Fahrradlicht Test aus 2011: Radtouren bringt Licht ins Dunkel

Die Sonne macht immer früher Feierabend, Pendler und Tourenfahrer können das nur selten. Und sie haben auch keinen Grund dazu. Denn wer die Kälte nicht fürchtet, kann dank moderner Lichtanlagen seine Touren getrost bis in die Dunkelheit ausdehnen.

Nicht unsichtbar bleiben: Moderne Fahrradlichter geben nicht nur passive Sicherheit, sondern machen auch den Weg gut sichtbar.

Im Hellen die schönen Seiten einer Strecke erfahren und im Dunkeln den langweiligen Weg zurück? Mit Top-Scheinwerfern aus dem aktuellen Angebot der Hersteller ist das kein Problem. Dabei erzeugen die LED-Scheinwerfer der Dynamolichtanlagen so helle Lichktkegel, dass man auch bei schnellen Abfahrten Schlaglöcher noch rechtzeitig erkennt. Und sie verbrauchen dafür wenig Trittenergie. Ein schlecht aufgepumpter Standardreifen kostet mehr Kraft als sich die Lichtkanonen an modernen Fahrrädern genehmigen. Welche Fahrradscheinwerfer die besten Leistungen fürs Geld bringen, zeigt unser Fahrradlicht-Test aus dem Jahr 2010, der nichts an Aktualität eingebüßt hat. Die meisten Modelle sind unter gleichem Namen immer noch im Handel. Hier finden Sie das PDF zum Blättern.

Manchmal ist hell einfach nicht hell genug. Die Lichtanlagen an aktuellen Trekking- und Reiserädern sind zwar deutlich besser geworden, aber um zügig durch unbekanntes und unbeleuchtetes Terrain zu radeln, wünschen sich viele Fahrer mehr, als man mit 6 Volt und 3 Watt Standardlampen ausrichten kann. Moderne Akkulampen mit LED-Technik zeigen teilweise so starke Lichtbilder, dass sie vom öffentlichen Verkehr ausgeschlossen werden müssen. Der RADtouren-Vergleichstest aus 2011 zeigt in Labor und am Rad, mit welcher Akkuleuchte man am besten Licht in welches Dunkel bringt. Im Focus: sieben Toplampen bis 250 Euro.

Fahrradlicht: Die Rechtslage in Deutschland

Jedes Fahrrad auf deutschen Straßen muss eine funktionierende Dynamo-Lichtanlage aufweisen. Ausnahme sind Rennräder unter 11 Kilo. Die müssen offiziell sogar am Tag Batterielichter mitführen. Die getesteten Lampen können also nur offroad oder als Zusatzbeleuchtung genutzt werden, und das auch nur, wenn sie nach StVZO zugelassen sind. Die gilt grundsätzlich dort, wo Verkehrswege gewidmet sind, also ein Namen und oder offizielle Nummer haben, so ein Vertreter von Straßen NRW. Eingeschlossen seien Wege, die unmittelbar parallel dazu verliefen. Auf Feld- und Waldwegen scheint das komplizierter: Sogenannter tatsächlich öffentlicher Raum sei jeder befahrbare Weg, der nicht als Privatgelände kenntlich gemacht wurde, so Alexander Prim, Pressesprecher des Ministeriums für Inneres in NRW. Laut Landesforstamt Münster sei das aber der allergrößte Teil. Für diese Fälle gäbe es keine eindeutige Bestimmung, so Prim, dann gelte jeweils die allgemeinere Richtlinie, im Verkehr niemanden zu belästigen oder zu gefährden. Bei der Auslegung seinen Beamte angehalten, Regeln eher weit als eng auszulegen, im Extremfall kann also eine Nachtfahrt im Wald mit unzugelassener Lampe eine Ordnungswidrigkeit mit 10 bis 25 Euro Strafe darstellen.
Der Scheinwerfer soll nach § 67 StVZO so ausgerichtet werden, dass der hellste Fleck auf ebener Straße 10 Meter vor der Lichtquelle ist. Hauptkriterium für die Straßenzulassung eines Scheinwerfers ist die Beschneidung des Stahls über die Waagerechte hinaus, um den Gegenverkehr vor Blendung zu schützen. Stirnlampen sind generell nicht erlaubt. Sie sind zu hoch angebracht (110 cm max.) und neigen durch Kopfbewegungen zum Blenden des Gegenverkehr. Zusatzinfo: Ein Fahrer muss sein Rad innerhalb der Hälfte des ausgeleuchteten Strecke zum Stehen bringen können, sonst wäre er zu schnell.
Eine Auswahl an gerichtlichen Radurteilen finden Sie unter ww.pdeleuw.de/fahrrad/urteile.

Text: Timo Dillenberger / Foto: Shutterstock

Jan Gathmann

Über Jan Gathmann

Obwohl Jan Gathmann als Kind immer nur die Fahrräder seiner Cousins geerbt hat, entwickelte er schon damals eine Ader für das Radfahren – vielleicht lag es an der liebevollen Umgestaltung der Erbstücke durch den Vater. Als Chefredakteur gestaltet Jan Gathmann seit 2009 das RADtouren-Magazin mit. In dieser Zeit und in den Jahren zuvor als Technikredakteur saß er schon im Sattel von geschätzt über 600 Testrädern – bis jetzt ohne Verschleißerscheinungen. Am liebsten greift er (auch in der Freizeit) zum Rennlenker von Randonneuren.

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