DEUTSCHLAND | E-BIKE-REGION

Rügen

Deutschlands größte Insel präsentiert sich facettenreich: Sanft geschwungene Graslandschafen, dichte Wälder und schroffe Küstenstreifen wechseln sich ab. All die Naturschönheiten lassen sich dank hervorragend ausgebautem E-Bike-Netz mühelos erkunden.
Der märchenhaften Schönheit Rügens nahezukommen ist nicht nur leicht gesagt, sondern auch getan. Seit Mitte 2010 unterhält der Anbieter „Movelo“ auf Deutschlands größter Insel ein gut ausgebautes E-Bike-Netz. Dank 25 Verleih-Stationen, elf Akku-Wechselstationen und einem mobilen Service ist der elektronisch unterstützte Radurlauber stets bestens versorgt. Acht abwechslungsreiche Touren zwischen 34 und 55 Kilometern Länge schlägt die kostenlos erhältliche Movelo-Karte vor, ortskundige Führer können meist hinzu gebucht werden. Wir fahren aber in Eigenregie: zunächst in Richtung Sassnitz und genießen die abwechslungsreiche Küstenstraße in vollen Zügen. Genussradeln ist hier nur mit E-Bike möglich, merken wir schnell. Uns dagegen kann der kräftige Küstenwind nicht schrecken. Mühelos geht es unter strahlender Sonne an Sandstränden, Schilfwäldern und zerzausten Grasfeldern in Richtung Süden auf den Inselteil Granitz zu drei an der Küste aufgereihten Ostseebädern. Erst durchfahren wir Binz, dann Baabe und schließlich Göhren, wo wir ein wenig an der großzügigen Uferpromenade entlang flanieren. Wenige Kilometer weiter biegen wir kurz entschlossen links ab, um dem verlockend weißen Strand näher zu kommen. Bald knirscht der feine Sand unter den Rädern, dann liegt die Küste vor uns, gegen die blau glitzernd die Ostsee anläuft. Ausgeruht richten die Vorderräder in Richtung des 1990 gegründete Biosphärenreservat Südost-Rügen wenige Kilometer weiter aus. Das spiegelt auf kleinstem Raum sämtliche Landschafts- und Küstenformen Mecklenburg-Vorpommerns wider: Feinsandige, breite Sandstrände wechseln sich mit schroffen Steilküsten ab, Richtung Landesinnere dominieren sanft geschwungene Grashügel. Zurück geht es vorbei an üppigen Wiesen und hohem Heidegras nach Moritzdorf. In dem kleinen Örtchen stellt sich uns ein flussbreiter Ausläufer der See in den Weg, den wir recht altmodisch überqueren: Die letzte Ruderfähre versieht hier ihren Dienst. Gemächlich setzt uns der Fährmann über, dann sind es nur noch wenige Kilometer nach Seedorf. Von hier geht es nach Lauterbach per Schiff zurück. Von Deck aus bestaunen wir die Naturschönheit Rügens aus neuer Perspektive und kommen kurz vor dem Ziel der Insel Vilm ganz nahe. „Hier hatte Honecker seine Ferienresidenz“, erzählt uns der backenbärtige Kapitän schmunzelnd. Heute ist die Insel Naturschutzgebiet, wer das ursprüngliche Eiland besuchen will, muss das in der Gruppe und mit einem Führer tun – und der Besuch lohnt sich.

Infos Rügen


Länge der Tour: 352 km

Geeignet für: Radwandern

Etappen:
1. Stralsund – Dußvitz – Waase: 47 km
2. (E-Bike und Schiff): Insel Hiddensee – Hafen Vansenitz – Wiek bzw. Dranske: 55 km
3. (E-Bike und Schiff): Baabe – Jagdschloss Granitz – Lauterbach: 34 km
4. (E-Bike und Schiff): Dranske – Schaprode – Wiek bzw. Dranske: 42 km
5. (Bahn und E-Bike): Stralsund – Bisdorf – Barth: 39 km
6. (E-Bike und Schiff): Klein Zicker – Alt Reddevitz – Baabe: 40 km
7. Binz – Lietzow – Binz: 44 km
8. (E-Bike und Bus): Klein Zicker – Königsstuhl: 51 km

Tourcharakter: Wer sich kein E-Bike ausleiht, sollte ein robustes Tourenrad mit mindestens sieben Gängen zur Verfügung haben. Große Steigungen gibt es nicht, aber der kräftige Wind kann zu schaffen machen.

Highlights:Sagard: Sandskulpturen-Ausstellung (Mai bis Oktober); Kreidemuseum Gummanz, Gager: Biosphärenreservat Südostrügen,  Insel Vilm: Naturschutzgebiet, Ostseebad Göhren: Uferpromenade, Moritzdorf: Ruderfähre, Putbus: Abfahrtsbahnhof „Rasender Roland“, Nationalpark Jasmund: Königsstuhl,  Ostseebad Göhren: Uferpromenade und Strand; Lauterbach: Hafen, Seebad Prora: Koloss von Prora (ehem. „KdF“-Anlage aus der NS-Zeit), Insel Hiddensee Reiseführer  


Reiseführer & Karten: Radkarten unter www.movelo-mv.de


Lesermeinungen

11 Lesermeinung(en)
^