Ausprobiert: Magura HS33 Easy Mount & RT6 Urban

No-Problem-Bremse noch einfacher gemacht.

Wer einmal eine Magura Hydraulikbremse – egal ob HS11 oder HS33 – hat, macht sich in der Regel keine Gedanken mehr um ihre Wartung. Belagverschleiß gleicht man mit einer Schraube am Hebel aus. Wenn das nicht mehr reicht, tauscht  man die Bremsklötze, was beinahe so einfach geht wie Legobauen. Jetzt haben die Schwaben die letzte Hürde auf dem Weg zum Kinderleichtprodukt genommen: das erstmalige Einstellen des Abstands Hydraulikbremskolben. Das wird immer dann nötig, wenn etwa die Felgenbreite sich ändert, zum Beispiel wenn ein neues Laufrad eingebaut werden soll, aber auch, wenn die Felge etwa beim Transport oder auf Reise ein Schlag bekommen hat. Bislang war die Neu-Einstellung ein Fall für die Werkstatt oder versierte Schrauber, da Ersatzteile und eine Portion Fingerfertigkeit nötig waren. Die neue Easy Mount-Version macht die Prozedur einfach. Eine Schraube wird gelöst, an einem Hebel reguliert man den Abstand nach. Schraube wieder festziehen, fertig! Die neue Easy Mount-Technik wird an Fahrrädern des Modelljahres 2015 zu finden sein. Die noch bessere Nachricht: Zunächst wird es einen Nachrüstsatz im Handel geben, mit dem sich alte HS11- und HS33-Modelle umrüsten lassen. Preis des Nachrüstsatzes laut Magura 49,90 Euro. In der zweiten Jahreshälfte sollen Komplettbremsen als Set für ein Laufrad angeboten werden, wobei der Termin noch nicht feststeht.  Die Komplettbremsen werden den gleichen Preis haben wie momentan die EVO2 – demnach kostete die HS11 69,90 EUR pro Stück und die HS33 R 99,90 EUR.

Der kleine Unterschied: Mit dem kleinen Hebel unter dem Bremszylinder an der HS 33 Easy Mount lässt sich der Abstand der Bremsklötze zur Felge leicht und wiederholt einstellen. Das ist wichtig, wenn das Laufrad gewechselt wird – etwa beim Umbau auf Nabendynamo oder bei verschlissener Felge.

Magura HS33 Easy Mount, ab 69,90 Euro (HS11): legendäre Hydraulik-Felgenbremse mit einfacher Erstmontage. magura.com

RT6 Urban – Bremskraft für schnelle Stadträder und Randonneure

Kraftvoll und dosierbar für Stadträder und schnelle Reiseräder: Magura RT6 Urban, im Bild mit 28-mm-Reifen. Foto: Gathmann

Auch ihre sportliche hydraulische Felgenbremse haben die Schwaben überarbeitet: die RT6. Sie ist als aerodynamisch optimierte Zeitfahr- und Triathlonbremse mit entsprechend strömungsgünstigen Bremshebeln bei Reiseradlern eher unbekannt. Aufhorchen ließ schon eine Version mit Converter (RT6 C), die sich an Renn-Schaltbremshebel von SRAM oder Shimano anschließen lässt. Nachteil bisher: Die Bremsbacken ließen sich nicht öffnen oder zur Felge verstellen, was den Laufradausbau bei dickeren Pneus sehr erschwert. Nichts so bei der neuen RT 6 Urban, mit der die RT-Serie für Reiseradler interessanter wird. Denn an der neuen RT 6 Urban lassen sich die Bremsklötze nun über einen kleinen Hebel (Hydraulic Quick Release) von der Felge entfernen. Der Durchlauf der Bremse reichte dabei am Urban-Testrad locker für 28 mm breite Reifen (Schwalbe Durano) – der sich nunmehr auch aufgepumpt ausbauen lässt.
Neu bei der RT6 Urban ist auch, dass als Geber die bekannten HS-Hebel eingesetzt werden. Das macht sie zur zuverlässigen und leistungsfähigen Alternative für Fixie-Piloten und andere schnelle Stadträder mit geradem Lenker. Bei unserem Testrad waren Dosierbarkeit und Bremskraft vergleichbar mit der HS11, was gegenüber klassischen Rennradbremsen einen echten Fortschritt darstellt. Auch für ein schnelles Reiserad – ergo einen Randonneur – wird die RT6 Urban damit zur Alternative.

Der HS-Bremshebel der Magura RT 6 Urban mit verstellbarem Druckpunkt. Foto: Gathmann

Magura RT6 Urban. Hydraulische Felgenbremse mit Geber für gerade Lenker. Druckpunkt verstellbar, über Hydraulic Quick Release zu öffnen. Befestigung über Central Bolt. magura.com

Jan Gathmann

Über Jan Gathmann

Obwohl Jan Gathmann als Kind immer nur die Fahrräder seiner Cousins geerbt hat, entwickelte er schon damals eine Ader für das Radfahren – vielleicht lag es an der liebevollen Umgestaltung der Erbstücke durch den Vater. Als Chefredakteur gestaltet Jan Gathmann seit 2009 das RADtouren-Magazin mit. In dieser Zeit und in den Jahren zuvor als Technikredakteur saß er schon im Sattel von geschätzt über 600 Testrädern – bis jetzt ohne Verschleißerscheinungen. Am liebsten greift er (auch in der Freizeit) zum Rennlenker von Randonneuren.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*