Ausprobiert: Casco Helm „Speedster“

Aerohelme sind einer dieser Trends im Radsport, die polarisieren. Die einen begeistert Optik, Schnittigkeit und das Handling der unterschiedlichen Modelle, andere schütteln eher den Kopf über die Einzelzeitfahrästhetik, die im Alltag etwas deplaziert wirken mag. Doch während Geschmäcker bekanntlich verschieden sind und jeder selbst beurteilen soll, ob er die windschnittigen Helme auch auf dem Weg zum Bäcker durch die Gegend fahren will, lassen sich die positiven Eigenschaften der Helme mit Visier nicht von der Hand weisen.

Die Sonnenblende des Casco Speedster verbessert den Luftstrom und sorgt für besseren Sichtschutz als eine Sonnenbrille. Foto: Patrick Kunkel.

Die Sonnenblende des Casco Speedster verbessert den Luftstrom und sorgt für ein besseres Sichtfeld als eine Sonnenbrille. Foto: Patrick Kunkel.

Rundum gute Sicht

So auch beim Speedster von Casco: Dessen integrierte Sonnenblende verbessert den Luftstrom – was den Alltagsfahrer eher weniger interessieren dürfte, vor allem aber sorgt sie für ein deutlich besseres Sichtfeld, als mit Sonnenbrillen. Es fehlt der störende Brillenrand, zudem macht sich keine optische Verzerrung bemerkbar, sodass eine sehr klare und scharfe Sicht gewährleistet ist. Auch während Fahrten im Regen ist das Visier nicht beschlagen. Unter dem Sonnenschutz lässt sich problemlos eine Brille tragen. Noch alltagstauglicher wird der Speedster durch die Möglichkeit, das Visier nach oben zu schieben (Flip up) oder komplett zu entfernen. Die Befestigung am Helm ist mit einem einfachen Clip auf jeder Seite möglich und ist wirklich einfach zu bewerkstelligen.

Die vielen Lüftungsöffnungen des Speedster. Foto: Patrick Kunkel.

Die vielen Lüftungsöffnungen des Speedster. Foto: Patrick Kunkel.

Im Vergleich zu einer Reihe von anderen Aerohelmen weist der Speedster rundum Lüftungsöffnungen auf: Ergebnis ist eine gute Luftzirkulation. Der Verschluss des Kinnriemens mit Haken (Casco-Loc) ist etwas fummelig, aber gut gelöst, wenn man sich an das System gewöhnt hat. Wir haben den Speedster in froschgrün testen dürfen, diese Farbe ist nicht mehr erhältlich, schade, denn der Helm sorgte auf der Straße für positive Aufmerksamkeit. Das baugleiche Nachfolgemodell ist in schwarz und weiß erhältlich.

Der Verschluss (Casco-Loc) am Kinnriemen. Foto: Patrick Kunkel.

Der Verschluss (Casco-Loc) am Kinnriemen. Foto: Patrick Kunkel.

Fazit: Der Casco Speedster ist eine gelungene Synthese aus Aerodynamik, Sportlichkeit und Alltagstauglichkeit zu einem guten Preis und ein perfekter Einstieg in die Welt der Aero-Helme.

Aerohelm Casco SPEEDster-TC Plus
Preis: 170 Euro
Größen: M (54–58 cm), L (59–63 cm)
Gewicht: ca. 320 gr
casco-helme.de
Anmerkung: aktuelle Version des Helm für 185 €: inkl. Visier, Sonnenschild, Regen-Abdeckung und Multifunktionstuch (Alternative: ohne Visier 125 € und beliebiges Visier optional erhältlich 50 € grau, klar, orange/ 120 € Vautron)
Die hier vorgestellte Version (grün mit Visier) hatte noch nicht diese Ausstattung, und kostete 170 €.

2 Gedanken zu “Ausprobiert: Casco Helm „Speedster“

  1. Wie habt ihr den Helm ausprobiert? Für mich bleiben wichtige Fragen offen.

    Was hat es mit der „Sonnenblende“ auf sich? Aus dem Foto und der Beschreibung werde ich nicht schlau. Ist damit gemeint, dass das Visier etwas getönt ist, oder handelt es sich um ein zusätzliches Teil wie bei einigen Motorradhelmen?

    Wie funktioniert das Visier bei Regen, Dunkelheit und Gegenlicht? Sieht man noch etwas? Bei linksseitigen Radwegen guckt man in das asymmetrische Abblendlicht entgegenkommender Kfz, das wäre der ultimative Test.

    Wenn ich im Winter eine dicke Unterhelmmütze benutze, dann muss der Kinnriemen weiter eingestellt werden. Bei einem Ratschenverschluss ergibt sich das von allein. Wie ist es bei diesem Helm?

    Bei nasser Witterung im Stadtverkehr wird durch die Gischt vorbeifahrender Kfz einiges an Dreck auf das Visier kommen. Wie kratzfest ist es? Was kosten Ersatzscheiben?

  2. Mit der Sonnenblende ist das Visier gemeint, es ist auf dem ersten Bild zu sehen.
    Das Visier gibt es lt. Herstellerangaben in verschiedenen Ausführungen: klar, grau, orange und Vautron (automat. Anpassung an die UV-Strahlung). Es hat Scheiben mit optischer Klasse 1 mit komplett verzerrfreier Sicht, auch in den seitlichen Bereichen. Je nach Wetter und Präferenz wird es ausgewählt und kann aber auch einfach getauscht werden.
    Bei Regen kann es hochgeklappt werden, ebenso bei Dunkelheit. Der Hersteller empfiehlt, dass hier auch die die klare Variante eingesetzt werden kann.
    Sowohl Kinnriemen als auch Kopfumfang-Einstellung lassen sich variabel an den Kopf anpassen. An der Gegenseite des Casco-Loc-Verschlusses (Bild) befindet sich die Längenverstellung, sie kann einfach bedient werden, auch während der Fahrt, so dass du mit Unterhelmmütze kein Problem haben solltest.
    Der Hersteller gibt an, dass das Visier einfach mit Seife und Wasser zu reinigen sei. Der Hersteller gibt auch an, dass die Scheiben der Visiere durch ihre „hochwertige Anti-Scratch Beschichtung äußerst kratzbeständig“ – dies habe ich selbst nicht getestet.
    Ersatzscheiben direkt gibt es nicht, aber das komplette Visier kann nachgekauft und getauscht werden (http://www.casco-helme.de/product.php?id=163). Es kostet ca 50 Euro (Vautron 120 €)

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