Zuhause für unterwegs - Radtourenmagazin

Zuhause für unterwegs

Camping, das bedeutet Unabhängigkeit, Flexibilität, Individualität. Auch auf Radreisen. Doch die Wahl des richtigen Zeltes ist gar nicht so einfach. Eine Orientierungshilfe.

Text: Katharina Garus
Foto: Shutterstock

Kuppel, Tunnel oder Geodät; mit oder ohne Apsis; Alu oder Fiberglas; silikonisiertes Nylon oder Polyurethan-beschichtetes Polyester? Wer das richtige Zelt kaufen will, muss ein wahrer Experte sein. Die Auswahl ist so riesig, da weiß man am Ende gar nicht mehr, was man will. Und was man wirklich braucht. Lieber das gerade mal ein Kilo wiegende Leichtgewichtzelt für zwei schlanke Personen oder sollte es doch etwas geräumiger sein?

Fragen Sie sich zuerst, für welchen Einsatz Sie das Zelt brauchen. Wie viele Personen wollen es nutzen? Wie viel Gepäck muss zusätzlich untergebracht werden? Planen Sie es als Notunterkunft oder wollen Sie den gesamten Radurlaub darin verbringen? Welche Anforderungen stellt die Route an das Zelt?

Wenn Sie diese Fragen beantwortet haben, dann sehen Sie klarer! Dann wissen Sie, ob ein Leichtgewichtzelt, an dessen Federgewicht sie sich vor allem an Anstiegen erfreuen werden, das Richtige für Sie ist, oder ob Sie doch auf ein geräumigeres mit einer angenehmen Sitzhöhe setzen sollten.

  1. Gewicht
    Das Gewicht eines Zeltes hängt zum einen von der Größe, zum anderen aber vor allem vom Material ab. Je mehr Reisverschlüsse (zweiter Eingang), desto schwerer. Auch Belüfter und Apsiden sorgen für einen erhöhten Materialbedarf und damit für mehr Gewicht. Alugestänge sind nicht nur leichter, sondern auch bruchsicherer als Fiberglas­gestänge. Noch leichter sind Carbongestänge.

  2. Material
    Bei hochwertigen Zelten hat man meist die Wahl zwischen silikonisiertem Nylon und Polyure­than-beschichtetem Polyester. Nylon ist grundsätzlich reißfester,
    jedoch nicht so UV-beständig. Die Silikonisierung erhöht die UV-Beständigkeit und macht es noch reißfester. Dafür kann auf silikonisierte Zelten kein Nahtband aufgeklebt werden, sodass die Nähte regelmäßig mit Nahtdichter nachbearbeitet werden müssen. Ansonsten sind sie sehr robust und leicht, aber in der Regel auch teurer.

  3. Wassersäule
    Die Wassersäule eines Zeltes sagt aus, wie wasserdicht es ist; je höher, desto besser. Ab einer Wassersäule von 1500 Millimeter gilt ein Außenzelt als wasserdicht, ein Boden ab 2000. Leider gilt: Je höher die Wassersäule, desto schwerer das Zelt. Neben der Wassersäule ist aber auch die Qualität der Nähte für die Dichtigkeit entscheidend.

  4. Aufbau
    Die gängigste Konstruktion sind doppelwandige Zelte; ein wasserdichtes Außenzelt kombiniert mit einem atmungsaktiven Innenzelt. Die Vorteile: Das Kondensat schlägt sich nur am Außenzelt nieder, das Innenzelt bleibt trocken. Darüber hinaus isoliert diese Bauweise zusätzlich durch die Luftschicht zwischen Innen- und Außenzelt.

  5. Zubehör
    Eine Zeltunterlage sollte als Bodenschutz unter jedes Zelt gelegt werden. Zu manchen Zelten bieten die Hersteller passgenaue Planen an, inklusive Ösen für die Heringe.Alternativ können Sie eine Bodenplane (gibt es auch im Baumarkt) passend machen. Zur serienmäßigen Ausstattung eines Zeltes sollten 
    Reparaturhülse, Nahtdichter und Reparatur-Tape für Notreparaturen gehören. Ein Sonnensegel (Tarp/Tentwing) kann den Schatten vergrößern oder eine Fahrradgarage schaffen. Ein Zelthimmel ist ein praktisches Netz, das an der Decke befestigt wird und Ordnung im Zelt schafft.

01. Juni 2020

Katharina Garus

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