ÖSTERREICH | RADREISE

Großglockner

Höher, weiter, atemberaubender: Wer das Dach von Österreich erklimmt, erlebt eine packende Natur. Bereits der Name der Panoramastraße lässt das Herz schneller schlagen – Großglockner.
Sie beginnt gemächlich. Dann wird sie steiler und steiler – die Großglockner Hochalpenstraße. Los geht es in Bruck. Im Norden lädt der Zeller See zum Baden ein, entlang der Salzach kann man entspannt dem Tauernradweg nachsteuern. Aber wir wählen den Weg nach Süden. Er hält auf die Glocknergruppe zu. Ihr König sticht 3.798 m in den Himmel. An seinem Fuß erschließt die 48 km lange Serpentinenstraße seit 1935 das Gebirge. 5 Jahre lang dauerten die Arbeiten, um eine herrliche Trasse in die Wildnis zu schlagen. Die Höhenmeter muss man sich jedoch hart erkämpfen. Radler schlüpfen durch die Mautstelle, finden sich sogleich in den ersten Kehren wieder. Die Steigung pendelt zwischen 10 und 12 %. Man hat die Kurven mit Namen versehen; daneben stehen Höhenangaben. Bergfreunde passieren reizvoll gelegene Rastplätze und lassen den Blick auf die wilde Gipfelschau schweifen. Das Asphaltband durchschneidet den Nationalpark Hohe Tauern. Im Sommer 2015 besuchten ihn 1,6 Millionen Gäste. Sie gingen wandern, nahmen an geführten Rangertouren teil oder entdeckten die Tierwelt. Neben den „Stars“ Steinadler, Steinwild, Bartgeier zählte man in den Bergwiesen mehr als 1.200 Schmetterlingsarten. Wir treten hinauf zum Hochtor (2.504 m), das die Passhöhe markiert. Hier treffen das Salzburger Land und Kärnten aufeinander. Das Terrain kippt ab – die Räder schießen zu Tal. Nach sieben Kilometern kann man einen Ausflug zur Franz-Josef-Höhe (2.369 m) unternehmen. Auf der Fahrt glänzen voraus die Eisfelder des Großglockners. Am Ende der Straße blickt man auf die Pasterze, den größten Gletscher des Landes. Bisher starben rund 250 Menschen bei dem Versuch, den höchsten Punkt der Alpenrepublik zu besteigen. Man gedenkt ihnen im Ort Heiligenblut. Bereits aus der Ferne erkennt man den schlanken Turm der Pfarrkirche St. Vinzenz. Wir biegen auf den Glockner-Radweg R8 ein. Die Strecke umfasst 80 Kilometer. Die meisten Höhenmeter sind mittlerweile aufgebraucht. So strampeln wir an der Seite der dahineilenden Möll zu Tal. Die Siedlungen werden größer, die Berge lieblicher. Auf Döllach folgen Winklern und Ausserfragant. Die Höhepunkte der Etappe? Der Mautturm in Winklern, der Gössnitz Stausee und eine Rafting-Tour auf dem Fluss. Anschließend mündet unsere Reiseroute in den Alpe Adria Radweg. Wir nutzen ihn für 20 km bis Möllbrücke. Dort lässt man die Reise Revue passieren. Die Anstiege, Gipfel, Schluchten und Täler. Die Bergdörfer, Kirchen und Burgen, alle verbunden durch zwei spektakuläre Alpenstraßen.

Infos Großglockner


Länge der Tour: 144 km

Geeignet für: Radwandern

Etappen:
1. Bruck an der Großglocknerstraße – Hochtor (2.504 m) – Edelweissspitze (2.572 m) – Wallackhaus (2.304 m): 40 km
2. Wallackhaus – Franz-Josef-Höhe (2.369 m) – Heiligenblut: 28 km
3. Heiligenblut – Winklern – Obervellach – Möllbrücke: 76 km

Tourcharakter: Die Nordrampe der Großglocknerstraße ist 32 km lang und überwindet 1.900 Höhenmeter! Auf der Südseite genießt man den markierten Glockner-Radweg R8. Die Großglockner Hochalpenstraße ist meist von Anfang Mai bis Ende Oktober geöffnet. Radler sollten Feiertage und die Wochenenden meiden. Im Juni findet die Radveranstaltung Glocknerkönig statt. An diesem Tag ist die Straße für Fahrzeuge gesperrt. Im Mölltal gibt es einen Radbus.



Reiseführer: Radatlas Osttirol, Esterbauer-Verlag


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