Schon ausprobiert: der neue Falk Lux - Radtourenmagazin

Schon ausprobiert: der neue Falk Lux

Der Falk Lux am Lenker

„Schickes Teil“, so der Kommentar meiner Begleiterin, als sie den rot-schwarzen Lux aus seiner ebenso edel gestylten Tasche hervorzog. In der Tat, die Orientierungsmaschine aus dem Hause United Navigation macht eine gute Figur. Wir konnten das Outdoor-GPS-Gerät, das im Vergleich zum Vorgänger Ibex nun zusätzlich für Wanderer, Mountainbiker und Geocacher optimiert wurde, in einer frühen Beta-Version testen.

Falks Neuling tritt in die digitalen Fußstapfen seines erfolgreichen Vorgängers Ibex, der besonders GPS-Einsteiger durch seine einfache Bedienung erfreute und bei der automatischen Radroutenberechnung gute Ergebnisse brachte. Dieses erfolgreiche Konzept hatte United Navigation weiterentwickelt und den Ibex Cross herausgebracht, also den Ibex im alten Gehäuse mit einer neuen Softwarevariante und Kfz-Funktionen ausgestattet. Diese Ibex-Cross-Software arbeitet nun auch im neuen Lux – aber dieser hat nun auch hardwaretechnisch einige Fortschritte gemacht.

Ibex und neuer Lux im Größenvergleich

Richtig um den Hals

Mit seinem Ausmaßen von 12 x 6,6 x 3,4 cm zeigt sich der Lux schlanker, aber auch etwas länger und höher als der Ibex. Ein breiter, silberner Bügel rundet das Gerät am unteren Ende ab. Das Durchfädeln einer Sicherungsschlaufe ist nicht nur wesentlich einfacher geworden als beim Ibex, sondern daduch kann man nun den Lux auch beim Wandern so um den Hals tragen, dass beim Betrachten des Bildschirms auch die richtige Ansicht gezeigt wird – der Ibex hing andersherum und mußte dann erst mühsam gedreht werden.

Nun auch für den Mountainbikelenker

Für den Fahrradlenker hat United Navigation eigens eine Fahrradhalterung entwickeln lassen. Aus unserer Sicht ist das erfreulich, denn die Befestigung des Ibex kam im Mountainbike-Einsatz an ihre Grenzen und baute zudem relativ hoch. Die neue Halterung, von der uns allerdings erst eine Konstruktionszeichnung vorlag, wird ähnlich wie ein MTB-Hinterradschutzblech befestigt: eine Schlaufe greift um das Lenkerrohr und wird mit einer Hebelklemme arretiert. Das verspricht sicheren Halt und schnelle Wechselmöglichkeit, zum Beispiel an ein anderes Rad, oder an eine andere Lenkerposition, wenn zum Beispiel die Lenkertasche ihren Raum braucht.

Falk Lux Batteriefach: für 2 Mignon-Batterien

Endlich: Mignon-Akkus

Eine weitere schöne Neuigkeit: der Lux kann mit zwei AA-Wechselakkus (Mignon-Format) betrieben werden. Damit dürfte ein dringlicher Wunsch vieler Ibex-Nutzer in Erfüllung gehen, dessen 1100mAh-Akku zwar bereits wechselbar war, aber bei starker Beanspruchung (Dauerbeleuchtung, Karte in Fahrtrichtung, häufige Nutzung) schon nach wenigen Stunden den Ersatzakku forderte. Zur Energieeinsparung kann nun auch das Display abgeschaltet werden, wobei die Navigations- und Aufzeichnungsfunktionen weiterlaufen. Bei unserer Beta-Version konnten wir die neue Laufzeit aber noch nicht testen. Durch das neue, raumfordernde Akku-Konzept ist der Lux mit 234 Gramm leider deutlich schwerer geworden der Ibex (202 Gramm) und wird damit für sportlich orientierte, Gewicht- und Gehäusevolumen sensible Radler nicht unbedingt zur ersten Wahl. Aber dafür ist der Lux auch nicht  konzipiert, so fehlen ihm auch wie beim Ibex Trainings- und Leistungsmessungsmodule wie Herz- und Trittfrequenzsensoren.

Der Navigationsbildschirm: helle Farben in 3D oder 2D

Display: kleiner, aber schärfer

Der Lux besitzt einen 3“-Bildschirm und ist damit etwa ein Drittel kleiner als das 3,5 Zoll-Display des Ibex. Die Displayoberfläche zeigt sich nicht mehr matt, sondern klar. Damit spiegelt sie zwar etwas, Schriften und Symbole erscheinen wesentlich schärfer, aber auch kleiner als beim Ibex. Gegenüber dem leicht rotstichigen Ibex-Display zeigt der Lux in einem helleren, neutraleren Weiß-Hintergrund, dies sorgt für leuchtende Farben. Auch die Kartenfarben erhielten Feintuning: hellere Grau- und Grüntöne bei Siedlungsflächen lassen den Track (also die Zielführungslinie) in leuchtendem Blau deutlicher erkennen als beim Ibex. In der Endfassung der Bildschirmdarstellung muss sich dann noch zeigen, ob der Lux besser ablesbar ist als der Ibex.

Im Vergleich zum Ibex wurde die Menüführung weitgehend beibehalten. Wer den Ibex kennt, wird sich also beim Lux auch schnell zurechtfinden. Die Bildschirmelemente zeigen sich in neuer, frischer Optik, mußten aber durch den schmaleren Bildschirm in einer Reihe untereinander statt wie beim Ibex in zwei Reihen nebeneinander angeordnet werden – häufigeres Scrollen auch bei Texten ist angesagt. Dafür kann man nun wie beim iPhone mit dem Finger in den Menüs von rechts nach links „wischen“, also schnell zur nächsten Seite blättern. Auf der meistgenutzten Seite, nämlich der Kartenseite, wurden die Anzeigen neu angeordnet. Satellitenempfang, Rad- oder Wandermodus, Richtungspfeil, eine eventuelle Lautsprecherabschaltung und vor allem auch die Akkuanzeige befinden sich am oberem Bildrand. Unser Tipp für die Kartenansicht: lange auf die Menütaste drücken, dann zeigt der Lux fast nur noch Kartenfläche auf dem Bildschirm.

Auch der Lux wird fast nur über den Touchscreen bedient, was in unserem Test trotz der kleineren Icon-Flächen selbst mit Handschuhen gut gelang. Er erhielt allerdings zusätzlich zu den beiden Hardwaretasten am linken Gehäuserand eine Ein/Aus-Taste am oberen Rand.

Der Lux kann auf dem PC geplante Touren laden und diese mit Abbiegehinweisen versehen.

Schneller Luchs

Sehr erfreulich: die Routenberechnung des Lux ist deutlich schneller geworden als beim Ibex, denn die Routenberechnungssoftware wurde überarbeitet. Damit sollen die voreingestellten Profile (z.B. „Radwege verwenden“ für Tourenradler, „Straßenverkehr verwenden“ für Rennradler) auch noch besser funktionieren. Der Lux kann nun auch Strecken bis zu 250 km Distanz ausrechnen, beim Ibex waren es nur 150 km. Zur Berechnung des Zeitbedarfs sind nun auch verschiedene Geschwindigkeitsprofile wählbar (drei für Wanderer, vier für Radfahrer). Bei Orten kann man auch direkt die Ortsmitte als Ziel auswählen.

Auf dem Lux laufen dieselben Karten wie auf dem Ibex. Die Lux-Karte zeigt nun Gebäudekonturen, ansonsten ist sie inhaltlich unverändert geblieben. Das Karten-Angebot soll im nächsten Jahr verbessert und erweitert werden. Der interne 4GB-Speicher ist durch eine microSD-Karte mit maximal 32GB ergänzbar.

„Folge der Spur“..

.. so heißt das Motto des neuen Lux, und auch bei der Tracknavigation, also beim Einspielen fremder Touren, hat sich einiges getan. Ein technischer Leckerbissen ist die Möglichkeit, extern geplante Touren (also zum Beispiel fertige Touren aus dem Internet) in den Lux zu laden und so umrechnen zu lassen, dass er diese mit Abbiegehinweisen versieht. Im Navigationsdeutsch bedeutet dies: aus Tracks werden Routen. Dazu muss der Lux diese extern geplanten Wegeführungen auf seine Karte adaptieren, woraus – je nach Routingeinstellung – auch andere Streckenführungen resultieren können. Der Vergleich zwischen der ursprünglichen und der neu berechneten Strecke wird dann angezeigt, und der Nutzer kann entscheiden, ob er sich per Track (und damit ohne Abbiegehinweise) oder per Route führen lassen möchte. In unserem Test ergaben sich bei kleineren, innerstädtischen Strecken teilweise deutlich abweichende Streckenführungen vom ursprünglichen Track, was aber auch sehr von den Routingeinstellungen abhing. Bei weiteren Versuchen ähnelte die neue Route wiederum sehr dem Ausgangstrack – wir werden dies noch weiter beobachten.

Praktisch für Wanderer: nun gibt es auch beim Berechnen von Wanderstrecken akustische Abbiegehinweise, wahlweise per Sprache oder als Piepston.

Komfortables Geocaching: Schätze werden mit umfassender Beschreibung angezeigt.

Neuer Kompass, neues Geocaching

Der Lux verfügt neben einem barometrischen Höhenmesser über einen verbesserten, elektronischen Dreiachsen-Kompass, der die Orientierung vor allem im Stand verbessern soll. Bei unserem Exemplar war dies softwaretechnisch noch nicht optimiert, funktionierte aber in der Praxis bereits gut. Geocacher können sich nun über die umfassende Beschreibung ihrer Geländeschätze freuen („paperless caching“). Eine kostenlose 30-Tage-Mitgliedschaft beim wichtigsten Portal geocaching.com ist inbegriffen, dort können die Beschreibungen von bis zu 500 Caches rund um einen beliebigen Punkt als Sammeldatei herunter- und auf den Lux geladen werden. Wer mag, kann die Notizen beim Geocaching auch direkt auf dem Lux eintragen.

Guter Empfang

Bei schlechten Empfangsverhältnissen (in Gebäuden und Hallen) zeigte der GPS-Sensor des Lux eine sehr gute Positionierung, während in freiem Gelände die Empfangsgenauigkeit zuweilen noch optimierbar wäre. Bei allen Testergebnissen ist aber zu beachten, dass wir es hier mit einer Vorversion der Software zu tun haben.

Also: alles in allem ein tolles Gerät, das seine Fähigkeiten auch schon in diesem Betastadium unter Beweis stellen konnte. Etwas leichter und mit größerem Bildschirm wird auch der „alte“ Ibex nach wie vor seine Anhänger finden, aber insbesondere durch die neue Software, die langlebigen Wechselakkus und die neue Fahrradhalterung wird der Lux nun auch  Wanderer und Mountainbiker erreichen.

Der Lux soll ab Mitte Januar lieferbar sein. Mit einem VK 379,-  ist er 10 Euro teurer als der Ibex. für den Lux 30 und 489,- für den Lux 40 (als Bundle mit MagicMaps Tour Explorer, wie Ibex 40). www.falk-outdoor.de

Text / Fotos: Thomas Froitzheim

Erster Test im RADtouren-Magazin: Falks neuer Lux.

28. Februar 2018

Sven Schmidt

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