Fahrradstadt Kopenhagen - Radtourenmagazin

Fahrradstadt Kopenhagen

God Tur og tak fordi du cykler i byen! – Gute Fahrt und danke, dass Sie in der Stadt Rad fahren!“ Was für ein Empfang! „Hallo Radfahrer, du bist Nummer 11.770 heute.“ So spricht uns die Zählsäule auf der Königin Luise Brücke in Kopenhagen an. Endlich einmal ein gutes Gefühl, nur Eine unter tausenden zu sein. Bei unserer Sightseeing-Radtour wollen wir die Radverkehrsinfrastruktur ebenso im Auge behalten wie die Sehenswürdigkeiten.Zunächst geht es aber zu Fuß los, denn wir wollen nicht mit unseren Tourenrädern auf Citytour gehen, sondern ein stilechtes Kopenhagenrad ausleihen. Eine Stichprobe der städtischen Leihräder, die es gegen ein paar Kronen Pfand zu haben gibt, fällt negativ aus. Nicht gerade ein hoher Fahrkomfort. Wir suchen ein Cargobike, oder auch Kängurubike. Das ist ein Dreirad, bei dem der Kinderanhänger quasi auf den Vorderrädern aufsitzt. Der nächste Fahrradverleih ist nicht weit, und wir ergattern prompt ein Kängurubike.Jetzt kann es losgehen. Zunächst auf die Grüne-Welle-Strecke in der Nørrebrogade. Dort haben Radfahrer bei Tempo 20 durchgängig freie Fahrt. Somit wird das Rad während der Rush-hour zum schnellsten Verkehrsmittel. Poller mit grünem Dach markieren dagegen die Grünen Routen. Wer nicht unbedingt den direktesten Weg sucht, sondern lieber durch ruhige Ecken sein Ziel ansteuert folgt dem Grün durch die Stadt. Wir biegen auf die Cykelrute 51 und pedalieren auf ruhigen Wegen weiter. So können sogar Familien in der Stadt richtig entspannt Radtouren unternehmen.Da wir uns mitten in einer Großstadt bewegen, sind immer wieder größere Verkehrsadern zu kreuzen, oft gibt es aber extra Fahrradbrücken und man muss nicht im Verkehrslärm warten, bis man queren kann. Auch übers Wasser gibt es extra Brücken für den Rad- und Fußverkehr, dadurch werden die Wege für die nicht motorisierten Verkehrsteilnehmer erheblich verkürzt. Weitere Besonderheiten sind Fußabstellstangen an den Ampeln, so muss man nie aus dem Sattel. Mancherorts wurden Mülleimer geneigt in Fahrtrichtung aufgestellt, damit man beim Fahren seine Bananenschale entsorgen kann. Außerdem gibt es Luftpumpenstationen. Die Folge der zahllosen Maßnahmen: Die Verhältnisse kehren sich um. So muss man in Kopenhagen beim Geradeausfahren keine Angst vor rechtsabbiegenden Autos haben. So viele Radfahrer werden nicht übersehen! Autofahrer hingegen kommen beim Rechtsabbiegen schon mal ins Schwitzen. Auch von uns fordert das hohe Radverkehrsaufkommen Konzentration. Jetzt wissen wir auch, warum so viele Radfahrer mit sehr schmalen Lenkern unterwegs sind – es geht einfach eng zu.Wir kommen vorbei am Fisketorv und durch die grünen Ecken von der Insel Amager nach Christiania. Der autofreie Stadtteil ist ringsum extrem voll von PKWs – so frei sind die Bewohner des alternativen Dorfes wohl nicht, zumindest nicht von Autos. Nach einem Schlenker geht es nach Nyhavn mit seinen bunten, wohlgegliederten Fassaden entlang von Kanälen auf denen malerisch Segelboote schaukeln. Langsam wird unserer Tochter die Stadtrundfahrt zu viel. Doch die kleine Meerjungfrau muss noch sein. Das nur wenige Meter von unserer Route liegende Schloss Amalienborg und die Marmorkirche müssen wir sausen lassen. Zurück geht es im Berufsverkehr durch volle und auch laute Straßen zum Nørreport und schließlich wieder zur Königin Luise Brücke bei den Seen. Auf diesem Stück haben wir gemerkt, auch Kopenhagen kann für Radfahrer anstrengend sein. Dennoch, in Kopenhagen Rad zu fahren ist eindrucksvoll und gibt ein tolles Gefühl. Uns gefällt besonders die Vielfalt unter den Radfahrern und ihren Vehikeln. Auch die Individualität der Fahrradläden begeistert. Und noch eine Anmerkung: Die Helmquote ist extrem niedrig.

Länge der Tour

ca. 400 km Wegenetz

Geeignet für

RennradKinderRadwandern

Etappen

1.

Start/Ziel: Kopenhagen:

Stadtseen, Zoologischer Garten, Schloss und Park Frederiksberg, Christiania, Our Saviours Kirche, die alte Börse, Christianshavn, die kleine Meerjungfrau. Schloss Amalienborg und Marmorkirche sowie viele weitere Sehenswürdigkeiten werden ebenfalls auf nur

www.copenhagenize.comt

25. März 2020

RADtouren

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