, Machaerus-Palast

Dhiban Wadi Mujib

Karak Karak Schloss, Wadi Hasa

Ais Ma’tan Village, Wadi Ma’tan, Wadi Feynan, Dana Village & Naturreservat

Shobak Shobak Schloss

Petra Wadi Araba, Little Petra, archäologische Stätte von Petra

Wadi Rum Übernachtung(en) in Ziegenhaarzelten, Begegnungen mit Beduinen, Gespräche am Lagerfeuer, Wandern in der Felslandschaft

Aqaba Altstadt, Strände am Roten Meer

Übernachtungen

Entlang der Route steht eine Vielzahl an Übernachtungsmöglichkeiten zur Verfügung – von Hotelzimmern über einfache Gasthäuser bis zu Übernachtungen bei Privatleuten. Mancherorts ist auch Campen möglich, allerdings sollte man sich vorab genau darüber informieren, und im Wadi Rum bietet sich eins der Beduinencamps mit Ziegenhaarzelten an:
 jordanbiketrail.com/accommodation

Reiseführer

Über den Jordan Bike Trail, der erst 2018 eröffnete, informiert man sich am besten auf der offiziellen, sehr übersichtlichen Website mit allem Wissenswerten zu Route, Versorgung und Vorbereitung. Auskunft über Jordanien und seine Sehenswürdigkeiten geben u.a. folgende Reiseführer:

Jordanien, Wil Tondok. Reise Know How Verlg. ISBN 978-3896624888, 22,50 Euro

Marco Polo Jordanien, Andrea Nüsse, Martina Sabra. Mairdumont-Verlag. ISBN 978-3829727877, 12,99 Euro

Informationen

Jordan Tourism Board, Tunis St., Amman, Jordanien, Tel. +962-65678444,
international.visitjordan.com

Streckenplanung:
jordanbiketrail.com

GPS

GPX-Track zum Jordan Bike Trail