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TEXT & FOTOS: INGO EFFING

Seit 25 Jahren geht das KOGA WORLDTRAVELLER auf Reisen, mit „E“ gibt es das bewährte Bike seit letztem Jahr erst in der zweiten Generation. Schon beim Blick auf das Datenblatt ziehen sich die Augenbrauen angesichts einiger Superlative in die Höhe. Auf der Straße ist es dann eher die ausgefallene Geometrie, mit der das Koga beeindruckt.

Zeitgleich mit der Einführung des neuen E-Worldtraveller im vergangenen Jahr wurde auch die nicht-elektrische Variante mit einem neuen Rahmen überarbeitet.

Die Aluminiumbasis ist ähnlich aufgebaut wie beim E-Bike und kann mit den gleichen Vorzügen aufwarten. An der Entwicklung war Markenbotschafter und Extremradler Alee Denham beteiligt, der mit seinen 34 Jahren bereits über 100 Länder bereist und 130.000 Kilometer im Sattel zurückgelegt hat. Das Ergebnis ist ein extrem robustes Reise-E-Bike, das ein Gesamtgewicht von 180 Kilogramm tragen kann. Ein rekordverdächtiger Wert, den sonst nur wenige Reiseräder aus Stahl erreichen.

Schalter, Hebel, Knöpfe und sogar die Klingel sind ergonomisch angeordnet und leicht zu bedienen. Auch das Display ist nach vorne versetzt und gut ablesbar

Schwer belastbar

Gegen einen Aufpreis von 200 Euro gibt es das Koga auch mit einer 100-Millimeter-Federgabel, aber vor der starren Variante mit starrer Gabel muss man sich nicht fürchten. Der Komfortsattel und die 55er Breitreifen dämpfen ausreichend und das Gefühl für die Straße bleibt erhalten. Die starre Alugabel mit Lowrider ist für den Transport von Gepäck vorbereitet und mit zusätzlichen Gewindeösen versehen. Ösen gibt es auch am Oberrohr und am Sattelrohr, was man nicht gleich sieht, weil es kaum verbreitet ist: Das Unterrohr ist oben und unten mit je einer MRS-Schiene (Modular Rail System) ausgestattet, an der Trinkflaschen oder andere Ausrüstung an beliebiger Stelle passend angeschraubt werden können.

Die Möglichkeiten, schwere Ausrüstung für lange Strecken mitzunehmen, könnten vielseitiger kaum sein, denn auch der integrierte Gepäckträger mit System und zweiter Reling kann mit bis zu 45 Kilogramm beladen werden. Damit ist der E-Worldtraveller ein echter Schwerlasttransporter. Da verzeiht man auch, dass er im Vergleich zu seinem Vorgänger um 6 Kilo zugenommen hat, was angesichts der Möglichkeiten, die die robuste Konstruktion bietet, durchaus akzeptabel ist.

Am Unterrohr befinden sich 2 MRS-Schienen (je 38 cm). Das System ermöglicht das Anschrauben von Zubehör an frei wählbaren Positionen. Die Gummilippe lässt sich entsprechend kürzen.

Leicht zu beherrschen

Wie man es von Koga gewohnt ist, wird auf ein elegantes Design nicht verzichtet: Klare Formen verbinden die metallisch schimmernden schimmernden Rohre zu einem harmonischen Gesamtbild. Der Radstand ist lang, die Räder groß, mit 55er Reifen in MTB-Breite sogar sehr groß. Entsprechend hoch sitzt man auf dem E-Worldtraveller, die Fahreigenschaften sind hervorragend: Ruhig und komfortabel rollen die großen Räder leichtfüßig über die Piste. So leicht, dass man der kräftigen Motorunterstützung immer wieder davon rollt, oder besser: davon gleitet, denn der Koga fährt so sanft und spurtreu wie auf Schienen. Das Heck ist lang und bietet genug Platz für Packtaschen und große Füße. Die 25 Kilo Testgepäck auf der steifen Trägerkonstruktion sind kaum zu spüren. Insgesamt gibt das E-Bike kaum Anlass zur Kritik, die Ausstattung ist gut und angemessen, nur der Scheinwerfer ist mit 50 Lux bestenfalls mittelmäßig, ein „Worldtraveller“ sollte auf dunklen Wegen für bessere Sicht sorgen.

So gelassen der E-Worldtraveller auch über die Straßen gleitet, das Handling hat etwas Erfrischendes. Diesen Spirit hauchen die Niederländer ihrem E-Bike mit einem extrem kurzen Vorbau ein. Eine Länge von 35 Millimetern findet man sonst nur bei Downhill-Mountainbikes, aber in Verbindung mit der laufruhigen Rahmengeometrie funktioniert das auch hier und verleiht dem Koga eine spritzige Note, die zum Kurvenräubern einlädt und Laune macht.

Fazit: Der E-Worldtraveller Rigid zeichnet sich durch extreme Belastbarkeit und vielfältige Gepäckoptionen aus. Er rollt hervorragend, ist spurstabil und leicht zu lenken. Ein Reiseprofi!

Über dem Motor befindet sich hinter einer Magnetklappe das Akkuschloss (gleichschließend wie das Rahmenschloss). Die große 750er Batterie wiegt 4,5 kg und wird seitlich entnommen, was gut funktioniert.
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