Reiseblogger Carina & Marc: Die ersten Tage im Sattel (2)

Seit unserem Start sind wird schon mehr als 1.000 Kilometer zum „Einrollen“ gefahren. Zunächst am Main entlang nach Würzburg. Alles war noch ungewohnt, alle Handgriffe wie zum Beispiel das Packen der Taschen dauerten noch viel Zeit. Wir kamen aber gleich gut voran, obwohl wir unsere Beine, Hintern, Nacken und Rücken noch nicht an die neue Belastung gewöhnen konnten. Es ging meistens flach daher an den Flüssen und wir hatten Rückenwind. Wenn wir den ganzen Tag zum Radfahren verwenden, fahren wir etwa fünf bis sechs Stunden und schaffen 70 bis 95 Kilometer. Bei dem langen Gegenwind der ersten Tage dachten wir, dass 13-15 km/h unsere Standardgeschwindigkeit sein würde, aber in den letzten Tagen ohne Wind oder sogar mit Rückenwind schaffen wir auch fast 20 km/h. In Würzburg machten wir Halt. Hier hatte Carina studiert, wir kamen in ihrer alten WG unter und verbrachten nochmal eine lange Würzburger Nacht mit Familie und Freunden. Das war schön, aber wir mussten am nächsten Tag nochmals neu aufbrechen – das fällt dann wieder schwer. Wir beide sind uns heute einig, am besten verabschiedet man sich schon richtig von allen vor der Abreise und hat dann in den letzten Tagen vor Abfahrt und in den ersten Tagen auf dem Rad nur Zeit für sich.


Trotzdem ging es, jetzt wieder schweren Herzens, am nächsten Mittag weiter Richtung Südosten. Zunächst an Main und Tauber, dann über Roth bei Nürnberg und entlang des Main-Donau-Kanals an die Donau. Dieser breite Strom wird jetzt für viele Kilometer unsere Orientierungshilfe und Begleiter sein. Und es ist wirklich einfach. Der R6, speziell bis Wien, soll der am meisten befahrene Fernradweg Europas sein. Demnach finden wir top Infrastruktur vor, eine leicht zu folgende Beschilderung und routinierte Einheimische und Gaststätten. Hier wundert sich niemand über voll bepackte Radler, erst wenn wir unser Ziel verraten, staunen die Leute nicht schlecht.

Wir zelten eigentlich immer einfach wo es uns gefällt, „wild“ ohne Menschen und auch ohne warme säubernde Dusche. Das spart ein paar Euro und wir haben unsere Ruhe, viel Zeit für uns zwei und unsere neuen gemeinsamen Erfahrungen. Carina muss sich noch in alles einfinden, sie hat keine Vorerfahrungen. Darum beobachtet sie in den ersten Tagen häufig die Abläufe und schon nach zwei Wochen läuft alles routiniert. Ich war bisher fast immer ganz alleine unterwegs, darum muss ich mich an die neuen gemeinsamen Abläufe gewöhnen. Es ist nicht immer leicht, dass wir beide zufrieden sind. Aber es spielt sich ein.

Wenn die Tage sonnig und windig sind, werden die Nächte klar und schon richtig kalt. Nur knapp über Null Grad, früh morgens mussten wir schon das Eis vom Außenzelt kratzen. Regen hatten wir auch schon, drei Tage am Stück. Dann ist es wärmer, aber nach drei Tagen Zelten im Freien und Radfahren im Regen ist alles nass, jedes Teil von Zelt bis zum Unterhemd. Es ist gut, dass wir in für uns gewohnter Umgebung schon Erfahrungen mit so vielen verschiedenen Wetterlagen machen können. Wie kalt darf es werden, wie lange macht Radfahren im Regen Spaß, wie schnell oder besser langsam fahren wir normalerweise oder bei Gegenwind?

Wir haben schon jetzt richtig Freude an unserem Abenteuer. Und wir sind gespannt auf alles was vor uns liegt.

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