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Lausitz

Früher wurde die Landschaft der Lausitz für den Braunkohle-Abbau durchpflügt. Inzwischen sind im Zuge eines eindrucksvollen Strukturwandels mehr als 20 große Seen entstanden. Erkundet man die Wasserwelten über die hervorragenden Radwege, entdeckt man idyllische Natur und Sandstrände, zahlreiche faszinierende Industrie-Denkmäler und sogar Wein aus regionalen Reben.

Text & Foto: Sascha Rettig

Die Lausitz liegt nicht weit von der polnischen Grenze im tiefen Osten Deutschlands und reicht vom südöstlichen Brandenburg bis ins nordöstliche Sachsen. Es gibt ein gut ausgeschildertes Netz an Radwegen, die in der Regel asphaltiert und in hervorragendem Zustand sind. Meist radelt man entlang der Seen oder durch Waldabschnitte. Auch auf den kleineren Landstraßen und in den Ortschaften ist in der Regel wenig Verkehr. Sieht man von kleineren Anhöhen ab, ist die Landschaft der Lausitzer Seenplatte flach und gemütlich zu beradeln.   

Die beste Zeit zum Radfahren dort ist von Frühjahr bis Herbst. Im Sommer kann es heiß werden. Für unbeständigeres Wetter vor allem in den Übergangszeiten sollte man die entsprechende Kleidung im Gepäck haben. Eine winddichte Regenjacke ist zu jeder Jahreszeit empfehlenswert. Vom rustikalen Gasthof bis zum Imbiss – für Verpflegung ist entlang des Weges in der Regel gesorgt. Wer sich selbst versorgen will, der hat an den Seen aber auch die Möglichkeit zu picknicken oder mit einem Lunch-Paket eine Pause einzulegen.   

Den vollständigen Beitrag lesen Sie in RADtouren 5/2020.
 

Infos zum Nachfahren

An- und Abreise

Mit dem Auto Viele Urlauber aus Deutschland, Österreich und der Schweiz reisen mit dem eigenen PKW an.

Mit der Bahn Ab Dresden, Berlin oder Leipzig mit Nahverkehrszügen.

Für unsere Touren haben wir Großkoschern am Senftenberger See als Ausgangspunkt gewählt. Von den Bahnhöfen Senften­berg und Lauta sind es jeweils nur wenige Kilometer dorthin. Von Lauta können Sie auch zu unseren Touren ab Hoyerswerda und Uhyst mit der Bahn anreisen.

Touren

1. Rote Tour: Großkoschen – Rostiger Nagel – Sedlitzer See – Partwitzer See – Tagebau Welzow-Süd – Geierswalder See – Senftenberger See – Großkoschen
69 km

2. Grüne Tour: Großkoschen – Großräschen – Altdöbern – Altdöberner See – Großkoschen 67 km

3. Orange Tour: Hoyerswerda – Scheibesee – Dreiweiberner See – Silbersee – Knappenrode – Hoyerswerda 40 km

4. Blaue Tour: Uhyst – Bärwalder See – Nochten – Uhyst 33 km

Sehenswertes

Senftenberg: Stadthafen mit Promenade, Schloss und Abendessen in „Die Drogerie“, Boot- und Floßverleih

Großkoschen: SeeLounge und Familienpark u.a. mit Restaurant „Seestern“

Sornoer Kanal: Aussichtsturm „Rostiger Nagel“

Welzow-Süd: Aussichtspunkt zum aktiven Tagebau

Geierswalder See: Restaurant „Der Leuchtturm“ und schwimmende Häuser

Hoyerswerda: Altstadt

Knappenrode: Industriedenkmal „Energiefabrik“

Großräschen: Seebrücke, IBA-Terrassen, Weinberg und Weinprobe

Altdöbern: Schloss mit Park und Orangerie

Pritzen: Open-Air-Kunstobjekte

Bärwalder See: Aussicht von der Marina Klitten und Landschaftskunstwerk „Ohr“

Nochten: Findlingspark

Lichterfeld-Schacksdorf (abseits der Routen): imposantes Besucherbergwerk F60

Unterkunft

In Großkoschen am Senftenberger See befindet sich der „Ferienhof Radlerslust“. Er bietet eine gute Ausgangs­lage für die Sterntouren und moderne Zimmer. Abends kann man im gepflegten, sehr schön angelegten Garten grillen. Ein umfangreiches Frühstück wird ebenfalls angeboten, genauso wie ein Radverleih mit Werkstatt für kleinere Reparaturen. Dorfplatz 6, 01968 Großkoschen
 radlerslust.de

In der Seenlandschaft findet man darüber hinaus zahlreiche Hotels und Pensionen. Wer beispielsweise zum Bärwalder See keine Tagestour machen, sondern in der Nähe übernachten will, findet im nahen „Gruners Landhaus“ in Rauden einfache, gepflegte Zimmer. gruners-landhaus.de

Karten

Lausitzer Seenland: Rad- und Wanderkarte, PublicPress. 1:60 000, ISBN 978-3747304549, 8 Euro

Reiseführer Oberlausitz Lausitzer Seenland, Reise Know-How. ISBN 978-3831729203, 14,90 Euro

Infos

Für detaillierten Radtouren-Informationen:  lausitzerseenland.de

Radvermietung Fahrräder und E-Bikes kann man unter anderem bei iba-aktiv-tours mieten. Eine Leihstation hat auch der Familienpark in Großkoschen aktiv-tours-lausitz.de

GPS

GPX-Track zu den Touren in der Lausitz

Hamburg

Trubel und Hektik sind hier ganz weit weg, dabei gehören die Vier- und Marschlande zur Millionenstadt Hamburg. Durch das große Blumen- und Gemüseanbaugebiet im Südosten der Metropole radelt man ganz gemütlich und spürt es mit jedem Pedaltritt: Hier steht die Zeit (fast) noch still.

Text & Fotos: Bernadette Olderdissen

Den vollständigen Beitrag lesen Sie in RADtouren 5/2020.
 

Infos zum Nachfahren

Hamburg

Die Route verläuft auf asphaltierten Radwegen, teils wenig befahrene Landstraßen und umfasst knapp 50 Kilometer. Sie startet am S-Bahnhof Hamburg Billwerder-Moorfleet und endet an der Haltestelle Mittlerer Randweg. Beide werden angefahren von S2 und S21.

Highlights

Hohendeicher See, Kilometer 11
Kirchwerder Wiesen, Kilometer 17
Zollenspieker Fährhaus,Kilometer 23
Riepenburger Mühle und Hof Eggers, Kilometer 27
Rieck-Haus, Kilometer 34
Boberger Niederung, Kilometer 47

Reiseführer

Es gibt wenige Informationen zu den Vier- und Marschlanden, z.B. (jedoch ohne Fahrradbezug):

Landpartie. Im Norden unterwegs: Harz, Vorpommersche Boddenlandschaft, Nordfriesland, Vier- und Marschlande: ISBN 978-3877068335, Schlütersche Verlag, ab 19,80 Euro

Die Marschlande: Hamburgs grüner Garten: ISBN 978-3866803343, Sutton Verlag, ab 4,22 Euro

Informationen

hamburg-tourism.de/sehen-erleben/routen-touren/vierlanden/

bergedorf.de/fileadmin/Media/pdf/2020_01_WSB_Radtouren-Plan_RZ_Web.pdf

GPS

GPX-Track zur Tour durch Hamburgs Gemüsegärten

Corona – Wohin kann ich reisen?

Was geht, was nicht und was ist wo erlaubt? Diese Fragen stellt man sich wegen Corona aktuell ständig – erst recht im Zusammenhang mit Reisen. Der Open Travel Index gibt erste Informa­tionen zu den Auflagen in den verschiedenen europäischen Ländern und den Maßnahmen zahlreicher Reiseunternehmen. Ins Leben gerufen hat das übersichtliche Ampelsystem die Reisebuchungsplattform Omio. de.omio.com/reisen/aktuelle-reiseinformationen

Weser-Harz-Heide-Radweg

Der Weser-Harz-Heide-Radweg ist Niedersachsens längster Radfernweg. Die Traumstrecke begeistert mit landschaftlicher Vielfalt, gespickt mit prachtvollen Burgen und Schlössern aus der Zeit der Welfen, sowie zahlreichen historischen Städten.

Text & Foto: Hans Kothe

Die gesamte Route verläuft hauptsächlich auf verkehrsarmen Straßen sowie land- und forstwirtschaftlichen Wegen, abschnittsweise auch über ehemalige Bahntrassen. Überwiegend radelt man auf Asphalt. Es gibt allerdings auch die eine oder andere Schotterpiste und – heidetypisch – sandige Abschnitte. Die dritte Etappe von Herzberg nach Goslar hat herausfordernde Anstiege bis Clausthal-Zellerfeld. Danach geht es bis Goslar fast ausschließlich zügig bergab. Hinter Goslar beginnt dann die merklich flachere Landschaft, die später durch die Heide nach Lüneburg führt.

Leider ist die Beschilderung manchmal nicht gut zu erkennen und auch oft lückenhaft. Zum angebotenen GPX-Track gibt es hin und wieder Varianten, die aber ebenfalls gut befahrbar sind. Das Rad sollte eine bergtaugliche Schaltung besitzen und über eine ordentliche Reifenbreite verfügen.

Den vollständigen Beitrag lesen Sie in RADtouren 5/2020.
 

Infos zum Nachfahren

An- und Abreise

Mit dem Auto Nach Hann. Münden: von Berlin 360 km, von Köln 270 km, von München 490 km; ab Lüneburg: nach Berlin 290 km, nach Köln 410 km, nach München 720 km

Mit der Bahn Hann. Münden ist mit der Regionalbahn oder dem Regionalexpress erreichbar, Lüneburg auch mit Metronom und ICE.

Etappen

1. Etappe Hann. Münden – Göttingen   40 km

2. Etappe Göttingen – Herz­berg am Harz   70 km

3. Etappe Herzberg am Harz – Goslar   77 km

4. Etappe Goslar – Braunschweig   61 km

5. Etappe Braunschweig – Gifhorn   38 km

6. Etappe Gifhorn – Bad Bodenteich   54 km

7. Etappe Bad Bodenteich – Lüneburg   72 km

Übernachtung

Göttingen: Hotel Berliner Hof, Weender Landstraße 43, 37075 Göttingen, Tel.: 0551/383320  berlinerhof.de

Herzberg am Harz: Hotel Englischer Hof, Vorstadt 8-10, 37412 Herzberg am Harz,
Tel.: 05521/89690 
englischer-hof.de

Goslar: Hotel Hubertushof, Wallstraße 1, 38640 Goslar, Tel.: 05321/23276 hubertushof-goslar.de

Braunschweig: Hotel Fürstenhof, Campestraße 12, 38102 Braunschweig,
Tel.: 0531/7073370 
hotel-fürstenhof.de

Gifhorn: Hotel Deutsches Haus, Torstraße 11, 38518 Gifhorn, Tel.: 05371/8180
deutsches-haus-gifhorn.de

Bad Bodenteich: Landhaus Bodenteich, Neustädter Straße 70, 29389 Bad Bodenteich, Tel.: 05824/96460 AScharsig@t-online.de

Lüneburg: Hotel zum Roten Tore, Vor dem Roten Tore 3, 21335 Lüneburg,
Tel.: 04131/43041 
zumrotentor.de

Sehenswertes

Hann. Münden: Welfenschloss, Rathaus, St. Blasius, mittelalterliches Stadtbild mit Fachwerkhäusern, Weserstein

Göttingen: Altstadt, St. Johannis, Paulinerkirche, St. Jacobi, St. Marien, Botanische Gärten

Duderstadt: Altstadt, Rathaus, Grenzlandmuseum Eichsfeld, Westerturm, Sulbergswarte

Rhumspringe: Rhumequelle

Herzberg am Harz: Welfenschloss

Osterode: Altes Rathaus, Museum im Ritterhaus, Stadtmauer, Marktkirche St. Aegidien

Clausthal-Zellerfeld: Oberharzer Bergwerksmuseum, Marktkirche aus Holz, Ausstellung am Kaiser-Wilhelm-Schacht

Goslar: Kaiserpfalz, Weltkulturerbe Rammelsberg, Huldigungssaal im Rathaus, Altstadt, Marktkirche, St. Jacobi, Neuwerkkirche

Wolfenbüttel: Schloss, Lessinghaus, Musikinstrumente-Museum­, Klein Venedig, Hauptkirche Beatae Mariae Virginis

Braunschweig: Landesmuseum, Herzog Anton Ulrich-Museum, Eisenbahnmuseum, Domkirche St. Blasii, Residenz-Schloss, Altstadt, Braunschweiger Löwe, Rathaus, Schloss Richmond

Gifhorn: Internationales Wind- und Wassermühlenmuseum, Schloss, Kavalierhaus, Altes Rathaus

Hankensbüttel: Kloster mit ­Museum, Otter-Zentrum

Bad Bodenteich: Burg mit Museum, Kurpark

Uelzen: Altes Rathaus, Gildehaus, St. Marien, Hundert­wasser-Bahnhof

Bad Bevensen: Museum Schliekau, Kloster Medingen, Kurpark

Bienenbüttel: Feldsteinkirche, Wassermühle, Addenstorfer Heide

Lüneburg: Deutsches Salz­museum, Ostpreußisches Landesmuseum, Kloster Lüne, St. Johannis, Rathaus, Wasser­turm, Lüner Mühle, Alter Kran

Karte/Reiseführer

Bikeline, Weser-Harz-Heide-Radweg. ISBN: 978-3-85000-421-3, 13,90 Euro  esterbauer.com

GPS

GPX-Track zum Weser-Harz-Heide-Radweg

Niederlande & Belgien

Dank Corona finden die Frühjahrsklassiker des Profi-Radsports erst in diesem Herbst statt. Wenn Sie Ihre Reise durch limburg, Flandern & die Wallonie mit dem Besuch eines dieser legendären Radrennen verbinden, ist Gänsehaut garantiert!

Text: Günter Jekubzik
Foto: Visit Flanders/Steven Ledoux 

Aus den Frühjahrsklassikern werden wegen Corona in diesem Jahr Herbstklassiker. Umso mehr sind ihre Strecken bei stabilerem Wetter zum Nachfahren geeignet. Unter Umständen lässt sich der Urlaub sogar mit den Rennterminen verbinden und so Radsport live erleben. Von Maastricht in Limburg bis Oudenaarde in Flandern erwarten den Radreisenden großartige Landschaften und eine exzellente Radinfrastruktur. Dabei gibt es überall reichlich Runden mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden.

Den vollständigen Beitrag lesen Sie in RADtouren 5/2020.
 

Infos zum Nachfahren

An- und Abreise

Wegen der weit auseinanderliegenden Start- und Zielpunkte der Strecke liegt die An- und Abreise mit der Bahn nahe. Nach Valkenburg kommen Sie über Maastricht oder Aachen. Die Abreise von Oudenaarde erfolgt über Brüssel. Besonders in Belgien lohnt sich der GoPass mit zehn Fahrten für 83 Euro. Die „D-Züge“ nehmen Räder mit und sind nicht viel langsamer als Schnellzüge.

Etappen

1. Etappe: Valkenburg – Maastricht    90 km

2. Etappe: Maastricht Lüttich   40 km

3. Etappe: Lüttich Lüttich.  70 km

4. Etappe: Lüttich Namur  71 km

5. Etappe: Namur La Hulpe   51 km

6. Etappe: La Hulpe Geraardsbergen  85 km

7. Etappe: Geraardsbergen – Oudenaarde   94 km

Übernachtung

Valkenburg: Unter den vielen kleinen Hotels sticht das Parkhotel Valkenburg mit seinem eigenen Frauen-Worldtour-Team hervor. Oben am Cauberg liegt ein Landal-Ferienpark
parkhotelvalkenburg.nl
landal.nl/parken/kasteeldomein-de-cauberg

Maastricht: The Student Hotel  thestudenthotel.com/de/maastricht

Lüttich: No. 5 Bed & Breakfast n5bednbreakfast.be/de/home-de

Namur: Hotel Beauregard hotelbeauregard.be

La Hulpe: B&B L‘Eau Claire leauclaire.be

Geraardsbergen: Hotel Grupello  hotelgrupello.be

Oudenaarde: Hotel Leopold leopoldhoteloudenaarde.com

Im ländlichen Flandern sind die Übernachtungsmöglichkeiten reizvoll, von umgebauten Scheunen bis Hotels, beispielsweise am Fuß des berüchtigten Koppenbergs, reicht das Spektrum. Rund um die Profirennen sind die Unterbringungskapazitäten begrenzt und schon frühzeitig ausgebucht. Denn viele Fans und Hobbysportler machen aus den belgischen Klassikern einen Kurzurlaub.

Sehenswertes

Valkenburg: Shimano Experi­ence­ Center

Maastricht: Altstadt und Bonnefanten-Museum

Lüttich: Montagne de Bueren, Stadttreppe mit 374 Stufen, TGV-Bahnhof Guillemins von Architekt Santiago Calatrava

Namur: Zitadelle

Oudenaarde: Museum der Flandern-Rundfahrt, Brauerei Roman in Mater

Termine

4. 10.2020: Lüttich-Bastogne-Lüttich

11.10. 2020: Amstel Gold Race

18.10. 2020: Ronde van Vlaanderen

Reiseführer/Karten

Limburg:  visitzuidlimburg.nl/te-doen-in-zuid-limburg/fietsen, amstel.nl/amstelgoldrace/agr365/routes

Radstrecken in Wallonien: ravel.wallonie.be/home/carte-interactive.html

Visit Flanders: visitflanders.com/de/typisch-flandern/radfahren-in-flandern

GPS

GPX-Track zur Tour durch die Niederlande und Belgien

Test: 22 Touren-Reifen auf dem Prüfstand

Die Auswahl schicker Schlappen ist inzwischen riesig. Wir haben 22 Touren-Reifen nach Einsatz sortiert und im Labor-Test in die Mangel genommen.

Text & Foto: Ingo Effing
 

Die knallharte Rennpelle meldet jedes Schotterkörnchen auf der Straße und klebt wie auf Schienen am Asphalt, während sich der breite Pannenschutzpneu sorglos und komfortabel wie ein Luftkissen über den Waldweg wälzt. Die rotierenden Gummis sind die einzige Verbindung zum Untergrund und prägen das Fahrgefühl so maßgeblich wie kein anderes Teil am Fahrrad. Reifen besitzen enormes Tuning-Potential und können auch dem langweiligsten Stadtrad neues Leben einhauchen. Mit der Reifenwahl muss also nicht zwangsläufig gewartet werden bis sich der alte Mantel von der Felge schält. Aber welcher Reifen ist der richtige?

Orientierungshilfe

Damit man nicht vom breiten und stetig wachsenden Angebot an Pneus überrollt wird, sollte man sich zuerst über den Einsatz im Klaren sein und seine Prioritäten abstecken. Denn den Alleskönner gibt es nicht. Der griffige Straßenreifen aus weichem Gummi bietet zwar verlässlichen Halt, um das Fahrrad mit Tempo tief in die Kurve zu legen, der Verschleiß ist aber höher als bei einer härteren und damit haltbareren Gummimischung. Bei einem Stollenprofil für sehr gutes Geländeverhalten muss man Abstriche im Kurvenhalt auf der Straße hinnehmen. Mit dicker Pannenschutz-Einlage rollt es sich zwar entspannt durch den Alltag, ein Satz Sorglosreifen bringen aber locker ein Kilo mehr auf die Waage als leichte Modelle. Am Touren-Pedelec mag das weniger stören als an einem Trekkingrad, das aus den Beinen beschleunigt wird, ein sportlich-wendiges Fahrgefühl kann man von einem Kilo-Reifen aber weder hier noch dort erwarten.

Der physikalische Effekt, der hier zum Tragen kommt, ist das Trägheitsmoment: Je höher die rotierende Masse des Reifens, desto träger verhält sich das Rad. Das muss nicht immer schlecht sein! Einmal in Bewegung, halten schwere Reifen besser Geschwindigkeit und Spur und beruhigen den Lauf. Beschleunigen, Abbremsen und auch das Lenken wird mit zunehmender Masse am Laufrad aber erschwert.

Der Einsatz entscheidet

Es hängt also sehr vom Einsatz und den persönlichen Vorlieben ab, welcher Reifen der richtige ist. Daher haben wir diesmal auf abschließende Testnoten verzichtet. In unserem Testfeld haben sich 22 Touren-Reifen für unterschiedliche Einsätze eingefunden. Zur Orientierung bei der Reifenwahl haben wir drei Test-Kategorien mit unterschiedlichen Anforderungen gebildet. Sind die Prioritäten geklärt, kann man hier schnell den persönlichen Testsieger ausfindig machen.

Sportiv Sport-Tourer mit leichtem Lauf, schneller Beschleunigung und sehr guter Haftung auf Asphalt

Allrounder City-Touring-Reifen für den Alltag und gemäßigte Touren auf wenig anspruchsvollem Terrain

All-Terrain Radreisereifen für unbefestigte und schlechte Wege; gefragt ist ein vielseitiges Profil, das in leichtem Gelände gute Haftung und Traktion bietet, aber auch leicht auf Asphalt rollt.

Die sportiven Reifen für schnelle Touren sind auf der Straße zuhause. Sie sollen mit leichtem Lauf, einer schnellen Beschleunigung und guter Haftung auf Asphalt überzeugen. In der Kategorie Allrounder waren Touren-Reifen gefragt, die den Alltag in der Stadt pannensicher überstehen, aber auch beim Abstecher auf dem Waldweg Halt geben. Die All-Terrain-Radreisereifen müssen leicht laufen und mit einem vielseitigen Profil auf schlechten Straßen ebenso Halt bieten wie auf unbefestigten Wegen.

E-Bike-Reifen?

Rund um die motorisierten Verkaufsschlager der Branche gibt es kaum Komponenten und Zubehör, das nicht auch als spezielle ­E-Bike-Variante angeboten wird. Ob man fürs Pedelec tatsächlich spezielle Reiniger, Sattel oder Pedale braucht, darf hinterfragt werden. Bei Reifen sieht die Sache etwas anders aus. Für Pedelecs mit Unterstützung bis 25 km/h ist vom Gesetzgeber keine besondere Bereifung vorgeschrieben. Grundsätzlich kann alles aufgezogen werden. Da die Reifen aber durch Mehrgewicht und höhere Durchschnittsgeschwindigkeiten stärker beansprucht werden, kennzeichnen die Hersteller besonders geeignete Modelle mit Symbolen wie „E-25“ oder „E-Bike Ready“.

Anders bei den schnellen S-Pedelecs. Hier müssen die Reifen für hohe Geschwindigkeiten bis 50 km/h freigegeben sein. Zu erkennen an dem europäischen ECE 75R Prüfzeichen oder an einem „E50“-Symbol.

Druck und Komfort

Luft hat ausgezeichnete Dämpfungseigenschaften. Nicht umsonst setzen die besten Feder­gabeln auf das unsichtbare Gasgemisch als Federelement. Auch im Reifen kann ein niedriger Luftdruck den Fahrkomfort enorm erhöhen – vorausgesetzt die Reifenbreite lässt einen geringen Druck von 2 Bar und weniger zu. Fährt man einen schmalen 37-Millimeter-Reifen mit geringem Druck, schlägt die Felge schnell durch und stanzt Löcher in den Schlauch. Bei breiten, voluminösen Reifen ist der Abstand der Felge zum Reifen und somit auch zur Straße größer, ein Durchschlagen damit unwahrscheinlicher. Auf weichen Ballonreifen gleitet man nahezu unbehelligt über das Altstadt-Pflaster, während Fahrer harter Reifen im Sattel zittern. Der Reifen springt nicht, sondern legt sich eher über Hindernisse, besonders im Gelände führt das zu mehr Traktion.

Breiter rollt leichter

Entgegen der weit verbreiteten Annahme, rollt ein breiter Reifen bei gleichem Druck mit weniger Widerstand und damit schneller als ein schmaler. Der Grund dafür liegt in der Form der Aufstandsfläche, die entsteht, wenn der Reifen unter dem Gewicht von Fahrer und Fahrrad etwas einsinken. Beim breiten Reifen fällt diese oval und kürzer aus als bei schmalen Reifen. Um diese Fläche herum entsteht am Reifen eine Wulst, die beim Abrollen fortlaufend durchgewalkt wird. Bei kurzer, ovaler Aufstandsfläche kann der Widerstand, den diese Wulst verursacht, leichter überwunden werden. Der Rollwiderstand ist somit geringer. In der Praxis werden breite Reifen zugunsten des Komforts meist mit weniger Druck gefahren und nähern sich daher dem höheren Rollwiderstand schmaler Reifen etwas an. Im Testfeld setzten sich zwei 40 Millimeter breite Gravel-Reifen mit leichtem Stollenprofil aus der Kategorie All-Terrain an die Spitze im Rollwiderstands-Test.

Die im Test gemessenen Rollwiderstände sind auf einer Trommel erhobene Labormesswerte und können nicht ohne Weiteres mit Realwerten auf der Straße gleichgesetzt werden. Sie verdeutlichen aber die Unterschiede zwischen den Modellen. Den schnellen Conti Terra Speed (14,2 Watt) und den schweren Pannschutzreifen Protek Cross Max (26,1 Watt) von Michelin trennen fast 12 Watt. Pro Reifen wohlgemerkt, das heißt in der Praxis am Fahrrad auf der Straße doppelt sich die Differenz. Angenommen der Unterschied beträgt in Summe 20 Watt, fühlt es sich in etwa so an, als würde man von einer asphaltierten Straße auf einen weichen Wirtschaftsweg abbiegen. Auf einer Steigung zwischen fünf und zehn Prozent entsprechen fünf Watt grob über den Daumen gepeilt einem Kilo mehr Körpergewicht.

Ihr Einsatz, bitte!

Aber was nützt der schnellste Reifen, wenn er ständig schlapp macht. Der Conti Terra Speed ist ein hervorragender Gravel-Reifen und wird auch Bikepacking-Touren unbeschadet überstehen, zur klassischen Radreise mit schwerem Gepäck mangelt es dem leichten Pneu aber an Pannenschutz. Es kommt also sehr auf den Einsatz an, ob ein Reifen geeignet ist oder eher nicht. In der Königsdisziplin, der Radreise-Kategorie All-Terrain, fährt der neue Schwalbe Marathon Almotion mit einer guten Balance zwischen Leichtlauf, Gewicht und Pannenschutz unsere Empfehlung ein.

Die Test-Ergebnisse der 22 getesteten Reifen lesen Sie in RADtouren 4/2020.
Getestet haben wir: 

In der Kategorie „Sportiv“:

  • Bontrager H1 Hard-Case Ultimate 700C
  • Continental Contact Urban
  • Continental GP Urban ink
  • Continental Urban Taraxagum
  • Maxxis Re-Fuse
  • Schwalbe Marathon Racer
  • Vittoria Randonneur Tech

In der Kategorie „Allround“:

  • Continental Contact Plus
  • Continental Top Contact II
  • Maxxis Overdrive Excel
  • Michelin Protek
  • Michelin Protek Cross Max
  • Schwalbe Marathon GT Tour
  • Vittoria Adventure Tech
  • Vittoria Revolution Tech
  • XLC Street TwinSkin VT-C09

In der Kategorie „All-Terrain“:

  • Bontrager H5 Hard-Case Ultimate Reflective Hybrid Tire
  • Continental Terra Speed Cream
  • Maxxis Rambler
  • Michelin Power Gravel
  • Schwalbe Marathon Almotion
  • Vittoria Trail Tach

Kaufberatung: Finden Sie Ihr perfektes Gravelbike

Neben E-Bikes sind Gravel-Räder der Fahrradtrend schlechthin.
Wir finden zu recht, denn die
geländetauglichen Rennräder sind einfach super vielseitig und auch auf Radreisen ein zuverlässiger Begleiter. Wir helfen Ihnen, unter den unzähligen Modellen das für Sie perfekte zu finden.

Text & Foto: Katharina Garus

 

Gravelbikes sind vielleicht die eierlegenden Wollmilchsäue unter den Fahrrädern. Sie sind schnell wie ein Rennrad, offroad-tauglich wie ein Mountainbike und können als Packesel dienen wie ein Reiserad. Doch in ihrem grundsätzlich breiten Einsatzspektrum sind die einzelnen Gravelbikes jeweils für unterschiedliche Zwecke optimiert. So erfreut das eine Gravel-Rad vor allem Fahrer mit Spaß an der Geschwindigkeit, das andere überwindet besonders mühelos Wurzeln und Steine und das dritte ist mit entsprechenden Ösen optimal für die Gepäckaufnahme vorbereitet. Deswegen ist es gar nicht so einfach, unter den vielen tollen neuen Gravelbikes auf dem Markt das für sich perfekte zu finden.

Fragen Sie sich zunächst: Wann, wo und wie möchten Sie auf ihrem Gravelbike fahren? Soll es fürs Pendel, die sportliche Feierabendrunde oder die mehrtägige Radreise sein? Wollen Sie möglichst komfortabel oder möglichst schnell ans Ziel kommen? Die Antwort darf durchaus auch lauten: sowohl als auch. Dann brauchen Sie eben den Alleskönner unter den Gravelern. Der erreicht dann vielleicht in den einzelnen Kategorien keine absoluten Topwerte, ist aber am Ende vielleicht für Sie die fette Kuh unter den eierlegenden Wollmilchsäuen.

Gemeinsamkeiten und Unterschiede

Doch worin unterscheidet sich jetzt ein Gravelbike von einem Mountainbike, einem Trekkingrad und einem Rennrad? Oder anders: Was eint die neue Radgattung? Am einfachsten zu erkennen ist ein Gravelbike am Rennradlenker. Anders als bei Rennrädern, wo die Lenkerbögen senkrecht stehen, sind diese bei Gravelbikes jedoch oft mehr oder weniger weit nach außen ausgestellt. Dieser „Flare“ schafft mehr Platz für breite Lenkertaschen und soll mehr Kontrolle im Gelände bringen.

Vom Rennrad unterscheidet sich das Gravelbike optisch außerdem durch breitere und profilierteren Reifen. Während in einem Rennradrahmen in der Regel maximal 28 Millimeter dicke Pneus Platz finden, beherbergt manches Gravel bis zu 45 Millimeter breite Reifen. Breite und Profil der montierten Reifen wiederum bestimmen wesentlich den Charakter des Rades. Wer Wert auf Geschwindigkeit legt, setzt auf schmale Mäntel mit wenig Profil. Wer mit viel Gepäck unterwegs ist, braucht mehr Reifenvolumen. Wer viel auf losem oder matschigem Untergrund fährt, sollte besonderen Wert auf ein ausgeprägtes Profil legen.

Zwar kann man Mäntel problemlos wechseln, aber zum einen müssen Reifen- und Felgenbreite zusammenpassen und zum anderen legt man für einen neuen Satz Reifen schnell mal 100 Euro auf den Tisch. Da lohnt es sich schon, bereits beim Radkauf darauf zu schauen, was ab Werk montiert ist – und mit dem Fachhändler gegebenenfalls über ein anderes Paar Mäntel zu verhandeln.

Auf den Einsatzzweck kommt‘s an

Durchaus unterschiedlich ist bei Gravelbikes auch die Rahmengeometrie und damit auch die Sitzposition. Bevor sich die Bezeichnung Gravel auf dem Markt etablierte, gab es schon Cyclocrosser. Die entstammen dem Querfeldein-Radrennsport und sind bezüglich vieler Spezifikationen dem heutigen Gravelbike sehr ähnlich – aber auf Wettkampfsport getrimmt. Längeres Oberrohr, kürzeres Steuerrohr bedeuten: Mehr Wendigkeit, dafür weniger Laufruhe. Mehr Schnelligkeit, dafür weniger Komfort. Geringeres Gewicht, dafür weniger Traglast – pauschal gesprochen.

Auch in Sachen Übersetzung lohnt sich ein genauerer Blick und vor allem der Abgleich mit dem Einsatzgebiet. Eine Einfachschaltung vorne, kombiniert mit einem entsprechend großen Ritzel hinten deckt heute fast den Umfang einer Zweifachschaltung ab. Aber die Gang­sprünge sind größer. Wer lange Anstiege erklimmen möchte, für den ist das egal. Wer aber viel im welligen Terrain unterwegs ist und viele Schaltvorgänge tätigt, für den sind feine Gangsprünge wichtig. Er wird mit einer Zweifachschaltung womöglich glücklicher werden…

Den kompletten Artikel, zusammen mit der Vorstellung einiger Gravelbikes für verschiedenen Einsatzzwecke, lesen Sie in RADtouren 4/2020.

Typenkunde Reiserad

Foto: Shutterstock

Für eine Radreise braucht es nicht viel, aber eines ist unabdingbar: ein Fahrrad. Die Frage ist aber: was für eines? Grundsätzlich kann man eine Reise mit jedem Rad unternehmen. Den Tagestrip sowieso, aber wenn’s sein muss, auch eine Tour um die ganze Welt. Ein gutes Reiserad zeichnet sich durch hervorragende Stabilität sowie höchste Belastbarkeit aus. Unterscheiden lassen sich vor allem sechs Typen, wobei die Grenzen zwischen den Modellen fließend sind.

Text: Katharina Garus & Pd-f

 
1. Expeditionsrad: Das Expeditionsrad ist der Inbegriff des Reiserads schlechthin. Technisch weitgehend reduziert, setzt es auf wartungsarme Komponenten und sehr haltbares oder leicht zu reparierendes Material. Eine Federung ist somit tabu, stattdessen schwören viele Weltenbummler auf einen Stahlrahmen, der zur Not überall auf der Welt geschweißt werden kann. Anstelle hydraulischer Bremssysteme werden oft einfache, per Bowdenzug betätigte Scheiben- oder Felgenbremsen bevorzugt, weil ihre Reparatur weniger Werkzeug benötigt. Wichtig für Reiseradrahmen: Stabilität und hohe Belastbarkeit sowie genügend Gewindeösen für Gepäckträger, Trinkflaschenhalter und dergleichen Zubehör.

Foto: Rennstahl

 

2. Komfortreiserad: Einen ganz anderen Weg beschreitet diese Spezies des Reiserades: Das Rad hat alles an Bord, von der Federung über Schutzbleche bis zur Hightech-Licht­anlage­. Ein Gepäckträger gehört natürlich auch dazu. Und trotz all der Ausrüstung, sind auch Komfortreiseräder durchaus für den harten Einsatz konzipiert und warten mit großen Reserven auf. Immer häufiger wird auch bei diesem Typ Rad der Komfort durch Elektrounterstützung erhöht.

Foto: pd-f/Mathias Kutt

 

3. Trekkingrad: Das Trekkingrad ist rein von der Nomenklatur für Trekking, also mehrtägige Radwanderungen, bestimmt. Es ist allerdings nicht so kompromisslos auf Reise getrimmt, wie das Komfortreiserad, verfügt aber ebenfalls über die wichtigsten Features: Gepäckträger, Schutzbleche, Licht. Eine Federgabel sorgt meist für den nötigen Komfort, Alurahmen für ein geringes Gewicht. Für ganz schwere Lasten und extreme Bedingungen sind Trekkingräder nicht unbedingt ausgelegt, dafür sind sie absolut altagstauglich und in der Regel deutlich günstiger als ein Komfortreiserad – und damit zumindest für Einsteiger und kleinere Touren oft ein guter und den Geldbeutel schonender Kompromiss.

Foto: Ingo Effing

 

4. Randonneur: Randonneure sind entweder leichte Expeditionsräder mit Rennlenker oder für die Radreise fit gemachte Rennräder. Sie werden meist bei sportlichen Radreisen mit leichtem Gepäck eingesetzt und sie fühlen sich vor allem auf Asphalt zuhause. Die Grenzen zur Gattung der Gravel-Räder (siehe Seite 60) ist fließend, denn wie diese erweitern Randonneure die Rennradtechnik um breitere Bereifung und vergrößern dadurch das Einsatzgebiet, ohne dabei ins Extrem zu gehen. Rennlenker und Scheibenbremsen aus der Ausstattungsliste der Gravelbikes werden oft ergänzt durch Gepäckträger, Schutzbleche und eine Lichtanlage.

Foto: Gaëlle Bojko/Bombtrack

 
5. Spezialreiseräder: Auch unter den Velo-Exoten finden sich zum Reisen hervorragend geeignete Räder: Bei einer Radreise mit vielen Transfer-Etappen in anderen Verkehrsmitteln kann zum Beispiel ein Faltrad eine hervorragende Wahl sein. Selbst an den wendigen Modellen mit kleinen Rädern kann man die üblichen wasserdichten Packtaschen anbringen, an denen man Radreisende auf allen Kontinenten erkennt. Oder ein Liegerad. Das ermöglicht mit seinem großflächigen Sitz eine sehr bequeme Körperhaltung und diese wiederum den oft gelobten Panoramablick. Und Tandems können eine tolle Option sein, um die unterschiedlichen Leitungsfähigkeiten heterogener Rieseduos auszugleichen.

Foto: Rob Thomson

 
6. Bikepacking: Pfadfindertum trifft Fahrradliebe, oder: Radreise ohne Reiserad – so lässt sich der Trend Bikepacking gut umschreiben. Denn hierfür werden vornehmlich sportliche Fahrräder ohne Gepäckträger genutzt: Mountainbikes, Rennräder, Gravel­bikes. Auf pflegebedürftige und defektanfällige Technik wird verzichtet – ähnlich wie bei den Expeditionsrädern. Das Gepäck verstaut man in speziellen Taschen im Rahmendreieck, an Sattel, Lenker und Gabelholmen – mit dem Ziel, das ausgewogene, sportliche Handling der Räder weitestgehend zu erhalten. Bei Mountainbikes geht es dabei zudem um die Geländegängigkeit.
Foto: Ortlieb

25 Jahre Flyer

Wer in der Schweiz von einem E-Bike sprach, der sagte lange Zeit einfach „Flyer“. Die E-Bike-Marke aus dem Kanton Bern gilt als Pionier des elektrifizierten Fahrrads – und das weit über die Grenzen des Alpenlandes hinaus. Ein Blick auf 25 Jahre Flyer.

Text: Katharina Garus/pd-f
 

Die Wirtschaft war 2009 von der Finanzkrise gebeutelt. An Elektromobilität, ob mit Fahrrad oder Auto, dachte noch kaum jemand. Im beschaulichen Luzerner   überraschte allerdings ein Mann die komplette Fahrrad- und Mobilitätsbranche: Kurt Schär, damaliger CEO der Biketec AG, prognostizierte einen Marktanteil an Elektrorädern von 30 Prozent. Und zwar in den nächsten zehn Jahren. Damals noch belächelt, weiß man heute: Er hatte Recht! Und Flyer, die Marke der Biketec AG, war dabei ein prägender und wesentlicher Akteur der Entwicklung.

Ein Scheibenwischermotor für das Rad

Dabei war Schär gar nicht der Ideengeber. Den Ur-Flyer entwarf 1993 Philippe Kohlbrenner. Seine Vision: Flitzen ohne Schwitzen. Weil er die 300 Höhenmeter seines Arbeitswegs möglichst entspannt erklimmen wollte, baute er einen Scheibenwischermotor und eine Autobatterie an ein konventionelles Fahrrad. Das sorgte für den nötigen Extraschub. Die damaligen Komponenten wie Motor, Akku und auch die Elektronik sind mit heutigen E-Bikes natürlich nicht vergleichbar. Beim Anschalten des Antriebs habe es beispielsweise immer einen starken Ruck gegeben. Um nicht vom Rad zu fallen, drehte der Tüftler kurzerhand den Rennlenker um und hielt sich an den nach oben ragenden Griffen fest. Die Fahrt ähnelte also eher dem Ritt auf einem wilden Tier, was dem Ur-Flyer den Namen „Roter Büffel“ einbrachte. 1995 gründete Kohlbrenner zusammen mit Reto Böhlen und Christian Häuselmann die Firma BKTech und stellte auf Messen in der Schweiz die ersten Elektrofahrräder vor. Doch die Zeit war noch nicht reif, nach fünf Jahren stand die BKTech vor dem Aus.

Motiviert von einer Probefahrt, übernahm Kurt Schär 2000 die Geschäftsleitung der BKTech. Überzeugt vom Produkt, entwickelte er gemeinsam mit Hans Furrer die C‑Serie, einen klassischen Tiefeinsteiger. Mit Panasonic kam ein starker und bekannter Name als Antriebspartner dazu. Von vielen als „Großmuttervelo“ verspottet, brachte die C‑Serie die neue Elektromobilität auf den Punkt: klassisches Design und Komfort statt Extravaganz. „Für uns war klar: Wir wollen nicht primär eine Firma sein mit einem sexy Produkt, das überall in die Medien kommt, aber niemand kauft. Wir wollen ein Produkt haben, das Kundenbedürfnisse erfüllt“, fasst Schär heute zusammen. Er, Furrer und zwei weitere Investoren gründeten aus dem Nachlass von BKTech die Biketec AG.

Mit Hartnäckigkeit zum Erfolg

Die C‑Serie schlug richtig ein – gerade bei Frauen. Sie waren (anders als viele Männer) nicht zu eitel, eine Tretunterstützung zu akzeptieren. Das Unternehmen entwickelte sich nun rasant. Jahr für Jahr verzeichnete die AG Zuwachsraten von über 100 Prozent. Der anfänglichen Abneigung der Endverbraucher gegenüber den Rädern begegnete man mit Witz und Überzeugungsarbeit. So gehörten kleine Schokoladen-Täfelchen zur Grundausstattung, passend zum Werbeslogan „Schokoladenseite des Radfahrens“. Die Argumente zeigten Wirkung: Das Start-up wandelte sich zum Premiumhersteller, der dabei allerdings die Hemdsärmeligkeit eines Jungunternehmens behielt.

Darüber hinaus entwickelten Schär und sein Team immer neue Produkte. Faltrad, Tandem oder Trekkingräder wurden elektrifiziert und sollten immer neue Zielgruppen ansprechen. Auch ein S‑Pedelec unter Flyer-Namen rollte nach Deutschland und ab 2006 entwickelte das Flyer-Team erste E‑Hardtails. Für Hans Furrer ein Highlight: Mountainbike-Ikone Gary Fisher begutachtete den Prototypen auf der Eurobike. Das erste Serien-Fully, die „X‑Serie“, kommt schließlich 2010 auf den Markt.

Ab 2013 wurde die strategische Ausrichtung erneuert. Eigenentwicklungen waren ein wichtiger Punkt, um sich als Pionier und Premiumhersteller von der wachsenden Zahl an Mitbewerbern abzusetzen. Durch das Festhalten an „Made in Switzerland“ blieb man sich als Qualitätsmarke treu. Um bessere Einkaufskonditionen zu erzielen und wettbewerbsfähig zu bleiben, wurde 2017 die Übernahme durch die deutsche Zweirad-Einkaufs-Genossenschaft (ZEG) eingeleitet. Zudem konnte sich der Pionier aus der Schweiz so Zugang zu dem großen Händlernetz der ZEG mit zirka 1000 Fachhändlern in Europa sichern und neue Absatzmärkte erschließen, blieb dabei aber ein eigenständiges Unternehmen.

Anfang 2019 wurde dann auch formal aus der Biketec AG die Flyer AG. Der eigentliche Markenname war da schon längst zum Synonym für das Unternehmen geworden. Für die Zukunft scheint der E‑Bike-Pionier aktuell gut gewappnet. „Bei Flyer haben wir immer an den Erfolg des E‑Bikes geglaubt. Jetzt ist er erreicht, aber wir ruhen uns nicht auf unserer Leistung aus“, sagt Andreas Kessler, der heutige CEO. Die Corona-Krise lässt zwar die Jubiläumsfeierlichkeiten zum Vierteljahrhundert Flyer platzen, aber die Nachfrage ist nicht davon betroffen. Feiern könne man schließlich auch später, so Kessler.

Bodensee: Vom Rad direkt ins Wasser

Radtouren entlang des Bodensees gehören zu den Radtouren-Klassikern. Hier der Blick vom nördlichen Unterseeufer auf die Insel Reichenau. Foto: Regio Konstanz-Bodensee-Hegau

Was gibt es im Sommer Schöneres, als nach einer Radtour direkt ins kühle Nass zu springen? Für Wasserratten hat die Regio Konstanz-Bodensee-Hegau eine Reihe von Tipps „mit Wasseranschluss“ zusammengestellt – direkt am westlichen Bodensee, aber auch an kleineren Seen in der Nähe, entlang von Flüsschen und in mystischen Schluchten.

Bei einer Radtouren am Bodensee zwischen der ländlichen Halbinsel Höri, dem gemütlichen Radolfzell und der Garten- und Klosterinsel Reichenau zum Beispiel baumelt die Seele im Rhythmus der Pedaltritte. Die Traumlandschaft der Unterseeregion zieht immer wieder den Blick in ihren Bann. Da lohnt es sich, auch mal ab- und aufs Schiff umzusteigen. Und am Ende eine erfrischende Abkühlung. Herrlich! bodenseewest.eu

Gecheckt: Handy-Halterungen für den Lenker

Das Smartphone zur Navigation zu nutzen, ist so naheliegend wie einfach. Die größte Herausforderung ist die sichere Befestigung des Handys am Lenker. Wir haben verschiedenen Systeme unter die Lupe genommen.

Text & Foto: Thomas Froitzheim
 

Worauf kommt es an, wenn das Smart­phone­­ am Fahrradlenker montiert werden soll? Klar, das gute Stück muss zunächst einmal absolut sicher befestigt sein. Schon ein einziger Sturz vom Lenker kann dem elektronischen Begleiter den Garaus machen. Denn draußen heißt der Gegner eher Asphalt als Teppichboden, die Fahrtgeschwindigkeit steigert die Kollisionsenergie, und selbst, wenn der Sturz überlebt wurde, kann der nachfolgende Autoreifen für den Exitus sorgen.

Gesucht ist deswegen: das schicke Smartphone mit integrierter Fahrradhalterung. Doch kein einziges klassische Smartphone von Samsung, Apple, Sony & Co. ist für die direkte Befestigung am Fahrradlenker konzipiert. Schick verträgt sich leider häufig nicht mit Schutz, und daher wirken beispielsweise Ösen zum Befestigen einer Halteschnur eher uncool, von Gummiummantelungen, versenkten Displays oder dicken Gehäusen ganz zu schweigen. Hersteller kümmern sich in der Regel auch nicht um marken- oder sogar modellbezogene Lenkerhalterungen. Das ist die Spielwiese von Drittanbietern.

Nach Schutz kommt Nutzen

Die Handy-Halterung soll das Smartphone aber nicht nur sicher am Lenker halten, sie soll auch noch komfortabel in der Handhabung sein. Hier punkten Halterungen, die ein schnelles An- und Abnehmen ermöglichen. Noch wichtiger wird dies, wenn das Smartphone während der Reise auch für Fotos herhalten soll. Begleitfaktoren wie sicherer Griff spielen dabei eine entscheidende Rolle, denn wem das Handy während der (De-)Montage aus den Händen rutscht, der hat mit dem festesten Sitz nichts gewonnen.

Ein weiterer entscheidender Faktor ist die Lesbarkeit des Displays am Lenker. Gerade beim Fahrradfahren bleibt das Smartphone in einer so großen Entfernung zum Auge, dass Karteninhalte und Nachrichten vor allem für ältere Nutzer oder Brillenträger häufig schwer zu entziffern sind. Wenn das Smartphone am Lenker dann noch wackelt oder im falschen Winkel montiert ist, kann dies schon das Aus für die Leserlichkeit bedeuten.

Aus diesem Grunde ist jede Schutz­hülle bereits ein systembedingter Minuspunkt, denn selbst bei bester Transparenz treten fast immer Spiegelungen auf, von Kondenswasser, Verschmutzungen und Verkratzungen ganz zu schweigen. Wer auf Ablesbarkeit Wert legt, sollte sein Smartphone also möglichst ohne Schutzhülle betreiben.

Das Smartphone-Display sollte – ähnlich wie ein Rückspiegel – zur optimalen Betrachtung flexibel ausrichtbar sein – und zwar ohne Werkzeug. Das ist besonders bei unterschiedlichen Sonnenständen hilfreich. Eine Halterung kann diese Aufgabe auf zweierlei Wegen erfüllen: entweder durch ein Kugelgelenk oder durch eine nicht zu feste Anbringung, sodass sie mit sanftem Druck um den Lenker drehbar bleibt. Die Kugelgelenk-Ausführungen sind zwar flexibler und eignen sich insbesondere für mehrfach geschwungene Lenker, vergrößern durch ihre Ausmaße aber die Distanz zwischen Lenker und Smartphone und erhöhen damit das ­Vibrationsrisiko.

Funktionalität an oberster Stelle

Sämtliche Befestigungsarten behindern mehr oder weniger die Funktionen des Smart­phones­. Also: Vor dem Kauf testen, ob die Tastenfunktionen sowie die Kabelanschlüsse nicht eingeschränkt werden – vor allem die Einschalttaste und die Öffnungen für die Energiezufuhr. Auch hier sehen wir noch eine Hausaufgabe für Entwickler, denn induktives Laden ist am Fahrradlenker noch ungewöhnlich.

Ein weiteres Thema ist Nässe. Viele Smartphones sind zwar inzwischen gegen Spritzwasser geschützt, aber gerade am Lenker kann sich Regenwasser in Ecken stauen und dann langfristig ins Smartphone eindringen – nicht zuletzt durch den Fahrtwind getrieben. Bei Nässe ist ein Display (zumindest die inzwischen üblichen kapazitiven) nicht mehr bedienbar – auch Regenhüllen helfen hier nur bedingt.

Auch bei schönem Wetter können Hüllen eher zum Problem als zur Lösung werden. Denn starke Sonneneinstrahlung lässt das Handy im wahrsten Sinne des Wortes braten. Zwar besitzen Smartphones automatische Abschaltvorrichtungen, aber wenn der Akku längere Zeit höheren (oder auch sehr tiefen) Temperaturen ausgesetzt wird, verkürzt das seine Lebensdauer.

Wer also häufig bei starker Sonneneinstrahlung unterwegs ist, sollte keine Hülle nutzen, denn sie bieten in der Regel keine aktive Belüftung. Und wer wirklich bei Wind und Wettern unterwegs ist, der sollte über die Anschaffung eines Outdoor-Smartphones nachdenken. Das kommt ohne Hülle aus und das Display kann mit einem kleinen Lappen einfach wieder abgewischt werden…

Den kompletten Artikel, in dem wir auch einige Systeme mit ihren Vor- und Nachteilen vorstellen, lesen Sie in RADtouren 4/2020.

Geländetauglich: Neuer Weltenbummler von und für Tout Terrain

Mit dem „Silkroad II“ kann die nächste Weltreise kommen. Foto: Tout Terrain

Die Fahrradmarke Tout Terrain hat den Expeditions-Klassiker Silkroad überarbeitet und weiterentwickelt. Das neue Silkroad II kommt unter anderem mit optimierter Touren-Rahmengeometrie, neuen System-Gepäckträgern, Steckachsen, wahlweise 26- oder 27,5“-Laufrädern und einem neuen Rohrsatz daher. Mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 180 Kilo meistert das „moderne Stahlwunder“, wie der Hersteller es nennt, jede Belastungsprobe und soll selbst schwer beladen noch wendig bleiben. Alle Silkroad-Modelle können individuell konfiguriert werden, von der Farbe bis zum Antrieb, und werden in Handarbeit in Gundelfingen bei Freiburg gefertigt. tout-terrain.de

Wingee-Schutzbleche jetzt auch zur Nachrüstung

Wingee-Schutz­bleche: reduziert, praktisch, elegant. Foto: Wingee

Bisher waren die Wingee-Schutzbleche von Hebie nur für Hersteller verfügbar, jetzt können auch Endkunden die schmucken Schutzbleche kaufen und ihre Räder damit nachrüsten. Gefertigt aus stabilem Aluminium, sind die Wingees schön steif, weshalb nur wenige Fixierungspunkte notwendig sind. Zudem ist das Blech mit Gepäckstreben ausgestattet, die das Einhängen von Seitentaschen ermöglichen und vor allem Puristen erfreuen werden, die auf einen Gepäckträger am Fahrrad gerne verzichten möchten, ohne sich dabei allzu sehr in den Transportmöglichkeiten einzuschränken. Die Lastaufnahme der Gepäckstreben hinten ist pro Seite für maximal acht Kilo ausgelegt. wingee.bike

Sicherheit geht vor

Handlichkeit trifft Sicherheit – das neue Trelock FS 480. Foto: Trelock

Faltschlösser schneiden in Sachen Sicherheit bei diversen Tests meist am besten ab. Trelock hat beim neuen FS 480 COPS auch die Handhabung nicht aus dem Auge verloren. So ermöglicht ein um 360 Grad drehbarer Schlosskopf das An- und Abschließen und dank IN-X-Schließzylinder lässt sich der Schlüssel beidseitig verwenden. Zur Auswahl stehen zwei Größen:
kompakt mit 100 Zentimetern effektiver Schließlänge und extra­lang mit 130 Zentimetern. 
trelock.de

Neues Radrunden-Glück in Imst

Entlang der Via Claudia Augusta führt die Gurgltal Fernsteinsee Runde, die mit lediglich 316 Höhenmetern und 38 Kilometern auch für Familien einfach zu bewältigen ist. Foto: Imst Tourismus/Wyhlidal West

Auf drei neuen Radrunden können Genussradler und ambitionierte Biker die prächtige Bergwelt im Herzen der Tiroler Alpen erobern. Für jeden ist hier etwas dabei: eine leichte, eine mittelschwere und eine anspruchsvolle Runde. Die Gurgltal Fernsteinsee Runde ist eine wahre Genuss-Tour in Talnähe, auf der Sie auch ein Stück einem beliebten Fernradweg folgen, der Via Claudia Augusta. Ein entspannter Spaß und eine Auszeit für die ganze Familie.

Mehr Power in den Beinen und mehr Luft in den Reifen brauchen Sie auf der Tschirgant- und der Almenrunde, die sich an fortgeschrittene beziehungsweise erfahrene Mountainbiker richten. Technische Fähigkeiten vorausgesetzt, helfen im Zweifelsfall die E-MTBs, die Imst Tourismus verleiht.
imst.at