Wo Hopfen & Malz nicht verloren, sondern gefunden werden - Radtourenmagazin

Wo Hopfen & Malz nicht verloren, sondern gefunden werden

Wir müssen gleich einmal mit einem Geständnis beginnen: Wir lieben Bier. Ganz egal ob als Seidel oder Pfiff, Halbe oder Maß. Das geniale Gemisch aus Wasser, Malz, Hopfen und Hefe steckt nicht nur voller Geschmack, sondern ist auch reich an Geschichte. Da wäre etwa das Reinheitsgesetzt von 1516, das uns bis heute höchste Qualität beschert oder die Geburt der Weißwurst am Münchner Marienplatz 1857 – die traditionellste bayerische Begleitung zum heiligen Hopfenblütentee. Mit Freunden abends in einem gemütlichen Biergarten im Herzen Münchens zu sitzen und ein seit Jahrtausenden kultiviertes Kühles Blondes zu trinken, ist einfach ein unübertroffener Genuss. Und genau in einem dieser blau-weißen „Kulinarik-Tempel“ wurde die Idee für unsere XL-Oberbayern-Genuss-Radtour aus der Taufe (bzw. dem Krügerl) gehoben: Wir wollten dem Gerstensaft einmal auf die Spur gehen. Oder besser gesagt fahren. Also auf zur Hopfen-Schleife, eine der drei legendären Wasser Radlwege Oberbayerns!

Also auf geht’s zur Hopfen-Schleife!

Die Tour war schnell geplant, da wir einfach der Hopfen-Schleife folgten – eine der drei wunderbar beschilderten Wasser Radlwege Oberbayerns. Im Südosten des Freistaats gelegen, grenzt Oberbayern im Süden und Osten an Österreich und ist somit für uns leicht erreichbar. Vom Marienplatz in der Millionenstadt München, starteten wir hoch zu Ross ins ländliche Hopfenland, dem oberbayerischen Hallertau, das direkt vor den Toren der Landeshauptstadt beginnt. Unsere Erwartungen, auf der Radtour viel über den Anbau des hochwüchsigen Hanfgewächs, die Herstellung und die verschiedenen Geschmäcker zu lernen, wurde ebenso wie die Sattel hochgeschraubt.

„Vom Hopfen gekratzt“

Reisen bildet. Wir kannten bis dato zwar den Spruch „Vom Hafer gestochen“, „Vom Hopfen gekratzt“ war uns aber neu: So nennt man es hier, in der Hallertau, wenn jemand die Faszination Hopfen gepackt hat. Und nicht mehr loslässt. Meist geht es durch sanftes Hügelland, vorbei an den grünen Hopfengärten, die wie hohe Bäume neben den Radwegen Spalier stehen. Danach patrouillieren die bis zu sieben Meter hohen, kahlen Hopfenstangen – die architektonisch kunstfertig aufgebaut worden sind – am Wegesrand. Sicherlich auch eine ganz besondere Stimmung, die die zahlreichen Sagen und Mythen der Region erklärt. März bis Oktober gelten generell als perfekte Radreisemonate für die Region.

Kaum zu glauben, dass diese Region unter Radfahrern immer noch als Geheimtipp gehandelt wird. An kulinarischen Highlights mangelt es auf der Hopfen-Schleife auch nicht – von der urigen Brotzeit im Biergarten bis hin zum Hauben-Gasthaus reicht das breit gefächerte Gourmetangebot. 

Unser Hopfen-Fazit

Die Tour erweist sich als herrlich abwechslungsreich, das Thema Hopfen zieht sich konsequent durch. Aber genauso, wie man ein Bier selbst einmal gekostet haben sollte, sollte man auch diese Erfahrung am besten selbst einmal machen. 

Na dann, „trau di a! und „wohl bekomm‘s!“

11. April 2022

Katharina Flick

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