So integrieren Sie Points of Interest (POI) in Ihre Tour - Radtourenmagazin

So integrieren Sie Points of Interest (POI) in Ihre Tour

Manchmal sind auf Radtouren die Zwischenziele mindestens genauso wichtig wie das Etappenziel. Wir erklären, wie Sie Points of Interest (POI) in Ihre Tour integrieren und sicher ansteuern.

Text: Thomas Froitzheim
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 rawpixel.com/Freepik

Zuweilen kommt es bei Radtouren nicht auf den Weg als Ziel an, sondern auf die Zwischenziele – beispielsweise wenn die Radtour im Zeichen der Kulinarik steht und diverse Gaststätten oder Rastplätze angesteuert werden sollen. Viele digitale Karten für GPS-Geräte und Smartphone-Apps enthalten bereits eine Menge von POI, und diese „Points of Interest“ werden in der Regel in verschiedene Kategorien zusammengefasst, zum Beispiel Restaurants, Hotels oder Campingplätze. Leider gibt es keine einheitliche Kategorisierung, sodass man sich erst einmal mit seiner speziellen Karte oder App befassen sollte: Unterscheidet sie beispielsweise zwischen Café und Weinstube? Oder fasst sie alles in der Kategorie Restaurant zusammen? Hat man ein interessantes Ziel gefunden, können Sie diesen POI als (Zwischen-)Ziel in Ihr Navi eingeben und sich dorthin navigieren lassen.

Aber bevor Sie diese scheinbar bequeme Reise antreten, sollten Sie einiges bedenken. POI gelangen in digitale Karten meist als Massenware, sind häufig nicht aktuell und fehlerhaft. So haben wir beispielsweise in den aktuellsten Karten von Premium-­Herstellern Gastwirtschaften gefunden, die es bereits seit mehreren Jahren nicht mehr gibt. Selbst im scheinbar superaktuellen Google Maps werden Geschäfte angezeigt, die längst aufgegeben wurden, und das gleiche trifft auf OpenStreetMap zu. Also: erst prüfen, dann planen, dann losfahren.

Export mit und ohne Zwischenziele

Viele touristische Regionen haben bereits kulinarische Touren zusammengestellt (siehe auch Seite 76), und diese Tourenvorschläge und Themenwege stehen in der Regel digital zum Download zur Verfügung. Man sollte jedoch genau beachten, welche Daten bereitgestellt werden – vielfach ist es nur der Streckenverlauf als „Track“. Der reicht zwar für die Navigation komplett aus, zeigt aber nicht an, wo die interessanten Zwischenziele liegen und wann sie erreicht werden.

GPX-Dateien können aber auch mit Zwischenzielen angereichert werden, indem man den Track mit „Wegpunkten“ ergänzt. Nutzer des Tourenportals Outdooractive kennen dies von zahlreichen Tourenvorschlägen, bei denen sie beim Download jeweils gefragt werden, ob man die Wegpunkte mit exportieren möchte. Entscheiden Sie sich dafür, bekommen Sie die Wegpunkte auf der Karte Ihres GPS-Gerätes zusätzlich zum Streckenverlauf angezeigt.

Leider meldet das Gerät aber nicht, wenn Sie ein Zwischenziel erreichen. Ist das Zwischenziel unscheinbar, kann man es durchaus übersehen. Also: Augen auf! Um sich die Sache zu erleichtern, lohnt es sich unter Umständen, im Vorfeld zu recherchieren, bei welchem Kilometer Sie beim angepeilten Zwischenziele ungefähr ankommen. Wichtig ist natürlich auch, dass der Track die Ziele auch wirklich berührt.

Besteht die Gefahr, dass man die Zwischenziele nicht direkt erkennt (zum Beispiel den berühmten Baum im Wald oder ein sehenswertes Haus in einer historischen Innenstadt), teilen Sie Ihre Strecke am besten in einzelne Tracks auf, die jeweils bis zum nächsten Zwischenziel führen. Dann gelangen Sie zuverlässig zum POI und wissen unterwegs auch immer, wie weit es noch bis dahin ist. Zur Bearbeitung von Tracks und Wegpunkten empfiehlt sich Garmins kostenlose Software BaseCamp

Eine andere Möglichkeit wäre, sich im Vorfeld die einzelnen Ziele aufzuschreiben und sich nacheinander vom Navi dorthin leiten zu lassen. Aber Vorsicht: Bei der Vor-Ort-Navigation berechnet das Navi selbstständig den Weg zu den einzelnen Zwischenzielen. Dabei findet es leider nicht immer die schönste Strecke.

Übrigens: Verlässlicher Genuss ist gar nicht so einfach zu planen. Denn wenn auch das Ziel präzise angesteuert werden kann, so bleibt doch immer noch die Frage der Öffnungszeiten (montags geschlossen?) und schließlich der freien Plätze (geschlossene Gesellschaft!). Erst eine Reservierung per E-Mail oder besser telefonisch bringt den garantierten Erfolg.

10. April 2020

Katharina Garus

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