Bei den Schattengeistern - Radtourenmagazin

Bei den Schattengeistern

Den Goldenen Bambuslemur gibt es nur in Madagaskar. Er ist vom Aussterben bedroht.

Text und Fotos Gerhard von Kapff

Schaut mal – dort“, flüstert Neina und zeigt auf eine Stelle im Dschungel, an der sich etwas bewegt. Neina ist seit vielen Jahren Ranger im Ranomafana Nationalpark an der Ostküste von Madagaskar und kennt die Pflanzen und Tiere, die hier im Regenwald leben, so gut wie kaum ein anderer. Er weiß auch, wo die Lemuren ab und zu von den Bäumen auf den Boden klettern, um nach Nahrung zu suchen, und hat nun einen der Primaten entdeckt. „Bewegt euch langsam“, raunt er uns zu.

„Und bitte nicht sprechen!“ Ein Goldener Bambuslemur hat ein auf der Erde liegendes, abgebrochenes Bambusstück entdeckt und reißt nun mit seinen kräftigen Zähnen die Rinde ab, um an das saftige Innere zu kommen. Ganz geheuer ist ihm offensichtlich nicht, als er uns entdeckt. Sein Blick wechselt ständig zwischen den ungebetenen Besuchern und dem Bambusstück. Doch sein Appetit scheint größer zu sein als seine Scheu. Die Goldenen Bambuslemuren zählen zu den größeren Vertretern der sogenannten Feuchtnasenaffen. Die Säugetiere mit den großen, oft kugelrunden Augen und den markanten Gesichtern leben ausschließlich auf Madagaskar und ein paar nahen Inseln. Die meisten Lemurenarten, deren Name übersetzt „Schattengeister der Verstorbenen“ lautet, sind in ihrem Bestand bedroht,
weil ihr Lebensraum durch Brandrodung und Abholzung
schwindet.

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11. Oktober 2021

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