Ausprobiert: Velogical Compact Dynamo

Renaissance des Seitenläufers? – Velogical Compact Nabendynamo. Foto: Gathmann.

Renaissance des Seitenläufers? – Velogical Compact Dynamo. Foto: Gathmann.

Hat der Seitenläufer-Dynamo wieder Zukunftspotential? Velogical Engineering aus Köln vertreibt seit einiger Zeit einen Felgenläufer, der einige Vorteile bietet: Er ist im Vergleich zum Nabendynamo mit geringem Arbeitsaufwand nachrüstbar – im Selbstversuch dauerte die Montage mit Studium der Bedienungsanleitung rund anderthalb Stunden. Er lässt sich an Bremsen, Hinterbauten, Federgabeln und anderen Stellen montieren. Mit nachgewogenen 75 Gramm bringt er nur wenig auf die Waage. Selbst ein sehr guter Nabendynamo wie das Shimano-Modell DH3N72 wiegt rund 300 Gramm mehr als eine gute Nabe.

Von drei erhältlichen Velogical Compact Dynamo-Varianten testeten wir das Modell „Trekking“, das schon bei niedrigen Geschwindigkeiten eine hohe Leistung abgibt: Im von uns begleiteten Laborversuch des Herstellers waren es 3 Volt (0,15 Watt) bei rund 7,5 km/h. Das lieferte in der Praxis bereits ausreichende Lichtausbeute mit einem aktuellen LED-Scheinwerfer (b+m Cyo). Bei schnellen Tourengeschwindigkeiten um die 26 km/h liegen bereits 10 Volt und 332 mA (3 Watt) an. Solche und noch höhere Geschwindigkeiten ermöglichen bereits den Betrieb eines LED-Scheinwerfers und gleichzeitiges Speisen einer Ladeschaltung – etwa zum Nachladen eines Smartphones am Lenker.

Bekannte Probleme des Seitenläufers hat der Velogical nicht. Selbst in stundenlangen Touren über feuchten Waldboden und im Regen verlor er nie die Haftung zur Felge. Der Reibring aus Gummi ist ein Verschleißteil, tat aber nach der Testdistanz unauffällig seinen Dienst. Austauschringe sind beigefügt. Der Dynamo läuft an Stahlrahmen kaum wahrnehmbar, kann sich aber mit einem Alurahmen als „Klangkörper“ bei ungünstiger Montage störend hörbar machen. Der Hersteller arbeitet für solche Fälle an einer alternativen Befestigung.

Seine Energieerzeugung macht sich dagegen nur in ähnlichem Maß wie beim Nabendynamo als kaum spürbarer Kraftverlust bemerkbar. Erst bei hohen Geschwindigkeiten hat der Velogical Nachteile. Bei 31 km/h und Scheinwerferbetrieb müssen je nach Messmethode (einen weiteren Test führte die Online-Zeitschrift fahrradzukunft.de durch) 8 bis 11 Watt mehr „getreten werden“. Zum Vergleich: Ein recht leicht laufender Nabendynamo wie der DH3N80 benötigt 8 Watt.

Fazit: Interessante Alternative für Spezialräder und für konsequenten Leichtbau, etwa bei Randonneuren und Gravelbikes. Auch das einfache Nachrüsten ist ein Argument. Für gleichzeitiges „Laden und Leuchten“ ein Tipp. Für alle anderen Einsatzgebiete eher weniger.

Velogical Compact Dynamo „Trekking“, 150 Euro: Felgendynamo. Leistung: 6 Volt/1,5 Watt bei 15 km/h (nach StVZO/K1116); Gewicht: 65 g; Besonderheiten: zur Kombination mit LED-Scheinwerfern (lt. Herstellerliste); abklappbar, montierbar an Rahmen und Gabel. velogical-engineering.de

Ein Gedanke zu “Ausprobiert: Velogical Compact Dynamo

  1. Fahre seit über 2 Jahren mit einem Felgendynamo von velogical Modell „Trecking“. Er funktioniert tadellos. Einzig wenig störend, dass er bei gewissen Fahrradgeschwindigkeiten ein wenig leiser sein könnte, Er gefällt mir auch optisch.

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