Lauschpausen am Moselradweg - Radtourenmagazin

Lauschpausen am Moselradweg

Beilstein gilt als einer der romantischsten Orte an der Mosel. Hinüber kommt man mit einer Fähre.

Der Mosel-Radweg gilt als Perle der deutschen Premium-Routen – zu Recht. Denn er begleitet nicht nur einen der schönsten Flussläufe Deutschlands, sondern führt auch durch eines der berühmtesten Weinanbaugebiete der Republik. Informationen über die Attraktionen entlang der Strecke gibt es jetzt ganz modern – per Lauschtour-App vom Smartphone.

Text und Foto: Christiane Neubauer

Wie eine Fata Morgana tauchen die Umrisse der römischen Villa aus dem Nebel auf, der an diesem Morgen kuschelig wie Watte im Tal der Mosel hängt. Von weitem sieht das Gebäudeensemble mit seinen mächtigen Ecktürmen und der Säulenhalle eher wie eine mittelalterliche Burg aus und gar nicht wie ein Bauernhof. Das könnte daran liegen, dass die sogenannte „Villa rustica“ in Mehring einst einer der prächtigsten Gutshöfe der ­Römer im Trierer Land gewesen sein soll. Noch bevor wir Details der rekonstruierten Anlage erkennen können, ­erklingt aus dem Smartphone am Lenker ein wohltönendes „Pling“. Mit diesem Signal gibt uns die Lauschtour-App, die wir noch zuhause aufs Handy heruntergeladen haben, zu verstehen, dass es sich lohnt, anzuhalten, abzusteigen und eine Lauschpause einzulegen.

Anekdoten und Lokalpatrioten

Und dann geht es auch schon los: Metallisches Hämmern wie aus einer Schmiede dringt zu uns herüber. Eine Kuh brüllt und ganz deutlich ist auch das Gackern mehrerer Hühner zu hören. Mit etwas Fantasie fühlt man sich um 2000 Jahre in der Zeit zurückversetzt. Ja, man glaubt sehen zu können, wie das Federvieh am Fuß der Säulenhalle im Dreck scharrt, während der Schmied über dem Amboss seinen mächtigen Hammer schwingt. Dann hören wir die Stimme von Matthias Fassian: „Wie alle römische Villen an der Mosel war auch diese als Bauernhof konzipiert. Da die Villen jedoch auf Sichtweite zueinander gebaut waren, geht man davon aus, dass sie auch der Überwachung des Landes dienten.“ Fassian ist ein exzellenter Kenner der Materie. Er hat in den 80er Jahren nicht nur die Ausgrabungen der Villa durch Archäologen des Rheinischen Landesmuseums Trier hautnah miterlebt, sondern auch bei der anschließenden Rekonstruktion der Gebäude tatkräftig mitgeholfen. Heute teilt er sein Wissen live mit Besuchern bei Führungen und seit kurzem eben auch digital – mit den Nutzern der Lauschtour-App. Mehr dazu in der aktuellen Ausgabe RADtouren 2/21.

10. März 2021

Julia Schmidt

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