Interview Robbert Rutgrink, Santos: "Macht es einfach" - Radtourenmagazin

Interview Robbert Rutgrink, Santos: „Macht es einfach“

Der Radhersteller Santos hat sich mit hochwertigen Reiserädern aus Holland einen Namen gemacht. Nach den Niederlanden, Belgien und Australien will Santos nun auch den deutschen Markt erobern. Drei Fragen an Firmengründer Robbert Rutgrink.

RADtouren: 1997 hast du im Alter von 27 dein eigenes Unternehmen gegründet. Was war deine Idee? Gab es nicht schon bereits genügend andere Radhersteller?

Robbert Rutgrink: Na klar, es gab auch damals schon etliche Fahrradhersteller, das hat sich bis heute dummerweise noch nicht geändert (lacht). Leider gibt es viele Räder in mieser Qualität. Genau da wollte ich ansetzen. Unsere Kunden können sich ihr Traumrad online bis ins kleinste Detail zusammenstellen und später bei einem unserer Vertriebspartner abholen. Klar sind unsere Räder nicht ganz günstig – sie beginnen bei etwa 2000 Euro – dafür bekommen die Kunden ein hochwertiges Unikat.

RADtouren: Jetzt wollt Ihr auch in Deutschland durchstarten und arbeitet dafür mit dem deutschen Nachrüster Pendix zusammen. Wie kam es dazu?

Robbert Rutgrink: Auch in Deutschland gibt es viele Fahrradverrückte, die wir glücklich machen wollen. Am Thema E-Bike kommt heute allerdings kein Hersteller vorbei, deswegen suchte ich nach einer Möglichkeit, unsere Räder zu elektrifizieren. Als ich auf den Nachrüstsatz von Pendix stieß, war ich zunächst skeptisch. Je mehr ich mich aber damit beschäftigte, desto besser gefiel mir das System. Außerdem fand ich viele Gemeinsamkeiten beim Anspruch an die Qualität des Produkts.

RADtouren: Santos ist gerade bei Pendlern und Radreisenden sehr beliebt. Warum?

Robbert Rutgrink: Ja, Santos-Fahrer werden nur selten durch eine Panne aufgehalten, das ist bestimmt einer der Gründe. James Bowthorpe zum Beispiel ist 2009 in nur 176 Tagen einmal um die Welt geradelt. Er benutzte dafür ein Santos „Travelmaster“ mit einem Riemenantrieb, der auf eine Rohloff-Nabenschaltung montiert war. So etwas hatte es zuvor nicht gegeben, da waren wir die ersten. James musste den Riemen nur ein einziges Mal austauschen. Oder mein Nachbarn und Freund Mattjis. Auch er ist um die Welt geradelt, hat sich allerdings ein ganzes Jahr Zeit genommen und erzählt heute noch ständig von seinen Erlebnissen. Auf dem Rad die Dörfer abzuklappern, Menschen zu treffen und vielleicht sogar neue Freunde zu finden, das macht für mich den ganz großen Reiz von Radreisen aus. Wer also noch zögert, ob er wirklich losfahren soll, dem kann ich nur zurufen: Macht es einfach! Es gibt immer Gründe, die dagegensprechen, aber noch viel mehr Gründe, es zu tun. Es gibt wahnsinnig viel mehr zu sehen und zu erleben als auf Reisen mit Bus, Bahn oder Flugzeug.

06. Juli 2020

Katharina Garus

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