Kaufberatung Packtaschen - Radtourenmagazin

Kaufberatung Packtaschen

Keine Tour ohne TaschenDen passenden Stauraum ans Fahrrad zu bekommen, ist heute einfacherer denn je. Wir haben eine Übersicht der vielfältigen Behältnisse aufgestellt und geben praktische Tipps zum Packen und Organisieren.

 

Text: Ingo Effing
Foto: Ortlieb/Georg Bleicher

 

Egal ob auf Asphalt, auf Waldwegen oder auf schmalen Pfaden durch entlegene Bergwelten – dem Abenteuer auf zwei Rädern sind heute kaum noch Grenzen gesetzt. Spätestens seit dem Bikepacking-Boom ist das Radwandern endgültig von alten Zwängen befreit. Dank einer stetig wachsenden Vielfalt an Fahrradtaschen kann inzwischen jedes Rad tourentauglich ausstaffiert werden. Neue Spezialtaschen und bewährte Klassiker lassen sich dabei beliebig kombinieren und dem individuellen Tour-Bedürfnis anpassen. Kaum ein Zentimeter zwischen Lenker und Ausfallende, der sich nicht in Stauraum verwandeln lässt.

Radtouren auf unbefestigten Wegen gibt es zwar nicht erst seit der Gravelbike-Welle, die vor einigen Jahren von Amerika aus auch hier übers Land gerollt ist, aber sie hat auch in Europa den Trend zum Radwandern in der Natur befördert. In der Folge wuchs auch die Zahl an speziellen Fahrradtaschen; neue Hersteller und Sets schießen wie Pilze aus dem Boden. Wir werfen einen Blick auf das bunte Spektrum.

  1.  Hinterrad­tasche: Die Klassiker gibt es in zahlreichen Variationen. Einzeln, im Set oder zusammenhängend als Doppeltasche für Systemträger, es gibt Spezialtaschen beispielsweise für E-Bikes mit Akkuhalter oder als XXL-Kombination. Tipp: Am Heck ist Platz für schwere Teile wie Werkzeug oder Flüssigkeiten, die tagsüber nicht benötigt werden. Je schwerer, desto tiefer in die Tasche. Ein tiefer Schwerpunkt stabilisiert das Fahrrad, es rollt ausgeglichener und kippt weniger schnell zu Seite. Beide Taschen sollten gleichmäßig belastet werden, damit keine Schlagseite entsteht.
  2.  Träger: Auf dem Gepäckträger kann Sperrgepäck wie Zelt oder Isomatte mitfahren, auch wasserdichte Taschen oder große Packsäcke bieten sich an. Eine Alternative mit weniger Volumen sind die steiferen Trunkbags. Sie lassen sich am Trägergestänge anbringen, sind oft mehrfach unterteilt und mit ausklappbaren Seitentaschen oder Flaschenhalter ausgestattet.
  3. Lenkertasche: Für den Lenker gibt es diverse Spezialtaschen, etwa für die Fotoausrüstung oder den Transport kleiner Hunde. Die Klassiker sind meist mit mehreren Fächern, Netzen und Ösen versehen. Transparente ­Deckelfächer machen die Navigation mit Landkarte, GPS-Gerät oder Smart­phone möglich. Am Lenker kann Kleinkram wie Schlüssel, Geldbörse, Kamera oder Sonnenbrille
    griffbereit verstaut werden. Tipp: Hier lagern oft wichtige oder wertvolle Teile. Einige Taschen lassen sich zum Schutz vor Gelegenheitsdieben während des Zwischenstopps abschließen.
  4. Vorderradtasche: Taschen am Lowrider sind beim Radreisen zwecks einer besseren Gewichtsverteilung grundsätzlich eine gute Idee. Last auch auf die Gabel zu verteilen, verbessert die Straßenlage, das Rad läuft ruhiger und der Vorderreifen findet mehr Halt. Zu viel Ballast kann die Lenkung beeinträchtigen. Tipp: Rollverschlüsse sollten mindestens dreimal eingerollt werden, damit Staub- und Spritzwasserschutz gewährleistet sind.
  5. Satteltasche: Gibt es als Halfter mit Packsack oder als geschlossene Tasche, das Volumen variiert zwischen drei bis 17 Litern. Da der Schwerpunkt der Seat-Packs hoch liegt, sollten nur leichte Teile verstaut werden, die sich gut komprimieren lassen. Je länger und schwerer der Aufbau, desto eher neigt er zum störenden „Schwanzwedeln“. Gute Taschen besitzen weitere Schlaufen oder ein Netz aus Gummibändern, um beispielsweise die Regenjacke nach einem Schauer zu trocknen. Tipp: Wackelige Aufbauten können mit einem extra Bügel beruhigt werden, der an die Sattelstütze geschraubt wird.
  6. Oberrohrtasche: Die schmalen Accessory-­Packs sind leicht zugänglich und eignen sich für Energieriegel, Schlüssel und Bord-Elektronik. Tipp: Gut im Blick und geschützt im Winkel auf dem Oberrohr, eignen sich Modelle mit transparentem Deckelfach besonders zur Navigation mit Smartphone und Powerbank.

  7. Bikepacking Lenkertasche: Die meisten Modelle docken mit Schlaufen am Lenker an. Wie bei den Satteltaschen gibt es geschlossene Varianten und flexibel einsetzbare Halftermodelle, die einen wasserdichten Packsack aufnehmen. Bei Rädern mit Rennlenker begrenzen die nach unten laufenden Bügel den Platz (unbedingt vor dem Kauf ausmessen). Die Lenkertasche bietet bis zu 20 Liter Raum für leichte Ausrüstung wie Schlafsack, Isomatte oder Jacke. Tipp: Viele Halftermodelle lassen sich erweitern. Kleine Taschen oder Säcke können aufgesetzt und mit Gurten festgezurrt werden.

  8. Rahmentasche: Bei der Tasche im Rahmendreieck ist besonders auf die Passung und mögliche Konflikte mit der Zugführung zu achten. Die praktischen Frame Bags können auch beim klassischen Reisen mit Packtaschen nützlich sein. Zu unterscheiden sind Modelle, die den Rahmen vollständig ausfüllen und kleinere Ausführungen, die noch Platz für eine Trinkflasche oder ein Federbein lassen. Tipp: Im Zweifel lieber die kleine Variante kaufen, die Klettverschlüsse sind meist lang genug. Ist die Tasche zu groß, besteht die Gefahr, dass sie ausbeult und beim Pedalieren an die Knie stößt.

  9. Cargo Cages: Die vielseitig einsetzbaren Käfige finden am Flaschenhalter unter dem Rad oder an der Gabel Platz, falls dort Ösen vorhanden sind. Drei bis vier Kilo können die Cages halten, die tiefe Lage empfiehlt sich für schwere Getränkeflaschen oder für ein Minizelt, die Gabel eher für kleine Schlafsäcke oder auch Isomatten. Tipp: Passt es nicht auf Anhieb, kann ein Flaschenhalter-Positionsadapter die Aufnahme um bis zu vier Zentimeter verschieben.

23. März 2020

Katharina Garus

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