ÖSTERREICH | RADREISE

Feistritztal-Radweg

Die Täler im Südosten Österreichs sind beschaulich: Wer hier Fahrrad fährt, kommt zur Ruhe.
Der Fluss Feistritz entspringt vor einer idyllischen Naturkulisse – dem 1.298 m hohen Feistritzsattel. Stromabwärts trifft das Gewässer auf den Ort Ratten. Dort erinnert das Bergbaumuseum an das Brauchtum des Jogllands. Man transportierte die abgebaute Braunkohle mit der Feistritztalbahn weiter. Arbeiter entfernten 1981 die Gleise, präparierten den leicht abschüssigen Weg für Radfahrer. Die 18 km bis Birkfeld sind Genuss pur: Das Alpengewässer nimmt Geschwindigkeit auf, zwängt sich durch die Stubenbergklamm, erreicht den gleichnamigen Ort. Er ist eine wichtige Station an der steirischen Schlösserstraße. Auch die steirische Apfelstraße läuft durch die Gegend. Die Sonne verwöhnt die Hänge, lässt Wein, Obstsorten und Kastanien reifen.Den Wohlstand spiegeln die zahlreichen Prachtbauten wieder. Südlich des Sees zieht das Schloss Herberstein die Blicke an. Die Höhepunkte? Hier der Arkadenhof und der Rittersaal. Da der historische Garten und der Zoo. Seit dem 17. Jahrhundert hält man auf dem Gut Tiere. Heute bekommt man 100 Arten von fünf Kontinenten vor die Kamera.Die Steigungen liegen hinter uns, voraus eine beschauliche Landpartie durch Mais- und Kürbisfelder. Wir sind im Oststeirischen Hügelland angekommen. Der Alpenbogen ist hier zu Ende, er läuft in sanft gewellten Anhöhen aus. Dazwischen greifen Wasserläufe wie Finger ins Terrain. Sie ebnen den Weg zum genussvollen Radeln, so auch im Feistritztal. Am rechten Ufer: Gersdorf, Schloss Feistritz, die Mündung der Ilz. Links: Schachblumenwiesen, Grosswilfersdorf, Altenmarkt. Dann wachsen aus der Ebene die Türme von Fürstenfeld empor. Wie ging der Refrain der steirischen Band S.T.S. in ihrem Klassiker noch? „I brauch ka grosse Welt, i will ham nach Fürstenfeld“. In der Tat gibt es hier alles, nur im Kleinformat. Man kann eine der Kirchen besuchen, danach über den charmanten Hauptplatz spazieren. Die 500 Jahre alte Pfeilburg bei der „Stadt an der Grenze“ beherbergt eine spannende Ausstellung. Wer die elf Räume durchstreift, lüftet das ein oder andere Geheimnis: zum Beispiel, was es mit dem Namen Kruzitürken-Museum auf sich hat. Oder, was Christoph Liscutin bewog, hinter diesen Mauern Österreichs erste Tabakfabrik einzurichten. Den größten Trumpf spielt die Region mit ihren sechs Thermenorten aus. Das Badehaus Loipersdorf liegt vier Kilometer südlich des Radwegs – ideal, um dort die gelungene Reise zu beschließen. Man streckt die Beine aus, genießt das Nass. Radfahren in der Steiermark bedeutet, die Natur genießen, den Kopf frei bekommen, vor allem aber: Wellness für Körper und Geist.

Infos Feistritztal-Radweg


Länge der Tour: 110 km

Etappen:
1. Feistritzsattel (1.298 Meter) – Ratten – Birkfeld: 40 km
2. Birkfeld – Stubenberg am See – Kroisbach an der Feistritz – Grosswilfersdorf – Fürstenfeld: 70 km

Tourcharakter: Die komplette Route ist fast steigungsfrei und führt bergab. Zu Beginn nutzt man Nebenstraßen. Zwischen Ratten und Birkfeld gibt es einen Bahntrassenradweg. Talabwärts rollt man meist über Radwege. Auf den Routenlogos steht „R8 Feistritztalradweg“. Mit der nostalgischen Feistritztalbahn erreicht man Birkfeld. Auch das Reiseziel Fürstenfeld hat einen Bahnhof.



Reiseführer: Österreichs schönste Radfernwege, Styria Regional


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