Sportkleidung und elektronische Helfer – darauf möchten Radfahrer nicht mehr verzichten

Sportkleidung und elektronische Helfer – darauf möchten Radfahrer nicht mehr verzichten

Ob Fahrrad, Kleidung oder Helm, vorbei sind die Zeiten unbequemer und klobiger Ausrüstung. Der Radsport ist längst professionell geworden, auch für Gelegenheitsradler.

Sportkleidung und elektronische Helfer - auf diese Entwicklungen möchten Radfahrer nicht mehr verzichten Bild 1 Radfahrer
Funktionskleidung muss nicht immer bunt und auffällig sein. Foto: stux© Pixabay.com.

Mit der richtigen Kleidung unterwegs

Viele Radfahrer sind bei Wind und Wetter unterwegs und nutzen das Fahrrad nicht nur als Fortbewegungsmittel, sondern als Sport- und Trainingsgerät. Entsprechend sind die Ansprüche an die richtige Fahrradbekleidung unterschiedlich. Wer intensiv mit seinem Rad trainiert, braucht entsprechend atmungsaktive Kleidung. Damit es beim Fahren nicht zu unangenehmen Druck- oder Reibestellen kommt, sollte die Kleidung gut am Körper sitzen. Sitzt sie zu eng, scheuert sie bei der Bewegung; sitzt sie zu weit, kann sie Falten werfen und damit schmerzhafte Druckpunkte erzeugen. Entsprechend sollten vor dem Kauf die eigenen Körpermaße überprüft werden. Hier finden sich gängige Maßtabellen für Oberbekleidung und Hosen, aber auch Handschuhe und Mützen.

Die typische Radlerhose war früher Zielscheibe des allgemeinen Spotts mit meist grellen Farben und wenig schmeichelhaften Mustern. Über die heutigen Sporthosen für Radfahrer lacht niemand mehr. Flachnähte, atmungsaktives Elasthan und Gel-Polster an den Sitzflächen gehören zu den modernen Technologien, die insbesondere Sportfahrer nicht mehr missen möchten. Dazu kommt, dass sie natürlich auch in dezentem Schwarz zu haben sind. Moderne Funktionskleidung sorgt dafür, dass entstehender Schweiß schnell vom Körper weg transportiert wird, damit sie nicht feucht wird und der Träger nicht auskühlt. Kunstfasern wie Elasthan und Viskose sind darüber hinaus sehr elastisch und auch pflegeleicht, was einen hohen Tragekomfort gewährleistet und entsprechend lange Haltbarkeit.

Das klassische Zwiebelsystem umfasst drei Schichten:

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Die äußere Schicht der Fahrradbekleidung ist nach wie vor in grellen Farben beliebt; dies ist dem Sicherheitsaspekt geschuldet, denn grellgrüne oder –gelbe Jacken werden auch bei Dämmerung oder im Regen gut von anderen Verkehrsteilnehmern gesehen. Nur ins Büro oder zum Stadtbummel möchten die meisten Menschen damit nicht unbedingt fahren.

Wer nur gemütlich fahren oder mit dem Rad Besorgungen machen möchte, kommt im Allgemeinen mit normaler Alltagskleidung gut aus, doch auch hier sollte eine Fahrradjacke nicht fehlen. Softshell-Jacken sind außen mit widerstandfähigem Material ausgestattet und innen mit isolierendem ausgestattet. So sind sie zum einen atmungsaktiv, halten auf der anderen Seite aber auch Wind und leichten Schauern stand. Häufig sind sie sogar mit regendichten Reißverschlüssen ausgestattet oder mit flexiblen Belüftungsspalten unter den Achseln. Inzwischen sind Fahrradjacken nicht nur enganliegend, sondern auch mit legerem Schnitt zu haben, sodass sie durchaus auch bei einer Runde durch die Stadt eine gute Figur machen.

Immer mehr Hersteller haben Radfahrer als Zielgruppe für sich entdeckt und entwickeln Kleidung, die nicht nur funktional ist, sondern dabei auch vorzeigbar aussieht.

Passende Schuhe für jeden Radsport

So unterschiedlich die Radsport-Ansprüche an Rennrad-, Mountainbike- oder City-Radfahrer sind, so unterschiedlich sind auch die dazugehörigen Schuhe. Für den Radsport sind Klickpedalen inzwischen üblich und dazu gehören natürlich die entsprechenden Schuhe, die über passende Aufnahmen für die sogenannten „Cleats“ verfügen. Bei Klickpedalen sind spezielle Schuhe nötig, die unter dem Großzehengrundgelenk in die Pedale einrasten. So kann der Schuh auch bei festem Tritt oder bei Nässe nicht vom Pedal rutschen, und es kann zusätzlich Muskelkraft für besseren Antritt mobilisiert werden.

Bei Rennrad-Schuhen werden meist Sohlen mit einer möglichst steifen Verarbeitung gewählt. Diese eigenen sich zwar nicht gut zum Laufen, sind für das Fahren aber perfekt. Wer Triathlon fährt, greift zu Schuhen, die sich entsprechend schnell überstreifen lassen und für die bessere Handhabung eine Schlaufe an der Ferse haben. Mountainbike-Fahrer und Tourenradler greifen eher zu Schuhen, die auch beim Gehen noch einen gewissen Komfort bieten.

In einer Zusammenarbeit haben der Reifenhersteller Michelin und die chinesische Jihua Group Radschuhe entwickelt, die ähnliche Eigenschaften aufweisen sollen wie Sommerreifen. Die Sohle soll eine gute Traktion bieten und selbstreinigend sein.

Sportkleidung und elektronische Helfer - auf diese Entwicklungen möchten Radfahrer nicht mehr verzichten Bild 2 Fahrradhelm
Ein Helm kann das Verletzungsrisiko bei einem Sturz deutlich mindern. Foto: Hans© Pixabay.com

Ungeliebt, aber wichtig – der Helm

Auch wenn moderne Fahrradhelme leicht sind und in vielen verschiedenen Formen und Farben zu haben sind, tragen viele Radfahrer nur ungern einen Kopfschutz. Zwei schwedische Designerinnen haben 2011 einen „unsichtbaren“ Fahrradhelm auf den Markt gebracht. Dieser funktioniert im Wesentlichen wie ein Airbag und sieht im unbenutzten Zustand aus wie ein Schal. Bei einem Sturz registriert er die ungewöhnliche Bewegung und entfaltet sich automatisch in einem Bruchteil einer Sekunde. Allerdings kostet der Airbag für den Kopf mehrere hundert Euro und muss, einmal nach einem Sturz ausgelöst, ersetzt werden.

Elektronische Gadgets und Wearables

Auch Radfahrer haben längst den Nutzen von Technik auf kleinstem Raum für sich entdeckt.

Fahrradcomputer bieten inzwischen Funktionen, die über das schlichte Messen von Geschwindigkeit und Entfernung hinausgehen. Je nach Ausstattung können Fahrradcomputer schon als Fitnesscomputer genutzt werden, die zusätzlich noch den Puls, die Trittfrequenz und verbrauchten Kalorien anzeigt. Die besonders umfangreichen Modelle bieten die Möglichkeit, sich mit einem Fitnessprogramm im Internet zu verbinden und regelmäßig Erfolge abzufragen oder Tagesziele vorzugeben. Wer noch etwas mehr Geld ausgeben möchte, bekommt für mehrere hundert Euro auch einen Fahrradcomputer mit GPS und Navigationsfunktion.

Auch in puncto Sicherheit profitieren Radfahrer von der voranschreitenden Technik. Energiesparende LED-Scheinwerfer liefern deutlich besseres Licht als herkömmliche Fahrradlampen und sorgen für besseres Sehen und Gesehen-Werden bei Nacht.

Auch der Diebstahlschutz umfasst inzwischen mehr als lediglich Kette und Schloss um das Gestell. Das Sicherheitssystem „insecT“ wird am Fahrrad montiert und verbindet sich via Bluetooth mit dem Smartphone des Besitzers. Sobald sich dieser vom Rad entfernt, wechselt das Gerät in den Sicherheitsmodus und meldet automatisch, sobald jemand das Rad bewegt. Falls der Diebstahl nicht verhindert werden kann, fungiert das Gerät als Peilsender und informiert zudem andere Besitzer eines insecT-Sicherheitssystems über das gestohlene Fahrrad, wenn sich diese in der Nähe befinden. Über Startnext wurde das Projekt per Crowdfunding inzwischen vollständig finanziert und bereits im März dieses Jahres soll ein Prototyp an den Start gehen.

Eine ganz besondere Hightech-Spielerei ist der Fahrradlenker „Helios“, der über die Crowdfunding-Plattform Kickstarter finanziert wurde, wie golem.de berichtet. Der Lenker verfügt über LED-Scheinwerfer; einer davon ist zentral platziert und nach vorn ausgerichtet, zwei weitere befinden sich jeweils an den Außenseiten des Lenkers. Diese sorgen nicht nur für Sicherheit durch Sichtbarkeit, sondern zeigen darüber hinaus auch durch Blinken an, wenn der Fahrer abbiegen möchte. Beim Bremsen wechselt das Licht zudem in eine rote Farbe.

Zusätzlich ist im Lenker auch ein GPS-Modul integriert, in das eine SIM-Karte gesteckt werden kann. Hierdurch ist das Fahrrad im Falle eines Diebstahls ganz einfach zu orten. Der verbaute Akku soll sieben Stunden dauerhaft in Betrieb sein können und mit einem Reserveakku auch bis zu 15 Tage funktionieren.

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Ob Actioncam oder elektronische Gangschaltung; technische Hilfsmittel für den Radsport gibt es zuhauf. Foto: Maumau97© Pixabay.com

Immer beliebter wird auch die Nutzung von Action-Cams, ob sie nun am Helm oder am Lenker befestigt werden. Insbesondere beim Mountainbike-Fahren entstehen durch solche Kameras spektakuläre Videos, doch auch im alltäglichen Straßenverkehr können sie im Falle eines Unfalls ein wichtiges Beweisstück sein.

23. Februar 2015

RADtouren

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