Crowdfunding: Tubeless soll einfacher werden

Keine Sauerei mehr beim Befüllen und Nachfüllen des Anti-Platt-Systems

Tubeless-Reifen haben viele Vorteile. Zumindest im MTB-Bereich sind sie deshalb schon weit verbreitet. Aber auch am Trekkingrad hat Tubeless Zukunft, was wir bei einem Test des derzeit einzigen Tubeless-Trekkingreifens, dem Schwalbe Marathon Almotion, bestätigt fanden. Das Reifen-Felge-System, bei dem der Reifen ohne Schlauch mit Luft gefüllt werden kann, ist weniger anfällig für Durchschläge und kann mit weniger Druck gefahren werden. Das bringt für Trekkingradler mehr Komfort bei gleichem oder sogar besserem Leichtlauf. Mit einer Dichtmilch im Tubeles-Reifen können sogar mittelgroße Löcher von innen quasi selbstheilend geflickt werden. Manche Systeme können ohne die Milch, die meist aus einer Mischung mit Latex besteht, gar nicht betrieben werden, da erst sie letzte Undichtigkeiten zwischen Reifen und Felge beseitigt.

MilKit Bestandteile auf einen Blick. Bild: MilKit

MilKit Bestandteile auf einen Blick. Bild: MilKit

Doch gerade diese Milch hat so ihre Tücken. Das beginnt beim Einfüllen: Die milchartige Flüssigkeit kann entweder durch das Tubeless-Ventil eingefüllt werden, wobei aber bisweilen Rückstände im Ventil verbleiben, die danach das Nachpumpen erschweren oder sogar den Ventilmechanismus verkleben. Sie kann auch vor der Montage einfach in den Reifen geschüttet werden. Das verlangt aber sehr umsichtiges Arbeiten beim Montieren des Reifens. Aber damit nicht genug: Mit der Zeit härtet die Milch außerdem aus – je nach Produkt muss sie alle vier bis sechs Monate erneuert werden. Das ganze lästige Befüllen ist also eine Art Sisyphos-Arbeit.

Ein neues Projekt auf der Crowdfunding-Plattform indiegogo will diese Arbeit in Zukunft deutlich leichter machen. Das MilKit besteht aus Spezial-Tubeless-Ventilen und einer Spritze. Die Ventile sollen angeblich nicht verstopfen. Wie das Präsentations-Video zeigt, kann alte Dichtmilch einfach mit der Spritze durch das Ventil aufgenommen werden – der Druck des aufgepumpten Tubeless-Reifens drückt sie in das Milkit. Das korrekte Dosiren und Nachfüllen soll die Spezial-Tubeless-Spritze ebenfalls ganz leicht machen. Klingt vielversprechend. Im Sommer sollen bereits Serienexemplare des MilKits zu haben sein.

Jan Gathmann

Über Jan Gathmann

Obwohl Jan Gathmann als Kind immer nur die Fahrräder seiner Cousins geerbt hat, entwickelte er schon damals eine Ader für das Radfahren – vielleicht lag es an der liebevollen Umgestaltung der Erbstücke durch den Vater. Als Chefredakteur gestaltet Jan Gathmann seit 2009 das RADtouren-Magazin mit. In dieser Zeit und in den Jahren zuvor als Technikredakteur saß er schon im Sattel von geschätzt über 600 Testrädern – bis jetzt ohne Verschleißerscheinungen. Am liebsten greift er (auch in der Freizeit) zum Rennlenker von Randonneuren.

2 Gedanken zu “Crowdfunding: Tubeless soll einfacher werden

  1. Crowdfunding ist und bleibt eine tolle Finanzierungsalternative, um solche Projekte auf die Beine zu stellen. Mittlerweile greifen ja doch immer mehr Menschen darauf zurück.

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