Akkurückleuchten mit Bremslichtfunktion - Radtourenmagazin

Akkurückleuchten mit Bremslichtfunktion

Eine Bremslichtfunktion am Fahrrad bringt die Sicherheit auf ein ganz
neues Level. Ob die Idee auch in der Praxis gut funktioniert, haben wir an fünf StVZO-zugelassenen Produkten getestet.

Text und Bild: Timo Dillenberger

Wenn der PKW vor einem bremst und die Rücklichter das anzeigen, dauert es eine halbe bis eine Sekunde, bis man darauf reagiert. Das lernt man bereits in der Fahrschule. Muss das Auge aber ohne die Hilfe der aufflammenden roten Lichter auskommen und anhand der Entfernung und Annäherungsgeschwindigkeit zum Vordermann eine mögliche Gefahr voraussehen, wird das Unfallrisiko ganz erheblich erhöht.

Während Kraftfahrzeuge ohne Bremslichter unvorstellbar sind, gehören diese bei Fahrrädern zur „on top“-Ausstattung. Und das, obwohl moderne Scheibenbremsen dafür sorgen, dass Fahrräder keinen Deut schlechter verzögern können als Autos und LKW.

Busch & Müller bietet die Bremslichtfunktion für dynamobetriebene Rückleuchten schon eine ganze Weile an. Akkurücklichter holen seit der Freigabe für den Straßenverkehr aber auf. Alle unsere fünf Testkandidaten sind nach deutscher Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung getestet und zertifiziert.

Details mit Wirkung

Dass die Funktion eines Bremslichts an sich sinnvoll ist, ist einleuchtend. Aber was macht das einzelne Produkt nun zur 1-a-Bremsleuchte?

Alle fünf Kandidaten fungieren zunächst als Standardrücklicht mit Dauerlichtbetrieb. Achtung: Ein blinkendes Licht ist, wenn auch sichtbarer, nicht zugelassen! Neben der Helligkeit ist auch der Abstrahlwinkel zur Seite von Bedeutung für die Sichtbarkeit. Unsere Testkandidaten sind allesamt auch von der Seite (90°) zu sehen. Die beiden Leuchten von Litecco und Lupine haben zwar eine relativ große Leuchtfläche, fallen dennoch weniger auf als die beiden länglich geformten von Cateye und Sigma, die eher punktuell zur Seite strahlen und deshalb etwas mehr Aufmerksamkeit erregen.

Nur das Licht von Sigma verfügt übrigens über verschiedene Leuchtmodi. Das Lupine hat dafür eine clevere Verstellmöglichkeit für den Beschleunigungssensor, der das Bremslicht jeweils auslöst. Man kann also bestimmen, ab welcher „Brems-Power“ die LED heller wird. Das täte auch der Sigma gut. Deren Sensor war uns etwas zu empfindlich. Das Bremslicht reagiert teils schon bei Bodenwellen oder wenn man abrupt aufhört zu treten – schadet grundsätzlich nicht, aber dem Hintermann könnte es schwerfallen zu unterscheiden, was nun eine „echte“ Bremsung ist. Außerdem kostet jedes Aufleuchten zusätzlichen Strom.

Apropos: Alle Lampen werden per Micro-USB Kabel geladen. Die Kapazitäten reichen von knapp sechs bis über 20 Stunden. Für eine Woche Pendeln sollte das reichen. Wer auf Radreisen geht oder das Bremslicht für lange Ausfahrten in der Kolonne nutzen will, muss sich bei Sigma und Cateye die Energie schon einteilen. Die Lupine ist hier unschlagbar.

Zusatzfunktionen

Die Handhabung und Montage ist bei allen so einfach wie möglich: Wackeln, Klappern oder Undichtigkeit im Regen sind uns bei keinem Modell aufgefallen. Ein tolles Detail bei Sigma: Der Lichtsensor erkennt Tag und Nacht. Der Automatikmodus nutzt dann das Bremslicht auch ohne brennendes Rücklicht. Praktisch, auch wenn ADFC und Co. sowieso das Fahren mit Licht am Tag empfehlen.

Der Lichtkegel an sich gefiel bei Cateye am besten. Der hellste Bereich ist schmal, aber weit nach oben und unten streuend. Das nutzt die Straße als Leuchtfläche und auch hochsitzende LKW-Fahrer können Radfahrer gut erkennen.

Die auffälligste Zusatzfunktion besitzt aber das „Lightguard connect“ von Litecco. Es nutzt seinen Beschleunigungssensor zum Erkennen von Unfällen mit dem Rad. Eine über Bluetooth gekoppelte App setzt im schlimmsten Fall einen Notruf samt GPS-Koordinaten ab. Sogar eine Unfallversicherung ist im Paketpreis mit drin.

Den kompletten Text lesen Sie in RADtouren 1/2020.

02. Januar 2020

Katharina Garus

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