Start Blog Seite 39

Praxistest: Bioracer One Bibshorts & Bioracer Sprinter Radtrikot

Das kalte Schwarze – Bioracer schneidert ein Set aus Trikot und Hose, das Sonnenstrahlen reflektiert. 
Schwarz zu tragen, ist eigentlich keine Empfehlung für sonnige Sommertage. Bioracer setzt bei seiner One Serie, die spezielle für heiße Temperaturen ausgelegt ist, auf eine Technik namens Cold Black, zu deutsch „Kaltes Schwarz“ von Funktionstextilspezialist Schoeller. Der Stoff soll UV-Strahlen reflektieren und auf diese Weise den Körper kühlen. Der Hersteller der Coldblack-Technologie, Schoeller aus der Schweiz, gibt an, dass ein Testkörper im Labor auf diese Weise rund 5 Grad Celsius kühler blieb. Außerdem garantiert Schoeller einen Lichschutzfaktor von UPF30, was bei Erwachsenen für lange UV-Strahlen-Aussetzung genügt.

2.000 km Praxistest

 
In unserem über sechs Monate und knapp 2.000 km ausgedehnten Praxistest bewährten sich das Sprinter Trikot und die Trägerhose der One-Serie sehr gut. Der Lichtschutz erwies sich selbst unter der tropischen Sonne Taiwans als genügend, um nicht vorgebräunte Haut über acht Stunden zu schützen. Dabei fühlt sich das glatte in alle Richtungen dehnbare Material auch direkt auf der Haut getragen gut an. Das Mikroklima stimmt. Ein entscheidender Unterschied zu anderen leichten Stoffen lässt sich zwar nicht erfühlen – allerdings verfügen vergleichbar leichte Stoffe meist nur über einen geringen UV-Schutz.
Trotz des körpernahen Schnitts engen weder das Sprinter-Trikot noch die One-Hose stark ein. Das liegt besonders auch an den Bünden, die dem Trend bei der Rennradbekleidug folgen und keine Gummizüge am Abschluss besitzen. So schneiden sie nicht ein und kratzen nicht. An der Hose rutschen sie wegen einer Beschichtung auch nicht nach oben – ein Detail, von dem auch Tourenfahrer stark profitieren.

Auch für Touren gut gelungen

 
Ebenfalls für Touren sehr gut gelungen empfanden wir das Sitzpolster der Bioracer One Hose. Es fühlt sich recht luftig an, ist nicht so stark konturiert wie viele Modelle und fällt eher mitteldick. In der Praxis gefiel die weniger starke Polsterung den Testern gut, auch weil es an den Oberschenkeln nicht einschneidet. Ein anderes praktisches Detail der Bioracer One Hose ist der Schnitt der Träger am Rücken. Die Hose ist insgesamt höher gezogen. Dadurch schützt sie die empfindliche Nierenpartie etwas und transportiert zugleich Schweiß am Rücken von der Haut weg. Das One Jersey war dadurch an heißen Tagen auch ohne Funktionsunterwäsche angenehm im Tragegefühl.

Nach über 20 Wäschen zeigen sich Sprinter-Trikot und One-Hose kaum verändert und ziehen keine Fäden. Übrigens ist Bioracer auf Vereinsbekleidung spezialisiert. Die Kleidung lässt sich deshalb in Kleinauflagen auch individueller gestalten als unser Testset in Uni-Kaltschwarz.

Bioracer One Hose, 129,00 Euro: Hose mit Cold Black-Technologie. Größen: Unisex S, M, L, XL, XXL; Material: Polyester 4-Wege-Stretch, Cold-Black-Ausrüstung, mit Sitzpolster; Besonderheiten: UPF 30. bioracer.de

Bioracer Sprinter Radtrikot, 79,00 Euro: Rad-Jersey mit Cold Black Technologie. Größen: S, M, L, XL, XXL; Material: Polyester 4-Wege-Stretch, Cold-Black-Ausrüstung; Besonderheiten: 3 Rückentaschen, UPF 30. bioracer.de

 
 

Oldenburger Münsterland präsentiert virtuelle Boxenstopp-Route

Radtour Thuelsfelder Talsperre Stelljes 300dpi
Sie gehört zu den landschaftlich abwechslungsreichsten Radtouren in Deutschland: die „Boxenstopp-Route” durch das Oldenburger Münsterland. Moor und Geest, Seen und Flüsse, Wald und Berge – auf rund 300 Kilometern hält der Rundkurs im Städtedreieck Bremen-Oldenburg-Osnabrück stets neue Eindrücke bereit. Einen ersten Einblick in die Vielfalt haben Radwanderer jetzt mit einem Video, das einen 360-Grad-Eindruck von dem Radweg bietet. Mehr zu dem Radweg finden Sie auf oldenburger-muensterland.de.

Urlaubsregion Altes Land am Elbstrom

Ein Genuss für Gelegenheitsradler, Familien und Radprofis sind die über 1.000 Kilometer ausgeschilderten Radwege, die alles bieten bis auf eines: steile Anstiege.

Namensgeber für die Urlaubsregion vor den Toren Hamburgs ist das größte zusammenhängende Obstanbaugebiet Nordeuropas, der Obstgarten Altes Land. Direkt an der Elbe und ihren Nebenflüssen gelegen ist die Region ein „Wasserreich“.

Erlebnisreiches Blütenmeer

Im Frühjahr gibt es wohl kaum eine Urlaubsregion in Deutschland, die in einer so faszinierenden Blütenpracht erstrahlt, wie das Altes Land. Apfel- und Kirschbäume so weit das Auge reicht, verzierte Altländer Fachwerkhäuser, Prunkpforten, Bauerngärten, urige Hofläden und Cafés – so einladend zeigt sich der Obstgarten Altes Land. 15 Millionen Obstbäume blühen bis in den Mai hinein.

Reizvolle Thementouren und Radfernwege

Abwechslungsreiche Tagesausflüge mit dem Fahrrad bieten zehn ausgeschilderte Thementouren von 35 bis 65 Kilometer Länge. Sie führen an Mühlen und Kirchen auf der Stader Geest vorbei, durch den Obstgarten Altes Land und die Hansestadt Stade, durch verwunschene Moorlandschaften über die Elbinsel Krautsand in Kehdingen oder begeben sich auf märchenhafte Spurensuche rund um die Hansestadt Buxtehude. Viel Sehenswertes liegt an den Wegen und lädt zu Erkundungspausen ein.
Das maritime Erbe in der Region ist allerorts spürbar, während einer Radtour gibt es Containerschiffe und Segelboote auf der Elbe zu bestaunen. Sieben Radfernwege für längere Touren führen durch die schönsten Ecken der Urlaubsregion, wie beispielsweise der beliebte Elberadweg, der Nordseeküsten-Radweg, der Mönchsweg oder der Radfernweg „Vom Teufelsmoor zum Wattenmeer“. Entlang der Routen liegen diverse vom ADFC klassifizierte Bett+Bike Unterkünfte. Es gibt viele Möglichkeiten, die Gegend per Rad zu entdecken – auf eigene Faust oder auch geführt in der Gruppe mit passend zusammengestellten Angeboten nach Wunsch: von Hotelübernachtung, Radlerlunchpaket und Radkarten, mit eigenem oder Leihfahrrad, mit oder ohne Gepäcktransfer bis hin zur Tourenleitung auf begleiteten Rundfahrten. Übersichtlich dargestellt sind alle Routen in der neuen Rad-Infokarte des Tourismusverbandes. Kartenmaterial für die Detailplanung: www.radeln-altesland.de.

Zur Apfel- und Kirschblüte mit dem Elbe-Radwanderbus

Zur Blütezeit lassen sich das geschäftige Treiben auf den Obsthöfen und die vielfältige Natur per Rad kombiniert mit dem Elbe-Radwanderbus ideal erleben. Der Freizeitbus mit Fahrradanhänger fährt vom 16. April bis 3. Oktober 2016 an Wochenenden und Feiertagen parallel zu Deutschlands beliebtestem Radfernweg, dem Elberadweg, vorbei an vielen Erlebnisstationen zwischen Geest und Elbmarsch. Ein Audio-Erlebnisguide erklärt ganz „nebenbei“ Spannendes am Wegesrand.
Alle Informationen zur Urlaubsregion Altes Land am Elbstrom: www.elbe-radwanderbus.de, www.urlaubsregion-altesland.de.

Obstroute: Tour inmitten Obstgenuss und Hansestädte

Wer das Alte Land in seiner „fruchtigen Pracht“ entdecken möchte, fährt die Obstroute in ein oder zwei Schleifen von 37 und 41 Kilometern Länge, als Ein- oder Zweitagestour: Entlang der sich idyllisch zur Elbe schlängelnden Flüsschen Schwinge, Lühe und Este oder dem großen Strom selbst, vorbei an Kirsch- oder Apfelbäumen bis hin zu den Hansestädten Stade und Buxtehude. Das Logo der Obstroute weist den Weg entlang der schönsten Obsthöfe und über die idyllischen Wege durch die Obstplantagen, vorbei an der Hogendiekbrücke und zum Lühe-Anleger. In Jork ist der Besuch des „Gräfenhofes“ sowie des Fachwerkensembles der „Bürgerei“, der Kirchen in Jork und Borstel oder des „Museums Altes Land“ sowie des neu gestalteten Obstlehrpfads ein Muss. Obsterlebnisse an der Strecke: Hofführungen, Obsthof-Express-Fahrten, Apfeldiplom oder kleines Obsthof-Abitur, Apfelbaumpatenschaften. Die Hansestädte Stade und Buxtehude sind gute Ausgangs- oder Zielpunkte der Tour. Beide Altstädte bieten maritimes Flair und ganz besondere Shoppingerlebnisse. Zwischen den Fachwerkhäusern, in den malerischen Gassen oder am historischen Hafen beginnt ein erlebnisreicher Radlertag – oder klingt ein ebensolcher gemütlich aus. Die Märchenstadt Buxtehude besticht u.a. durch die Mühle am Fleth, den Marschtorzwinger und den Stavenort. Für Stade sind Hansehafen, Museum Schwedenspeicher und Burggraben charakteristisch.
Steckbrief Obstroute
Start/Ziel: Lühe – Anleger Grünendeich, Fährstraße, 21720 Grünendeich
Streckenverlauf: Nördliche Schleife: Grünendeich – Hollern-Twielenfleth – Stade – Agathenburg – Horneburg – Guderhandviertel – Steinkirchen – Grünendeich; Südliche Schleife: Grünendeich – Lühe – Borstel – Königreich – Buxtehude – Jork – Steinkirchen – Grünendeich
Gesamtlänge: Nördliche Schleife 37 km, südliche Schleife 41 km; 78 km Gesamtlänge
Übernachtung: z.B. obstArt Hotel Hollern-Twielenfleth, Hotel Altes Land Jork, Hotel am Stadtpark Buxtehude, Vier Linden Kiek In Hotel Stade
Diverse Einkehrmöglichkeiten sowie Reparatur/Verleihservice entlang der Strecke
www.radeln-altesland.de
Weitere Infos: Tourismusverband Landkreis Stade/Elbe e.V., Kirchenstieg 30, 21720 Grünendeich, Tel.: (04142) 813 838
GPS-Track: Zum Download unter www.obstroute.de

Niedersächsische Milchstraße: ursprüngliche Landerlebnisse

Der Name ist hier Programm, denn auf den Rundtouren der Niedersächsischen Milchstraße erhalten Radler Einblicke in die moderne Milchviehwirtschaft. Landwirte und Molkereien öffnen nach Voranmeldung ihre Tore für Besichtigungen und gewähren einen Blick hinter die Kulissen. Die Radtouren 1 (57 km) und 2 (59 km) mit flachem Streckenprofil führen entlang der malerischen Ostemarsch, mitten durch die ausgedehnten Moorgebiete Kehdingens und über die Stader Geest. Weitläufige Weideflächen, einsame Bauernhöfe und urige Dörfer prägen das Landschaftsbild. Milchwirtschaft und Viehzucht haben hier eine lange Tradition. Wer mehr über die Milchproduktion erfahren möchte, kann in verschiedenen Orten entlang der Strecke sein „Milchmagister“ ablegen. Um nur einige Erlebnisse entlang der Strecke zu nennen: Führungen auf verschiedenen Höfen, Christkinddorf Himmelpforten, Prahmfähren in Gräpel und Brobergen, Hansestadt Stade, Heimathof Hüll, Fahrt mit der Moorkieker-Bahn.

Über Stock und Stein: E-Bikes im Gelände

Würde man eine Gruppe Fahrrad-Laien ein E-Bike zeichnen lassen, käme vermutlich das heraus, was landläufig unter einem typischen Hollandrad bekannt ist. Also ein Straßenfahrrad mit aufrechter Sitzgeometrie, großem Gepäckträger und überhaupt ziemlich gut für sämtliche Asphaltrouten geeignet. Nicht ganz falsch: Ein großer Teil der deutschlandweit verkauften E-Bikes wird auch tatsächlich nur auf der Straße oder bestenfalls auf Feldwegen bewegt. Gleiches gilt in den meisten Fällen natürlich auch für Tourenräder. All diese Bikes müssen nicht gefedert sein, um komfortabel auf ausgebauten Strecken fahren zu können. Ebenso muss der Motor nicht sonderlich viel Power bringen, er muss den Fahrer ja nur an Steigungen helfen. Und das wiederum führt auch zur Robustheit: Ein E-Bike, das sein Leben lang nur auf Touren im erschlossenen Gelände bewegt wird, kann viel leichter und mit Teilen aus der Massenproduktion gebaut werden.

Geländefahrten stellen eine viel größere Belastung für Bauteile dar, deshalb sind E-Mountainbikes auch wesentlich robuster konstruiert. Foto: tpsdave(c)pixabay.com.
Geländefahrten stellen eine viel größere Belastung für Bauteile dar, deshalb sind E-Mountainbikes auch wesentlich robuster konstruiert. Foto: tpsdave(c)pixabay.com.

Was aber, wenn dem Besitzer die Straße zu langweilig ist? Wenn er mit dem E-Bike lieber erst über einen schlammigen Waldweg einen Berggipfel erklimmen und auf der anderen Seite mit richtig viel Speed über einen schmalen, von Baumwurzeln überzogenen Fußpfad wieder hinabfahren will? Dann sind herkömmliche E-Bikes nicht nur von der Bauweise, sondern auch den elektronischen Komponenten vollkommen ungeeignet. Bis vor kurzem war auch die Akzeptanz der Mountainbike-Szene für E-Bikes noch gering: Die österreichische Zeitung „Der Standard“ titelte gar noch 2015 spöttisch: „Teurer Spaß für Faule“. Da waren die Journalisten allerdings dem Trend bereits meilenweit hinterher, denn die Akzeptanz hat sich seit über zwei Jahren grundlegend geändert. Nicht nur viele Geländefahrer wollen beim Aufstieg in den Genuss des elektrischen Helferleins kommen, auch die Hersteller haben mittlerweile viel dafür getan, das E-Mountainbike aus der Ecke des unsportlichen Cheaters zu holen. Grund genug, im Folgenden einen Blick darauf werfen, worin sich ein E-Mountainbike eigentlich vom normalen Stadtflitzer unterscheidet.

Erfordernisse

Stöße, Sprünge, harte Landungen, hohe Geschwindigkeiten, unebenes Gelände: Ein Mountainbike muss generell sehr viel höhere Belastungen aushalten können als eines, das für Fahrten in der Stadt reserviert ist. Und gleiches lässt sich eins zu eins auch auf das E-Mountainbike und seinen Verwandten, das E-Pedelec übertragen, denn Elektrofahrrad ist nicht gleich Elektrofahrrad – den primären Unterschied zwischen den vorhandenen Bauformen erklärt die Seite fahrrad.de. Das Problem bei den Bike-Typen: Unterschiedliche Anforderungen bedingen auch unterschiedliche Materialien, Motorleistungen usw.

  • ein Mountainbike benötigt einen tiefen Schwerpunkt
  • die Belastungen einer Geländefahrt sind ungleich höher
  • die vergleichsweise hohe Anzahl der Gänge soll nicht eingeschränkt werden
  • Geländefahrten reduzieren die Reichweite teilweise erheblich

Der tiefe Schwerpunkt wird zwingend benötigt, um das Fahrrad maximal beherrschbar zu machen. Damit scheiden fast automatisch Hinter- und Vorderradantriebe aus: Erstgenannter, weil er das Bike aufgrund seines Gewichts viel zu hecklastig machen würde und Zweitgenannter, weil sich das Gewicht des vorneliegenden Motors nicht nur negativ auf die Lenkbarkeit auswirken würde, sondern weil ein angetriebenes Vorderrad im Gelände aufgrund der Gewichtsverteilung geringer belastet wird und somit schneller durchdreht.
Bleibt also nur der Mittelmotor übrig, der hat den gewaltigen Vorteil, dass seine Lage ziemlich genau in der Mitte des Bikes nicht nur eine neutrale Gewichtsverteilung und eine damit einhergehende Fahrweise ermöglicht, sondern auch noch mehr:

  • Beide Räder bleiben für den Pannenfall, der im Gelände häufig vorkommt, frei zugänglich.
  • Abgesehen vom Tretlager kann grundsätzlich alles andere „Mountainbike-spezifische“ Zubehör verbaut werden.
  • Gefederte Rahmen und Gabeln sind problemlos möglich.
  • Die Kraftübertragung erfolgt direkt auf die Kette.
  • Kompakte Bauweise und damit größere Robustheit bei gleichem Gewicht.

Geht es über Stock und Stein, ist der Mittelmotor meist die beste Wahl. Foto: Ben_Kerckx(c)pixabay.com.
Geht es über Stock und Stein, ist der Mittelmotor meist die beste Wahl. Foto: Ben_Kerckx(c)pixabay.com.

Nachteil des Mittelmotors beim Mountainbike: Dadurch, dass der Antriebsstrang in der Nabe sitzt, ist vorne bauartbedingt nur ein Kettenblatt möglich – wo herkömmliche MTBs derer drei verbaut haben, um Gangzahlen von 24 und mehr zu realisieren. Das bedeutet wiederum, dass sich die Gangzahl auf zirka ein Drittel reduziert. Um hier gegenzusteuern und den Bikes zumindest eine zweistellige Menge an anwählbaren Gängen mit auf den Weg zu geben, erhöhen viele E-Bike-Hersteller die Größe der Zahnkränze am Hinterrad. Das allerdings kann sich negativ auf das Fahrverhalten auswirken, weil die ungefederten Massen etwas größer werden. Gleichzeitig können auch oft keine normalen Ritzel mehr zum Einsatz kommen, weil dann die Übersetzungsverhältnisse zum vorderen Kettenblatt am Antriebsstrang nicht mehr stimmen würden.

Robust & wasserdicht

Allerdings ist dies in der Tat der einzige echte Nachteil von E-MTBs. Was nicht bedeutet, dass die Hersteller es deshalb leicht beim Adaptieren von E-Bike-Technik auf Mountainbikes hätten: Grundsätzlich müssen die Teile zunächst wesentlich mehr aushalten. Das bedeutet, die Motoren und die gesamte Elektrik müssen besser abgekapselt und vor Stößen und Nässe geschützt werden: Ein E-Mountainbike muss eben notfalls auch mal durch einen Bachlauf geschoben werden können, ohne dass es Schaden nimmt. Gleichzeitig müssen auch die Kontakte der Verkabelung so verbaut werden, dass sie sich auch nach dem tausendsten Sprung nicht lösen. Daher sind besonders hochwertige Steckverbindungen und Lötstellen vonnöten. Und nicht zuletzt müssen auch die Akkus all diesen Tortouren ebenso gut standhalten – und dann sollte der gesamte Antriebsstrang auch noch leicht sein, damit das Mountainbike ohne Motorunterstützung nicht zum lahmen Geschoss wird. Und auch der Akku benötigt mehr Power: Erstens, weil die Motoren von E-Mountainbikes meist mehr Leistung liefern und zweitens, weil eine Tour über Stock und Stein oft mehr Strom verbraucht – das wiederum schlägt sich auf die Reichweite nieder.

Fazit

E-Bikes fürs Gelände sind eine Spezies für sich. Allerdings existiert mittlerweile auch in der Szene sehr viel Interesse, sodass sich die Hersteller immer stärker den ganz spezifischen Anforderungen dieser Fahrradgattung widmen können. Schon heute lassen sich hochwertige E-Mountainbikes mit der gleichen Agilität über Stock und Stein bewegen, wie ihre unmotorisierten Cousins. Das beste jedoch: Die Entwicklung geht nach wie vor ungebremst weiter. Das wird sich nicht nur auf die Preise schon heute verfügbarer Technik niederschlagen, sondern auch dafür sorgen, dass die E-MTBs von Morgen noch leichter und agiler werden.

Shimano-E-Bike-Naben lernen automatisches Schalten

Shimano bietet ab sofort eine Automatikschaltung für Pedelecs mit seinem Steps-System und DI2-Nabenschaltung an. Auch Nachrüsten soll möglich sein.
Mit einer neuen Firmware-Version, die Shimano seit dieser Woche zur Verfügung stellt, können laut Mitteilung des Unternehmens E-Bikes, die mit Shimano Steps (DU-E6001 und DU-E6010) und gleichzeitig mit Di2 8-Gang-Naben ausgestattet sind, künftig automatisch die Gänge wechseln. Dabei soll das System durch eine intelligente Programmierung die Vorlieben des Fahrers sogar lernen können, wenn dieser manuell in den Schaltbetrieb eingreift.

E-Bike mit Steps DI2
Mit Shimano Steps und DI2-Antrieb ausgerüstete Räder wie das Contoura Caldera E sind Kandidaten für das Nachrüsten auf Vollautomatik. Bild: Partzsch

Auf einem neuen Niveau präsentiert sich für Shimano Steps E-Bikes ab sofort das Schalten mit Shimano 8-Gang Getriebenaben mit elektronischer Di2-Technologie. Das System wählt zukünftig auf Wunsch automatisch den effizientesten Gang, indem unter anderem Geschwindigkeits- und Trittfrequenz-Daten sowie die Leistung des Fahrers, gemessen am „Druck“, den er auf das Pedal bringt, berücksichtigt werden. Auch bei aktivierter Automatik-Funktion können die bekannten Gangschalter am Lenker wie gewohnt genutzt werden.
Die neue Technik soll auch für sanftere Schaltvorgänge sorgen. Im Automatik-Modus verringert der Motor laut Shimano kurzzeitig die Antriebskraft, wenn ein Schaltvorgang ansteht. Dadurch sinkt die Kettenspannung und der Gangwechsel kann weich und zuverlässig ausgelöst werden, obwohl der Fahrer weiterhin wie gewohnt in die Pedale tritt. Weil der Fahrer der Bedienung des Schaltsystems keine Aufmerksamkeit mehr widmen muss, kann er seine Sinne voll auf die Verkehrssituation oder auch die Schönheit der Natur richten.
Shimano-Getriebenabe. Bild: Shimano
Shimano-Getriebenabe. Bild: Shimano

Welches Schaltverhalten richtig ist, hängt von einer Vielzahl äußerer Einflüsse wie Wind, Berge, Fahrergewicht oder Gepäck ab. Um dem Rechnung zu tragen, haben die Ingenieure von Shimano das Steps Automatik-System in verschiedensten Umgebungen, Geländeformen und Topografien auf Herz und Nieren getestet – von verkehrsreichen Innenstädten über Kopfstein-bepflasterte Dorfstraßen bis hin zu steilen Bergregionen. So soll sich selbst bei hohen Trittfrequenzen, hohem Leistungsoutput oder im Stop-and-Go-Verkehr stets die optimale Performance sicherstellen lassen.
Shimano stellt damit eine von Experten lang erwartete Innovation vor. Aufgrund der hohen Systemintegration des Systems sind die Erwartungen an die Schaltharmonie hoch. Wir sind gespannt, wie es funktioniert und werden hier demnächst berichten.
Bisher gibt es mit der NuVinci Harmony sowie der TranzX AGT lediglich ähnliche Systeme. Das TranzX-System wird immer auf markenfenfremde (Shimano)-Naben aufgesetzt. Die NuVinci-Harmony arbeitet mit einer eigenen Nabe und stellt auf Wunsch stufenlos die passende Übersetzung ein. Beide Systeme sind im Unterschied zu Shimano-Produkt aber nicht lernfähig. Laut Shimano überstimmt der Fahrer bei der Steps-Automatik durch manuelle Schaltvorgänge die Automatik und dann „lernt“ das System diese Besonderheit und ändert das zugrunde liegende Programm. Zukünftig sollen dann auch die automatischen Schaltvorgänge den Vorlieben des Fahrers entsprechen. Für Besitzer aktueller Shimano Steps E-Bikes mit Di2 8-Gang-Naben dürfte die Tatsache interessant sein, dass die Vollautomatik weder einen Neukauf noch den Austausch von Komponenten erfordert, sondern per Firmware-Update bei jedem Shimano Steps Händler nachgerüstet werden kann. Mehr dazu: shimano-steps.com

Fahrtest: Cinelli Zydeco Gravelbike

Als Gravel- oder Cyclocrossbike mit Scheibenbremse ist das Cinelli Zydeco ein Kandidat für schnelle Touren. Das Komplettrad mit Shimano Tiagra-Gruppe macht den Einstieg in das Reisen mit Rennlenker nicht zu teuer. Unser individuell aufgebautes Testrad musste mit Sram Rival 1x-11-Gruppe seine Qualitäten auch im Alltag und im Gelände beweisen.
Traditionalisten kennen die italienische Marke Cinelli von Lenkerbändern und Fahrraddesign-Ikonen. Das Zydeco ist das aktuelle Allround-Rennrad der Marke. Trendsetter würden es Gravelbike nennen. Traditionalisten würden sagen: Dank Disk-Bremsen und Ösen für Träger wie Schutzbleche eignet es sich für den täglichen Pendeleinsatz und für schnelle Touren oder sportliche Ausflüge ins Gelände. Vielseitig ist es also. Für ein Gravelbike sogar ungewöhnlich vielseitig ist die Rahmenauslegung. In Gabel und Rahmen konnten wir Reifen mit 40mm Breite nebst Schutzblechen noch gut platzieren. Soviel Platz bieten ähnliche Räder, etwa aus dem Cyclocrossbereich, selten.

Die Sram Rival-Griffe liegen gut in der Hand. Gleiches gilt für den Vai Lenker und das super griffige Cinelli Lenkerband. Foto: Gathmann
Die Sram Rival-Griffe liegen gut in der Hand. Gleiches gilt für den Vai Lenker und das super griffige Cinelli Lenkerband. Foto: Gathmann

Überhaupt macht die Rahmenbasis „bella figura“. Man sieht ihr die Herkunft am Design sofort an – ein Rad, das wir nie vor dem Bäcker abstellten, ohne Blicke oder sogar Gespräche anzuziehen. Die saubere Verarbeitung des metallisch schimmernden Lacks und der Wechsel mit den klarlackierten gebürsteten Alu-Oberflächen können als moderne Interpretation italienischer Rahmenfinesse durchgehen. Das Alumiunium-Rohr ist ein vergleichsweise robustes Columbus Zonal und stammt aus dem gleichen Haus wie das ganze Rad. Denn sowohl Cinelli als auch der Rahmenrohr-Spezialist Columbus sind im Besitz der Colombo-Familie. Mit rund 1,75 kg in Rahmenhöhe 56 lag unser Rahmen im üblichen bis oberen Gewichtsbereich für seine Preisklasse.
Fahrgefühl: unmittelbare Kontrolle
Beim Fahren macht sich der leichte Gewichtsaufschlag im Vergleich zu sportlicher orientierten Gravelbikes nicht bemerkbar. Der verwindungsarme Rahmen setzt Beinkraft direkt in Vortrieb um. Auch mit montiertem Gepäckträger und 15 Kilo Gepäck bleibt das Gefühl unmittelbarer Kontrolle erhalten, das den Fahreindruck bestimmt. Mit hoher Lenkpräzision steuert das Cinelli Zydeco selbst beladen durch schnelle Kurven, die Gabel und das unten im Querschnitt vergrößerte Steuerrohr („tapered“) tragen mit dazu bei. Wiegetritt, Lastwechsel – alles keine Herausforderungen. Auch der hervorragenden Verzögerung der Sram Rival Discbremsen mit 160mm-Rotor ist die Front gewachsen. Während des Tests trat kein Stottern auf, die Gabel verwindet sich nicht sichtbar.
Reifen mit geringem Druck fahren
Allerdings erkauft man sich das rigide Fahrverhalten mit nur mäßigem Komfort. Auch die mit 31,6 mm dicke Sattelstütze gibt Schläge vom Hinterrad ungefiltert weiter. Das Zydeco mit Tubeless-Reifen wie am Testrad zu fahren, ist deshalb ein Tipp. Den Reifendruck kann man für einen erheblichen Komfortgewinn stark absenken, ohne Pannen zu riskieren oder die Leichtlaufeigenschaften zu verschlechtern. Ansonsten ist die Ergonomie gut gelungen. Man sitzt nur gemäßigt sportlich, so dass auch lange Touren den Rücken nicht so stark belasten. Der Lenker aus dem Cinelli Vai Zubehör-Programm liegt gut in der Hand und zwingt den Fahrer selbst am Unterlenker nicht in eine stark gebeugte Haltung.
Soviel zu den Eigenschaften für den Touren- und Alltagseinsatz. Im Test haben wir das Cinelli Zydeco aber auch durchs Gelände gejagt: Mindestens 300 der insgesamt 700 Testkilometer führten über schlammige oder steinige Waldwege. Und dort fühlten wir uns mit dem Zydeco fast am besten aufgehoben. Es ist zwar nicht das quirligste und will bestimmt in die Kurve gelegt werden. Aber auch wenn es über Stock und Stein erzeugt die Fahrsicherheit des Rades hohes Vertrauen. Wenn es mal zu steil wird, erlaubt das unten abgeflachte Oberrohr leichtes Tragen auf den Schultern.
 

Gleiches gilt übrigens für die Sram Rival-Gruppe, die zum Dauertest an unserem Cinelli Zydeco montiert war. Den Hydraulikbremsen lassen sich mit für Rennradfahrer ungewohnt geringer Handkraft selbst bei widrigstem Wetter souveräne Bremsleistungen abrufen Der Druckpunkt – also der Moment, an dem die Bremskraft einsetzt – ist perfekt tastbar. Und die Hebel-Griffweite lässt sich auch für Laien leicht mit einem Inbus-Schlüssel einstellen. Mehr dazu im separaten Dauertest.
Komplimente für den Zydeco-Rahmen
Letzte Komplimente für den Zydeco-Rahmen: Der Hinterbau setzte sich nie mit Schlamm zu – keineswegs selbstverständlich. Ein schönes Detail ist das BSA-Gewinde für das Tretlager, das im Rennradbereich nicht mehr so häufig zu finden ist. Es erlaubt den Einbau einer Vielzahl von Kurbeln. Neben unserer Variante mit 1-fach-Kettenblatt vorne sind auch 2- oder 3-fach-Kurbeln für Reisen, bei denen ein großer Übersetzungsbereich gefragt ist, leicht einzubauen. Einziger echter Kritikpunkt aus unserer Sicht ist die Art der Schaltzugverlegung: Für einen reibungslosen Betrieb in Matsch, Staub und Regen sollte die Außenhülle geschlossen verlegbar sein. Das erlauben die Kabelanschläge jedoch nicht.
FAZIT

Das Cinelli Zydeco 2016 erwies sich im Dauertest als Hingucker, der mit Brot-und-Butter-Qualitäten überrascht. Aufgrund seiner Vielseitigkeit ist das Cinelli Zydeco nah an der eierlegenden Wollmilchsau mit Rennlenker: nicht zu schwer, lebendig, aber nicht quirlig, enorm Fahrsicher selbst mit Gepäck und binnen einer Stunde Schraubarbeit für Touren mit Schutzblech und Träger umzurüsten. In der Testausstattung mit Sram Rival 1-Gruppe reizt es auch zu Cyclocross-Ausflügen, bei denen die sehr gute Fahrsicherheit und die gelungene Geometrie ebenso gut zum Tragen kommen.

FÜR WEN?
Für alle, die gerne mit Rennlenker unterwegs sind und sich dabei so viele Optionen wie möglich offen halten wollen, auch mal mit dem Crossen liebäugeln, aber nicht zu viel dafür bezahlen möchten.
PLUS:

  • verwindungsarmer Rahmen
  • absolut sicheres Fahrverhalten
  • gemäßigt sportliche, tourentaugliche Sitzposition
  • große Durchläufe für Reifen bis 37 mm mit Schutzblechen.
  • einfaches Nachrüsten von Gepäckträger und Schutzblechen dank Ösen
  • vielseitiger BSA-Standard für Tretlager

MINUS

  • nicht besonders leicht
  • keine geschlossene Schaltaußenhülle-Verlegung möglich

 
TESTDAUER: 3 Monate
TESTMATERIAL: Rahmenset wurde vom Unternehmen für die Testdauer kostenlos gestellt.
 
DATEN
Cinelli Zydeco, ab 1.785 Euro: tourentaugliches Cyclocross-Rad. Rahmen: Clomubus Zonal 3-fach konifiziert; Gabel: Columbus Carbon/Alu; Gewicht: 1.750 g (Rahmen, Größe L), 570g (Gabel); Größen: Unisex 51, 53,5, 56, 59, 61 cm; Schaltung: Sram Rival 1, 1×11-Gang-Kettenschaltung, vorne: 42 Zähne, hinten 11-34 Zähne; Bremsen: Sram Rival hydraulische Scheibenbremse 160/160 mm; Innenlager: Sram GXP, BSA; Laufräder: Bulls Sabre mit Schwalbe G One Tubeless in 40-622; Licht: ohne; Lenker/Vorbau: Cinelli Vai; Sattel/Stütze: Cinelli/Cinelli. Besonderheiten: 2 Paar Flaschenhalter-Ösen, Ösen für Schutzblech- und Gepäckträgermontage.

Mit der Gopro gegen Fahrrad-Unfälle? Versicherer winken ab

Nicht wenige Radfahrer montieren in Städten Actioncams an Rad oder Fahrer. Sie hoffen, damit etwas gegen gefährliches Verhalten von Autofahrern in der Hand zu haben oder sogar davon abzuschrecken. Solches Filmen ist noch gesetzeswidrig. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherer (GDV) sieht allerdings Chancen im Einsatz von solchen Dashcams – wenn auch im Auto.
Derzeit ist das dauernde Filmen Anderer im Verkehr zu eigenen Sicherheit noch verboten – für Radfahrer genauso wie für Kraftfahrzeugsfahrer. Jetzt macht sich der Gesamtverband der Deutschen Versicherer für den begrenzten Einsatz von Dashcams stark. Laut einer Mitteilung des GDV könnten die deutschen Kfz-Versicherer mithilfe von Dashcams bei vielen Unfällen schneller und einfacher feststellen, wer wie viel Schuld an einem Unfall trägt. „Dashcams liefern objektive und leicht auszuwertende Informationen und könnten diverse unfall-analytische Gutachten überflüssig machen“, sagt Uwe Cremerius, Leiter der Kommission Kraftfahrt Schaden im Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Damit die Versicherer Dashcam-Aufnahmen verwenden können, müsse aber zunächst ein verbindlicher datenschutzrechtlicher Rahmen für ihren Einsatz geschaffen werden. Der Verband will deshalb nach eigenen Angaben die Nutzungsmöglichkeiten von Dashcams unter anderem beim 54. Deutschen Verkehrsgerichtstag vom 27. bis 29. Januar 2016 in Goslar diskutiert.

Kamera. Fahrrad. Gopro
Nicht wenige Radfahrer zeichnen ihre täglichen Wege schon mit Actioncams wie diesem Modell von GoPro auf. Bild: shutterstock.com/Tooykrub

Bislang sei die Verwertung von Dashcam-Aufnahmen in Deutschland nicht eindeutig rechtlich geregelt: Die Kameras sind zwar nicht verboten, doch wer während der Fahrt Personen und Kennzeichen durchgehend aufzeichnet, verstößt gegen den Datenschutz. Erlaubt ist nur, die Kamera unmittelbar vor oder während einer Gefahrensituation einzuschalten. „Das ist völlig unrealistisch“, kritisiert Cremerius. „In einer Gefahrensituation versuchen die Fahrer, den Unfall zu verhindern und werden kaum daran denken, die Dashcam einzuschalten.“ Cremerius schlägt vor, solche Kameras zuzulassen, die eine Fahrt lediglich für einen kurzen Zeitraum aufzeichnen und ältere Aufnahmen kontinuierlich löschen.

Dashcams helfen bei der Aufklärung, verhindern aber keine Unfälle

Radfahrer montieren ihre „Dashcams“ vornehmlich am Lenker oder Helm. Nicht wenige verbinden damit die Hoffnung, andere Verkehrsteilnehmer zu mehr Rücksicht zu bewegen. Das lässt sich aus vielen Facebook-Posts zu dem Thema herauslesen. Hier machen Radfahrer ihrem Ärger Luft, wenn etwa Autofahrer den Sicherheitsabstand nicht einhalten oder die Vorfahrt missachten. Besteht also Hoffnung für die Radfahrer auf Änderung? Dem erteilt der Verband eine klare Absage. Auf die Verkehrssicherheit dürften sich die Dashcams aus Sicht der Versicherer nicht positiv auswirken, heißt es. Wie eine Auswertung mehrerer Studien durch die Unfallforschung der Versicherer (UDV) ergäbe, änderten Fahrer nach dem Einbau einer Dashcam ihr Verhalten höchstens kurzfristig. „Am grundsätzlichen Fahrstil ändern Dashcams überhaupt nichts“, so Siegfried Brockmann, Leiter der UDV.

Zipfelortetour GPX-Track und Infos

Bei der Zipfelortetour ist List auf Sylt der nördlichste Zipfel, Oberstdorf südlichster. Wie wäre es, wenn man dieser Strecke von Nord nach Süd mit E-Bikes folgen würde?

DOWNLOAD Zipfelortetour GPX-Track

Beitrag aus RADtouren 3/16 – hier bestellen

Anreise
Oberstdorf und Sylt sind sehr gut in das Streckennetz der Deutschen Bahn  eingebunden. Auch wer mit dem Auto zum Ausgangspunkt gefahren ist, kommt mit ein bis zwei Mal Umsteigen mit der Bahn zurück nach Sylt oder Oberstdorf.

[osm_map_v3 map_center=“54.393,10.058″ zoom=“7″ width=“100%“ height=“450″ file_list=“https://radtouren-magazin.com/wp-content/uploads/2016/04/Zipfelorte.gpx“ type=“cyclemap“ file_color_list=“blue“ control=“fullscreen,scaleline,mouseposition“ map_border=“thin solid green“]

Gefahrene Route
1. List – Röm – Niebüll 55 hm, 74 km
2. Niebüll – Dagebüll – Uelvesbüll 130 hm, 80 km
3. Eiderstedtrundfahrt: Uelvesbüll – Westerhever – St. Peter-Ording – Tating – Garding – Uelvesbüll 85 hm, 81 km
4. Uelvesbüll – Brunsbüttel 165 hm, 95 km
5. Brunsbüttel – Hamburg 190 hm, 84 km
6. Hamburg – Schneverdingen 510 hm, 83 km
7. Schneverdingen – Soltau – Bad Fallingbostel – Walsrode – Schwarmstedt 275 hm, 95 km
8. Schwarmstedt – Hemmingen 275 hm, 74 km
9. Hemmingen – Alfeld 230 hm, 66 km
10. Alfeld – Göttingen 290 hm, 78 km
11. Göttingen – Jestädt 445 hm, 83 km
12. Jestädt – Eisenach 255 hm, 69 km
13. Eisenach – Bad Salzungen 290 hm, 79 km
14. Bad Salzungen – Meiningen –
Hildburghausen 500 hm, 88 km
15. Hildburghausen – Bamberg   230 hm, 79 km
16. Bamberg – Bad Windsheim 210 hm, 90 km
17. Bad Windsheim – Rothenburg ob der
Tauber   245 hm, 35 km
18. Rothenburg ob der Tauber – Schillingsfürst – Dinkelsbühl – Nördlingen 505 hm, 86km
19. Nördlingen – Dillingen 310 hm, 43 km
20. Dillingen – Illertissen 385 hm, 67 km
21. Illertissen – Memmingen – Illerbeuren – Altusried-Krugzell 520 hm, 78 km
22. Altusried-Krugzell – Immenstadt –
Oberstdorf 395 hm, 66 km
Gesamt: 6.495 hm, 1.673 km

Streckencharakter & Beschilderung
Die Tour wurde individuell erstellt und ist nicht beschildert. Sie verläuft teils über ausgeschilderte Fernradwege: Heide-Leine-Radweg, Werratal-Radweg, Aischtalradweg, Iller-Radweg. Die Wegequalität war bis hinter Hamburg gut bis sehr gut, wurde dann oft sehr schlecht, um ab Hannover bis Illertissen wieder überwiegend akzeptabel bis gut zu sein.

Sehenswertes
Niebüll: Noldemuseum in Seebüll, Richard Haizmann Museum, Naturkundemuseum, friesisches Museum; Husum: Hafenambiente, Theodor-Storm-Haus, Nordsee-Museum, Freilichtmuseum,  Schifffahrtsmuseum Nordfriesland; Eiderstedt: Roter Haubarg in Witzwort, Leuchtturm Westerhever Sand, Katinger Watt mit Eidersperrwerk; Brunsbüttel: Nord-Ostsee-Kanal, Atrium – Museum an der Schleuse; Hamburg: Landungsbrücken, Speicherstadt, Binnenalster, Planten und Bloomen; Schneverdingen: Heidemuseum Undeloh, Heidegarten, Eine-Welt-Kirche, Höpener Heide mit Heidschnuckenstall; Fallingbostel/Walsrode: Lönsgrab und Lönszimmer im Heidemuseum; Neustadt am Rübenberge: Kloster Mariensee; Hannover: Neues und Altes Rathaus, Herrenhäuser Gärten, Maschsee; Einbeck: Fachwerkhäuser, Radhaus im StadtMuseum Einbeck; Göttingen: St. Jakobi-Kirche, Gänseliesel-Brunnen; Lindewerra: Stockmacherei; Bad Sooden-Allendorf: Bibelgarten; Eschwege: Fachwerkhäuser, Rathausglockenspiel; Eisenach: Wartburg, Luther- und Bachhaus, Georgenkirche, Automobile Welt; Heringen: Monte Kali; Bad Salzungen: Keltenbad, Gradierwerk; Meiningen: Theater, Schloss, ehemaliges Kloster Veßra; Bamberg: Altes Rathaus, Klein Venedig, Kloster St. Michael, Dom mit Bamberger Reiter, Alte und Neue Residenz mit Rosengarten, Karmelitenkloster, Fränkisches Brauereimuseum; Rothenburg o.d. Tauber: St. Jakobskirche mit Heilig-Blut-Altar, Deutsches Weihnachtsmuseum, Mittelalterliches Kriminalmuseum, Plönlein; Dinkelsbühl: Münster St. Georg, Zeughaus der Dinkelsbühler Kinderzeche; Nördlingen: Riesenkratermuseum mit geologischem Lehrgarten und Geopark, begehbare Stadtmauer, St. Georgskirche; Dillingen an der Donau: Studienkirche Mariä Himmelfahrt, Basilika St. Peter, Spital und Kirche des Heiligen Geist-Stifts, Schloss mit Schlossgarten; Günzburg: Legoland; Illertissen: Schloss-Komplex, Schranne, Kirche St. Martin; Memmingen: Kartause Buxheim, Rathaus, Siebendächerhaus; Illerbeuren: Schwäbisches Bauernhofmuseum; Kempten: Residenz, Archäologischer Park Cambodunum, Naturkundemuseum, Burghalde, St.-Lorenz-Basilika; Oberstdorf: Breitachklamm, Heimatmuseum, Illerursprung, Erdinger Arena, Heini-Klopfer-Schiflugschanze, Oberstdorfer Bergbahnen.

Unterkünfte
List: Pension Seeschwalbe, Familie Meyer, Molenstraße 18, Norden, Tel.: (04931) 86 13, pension-seeschwalbe.de, vermietet auch in der Saison für eine Nacht; Niebüll: Jugendherberge, Sabrina Kosinska, Mühlenstraße 65, Niebüll, Tel.: (04661) 937 89, niebuell.jugendherberge.de; Uelvesbüll: Smeerkrog, Sigrun Musielak, Moordeich 1, Uelvesbüll, Tel.: (04864) 100 833, utspann-nordsee.de; Brunsbüttel: Hotel Kleiner Jachthafen, Hafenstraße 16, Brunsbüttel, Tel.: (04852) 940 09 33, hotel-kleiner-jachthafen.de; Schneverdingen: Hotel Heidetraum, Familie Kouhl, Heinrich-Wahls-Straße 14, Schneverdingen, Tel.: (05193) 800 700, hotel-heidetraum.de; Meinhard-Jestädt: Villa Velo, Familie Brill, Hauptstraße 18, Meinhard-Jestädt, Tel.: (05651) 206 75, pension-villa-velo.de; Eisenach: City Hotel, Bahnhofstraße 25, Eisenach, Tel.: (03691) 209 80, cityhotel-eisenach.de; Bad Salzungen: Hotel Haus Hufeland, Sulzberger Straße 11, Bad Salzungen, Tel.: (03695) 853 50, kurhaus-badsalzungen.de; Bamberg: Hotel Wohnbar, Stangsstraße 3, Bamberg, Tel.: (0951) 509 988 44, wohnbar-bamberg.de; Nördlingen: B&B Unter den Linden, Familie Brenner, Oskar-Meyer-Straße 34, Nördlingen, Tel.: (09081) 273 116, brenners-unterdenlinden.de; Illertissen: Hotel Dornweiler Hof, Familie Steinhart, Dietenheimer Straße 93, Illertissen, Tel.: (07303) 959 140; Altusried-Krugzell: Hotel Hirsch, Ortsstraße 4, Altusried, Tel.: (08374) 234 26, hirsch-krugzell.de; Oberstdorf: Gästehaus Hölting, Ingrid Cerny, Lorettostraße 23, Oberstdorf, Tel.: (08322) 961 60, gaestehaus-hoelting.de, vermietet auch in der Saison für eine Nacht.

RADtouren-Bewertung Zipfelortetour
RADtouren-Bewertung.

Peak District GPX-Track und Infos

Auf nach England: Denn im Herzen der Insel warten die sanften immergrünen Hügellandschaften des Peak Districts mit einem reichen Angebot an Radwegen und Kulturschätzen.

DOWNLOAD Peak District GPX-Track
DOWNLOAD Loop 3, Loop 4, Loop 5, Loop 7, Loop 8, Loop 9
Beitrag aus RADtouren 3/16 – hier bestellen

Anreise
Flugzeug: Direktflüge ab Frankfurt nach Manchester mit Lufthansa, ca. 2 Stunden, ab 150 Euro hin und zurück. Von Manchester mit dem Zug/Bus nach Matlock ca. 2-3 Stunden, Abholung kann mit Hoe Grange organisiert werden. Am Flughafen bietet sich auch eine Automiete durch eine der großen Anbieter wie Hertz, Sixt oder Europcar an. Entfernung von Manchester nach Matlock oder direkt Hoe Grange ca. 43 Meilen (70 km).
Pkw: Wir empfehlen für die Anreise das eigene Fahrzeug. Anfahrt: Köln nach Dünkirchen/Frankreich 370 Kilometer + 2 Stunden Fähre nach Dover/ England + 220 Meilen (350 Kilometer) über London nach Longcliffe (Unterkunft), die zwischen Ashbourne, Bakewell and Matlock gelegen ist. Oder ins 50 Kilometer weiter enttfernte Calais und via Eurotunnel/ Zugverladung nach Folkestone/ England was ca. 30 Minuten dauert. Preise: Je nach Fahrzeugtyp verschieden – Info: www.dfdsseaways.de; www.eurotunnel.com. Beispiel: Einfacher Pkw mit der Fähre ca. 80 Euro hin und zurück; Eurotunnel etwa das Doppelte.
Tipp: Im eigenen Pkw können problemlos Lebensmittel (siehe Einreisebestimmungen) für den Aufenthalt mitgeführt werden, da der nächste gut sortierte Laden ca. 20 Kilometer von der Unterkunft entfernt liegt. Bei Anreise liegen interessante Städte wie Brüssel und Brügge sowie London auf dem Weg, die man wunderbar mit einplanen kann.
[osm_map_v3 map_center=“53.233,-1.878″ zoom=“9″ width=“100%“ height=“450″ file_list=“https://radtouren-magazin.com/wp-content/uploads/2016/04/Peak-District_gesamt.gpx“ type=“cyclemap“ file_color_list=“blue“ control=“fullscreen,scaleline,mouseposition“ map_border=“thin solid green“]
Routen
Loop 3 Millers Dale – Wormhill – Wheston – Tideswell – Great Hucklow – Bretton – Eyam – Foolow – Millers Dale ca. 32 km
Loop 4 Middlelton – Wirksworth – Longcliffe – Parwich – Carsington – Middelton ca. 34 km
Loop 5 Matlock – Matlock Bath – Holloway – Doehole – Ashower – Uppertown – Gladwin’s Mark – Darley Dale – Darley Bridge – Matlock ca. 39 km
Loop 7 Bakewell – Monyash – Middelton – Youlgrave – Rowsley – Baslow – Bakewell ca. 43 km
Loop 8 Parsley Hay – Pilsbury – Hartington – Warslow – Alstonefield – Heathcote – Parlsley Hay ca. 37 km
Loop 9 Chapel-en-le-Frith – Buxton – Goyt Valley – Horwich End – Chapel-en-le-Frith ca. 45 km
Gesamtstrecke: ca. 230 km
Sehenswertes
Loop 3
Litton: White Peak Landschaft; Tideswell: St. John the Baptist Kirche; Bretton: The Barrel Inn; Eyam: Moorlandschaften
Loop 4
Middleton: St. Mary’ Kirche; Parwich: Schönes Dorfbild; Carsington: Seenlandschaft und Visitor Center; Wirksworth: Kirche
Loop 5
Matlock: Historischer Bahnhof, Burg Riber, Hall Leys Park, The Heights of Abraham (Sesselbahn), St. Helens Kirche; Cromford: Industriemuseum; Ogston: Blick auf Amber Valley; Ashover: Normannische Kirche, Beeley Moor; Darley Dale: Blick in Derwent Valley
Loop 7
Bakewell: The Old Bakewell Pudding Shop, Landschloss Chatsworth, Wildpark, Peacock Haus, Packhorse Brücke, Park; Monyash: Schönes Dorf; Stanton: Ausflüge zu den “Nine Ladys” -eine Felsformation
Loop 8
Parsley Hay: Burg Pilsbury, Biketreffpunkt und Fahrradverleihstation; Hartington: Dorfkirche, Cheese Shop, schönes Dorfbild; Ecton: Kupfermienen; Alstonefield: The Georg Green, St. Peter’s Kirche, Käsefabrik
Loop 9
Chapel-en-le-Frith: Aussichtspunkt; Buxton: The Crescent Haus, Opernhaus, Stadtpark; Kettleshulme: Goyt Valley mit Seenlandschaft
Streckencharakter/Beschilderung
Der Peak District Nationalpark kann auf 9 verschiedenen Rundtouren beradelt werden. Im entsprechenden Flyer sind diese ausführlich beschrieben (auf Englisch). Es gibt keine Beschilderung, die die einzelnen Loops markieren. Deshalb ist es unbedingt erforderlich die bereitgestellten GPS-Daten herunterzuladen. Die empfohlene Unterkunft liegt direkt am High Peak Trail und somit am Loop 4. Die Loops 5, 7 und 8 können ebenso direkt über den guten Rad- und Wanderweg von der Unterkunft aus erreicht werden. Für die Loops 3+9 sind wir mit dem Pkw nach Buxton und haben dort die Route gestartet. Die Runden führen über meist asphaltierte Wirtschaftswege, ruhige Strassen und stillgelegte feingekieste Eisenbahntrassen. Das Landschaftsprofil ist hügelig und fordert eine gute Kondition.
Unterkunft
Matlock/Brassington Hoe Grange Holidays, Tel. +44 (0)1629/540262, www.hoegrangeholidays.co.uk (direkt bei Longcliffe – zwischen Ashbourne, Bakewell and Matlock gelegen). Luxeriöse “Self catering log cabins” (Selbstversorger Ferienhäuser) mit allem Kompfort + Sauna und Wirlpool.
E-Bikes
Können vorab über die Unterkunft gebucht werden und stehen dann für den Aufenthalt zur Verfügung. Familie David und Felicity Brown – Hoe Grange Holidays – helfen hier gerne weiter.
Reiseführer, Karten
www.visitpeakdistrict.com/cycleroutes (Broschüre mit Karten kann runtergeladen werden
Großbritannien Reiseführer von Reise-Know-How, ISBN-10:3-8317-1446-0, 19,90 Euro
AA Leisure Guide Peak District in Englisch, Spiralbindung oder E-Book auf Amazon.de
Weitere Infos
www.visitpeakdistrict.com www.visitbritain.com

RADtouren-Bewertung Peak District
RADtouren-Bewertung.

Radweg R1, Teil 2/2 GPX-Track und Infos

Der R1, einer der längsten Radfernwege Europas, führt von Boulogne-sur-mer in Nordfrankreich nach St. Petersburg in Russland. Im 2. Teil des Reiseberichtes beschreibt unser Autor den knapp 380 Kilometer langen Abschnitt quer durch die Niederlande vom holländischen Den Haag bis zum westfälischen Münster durch eine einzigartige zusammenhängende Garten- und Parklandschaft.

DOWNLOAD Radweg R1, Teil 2 GPX-Track
Beitrag aus RADtouren 3/16 – hier bestellen

An-/Abreise
Mit der Bahn nach Den Haag: Von Köln über Mönchengladbach und Venlo. Preis fürs Fahrrad: 10 Euro Fahrradticket international. Aus Richtung München empfiehlt sich der Nachtzug.
[osm_map_v3 map_center=“51.936,5.272″ zoom=“7″ width=“100%“ height=“450″ file_list=“https://radtouren-magazin.com/wp-content/uploads/2016/04/DenHaag-Münster.gpx“ type=“cyclemap“ file_color_list=“blue“ control=“fullscreen,scaleline,mouseposition“ map_border=“thin solid green“]
Gefahrene Route
1. Den Haag – Utrecht (Camping)72 km
2. Utrecht (Camping) – Wageningen74 km
(inklusive Stadtrundfahrt in Utrecht)
3. Wageningen – Vorden70 km
4. Vorden – Vreden59 km
5. Vreden – Darfeld61 km
6. Darfeld – Münster41 km
Gesamt: 377 km
Sehenswertes
Den Haag: Binnenhof, Mauritshuis, Königspalast, Friedenspalast, Passage, Hofjes; Boskoop: Hubbrücke, Baumschulen; Weijpoort: Fort Wierickerschans; Nieuwerbrug: Kirche und Hubbrücke; Woerden: Historischer Stadtkern mit Rathaus, Burg und Kirchen, Windmühle „De Hond“; Utrecht: Kasteel „De Haar“, Hausboote am Leidseweg, Mühle, Dom mit Domtor; Bunnik: Fort Rhijnauwen; Zeist: Schloss mit Park, WWF-Zentrale; Doorn: Haus Doorn; Broekhuizen: Schloss am Seeufer; Amerongen: Schloss und Schlosspark; Oosterbeek: Airborne Museum „Hartenstein“; Arnheim: Konzertgebäude, Grote Kerk, Eusebiustor mit den Türmen, „John-Frost-Brücke“; Rozendaal: Schloss mit Garten- und Parkanlage; Veluwezoom: Nationalpark mit Heidekraut- und Dünenlandschaft, Aussichtspunkt „Posbank“; Hackfort (bei Vorden): Schloss mit Wassermühle; Vorden: zwei Windmühlen; Zwillbrock: Barockkirche St. Franziskus, Vogelschutzgebiet Zwillbrocker Venn; Vreden: Freilichtmuseum Früchtinghoff, Hamalandmuseum; Stadtlohn: Stadtkern mit Kirchplatz; Höven: Wasserschloss Varlar; Rosendahl-Darfeld: Wasserschloss; Billerbeck: Ludgerusdom, Kolvenburg; Havixbeck: Longinusturm (bei Havixbeck), Haus Stapel, Sandsteinmuseum, Haus Havixbeck, Burg Hülshoff; Münster: Haus Vögeding, Haus Rüschhaus, Schloss Münster, Erbdrostenhof, St. Paulus Dom, Lambertikirche, Prinzipalmarkt, Liebfrauenkirche Überwasser, Rathaus mit Friedenssaal, Freilichtmuseum Mühlenhof, Allwetterzoo.
Streckencharakter und Ausrüstung
Im beschriebenen Abschnitt ist der R1 zumeist flach. Auf Anstiege trifft man hinter Arnheim im Nationalpark Veluwezoom und kurz vor Münster in den Baumbergen. Beide Anstiege können umfahren werden. Die Beschilderung des gesamten Radwegs ist sehr gut. In den Niederlanden findet man die Wegweiser manchmal unten am Straßenrand auf kurzen Pfosten. Der R1 heißt hier zunächst auf einer 235 km langen Strecke LF 4a und hinter Geesteren ca. 25 km lang LF 8a (LF für Landelijke fietsroute; a für die Richtung, in Gegenrichtung b. Wer sich mit dem typischen Knotenpunktsystem (knooppunten) vertraut macht, kann auch danach fahren. In Deutschland wird der R1 dann auch als solcher bezeichnet. Parallel dazu findet man auch die Kennzeichnung „D-Route 3“ vor, welche mit dem R1 identisch ist. Europäisch betrachtet ist die Strecke auch Teil der EuroVelo 2-Route (Hauptstadtroute). Die gesamte Radtour ist durchgängig familientauglich.
Unterkunft
Den Haag: Hotel Mimosa, Renbaanstraat 18-24, Scheveningen, Tel.: +31 (70) 354 81 37; Camping: Kijkduinpark, Kijkduin, Machiel Vrijenhoeklaan 50, Tel.: +31 (900) 88 10; Utrecht: Hotel Oorsprongpark, F.C. Donderstraat, 3572 JH Utrecht, Tel.: +31 (30) 271 63 03; Camping: Boerderij Hazenveld, Laagnieuwkoop 36 (Kockengen), Tel.: +31 (30) 666 33 72; Wageningen: B&B Guest Home 1907, Hinkeloordseweg 13, 6703 CK Wageningen, Tel.: +31 (65) 117 64 17; Camping: Recreatiepark De Wielerbaan, Zoomweg 7-9, 6705 DM Wageningen, Tel.: +31 (317) 41 39 64; Vorden: Hotel De Gravin van Vorden, Stationweg 24, 7251 EM Vorden, Tel.: +31 (575) 551 227; Camping: `t Meulenbrugge, Mosselseweg 4, 7251 KT Vorden, Tel.: +31 (575) 556 612; Vreden: ds Hotel & Freizeitcenter, Ottensteiner Straße 59, 48691 Vreden, Tel.: (02564) 97727; Camping: De Goede Hoop, Vredenseweg 12, 7152 DJ Eibergen, NL, Tel.: +31 (641) 046 429; Rosendahl-Darfeld: Pension Immenhof, Hennewich 1, 48720 Rosendahl, Tel.: (020545) 429; Münster: Hotel Haus Niemann, Benteler Straße 4, 48720 Münster, Tel.: (0251) 888 28; Camping: Campingplatz Münster, Laerer Werseufer 7, 48157 Münster, Tel.:(0251) 311 982
Karten
Detlef Kaden, Europaradweg R1, Teil 3, Verlag IS.Radweg, 14,90 Euro, is-radweg.de; Esterbauer-Verlag, bikeline, Europa Radweg R1, Von Arnheim über Berlin an die Oder, 13,90 Euro, esterbauer.com

RADtouren-Bewertung R1, Teil 2
RADtouren-Bewertung.

Iran Infos

Zumindest als Reiseland öffnet sich der Iran zunehmend für Fremde. Auf ihrer langen Touren gen Osten haben Bärbel und Johan das große Land, das viermal größer ist als Deutschland, durchquert – und gastfreundliche Menschen in atemberaubenden Berg- und Wüstenlandschaften angetroffen.

Beitrag aus RADtouren 3/16 – hier bestellen


An-/Abreise
Flug: von Frankfurt nach Mashhad, mindestens 9 Std. mit einem Zwischenstopp oder direkt mit dem Fahrrad über Ashgabat, Turkmenistan nach Bajgiran, Iran. Abreise mit dem Flugzeug aus Schiras, ca. 10 Std. mit einem Zwischenstopp; aus Bandar Abbas, ca. 14 Std. mit zwei Zwischenstopps; Abreise per Fähre in die Vereinten Arabischen Emirate (Sharjah oder Dubai) ab Bandar Abbas oder Bandar Lengeh, ca. 4 bis 6 Std., dann per Flugzeug nach Frankfurt, ca. 7 Std.
Gefahrene Route
Bärbel und Johan waren insgesamt 57 Tage lang im Iran unterwegs. Ihre Route führte sie über 2.644 km quer durch das Land, dessen Fläche übrigens viermal so groß ist wie die Deutschlands (bei ähnlicher Einwohnerzahl). Dabei bewältigten die beiden Tourennden 13.709 Höhenmeter. Die Route führte grob über folgende Stationen:
Emam Qoli – Quchan – Soltanabad – Sabzevar – Bardaskan – Eshqabad – Tabas – Yazd – Meybod – Wüste – Naein – Esfahan – Shahreza – Shurjestan – Safashahr – Pasargadae – Persepolis – Shiraz – Kavar – Firuzabad – Rostay Dejiban Goury – Jam – Milaki – Gerzeh – Laft – Tabi – Bandar e Pol – Bandar Lengeh
Unterkunft und Camping
Offizielle Campingplätze, wie wir sie in Europa kennen, gibt es nicht. Allerdings gibt es in größeren Städten teilweise bewachte Parks, in denen Zelten erlaubt ist. Toiletten und Wasser gibt es dort immer und wenn man Glück hat auch sehr einfache Duschen. „Wild campen“ ist offiziell nicht erlaubt, in abgelegenen Gegenden gibt es oft allerdings keine Alternativen und hat für uns problemlos funktioniert. Gute Übernachtungsalternativen, die auch nichts kosten sind Moscheen oder der Rote Halbmond. Funktioniert allerdings nur, wenn kein Hotel in der Nähe ist. In kleineren Städten findet sich in der Regel immer ein kleines, oft allerdings auch sehr einfaches Hotel, Bäder müssen in der Regel geteilt werden, und es gibt fast ausschließlich Stehtoiletten. Einfache Gästezimmer ohne Frühstück sind ab 10 Euro zu finden, in größeren Städten gibt es Hotels in allen Preiskategorien.
Sehenswertes
Zwischen Ashgabat und Bardaskan: Traumhafte, karge Berglandschaften mit herrlichen Ausblicken über Täler, alte Karawansereien; Zwischen Bardaskan und Tabas: Bergige Wüstenlandschaften, Hochplateaus und alte Wüstendörfer und -oasen; Tabas: Prachtvoller 300 Jahre alter öffentlicher Garten; Schrein und Moschee, die jährlich von Tausenden von Pilgern besucht werden; Yazd: Windtürme (Badgirs), Altstadt, Türme des Schweigens, zoroastrischer Feuertempel, Moschee Amir Chakhmagh; Meybod: Zitadelle, Karawanserei, Altstadt; Esfahan: Imam-Platz und Freitagsmoschee (beides UNESCO-Weltkulturerbe), Vier-Gärten-Prachtallee, Chadschu- und Marnan-Brücken, Basar aus dem 17. Jahrhundert, Paläste; Zwischen Esfahan und Schiras: Berglandschaften und Plateaus am Rande des Zagrosgebirge; Pasargadae: Erste Residenz des Perserreichs unter den Achämeniden, Grabmal Kyros II; Persepolis: Altpersische Residenzstadt, 520 v.Chr. gegründet; Schiras: Mausoleen der Dichter Hafis und Saadi, verschiedene Gartenanlagen, Moschee mit Schrein von Schah Tscherag; Shiras – Persischer Golf: karge, einsame Berglandschaften, Nomadendörfer; Assalouyeh – Bandar-Lengeh: Mangrovenwald (UNESCO-Welterbe), Insel Kish (Fähre ab Kalab), alte Fischerdörfer, autoleere Straßen, malerische Landschaften mit türkisblauem Meer und einsamen Sandstränden sowie dramatischen Schluchten und Bergformationen; touristisch völlig unerschlossen; Bandar Lengeh – Insel Queshm: Ähnliche Landschaften wie im vorhergehenden Abschnitt, nur etwas weniger dramatisch und mehr Verkehr; Insel Queshm: Laft Fischerdorf mit alten Windtürmen und altem Hafen, UNESCO-Geopark, Werft
Streckencharakter & Ausrüstung
Iran ist ein sehr bergiges Land. Bis auf einen kurzen Abschnitt am Persischen Golf von knapp 20 km ist die gesamte Strecke asphaltiert und hervorragend ausgebaut. Allerdings ist in weiten Teilen des Landes mit großem Verkehrsaufkommen zu rechnen (Ausnahmen: Wüstenabschnitt zwischen Bardaskan und Yazd, Bergetappe zwischen Schiras und Assalouyeh, sowie am Persischen Golf bis Bandar Lengeh). Die meisten Hauptverkehrsstrecken sind mit breiten Seitenstreifen ausgestattet, die hervorragend für Radfahrer geeignet sind. Vorsicht ist geboten bei LKWs und Bussen, da diese meist bei zu hoher Geschwindigkeit nicht ausweichen, geschweige denn bremsen können.
Das wartungsarme Idworx Offrohler Evo mit bewährter Rohloff-Nabenschaltung und The Plug USB-Anschluss zum Aufladen des Smartphones (wichtig für die Navigation in Städten) hat sich als perfektes Reiserad für den Iran herausgestellt. Ein Großteil der Streckenabschnitte ist hervorragend ausgeschildert, Städtenamen und Kilometerangaben sind ins Englische übersetzt. Ideale Reisezeiten für den Nordosten: Mai – Oktober; Zentraliran (Wüstenregion Bardaskan – Tabas): September – Mai; Yazd, Esfahan, Shiraz: April – November; Persischer Golf: September – April.
Essen und Trinken
Standardgericht ist Kebab aus Schaf-, Ziegen- oder Hähnchenfleisch, seltener Rind, serviert mit Reis oder Brot sowie frischen Kräutern, Zwiebeln und Tomaten-, Gurkensalat.
Chorescht: eine Fleischsoße, die es in vielen verschiedenen Varianten gibt und mit lockerem Duftreis serviert wird. Berühmt ist die fast schwarze Walnuss-Granatapfel-Soße mit leicht säuerlicher Note. Zum Essen wird oft Dugh gereicht, ein säuerlich-salziges Joghurtgetränk, vergleichbar mit Ayran. Alkohol ist strikt verboten, auch in gehobenen Hotels.
Reiseführer und Karten
Straßenkarte: Reise Know-How, Iran, 1:1.500.000, 9,95 Euro
Reiseführer: „Iran“, Reise Know-How, 672 Seiten, 24,90 Euro, ISBN: 978-3-8317-2467-3; komplett in Farbe, mehr als 180 Fotos, 38 detaillierte Ortspläne und Karten, Sprachhilfe Persisch, Glossar, ausführliches Register, Regionenübersicht mit Karten
Weitere Infos
caravanistan.com ist eine englischsprachige Reiseseite für Zentralasien mit äußerst nützlichen Informationen zu Visumsanträgen und Erfahrungsberichten von Tourennden.

RADtouren-Bewertung Iran
RADtouren-Bewertung.

Ausprobiert: Litecco Twinfire

Bremslicht zum Nachrüsten

litecco
Links das eingeschaltete Litecco Rücklicht, rechts mit aktiviertem Bremslicht. Foto: Partzsch.

Das Twinfire ist ein sehr helles Rücklicht mit integrierter Bremslichtfunktion. Über eine Sensortechnik im Leuchtengehäuse wird das Verzögern des Fahrrades registriert und das Bremslicht aktiviert. Dies hat im Test immer zuverlässig funktioniert – egal ob bei plötzlichem oder langsamen Abbremsen, egal ob aus hoher oder niedriger Geschwindigkeit. Die Halterung des Rücklichtes wird mit einem Gummilochband an der Sattelstange montiert. Das Rücklicht lässt sich einfach aus der Halterung entfernen. Der Winkel des Rücklichtes kann über ein kleines Rädchen angepasst werden. Wegen seiner zuverlässigen Funktion und einfachen Handhabung ist das Twinfire ein Tipp für alle, die viel auf Straßen unterwegs sind und dort besonders für E-Radfahrer mit ihrem höheren Tempo.

Litecco Twinfire: Akku-Rücklicht mit Bremslichtfunktion. Gewicht: 50 g, Leuchtdauer: 9,5 Stunden, Abstrahlwinkel: 360°, Preis: 59,95 Euro. | litecco.de

Interview: Weitgeradelt – Seit über zwei Jahren auf Radreise

Das Interview wurde im Oktober 2015 von Stefan Amato für PANNIER in Englisch geführt und von Lisa Partzsch übersetzt. 

Anselm Pahnke (26) fährt seit über zwei Jahren mit einfachsten Mitteln auf seinem Fahrrad durch die Welt. Immer eng an Kultur und Natur durchquerte er in 13 Monaten den ganzen afrikanischen Kontinent ohne fremde Hilfsmittel. Schließlich in Israel angekommen führte der Pfad nicht zurück Richtung Hamburger Heimat sondern nach Osten. Über den Iran folgte er der Seidenstraße, die ihn übers Pamir-Gebirge bis nach China führte.


Danke, dass du dir ein wenig Zeit nimmst, um uns deine Geschichte zu erzählen. Wo bist du im Moment?
„Ich habe ein altes Straßenlager gefunden, in dem früher die Arbeiter lebten, die die Bergstraße gebaut haben, auf der ich gerade fahre. Sie führt entlang der östlichen Grenze von Tibet. Hier oben auf 4.200 Metern gibt es immer noch Strom und überraschenderweise auch freies W-LAN. Das ist manchmal so in China. Morgen werde ich meinen Aufstieg auf 5.000 Meter beginnen. Aber es ist schön eine Nacht ein Dach über dem Kopf zu haben, weil es nachts draußen sehr kalt wird.“
Du bist jetzt seit zwei Jahren mit dem Rad unterwegs. Wo warst du bisher überall? Was ist deine Motivation für so eine lange Reise?
„Meine Reise begann mit einem Flug nach Südostasien. Ich wollte etwa einen Monat mit dem Fahrrad durch Thailand reisen, aber ich habe schnell gemerkt, wie sehr mir diese Art des Reisens gefällt und bin einfach weitergefahren. Ich bin durch Myanmar, Kambodscha, Vietnam gereist, dann bin ich von den Philippinen nach Kapstadt/Südafrika geflogen. Von dort bin ich kreuz und quer bis in den Norden Afrikas gefahren: durch Botswana, Namibia, Simbabwe, Sambia, Malawi, Tansania, Burundi, Ruanda, Uganda, Kenia, Äthiopien, Sudan, Ägypten und dann nach Israel. Von dort bin ich in den Iran geflogen und bin nach Osten über das Pamir-Gebirge gefahren, durch all die Länder, die auf –stan enden: Afghanistan, Usbekistan, Tadschikistan, Kirgisistan und schließlich nach China. Bis jetzt war ich mit meinem Fahrrad in 42 Ländern.
Ich bin jung und abenteuerlustig und möchte so viel wie möglich mit meinen eigenen Augen von der Welt sehen und mich lebendig fühlen. Du kannst über etwas lesen oder es selber sehen und erleben – und ich gehe lieber das Risiko ein, etwas zu erleben. Ich hatte mich entschieden durch Afrika zu fahren, weil ich schon vorher ein paar Monate in Ghana gearbeitet habe und so schon einen guten Eindruck von der Einstellung, der Kultur und dem Leben in Afrika bekommen habe. Ich begann in Südafrika mit einem Freund durch ein paar Länder zu radeln. Als er wieder nach Hause geflogen war, habe ich einfach gedacht: „Jetzt gucke ich mir auch noch das nächste Land an. Und dann das nächste.“ So ging es immer weiter, ich merkte, dass jedes Land auf dem Weg nach Norden für mich ein sicheres Reiseland war und dazu noch unglaublich wunderschön. Die Leute in Afrika zaubern einem immer ein Lächeln ins Gesicht, diese Freundlichkeit findet man sonst nirgendwo und vergisst sie nie. Sie sorgen sich nicht um Morgen.“
Du würdest dich wahrscheinlich selbst als Nomade bezeichnen, aber wo kommst du eigentlich her? Wo ist deine Heimat?
„Ich bin ein Nomade, genau. In den letzten zwei Monaten war ich jeden Tag in Bewegung und habe nie in einem Hotel geschlafen. Ich wusste nie, was passieren würde oder wo ich am Ende des Tages bin. Es klingt vielleicht etwas weithergeholt, aber momentan ist die Welt mein Zuhause, die Straße und die Menschen, die ich treffe, sind meine Heimat. Eines Tages werde ich nach Hamburg zurückkehren, dort bin ich aufgewachsen.“
Und bist du schon viel in Deutschland mit dem Rad unterwegs gewesen? Oder hat es dich immer in ferne Länder gezogen?
„Deutschland ist ein schönes und komfortables Land zum Radfahren. Ich habe natürlich ein paar Touren dort gemacht, aber ich habe mir immer gesagt, dass ich später, wenn ich alt bin, nicht mehr so viel Zeit habe und meine Gesundheit nicht mehr so gut ist, durch Deutschland fahren werde. Ich bin viel durch Europa geradelt – von Portugal nach Griechenland zum Beispiel. Jetzt ist es Zeit etwas weiter zu schauen …“
Du bist einige deiner Etappen mit Freunden gefahren oder Reisenden, die du auf dem Weg getroffen hast – fährst du lieber alleine oder in Gesellschaft?
„Ich suche nicht bewusst einen Begleiter. Beide Arten des Reisens zu erleben, finde ich wichtig. Wenn du alleine reist, dann bekommst du einen viel engeren Kontakt zu deiner Umgebung. Menschen sprechen dich an, weil du vielleicht verloren aussiehst, du denkst zuerst an deine Bedürfnisse, und du kannst immer machen, was du möchtest, es gibt niemandem, mit dem du dich absprechen musst – ob du zum Beispiel etwas essen möchtest oder das Zeit aufstellen willst. Aber andererseits läuft das Leben ja auch nicht so. Es ist interessant und herausfordernd einen Monat alleine zu reisen, aber dann ist es auch wichtig, wieder Gesellschaft zu haben. Es gibt dir die Möglichkeit deine Erfahrungen und Meinungen zu teilen, du bekommst neue Ideen …
Das Leben alleine ist reichhaltig, aber es zu teilen, sowohl die Sorgen als auch die Freude, macht das Leben realer. Es bedeutet viel jemanden auf Reisen zu finden, mit dem du dich verstehst und mit dem du 24 Stunden, mehrere Tage ununterbrochen, verbringen kannst. Im Moment reise ich zusammen mit einem Freund aus der Schweiz und es macht sehr viel Spaß. Letzte Woche hatte ich einen schlimmen Unfall mit einem Lastwagen und es war gut jemanden dabei zu haben, der mir wieder geholfen hat, auf die Beine zu kommen.“
Wenn du zwei bis vier Wochen Zeit hättest, um einen Teilabschnitt deiner bisherigen Reise noch einmal zu fahren, für welchen würdest du dich entscheiden?
„Wenn man vier Wochen für eine Radtour hat, dann empfehle ich wirklich eine Fahrt über den Pamir-Highway – die Straße durch das Pamir-Gebirge durch Afghanistan, Usbekistan, Tadschikistan und Kirgisistan. Ich empfehle, so wenig Gepäck wie möglich mitzunehmen, in Dushanbe/Tatschikistan zu starten, danach fährt man auf tollen Bergstraßen entlang der Grenze zu Afghanistan durch unvergessliche Gebirgstäler. Am Ende steht man auf einem Hochplateau auf etwa 4.000 Metern Höhe, vor grünen Feldern mit Nomaden, die dort mit ihren Yakherden im Sommer herumziehen. Man sieht verschneite Gipfel, die mehr als 7.000 Meter hoch sind und man fühlt sich dem Himmel so nah, wie nie zuvor; deshalb heißt das Gebiet dort auch „das Dach der Welt“.
Wenn man es dagegen etwas wärmer mag, dann sollte man im Herbst durch Kroatien radeln oder durch Kambodscha nach der Regenzeit. In Afrika führt meine Lieblingsstrecke durch Namibia, Malawi und Uganda.“
Abgesehen von deinem Fahrrad und Gepäck, auf welche Gegenstände könntest du auf deiner Reise nicht mehr verzichten? Dein Strohhut scheint schon weit gereist zu sein!
„Die Musikbox an meinem Lenker, die ich vor langer Zeit in Kambodscha bekommen habe. Jeder kann mithören, seine eigene Musik darauf abspielen und auf der Straße tanzen. In jedem afrikanischen Land, durch das ich gefahren bin, haben die Leute sie geliebt – selbst wenn man sich gegenseitig nicht versteht, kann man zusammen lachen. Musik kann dabei helfen. Und sonst? Mein Rückspiegel, um den Verkehr im Auge zu behalten. Außerhalb von Europa sind Autofahrer keine Radfahrer auf der Straße gewöhnt.“
Ich kann mir vorstellen, dass die Menschen sich fragen, wie du das mit dem Geld auf einer so langen Reise machst. Man geht einfach zurück zu den Grundbedürfnissen, oder? Essen, Wasser, Unterkunft …
„Ich habe immer 50 US-Dollar dabei und zusätzlich ein wenig lokale Währung. Zum Leben brauche ich nicht viel Geld: 200 bis 300 Dollar im Monat reichen. Keine Hotels und keine Transportkosten, nur Essen, Trinken und Visa. Wenn du erst einmal erkennst, wie viel du von deiner Umgebung und den Leuten, die du triffst, bekommst, merkst du, dass du keinen Luxus brauchst, um auf der Straße glücklich zu sein.“
Was sind die interessantesten Erfahrungen, die du auf deiner Reise bisher gemacht hast?
„Sich selbst vertrauen: dem Unbekannten und den eigenen Fähigkeiten vertrauen. Instinkte sind am wichtigsten und es ist unglaublich, wie sehr man sie trainieren kann – egal ob es darum geht, einen Platz zum Schlafen in einer unbekannten Umgebung zu finden oder zu wissen, wem man vertrauen kann, um eine Woche auf sein Rad aufzupassen, wenn man Wandern gehen möchte. Menschen sind unglaublich hilfsbereit. Ich bin durch so viele Länder gereist, die nicht sicher scheinen. Aber gerade in Ländern, die am unsichersten erscheinen, habe ich ganz andere Erfahrungen gemacht. Ich werde niemals vergessen, wie freundlich ich von den Menschen dort empfangen wurde. Die Welt da draußen ist sicher, freundlich und voller wunderbarer Überraschungen. Man muss nur offen dafür sein …
… Ich habe auch gelernt, nicht zu viel zu planen. Am Anfang fiel mir das schwer. Aber bevor ich den Pamir Highway entlanggefahren bin, habe ich zum Beispiel nie auf eine Karte geschaut oder irgendwelche Informationen gesammelt, alles fügt sich zusammen, wenn es muss. Vorher habe ich immer versucht, Dinge so zu beeinflussen, wie ich es mir gefallen würde, aber das funktioniert meist nicht und macht nur unglücklich.“
Und wie sieht der Plan jetzt aus? Wo geht es als nächstes hin?
„Der beste Plan ist, keinen Plan zu haben, so habe ich es in meinen ersten drei Wochen in Südostasien gelernt. Ich verstehe jetzt, was das bedeutet. Erstmal werde ich nach Süden fahren, Tibet vor dem Winter verlassen und nach Vietnam fahren. Indonesien steht auch noch auf meiner Liste…
… Erst wenn ich irgendwann wieder zu Hause bin, brauche ich einen Plan!“
Mehr davon? Weiterlesen im Pannier Journal.

Ausprobiert: Ultraleichte Regenjacke von Primal

Der Radbekleidungshersteller Primal hat eine spezielle Bekleidungslinie aufgelegt, die sich an Fahrer richtet, die nicht nur gerne und oft im Sattel sitzen, sondern dabei hohen Wert auf Sicherheit durch Sichtbarkeit legen. „HiViz“ heißt die Kollektion – die Abkürzung steht für High-Visibility, also hohe Sichtbarkeit. Wir haben die knallgelbe Herren-Regenjacke ausgiebig im Regen getestet.

Wind- und wasserabweisender Allrounder: Primal Hi-Viz Men's Rain Jacket. Foto: Kunkel.
Wind- und wasserabweisender Allrounder: Primal HiViz Men’s Rain Jacket. Foto: Kunkel.

Unsere Eindrücke: Zunächst einmal ist die HiViz-Regenjacke ein echter wind- und wasserabweisender Allrounder: Sie bietet top Schutz gegen Wind und Niesel – und das bei minimalem Packmaß. Vor allem aber sorgt die Jacke dank des neongelben Gewebes für eine deutlich erhöhte Sichtbarkeit im Straßenverkehr.
Das von Primal eingesetzte „Toray“-Gewebe (100% Polyester) hält zuverlässig trocken, zumindest auf halbstündigen Regenfahrten drang keine Feuchtigkeit durch, die Bünde an den Armen schließen gut ab und verrutschen nicht nach oben. Die Jacke ist leicht wie eine Feder und wiegt gerade einmal 80 Gramm, sie nimmt – geschickt gefaltet – kaum Platz in Anspruch, so dass man die Jacke praktisch immer einstecken kann, ohne sich wie ein Packesel zu fühlen. Gerade bei instabilen Wetterlagen ist das ein großer Vorteil. Wir nutzten die Primal zudem als Windjacke, dabei erwies sie sich zwar nicht als herausragend – aber mindestens als ausreichend atmungsaktiv, ein Reißverschluss an der Seite sorgt für zusätzliche Belüftung.
Primal HiViz Men’s Rain Jacket, 85 Euro: Farben: neongelb, Größen:  XS, SM, MD, LG, XL; Technische Details: 100% Polyester, 80 g, primaleurope.com

Ausprobiert: Bont Riot

Der thermoverformbare MTB-Radschuh aus Carbon: Bont Riot. Foto: Kunkel.
Der thermoverformbare MTB-Radschuh aus Carbon: Bont Riot. Foto: Kunkel.

Schuhe aus dem Backofen

Zwischen Himmel und Hölle liegen bei dem Radschuh „Riot“ von Bont ein Backofen und exakt 35 Minuten. Denn so lange dauert es, den thermoverformbaren Radschuh der australischen Carbonspezialisten zu erwärmen und exakt an die eigene Fußform anzupassen – das Ergebnis ist einer der am besten sitzenden und zugleich steifsten Radschuhe, die wir bislang testen konnten. Um es vorwegzunehmen: Der eigentlich für den MTB-Bereich entwickelte Schuh ist auch für Reiseradler eine sinnvolle Wahl, denn optimale Kraftübertragung, bequemer Sitz und Leichtigkeit gewinnen vor allem auf großen Reisen mit episch langen Tagesetappen an Bedeutung – oder einfach immer dann, wenn sich effizientes Pedalieren am Ende eines langen Tages in noch immer vorhandenen Kraftreserven bemerkbar macht.
Der fabrikneue Schuh jedoch fühlt sich an den Füßen an wie ein Paar schlecht sitzender Holzclogs: Es drückt und reibt an Fersen und Knöcheln, die Zehen sind zusammengestaucht – kaum vorstellbar, wie man mit diesen Schraubzwingen schmerzfrei Rad fahren soll. Im Gegensatz zu anderen Schuhen, bei denen lediglich die Sohle aus Carbon besteht, ist bei Bont die komplette Schale aus dem Kohlenfaserwerkstoff geformt. So etwa bildet die Fersenkappe fast zur Hälfte eine Einheit mit der Sohle und auch die Seiten sind weit hochgezogen. Das Obermatierial besteht aus schwarzer Mikrofaser, das Verschlusssystem kombiniert einen verstellbaren Ratschenverschluss mit einem Z-förmigen Klettverschluss.
Für die thermische Anpassung der Schuhe, die im übrigen beliebig oft wiederholbar ist, wird der komplette Schuh im vorgeheizten Backofen bei 60°C 20 Minuten lang erwärmt. Dadurch wird das Harz der Carbonschale weich, diese passt sich dann perfekt an die individuelle Fußform an. Im Test haben wir zwei Durchgänge benötigt, um nach einer ersten „groben“ Anpassung kleinere Druckstellen zu beseitigen. Dies lief völlig problemlos. Im anschließenden Dauertest über ein Dreivierteljahr und knapp 1.000 Radkilometer verlor der Bont weder an Steifigkeit noch Bequemlichkeit – Fußschmerzen kamen einfach nicht vor. An heißen Tagen zeigt er sich dank der Mesh-Einsätze im Oberschuh immer ausreichend belüftet, leicht negativ fiel der etwas fummelige Ratschenverschluss auf. Der Sohlenbesatz ist griffig und vor allem komplett austauschbar – was die Dauerhaltbarkeit des Schuhs gegenüber der Konkurrenz enorm verlängert. Bedingt durch die Steifigkeit muss man allerdings bei Laufpassagen ein eingeschränktes Abrollverhalten in Kauf nahmen. Unbequem ist das nicht, nur ungewohnt.

Fazit: Sehr guter, dank thermischer Anpassung sehr bequemer und gleichzeitig steifer Schuh für Touren, auf denen vor allem Rad gefahren wird.
Bont MTB-Schuhe Riot, 159,95 Euro: Gewicht: 385g, Farbe: schwarz, Material: Composite-Carbon Chassis, Obermaterial Microfaser, Kompatibilität Pedalsysteme: SPD, Ratschen- und Klettverschluss, Sohlenbesatz austauschbar.