Ausprobiert: Fahrradkleidung von X-Bionic - Radtourenmagazin

Ausprobiert: Fahrradkleidung von X-Bionic

„Biken Sie länger und schneller, ohne zu überhitzen“ verspricht Hersteller X-Bionic für seine Radkleidung „The Trick“. Wir wollten wissen, ob der versprochene Thermoeffekt auch subjektiv nachvollziehbar ist.

X-Bionic-Kleidung im Härtetest an einem heißen Tag bei 31°C. Fotos: Patrick Kunkel.
X-Bionic-Kleidung im Härtetest an einem heißen Tag bei 31°C. Fotos: Patrick Kunkel.

Wir haben ein paar Pants und ein dazu passendes Trikot in allen erdenklichen Situationen getestet: Auf langer Rennradrunde im Hochsommer, im Nieselregen auf dem herbstlich-matschigen Singletrail und ganz ausgiebig auf einer langen Etappenradreise.

Erster Eindruck: Schwarze Hose wie auch das knallorange Shirt sitzen eng und passgenau, der synthetische Stoff fühlt sich angenehm auf der Haut an, das Gewebe ist stellenweise fein gerippt, etwa auf der Unter- und Oberseite der Oberschenkel oder entlang der Wirbelsäule, und wärmt. Ob das bei Hitze nicht zu viel ist?

Erste Fahrt mit dem Rennrad: Ein heißer Tag, die Sonne brennt vom Himmel, 31°C – obwohl ich mir ein ganz leichtes Gewebe auf der Haut wünsche, ziehe ich die X-Bionic-Klamotten an und fahre los. Nicht ohne Skepsis. Nach einer halben Stunde schwitze ich ordentlich. Einen expliziten Kühleffekt spüre ich nicht, mir wird aber auch nicht zu heiß. Auch als die Sonne steigt und ich richtig in Fahrt komme, spüre ich keine Überhitzung wie ich sie sonst an einem solchen Tag erwartet hätte. Der Hersteller erklärt dies mit einem isolierenden Pad entlang der Wirbelsäule, welches eine Überhitzung des Körpers simuliere und eine frühzeitige Schweißproduktion unterbindet. Dank vorgezogener Kühlung würden so extreme Temperaturspitzen und kräftezehrende Überhitzung vermieden. Es scheint zu klappen!

Der Reiseradtest: Wir wollten natürlich vor allem wissen, wie sich die X-Bionics-Kombi auf einer langen Radreise schlägt. Morgens starten wir bei Frühnebel. Es ist frisches Spätsommerwetter, normalerweise trage ich wegen der kühlen Temperaturen ein Unterhemd. Die Kombi heute früh: Trikot und Hose von X-Bionic plus Armlinge und Knielinge, dazu eine Windweste in der Rückentasche als Reserve. Erste Abfahrt: Mir bleibt überraschenderweise warm, während mein Mitfahrer seine Windweste überstreift. Dann der erste Anstieg. Mein Mitfahrer zieht erst die Weste aus und öffnet schließlich sein Trikot. In der darauffolgenden Abfahrt das gleiche Spiel. Im Tagesverlauf steigen die Temperaturen und ich entledige mich der Armlinge und Knielinge. Die X-Bionic-Klamotten bleiben. Am übernächsten Tag, mit gewaschenen Klamotten und unter gleichen Wetterbedingungen, tauschen wir die Rollen. Das Ergebnis ist im Grunde das gleiche. Für mich steht nach der Fahrt fest: Unter bestimmten, nicht allzu kalten Wetterbedingungen kann die X-Bionic-Kombination Trikot, Unterhemd und Weste ersetzen, man spart sich also unterwegs lästiges Umkleidestopps.

Auf dem matschigen Trail: Auch völlig durchnässt wärmt das Trikot noch. Zu heiß war beiden Testfahrern nie.

Verarbeitung: Wie man das von einem hochpreisigen Trikot erwartet: Die Reißverschlüsse laufen gut und das auch nach einer ganzen Saison im Einsatz. Drei gut zugängliche und flexible Rückentaschen bieten Stauraum und rissen an den Nähten auch nach Monaten nicht ein. Das Sitzpolster ist bequem, wenngleich komischerweise erst nach der zweiten Testfahrt. Selbst nach monatelanger Nutzung zeigt sich kein deutlicher Verschleiß und es bilden sich keine unangenehmen Gerüche. Wäre ja auch noch schöner: Immerhin legt man für die Kombi aus kurzer Hose und Shirt stolze 298 Euro hin. Ob der spürbare Thermoeffekt das wert ist, muss man selbst beurteilen.

Fazit: hochwertig verarbeitet, guter Sitz und breite Einsatzmöglichkeiten, gelungene Thermoregulation – aber sehr teuer.

X-Bionic The Trick, 159 Euro (Biking-Shirt), 239 Euro (Biking-Pants): 
Größen: XS bis XL
Farben: Trikot: Schwarz/Weiß, Weiß/Schwarz, Orange/Schwarz, Blau/Schwarz, Grün/Schwarz; Hosen: Schwarz/Anthrazit, Schwarz/Orange, Schwarz/Weiß
, x-bionic.de

05. Februar 2016

Lisa Partzsch

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