- Nordkap Unendliche Weiten – durch die Finnmark ans Ziel
- Alpencross Doppeltes Gipfelglück
- Nordrhein-Westfalen Kunst auf Halde – Tour de Ruhr
- Bayerns Norden Sagenhaftes Fichtelgebirge
- Marktübersicht E-Bike-Motoren
- GPS-Gerät vs. Smartphone Welche Technik punktet in Sachen Bedienbarkeit?
- Fitness Winterprogramm für Radler – Skilanglauf
RADtouren 1/2021
Neues GPS-Gerät aus Spanien
Text: Thomas Froitzheim; Foto: CompeGPS
Die spanischen GPS-Spezialisten von CompeGPS bringen mit dem TwoNav Cross ein neues Gerät auf den Markt, das sich vor allem an Tourenradler und Wanderer richtet. Mit seinem 3,2-Zoll-Display und Maßen von 110 x 63 x 21 Millimetern hat es ähnliche Ausmaße wie das Garmin Oregon, aber ein etwas größeres Display, und ist dennoch mit 172 Gramm etwas leichter. Bedient wird der Cross über seinen Touchscreen und seitlich angebrachte Tasten, die zum Beispiel das Ein- und Aus-Zoomen während der Fahrt erleichtern und eine Einhandbedienung ermöglichen. Neben Bluetooth und ANT+ kann der Cross auch über WLAN schnell und komfortabel Daten übertragen. Er erkennt Stürze und kann Notrufe über ein gekoppeltes Smartphone und die dazugehörigen „LINK“-App versenden – dazu dient das „SeeMe“-Notfallsystem. Der interne Speicher bietet 32 Gigabyte, eine zusätzliche Speicherkarte ist nicht möglich. Der fest eingebaute 3300-Milliamperstunden-Akku soll 20 Stunden durchhalten. Der Cross kostet 299 Euro und ist bereits lieferbar. twonav.com
„Eine Herausforderung und eine Chance“
Das Bedürfnis nach mehr Nachhaltigkeit beeinflusst auch unser Reiseverhalten. Wir wollten wissen, wie Veranstalter ihr Angebot grüner machen und sprachen mit Ralph Benecke, Gründer und Geschäftsführer vom Alleinreise-Spezialisten Sunwave.
RADtouren: Immer mehr Menschen legen wert auf einen nachhaltigen Lebensstil. Wird das Reisen damit zum No-Go?
Ralph Benecke: Für den Tourismus ist das Thema Nachhaltigkeit eine Herausforderung und gleichzeitig auch eine Chance. Nachhaltig zu reisen bedeutet, bewusst zu reisen und die Natur, die Kultur und die Bedürfnisse der einheimischen Bevölkerung zu achten. Das bedeutet also nicht nur, keinen Schaden anzurichten, sondern auch aktiv zur Entwicklung vor Ort beizutragen.
RADtouren: Ist nachhaltiges Reisen teurer?
Ralph Benecke: Unser Ziel ist es, Reisen mit besonderer Qualität anzubieten. Diese zeichnet sich sowohl durch einen besonders intensiven Erlebnis- und Erholungswert aus, als auch durch umweltverträgliche und sozialverantwortliche Aspekte. Das steht bei der Planung und auch bei der Durchführung der Reisen im Fokus. Den Preiskampf getreu dem Motto „billiger geht immer“ machen wir nicht mit.
RADtouren: Worauf legen Sie bei der Planung der Reisen besonderen Wert?
Ralph Benecke: Das fängt bei der Auswahl von Vertragspartner wie Hotels und Restaurants an. Wir achten auf eine ökologisch, sozial und ökonomisch nachhaltige Ausrichtung. Vorrangig arbeiten wir mit Hotels zusammen, die zum Beispiel Ökostrom nutzen, Lebensmittel aus der Region beziehen und den Angestellten humane Arbeitsbedingungen und faire Löhne bieten. Umweltbewusstsein zeigt sich nicht nur im Badezimmer der Hotels, wo auf die Mehrfachnutzung der Handtücher hingewiesen wird!
RADtouren: Wie sieht der Beitrag zur Nachhaltigkeit bei der Reise selbst aus?
Ralph Benecke: Wir versuchen, die Natur möglichst nah, intensiv und ursprünglich zu erleben und dabei so wenig wie möglich auf die Natur einzuwirken. Besonders gut funktioniert das natürlich beim Radfahren, aber auch beim Wandern – im Winter zudem beim Schneeschuhwandern, der ökologisch verträglicheren Variante des Wintersports.
RADtouren: Und wie gelingt eine umweltfreundliche Anreise ins Zielgebiet?
Ralph Benecke: Zunächst einmal erweitern wir unser Angebot an Eigenanreiseprodukten stetig und empfehlen, wenn möglich, die Anreise mit Bus und Bahn. Bei Flugreisen achten wir bei der Auswahl der Fluggesellschaften auf eine gute CO2-Effizienzklasse oder versuchen die CO2-Emissionen an anderer Stelle auszugleichen. Und auch als Unternehmen tragen wir zur Nachhaltigkeit bei. Neben Maßnahmen wie reduziertem Papierverbrauch im Büroalltag haben wir uns kürzlich dazu entschieden, ab 2021 auf einen Druckkatalog zu verzichten. Wir werden dafür noch mehr Energie in die Optimierung unseres Online-Auftritts stecken.
RADtouren: Zum Abschluss noch eine persönliche Frage: Welche ist Ihre Lieblingsreise aus dem Sunwave-Angebot?
Ralph Benecke: Das sind ganz eindeutig unsere Sail & Bike Reisen in der Ostsee und Nordsee. Der Charme, mit einem Traditionssegler zu segeln und in den Häfen mit geführten Radtouren die Umgebung zu erkunden, ist jedes Mal ein besonderes Erlebnis. Und das geht am besten in einer Gruppe.
Auf Kneipp-Tour am Lech
Mit allen Sinnen erfahren lässt sich die „Lebensspur Lech“, gesundheitstouristischer Erlebnisraum zwischen dem Allgäu und Tirol – natürlich auch mit dem Rad. Denn in der Region steht ein breites Netz an gut ausgebauten Radwegen bereit – für Genussradler, Familien und alle, die sich vorzugsweise mit sportlich-moderater Aktivität die reizvollen Landschaften am Lech entdecken wollen. Entlang des grenzüberschreitenden Flusses warten zum Beispiel die Kneipp-Radrunde bei Füssen auf deutscher sowie der Lechradweg auf österreichischer Seite auf Sie.
Tocsen: Kleiner Chip, große Wirkung
2019 bringen drei Freiburger Jung-
unternehmer den Sturzsensor Tocsen auf den Markt. Sobald der Sensor einen Sturz erkennt, fragt die App nach, wie es dem Fahrer geht. Bleibt die Reaktion länger als 45 Sekunden aus, setzt Tocsen einen automatischen Notruf inklusive GPS-Ortung ab – an persönliche Notfallkontakte und die gesamte Tocsen Community im Umkreis.
Bisher musste der Sensor nachträglich auf den Helm aufgeklebt werden. Bei den beiden neuen Enduro-Helme von Uvex ist der Sensor nun erstmals direkt in den Helm integriert. „Dass wir mit Uvex gleich den Marktführer als Partner gewinnen konnten, ist natürlich genial”, freut sich Geschäftsführer Andreas Botsch.
Neuer Service für den Ems-Radweg
Die Internetseite des 375 Kilometer langen Ems-Radwegs hat ein gründliche Überarbeitung erhalten. Mehr als 450 Orte von Interesse und Sehenswürdigkeiten (POI) haben die Verantwortlichen in den vergangenen Monaten in die neue Internetseite eingepflegt. Neues Herzstück aber ist der individuell programmierte Tourenplaner, mit dem Individualreisende ihre Radtour ganz nach eigenen Wünschen planen können. Über die Eingabe von Parametern wie Länge der Tagesetappen sowie Start- und Zielangabe berechnet das System automatisch einen Reiseplan. Die erstellte Tour-Planung enthält alle wichtigen Informationen zum Streckenverlauf sowie zu Übernachtungs- und Gastronomieangeboten, Sehenswürdigkeiten, Parkmöglichkeiten, Bahnhöfen, Tourist-Informationen und Kanuangeboten. Die Übernachtungsorte lassen sich individuell anpassen und damit der Plan während der Radtour immer griffbereit ist, kann er auch heruntergeladen und ausgedruckt werden. emsradweg.de
Neues Radwegenetz in der Oberpfalz
„Oberpfälzer Radl-Welt“ heißt eine neue Radrunde im Nordosten Bayerns. Sowohl für eine lange Radreise, als auch für kürzere (Mehr-)Tagestouren gibt es passende Routen, denn neben einer 500 Kilometer langen Hauptroute gibt es sechs „Erlebniswelten“ mit je 85 bis 155 Kilometern.
Auf letzteren lässt sich der Oberpfälzer Wald aus unterschiedlichen Blickwinkeln entdecken: Da lädt eine verträumt-idyllische „Wald & Täler“-Tour, eine kultverdächtige „Zoigl & Fisch“-Tour und eine fantastische „Sagen & Geschichten“-Tour zu Entdeckungsfahrten ein. Spannende Einblicke in das System Erde verspricht die „Vulkane & Erdgeschichte“-Tour, kulinarische und kulturelle Höhepunkte die „Genuss & Kultur“-Tour und das Beste der Oberpfälzer Fluss- und Seenlandschaften die „Wasserwelten“-Tour.
Da aber zum ungetrübten Radlspaß neben solch emotionalen auch viele deutlich pragmatischere Faktoren gehören, gibt es im Oberpfälzer Wald gleich eine ganze Reihe an Serviceleistungen für Radler: Ausreichend E-Bike-Ladestationen, flexible Radwerkstätten, eine einheitliche Radwegebeschilderung und günstig gelegene Einkehrmöglichkeiten.
Neue Beschilderung in der Region Oberschwaben-Allgäu
In der Region Oberschwaben-Allgäu weist eine überarbeitete Beschilderung auf dem Donau-Bodensee-Radweg und dem Oberschwaben-Allgäu-Radweg den Weg. Alle wichtigen Informationen zu den beiden Landesfernradwegen und zu weiteren Touren in der Region gibt es außerdem in der Broschüre „Radwege in der Ferienregion Oberschwaben-Allgäu“. Sie beinhaltet umfangreiches Kartenmaterial, Etappenbeschreibungen mit Höhenprofil, Adressen radlerfreundlicher Unterkünfte sowie Informationen zu Radservice-Stationen und dem öffentlichen Nahverkehr.
oberschwaben-tourismus.de
Sicherheit: Hauptsache auffallen!
Vom Herbst bis zum Frühling sind die Tage kurz, das Wetter ist mäßig
und die Sicht entsprechend schlecht. Damit Sie nicht übersehen werden, hier ein paar leuchtende Beispiele für mehr Sicherheit.
Klein, aber oho
Dass niemand im Dunkeln ohne Fahrradlichter fährt, sollte selbstverständlich sein. Zusätzliche Sicherheit bietet ein ergänzendes Anstecklicht. Das kann am Rahmen, aber zum Beispiel auch am Körper, am Rucksack oder an den Gepäcktaschen befestigt werden. Ein entsprechendes Produkt gibt es mit dem IXXI zum Beispiel von Busch und Müller. Ca. 22,90 Euro
Cleveres Köpfchen
Fast schon Standard am Radhelm sind Reflektoren, immer beliebter werden aber Helme mit Rücklicht wie zum Beispiel am „Urban-I 3.0“ von Abus. Er ist ein urbaner Fahrradhelm mit gleich mehreren Reflektoren – und LED-Rücklicht mit 180 Grad Sichtbarkeit am Hinterkopf. Dieses verfügt über drei Betriebsmodi: aus, an und blinkend. Die Knopfbatterie für das Licht lässt sich auswechseln und bei fünfzehn Helmfarben zur Auswahl sollte auch optisch für jeden was dabei sein. Ab 84,95 Euro
Flinke Speiche
Speichenreflektoren sind laut Straßenverkehrsordnung am Fahrrad vorgeschrieben. Wem die üblichen orangefarbenen Katzenaugen zu bieder sind, der kann schlanke Reflektoren auf die einzelnen Speichen stecken. Auch diese Variante ist offiziell im Straßenverkehr zugelassen, und entsprechende Produkte gibt es von diversen Herstellern, zum Beispiel von 3M Scotchlite.
Das Wesentliche im Blick
Was man von einem Radfahrer am meisten wahrnimmt, ist der Oberkörper. Daher sind Warnwesten inzwischen weit verbreitet. Für den Weg ins Büro genauso geeignet wie als wärmende Schicht auf der Radreise sind die Westen der belgischen Firma Gofluo. Die „Reverse“ ist eine wattierte Wendeweset: innen blau, außen reflektierend – oder andersrum. Sowohl auf der dunkelblauen als auch auf der reflektierenden Seite gibt es Seitentaschen mit verdecktem Reißverschluss. Wer noch sportlicher unterwegs ist, für den hat Gofluo auch leichte Reflektor-Westen
im Sortiment – auch modische! Die „Reverse“ kostet
ca. 89,95 Euro gofluo.com
Details mit großer Wirkung
Schnell unterschätzt, obwohl die Wirkung immens ist, sind Reflektorelemente an der Kleidung. Ein leuchtendes Logo hier und ein reflektierendes Design-Element dort erhöhen die Sichtbarkeit immens. Beim Kauf von neuem Equipment lohnt es sich daher, auf die Details zu achten. So verfügt die neue „LITE ADV Softshell Pants“ von Craft zum Beispiel über einen reflektierenden Streifen auf der Wade. Ab 139,95 Euro
Kräftige Farben
Es muss nicht allein reflektierend und leuchtend sein. Auch knallige Farben sind im Dunkeln viel besser zu sehen als Schwarz. Deswegen: Mut zum Auffallen! Optionen dafür gibt es wahrlich genug; die neue 2-in-1-Softshelljacke Asson von Gonso ist nur eine davon. Sie gibt es in gelb, rot und grün – und ja, auch in schwarz. Wenn’s zu warm wird, können die Ärmel abgetrennt werden und die Jacke wird zur Weste. Egal wie: Hauptsache auffallen! Ca. 149,95 Euro
Viel hilft viel
LED-Lichtlösungen speziell für Outdoor-Ausrüstung hat Osram entwickelt. Zusammen mit Vaude hat der Lichtspezialist die Serie „Light Me Up“ entworfen. Eine LED-Schnur lässt sich einfach an- und ausschalten und kann nachträglich an alle Vaude-Rucksäcke mit dem Label „Osram LED ready“ angebracht werden. Der Strom kommt über eine handelsübliche Powerbank mit USB-Anschluss. Ein ähnliches System hat Osram auch für Jack Wolfskin entwickelt. Ca. 25 Euro
Aus der Rubrik Kurioses: Das Offroad-Lastenfahrrad
Das Berliner Produktdesign-Büro Werksdesign hat den Prototyp eines Offroad-Lastenfahrrads entwickelt. Das speziell für Naturliebhaber konzipierte 4forest bietet mit seiner vollgefederten Neigetechnik und leistungsstarkem E-Antrieb von Bosch eine Zuladung von über 220 Kilo. Ein praktisches und umweltfreundliches Transportmittel für den Wald und unwegsames Gelände. Probegefahren haben wir es nicht, aber wir können uns durchaus vorstellen, dass dieses Rad Spaß macht!
Neu: Hanse-Wendland-Radweg
Auf 163 Kilometern geht es auf dem neuen Hanse-Wendland-Radweg durch die einzigartigen Landschaftsräume von Altmark, Wendland und Lüneburger Heide. Auf meist abgeschiedenen Wegen werden dichte Wälder und grüne Auen durchquert. Schattenspendende Alleen führen durch malerische Dörfer; Störche, Wildgänse und andere Wald- und Wiesenbewohner bieten Natur pur. Noch ist die Route zwischen Uelzen, Bad Bodenteich, Salzwedel, Lüchow und Rosche nicht beschildert, das soll 2021 folgen. Eine gedruckte Radkarte und digitale Informationen für den neuen Radweg gibt es aber bereits. Perspektivisch soll die Strecke innerhalb der nächsten Jahre zur ADFC-zertifizierten Qualitätsroute weiterentwickelt werden.
Über die Bahnhöfe in Salzwedel, Schnega, Wieren, Stederdorf, Uelzen und Bad Bodenteich ist die Route mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Schnittstellen gibt es zum Weser-Harz-Heide-Radweg (siehe RADtouren 5/2020), Lüneburger-Heide-Radweg, Altmark-
rundkurs, Iron Curtain Trail und zum Grünen Band.
Reiseangebote für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen
Zehn deutsche Urlaubsregionen und Städte haben sich 2008 zur Arbeitsgemeinschaft Barrierefreie Reiseziele in Deutschland“ zusammengeschlossen. Seit 2018 trägt die AG den Namen „Leichter Reisen“. Gemeinsam leisten die Mitglieder Pionierarbeit bei der Entwicklung von Reiseangeboten für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen oder Hör- und Sehbehinderungen, für Gehörlose und Blinde sowie für Familien und Senioren. Unter anderem präsentiert die Initiative die schönsten Handbike-Touren in Deutschland. Darunter: das Fränkische Seenland, das Lausitzer Seenland, die Havel, die Rostocker Heide oder die Sächsische Schweiz. Gefällt.
RADtouren 6/2020
- Kocher-Jagst-Radweg – wild und ursprünglich
- Schleswig-Holstein: Grün-blaue Oase am Plöner See
- Frankreich: Berg- und Talfahrt in den Vogesen
- Naher Osten: Von Berlin nach Stettin entlang der Oder
- Unterwegs zum Nordkap: 1. Teil: Von Kiel nach Tallinn
- Grosser Test: Dynamo-Scheinwerfer
- Bücher: Lesestoff für Fahrrad-Fans
- Kleidung: Lieblingsstücke für kalte Tage
Dynamo-Scheinwerfer im Test: Licht & Schatten
Sechs Volt, drei Watt – mehr gibt ein Dynamo nicht her. Mit dieser Energie eine Straße auszuleuchten, ist eine technische Herausforderung, der nicht alle Hersteller gewachsen sind. Dabei entscheiden weder Preis noch Lux-Wert, was eine Funzel ist. 13 Scheinwerfer im RADtouren-Test.
Text: Ingo Effing
Unmerklich zwackt der kleine Dynamo an der Radnabe ein paar Watt der am Pedal verrichteten Beinarbeit ab und verwandelt sie in elektrische Energie. Zu jeder Zeit, ohne abfallende Batterien, ohne Steckdose, ohne Energiespeicher – der eigene mit Muskelkraft erzeugte Ökostrom sozusagen. Ein autarkes Minikraftwerk. Die Freude an der Nachtfahrt ist um so größer, werden die pumpenden Oberschenkel dann noch mit einem strahlenden Lichtstrom belohnt, der die Dunkelheit vom Radweg spült.
Wir haben 13 Dynamo-Scheinwerfer von 15 bis 50 Euro mit Beleuchtungsstärken zwischen 30 und 80 Lux getestet und klären, was die Beleuchtung am Fahrrad können soll – und gemäß Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) können muss. Worauf kommt es an, und wie orientiert man sich beim Kauf eines Scheinwerfers?
Was ist vorgeschrieben?
Wie die Beleuchtung am Fahrrad genau auszusehen hat, ist in der StVZO unter §67 geregelt. Dort heißt es direkt im ersten Satz, dass Fahrräder im öffentlichen Straßenverkehr nur in Betrieb genommen werden dürfen, wenn sie mit den vorgeschriebenen und bauartgenehmigten lichttechnischen Einrichtungen ausgerüstet sind. Das bedeutet für alle Räder ohne Beleuchtung – wie Mountainbikes und Rennräder – im Grunde das Aus für die Straße. Zumindest bis 2017. Seitdem sind auch abnehmbare, mit Batterie oder Akku betriebene Leuchten zugelassen. Vorne dürfen es sogar zwei Scheinwerfer mit weißem Abblendlicht sein, außerdem ist an der Front ein weißer Rückstrahler Pflicht. Die Schlussleuchte hat rot zu strahlen und darf mit dem ebenfalls roten Rückstrahler kombiniert sein. Blinkende Beleuchtung am Fahrrad ist weder vorne noch hinten erlaubt. Die Begründung: Das Flackern irritiert den Beobachter und konstantes Licht ist im Straßenverkehr besser auszumachen.
Richtig eingestellt?
Bei Dunkelheit von entgegenkommenden Radfahrern geblendet zu werden, gehört heute leider zu den lästigen Begleiterscheinungen leistungsstarker LED-Scheinwerfer. Ein unachtsamer Radler im Gegenverkehr hat seine Beleuchtung nicht im Griff und die eigene Sicht auf den dunklen Radweg geht gegen Null. Um das zu vermeiden und die Neigung der Lampe korrekt einzustellen, muss nicht unbedingt ein Fachmann ran. In der StVZO heißt es dazu lediglich: Der Scheinwerfer muss so eingestellt werden, dass er andere Verkehrsteilnehmer nicht blendet. Es reicht also, wenn die Lampe etwas geneigt ist und der Lichtschein vor dem Fahrrad leicht abfällt. Das Zentrum des Lichtkegels sollte ungefähr zehn Meter vor dem Rad auf der Straße liegen.

Den kompletten Test lesen Sie im RADtouren-Magazin 6/2020.
Im Test:
- Lunivo DIA F70d, 39,95 Euro
- Trelock LS 383 Bike-I VEO 50, 39,99 Euro
- Herrmans H-Black MR4, 29,90 Euro
- Herrmans H-Black MR8, 39,90 Euro
- B&M Myc T senso plus, 49,90 Euro
- XLC Sirius D45 S, 20 Euro
- Büchel Shiny 40 SL, 24,95 Euro
- Büchel Shiny 80 SL, 39,95 Euro
- Büchel Tour 45 SL, 22,95 Euro
- Spanninga Kendo+, 26,50 Euro
- Spanninga Axendo 40, 33,50 Euro
- Contec Dlux 30 N++, 14,95 Euro
- Contec Dlux 50 N++, 29,95 Euro
Kocher-Jagst-Radweg
Der Kocher-Jagst-Radweg folgt zwei Flussläufen im nördlichen Baden-Württemberg. Er führt durch schöne Wiesentäler; kleine Orte liegen am Wegesrand. Dort kann man wahre Schätze entdecken, wohl behütet von heimatverbundenen Menschen.
Text & Foto: Karin Kura
Den vollständigen Beitrag lesen Sie in RADtouren 6-2020.
Infos zum Nachfahren
Der Radweg dreht eine 332 Kilometer weite Runde, dafür werden sechs Radfahrtage empfohlen. Praktisch ist, dass man über 13 Quer-Radwege die Route beliebig und individuell zusammenstellen kann. Die im Text beschriebene Variante schneidet über die Bahnlinie Crailsheim – Schwäbisch Hall den unteren Teil des Radweges ab, verkürzt ihn so auf zirka 200 Kilometer.
Der Radweg führt durch flache Flusstäler, immer wieder gefolgt von sanftem Auf und Ab. Lange, steile Anstiege (vor Kirchberg, zum Schloss Langenburg oder auch bei Lauchheim) sind die Ausnahme, und die Strecke ist auch ohne E-Bike gut zu bewältigen. Vom ADFC als 4-Sterne-Route ausgezeichnet, ist sie nahezu durchgängig asphaltiert und in beide Richtungen gut ausgeschildert. In der Regel radelt man auf dem Radweg, selten mal auf einer befahrenen Straße, vor allem an der Jagst ist es ländlich. In der Nähe größerer Städte sowie in deren Zentren muss man freilich mit mehr Autoverkehr rechnen.
An- und Abreise
Wer die gesamte Runde fährt, startet und endet die Radtour am besten in Aalen.
Für die verkürzte Tour Start beispielsweise in Schwäbisch Hall. Die Stadt hat drei Bahnhöfe. Züge aus Stuttgart und Nürnberg (jeweils ca. 1,5 Stunden Fahrt) steuern den Bahnhof Schwäbisch Hall-Hessental an, dort steigt man in die Regionalbahn um. In wenigen Minuten ist das Stadtzentrum erreicht.
Endpunkt könnte Crailsheim sein, von dort kommt man mit der Bahn in 20 Minuten zurück nach Schwäbisch Hall-Hessental.
Etappen
1. Etappe Aalen – Schwäbisch Hall 66 km
2. Etappe Schwäbisch Hall – Forchtenberg 44 km
3. Etappe Forchtenberg – Bad Friedrichshall 37 km
4. Etappe Bad Friedrichshall – Dörzbach 67 km
5. Etappe Dörzbach – Crailsheim 57 km
6. Etappe Crailsheim – Aalen 61 km
Gesamtlänge 332 km
Sehenswertes
Aalen Limesmuseum, das größte Römermuseum Süddeutschlands, oder auch die Limesanlage in Hüttlingen
Schwäbisch Hall Kirche St. Michael mit Freitreppe, überdachte Holzbrücken und Altstadtgassen, Hällisch-Fränkisches Museum, Kunsthalle Würth
Ingelfingen Weinmanufaktur Ingelfinger Fass
Forchtenberg Historische Turmuhr im alten Backhaus, Erinnerungspfad Hans von Sophie Scholl
Jagsthausen Götzenburg mit Parkanlage
Kloster Schöntal Klosterkirche und Außenanlage, Badestelle in der Jagst
Unterregenbach Kryptaführung, Schaumweinprobe (nur mit Anmeldung) hohenloher-schaumweine.de
Schloss Langenburg Residenz der Adelsfamilie Hohenlohe-Langenburg, lohnt einen Abstecher vom Radweg, allerdings geht es hier steil bergauf
Kirchberg Schloss und schmucke Altstadt
Ellwangen Schloss ob Ellwangen, Basilika St. Veit
Übernachtungen
Forchtenberg Pension bei Oma Marie oma-marie.de
Schöntal Kloster Schöntal kloster-schoental.de
Heimhausen Landgasthof und Hotel Jagstmühle jagstmuehle.de
Kirchberg Privatzimmer Töpferei am Turm, Telefon 07954/8564
Crailsheim Hotel Post Faber postfaber.de
Reiseführer/Karten
Kocher-Jagst-Radweg, Bikeline Radtourenbuch, Verlag Esterbauer, 14,90 Euro
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