Test günstige Trekkingräder der Einstiegsklasse: 550 bis 800 Euro

Als Alleskönner sind Trekkingräder gefragt wie eh und je. Besonders hoch in der Käufergunst stehen günstige Einstiegsmodelle. Wir groß ihr Einsatzbereich tatsächlich ist, und was man für kleines Geld nicht erwarten kann, klärt unser Test in Ausgabe 3/13. Hier lesen Sie wie die Räder nach Punkten abgeschnitten haben, wie wir getestet haben und welche zusätzlichen Details zum Bericht uns auffielen. Außerdem: das Testfazit.

Fazit: Augen auf beim Günstigkauf! Während bei unseren Tests von hochwertigen Modellen oft nur geringe Unterschiede erfahrbar sind, gibt es in der getesteten günstigen Preisregion teils gravierende Sprünge in Ausstattung und Funktion. Gespart wird mal am Antrieb, mal an der Lichtanlage, mal an den Reifen. Echte Ärgernisse sind das nicht. Aber die Wahl will – vor allem in der untersten Preisregion – gut überdacht sein, weil die Tendenz in der Grundausstattung einen bestimmten Einsatzbereich näher legt. Wer zum Beispiel längere Reisen plant, wird am Hercules sicher mehr Freude haben als am Carver. Wer aber eher Kurztouren plant und dabei auf Komfort Wert legt, fährt mit dem Carver und Kalkhoff sicher besser. Richtig komplette Allrounder, die in (fast) jedem Bereich gut bis sehr gute Leistungen abliefern sind aber erst ab 799 Euro dabei. Neben dem Top-Produkt von Gudereit, das sind vor allem das fast punktgleiche Raleigh sowie das Radon einen Tipp wert.

So testet RADtouren
Alle Räder wurden bei den Herstellern zum Test angefordert, Maßgabe war ein Gewicht unter 15 Kilo, eine komplette Ausstattung mit Licht, Schutzblechen und Gepäckträger sowie ein Preis möglichst unter 2.000 Euro. Die Räder werden von uns vermessen (.z.B. die Hinterbaulänge für die Packtaschenfreiheit, Griffweite und Sitzlänge) gewogen und über eine definierte Teststrecke gefahren. Für diesen Test erfolgte je eine Testfahrt mit Gepäck von 15 Kilo auf dem hinteren Träger. Der Bewertung liegt ein Punkteschema zugrunde, wobei die Räder in den praxisrelevanten Kategorien Fahrverhalten, Radreisequalitäten, Alltagsqualitäten, Komfort, Ausstattung (Wertigkeit der Komponenten) und Service (Garantie, Handelsnetz, Individualisierung) beurteilt werden. Der Fahreindruck spiegelt sich dabei in der Kategorie Fahrverhalten und einer Teilnote der Radreisequalitäten wieder. In den Testfahrten wird rund ein Drittel der insgesamt möglichen Punktzahl vergeben. Die übrigen Punkte werden nach Ausstattungsmerkmalen und Messergebnissen verteilt. Da Trekkingräder Allrounder sind, schließen hohe Punktzahlen in einer Disziplin teilweise hohe Punktzahlen in einer anderen aus, beispielsweise kann ein besonders alltagstauglicher Laufradsatz mit breiten Felgen und schweren Pannenschutzreifen in der Fahrdynamikwertung nur schlecht abschneiden. Der Maximalwert ist also nur eine theoretische Größe und wird in der Regel nicht erreicht werden. Zudem sind Punktzahlen aus einem Reiseradtest nicht vergleichbar mit denen aus dem Test leichter Trekkingräder, da die Kategorien anders gewichtet werden.

Jan Gathmann

Über Jan Gathmann

Obwohl Jan Gathmann als Kind immer nur die Fahrräder seiner Cousins geerbt hat, entwickelte er schon damals eine Ader für das Radfahren – vielleicht lag es an der liebevollen Umgestaltung der Erbstücke durch den Vater. Als Chefredakteur gestaltet Jan Gathmann seit 2009 das RADtouren-Magazin mit. In dieser Zeit und in den Jahren zuvor als Technikredakteur saß er schon im Sattel von geschätzt über 600 Testrädern – bis jetzt ohne Verschleißerscheinungen. Am liebsten greift er (auch in der Freizeit) zum Rennlenker von Randonneuren.

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