Ausprobiert: Rotor Rex 1.1. mit ovalen Q-Rings

Ausprobiert: Rotor Rex 1.1. mit ovalen Q-Rings

Rotor hat das Prinzip der ovalen Kettenblätter für effizienteren Krafteinsatz neu erdacht. Wir haben es in Kombination mit einem Einfach-Antrieb der neuen Leichtbau-Kurbel Rex 1.1. mit speziellem Zahnprofil ausprobiert.

rotor rex 1.1 Kurbel oval
Rotor Rex 1.1-Kurbel mit ovalen Q-Rings: Die Ovalität soll den effektivsten Teil des Tretzyklus gezielt nutzen. Da sich die effektive Phase von Radfahrer zu Radfahrer unterscheidet, können über die zusätzlichen Löcher verschiedene Positionen vorgewählt werden. Bild: Gathmann

Erinnern Sie sich noch an Biopace? Rotor hat das Prinzip der ovalen Kettenblätter weiterentwickelt und zusammen mit leichten, aufwändig verarbeiteten Kurbeln zu einem ganzen Antriebssystem evolutioniert. Ein Vorteil ist, dass die Kurbeln sich für jeden Tretlagerstandard eignen. In allen Versionen sparen sie zudem Gewicht gegenüber Serienkurbeln, grob 100 Gramm sind es bei dem 3-fach-Einstiegsmodell Rotor Rex 3.3 zur Shimano XT-MTB-Kurbel. Kernstück sind jedoch die ovalen Kettenblätter. Ihre Ovalität soll bewirken, dass effizientesten Phasen im Tretzyklus auch am besten genutzt werden, was (nicht einsehbare) Studien von Rotor and der Universität von Valladolid ergeben haben. Nachdem das angeblich effektive „Ziehen“ am Pedal schon 1998 durch Hillebrecht und Andere als Mythos entlarvt wurde und die effektiven Phasen recht genau bekannt sind, scheint der Ansatz vielversprechend.

Wir haben die ovalen Rotor Q-Rings an einem 1×10-Antrieb mit der ultraleichten Rotor Rex 1.1-Kurbel (576 g) und 36er-Kettenblatt getestet. Also mit nur einem Kettenblatt vorne, da es uns um den Praxiseffekt der Ovalität ging. Der kann sich erst nach vielen Kilometern einstellen, denn das Zusammenspiel der Muskeln muss sich an die neuen Anforderungen anpassen. Anfangs fühlte sich der Tritt unrunder an als gewohnt. Auffallend war dabei für unseren Tester mit Knieproblemen (Patellaspitzensyndrom), dass der wahrgenommene Schmerz schon bei den ersten wenigen Ausfahrten geringer war als bei Standard-Kettenblättern. Außerdem fühlte sich das langsamen Treten mit viel Kraft an sehr steilen Anstiegen weniger belastend an. Die Ovalität scheint sich anfangs speziell bei einem langsamen kräftigen Tritt auszuwirken. Nach circa zwei Wochen, in denen nur mit dem Rotor Q-Ring gefahren wurde, war das Gefühl des unrunden Tritts verschwunden. Der positive Effekt auf das Knie blieb, die Knieschmerzen verschwanden zwar nicht, fühlten sich aber nach anstrengenden Fahrten weniger intensiv an als gewohnt. Ungewohnt erschien nach dem Umstieg auf das Stadtrad jetzt der Tretzyklus mit dem runden Kettenblatt. Wer sich entscheidet umzurüsten, sollte also berücksichtigen, dass eventuell alle Räder im Besitz umgestellt werden müssen, um sich nicht ständig neu einzugewöhnen.

Nebenerkenntnis des Tests: Mit einer Entfaltung von 2,2 bis 7,1 Metern pro Pedalumdrehung reicht der Einfach-Antrieb für die meisten Alltagssituationen ohne viel Gepäck völlig aus. Derzeit läuft eine Testaktion, in deren Rahmen jeder die Wirkung der ovalen Kettenblätter für 30 Tage kostenlos ausprobieren kann. Sie werden bei Rotor-Händlern angepasst, die man auf der Unternehmens-Webseite finden kann.

Rotor Rex 1.1 mit QX1 mit Q-Ring, ca. 440 Euro: Kurbel mit ovalem Kettenblatt für 1-fach-Antrieb. Material: Alu, geschmiedet, hohlgebohrt, eloxiert; ca. 660 g; Test: 36 Zähne (optional: 28, 32, 20, 34); 12,5 % Ovalität; Besonderheiten: kompatibel zu allen Tretlagerstandards. rotorbike.com

12. Juni 2015

Jan Gathmann

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