Information und GPS-Track Gran Canaria (6/15)

Wer wie unser Auto Patrick Kunkel die grandiose Schönheit Gran Canarias erleben will, braucht eine bärenstarke Kondition – oder ein E-Bike. Denn flach fahren kann man hier nur auf dem schmalen Streifen Land zwischen Strand und Bergen. Dank Pedelec können auch ungleich trainierte Paare das schroffe Vulkangebirge gemeinsam erkunden.

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Nie flach, aber immer spektakulär schön sind die Bergstrecken im Inselinneren von Gran Canaria. Die zerklüfteten Täler sind von Trockenheit geprägt. Die Niederschläge des Winters werden mit zahlreichen Talsperren aufgefangen. Rechts am Bildrand ein Ausläufer der Presa del Paralillo.

Nie flach, aber immer spektakulär schön sind die Bergstrecken im Inselinneren von Gran Canaria. Die zerklüfteten Täler sind von Trockenheit geprägt. Die Niederschläge des Winters werden mit zahlreichen Talsperren aufgefangen. Rechts am Bildrand ein Ausläufer der Presa del Paralillo. Foto: Patrick Kunkel.

Anreise und Abreise
Von allen größeren deutschen Flughäfen gibt es Direktverbindungen nach Las Palmas auf Gran Canaria. Flugdauer ca. 4 Stunden. Alternative Anreise mit der Autofähre vom europäischen Festland ab Cadiz oder Huelva in Südspanien, die Überfahrt dauert 28 bis 42 Stunden.

Gefahrene Routen
Wir haben von vier Standorten aus (Tejeda, Santa Brígida, San Bartolomé, Maspalomas) die Insel erkundet und sind mit einer tollen Auswahl von Rund- und Streckentouren zurückgekommen.

1.Streckentour: Maspalomas – El Horno – Tejeda
Länge: 71,4 km
Anstieg: 2.724 hm
2.Rundtour: Tejeda – Cruz de Tejeda – Fontanales – Barranco del Pinar – Fagajesto – Artenara – Tejeda
Länge: 59,5 km
Anstieg: 1.604 hm
3.Runde: Tejeda – Artenara – Lugarejos – Barranco Hondo – Cruz de Tejeda – Tejeda
Länge: 49,4 km
Anstieg: 1.337 hm
4.Runde: Tejeda – Pico de Las Nieves – Tejeda
Länge: 31,4 km
Anstieg: 1.118 hm
5.Runde: Tejeda – Roque Bentayga – Acusa Seca – Artenara – Tejeda
Länge: 53,4 km
Anstieg: 1.629 hm
6.Strecke: Tejeda – Cruz de Tejeda – Vega de San Mateo – Santa Brigída
Länge: 30,6 km
Anstieg: 577 hm
7.Runde: Santa Brigída – Bandama – Tafira – Santa Brigída
Länge: 25,5 km
Anstieg: 743 hm
8.Runde: Santa Brigída – San Isidro -Teror – Valleseco – Lanzarote – Vega de San Mateo – Santa Brigída
Länge: 54,8 km
Anstieg: 1418 hm
9.Strecke: Santa Brigída – Vega de San Mateo – Llanos de la Pez – Ayacata – San Bartolomé de Tirajana
Länge: 39,1 km
Anstieg: 1.826 hm
10.Runde: San Bartolomé – Lomito de Taidía – Risco Blanco – San Bartolomé
Länge: 20,8 km
Anstieg: 620 hm
11.Runde: San Bartolomé – Rosiana – Temisas – Agüimes – Guriete – Santa Lucía de Tirajana – San Bartolomé
Länge: 59,2 km
Anstieg: 1.210 hm
12.Strecke: San Bartolomé – La Solana – La Barandilla – Playa del Inglés – Maspalomas
Länge: 31,6 km
Anstieg: 282

Gesamtstrecke: 527 km
Höhenmeter: 15.088 hm

 

Sehenswertes
Roque Bentayga (1.415 m): Der wichtigste Kultberg der Altkanarier ragt nahe des Bergdorfs Tejeda spektakulär aus einer Gesteinspyramide auf.
Roque Nublo: Der spektakuläre Felsfinger in der herrlichen Bergwelt ist das Wahrzeichen der Insel.
Ermita de la Cuevita: In der kleinen Höhlenkapelle in Gran Canarias höchstgelegenem Dorf Artenara wird der Schutzheiligen der Radfahrer gehuldigt. Ein Muss für Radreisende!
Caldera de Bandama: Vulkankrater in der Nähe von Santa Brigída
Acusa Seca: Altkanarisches Höhlendorf aus dem 6. Jahrhundert, das bis heute noch teilweise bewohnt ist.
Höhlenmuseum: Ermita de Nuestra Señora de Fátima in Barranco Hondo;
Dunas de Maspalomas: Spektakuläre Dünenlandschaft im Süden der Insel.
Pico de Las Nieves: höchster Berg der Insel (1.949 Meter); Teror: Kleinstadt im Inselnorden

Übernachten
Gran Canaria bietet eine enorme Vielfalt an Unterkünften: Vom Ökoprojekt in den Bergen bis zum Luxushotel am Strand, vom inhabergeführten Bikehotel bis zum Aktivhotel im Vulkankrater. Wir haben einen Querschnitt getestet.

Tejeda
Ecoartejeda
Hippieunterkunft in Gran Canarias schönstem Bergdorf. Die Selbstversorgerküche lässt Erinnerungen an längst vergangene Diskussionen über WG-Putzpläne aufkommen, dafür ist der Preis unschlagbar. Man wohnt in kanarischen Höhlenzimmern, genießt traumhafte Ausblicke von der Dachterrasse und trifft interessante Menschen. Auf Wunsch Frühstück und Abendessen.
airbnb.es/rooms/4457928
Ab 17 Euro pro Nacht.

Hotel Parador Cruz de Tejeda
Gehobene Alternative auf 1500 Meter Höhe oberhalb von Tejeda. Gigantische Fernsicht, Pool, gutes Essen.
parador.es
DZ mit Frühstück ab 52 Euro pro Person.

Santa Brigída
Hotel Villa del Monte
Ob “Sport & Spanisch” oder “Bike & Gourmet”-Touren. Ob Fahrradwerkstatt oder abschließbarer Abstellraum: Das von Hotelprofi Petra Wonisch geführte Haus im Nordosten Gran Canarias ist voll und ganz auf die Bedürfnisse von Radlern ausgerichtet, davon zeugt nicht zuletzt das prächtige Frühstücksbuffet. Wer einmal in der Kolonialstilvilla abgestiegen ist und eines der liebevoll gestalteten Zimmer bezogen hat, will gar nicht mehr weg!
villadelmontegrancanaria.com
DZ mit Frühstück 49 Euro pro Person 

San Bartolomé de Tirajana
Hotel Rural Las Tirajanas
Landhotel in atemberaubend schöner Bergkulisse. Nachts totale Stille. Morgens üppiges Frühstücksbuffet und am Abend gute kanarische und internationale Küche. Nach einer langen Radrunde entspannt man bestens im “Vulkan”-Spa samt Schwimmbad und wer noch Bewegungsdrang hat, kann diesen im Fitnessraum ausleben.
hotelrurallastirajanas.com
DZ mit Frühstück ab ca. 50 Euro pro Person

Maspalomas
Seaside Palm Beach
Das Palm Beach ist die Krönung einer anstrengenden Fahrradwoche – für all jene, die sich diesen Luxus leisten mögen. Im wunderschönen Spa-Bereich lässt man sich nach vollbrachter Bergetappe die übersäuerten Beinmuskeln durchkneten, danach geht es zum Entspannen an einen der Hotelpools, die inmitten eines ruhigen Palmenhains liegen. Oder ans Meer, denn das Fünf-Sterne-Haus liegt, wie es der Name ja schon verspricht, direkt an den Dünen und dem sechs Kilometer langen Sandstrand von Maspalomas. Abends genießt man mediterrane und internationale Küche in den hervorragenden, hoteleigenen Restaurants.
hotel-palm-beach.de
DZ mit Halbpension (Sommersaison Mai bis Oktober) ab 112 Euro pro Person

Essen und Trinken
Auf Gran Canaria isst man: würzig, scharf und vor allem meist recht einfach. Neben salzigen, verschrumpelten Kartoffeln (papas arrugas) werden deftige, kalte Saucen gereicht, meist grüner oder roter Mojo. Fisch kommt in allen Variationen auf den Tisch, gebraten, gegrillt oder in Eintöpfen – aber aufgepasst, in Tourifallen auch mal aus der Gefriertruhe. Wie auch in der spanischen Küche spielen Tapas eine große Rolle und vor allem Fleisch. Ziegenfleischgerichte (cabra) sollte man sich nicht entgehen lassen. Eine besondere Rolle in der kanarischen Küche spielt ein Mehl aus gerösteten Gerstenkörnern, der Gofio, der einst die Nahrungsgrundlage der Ureinwohner bildete. Der Ziegenkäse (Queso de Cabra) hat eine ebenso große Tradition und ist – jedenfalls nach Meinung des Autors – einer der besten überhaupt. Ähnliches gilt für kanarischen Wein. Bis vor wenigen Jahren galt dieser noch als weitgehend untrinkbar, das hat sich gehörig geändert und daher sollte man unbedingt lokale Weinsorten probieren. Die Vielfalt der Rebsorten ist auf Gran Canaria ausgesprochen hoch, da es auf den Inseln nie eine Reblausplage gab.

Restaurants
Tejeda
Ensaladería ¡Dejate Llevar! – spanische, italienische, griechische und asiatische Küche
C/Dr. Domingo Hdez. Guerra 25
Tel: 0034 928666281
letmetakeu.com

Santa Brigída
La Tasca del Vino / Casa del Vino – gehobene kanarische Küche
C/Calvo Sotelo 26
Tel: 0034 928 64 44 84

Casa Martell – Bodega mit Charme und Kultur, feine kanarische Küche
Ctra del Centro Madroñal 55
Tel: 0034 928641283

Restaurante Mallow – einfaches Lokal, günstiges und gutes Mittagsmenu
Calle Tenderete 1e
Tel: 0034 928641309

Las Palmas
Te lo dije Pérez, Cerveceria y Picoteo – kanarische Kleinigkeiten und enorm viele Biere
C/Obispo Codina 6
Tel: 0034 928 24 90 87
telodijeperez.com

San Bartolomé
Restaurante Grill Sal y Brasa – kanarisch, rustikal und gut!
Av de Los Colegios 19
Tel: 0034 928 72 83 64

Radverleih
Free Motion
Äußerst professioneller Radverleih mit vier Radstationen auf Gran Canaria (Playa del Inglés, Meloneras, Puerto de Mogán und Las Palmas) sowie einem Netz von Servicestationen auf der ganzen Insel. Geführte E-bike-Touren ab 49 Euro, inklusive Rad, Helm und Tapas. Top gewartete Leihräder von Cannondale: Pedelecs ab 18,-, Trekkingbikes ab 10,- und Rennräder ab 16 Euro pro Tag. Web: free-motion.com

Länderinfo, Streckencharakter & Ausrüstung
Gran Canaria ist die drittgrößte Insel der Kanaren und befindet sich im Atlantischen Ozean rund 200 Kilometer von der marokkanischen Südküste entfernt. Auf der zu Spanien gehörenden Insel herrscht ganzjährig ein mildes Klima (“ewiger Frühling”). Aufgrund der mehr als zehn unterschiedlichen Klimazonen und der Vielfalt an Landschaften gilt Gran Canaria auch als “Miniaturkontinent”. Die langen Strände und Dünen sowie die Halbwüstenvegetation im trockenen Süden stehen dabei im Gegensatz zu den bizarren Felslandschaften, einsamen Bergdörfer und abenteuerliche Schluchten des Zentrums und den grünen Wäldern im Inselnorden. Wie alle Inseln des Archipels ist auch Gran Canaria vulkanischen Ursprungs. Die Topographie der Insel ist gebirgig und schroff, höchster Gipfel ist der Pico De Las Nieves (1.949 Meter). Um ordentlich Höhenmeter kommt man auf Gran Canaria nicht herum, wer nicht mit dem Pedelec unterwegs ist, sollte daher ein möglichst leichtes Rad mit Bergübersetzung wählen. In jedem Fall muss die Bremsanlage die langen, zuweilen sehr steilen Abfahrten wegstecken können. Der Straßenzustand ist meist sehr gut, viele Strecken sind jedoch eng und kurvig, gerade in den Abfahrten ist dort absolute Radbeherrschung gefragt. Regenausrüstung gehört ins Reisegepäck, gerade in den Bergen ist die Regenwahrscheinlichkeit höher.

Beste Reisezeit
Radfahren kann man auf Gran Canaria das ganze Jahr. Hauptreisesaison ist Oktober bis April, dann ist in den Hotelburgen an den Küsten viel los und es herrscht auch auf einigen Straßen im Inselinneren etwas mehr Verkehr. Ansonsten ist man meistens auf einsamen Sträßchen unterwegs. Angst vor Regen muss man im Süden der Insel nicht haben, dort beläuft sich die jährliche Niederschlagsmenge auf etwa 65 mm, im Norden dagegen gibt es teils ergiebige Niederschläge, die aber vor allem in Form von Nebel niedergehen. Dort treiben Passatwinde feuchte Wolken heran, die von den Gebirgsketten im Inselzentrum abgefangen werden. Die maximale mittlere Höchsttemperatur Gran Canarias beträgt 24.4 Grad. Nur im Sommer treibt der Calima, ein trockener, heißer Wüstenwind, die Temperaturen gelegentlich auf Werte von über 40 Grad Celsius, allerdings dauert dieses Phänomen meist nur wenige Tage.

Reiseführer und Karten
Karten: Michelin Mapa Zoom España: Nr. 125, “Islas Canarias”, 1:150000, ISBN 978-2-06-714272-5, 6,18 Euro
Literatur:
“Gran Canaria, Handbuch für individuelles Entdecken”, Reise Know-How Verlag, 9. Aufl 2015/2016, ISBN 978-3-8317-2542-7, sorgfältig recherchierter, ansprechend gestalteter, übersichtlicher Reiseführer. Kurzweilig geschrieben. Muss in die Packtasche! 16,90 Euro
“Der Kojote im Vulkan, Märchen und Mythen von den Kanarischen Inseln”, von Harald Braem. Editorial Zech 2013, ISBN 978-84-938151-6-5. Die Sammlung von einundzwanzig kurzen, schönen Erzählungen über die zauberhafte Märchenwelt der Einheimischen ist eine perfekte Lektüre für den Ruhetag am Strand. Taschenbuch, 160 Seiten, 9,80 Euro editorial-zech.es
“Auf den Spuren der Ureinwohner. Ein archäologischer Reiseführer für die Kanaren”, Harald Braem. Editorial Zech 2013, ISBN 978-8493485733. Taschenbuch, 224 Seiten, 19,90 Euro

Weitere Infos
Patronato de Turismo de Gran Canaria, Tel: (0034) 928 219 600, C/ Triana 93, 35002 Las Palmas de Gran Canaria, Spanien, grancanaria.com
Spanisches Fremdenverkehrsamt München, Tel: (089) 530 746 11, Postfach 151940, 80051 München, spain.info

Gan Canaria

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