Kaufberatung: Finden Sie Ihr perfektes Gravelbike - Radtourenmagazin

Kaufberatung: Finden Sie Ihr perfektes Gravelbike

Neben E-Bikes sind Gravel-Räder der Fahrradtrend schlechthin.
Wir finden zu recht, denn die
geländetauglichen Rennräder sind einfach super vielseitig und auch auf Radreisen ein zuverlässiger Begleiter. Wir helfen Ihnen, unter den unzähligen Modellen das für Sie perfekte zu finden.

Text & Foto: Katharina Garus

 

Gravelbikes sind vielleicht die eierlegenden Wollmilchsäue unter den Fahrrädern. Sie sind schnell wie ein Rennrad, offroad-tauglich wie ein Mountainbike und können als Packesel dienen wie ein Reiserad. Doch in ihrem grundsätzlich breiten Einsatzspektrum sind die einzelnen Gravelbikes jeweils für unterschiedliche Zwecke optimiert. So erfreut das eine Gravel-Rad vor allem Fahrer mit Spaß an der Geschwindigkeit, das andere überwindet besonders mühelos Wurzeln und Steine und das dritte ist mit entsprechenden Ösen optimal für die Gepäckaufnahme vorbereitet. Deswegen ist es gar nicht so einfach, unter den vielen tollen neuen Gravelbikes auf dem Markt das für sich perfekte zu finden.

Fragen Sie sich zunächst: Wann, wo und wie möchten Sie auf ihrem Gravelbike fahren? Soll es fürs Pendel, die sportliche Feierabendrunde oder die mehrtägige Radreise sein? Wollen Sie möglichst komfortabel oder möglichst schnell ans Ziel kommen? Die Antwort darf durchaus auch lauten: sowohl als auch. Dann brauchen Sie eben den Alleskönner unter den Gravelern. Der erreicht dann vielleicht in den einzelnen Kategorien keine absoluten Topwerte, ist aber am Ende vielleicht für Sie die fette Kuh unter den eierlegenden Wollmilchsäuen.

Gemeinsamkeiten und Unterschiede

Doch worin unterscheidet sich jetzt ein Gravelbike von einem Mountainbike, einem Trekkingrad und einem Rennrad? Oder anders: Was eint die neue Radgattung? Am einfachsten zu erkennen ist ein Gravelbike am Rennradlenker. Anders als bei Rennrädern, wo die Lenkerbögen senkrecht stehen, sind diese bei Gravelbikes jedoch oft mehr oder weniger weit nach außen ausgestellt. Dieser „Flare“ schafft mehr Platz für breite Lenkertaschen und soll mehr Kontrolle im Gelände bringen.

Vom Rennrad unterscheidet sich das Gravelbike optisch außerdem durch breitere und profilierteren Reifen. Während in einem Rennradrahmen in der Regel maximal 28 Millimeter dicke Pneus Platz finden, beherbergt manches Gravel bis zu 45 Millimeter breite Reifen. Breite und Profil der montierten Reifen wiederum bestimmen wesentlich den Charakter des Rades. Wer Wert auf Geschwindigkeit legt, setzt auf schmale Mäntel mit wenig Profil. Wer mit viel Gepäck unterwegs ist, braucht mehr Reifenvolumen. Wer viel auf losem oder matschigem Untergrund fährt, sollte besonderen Wert auf ein ausgeprägtes Profil legen.

Zwar kann man Mäntel problemlos wechseln, aber zum einen müssen Reifen- und Felgenbreite zusammenpassen und zum anderen legt man für einen neuen Satz Reifen schnell mal 100 Euro auf den Tisch. Da lohnt es sich schon, bereits beim Radkauf darauf zu schauen, was ab Werk montiert ist – und mit dem Fachhändler gegebenenfalls über ein anderes Paar Mäntel zu verhandeln.

Auf den Einsatzzweck kommt‘s an

Durchaus unterschiedlich ist bei Gravelbikes auch die Rahmengeometrie und damit auch die Sitzposition. Bevor sich die Bezeichnung Gravel auf dem Markt etablierte, gab es schon Cyclocrosser. Die entstammen dem Querfeldein-Radrennsport und sind bezüglich vieler Spezifikationen dem heutigen Gravelbike sehr ähnlich – aber auf Wettkampfsport getrimmt. Längeres Oberrohr, kürzeres Steuerrohr bedeuten: Mehr Wendigkeit, dafür weniger Laufruhe. Mehr Schnelligkeit, dafür weniger Komfort. Geringeres Gewicht, dafür weniger Traglast – pauschal gesprochen.

Auch in Sachen Übersetzung lohnt sich ein genauerer Blick und vor allem der Abgleich mit dem Einsatzgebiet. Eine Einfachschaltung vorne, kombiniert mit einem entsprechend großen Ritzel hinten deckt heute fast den Umfang einer Zweifachschaltung ab. Aber die Gang­sprünge sind größer. Wer lange Anstiege erklimmen möchte, für den ist das egal. Wer aber viel im welligen Terrain unterwegs ist und viele Schaltvorgänge tätigt, für den sind feine Gangsprünge wichtig. Er wird mit einer Zweifachschaltung womöglich glücklicher werden…

Den kompletten Artikel, zusammen mit der Vorstellung einiger Gravelbikes für verschiedenen Einsatzzwecke, lesen Sie in RADtouren 4/2020.

10. August 2020

Katharina Garus

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