Die Legende lebt lange: Leser-Erfahrungen mit Magura HS

Nicht vielen Produkten eilen unter Radreisenden solche Vorschusslorbeeren voraus wie den Magura-Bremsen mit dem Produktkürzel „HS“ – für Hydro-Stop. Wir fragten RADtouren-Leser nach ihren Erlebnissen mit den hydraulischen Felgenbremsen, wofür es aufgrund der nunmehr 28-jährigen Geschichte der Baureihe eine unvergleichlichen Erfahrungsschatz gibt. Eine Auswahl der Einsendungen geben wir hier wieder – ergänzende Erfahrungen sammeln wir gerne über die Kommentarfunktion.

Solches Lob bekommt nicht jedes Produkt: „Zuverlässigste, robusteste und langlebigste Komponente an unserem Fahrrad sind sind mit Abstand die Magura HS-Bremsanlagen“, schrieb Leser Bernd Richter nach unserem Aufruf zur Erfahrungsberichten über Reiseradlers Lieblingsbremse. Es kommt aus berufenem Mund: In Richters Familie sind vier Fahrräder mit Magura Hydraulikbremsen in Betrieb. Er und seine Frau haben zusammen bereits 34.000 km mit „keinem einzigen Defekt oder einer Störung an den Bremsen“ zurückgelegt. Richter ist einer von vielen Lesern, die unserem Aufruf folgten, ihre Erfahrungen mit Magura HS-Bremsen zu teilen. Fast allen gemeinsam sind fünfstellige Kilometerleistungen.

Bernd Richter: Ich bin Genuß-Tourenradler und möchte sie gerne auf meine Magura-HS Bremsspur bringen.

HS11, HS33, Reise, Erfahrung

Foto: Bernd Richter

2007 brauchte ich auf Grund eines Verkehrsunfalles, bei dem mein bisheriges Rad unreparabel beschädigt wurde, ein neues Fahrrad. Da wir eine stark Fahrradorientierte Familie sind, wurde aus dem einen Fahrrad gleich vier. Die vier Trekkingräder hatten eine Gemeinsamkeit: Sie waren alle mit Magura HS Hydraulik-Felgenbremsen ausgestattet. Mit einer Größe von 2m und einem Gewicht von 100kg lege ich großen Wert auf eine sehr gute Bremsanlage, einen stabilen Rahmen und als Vielfahrer weitere, gute, verlässliche Komponenten. Zurückschauend, nach acht Jahren, bei mir über 20.000 und bei meiner Frau über 14.000 km können wir folgendes aus unserer Erfahrung weitergeben. Zuverlässigste, robusteste und langlebigste Komponente an unseren Fahrrädern sind mit Abstand die Magura HS-Bremsanlagen. Wir hatten über die Jahre und über die km keinen einzigen Defekt oder eine Störung an den Bremsen. Neben der regelmäßigen Wartung fiel nur der Wechsel der Bremsbeläge an. Leider traten letztes Jahr an meinem Rad massive Schaltungsprobleme mit der Kettenschaltung auf, die meine Fachwerkstatt auch nach schrittweisem Austausch aller Komponenten nicht in den Griff bekam.
Der Spruch von der Kette und dem schwächsten Glied bewahrheitete sich bei mir.Nach Bruch des Schaltauges, mitten in der „Prärie“, auf dem Ems-Radweg, bei der die komplette Umwerfer-Einheit, bei, gottseidank, moderatem Tempo, den Weg zwischen Rahmen und Speichen nach vorne fand, war das Vertrauen und das entspannte Fahrgefühl vorbei.

Ich bestellte mir ein neues Gefährt. Eine der Grundbedingungen war eine verlässliche Bremsanlage: Magura HS11. Wären alle Komponenten meines Trekkingrades nach dem Magura-Standard ausgelegt, würde ich locker, ein – wenn nicht sogar mehrmals kilometermäßig die Welt umrunden! Ich habe meine guten Erfahrungen nicht für mich behalten, sondern sie weitergegeben. Drei gute Bekannte haben sich neue Fahrräder gekauft, ich wurde gebeten sie zu beraten – und alle haben eine Magura HS 11-Bremsanlage.

Ich bin ein Genuss-Radfahrer. Ich träumte lange Jahre einen Traum, in dem ich einige der Stätten, die in meinem ganzen, bisherigem Leben stets eine starke Faszination auf mich ausgeübt haben, besuchen wollte. Zum Beginn meiner Rente, und als Start in einen neuen Lebensabschnittes, beschloss ich, diesen Traum zu leben. Grund war auch, die Hektik und den Druck des Berufslebens abzuschütteln und wieder zu lernen, alles bewusster zu erleben. Ich plante also eine Radreise ab meiner Heimat Neutraubling bei Regensburg mit den Stationen Rothenburg o.T., Mainz, Koblenz, Trier, Metz, Paris, Mont Saint Michel, Pont de Saint-Nazaire, Ile de Re, La Rochelle, San Sebastian, Bilbao, Santillana del Mar, Gijon, Cudillero, Luarca, Santiago de Compostella, Cabo Finisterre, Muxia, Santiago de Compostella.

Hier die Statistik meiner Reise:

Start: 16. Mai 2011
Ende: 28. Juli 2011

Dauer: 76 Tage
Deutschland: 17 Tage
Frankreich: 38 Tage
Spanien: 21 Tage

11 Wasch-, Ruhe-, bzw. Besichtigungstage

Strecke gesamt: 4359,17 km
Durchschnitt: ca. 65 km/Tag

Gegenwind an: 34 Tagen (wobei davon 31 – von 34 Tagen auf dem Weg nach Mont Saint Michel waren).
Regen an: 18 Tagen (davon 7 Dauerregen)

Rald Krapoth: „…wird auch mein nächstes Rad mit dieser Bremse ausgestattet werden.“

Magura HS 11, HS 33, Erfahrung, Reise

Foto: Ralf Krapoth

Seit gut sieben Jahren und über 70.000 km verrichtet die HS 33 an meinem Kalkhoff Endeavour tagtäglich und bei jedem Wetter problemlos und zuverlässig ihren Dienst. Abhängig von Witterung, Wegebeschaffenheit und Einsatzgebiet (Stadt, Langstrecke mit oder ohne Gepäck) sind alle 3.000 bis 6.000 km neue Bremsbeläge fällig. Der Austausch der Beläge ist auch von Laien durchführbar; zumal ein Justieren (wie es bei früheren V-Brakes notwendig war) entfällt. Allerdings ist der Aus- und Einbau der Beläge an der fest fixierten Seite etwas fummelig. Hier wäre es wünschenswert, wenn beide Bremsseiten aufklappbar wären. Das Nachjustieren der Bremsen mittels Stellrad am Bremshebel während der Fahrt oder bei Ampelstopps möglich. Einfacher geht es nicht! Allerdings musste das Einstellrad für die Hinterradbremse bei 62.000 km repariert bzw. erneuert werden. Hier hatte ich augenscheinlich das Kunststoffrad überdreht.

Die Bremsgriffe selbst liegen „gut in der Hand“ und zeigen bisher keine Verschleißerscheinungen (wie ausgeschlagene / wackelnde Gelenke). Nach 63.000 km war die Hinterradfelge „durchgebremst“ und musste erneuert werden; die vordere Felge wird sich wohl noch einige Tausend Kilometer drehen. Auch bei Fahrten mit Gepäck in bergiger Landschaft war die HS 33 nicht überfordert. Das angehängte Bild zeigt Rad und Fahrer beim Start zur „Zipfeltour“ im Mai 2013. Angesteuert wurden die westlichste, südlichste und östliche Gemeinde Deutschlands, die zusammen mit List auf Sylt im Norden den Zipfelbund gegründet haben (http://www.zipfelbund.de/). Auf der 2.400 km langen Tour waren natürlich einige Höhenmeter mit entsprechenden Talfahrten zu bewältigen.

Aufgrund der positiven Erfahrungen mit der Magura HS 33 wird auch mein nächstes Rad mit dieser Bremse ausgestattet werden.

Manfred Terhardt: „Nie im Stich gelassen“.

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Foto: Manfred Terhardt

Seit genau 10 Jahren fahre ich ein London von Utopia mit einer HS33-Bremse. Nach über 40.000 Kilometern kann ich feststellen, dass mich die Bremsen nie in Stich gelassen haben, ich also überhaupt nichts Negatives berichten kann. Positiv ist zu bemerken, dass ich mich immer auf sie verlassen konnte. Selbst da wo mir ein Rindvieh in den Allgäuer Alpen den Weg versperrte.

Peter Ortmeier: „mehrere Alpenüberquerungen“.

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Foto: Ortmeier

Als ich mich im Jahr 2007 für ein Haibike MTB mit Magura HS33 und Rohloff-Nabe entschieden habe stand die Zuverlässigkeit an oberster Stelle. Als nebenberuflicher MTB Guide für Alpenüberquerungen bemerkte ich die hohe Ausfallquote der Scheibenbremsen . Nur meine HS33 hat immer einwandfrei funktioniert.Inzwischen ist sie im 8. Jahr und hat mehrere Alpenüberquerungen erfolgreich hinter sich gebracht. Dabei wurden die Beläge lediglich zweimal erneuert , auch bei der Felge ist sind die Verschleissmarkierungen immer noch im grünen Bereich. Das Meisterstück lieferte die Bremse bei der Transalp Challenge 2014, anfangs von vielen belächelt meisterte sie auch diese feucht-fröhliche Belastung ohne Murren. Inzwischen hab ich an 3 Rädern die HS33 und kann sie nur jedem empfehlen. Das Foto entstand auf der Transalp Challenge 2014.

Matthias Höhfeld: „HS11 mit HS77“

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Foto: Matthias Höhfeld

Circa 1995 habe ich nach dem Diebstahl meines Rades, dass ich zum Abi erstanden hatte, ein Fahrradmanufaktur C140 Randonneur erstanden. Dieses habe ich relativ bald mit einem ziemlich speziellen Lenker von Koga bzw. Villiger modifiziert. Dieser besteht aus einem Rennlenker mit angeschweißten MTB-Griffen. Die HS 11 Move-Griffe wurden mit HS 77-Rennbremshebeln verbunden und ergeben zusammen mit Suntour Command-Shiftern ein ziemlich besonderes, aber sehr bequemes Cockpit. Siehe Fotos. Circa 2006 wanderte dann alles weiter an einen Velotraum Cross CrMo Rahmen, den ich heute noch so fahre.

Carsten Ullrich: „20 Jahre nicht entlüftet“

Magura HS11, HS 33, Erfahrung, Radreise

Foto: Ulrich

Das Cannondale MTB von 1990 habe ich 1995 gekauft und ein Freund hat es neu aufgebaut. Es bekam eine Magura HS 22-Raceline, allerdings nur am Hinterrad. Das Cannondale hatte eine U-Brake. Eine Cantilever- oder V-Brake kann am Rahmen nicht montiert werden, da sich die Bremssockel über der Felge befinden. Die Magura-Halter kann man allerdings umdrehen. Die vorhandene U-Brake war wenig effektiv. Ein Freund wollte die Vorderradbremse haben, so haben wir das Set geteilt. In der Zwischenzeit wurden viele Teile getauscht, außer der Magura. Auf einen historischen korrekten Aufbau wurde bewusst verzichtet. Erst 2014 kam noch eine HS 22 Vorderradbremse, ebenfalls Raceline, dazu. Leider farblich nicht passend, da die Hinterradbremse doch sehr ausgeblichen ist. 2002 kaufte ich ein neues Cannondale. Das alte Cannondale wurde als Zweitrad trotzdem häufig bewegt, stand aber auch Jahre lang im Sommer im Freien. Am Rahmen kann ein Gepäckträger montiert werden. Darauf kam ein Kindersitz, so habe ich viele schöne Touren mit meinen beiden Söhnen unternommen. Bei dem hohen Gewicht war die Magura von Vorteil. Das Fahrrad wird inzwischen als Tourenrad genutzt und um gelegentlich an die Arbeit zufahren. Eine besondere Tour hat das Cannondale im letzten Jahr unbeschadet überstanden: die Crazy-Night-Tour von Darmstadt nach Straßburg. Start war 16:00 Uhr in Darmstadt, irgendwann morgens waren wir in Straßburg, dabei wurden ca. 240 km gefahren. Die letzten 20 Jahre hat die Bremse immer gut funktioniert und wurde bisher noch nicht entlüftet.

Sie haben Ihre eigenen Erfahrungen mit den Magura HS-Bremsen gemacht? Ganz andere, schlechtere, oder noch bessere? Über die Kommentarfunktion können Sie uns diese mitteilen.

Jan Gathmann

Über Jan Gathmann

Obwohl Jan Gathmann als Kind immer nur die Fahrräder seiner Cousins geerbt hat, entwickelte er schon damals eine Ader für das Radfahren – vielleicht lag es an der liebevollen Umgestaltung der Erbstücke durch den Vater. Als Chefredakteur gestaltet Jan Gathmann seit 2009 das RADtouren-Magazin mit. In dieser Zeit und in den Jahren zuvor als Technikredakteur saß er schon im Sattel von geschätzt über 600 Testrädern – bis jetzt ohne Verschleißerscheinungen. Am liebsten greift er (auch in der Freizeit) zum Rennlenker von Randonneuren.

Ein Gedanke zu “Die Legende lebt lange: Leser-Erfahrungen mit Magura HS

  1. Habe ein 13 Jahre altes Mountainbike neu aufgebaut dazu war eine Demontage erforderlich, alles bis auf die HS11 denn diese funktionieren nach wie vor einwandfrei, habe die Bremsen trotzdem entlüftet, nicht weil es nötig war sondern weil ich mich nach so langer Zeit so einfach besser fühle. Die Bremsen haben schon diverse Bremsbacken verschließen aber tun ihren Dienst auch nach mehr als 20.000km ohne zu mucken. Magura HS11 immer wieder!

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