Timbuk2 Aviator Fahrrad- und Reiserucksack

Der Timbuk2 Aviator Rucksack ist eine seltene Mischung aus Fahrradrucksack und Vielflieger-Bordgepäck. Im Einzeltest zeigte er sich beiden Einsatzgebieten gewachsen.

Die Zahl derer, die mit dem Fahrrad zum Flughafen fahren, dürfte überschaubar sein – wir haben es in der Redaktion immerhin schon ein paar Mal getan. Das größte Problem dabei ist es, einen Weg zum Airport zu finden, der nicht über Bahngleise und Schnellstraßen führt. Ein anderes, kleineres, löst der Timbuk2 Aviator Rucksack: das des passenden Gepäcks. Denn handliche und praktische Taschen, die als Handgepäck an der Bordkontrolle genauso gut abschneiden wie auf dem Fahrrad sind Mangelware.

Auf dem Rad sitzt der Aviator gut, selbst ohne den Hüftgurt. Auch längere Fahrten über einer Stunde Fahrtdauer waren bequem drin. Bild: Partzsch.

Auf dem Rad sitzt der Aviator gut, selbst ohne den Hüftgurt. Auch längere Fahrten über einer Stunde Fahrtdauer waren bequem drin. Bild: Partzsch.

Geräumiger Rucksack – bequemer Rücken

Der Timbuk2 Aviator gefiel uns zunächst als geräumiger Rucksack auf dem Fahrrad. Sein Tragesystem mit verstellbarem Hüft- und Brustgurt bindet die Spezialtasche bequem an Mann und Frau und lässt sich flexibel anpassen. Dabei fasst der in drei Hauptkammern unterteilbare Stauraum jede Menge Zeug. Eine Kammer ist genau so dimensioniert, dass sich auch gefaltete Anzüge schön hineinlegen lassen. Eine komplette Fahrrad-Wintergarderobe samt Schuhen zum Wechseln passte ebenfalls locker hinein. Kleinkram ist in zwei Organizer-Fächern an der Front oder oben gut untergebracht – dabei ist besonders das obere Fach praktisch, wenn der Timbuk2 Aviator in Bus und Bahn neben dem Sitz steht und Handy und Co. in unmittelbarer Griffweite lagern. Weil alle Reißverschlüsse farblich abgesetzt sind, weiß man immer sofort, wohin man greifen muss. Alle Reißverschlüsse sind gut zugänglich und liefen über die Nutzungsdauer ohne Hakeln.

Überhaupt machte die Verarbeitung einen hervorragenden Eindruck  – Timbuk2 gewährt eine lebenslange Garantie. Der Cordura-Stoff wirkte robust, ist aber lediglich wasserfest. Bei Starkregen dringt Feuchtigkeit durch den Stoff. Vermisst haben wir deshalb für die häufige Nutzung im Fahrrad-Alltag, die sich schnell einstellte, eine wasserdichte Regenhülle.

Für Flugreisen ist der Timbuk2 Aviator schon wegen seiner Größe geeignet. der Aviator schöpft die Handgepäck-Grenzen genau aus. Aber er kann noch mehr. Das Tragesystem lässt sich mit zwei Handgriffen im Rücken verstecken. Notebooks bis 15-Zoll verstaut man in einer gefütterten Kammer direkt am Aviator-Rücken. Ein seitlicher Reißverschluss macht das Fach auch leicht zu erreichen, wenn der Rucksack im Gepäckfach im Flugzeug liegt oder wenn er an der Sicherheitskontrolle herausgezogen werden muss. Einziger kleiner Nachteil: Die üppige Ausstattung und das robuste Material machen den Timbuk3 Aviator etwas schwer, so dass er allein knapp ein Kilo zum Erreichen der Gewichtsgrenze beiträgt.

Fazit:
Der Timbuk2 Aviator macht das Reisen mit Rad und Flugzeug leicht – eine seltene Begabung, aber auch eine seltene Anforderung. Zum Glück eignet er sich auch sehr gut für jede Art von kombiniertem Pendeln mit Rad und anderen Verkehrsmitteln. Vor allem der gute Schutz für das Notebook und die durchdachte Aufteilung seines großen Stauraums machen ihn für Großeinsätze auf dem Radweg zwischen Arbeit, Sportstätte und Heim interessant. Die robuste Konstruktion lässt ein langes Leben erwarten. Nicht nur für Vielflieger ein tipp, sondern auch für jede Art von Vielnutzer.

Timbuk2 Aviator Rucksack. Flugfreundliche Reisetasche und Fahrradrucksack in Einem. Material: Cordura; Volumen: ca. 28 Liter; Gewicht: ca. 2 Kilo; Fächer: gepolstertes Rückenfach mit RV für Notebooks bis 17″, 2 große Frontfächer mit RV, 1 seitliches Frontfach mit RV, 2 Trinkflaschenhalter, 1 Deckelfach mit RV. Besonderheiten: Maße für Bordgepäck, verstaubare Gurte (Hüfte, Schulter, Brust). timbuk2.com

Jan Gathmann

Über Jan Gathmann

Obwohl Jan Gathmann als Kind immer nur die Fahrräder seiner Cousins geerbt hat, entwickelte er schon damals eine Ader für das Radfahren – vielleicht lag es an der liebevollen Umgestaltung der Erbstücke durch den Vater. Als Chefredakteur gestaltet Jan Gathmann seit 2009 das RADtouren-Magazin mit. In dieser Zeit und in den Jahren zuvor als Technikredakteur saß er schon im Sattel von geschätzt über 600 Testrädern – bis jetzt ohne Verschleißerscheinungen. Am liebsten greift er (auch in der Freizeit) zum Rennlenker von Randonneuren.

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