Ausprobiert: Magura MT7

Magura hat seine gesamte Bremsen-Baureihe überarbeitet. Im Fokus standen dabei laut Magura Ergonomie und Sicherheit. Alle Bremsen besitzen nun Geber aus dem von Magura entwickelten und im Motorsport eingesetzten Leichtbaumaterial Carbotecture  – vereinfacht gesagt ein Mix aus Karbonfaser- und Spritzgusstechnik. Damit soll Gewicht am „Hebel“ gespart werden, das wiederum an Nehmer und Scheibe (der eigentlichen Bremse) eingesetzt werden kann. Hintergrund: Am Nehmer entsteht durch Reibung Bremswärme, die, wenn sie zu sehr steigt, die Bremsleistung senken kann – bis hin zum vollständigen Verlust der  Bremskraft. Aber: Nur mehr Material kann auch mehr Hitze ableiten. Während der Bremsgriff nur ca. 20 Prozent des gesamten Systemgewichts ausmacht, kommt der Bremssattel inklusive Scheibe und Leitung auf ca. 80 Prozent.

Schön anzusehen und leicht zu warten: Vier Kolben sitzen im geschmiedeten Bremssattel der Magura MT7. Foto: Hersteller.

Schön anzusehen und leicht zu warten: Vier Kolben sitzen im geschmiedeten Bremssattel der Magura MT7. Fotos: Hersteller.

Ganz neue Modelle sind neben der neuen HS33 Easy Mount die Vierkolben-Scheibenbremsen Magura MT5 und Magura MT7. Die Vierkolben-Technik verspricht gesteigerte Bremskraft. Gleichzeitig soll die Scheibenbremse noch standfester sein, als die unserer Erfahrung nach in diesem Punkt ohnehin schon sehr guten Modelle MT2 bis MT8, die ebenfalls weiter verbessert wurden. Mit der Technik der Vierkolben-Bremsen operiert Magura im Motorsport bereits erfolgreich. Auch hier ist verbesserte Wärmeableitung ein entscheidender Vorteil. Magura empfiehlt die MT5 und MT7 für den Mountainbike-Downhillsport und schnelle E-Bikes, wo übrigens das erwartbare Systemgewicht sogar noch höhere Anforderungen an die Bremsleistung stellt als im Sport.

Bei unseren Testfahrten der Magura MT7  auf Abfahrten mit über 200 bis 300 Höhenmetern zeigte die Bremse eine hervorragende Leistung.

Carbotecture-Geber der Magura MT7 mit werkzeugloser Einstellung und ergonomischem Hebel.

Carbotecture-Geber der Magura MT7 mit werkzeugloser Einstellung und ergonomischem Hebel.

Auch auf die eher kleinen Hände des Testers ließ sich der Hebel dank eines zum Lenker verlegten Drehpunktes ergonomisch voreinstellen. Der Druckpunkt, der sich werkzeuglos im Hebelweg verschieben lässt, ist deutlich definiert. Mit einem Finger ließ sich auf den teils steilen Abfahrten die Bremskraft für jede Situation locker dosieren. Selbst auf einer mehrere hundert Meter langen Asphaltabfahrt mit dauerschleifender Bremse (180 mm-Scheibe) konnten wir kein spürbares Nachlassen der Bremsleistung provozieren, ein (wenig praxisnaher) Belastungstest, der bei Scheibenbremsen in unseren Pedelec-Fahrberichten sonst seltenst so positiv ausfällt. Mehr soll demnächst ein Dauertest zeigen.

Magura MT7, 259 Euro (Stck.): Vierkolben-Scheibenbremse. Gewicht: 355 g (160 mm Scheibe); Besonderheiten: magnetische Belagsfixierung für einfachen Belagwechsel, werkzeuglose Druckpunkt- und Hebelweitenverstellung, kompatibel mit allen Magura Storm-Bremsscheiben. magura.com

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