Island - Radtourenmagazin

Island

Spätestens seit sich Island im Jahr 2016 überraschend für die Fußball-EM qualifizierte und das Gänsehaut auslösende „Húh!“ der begeisterten Fans durch die Stadien hallte, kennt wohl jeder das kleine Land im Nordmeer mit seinen knapp 360 000 Einwohnern. Für Radfahrer, die heftigen Wind, Regen und niedrige Temperaturen nicht scheuen, bietet die Insel eine perfekte Spielwiese für ein Reiseabenteuer mit Rad und Zelt.

Den vollständigen Beitrag lesen Sie in der Ausgabe RADtouren 6/2019.

Text und Foto: Carsten Grüttner

 

Infos zum Nachfahren

An- und Abreise

Iceland Air fliegt die circa 3,5 Stunden dauernde Strecke ganzjährig und bietet Direktflüge von Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, München und Zürich an. Eurowings fliegt in den Sommermonaten direkt ab Berlin, Hamburg und Köln. Die Flugpreise variieren je nach Startflughafen, Gesellschaft, Saison und Buchungszeitraum zwischen circa 200 Euro und 700 Euro (Hin- und Rückflug). Bei Eurowings kostet die online buchbare Fahrradmitnahme derzeit 50 Euro pro Strecke, bei Iceland Air 77 Euro. Eine vorherige Anmeldung und eine Transportverpackung sind erforderlich. Beschaulicher gestaltet sich die Reise mit der eher zweckmäßig ausgestatteten Autofähre MS Norröna (Smyril Line) in zweieinhalb Tagen ab Hirtshals (dem nördlichsten Punkt Dänemarks) bis an die isländische Ostküste (Seyisfjörur).

Gefahrene Route (Pro Woche)

1. Woche: Keflavík – Arnarstapi 295 km

2. Woche: Arnarstapi – Ísafjörur 429 km

3. Woche: Ísafjörur – Borgarnes 336 km

Gesamt: 1060 km

+ Busfahrt Borgarnes > Keflavík 148 km

Sehenswertes

Reykjavík: Konzerthaus Harpa, Hallgrimskirche, Walbeobachtung (beste Zeit Juli bis August), Ausflug zur Blauen Lagune; Arnarstapi: Snæfellsnes Küsten-Wanderweg, Nationalpark Snæfellsjökull; Rif: The Freezer Hostel & Culture Centre; Látrabjarg: Beobachtung Papageitaucher; Naturpark Dynjandi mit Wasserfällen; Ísafjörur: Altstadt

Streckencharakter & Ausrüstung

Die Strecke verläuft größtenteils auf asphaltierten Straßen, die aber nur wenig befahren sind, und gelegentlich auch auf gut fahrbaren Schotterpisten. Nach einem entspannten Einrollen auf eher flachen Strecken geht es weiter nördlich über zahlreiche kleine Pässe, welche die kleinen Orte entlang der Küste miteinander verbinden. Zwischen Stykkishólmur und Breidafjörur Bay ist täglich die Fähre „Baldur“ unterwegs. Ziel war es, auf einsamen Strecken unterwegs zu sein und die stark befahrene Ringstraße Islands zu meiden (daher auch die letzte Etappe per Bus). GPS-Daten, Google-Maps oder Ähnliches sind zur Orientierung und für das Ausweichen auf Nebenstraßen hilfreich, aber nicht zwingend erforderlich, da die Auswahl der verfügbaren Straßen und Wege begrenzt ist. Island eignet sich aufgrund hoher Hotelpreise und zahlreicher Campingplätze vor allem für Radreisen mit Zelt und Schlafsack. Da auch im Sommer und vor allem nachts die Temperaturen im niedrigen einstelligen Bereich liegen und Regenschauer sowie starke Winde ihr Übriges tun, empfiehlt sich guter Regen- und Windschutz (siehe auch „Kaufberatung Winterbekleidung“, Seite 60). Angesichts der sehr dünnen Infrastruktur und hoher Restaurantpreise ist auch die Mitnahme von Kocher und Campinggeschirr empfehlenswert.

Reisezeit

Die beste Zeit für Radreisen in Island ist der Sommer. Von Juni bis Ende August steigen die Temperaturen und im Juli kann es bei Sonnenschein auch bis zu 25 Grad warm werden. Die Durchschnittstemperaturen betragen aber auch im Sommer nur 10 Grad. Vor allem lockt im Sommer die Aussicht auf lange Tage im Licht der Mitternachtssonne, da Island nur knapp unterhalb des Polarkreises liegt. Die langen Tage ermöglichen es dem Radreisenden, sich ganz im eigenen Rhythmus zu bewegen. Wer allerdings schon Anfang Juni über das isländische Hochland fahren möchte (nicht Teil der hier vorgestellten Reiseroute), muss mit schlammigen Pisten und reißenden Flüssen rechnen; die meisten Pässe sind dann noch gesperrt. Es empfiehlt sich daher, sich über den Zustand der Pässe zu informieren, bevor man aufbricht.

Unterkünfte & Campingplätze

Island verfügt über ein gutes Netz von festen Unterkünften und Campingplätzen. Hotels können in der Hauptsaison allerdings schnell über 100 Euro/Nacht kosten, ohne dabei viel Luxus zu bieten. Demgegenüber sind die circa 150 Campingplätze auf Island vergleichsweise günstig (ab circa 12 Euro) und verfügen oft über eine gut ausgestattete Gemeinschaftsküche, Waschmöglichkeiten oder gar einen Swimmingpool.

Landkarte & Reiseführer

Es ist empfehlenswert, sich im Tourist-Office in Reykjavík die jeweils aktuelle und kostenlose Fahrradkarte für Island zu besorgen oder sich diese online unter https://cyclingiceland.is/de/ herunterzuladen. Auf der Karte gibt es auch nützliche Informationen zur Ausstattung der jeweiligen Campingplätze.

Stefan Loose: Reiseführer Island, Verlag Loose, ISBN-10: 9783770178704, 24,99 Euro.

Sonst noch gut zu wissen

Island gehört nicht zur EU, wohl aber zum Schengenraum. Das garantiert die Reisefreiheit und daher können Deutsche, Österreicher und Schweitzer ohne Visum mit Reisepass oder Personalausweis beziehungsweise Identitätskarte einreisen (wenn sie mindestens noch drei Monate gültig sind).

Wer auf Island mobil bleiben möchte, besorgt sich gleich am Flughafen eine isländische Daten-SIM für sein Smartphone und ist damit unterwegs von lokalen WLANs unabhängig (zum Beispiel für Hotelbuchungs-Apps, die einen per GPS zur Unterkunft lotsen).

Fast überall kann man auf Island mit Kreditkarte bezahlen, selbst Kleinstbeträge im Café oder die Gebühr auf dem Campingplatz.

GPS

GPX-Track Island

08. November 2019

Katharina Garus

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