Ausprobiert: Schwalbe Marathon GT 365 Ganzjahres-Fahrradreifen

GT“ steht bei Automobilen für Grand Turismo, also die „große Reise“. Schwalbe bringt 2017 neu den Marathon GT in zwei Varianten, die beide für viele sorglose Radkilometer gut sein sollen. Wir haben den neuen Ganzjahres-Fahrradreifen Marathon GT 365 in der Praxis getestet.

Reifen für viele Kilometer und Ganzjahreseinsatz: Schwalbe Marathon GT 365. Foto: Gathmann

Reifen für viele Kilometer und Ganzjahreseinsatz: Schwalbe Marathon GT 365. Foto: Gathmann

 

Zunächst noch ein Blick auf das andere Mitglied der neuen Schwalbe Marathon GT-Familie. Oberhalb des Klassikers Marathon ist der Urban-Reifen Marathon GT (32,90 Euro) angesiedelt. Ein eher glattes Profil sowie ein gegenüber dem Klassiker erhöhtes Pannenschutzniveau zeichnen den GT aus. Letzteres soll ein 2,5 mm dicke, neu entwickelte Gummi-Einlage gepaart mit einer doppelten Lage Gewebe garantieren (Dual Guard).

Besonders interessant jetzt im Winter ist der erste Ganzjahresreifen für Radfahrer namens Marathon GT 365, den wir inzwischen bereits über 450 km fahren konnten. Er besitzt ebenfalls den gesteigerten Pannenschutz. Sein Profil und seine Gummimischung sind aber für maximale Griffigkeit auch bei Kälte und schneeglatter Fahrbahn ausgelegt. Wie beim Autoreifen sollen sich viele kleine Lamellen mit dem Untergrund verzahnen. Das an der Seite relativ offene Profil und die hohen, gut abgestützten Seitenstollen versprechen außerdem guten Seiteninhalt in Kurven auf lockeren Untergründen. Dem Profil nach ist der Marathon GT 365 also ein echter Allrounder.

Beim Beurteilen eines Reifens nur nach dem Design seines Profils haben wir in der Redaktion aber schon manches mal falsch gelegen. Also ab ans Rad mit dem GT 365. Auf Standard-Trekkingfelgen der Maße 622x19c erreicht der Marathon GT 365 mit 40 mm ziemlich genau die Breite, die auf dem Testmodell der Größe 40-622 angebeben war. In der Fahrpraxis fiel sofort das sehr leise Abrollen auf Asphalt auf, das für einen optisch derart grobstolligen Reifen positiv überrascht. So nervet der Marathon GT 365 beim Straßeneinsatz nicht. Angesichts des Gewichts von 876 g (Test) hält sich die gefühlte Beschleunigung in Grenzen. Dafür rollt der Reifen dem Fahreindruck nach recht leicht. Außerdem vermittelt er den Eindruck „satter“ zu laufen, fühlt sich geschmeidiger an – obwohl die mehrlagige Karkasse technisch gesehen weniger flexibel sein kann. In Straßenkurven gibt der Pneu trotz Schulterstollen eine gute Rückmeldung.

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Neues Pannenschutz-Rezept Dual Guard: eine zusätzliche Lage dichtes Nylongewebe (blau) und eine dünne Schicht Spezialkautschuk. Bild: Schwalbe.

Seine großen Vorzüge entfaltete der Marathon GT 365 in unserem Fahrtest aber erst unter erschwerten Bedingungen. Auf nassem und mit Raureif belegtem Asphalt der ersten Dezembertage hatten wir ein deutlich sicheres Fahrgefühl als mit vom Profil ansatzweise vergleichbaren Reifen, etwa dem Marathon Cross aus gleichem Haus aber auch weniger stark oder stärker profilierten Modellen an aktuellen Testrädern wie dem Continental Travel Contact oder Schwalbe Smart Sam.

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Auf unbefestigten Wegen entfaltet der Marathon GT 365 starken Gripp. Bild: Gathmann.

Schwalbe empfiehlt Reifendrücke bis hinunter zu 2,5 bar. Wir konnten auf breiten Felgen (622x21c) soweit hinuntergehen, ohne dass sich ein schwammiges Fahrgefühl in Kurven einstellte. Im unteren Druckbereich gefahren offenbarte der GT 365 auch eine richtig gute Off-Road Performance: Bei der Traktion auf Kies- und Feldwegen konnte der GT 365 locker mit einigen MTB-Reifen mithalten.

Daten

Schwalbe Marathon GT 365, UVP 39,90 Euro: Ganzjahresreifen für Fahrradfahrer. Verfügbare Größen: 26-Zoll: 50 mm, 28-Zoll: 37 und 40 mm; Typ: Drahtkern; Besonderheiten: Nylon Gewebelage und Extra-Pannenschutzschicht, Zulassung für E-Bikes bis 50 km/h. schwalbe.com

Jan Gathmann

Über Jan Gathmann

Obwohl Jan Gathmann als Kind immer nur die Fahrräder seiner Cousins geerbt hat, entwickelte er schon damals eine Ader für das Radfahren – vielleicht lag es an der liebevollen Umgestaltung der Erbstücke durch den Vater. Als Chefredakteur gestaltet Jan Gathmann seit 2009 das RADtouren-Magazin mit. In dieser Zeit und in den Jahren zuvor als Technikredakteur saß er schon im Sattel von geschätzt über 600 Testrädern – bis jetzt ohne Verschleißerscheinungen. Am liebsten greift er (auch in der Freizeit) zum Rennlenker von Randonneuren.

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