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Trondheim

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Wer in Trondheim ankommt, merkt schnell: Radfahren ist angesagt. Zügig flitzen Pendler, Studenten oder die Polizeistreife auf ihren Bikes durch die Stadt. Wir begeben uns auf eine Sightseeingtour per Rad.

Text & Foto: Katja Goll
Den vollständigen Beitrag lesen Sie in RADtouren 3/2020.
 

Leihräder

Die städtischen Leihfahrräder kosten pro Tag 49 Norwegische Kronen (NOK)
trondheimbysykkel.no/en
Bei den geführten Touren von „Trondheim by bike“ ist das Leihfahrrad inklusive. Kosten: 350 bis 450 NOK trondheimbiketours.no

Fakten

Im Rahmen der Radverkehrsstrategie soll der Radverkehrsanteil von 7,5 Prozent bis 2025 auf 15 Prozent verdoppelt werden; Zum Ausbau von 50 Kilometern neuer Radwege standen bis 2019 800 Millionen NOK zur Verfügung. Die Stadt wirbt mit Sprüchen im öffentlichen Raum für das Radfahren und Zufußgehen. Eine Attraktion: Seit 1993 hat Trondheim einen Fahrradlift, der hilft den steilen Brubakken zu erklimmen.

Tipps

Den Nidarosdom von innen besichtigen und den Orgeln lauschen; einen Abend in der Freiluftgastronomie in Bakklandet genießen; die Mittelalterausstellung im Wissenschaftsmuseum oder das Sverresborg Trøndelag-Freilichtmuseum besuchen; mit dem Fahrrad nach Røros (ca. 150 km) oder auf der Küstenstraße gen Norden radeln. Norwegens bestes Hotelfrühstück gibt es im Scandic Nidelv Trondheim (viel Zeit einplanen).

GPS

GPX-Track zur Trondheim-Tour

14 gefederte Sattelstützen im Test

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Sie filtern Schläge effektiv und sind einfach nachzurüsten: Wir haben das
Verhalten von
14 Federsattelstützen auf einer holprigen Teststrecke auf die Probe gestellt – besonders die Neuheiten aus den USA überraschten.

Text & Foto: Ingo Effing

Kopfsteinpflaster, aufgeplatzter Asphalt, Straßen wie Flickenteppiche, Baumwurzeln, die wie dicke Adern den Radweg untergraben: Die Beschaffenheit alltäglicher Leidenswege, auf denen Radfahrer unterwegs sind, ist vielfältig. Erlösung vom zermürbenden Dauerfeuer auf Gesäß und Wirbelsäule versprechen gefederte Sattelstützen. Waren die Stoßdämpfer früher eher bei Genussradlern und einigen Langstreckenfahrern beliebt, hat der allgemein zunehmende Wunsch nach mehr Fahrkomfort auch die Verbreitung gefederter Sattelstützen befördert und neue Hersteller auf den Plan gerufen. Vor allem an E-Bikes spielen die Komfortteile ihre Stärken aus, aber auch die steigende Nachfrage unter Straßenradfahrern und Gravelbikern wird inzwischen mit neuen leichteren Modellen bedient.

Richtungsentscheidung

Dem Aufbau nach unterscheidet man grundsätzlich zwei Arten von Federsattelstützen: Teleskopstützen, die in Richtung der Achse einfedern, und Parallelogrammstützen, die den Sattel in einem Kreisbogen zurücksetzen. Beide Typen haben ihre Vorzüge. Die axial gefederten Teleskopstützen sind im Prinzip sehr einfach aufgebaut. Der Sattel klemmt auf einem beweglichen Gleitrohr, das mehr oder weniger direkt auf dem im Schaft versteckten Federelement steht, in der Regel ist das eine Stahlfeder. Die schlanken Stützen sind unauffällig, relativ leicht und günstig, mitunter gehören sie auch zur Serienausstattung einiger Räder. Der Sattel bewegt sich beim Einfedern in Richtung der Achse auf das Tretlager zu. Damit verändern sich Sitzhöhe und der Abstand zu den Pedalen, was die Kraftübertragung der Beine auf die Kurbel beeinträchtigt.

Im Sattel spürt man vor allem Schläge, die beim Überrollen von Hindernissen vom Hinterrad ausgehen. Die Energie des Aufpralls trifft dabei auf die Hinterradachse und wird von schräg hinten auf den Sattel übertragen. Parallelogrammstützen nehmen die Kräfte aus ihrer Stoßrichtung entgegen und sprechen damit deutlich sensibler an als axial gefederte Modelle, was zu deutlich mehr Komfort führt. Die Sattelhöhe verändert sich dabei kaum, durch den zurückschwingenden Sattel ändert sich allerdings der Abstand zum Lenker. Parallelmodelle mit viel Federweg eignen sich daher weniger für Räder mit sportlich gestreckten Körperhaltungen. Bis zu vier Zentimeter bewegt sich der Sattel bei harten Schlägen nach hinten. Hängt man ohnehin schon mit gebeugtem Oberkörper auf dem Fahrrad, zieht die extra Streckung merklich an Rücken und Armen. Viel Federweg erhöht zwar einerseits den Komfort, andererseits gibt die Stütze dem Sattel weniger Halt und neigt eher dazu auch beim Kurbeln auf ebener Fahrbahn loszubrechen und mitzuwippen.

Wer maximalen Fahrkomfort sucht, ist mit der Long Travel Variante der G.2 und der SP12-NCX mit fünf Zentimetern Pufferzone gut beraten. Der „Sweetspot“ liegt nach unserer Einschätzung aber im Bereich um 30 Millimeter Federweg, hier gleichen die Stützen noch komfortabel aus, ohne dass sich störende Nebenwirkungen aufdrängen.

Das Mehrgewicht der Parallelogrammstützen und ein möglicher Kraftraub durch Aufschaukeln kann eher vernachlässigt werden, wenn man mit dem E-Bike unterwegs ist und dafür nicht direkt mit Beinarbeit bezahlt. Vom Federkomfort her sind die parallelen Stützen ihren axialen Artgenossen weit überlegen. Letztere schirmen weniger gut ab, lassen mehr Erschütterungen und Schläge von der Straße durch, fühlen sich insgesamt härter an.

Besonders die neueren Konstruktionen von Redshift und Kinekt überzeugen mit sehr feinfühligem Ansprechverhalten und verwandeln ruppige Pisten in glatte Bahnen. Vor allem die Kinekt bügelt wunderbar soft über den Parcours. Zum Graveln oder am E-Bike – die hochwertige Stütze kommt mit drei Paar Stahlfedern und kann flexibel der Tour angepasst werden. Mit 279 Euro ist sie allerdings auch die teuerste Stütze im Testfeld. Unter den Teleskopstützen überrascht die günstige Stütze von Rose auf der Teststrecke. Der sensible Stoßfänger schluckt – und das ist selten bei Teleskopstützen – auch die kleinen, feinen Schläge und puffert dynamisch unterm Sattel, so soll es sein.

Den kompletten Test lesen Sie im RADtouren GENUSS-Spezial 2020.

P(r)oblemzone – Die besten Tipps zur Sattelwahl

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Kein Gesäß ist wie das andere! Der Sattel muss sich buchstäblich der Beschaffenheit des Hinterteils und den persönlichen Vorlieben unterordnen. Er trägt beim Fahrradfahren die Hauptlast des Körpers und ist häufig Ursache für Beschwerden. Hier kommen die besten Tipps zur Sattelwahl und komfortable Tourenmodelle – vom zeitlosen Klassiker aus Leder bis zur modernen Materialinnovaton aus dem Chemielabor.

Text: Ingo Effing
Foto: Shutterstock, Hersteller (4)

Tipps

Sattel richtig einstellen

Ist der Sattel zu tief, sind die Knie stark angewinkelt und hohen Belastungen ausgesetzt. Das kann auf Dauer zu Knieschmerzen führen. Mit angewinkelten Beinen kann zudem die Kraft nicht optimal auf die Pedale übertragen werden, die Muskulatur ermüdet früher.

Sattelhöhe

Eine einfache Methode, die optimale Höhe einzustellen ist, die Ferse auf die Pedale zu platzieren und die Höhe so anzupassen, dass das Knie bei geradem Becken an der tiefsten Pedalstellung durchgedrückt ist. Ist das Knie gebeugt, muss der Sattel nach oben; erreicht die Ferse die Pedale nicht, muss er weiter abgesenkt werden. Die Höhe ist richtig eingestellt, wenn das Becken beim Treten nicht zur Seite kippt und die Knie in tiefster Pedalstellung nur leicht angewinkelt sind.

Sattellage

Der Sattel wird in der Regel waagerecht montiert, die Nase kann zur Entlastung von Damm und Schambein bei Bedarf leicht abgesenkt werden. Das Sattelgestell lässt etwas Spielraum, um die Lage nach vorne oder hinten zu verschieben. Die richtige Lage ist erreicht, wenn die Kniescheibe bei waagerechtem Pedal senkrecht über der Pedalachse steht.

Sitzknochenabstand selber messen

Welche Art von Sattel die richtige ist, hängt vom Einsatz und der Sitzposition ab. Grundsätzlich lässt sich sagen: Je aufrechter der Sitz, desto breiter darf die Sitzfläche ausfallen. Viele Hersteller beziehen sich bei der Angabe der Sattelgröße inzwischen auf den Sitzknochenabstand. Also auf den Abstand der beiden Höcker des Beckens, mit denen das Gesäß auf die Satteldecke drückt.

Benötigt werden: ein Stück Pappe (ca. 35 x 25 cm), ein Stift, ein Lineal

1. Die Pappe auf eine harte ebene Fläche legen. Ideal ist ein Hocker, aber auch ein stabiler Tisch ist geeignet, wenn die Füße auf einen Stuhl gestellt werden. Rücken gerade, Oberschenkel ungefähr waagerecht.

2. Unter den Hocker oder die Tischkante greifen und die Sitzknochen mit Druck in die Pappe pressen.

3. Die beiden Abdrücke mit einem Filzstift einkreisen, die Mittelpunkte markieren und den Sitzknochenabstand messen.

4. Um die richtige Sattelbreite zu bestimmen, müssen je nach Sitzposition zwischen 0 und 4 Zentimeter zum gemessenen Sitzknochenabstand hinzugefügt werden.

 

Einige Modelle

Ergon ST Core Prime Men

web 44040002 detail 1web 44040002 detail 1Die Satteldecke ist schwimmend auf einem Schaumstoffkern gelagert. Der Partikelschaum Infinergy wird auch zur Herstellung von Laufschuhen verwendet und verfügt über dämpfende Eigenschaften und eine hohe Rückstellkraft. Der elastische Kern spricht sensibel an, unterstützt die Beckenbewegung beim Pedalieren und entlastet die Sitzknochen. Die gut aufgepolsterte Sitzfläche des Herren-Modells teilt ein großflächiger Entlastungskanal. Preis: 149,95 Euro; Gewicht: 460 g

SQlab 621Ergolux active Infinergy 2.0

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Breiter Komfort-Sattel für einen aufrechten Sitz auf dem City-Rad. Im Sitzknochenbereich hoch aufgepolstert, fällt die Satteldecke zur Nase hin in zwei Stufen ab, um Damm oder Schambein zu entlasten. Die hintere Welle bietet den Sitzknochen eine vergrößerte Auflagefläche. Zur Dämpfung am Heck kommt auch hier das Material Infinergy zum Einsatz. Der mittig angeordnete Schaum erlaubt dem Sattel, sich im Rhythmus der Beckenbewegung abwechselnd nach links und rechts zu neigen. Durch die Mitbewegung der Sitzfläche werden Druckspitzen gekappt und Beschwerden in der unteren Lendenwirbelsäule vorgebeugt. Preis: 89,95 Euro; Gewicht: 542 g (18 cm)

Brooks Flyer

web 80470312 detail 2Ein absoluter Sattelklassiker: Seine Wurzeln hat der Sprungfedersattel mit Lederdecke im späten 19. Jahrhundert, und er wird heute immer noch in England handgefertigt. Die Besonderheit des Materials: Das Leder passt sich mit der Zeit dem Gesäß des Fahrers an und wird bequemer. Während der „Einreitphase“ kann die Satteldecke zur Unterstützung mit speziellem Lederfett behandelt werden. Der Flyer eignet sich für Touren und Trekking, der Stahlrahmen ist zur Stoßdämpfung mit zwei Hinterfedern ausgestattet.
Preis: 120 Euro; Gewicht: 860 g

Terry Fisio web 42300370 detail 1ClimaVent Gel Men

web 42300370 detail 1Die neue ClimaVent-Oberfläche besteht aus einer Membran mit groben offenen Poren, die eine Luftschicht zwischen Körper und Sattel bildet. Die Belüftung sorgt auf der Langstrecke für ein angenehmes Sitzklima. Gel-Einlagen verteilen den Druck gleichmäßig auf die Sitzknochen. Die Aussparung in der Mitte belüftet und entlastet den Dammbereich. Zur Stoßdämpfung am Heck greift man auf einen von BASF hergestellten Elastomer aus der Automobilindustrie zurück. Bei Stößen kann der Microzell-Dämpfer in der Höhe um bis zu 75 Prozent komprimiert werden und schont so den Rücken. Preis: 99,95 Euro

So integrieren Sie Points of Interest (POI) in Ihre Tour

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Manchmal sind auf Radtouren die Zwischenziele mindestens genauso wichtig wie das Etappenziel. Wir erklären, wie Sie Points of Interest (POI) in Ihre Tour integrieren und sicher ansteuern.

Text: Thomas Froitzheim
Foto:
 rawpixel.com/Freepik

Zuweilen kommt es bei Radtouren nicht auf den Weg als Ziel an, sondern auf die Zwischenziele – beispielsweise wenn die Radtour im Zeichen der Kulinarik steht und diverse Gaststätten oder Rastplätze angesteuert werden sollen. Viele digitale Karten für GPS-Geräte und Smartphone-Apps enthalten bereits eine Menge von POI, und diese „Points of Interest“ werden in der Regel in verschiedene Kategorien zusammengefasst, zum Beispiel Restaurants, Hotels oder Campingplätze. Leider gibt es keine einheitliche Kategorisierung, sodass man sich erst einmal mit seiner speziellen Karte oder App befassen sollte: Unterscheidet sie beispielsweise zwischen Café und Weinstube? Oder fasst sie alles in der Kategorie Restaurant zusammen? Hat man ein interessantes Ziel gefunden, können Sie diesen POI als (Zwischen-)Ziel in Ihr Navi eingeben und sich dorthin navigieren lassen.

Aber bevor Sie diese scheinbar bequeme Reise antreten, sollten Sie einiges bedenken. POI gelangen in digitale Karten meist als Massenware, sind häufig nicht aktuell und fehlerhaft. So haben wir beispielsweise in den aktuellsten Karten von Premium-­Herstellern Gastwirtschaften gefunden, die es bereits seit mehreren Jahren nicht mehr gibt. Selbst im scheinbar superaktuellen Google Maps werden Geschäfte angezeigt, die längst aufgegeben wurden, und das gleiche trifft auf OpenStreetMap zu. Also: erst prüfen, dann planen, dann losfahren.

Export mit und ohne Zwischenziele

Viele touristische Regionen haben bereits kulinarische Touren zusammengestellt (siehe auch Seite 76), und diese Tourenvorschläge und Themenwege stehen in der Regel digital zum Download zur Verfügung. Man sollte jedoch genau beachten, welche Daten bereitgestellt werden – vielfach ist es nur der Streckenverlauf als „Track“. Der reicht zwar für die Navigation komplett aus, zeigt aber nicht an, wo die interessanten Zwischenziele liegen und wann sie erreicht werden.

GPX-Dateien können aber auch mit Zwischenzielen angereichert werden, indem man den Track mit „Wegpunkten“ ergänzt. Nutzer des Tourenportals Outdooractive kennen dies von zahlreichen Tourenvorschlägen, bei denen sie beim Download jeweils gefragt werden, ob man die Wegpunkte mit exportieren möchte. Entscheiden Sie sich dafür, bekommen Sie die Wegpunkte auf der Karte Ihres GPS-Gerätes zusätzlich zum Streckenverlauf angezeigt.

Leider meldet das Gerät aber nicht, wenn Sie ein Zwischenziel erreichen. Ist das Zwischenziel unscheinbar, kann man es durchaus übersehen. Also: Augen auf! Um sich die Sache zu erleichtern, lohnt es sich unter Umständen, im Vorfeld zu recherchieren, bei welchem Kilometer Sie beim angepeilten Zwischenziele ungefähr ankommen. Wichtig ist natürlich auch, dass der Track die Ziele auch wirklich berührt.

Besteht die Gefahr, dass man die Zwischenziele nicht direkt erkennt (zum Beispiel den berühmten Baum im Wald oder ein sehenswertes Haus in einer historischen Innenstadt), teilen Sie Ihre Strecke am besten in einzelne Tracks auf, die jeweils bis zum nächsten Zwischenziel führen. Dann gelangen Sie zuverlässig zum POI und wissen unterwegs auch immer, wie weit es noch bis dahin ist. Zur Bearbeitung von Tracks und Wegpunkten empfiehlt sich Garmins kostenlose Software BaseCamp

Eine andere Möglichkeit wäre, sich im Vorfeld die einzelnen Ziele aufzuschreiben und sich nacheinander vom Navi dorthin leiten zu lassen. Aber Vorsicht: Bei der Vor-Ort-Navigation berechnet das Navi selbstständig den Weg zu den einzelnen Zwischenzielen. Dabei findet es leider nicht immer die schönste Strecke.

Übrigens: Verlässlicher Genuss ist gar nicht so einfach zu planen. Denn wenn auch das Ziel präzise angesteuert werden kann, so bleibt doch immer noch die Frage der Öffnungszeiten (montags geschlossen?) und schließlich der freien Plätze (geschlossene Gesellschaft!). Erst eine Reservierung per E-Mail oder besser telefonisch bringt den garantierten Erfolg.

Ausprobiert: ergonomische Griffe MF2 von Ergotec

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Ergonomische Griffe sollen Kribbeln, Taubheit und Schmerzen  verhindern. Wir haben das Top-Produkt von Ergotec, den MF2, getestet.

Text: Katharina Garus

Schon beim Auspacken des MF2 von Ergotec wird deutlich, dass alle Komponenten wirklich ergonomisch geformt sind. Die Griffe wecken beim Anfassen sofort die Erwartung, dass sie ein komfortables Fahrgefühl verursachen. Und dieser erste Eindruck bestätigt sich schließlich auch beim Test: Die MF2 greifen sich absolut angenehm.

Konkreter formuliert: Die Unterstützung des Handgelenks entlastet den Handballen beziehungsweise das Gelenk spürbar. Die Hände gehen irgendwie automatisch in die richtige Position – eine korrekte Montage vorausgesetzt. Die große Auflagefläche verteilt den Druck sehr gut; Druckspitzen, die zu Problemen führen könnten, werden vermieden. Bei einer Testfahrt im Gelände hatten wir spürbar mehr Kontrolle über das Rad. Die Lenkerhörnchen ermöglichen eine schöne alternative Griffmöglichkeit gerade auf längeren Touren.

Minuspunkte bekommen die MF2, weil wir erhebliche Probleme bei der Montage hatten. Der Innendurchmesser der Endkappe war bei den uns zur Verfügung gestellten Griffen so knapp bemessen, dass sie sich bei verschiedenen Lenkern nicht ohne rohe Gewalt montieren ließen. Auch der Lenkergriff selbst sitzt sehr stramm, ist aber mit etwas Mühe anzubringen und dann sehr verrutschfest.

Fazit: Wenn die Griffe einmal montiert sind, lassen sie sich sehr einfach an die individuellen Bedürfnisse anpassen und bringen einen echten Komfortgewinn. Gepunktet hat bei uns auch der modulare Aufbau, der einen einzelnen Austausch der Komponenten ermöglicht – Geldbeutel und Umwelt danken dafür.

Ab 59,90 Euro  ergotec.de

Leserreportage: Wie Gott in Frankreich

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„Da gibt‘s doch nur grasende Kühen und mützetragende ältere Herren” – wenn ich heute an meine ersten Worte denke, als meine Frau Ingrid eine Radreise durch das französische Baskenland vorschlug, halte ich mir vor Lachen den Bauch.
Text & Fotos: Gerhard Flumm

Als wir Biarritz, Ausgangsort unserer Sternenfahrt, erreichten, wehte uns zur Begrüßung gleich eine erfrischende Brise um die Nase und der Geruch nach salziger Meerluft ließ uns mit einem Schlag im Urlaub ankommen. Unsere geführte Radreise konnte beginnen.

Am nächsten Tag begrüßten uns dann Christine und Philippe von „France à vélo“ zum Aperitif und ersten Abendessen. Fruchtiger Rosé wurde perfekt temperiert serviert und das himmlische viergängige Menü versetzte uns in andere Geschmackssphären. Wenn ich heute an dieses Festmahl denke, läuft mir noch immer das Wasser im Mund zusammen.


Von Lesern für Leser

Erzählen Sie uns in rund 750 Worten von Ihrer Radtour. Wo waren Sie unterwegs? Was haben Sie erlebt? Schicken Sie uns zudem bitte zirka zehn Fotos per E-Mail, die wir im RADtouren-Magazin und auf radtouren-magazin.com veröffentlichen dürfen. Darunter sollte natürlich auch mindestens eines von Ihnen sein! E-Mail: leserreporter@radtouren-magazin.com Unter allen Einsendungen verlosen wir ein kleines Dankeschön. 


Am nächsten Morgen war es dann endlich soweit. Mit unseren Mitreisenden schwangen wir uns nach dem Frühstück auf unsere Drahtesel und folgten Christine durch wunderschöne Landschaften, die uns am ersten Tag entlang der Velodyssee, dem neu angelegten EuroVelo 1, begleiteten. Ausgesprochen schön war, dass es sich beim Radweg nicht um eine schnurgerade Strecke handelte, sondern man sich durch den geschlängelten Weg auch hin und wieder schön in die Kurven legen konnte.

Das Meer bot uns ein atemberaubendes Naturschauspiel. Der aufbrausende Atlantik zeigte sich durch seinen Wellengang von seiner schönsten Seite. Überrascht von den aufsteigenden Klippen, konnte ich meinen Blick kaum mehr vom Meer wenden und musste mich konzentrieren, um nicht im feuchten Nass zu landen. Die kleinen, mit Sand bedeckten Buchten, an denen der Radweg entlangführte, luden zu einem Sprung ins Wasser ein. Beeindruckt haben uns auch die ehemaligen Adelspaläste und Art-Deco-Häuser, die sich immer wieder vor uns auftürmten und den Glanz alter Zeiten versprühten.

Mittags wurden wir mit einem herrlichen Picknick mit lokalen Spezialitäten und köstlichem Wein verwöhnt – ein französischer Gaumenschmaus. Auf einem sehr gut ausgebauten Radweg erreichten wir nun die Hauptstadt des französischen Baskenlandes, Bayonne. Nach Stadtführung und gemütlichem Straßenbummel ging’s abends dann zurück ins Hotel, und nach einem langen intensiven Radtag konnte ich es kaum erwarten, gleich in den Pool zu springen.

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Sonnenbaden am Strand von Biarritz

Auf einer Reise durch diese spannende Region durfte eine Stadtführung durch die Königin der baskischen Städte, Biarritz, natürlich nicht fehlen. Geschichte, Anekdoten und typische Lebensweisen wurden uns hier auf lebendige Art und Weise vermittelt. Ein ausgesprochen schöner Stadtkern mit pittoresken Gassen und edlen Palästen lässt den durch Walfang erworbenen Reichtum früherer Zeiten erkennen.

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Gerhard Flumm in den Pyrenäen bei Espelette

Ebenfalls auf dem Programm stand ein Abstecher in die berühmt-berüchtigten Pyrenäen. „Pyrenäen?! Das ist doch nur was für Radprofis auf der Tour de France”, dachte ich. Schnell wurden wir beruhigt, dass es sich hierbei nur um deren Ausläufe handelt. Ein Kinderspiel also sozusagen. In die Pedale treten mussten wir dann doch etwas, wurden aber mit einem herrlichen Naturschauspiel und spektakulären Bergpanoramen belohnt.

Nach fünf Nächten in unserem Hotel in Biarritz ging es mit dem Transfer nach Pau. Eine dynamische, junge Stadt, die sich vor allem durch ihre beeindruckende Burg und malerische Gassen auszeichnet. Auf einem Plateau gelegen, bietet sie einen herrlichen Blick auf die Pyrenäenkette, welche vor allem bei Sonnenuntergang für romantische Stimmung sorgte.

Nicht nur mit Picknicks und Dinners wurden wir verwöhnt, sondern auch mit zahlreichen Verkostungen. So gab es Wein-,­ Käse- und Schokoladenproben, an denen sich Augen und Gaumen erfreuen konnten. Als es durch das Juraçon-Gebiet ging, sahen wir auch die Weinberge, auf denen die Trauben wachsen, die wir seit fast einer Woche in flüssiger Form zu uns nahmen.

30Mit der Zahnradbahn aufs Rhunemassiv

Auch eine Fahrt mit der berühmten Rhune-Bahn durfte natürlich nicht fehlen, eine kleine Zahnradbahn hinauf in das Rhunemassiv. Oben bot sich uns ein spektakulärer 360-Grad-Blick auf das Meer und die Pyrenäen, auf romantische Täler und herumspringende Wildpferde auf saftig grünen Weiden. Ich traute ich meinen Augen kaum.

Auch die baskische Architektur fand ich äußerst interessant. Weiß getünchte Häuser mit feuerroten Türrahmen und Fensterläden versprühten einen ganz eigenen Charme – ganz besonders in Espelette. Vor lauter Staunen vergaß ich fast unsere Verkostung, in der uns mehrere Sorten Paprikapulver in den verschiedensten Formen dargereicht wurden. Auch in Saint Jean de Luz schlug mein frankophiles Herz höher. Der einheitliche Stadtkern, der wunderschöne Strand und die außergewöhnlichen Kirchen waren kaum zu toppen.

Die Reise stellte sich für uns als absoluter Glücksfall heraus. Die Natur war atemberaubend, die Menschen herzlich, offen und sehr aufgeschlossen und das Essen einfach nur köstlich. Milde Temperaturen versüßten uns den Aufenthalt, und der tolle Service in den Hotels und durch die Reiseleitung sowie die gut ausgebauten Strecken machten den Urlaub zu einem herrlichen und eindrucksvollen Erlebnis.

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Die „Route Pas de Roland“ führt durch ein enges Tal

RADtouren GENUSS-Spezial: Genießen Sie’s!

 

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RADtouren GENUSS-Spezial 2020

Kaum etwas passt so gut zusammen, wie Radfahren und Genießen. Was gibt es Schöneres, als nach einem Tag im Sattel ein kühles Bier  oder ein gutes Glas Wein zu schlürfen? Und was schmeckt, am Ziel angekommen, besser, als eine Brotzeit oder ein Sterne-Menü?

Daher haben wir dem Thema Genuss dieses Jahr erstmals ein eigenes RADtouren-Spezial gewidmet. In diesem Heft dreht sich alles um das genussvolle Radreisen – von der Routenauswahl über die Kochkunst am Wegesrand bis zum Komfort, den Ihre Ausrüstung Ihnen bieten kann.

Beim Radfahren mit sportlichem Anspruch heißt es gerne „höher, schneller, weiter“. Nicht so beim Radreisen. Statt höher, schneller, weiter gilt hier langsamer, intensiver, leckerer! Was am Ende wirklich zählt, sind weder die Gesamtkilometer auf dem Tacho, noch die gefahrene Durchschnittsgeschwindigkeit. Worauf es vielmehr ankommt, sind die Erlebnisse, die schönen Momente, die genussvollen Minuten.

Mühsam Berge hochschnauben und die Kohlen­hydrat-Speicher unterwegs mit einem staubigen Müsliriegel aus der Trikottasche auffüllen, das überlassen wir gerne anderen. In dieser Ausgabe nehmen wir Sie stattdessen mit in landschaftliche und kulinarische Traumregionen und servieren lokale Spezialitäten.

Lassen Sie sich die Lektüre schmecken!

Das RADtouren GENUSS-Spezial ist ab 26. März am Kiosk sowie in unserem Onlineshop erhältlich.

Kaufberatung Packtaschen

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Keine Tour ohne Taschen. Den passenden Stauraum ans Fahrrad zu bekommen, ist heute einfacherer denn je. Wir haben eine Übersicht der vielfältigen Behältnisse aufgestellt und geben praktische Tipps zum Packen und Organisieren.

 
Text: Ingo Effing
Foto: Ortlieb/Georg Bleicher

 

Egal ob auf Asphalt, auf Waldwegen oder auf schmalen Pfaden durch entlegene Bergwelten – dem Abenteuer auf zwei Rädern sind heute kaum noch Grenzen gesetzt. Spätestens seit dem Bikepacking-Boom ist das Radwandern endgültig von alten Zwängen befreit. Dank einer stetig wachsenden Vielfalt an Fahrradtaschen kann inzwischen jedes Rad tourentauglich ausstaffiert werden. Neue Spezialtaschen und bewährte Klassiker lassen sich dabei beliebig kombinieren und dem individuellen Tour-Bedürfnis anpassen. Kaum ein Zentimeter zwischen Lenker und Ausfallende, der sich nicht in Stauraum verwandeln lässt.

Radtouren auf unbefestigten Wegen gibt es zwar nicht erst seit der Gravelbike-Welle, die vor einigen Jahren von Amerika aus auch hier übers Land gerollt ist, aber sie hat auch in Europa den Trend zum Radwandern in der Natur befördert. In der Folge wuchs auch die Zahl an speziellen Fahrradtaschen; neue Hersteller und Sets schießen wie Pilze aus dem Boden. Wir werfen einen Blick auf das bunte Spektrum.

  1.  Hinterrad­tasche: Die Klassiker gibt es in zahlreichen Variationen. Einzeln, im Set oder zusammenhängend als Doppeltasche für Systemträger, es gibt Spezialtaschen beispielsweise für E-Bikes mit Akkuhalter oder als XXL-Kombination. Tipp: Am Heck ist Platz für schwere Teile wie Werkzeug oder Flüssigkeiten, die tagsüber nicht benötigt werden. Je schwerer, desto tiefer in die Tasche. Ein tiefer Schwerpunkt stabilisiert das Fahrrad, es rollt ausgeglichener und kippt weniger schnell zu Seite. Beide Taschen sollten gleichmäßig belastet werden, damit keine Schlagseite entsteht.
  2.  Träger: Auf dem Gepäckträger kann Sperrgepäck wie Zelt oder Isomatte mitfahren, auch wasserdichte Taschen oder große Packsäcke bieten sich an. Eine Alternative mit weniger Volumen sind die steiferen Trunkbags. Sie lassen sich am Trägergestänge anbringen, sind oft mehrfach unterteilt und mit ausklappbaren Seitentaschen oder Flaschenhalter ausgestattet.
  3. Lenkertasche: Für den Lenker gibt es diverse Spezialtaschen, etwa für die Fotoausrüstung oder den Transport kleiner Hunde. Die Klassiker sind meist mit mehreren Fächern, Netzen und Ösen versehen. Transparente ­Deckelfächer machen die Navigation mit Landkarte, GPS-Gerät oder Smart­phone möglich. Am Lenker kann Kleinkram wie Schlüssel, Geldbörse, Kamera oder Sonnenbrille
    griffbereit verstaut werden. Tipp: Hier lagern oft wichtige oder wertvolle Teile. Einige Taschen lassen sich zum Schutz vor Gelegenheitsdieben während des Zwischenstopps abschließen.
  4. Vorderradtasche: Taschen am Lowrider sind beim Radreisen zwecks einer besseren Gewichtsverteilung grundsätzlich eine gute Idee. Last auch auf die Gabel zu verteilen, verbessert die Straßenlage, das Rad läuft ruhiger und der Vorderreifen findet mehr Halt. Zu viel Ballast kann die Lenkung beeinträchtigen. Tipp: Rollverschlüsse sollten mindestens dreimal eingerollt werden, damit Staub- und Spritzwasserschutz gewährleistet sind.
  5. Satteltasche: Gibt es als Halfter mit Packsack oder als geschlossene Tasche, das Volumen variiert zwischen drei bis 17 Litern. Da der Schwerpunkt der Seat-Packs hoch liegt, sollten nur leichte Teile verstaut werden, die sich gut komprimieren lassen. Je länger und schwerer der Aufbau, desto eher neigt er zum störenden „Schwanzwedeln“. Gute Taschen besitzen weitere Schlaufen oder ein Netz aus Gummibändern, um beispielsweise die Regenjacke nach einem Schauer zu trocknen. Tipp: Wackelige Aufbauten können mit einem extra Bügel beruhigt werden, der an die Sattelstütze geschraubt wird.
  6. Oberrohrtasche: Die schmalen Accessory-­Packs sind leicht zugänglich und eignen sich für Energieriegel, Schlüssel und Bord-Elektronik. Tipp: Gut im Blick und geschützt im Winkel auf dem Oberrohr, eignen sich Modelle mit transparentem Deckelfach besonders zur Navigation mit Smartphone und Powerbank.

  7. Bikepacking Lenkertasche: Die meisten Modelle docken mit Schlaufen am Lenker an. Wie bei den Satteltaschen gibt es geschlossene Varianten und flexibel einsetzbare Halftermodelle, die einen wasserdichten Packsack aufnehmen. Bei Rädern mit Rennlenker begrenzen die nach unten laufenden Bügel den Platz (unbedingt vor dem Kauf ausmessen). Die Lenkertasche bietet bis zu 20 Liter Raum für leichte Ausrüstung wie Schlafsack, Isomatte oder Jacke. Tipp: Viele Halftermodelle lassen sich erweitern. Kleine Taschen oder Säcke können aufgesetzt und mit Gurten festgezurrt werden.

  8. Rahmentasche: Bei der Tasche im Rahmendreieck ist besonders auf die Passung und mögliche Konflikte mit der Zugführung zu achten. Die praktischen Frame Bags können auch beim klassischen Reisen mit Packtaschen nützlich sein. Zu unterscheiden sind Modelle, die den Rahmen vollständig ausfüllen und kleinere Ausführungen, die noch Platz für eine Trinkflasche oder ein Federbein lassen. Tipp: Im Zweifel lieber die kleine Variante kaufen, die Klettverschlüsse sind meist lang genug. Ist die Tasche zu groß, besteht die Gefahr, dass sie ausbeult und beim Pedalieren an die Knie stößt.

  9. Cargo Cages: Die vielseitig einsetzbaren Käfige finden am Flaschenhalter unter dem Rad oder an der Gabel Platz, falls dort Ösen vorhanden sind. Drei bis vier Kilo können die Cages halten, die tiefe Lage empfiehlt sich für schwere Getränkeflaschen oder für ein Minizelt, die Gabel eher für kleine Schlafsäcke oder auch Isomatten. Tipp: Passt es nicht auf Anhieb, kann ein Flaschenhalter-Positionsadapter die Aufnahme um bis zu vier Zentimeter verschieben.

Main-Radweg

web shutterstock 1481790431Der Main hat es nicht eilig. Und Sie sollten es auch nicht haben, wenn Sie auf dem Main-Radweg unterwegs sind. Genießen Sie stattdessen lieber das gastronomische Angebot bei fränkischer Bier- und Weintradition.

Text: Karin Kuna
Foto: Shutterstock

Main-Radweg

Der Main wird aus zwei Quellen gespeist, dem Weißen und dem Roten Main. In Kulmbach vereinen sie sich. Zwischen den zwei Quellen im Fränkischen Jura und der Mündung in den Rhein bei Mainz liegen
590 Kilometer. Die meisten Radfahrer starten in Bamberg auf den gut beschilderten und weitgehend flachen Main-Radweg.

Auskunft

mainradweg.com

Franken Tourismus, Telefon (0911) 9 41 51-0, info@frankentourismus.de, franken-tourismus.de

ReiseAnbieter

Verschiedene Reiseanbieter haben den Main-Radweg im Programm, etwa Wikinger Reisen: Von Würzburg nach Aschaffenburg, 7-tägige individuelle Radtour, u. a. mit Übernachtungen, Gepäck­transport, Bahnrückfahrt nach Würzburg, ab 542 Euro.  wikinger-reisen.de

GPS

GPX-Track zum Main-Radweg

Altes Land

allee mit zierkirschen tourismusverein altes land e vWer Kilometer machen und irgendwo ankommen will, ist im Alten Land falsch. Durch das größte geschlossene Obstanbaugebiet Nordeuropas radelt man nicht einfach nur, sondern man staunt, schnuppert und kehrt zum Verkosten regionaler Spezialitäten in Hofläden und urigen Gaststuben ein.

Text: Bernadette Olderdissen
Foto: Imke Lohmann, Tourismusverein Altes Land e.V.

Länge

Obstroute: 80 km

Zur Strecke

Wer sich das Alte Land einmal komplett erradeln und dabei Zeit und Muße für kulinarische und kulturelle Stopps haben möchte, dem empfiehlt sich, die „Obstroute“ auf zwei Tage aufzuteilen:

Tag 1 (37 km): Man kann beispielsweise am Lüheanleger mit den Food Trucks beginnen und weiter nach Westen radeln über Steinkirchen, Hollern-Twielenfleth, die Hansestadt Stade, Agathenburg, Horneburg, das Guderhandviertel und zurück nach Steinkirchen.

Tag 2 (41 km): Die Tour beginnt in Lühe in Richtung Hamburg über Borstel, Cranz, Königreich, Buxtehude, Jork, Mittelnkirchen, Steinkirchen und endet am Lühe­anleger.

Zwischen Mitte April und Anfang Oktober gibt es den praktischen Elbe-Radwanderbus, der einen Fahrradanhänger mitführt und unter anderem den Lüheanleger, Horneburg und Stade anfährt.

Leihräder

Im Alten Land lassen sich an mehreren Orten Fahrräder ausleihen oder Pannen beheben. Übersicht bietet diese praktische Karte tourismus-­altesland.de/standorte, die Leihstationen u. a. in Neuenfelde, Jork und Steinkirchen anzeigt.

GPS

GPX-Track zur Obstroute durch das Alte Land

Luxemburg

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Diese Radrunde ist voll und ganz zum genussvollen Radfahren geeignet. Sie fahren mit ganz wenigen Ausnahmen durchweg auf Radwegen, teils parallel zur Straße, oft aber auch völlig abseits des Straßenverkehrs. Vor allem die ersten Kilometer ab Echternach auf einer alten Bahntrasse durch die Region Müllerthal sind landschaftlich wunderschön, jedoch summieren sich am Ende des Tages auch einige Höhenmeter. Sportlich ambitionierte Menschen können die Tour theoretisch auch an zwei Tagen absolvieren. Dann bleibt allerdings wenig Zeit zum Genießen.

Text: Katharina Garus
Foto: Alfonso Salgueiro/Visit Luxembourg

Anreise

Nach Wasserbillig bringt Sie die Deutsche Bahn mit einem Regionalexpress ab Trier oder Koblenz. Auch eine Weiterfahrt nach Luxemburg-Stadt ist sowohl mit der Deutschen Bahn als auch mit der Société Nationale des Chemins de Fer Luxembourgeois möglich. Besonders toll: Seit 1. März ist der komplette öffentliche Personennahverkehr in Luxemburg in der zweiten Klasse kostenlos, egal ob Zug, Bus oder Tram. Auch die Fahrradmitnahme
kostet nichts. 

Etappen

1. Etappe Wasserbillig – Echternach   23 km

2. Etappe Echternach – Luxemburg-Stadt   45 km

3. Etappe Luxemburg-Stadt – Mondorf-les-Bains   33 km

4. Etappe Mondorf-les-Bains – Wasserbillig   45 km

Sehenswert

Echternach Basilika, Museum für Vorgeschichte, Römische Villa, Echternacher Spring­prozession (Dienstag nach Pfingsten)

Luxemburg-Stadt Festung/Kasematten, Fort Thüngen, Großherzoglicher Palast, Kathedrale, Villa Vauban, MUDAM-Musée d‘Art Moderne Grand-Duc Jean, Place de l‘Europe, Panorama-Aufzug Pfaffenthal

Mondorf-les-Bains Flugzeugmuseum, Thermalpark, Casino

Schengen Place d‘Etoile, Europäisches Museum

Übernachtung

Echternach Jugendherberge, 
youthhostels.lu/de/jugendherbergen/jugendherberge-echternach;
Hôtel Eden au Lac, 
edenaulac.lu

Luxemburg-Stadt Jugendherberge, youthhostels.lu/de/jugendherbergen/
jugendherberge-luxemburg

Mondorf-les-Bains Hôtel Casino 2000, casino2000.lu;
Mondorf Domaine Thermal, 
mondorf.lu

Ganz Luxemburg bedandbike.lu

Reiseführer/Karte

Luxembourg by cycle, Galli Verlag/Lëtzebuerger Vëlos-Initativ, 5 Euro  lvi.lu

Radwegenetz – Réseau cycable 2020, Lëtzebuerger Vëlos-Initativ, kostenlos  lvi.lu

UNESCO Radtour Luxembourg-City, Commission luxembourgeoise pour la coopération avec l’UNESCO, optional mit digitalem Outdoor-Guide izi.travel oder  spoticle.lu, unesco.lu

Luxemburg, Reinhard Tiburzy, DuMont Reiseverlag, 11,99 Euro, ISBN 978-3770183685

GPS

GPX-Track zu dieser Luxemburg-Tour

München-Venedig

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Die 567 Kilometer lange Transalp-Tour nutzt bestehende Routen wie den Isar-Radweg, den Inn-Radweg, den Eisacktal Radweg, den Pustertaler Radweg und den Langen Weg der Dolomiten. Unterwegs überwindet man mehrere Steigungen. Der Großteil der Strecke ist asphaltiert. Die Fahrradroute ist mit dem Logo „münchen venezia“ gekennzeichnet.

Den vollständigen Beitrag lesen Sie in RADtouren GENUSS-Spezial 2020.
Text & Foto: Thorsten Brönner

An- und Abreise

München ist ein wichtiger Bahn­knotenpunkt in Süddeutschland. Mit dem Auto sind es von Berlin nach München ca. 580 Kilometer, von Hamburg ca. 800 und von Köln ca. 580 Kilometer. Wo man sein Fahrzeug während der Reise abstellen kann, verrät die Webseite  muenchen.de

Von Venedig bietet sich der ÖBB Nightjet (oebb.at) oder der Fernbus (fernbusse.de) zurück nach München an.

Mehrmals täglich verbinden auch Linienflüge Venedig mit Städten in Deutschland.

Etappen

1. Etappe München – Bad Tölz   56 km

2. Etappe Bad Tölz – Achenkirch   49 km

3. Etappe Achenkirch – Innsbruck   62 km

4. Etappe Innsbruck – Sterzing   62 km

5. Etappe Sterzing – Toblach   85 km

6. Etappe Toblach – Pieve di Cadore   62 km

7. Etappe Pieve di Cadore – Farra d’Alpago   66 km

8. Etappe Farra d’Alpago – Treviso   84 km

9. Etappe Treviso – Venedig   49 km

Unterkunft

Bad Tölz Posthotel Kolberbräu, Marktstraße 29, kolberbraeu.de

Achenkirch Sportpension Geisler, Achenkirch 130b, sportpension-geisler.com

Innsbruck Weisses Rössl, Kiebachgasse 8, roessl.at

Sterzing Hotel Mondschein, Frundsbergstraße 12, hotelmondschein.it

Toblach Apparthotel Germania, Dolomitenstraße 44, apparthotel-germania.com

Pieve di Cadore Hotel Giardino, Via Giosuè Carducci 20, hotelgiardino-dolomiti.com

Farra d`Alpago B&B da Guerrino, Via Trieste 11, bbdaguerrino.com

Treviso Villa Oriani, Via Oriani 13, villaorianitreviso.com

Mestre Hotel Vivit, Piazza Ferretto 73, hotelvivit.com

Sehenswert

München Marienplatz, Schloss Nymphenburg, Frauenkirche, Deutsches Museum, Englischer Garten, Residenz, Pinakotheken, Alter Peter, Viktualienmarkt

Bad Tölz Historische Marktstraße, Kalvarienberg mit Leonhardikapelle, Stadtmuseum

Achenkirch Heimatmuseum Sixenhof, Achenseeschifffahrt

Innsbruck Goldenes Dachl, Schloss Ambras, Hofburg, Hofgarten, Hofkirche, Tiroler Landesmuseum, Tirol Panorama

Sterzing Zwölferturm, Rathaus, Multscher- und Stadtmuseum

Toblach Naturparkhaus Drei Zinnen, Toblacher See, Schaukäserei Drei Zinnen

Pieve di Cadore Geburtshaus Tizian, Museum dell‘Occhiale, Kirche Santa Maria Nascente

Farra d’Alpago Lago di Santa Croce, Cansiglio Wald

Treviso befestigte Altstadt, Wasserkanäle, Dom San Nicolo, Stadtmuseum, Kirche San Francesco

Venedig Altstadt und Lagune (UNESCO-Weltkulturerbe), Dogenpalast, Markusdom, Collezione Peggy Guggenheim, Teatro La Fenice

Karten/Reiseführer

Radfernweg München-Venezia, Esterbauer, 14,90 Euro, ISBN 978-3-8500-0684-2

Das München-Venedig GPS RadReiseBuch, Books on Demand, 12,90 Euro, ISBN 978-3-7347-7667-0

Das große Radreisebuch Europa, Bruckmann Verlag, 30,00 Euro, ISBN 978-3-7343-0667-9

Weitere Infos

muenchen-venezia.info

Tölzer Land Tourismus, Prof.-Max-Lange-Platz 16, 83646 Bad Tölz, Tel. 08041/50 52 06, toelzer-land.de

Tirol Werbung, Maria-Theresien-Straße 55, 6020 Innsbruck, Tel. +43/51 27 27 20,  tirol.at

Italia – offizielle Internetseite des italienischen Fremden­verkehrsamtes  italia.it

GPS

GPX-Track zur Tour München-Venedig

Ahrtal

web 49 brucc88cke vor dernau mittleres ahrtal ahrtour thomas pfeifferDer Ahrradweg ist sehr gut ausgebaut, und die Ausschilderung ist durchgehend vorhanden. Im oberen Teil führt der Weg streckenweise auf ehemaligen Bahntrassen. Auf dem gesamten Ahrradweg gibt es nur einen Bereich zwischen Fuchshofen und Schuld (fünf Kilometer), der nicht ausgebaut ist. Das Fahren auf der Landstraße ist in der Regel aber kein Problem. Der Fahrbahnbelag des Ahrtalradweges wechselt zwischen geteerter Oberfläche und festem Naturbelag, der durchweg gut befahrbar ist. Für eine Tour an der Ahr reicht ein einfaches Trekkingrad mit Schaltung aus. Die Tour ist familientauglich, wobei es bei Blankenheim leichte, kurze Steigungen gibt, die man schiebend überwinden kann. Der Ahrradweg ist für E-Bike-Fahrer bestens geeignet; es gibt regelmäßig Möglichkeiten, um den Akku zu laden (Gaststätten, Campingplätze, Pensionen …).

Text & Foto: Thomas Pfeiffer

An- und Abreise

Die Anreise nach Blankenheim ist mit dem Eifel-Express RB24 (Köln-Trier) möglich. Vom Bahnhof Blankenheim-Wald sind es bis Blankenheim rund fünf Kilometer. Die Abreise ist vom Bahnhof Sinzig am Rhein möglich. Dort gibt es Verbindungen nach Süden (Koblenz) oder nach Norden (Bonn). Zwischen Ahrbrück und Bonn fährt die Ahrtalbahn RB 30, die in vielen Orten entlang des Ahrtalradwegs hält.

Etappen

1. Etappe Blankenheim-Wald – Ahrdorf    18 km

2. Etappe Ahrdorf – Altenahr   33 km

3. Etappe Altenahr – Dernau    10 km

4. Etappe Dernau – Ahrweiler    10 km

5. Etappe Ahrweiler – Remagen-Kripp (Ahrmündung)    15 km

Sehenswertes

Blankenheim Burg, Altstadt, Ahrquelle

Schuld Geopfad, Freilichtbühne

Altenahr Teufelsloch, Burg Are, Wanderrouten

Mayschoß Planwagenfahrt, Weingüter, Wanderrouten

Rech Weinlokale, Weingüter, Wanderrouten

Dernau Weingüter, Restaurants, Weinlokale

Ahrweiler Altstadt, Römische Villa, Kloster Kalvarienberg

Bad Neuenahr Kurviertel, Thermalbad

Remagen-Kripp Ahrmündung, Rheinpanorama, Rheinfähre

Unterkunft

Camping: An der Ahr gibt es viele Campingplätze, besonders ab dem mittleren Ahrtal. An der Oberen Ahr liegt der erste Campingplatz in Ahrdorf. Danach kommen immer wieder Campingplätze, die von der Entfernung nicht weit auseinanderliegen und für eine Tages­tour gut einzuplanen sind.

Hotel/Pensionen: Auf dem gesamten Streckenbereich der Ahr gibt es viele Pensionen und Hotels. Das größte Angebot beginnt ab Ahrbrück bis zur Ahrmündung. Die Preise und die Qualität der Unterkünfte decken alle Ansprüche ab.

Karten/Reiseführer

Ahr-Radweg Blankenheim – Remagen, Publicpress Leporello-Radtourenkarte 1:50 000, 10,00 Euro, ISBN 978-3-89920-324-0

Bikeline 3-Flüsse-Tour – Rundtour an Rhein, Ahr und Erft, 1:50 000, 14 Euro, ISBN 978-3-85000-698-9

Infos

Eifel Tourismus eifel.info

Ahrtal-Tourismus Bad Neuenahr-Ahrweiler e.V. ahrtal.de

GPS

GPX-Track zum Ahrtalradweg

Fahrbericht: das Aristos von Falkenjagd

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Was geschieht, wenn man in Falkenjagds Baukasten ohne Rücksicht HighTech-Teile kombiniert? Dann kommt ein Luxus-Titan-Bike dabei heraus. Wir sind das  „Aristos“ in der Variante Randonneur Probe gefahren.

Text & Fotos: Timo Dillenberger

Bei Reiserädern gilt es als nicht schicklich, als erstes nach dem Gewicht zu fragen. Funktionalität und Stabilität stehen weit vor Leichtbau und Agilität. Bei einem Rad, das bis auf ein paar Achsen, Felgen und Schrauben aus Titan besteht, ist es aber durchaus erlaubt, sogar unbedingt! Ein voll ausgestattetes Reiserad mit etwas über 14 Kilo, das erspart nicht nur ein paar Watt beim Beschleunigen oder bergauf, das Handling des „Aristos“ von Falkenjagd gleicht dem eines hyperwendigen Gravelbikes – und tatsächlich kann man das Rahmenset auch als solches oder gar als reinrassiges Rennrad bestellen.

Die ersten Runden mit dem sündhaft edlen Bike drehten wir deshalb ohne jedes Gepäck. Beim Slalom durch Stadt und Park fällt neben dem verwindungssteifen Tretlager der unüblich steile Steuerrohrwinkel auf – erst recht durch die Kombination mit der schnurgeraden Gabel. Das Set ist wendig wie eine Springmaus, durch die mittels Rennradlenker vorverlegten Hände aber nicht hektisch oder flattrig. Das Oberrohr ist, verglichen mit einem Crosser oder Gravelbike, eher kurz, man sitzt also zusätzlich sportlich über Tretlager und Lenker. Durch die vielfältigen Griffpositionen am Lenker sollte aber jeder viele Stunden ermüdungsfrei sitzen können.

Seinen Gewichtsvorteil spielt das Edelrad dann genauso in flotten Kurven aus wie beim Beschleunigen. Ein paar Umdrehungen im Wiegetritt bringen einen gefühlt ohne Kraftverlust auf Schwung, explosive Spurts über Brücken quittiert das Rad mit völlig klassenuntypischem Vortrieb. Sollte der Hersteller aus dem Raum München versehentlich einen sportlichen Commuter oder Stadtflitzer aufgebaut haben? Dafür wäre die Ausstattung wieder übertrieben hochwertig. Die stylische Lichtanlage hätte noch gepasst, die Rohloff-Nabe wäre völlig übertrieben. Apropos: Wo ist der Drehschaltgriff? Der wurde wegrationalisiert und die Mechanik in die beiden Schaltbremsgriffe integriert. Links runter, rechts rauf, keine überflüssigen Hebel und Bowdenzüge, einfachste Schaltlogik und die Hände können an Lenker und Bremsen bleiben.

Klagen auf Oberklasseniveau

Bei den SRAM-Hebeln fiel etwas auf: Man konnte beide bis zum Lenker durchziehen. Das kann bei sich selbst nachstellenden Hydraulikbremsen mal passieren, aber durch die innenrotierte Montage am nach unten breiter werdenden Lenker geht der Hebel genau gegen den Lenker, nicht seitlich vorbei wie üblich, das brächte nochmal zwei Zentimeter mehr Weg für den Geberzylinder. Außerdem war es nicht ganz leicht oder zumindest ungewohnt, die Hände entspannt auf den „schief“ montierten Bremsgriffen abzulegen; der wuchtige Lenker ist unserer Meinung nach an solch elegantem Rad weder schön noch nötig. Tipp: Für 100 Euro weniger im Baukasten den Syntace Racelite wählen, der löst alle drei Griffprobleme und lässt etwas Budget, um gleich die Titan-Lowrider dazu zu buchen.

Denn trotz geringem Gewicht und edler Materialien, das Rad fühlt sich auch mit Gepäck sehr wohl. Besonders im Bereich Gabel hat hier offensichtlich eine deutliche Weiterentwicklung stattgefunden. Gut verteilt sind 20 Kilo auch kein Thema, zu hecklastig sollte das Rad jedoch nicht beladen werden. Nur: Zu viel Zuladung kostet wiederum den nahezu einzigartigen Fahrspaß, und den hatten wir zuhauf!

Fazit: Das Rad ist mit das Hochwertigste und Vielseitigste, das es auf dem Markt gibt. Wer keine Angst vor großen Summen hat, könnte hier vielleicht den Allrounder auf dem Radmarkt erwerben. Das Rad kann tatsächlich außer hartem Gelände alles, und das sogar jeweils richtig gut!

7 Tipps für Kauf und Pflege einer Radhose

Die Radhose gehört zur wichtigsten Ausstattung für eine Radreise. Denn der Übergang zwischen Gesäß und Sattel bereitet vielen Radlern Probleme und vergällt ihnen nicht selten den Spaß an der Tour. Wir haben für Sie sieben Tipps zu Kauf und Pflege.

Text: Katharina Garus; Foto: Selle Royal/pd-f

  1. „Integriertes Sitzpolster oder herausnehmbare Innenhose?“, so lautet eine der ersten Fragen beim Hosenkauf. Und das ist wahrlich eine philosophische Frage. Eine Hose mit integriertem Sitzpolster wird immer besser sitzen als eine mit herausnehmbarem. Dafür ist letztere flexibler: Sie können sich mehrere Innenhosen zulegen und damit häufiger wechseln, können die Hose auch ohne Innenhose tragen und haben Hosentaschen für Kleinkram.
  2. Harter Sattel, weiches Polster – weicher Sattel, dünnes Polster. So kann man das Zusammenspiel von Radpolster und Sattel zusammenfassen. Hintergrund: Trägt man eine Radhose mit dickem Polster auf einem weichen Sattel, gerät man schnell ins „Schwimmen“ und hat keinen festen Halt mehr. Statt erhofftem Komfortgewinn gibt es Kraftverlust und Scheuerstellen. Im Gegenzug harmonieren Radhosen mit dickerem Polster gut mit harten Fahrradsätteln.
  3. Nehmen Sie beim Hosenkauf vor allem das Sitzpolster in Augenschein. Manche Hersteller nähen nur ein kleines Polster ohne jegliche Unterteilung ein, andere einen viel zu großen, formlosen Lappen. Ein anatomisch geformtes Sitzpolster verteilt den Druck am besten auf Sitzbein und Schambein. Da Ihr Gesäß aber keiner ISO-Norm unterliegt, müssen Sie ausprobieren, welche Form am besten zu Ihrem Hinterteil und Ihrem Sattel passt.
  4. Ja, Radhosen werden wirklich ohne Unterwäsche getragen. Nur so bleibt das nahtfreie Sitzpolster auch tatsächlich nahtfrei und Sie verhindern ein Wundscheuern. Sensible Stellen können Sie zusätzlich mit speziellen Sitzcremes einschmieren, Vaseline oder Hirschtalg funktionieren auch.
  5. Verarbeitung: Gute Sitzpolster haben keine Nahtstellen, die scheuern könnten. Im Idealfall gibt es lediglich eine Rundumnaht, mit der das Polster eingenäht ist. Achten sie bei dieser auf die Verarbeitung: Gut sind doppelte Fäden und dichte Stiche. Denn die Nähte sind der Wunde Punkt der Verarbeitung: Sie gehen oft als erstes kaputt.
  6. Neben einer guten Passform ist auch der Einsatz von hochwertigen, atmungsaktiven Funktionsmaterialien wichtig, denn schweißnasse Polster scheuern und reizen die Haut. Im Gegensatz zu Funktionsbekleidung aus empfindlichen Membranen wie Regenjacken, sollten Radhosen aus hygienischen Gründen häufig gewaschen werden.
  7. Waschen Sie die Hose wenn möglich nach jeder Tagesetappe zumindest kurz mit lauwarmem Wasser aus, denn Schweiß sowie eingetrocknete Sonnen- oder Sitzcreme greifen das hochelastische Lycra an. Aber Achtung: Vor dem Wiedergebrauch sollte das Sitzpolster vollständig getrocknet sein, denn gerade feuchte Polster sind ein guter Nährboden für Bakterien und Pilze, die besonders bei wunder Haut zu Entzündungen führen können.