Städtetouren in Deutschland

Ob Sightseeing-Tour oder Picknick-Tour ins Grüne, deutsche Großstädte sind für Radfahrer so attraktiv wie niemals zuvor. Aber welche Städte eignen sich besonders mit dem Fahrrad und welche Touren sollte man nicht verpassen?

Texte: Lisa Partzsch

Es ist noch gar nicht so lange her, da war es keine schöne Vorstellung durch deutsche Städte mit dem Fahrrad zu fahren. Schön, dass sich die Zeiten ändern und nicht nur immer mehr Radwege gebaut werden, sondern auch das Angebot an Themenradtouren oder geführten Radtouren innerstädtisch wächst. Denn auf dem Rad schafft man mehr als zu Fuß, sieht aber andere Ecken als mit dem Bus oder dem Auto. Außerdem werden die Städte immer grüner und bieten auch im Umland tolle Touren.

Wir stellen vor:

Berlin
Bremen
Hamburg
Frankfurt
Köln
Leipzig
München
Stuttgart


BERLIN

berlin1

900 km Radwegenetz in Berlin. Foto: Shutterstock.

Tour 1
Picknicktour nach Babelsberg

Nicht ganz aus der Stadt raus, aber doch schon in der Natur, erstreckt sich zwischen Berlin und Potsdam eine Schlösser- und Parklandschaft, die zur Radtouren und Picknicks einlädt. Am besten verbindet man beides miteinander auf dieser 20 Kilometer langen Rundtour – und passiert ganz nebenbei historische Orte aus zwei Jahrhunderten.
Kurz nach verlassen des S-Bahnhofes Wannsee liegt das Grab von Heinrich von Kleist, zusammen mit Henriette Vogel nahm er sich 1811 hier das Leben. Die Geschichte bleibt ein stetiger Begleiter auf den Radpfaden, mal erinnert sie an Positives, wie in der Villa des Malers Max Liebermann, in der Ausstellungen seine Werke zeigen, mal an Negatives, wie dem Haus der Wannseekonferenz, wo 1942 der Holocaust beschlossen wurde.
Dann geht es rund um die Insel Wannsee, zur rechten das Wasser, zur linken die Parklandschaft bis die Pfaueninsel erscheint. Ein Abstecher sollte nicht fehlen, also das Rad stehenlassen und die Rad schlagenden Pfauen bestaunen. Auf der Insel findet man eine Burgruinenattrappe, die Orangerie, den englischen Landschaftsgarten, der von Friedrich Wilhelm II. hier angelegt wurde. Paradiesisch, ein wenig verwunschen und fast vergessen.
Danach wieder rauf auf den Sattel und weiter am Wasser entlang zur Glienicker Brücke, wo DDR und BRD aufeinandertrafen. Auf der einen Seite erinnern noch vergilbte Schriftzüge wie Konsum an die Vergangenheit und wer die Bilder vom Agentenaustausch im Fernsehen gesehen hat, wird hier einen Moment innehalten wollen.
Auf dem letzten Stück kann man noch einmal einen Hauch von Hollywood schnuppern, wenn die Route einen Boden durch Babelsberger Villenviertel schlägt. Dann geht es ganz bodenständig durch den Düppeler Forst wieder zurück zur S-Bahnstation.
(aus Zitty – dem Stadtmagazin Berlin/Brandenburg, GPS-Track bei komoot zu finden)

Tour 2
Fahrradtour durch Tempelhof-Schöneberg

Die Tour wird von den Geburtshäusern zweier berühmter Deutscher eingerahmt, die international Ruhm erlangten: Helmut Neustädter, besser bekannt als der Fotograf Helmut Newton, und Marlene Dietrich.
16,5 Kilometer, die das Auf und Ab der Hauptstadt zeigen. Eines der ersten Viertel, durch dessen Straßen man radelt, ist das „Intellektuellenviertel“ Bayerischer Platz, hier lebten unter anderem Einstein und Gottfried Benn. Hier findet sich auch das Denkmal „Orte des Erinnerns“: etwa 80 Schilder mit Gesetzestexten aus der NS-Zeit, die die langsame Entrechtung und Diskriminierung der jüdischen Bevölkerung zeigen. An der Ecke Löwenhardtdamm/General-Pape-Straße steht ein weiteres Mahnmal des Nazi-Wahns. Der sogenannte Schwerbelastungskörper ist ein riesiger 12.650 Tonnen schwerer Zylinder aus Beton und Stahlbeton. Mit ihm wurde damals die Tragfähigkeit des Berliner Untergrundes getestet, auf dem später der Triumphbogen-Neubau der Welthauptstadt Germania errichtet werden sollte.
Die Hauptstraße 135 ist dagegen eine Gedenkstätte jüngeren Datums. Hier versammelten sich am Abend des 10. Januars 2016 hunderte Fans und gedachten des verstorbenen David Bowie, der in den 70er Jahren hier mit Iggy Pop lebte.
Hinauf führt der Weg in den Viktoriapark und den Kreuzberg, der dem Viertel seinen Namen gibt. Oben angekommen hat man nicht nur einen tollen Blick über die Stadt, sondern kann auch das 1821 errichtete Nationaldenkmal und den 1891 gebauten künstlichen Wasserfall bestaunen.
Eines der Highlights der Strecke und für jeden Radfahrer in Berlin ein Muss ist ein Besuch des Flughafens Tempelhof und des Tempelhofer Feldes. Der Flugverkehr ist seit 2008 eingestellt, das Gebäude gehört mit einer Länge von 1230 m zu den längsten Gebäuden Europas. Einmalig ist die Fahrt über das ehemalige Rollfeld.
(Tour 14 der Kieztouren von visitberlin.de)

Tour 3
Fahrradtour Marzahn-Hellersdorf

Ungewöhnlich grün zeigt sich der Stadtteil Marzahn und präsentiert ein Naturerlebnis mitten in der Stadt.
Malerisch startet die Tour im Park von Schloss Biesdorf mit Fontäne, Eiskeller und Teepavillon umrahmt von schönen Ausblicken. Ein großer Teil der Radtour führt über den Wuhleweg, dieser ist Rad- und Wanderweg in eins und spannt sich von Köpenick bis Ahrensfelde. Er gehört zu den 20 grünen Hauptwegen Berlins und folgt dem Flüsschen Wuhle. Auf der linken Uferseite erwartet den Radler die Parkanlage Gärten der Welt sowie der Kienberg. In dieser grünen Auen- und Wiesenlandschaft wird 2017 die Internationale Gartenausstellung (IGA) stattfinden. Die Gärten der Welt sind eine große Erholungsparkanlage, in der man Tee im Chinesischen Pavillon trinken kann oder Wasserspielen im orientalischen Garten lauscht, nur im Labyrinth sollte man sich nicht verlaufen.
Nach Überquerung der großen Straße mit dem schönen Namen „Allee der Kosmonauten“ ist man im alten Dorfkern von Alt-Marzahn angekommen. Das Dorf wurde schon im Mittelalter gegründet, die Dorfkirche stammt allerdings aus dem 19. Jahrhundert. Hier ist nichts mehr von der Hektik der Hauptstadt zu spüren. Ländliches Feeling versprüht die Bockwindmühle, in der man beim Erlebnismahlen den Holzrädern der Mühle zuschauen kann. Anschließend können traditionelle Mühlenprodukte im Mühlenladen gekauft werden.
Abschließend geht es hoch hinauf in die Ahrensfelder Berge, die dritthöchste Erhebung im sonst flachen Berlin, die einen Blick über die gesamte Stadt bieten.
(Tour 54 der Kieztouren von visitberlin.de, GPS-Track bei komoot.de)

Christian Tänzler, Pressesprecher von visitberlin.de empfiehlt 3 besondere Radtouren in Berlin

  1. Mauerradweg: Die Kombination von urbanem Lebensstil, einmaliger Geschichte und einer abwechslungsreichen Strecke: Vereinfacht gesagt fährt man im Norden durch Dünen und im Süden durch eine wasserreiche Schlösser-Landschaft. Diese Vielfalt gibt es so nirgendwo.
  2. Das Tempelhofer Feld ist die weltweit einzige Radstrecke, die über ein (ehemaliges) Flugfeld führt. Diese Weite zu erleben ist ein unvergleichliches Erlebnis. Im Hintergrund stehen noch die Flughafengebäude, die zu den größten Gebäuden Europas gehören und dann diese Weite, obwohl man sich zugleich so zentral in der Stadt befindet, das erzeugt ein Gänsehautgefühl und ist sehr speziell.
  3. Der Berlin Tourismus bietet in Zusammenarbeit mit fahrradfreundlichen Hotels die sogenannten Kieztouren Das Angebot gibt es seit 2 Jahren. So kann man gezielt die einzelnen Berliner Viertel kennenlernen (siehe Fahrradtour Marzahn-Hellersdorf).

Fernradwege in und um Berlin
Mauerradweg
Spreeradweg
Havel-Radweg
Europaradweg R1
Berlin – Usedom
Berlin – Kopenhagen

Veranstaltungen in Berlin
Kieztouren für Neuberliner und Berliner mit dem ADFC (adfc-berlin.de)
Fahrradsternfahrt am 11. Juni 2017, Radtour über gesperrte Straßen bis vor das Brandenburger Tor

Literatur
Neue Radkarte von Visit Berlin in der Saison 2016 erschienen, kostenlos in Touristinformationen
Die besten Radtouren rund um Berlin, Ulrike Wiebrecht. 2006, Viareise-Verlag, 192 S., 14,95 Euro.
Axel von Blomberg, Die schönsten Radtouren rund um Berlin. 2012, BVA, 143 S., 12,95 Euro.
FAHRRAD Berlin und Umland, Zitty-Beilage. 2015, Go City Media GmbH, 130 S., 7,90 Euro.
Judith Jenner/Sandra Piske, Berlin mit dem Rad entdecken. 2015, Bruckmann Verlag, 144 S., 13,99 Euro.
Tassilo Wengerl, Radreiseführer Berlin. 2010, Bruckmann Verlag, 144 S.

Nützliche Internetadressen
visitberlin.de
keirinberlin.de (Cycle Culture Café)
rad-spannerei.de (Werkstatt und Neuladen)

Geführte Radtouren
Berlinfahrradtour.de
Fahrradtouren-berlin.com
Berlinonbike.de
Berlincyclingtours.de
Berlinkontouren.de
Travelxsite.de

INTERVIEW…mit Tine vom Blog unterwegsinberlin.de
Wohnt in Mitte
Hat schon 19 von 23 Berliner Bezirken mit dem Fahrrad erkundet und möchte bis Ende 2016 auch noch die fehlenden vier schaffen
Ihr Blog wurde 2016 als einer der Top-50-Fahrradblogs bewertet
Sie gibt Radtourentipps in und um Berlin

Wie lange bist du schon in Berlin mit dem Rad unterwegs?
Ich bin schon früher mit dem Rad zur Schule gefahren und fahre regelmäßig seit 6/7 Jahren zur Arbeit und seitdem auch längere Touren.

Was begeistert dich am Radfahren in Berlin?
Die Kombination aus draußen sein und sich bewegen. Ich merke das vor allem morgens, wenn ich mit dem Rad zur Arbeit fahre, dann starte ich viel besser in den Tag, als wenn ich in einer 1.000 Grad heißen U-Bahn stehen muss.
Außerdem kriegt man viel mehr mit, was in seiner Stadt passiert. Dann kann man auf dem Weg nach Hause auch schon mal eine andere Strecke nehmen, um noch ein bisschen mehr zu sehen.

Was ist deine Lieblingsstrecke?
Vom Treptower Park nach Köpenick in den Südwesten der Stadt. Man fährt durch die Wuhlheide, kann mit einer kleinen Fähre fahren, die Strecke verläuft relativ grün und direkt an der Spree und von Köpenick kann man noch weiter zum Müggelsee fahren.

Wo sollte man in Berlin unbedingt einmal mit dem Rad gewesen sein/langgefahren sein?
Tempelhofer Feld und der Weg dahin sind sehr schön und einmalig. Alleine eine Runde um das Feld zu fahren dauert 30 Minuten und ist ein besonderes Erlebnis. Außerdem überall wo es grün ist und nicht so städtisch, zum Beispiel im Grünewald.

Was sollte man als Fahrradtourist beachten?
Auch in Berlin gibt es immer mehr Fahrradstraßen, das ist schön. Im normalen Verkehr sollte man aber vorsichtig und umsichtig fahren. Ich fahre zum Beispiel nie durch die Straße Unter den Linden, weil es dort keinen Fahrradweg gibt, dafür aber viele Busse und viele Touristen. Dann kann man lieber einen Umweg fahren und Nebenstraßen nehmen, die sind sowieso meist viel schöner.


MÜNCHEN

mu%cc%88nchen1

1.200 km Radwegenetz in München. Foto: Shutterstock.

Tour 1
Mmmmh…Wasserweg

Auf einer Radtour ist viel Trinken besonders wichtig. Was würde da besser passen als der M-Wasserweg, eine Tour auf den Spuren des Münchener Trinkwassers, die ganz nebenbei Stadtführung und Naturtrip gleichzeitig ist.
Wer mit Kindern unterwegs ist oder selber Spaß an Schnitzeljagden hat, kann die Radtour mit der Let’s Geo-App „Dem Münchener Trinkwasser auf der Spur“ zu einem interaktiven Abenteuer machen. Auf einer 15 km langen Strecke durch das Mangfalltal müssen Aufgaben gelöst werden.
Den M-Wasserweg gibt es in zwei Längen: den gemächlichen mit 39 km und den sportlichen mit 82 km. Starten kann man direkt in der Münchener City am Deutschen Museum. Wer der Stadt entkommen möchte, fährt einfach mit der S-Bahn ein wenig weiter raus. An der gesamten Strecke verteilt stehen 20 Tafel und informieren über Herkunft und Aufbereitung des Münchener Trinkwassers. Dabei führt der Weg durch die schöne Naturlandschaft des Alpenvorlandes und bietet immer wieder Gelegenheiten zu Einkehr. Außerdem sieht man zahlreiche Bauten, die Bedeutung für die Trinkwassergewinnung haben und die auf ganz eigene Weise eine Sehenswürdigkeit sind zum Beispiel der Hochbehälter und Turm von Diesenhofen.
Wer sich die lange Tour vornimmt kommt kurz vor Etappenende an der Grundwasserfassung Reisach vorbei, wegen seiner Bauweise auch Reisacher Brunnen-Tempietto genannt. Der trutzige Bau stammt aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg und bildet einen besonderen Kontrast zur ihn umgebenden Wald- und Wiesenlandschaft.
Für Technik- und Industriebegeisterte, Wissensdurstige oder Familien mit Kindern eine besondere und spaßige Art und Weise München etwas anders kennenzulernen.
Infos und GPS: swm.de

Tour 2
Kombi Rad und Bahn

Eine große Auswahl an Touren wurde zusammen vom Münchener Verkehrs- und Tarifverbund und dem ADFC ausgearbeitet. Die Strecken sind individuell kombinierbar und starten für eine gute Erreichbarkeit jeweils an einer S-Bahn- oder U-Bahnstation. Die 29 Touren zwischen 22 und 68 km decken das gesamte Umland und Stadtgebiet von München ab und reichen bis Ammer- und Tegernsee, im Norden bis Moosburg und im Süden bis Bad Tölz.
Die längste Tour führt natur- und wassernah zunächst an Ilm und Amper entlang und bietet die Möglichkeit zu einem Abstecher nach Obermarbach zu einer 1.000 Jahre alten Linde mit acht Meter Stammdurchmesser. Später prägt das weite Isartal das Landschaftsbild und den Streckenverlauf.
Ausführliche Informationen zu den Strecken wie GPS-Track, Höhenprofil, Karte, Road-Book, Steckbrief und Beschreibung sind online zu finden: mvv-muenchen.de

Tour 3
Immer rund mit dem Rad

Der 135 km lange RadlRing ist ein Überbleibsel der Bundesgartenschau 2005. 20 Themenrouten führen durch das nähere Umland und berühren dabei das Stadtgebiet nur peripher. Trotzdem liegen einige berühmte Münchner Sehenswürdigkeiten auf der Strecke wie das Schloss Schleißheim und das Kloster Fürstenfeld.
Für Naturliebhaber hat die Tour einiges zu bieten: sie führt durch das hügelige Gelände des Brucker Landes, die grünen Isar- und Amperauen sowie den Perlacher Forst und den Forstenrieder Park. Heideflächen prägen ebenso den Streckenverlauf wie Wälder und die Flusstäler von Isar, Würm und Amper.
Zwischen Dachau und Ismaningen erinnert der RadlRing fast an eine Schlössertour. In der Dachauer Altstadt erwartet den Radler nach einem Abstecher nicht nur ein Renaissanceschloss sondern über die Mauer auch ein besonders schöner Panoramablick auf die bayrische Landeshauptstadt. Entlang des barocken Dachau-Schleißheimer-Kanals führt die Tour durch die letzten Reste der Mooslandschaft im Schwarzhölzl. Das weitgespannte Kanalsystem im Münchener Norden ist ein landschaftskulturelles Highlight und führt schnurstracks zur sehenswerten ausgedehnten Schlossanlage Schleißheim (Technikfreaks sei eher die Flugwerft Oberschließheim empfohlen). Auch in Ismaningen kann das Schloss mit Park und Orangerie besichtigt werden. Zwischen Neubiberg und Gauting führt die Strecke dann naturnah entlang der Flussläufe von Isar, Würm und Hachinger Bach. Unter anderem führt der Radweg auch über die ehemalige Start- und Landebahn des Flugplatzes Neubiberg, von dem man einen tollen Panoramablick auf die Alpen hat.
Infos: muenchen.de und pv-muenchen.de

Fernradwege in und um München
Isarradweg
München-Venedig
Ammer-Amper-Radweg

Veranstaltungen in München
Neubürger-Touren (veranstaltet von Radlhauptstadt/Green City, Ansprechpartner Andreas Schuster, radlhauptstadt.de/greencity.de)
Münchner RadlNacht (radlhauptstadt.de)
Münchner Ringparade: Radeln auf dem Mittleren Ring

Literatur
Bikeline, Rund um München. Die schönsten Radtouren in und um München. Esterbauer Verlag, 13,90 Euro.
Platz, Manfred: Feierabendradeln rund um München. Raus aus dem Büro – rein in die Pedale. J. Berg Verlag, 2005, 14,99 Euro.

INTERVIEW…mit Wigand von Sassen, Projektleiter in der Öffentlichkeitsarbeit für den Radverkehr bei Radlhauptstadt München.
Seit 2009 radelnd in München unterwegs

Wo kann man in München am besten radeln?
Die schönsten Verbindungen gibt es an der Isar, dort kann man schön einmal quer durch die Stadt fahren und dabei allen Konflikten mit dem Autoverkehr oder Ampelstopps aus dem Weg gehen. Man kommt gut in die Innenstadt. Das ist auch eine meiner Lieblingsstrecken.
Schön ist es aber auch im Englischen Garten im Norden. Oder auf vielen Tangentialen/Seitenstrecken, die viel durchs Grüne führen aber ohne, dass man einen großen Umweg macht.

Gibt es besondere Veranstaltungen in der Stadt für Radler?
Es gibt in München die Münchener RadlNacht, die immer im August/September stattfindet und dieses Jahr 16.000 Radler gelockt hat. Dann werden immer einige der großen Straßen in der Innenstadt gesperrt und statt den Autos fahren dort dann viele tausend Radler. Das ist immer eine der tollsten Veranstaltungen.
Interessant ist aber auch eine Veranstaltung, die 2014 schon einmal stattfand und in diesem Jahr wiederholt wird/wurde: das Radeln über den Mittleren Ring. Das ist die Stadtautobahn hier in München, die dann an einem Wochenende gesperrt wird, um von Radfahrern genutzt zu werden.

Wie plane ich am besten meine Radtour in München?
2015 wurde der Münchener Radroutenplaner überarbeitet. Mit dem neuen Tool können nun Touren im Stadtgebiet wie im Umland geplant werden und man hat sehr viele unterschiedliche Einstellungsmöglichkeiten, die das Tool nicht nur für Pendler oder Münchener interessant machen sondern auch für Touristen: grünste Tour, mit den meisten Sehenswürdigkeiten, kinderfreundlich etc.

Was tut sich radverkehrstechnisch in München?In München entwickelt sich viel für Radler, es werden immer mehr Radler, das ist ein schönes Gefühl mit vielen unterwegs zu sein.
Ein sehr neues Projekt ist jetzt eine Verbindung zwischen Parsing im Westen bis zum Hauptbahnhof. Der Streckenverlauf orientiert sich größtenteils an den Gleisen. So kann man fast ampelfrei auf einem 4 Meter breiten Radweg nach Parsing radeln. Wir nennen es noch nicht Radschnellweg, aber es geht in die Richtung.
München erlebt gerade einen regelrechten Radverkehrsboom, das ist schön. Die Herausforderung wird nun sein, mit dem Infrastrukturausbau auch mitziehen zu können


HAMBURG

hamburg1

400 km Radwegenetz in Hamburg. Foto: Shutterstock.

Tour 1
Klassiker: Hafenrunde

Ein Muss beim Hamburg-Besuch ist eine Hafenrundfahrt. Typischerweise mit dem Boot zurückgelegt, lassen sich versteckte Ecken noch besser mit dem Fahrrad entdecken. Je nach Streckenführung kommt so eine Tour von 25-30 km Länge heraus. Dann sieht man mehr als „nur“ Landungsbrücken und neue HafenCity, sondern noch Ortsteile von Hamburg, die noch Dorfcharakter haben, wie das einstige Fischerdorf Altenwerder.
Die Tour beginnt zunächst unter der Erde. Durch den Alten Elbtunnel fährt man 24 Meter unter der Elbe hindurch. Am Wochenende ist die 430 Meter lange Weströhre in beide Richtungen geöffnet und zudem autofrei. Unter der Woche gibt es wechselnden Einbahnverkehr und Radler müssen gegebenenfalls über den Fußweg schieben. Zusammen mit Seehunden, Fischen und Hummern durchquert man die lange Röhre, diese sind kunstvoll mit Kacheln als Reliefs an den Wänden geformt.
Im Spreehafen eröffnet sich dem Radler ein bunter Anblick. Das große Hafenbecken war einst Überwinterungsquartier für Binnenschiffe jetzt liegen hier bunte Hausboote.
Auf dem grünen Deich wird es bei schönem Wetter voll, dann ist er ein beliebtes Ausflugsziel, das nicht nur einen schönen Blick auf die Frachter im Spreehafen bietet, sondern auch einen ungewöhnlichen auf die Silhouette der Hansestadt mit den Kirchtürmen und Elbphilharmonie am Horizont.
Über Neuhof und Rethebrücke geht es, mit Wilhelmsburg zur Linken, zu einem Abstecher zum Harburger Binnenhafen. Dort zeigt sich eine Mischung aus alten Hafenanlagen, neuen Bürotürmen, Wohnhäusern, Hausbooten und Schiffen. Auf dem Gelände des Binnenhafens stand einst das Harburger Schloss, die Burggräben wurden zu Hafengräben umfunktioniert.
Abschließend kann von Finkenwerder die Fähre zu den Landungsbrücken genommen werden, so hat man auch noch einmal die klassisch hanseatische Perspektive auf den Hafen.
(empfohlen vom Hamburger Abendblatt)

Tour 2
Von der City über Wilhelmsburg nach Neugraben

Die fast 25 Kilometer lange Tour führt über das junge Stadtviertel Wilhelmsburg in den grünen Stadtteil Harburg. Vom Startpunkt Rathaus geht es zunächst durch die historische Speicherstadt, den größten Lagerhauskomplex der Welt, der durch seine alten Bauten begeistert. Direkt im Anschluss erfolgt mit dem Übergang in die HafenCity ein harter Kontrast. In den modernen Glasbauten des urbanen Stadtquartiers spiegelt sich das Wasser der Elbe.
Das industrielle Wilhelmsburg hat sich in den vergangenen Jahren zu einem jungen, multikulturellen, lebendigen Viertel geworden. Das fröhlich-bunte Gebäude der S-Bahnstation ist nur ein Zeichen für den Wandel. Gründerzeithäuser prägen das Gesicht des Viertels. Viele Lokale bieten Ausgehmöglichkeiten. Wilhelmsburg profitiert außerdem vom Inselflair und der einzigartigen Natur. Kreatives Zentrum des Viertels sind die Künstlercommunity im Atelierhaus 23 am Kanal und die Wilhelmsburger Zinnwerke. Im Südosten des Viertels erwartet Radfahrer das Naturschutzgebiet Auenlandschaft Norderelbe mit pittoreskem Leuchtturm und das Naturschutzgebiet Rhee, das im Osten seltene Vögel wie den Eisvogel beherbergt.
Nach der Überquerung der autofreien alten Süderelbebrücke führt die Tour ins grüne Harburg.
(Als Alltagsroute 10 auf hamburg.de/radtour)

Tour 3
Raus aus der Stadt

Auf dieser 45 Kilometer langen Tour steht die Natur im Mittelpunkt. Start ist der S-Bahnhof Billwerder-Moorfleet. Die Strecke verläuft durch Vier- und Marschlande und den Gemüsegarten Hamburgs. Zwischen Tatenberg und Fünfhausen ist man auf dem Marschenbahndammweg nur mit einigen Fußgängern ganz alleine – erstaunlich, welche Natur sich nur wenige Minuten außerhalb von der Weltstadt Hamburg findet. Die Landschaft ist geprägt von Wiesen und Ackerflächen, die hier und da von Entwässerungsgräben durchzogen sind. Am Fähranleger Zollenspieker geht es auf die andere Elbseite und dort über den Radwanderweg Elbe immer auf Wirtschaftswegen direkt am Wasser wieder zurück.
(als Freizeit-Radtour 3 Bergedorfer Umland auf hamburg.de)

Fahrrad und ÖPNV in Hamburg
Mo-Fr vor 6 Uhr, von 9-16 Uhr und ab 18 Uhr in U-, S-, A-Bahnen und vielen Buslinien kostenlos; an Wochenenden und Feiertagen ganztägig kostenlos; während der Sommerferien auch ganztägig

Fernradwege in und um Hamburg
Hamburg – Rügen
Hamburg – Bremen
Leine-Heide-Radweg
Elberadweg

Veranstaltungen
Cyclassics (hamburg.de/cyclassics)
Fahrradsternfahrt (Aktionstag mit zahlreichen gesperrten Straßen, Fahrt über die Köhlbrandbrücke, fahrradsternfahrt.info)

Literatur
Sabine Schrader, Die besten Radtouren rund um Hamburg: Die schönsten Strecken abseits des Autoverkehrs. Via Reise Verlag, 2015, 14,95 Euro.
Christina M. Wetzel, Hamburg mit dem Rad entdecken. Der besondere Radreiseführer. Bruckmann Verlag, 2016, 13,99 Euro.

Nützliche Internetadressen
hamburgfiets.de
raum-fuer-fahrradkultur.de
we-are-traffic.de

Geführte Radtouren
fahrradtour.hamburg
hamburg-auskenner.de
zweiradperle.hamburg
guide-my-bike.de
guiders.de
hamburg-radtour.de


STUTTGART

stuttgart1

500 km Radwegenetz in Stuttgart. Foto: Shutterstock.

Stuttgart bemüht sich schon seit längerer Zeit eine Fahrradstadt zu sein. Ehrgeiziges Ziel der Stadt ist nun, langfristig den Radverkehr auf 20 Prozent des gesamten Verkehrs zu bringen. Besonders wird dabei auf E-Bikes gesetzt. Seit ein paar Jahren ist die Region E-Bike-Region, in der Stadt steht eine große Flotte Leih-E-Bikes zur Verfügung. Die sind zum Erkunden von Stadt und Umland auch gefragt, denn das Stadtbild wird durch viele Anhöhen geprägt und wer aus der Stadt herausfahren will, der muss zunächst einmal auf den Berg hinauf. Dabei helfen S-Bahn, Stadt- und Zahnradbahn, in denen das Rad ohne Zuzahlung befördert wird. Dafür sind die Touren meist geprägt von viel Natur und Seen.

Tour 1
Innenstadtrunde

Die Tour startet mit einer Fahrt in der Zahnradbahn auf die Filderebene. Am Wegesrand rauschen der Riedsee, der Rot- und Schwarzwildpark und der Bärensee (ohne echte Bären) vorbei. Nach einer kurzen Bergetappe kann man das mondäne Villenviertel auf dem Killesberg genießen und auf einer Schlussabfahrt zum Egelsee den Fahrtwind genießen. Landschaftlich eindrucksvoll sind im Sommer und Herbst der neben dem Egelsee gelegene Rosensteinpark sowie das Schloss Rosenstein. Zurück geht es dann über den grünen Gürtel Stuttgarts, den Schlossgarten.
Thomas Oehler gibt auf seiner Homepage genussradler.de Vorschläge für Touren, darunter die Innenstadtrunde.

Tour 2
Radel-Thon

Die 80 km lange Rundstrecke um den Stuttgarter Talkessel wurde von Radprofi Reinhold Steinhib entwickelt. Sie ist bei vielen Freizeitradlern beliebt und bietet wechselhafte Landschaften: von Weinbergen zu Seen und Wäldern. Sie eignet sich auch um streckenweise befahren zu werden und ist komplett ausgeschildert.
Sehenswert auf der Strecke präsentiert sich der Ortskern von Mühlhausen mit vielen alten Häusern und seinem Schloss. Zahlreiche Einkehrmöglichkeiten sowie Spielplätze liegen an der Wegstrecke, so dass die Strecke auch für Familien interessant ist, z.B. das Inselbad in Untertürkheim oder das Mineralbad Leuze.
Termin: Beim Radsonntag auf dem Radel-Thon werden alle gefahrenen Kilometer von Sponsoren vergütet. Auch sonst kann jeder gefahrene Kilometer für einen guten Zweck an die AOK gegeben werden.
Infos und GPS: stuttgart.de

Tour 3
Stuttgart elektrisiert

Rund 400 Kilometer umfasst die E-Bike-Region Stuttgart ohne Nebenstrecken. Dabei sind doch gerade die es, die den Reiz dieser Landschaft zeigen.
Zum Beispiel entlang der großen oder kleinen Neckarschleife. Die Touren folgen dem wunderschön sich dahinschlängelnden Neckar und berühren dabei noch so manche weitere Naturschönheit wie die weit sichtbaren „Felsengärten“ im Naturschutzgebiet. An der Strecke liegt außerdem Besigheim, vom MDR als einer von Deutschlands schönsten Weinorten gekürt. Und tatsächlich fügt sich die romantische Fachwerkstadt wunderschön organisch in die Landschaft aus Rebhängen und Flussauen ein.
Die große Neckarschleife entführt den Radler stattdessen in die historische Altstadt von Marbach, einem Quellort deutscher Literatur mit Schillers Geburtshaus und Schiller-Nationalmuseum, Deutschem Literaturarchiv und Literaturmuseum.
Abwechslungsreich präsentiert sich auch der Kult.Tour.Radweg, der einen Spagat schafft zwischen Natur und Kultur, Stadt und Land. Gleich zu Beginn zeigt sich das imposante Schloss Kaltenstein über der mittelalterlichen Stadt Vaihingen, bald schon prägen Streuobstwiesen, Heckenbänder und lichte Buchenwälder die Strecke, dann wieder locken prächtige Kulturbauten. Die hügelige Strecke fordert einiges an Kondition, zahlreiche Übergänge zu öffentlichen Verkehrsmitteln ermöglichen aber eine individuelle Tourgestaltung.
Infos und GPS: e-bike-region-stuttgart.de

Fahrrad und ÖPNV in Stuttgart
Das Fahrrad kann kostenlos in S-Bahn, Stadt- und Zahnradbahn mitgenommen werden.

Fernradwege in und um Stuttgart
Neckartal-Radweg

Veranstaltungen in Stuttgart
Neubürger-Touren unter dem Motto „Stuttgart er-fahren“ (organisiert von ADFC Stuttgart)

Literatur
Pipiorke, Peter/Votteler, Friedrike: Mit dem Rad durchs Jahr. Radtouren in der Region Stuttgart. Theiss-Verlag, S. 152, 5,99 Euro. (als E-Book)
Anne Abelein/Patrick Brauns: Radtouren ohne Steigung – Stuttgart: 30 genussreiche Touren in und rund um die Schwabenmetropole. J. Berg Verlag, 2016, 14,99 Euro.


KÖLN

ko%cc%88ln1

500 km Radwegenetz in Köln. Foto: Shutterstock.

Tour 1
Alte und Moderne Architektur per Rad

Die 35 Kilometer lange Tour startet an Köln Wahrzeichen, dem Dom und führt zunächst über die Hohenzollernbrücke mit seinen zahlreichen Liebesschlössern auf die andere Rheinseite. Von dort geht es wassernah mit schöner Aussicht auf die Martinskirche und die Kranhäuser am Rhein stromaufwärts. Im Deutzer Hafen fährt man über die besonders interessante Drehbrücke. Der Weg über Porz nach Wahn und Zündorf wird zu einer Reise durch die Jahrhunderte wenn man zunächst eine Arbeitersiedlung aus dem 20. Jahrhundert passiert, dann eine Wasserburg aus dem 15. Jahrhundert und schließlich in einem Dorf landet, das eine mehr als tausendjährige Geschichte nachzuweisen hat. Auf der kleinen Fähre geht es von Zündorf auf die andere Rheinseite und folgt dort dem Radweg wieder stromabwärts. Man lässt Rodenkirchen und die Fortanlagen des Festungsringes links liegen und nährt sich immer mehr wieder der bekannten Skyline von Köln. Bei Dunkelheit bietet das Hochwasserpumpwerk an der Schönhauserstraße einen besonderen Anblick, dann erstrahlt es nämlich bunt. Tagsüber dagegen fällt der rechteckige Bau gar nicht auf. Da zieht der Rhein eher die Blicke auf sich. Oder der Rheinauhafen, wo man die Kranhäuser nun noch einmal aus der Nähe betrachten kann. Die industrielle Architektur der ehemaligen Hafensiedlung hebt sich hier stark gegen die modernen, gläsernen Bauen ab und schafft einen interessanten Mix.
(aus der App QuoRadis mit Routen im Rheinland)

Tourentipp der Redaktion
Königsforst und Wahner Heide

Das große Waldgebiet im Osten der Stadt hat viele unterschiedliche Seiten und ist sehr weitläufig. Ohne Zeitdruck kann man hier den ganzen Tag unterwegs sein und merkt nicht mal, wenn man einen Weg zweimal fährt. Im Norden liegt Bensberg, die Waldstücke dort sind eher hügelig und bei Mountainbikern beliebt. Der Königsforst sowie die Wahner Heide im Süden um den Flughafen dagegen eignen sich für jede Art von Radler. Die Rennstrecke, die den Königsforst einmal in der Länge durchmisst ist ein geteertes Asphaltband, das ehemals eine Bahnstrecke war. Diese setzt sich in der Wahner Heide fort.
Abseits davon finden sich im Königsforst breite Waldautobahnen, kleine Wurzelwege, schmale Trampelpfade und Singletrails. Je weiter man in den Osten kommt, desto bergiger wird die Topografie. Der Wald ist meist dicht und von kleinen Wasserläufen durchzogen. Tief im Innern des Waldes versteckt sich außerdem die höchste Erhebung im Kölner Stadtgebiet, der Monte Troodelöh, mit 118 m. Dessen lustiger Name entstand aus seiner Zusammensetzung der Namen der drei „Entdecker“ Troost, Dedden, Löhmer des Berges.
Die Wahner Heide dagegen ist eine Mischung aus geschlossenen Waldstücken und offenen Heide- und Weidewiesen. Zwei große, grünbewachsene Becken liegen im Norden, etwas weiter Richtung Flughafen finden sich viele Weiden, auf denen Kühe, Wasserochsen, Ziegen, Esel oder Pferde leben.
Kleine Piktogramme mit Vögeln, Blättern oder Insekten zeigen Wanderwege, eignen sich aber auch als Orientierung für Radfahrer. Das besondere an der Wahner Heide ist die Weitläufigkeit und Wildheit dieses Forstes. Selbst nach vielen Touren kann man immer wieder neue Orte entdecken oder alte wiederentdecken.
Karte und GPS: stadt-koeln.de

Tourentipp der Redaktion
Erlebnisroute Nord

Die rund 30 Kilometer lange Erlebnisroute Nord startet am modernen Mediapark in Köln und verläuft sehr grün durch Blücherpark und Bürgerpark bis auf den äußeren Grüngürtel. Von hier geht es weiter in die nördlichen Seengebiete. In der Domstadt findet man nicht viele Routen dieser Art, die flach, aber landschaftlich trotzdem ansprechend aus der Stadt hinaus und ins Umland führen.
Mühlen, Klöster und Fachwerkhäuser lassen bei Pulheim schon keine Erinnerung mehr an das urbane Köln aufkommen. Die Route endet am Kloster Knechtsteden. Von hier kann man weiter an den Rhein nach Zons fahren – und unbedingt eine kurze Tour durch den mittelalterlichen Ort einplanen. Hier kann man über den Rhein setzen und am Fluss bequem Richtung Düsseldorf radeln und sich in Benrath – sehr schönes Schloss mit angrenzendem Park – in den Zug zurück nach Köln setzen.
Route und GPS-Track: regio-gruen.de

Fernradwege in und um Köln
Rheinradweg
Erft-Radweg
Drei-Flüsse-Tour
Bergischer Panoramaradweg

Veranstaltungen in Köln
Touren für Neubürger vom ADFC am 1. Samstag in jedem ungeraden Monat (adfc-nrw.de)

Literatur
Bikeline Radatlas: Die schönsten Radtouren in und um Köln, Bonn und ins Bergische Land. Esterbauer Verlag, 2015, 13,90 Euro.
Karten der 13 Touren von der Stadt Köln gibt es in vielen Ämtern und Tourist-Infos in der Stadt


BREMEN

btz_5314_marktplatz-rathaus-dom-bu%cc%88rgerschaft

600 km Radwegenetz in Bremen. Foto: BTZ.

Tour 1
„Werder“-Wesertour

Nur etwa 13 Kilometer ist die Strecke und bildet erst weserauf- dann abwärts eine Rundtour. Sie startet am Martinianleger an der Weserpromenade und führt zunächst zum Weser-Stadion. Fußballfans sollten sich hier unbedingt das Werder-Museum „Wuseum“ anschauen. Danach geht es durch den Stadtteil Peterswerder zum beeindruckenden Weserwehr, durch die schäumend und dröhnend das Weserwasser hinabstürzt. Über das Wehr kann der Fluss auch gequert werden. Auf der anderen Seite wartet das Naturschutzgebiet „Neue Weser“ auf der Werderinsel. Auf der Insel liegt das beliebte Café Sand direkt am Weserstrand. Kurz vor Ende der Tour passiert der Radler noch die „umgedrehte Kommode“, den Wasserturm Bremens, ein majestätischer, quadratischer Bau aus dem 19. Jahrhundert.
(von bremen-tourismus.de)

Tour
Mittenmang und umzu

Schon der echt bremerische Titel verrät, dass man die Hansestadt auf dieser Tour etwas besser kennenlernt. Wer bisher nur die Bremer Stadtmusikanten kennt, sollte sich diese 17 Kilometer lange Rundtour gönnen.
Sie gibt Einblick in die umtriebige Geschichte der Stadt und in viele unterschiedliche, bunte, sich ständig wandelnde Stadtteile. Jugendstil-Straßen prägen zu Beginn die Tour und werden durch Jahrhundertwende-Architektur abgelöst. Bunt wird es im „Viertel“, in das von in den 60ern bis 80ern Studenten, Ökos und Punks zogen und das bis heute ein Szeneviertel geblieben ist. Über Mitte geht es zum Ortsteil Peterswerder und dem Osterdeich, einem beliebten Wochenendausflugsziel für viele Bremer, auch wegen des nahen Weserstadions. Auf der anderen Seite des Flusses liegt die Bremer Neustadt, ehemaliges Arbeiterviertel, direkt neben Teilen der ehemaligen Befestigungsanlage. Durchs Flüsseviertel geht es Richtung City, wo am Marktplatz das berühmte Denkmal des mittelalterlichen Roland und der Bremer Stadtmusikanten stehen. Abschließend lässt man das Fahrrad stehen, um Bremens ältestes Viertel, den Schnoor, zu Fuß zu erkunden. Das Gängeviertel ist labyrinthisch verzweigt, deshalb etwas Zeit mitbringen, falls man sich verläuft.
(auch von bremen-tourismus.de/GPS online)

Bremen mal anders kennenlernen?
Die Drahtesel-Stadtralley, ein Angebot der Tourist-Information, führt einmal quer durch die Hansestadt. Grüne Parks, maritimes Flair an der Weser, alternative Viertel, urbanes Leben und historisches liegen auf dem Weg.
Start an der Tourist-Information am Hauptbahnhof
4-5 Stunden, ca. 16 km; 12,50 Euro

Fahrrad und ÖPNV in Bremen
Dafür, dass Bremen sich als Fahrradstadt profilieren möchte und aktiv damit wirbt, muss die Fahrradmitnahme im ÖPNV mit bis zu 3 Euro bezahlt werden.

Fernradwege in und um Bremen
Weser-Radweg
Hamburg – Bremen
Wümme-Radweg
Aller-Radweg

Veranstaltungen
Brompton National Championship
Wird im Rahmen der Bremen Challenge seit einigen Jahren immer im August veranstaltet; einziges Brompton-Rennen in Deutschland. Dresscode und natürlich ein Brompton-Rad sind Pflicht.

Literatur
Harald Witt: Radwandern rund um Bremen. Die schönsten Touren zwischen Hunte, Weser und Wümme. Edition Temmen, 2013, 17,90 Euro.

Nützliche Internetadressen
Bremen-tourismus.de
Bremen.de/bike-it
Bremenize.com – Blog, folgt dem großen Beispiel Copenhagenize


FRANKFURT

frankfurt3

750 Kilometer Radwegenetz in Frankfurt. Foto: Shutterstock.

Tour 1
Grüngürtel-Runde

Wer bei Frankfurt nur an Hochhäuser denkt, der kennt die Mainmetropole nicht wirklich. Seit 25 Jahren durchzieht mit dem 63 km langen Grüngürtel-Radweg ein grünes Band die Großstadt.
Der Grüngürtel ist Lebensraum für Tiere, die man sonst nicht in der Stadt findet oder Großstädter, die einfach mal wieder durchatmen wollen. Kaum 300 Meter liegen zwischen den überfüllten Autobahnen A5 und A648 und den Niederauen. Sie werden von drei Altarmen der Nidda gebildet, einem Nebenfluss zum Rhein, dem der Grüngürtel ein Stück weit – meist flach – folgt. Zwischen Berkersheim und Bergen-Enkheim wird es dann deutlich bewegter ehe südlich des Mains die Strecke durch den Stadtwald führt.

Tour 2
Von der Metropole ins Fachwerkstädtchen

Bald nach Start der 62 Kilometer langen Tour in Sachsenhausen steigt der Weg ein wenig an. Am Goetheturm angelangt (mit 43 m übrigens der höchste Holzturm Deutschlands) hat man schon einen schönen Ausblick über die Mainmetropole. Viel Wald prägt den Streckenverlauf bis schließlich Seligenstadt erreicht ist – im besten Sinne des Wortes ein Kleinod am Rande der Großstadt. Am Main gelegen bilden die Berge des Spessart eine schöne Kulisse für die Altstadt mit Marktplatz und zahlreichen bunten Fachwerkhäusern. Der kleine Ort bietet zahlreiche Sehenswürdigkeiten wie das Rathaus in klassizistischem Stil, die Benediktinerabtei, das Romanische Haus und viele mehr. Zurück zum Südbahnhof führt die Strecke gemächlich am Main.
(Tipp von Stefan Etzel auf frankfurt-interaktiv.de)

Tipp von Nina Cordt, bei Frankfurt Tourismus u.a. verantwortlich für den Radtourismus:„Besonders schön ist in Frankfurt der Grüngürtelradweg, der viele unterschiedliche Perspektiven auf die Stadt bietet. Gerade noch hatte man einen Blick auf die Skyline von Mainhatten, schon ist man in einer Dünenlandschaft und dann wieder zwischen Fachwerkhäusern. Ein Highlight ist außerdem noch die komische Kunst, das sind Orte entlang der Strecke. Zum Beispiel das Ich-Denkmal, wo man sich selber auf einen Stein stellen kann, um ein Foto zu machen und auch einmal Denkmal zu sein. Dann passiert man noch den Lohrberg, Frankfurts einzigen Weinberg.“

Fahrrad und ÖPNV in Frankfurt
Kostenlose Mitnahme von Rädern in Bussen und Bahnen

Fernradwege in und um Frankfurt
Main-Radweg
R8, Westerwald-Taunus-Bergstraße

Veranstaltungen in Frankfurt
ADFC Radlerfest auf dem Alten Flughafen Frankfurt-Bonamese

Literatur
Journal, Radfahren in Frankfurt& Rhein-Main. 5,80 Euro. (bestellbar im Shop von journal-frankfurt.de)
Etzel, Stefan: Die schönsten Radtouren im Rhein-Main-Gebiet. 2007, BVA, 12,95 Euro.

Nützliche Internetadressen
Frankfurt.de

Geführte Radtouren
Frankfurtbiketour.com
Frankfurt-interaktiv.de


LEIPZIG

shutterstock_447984418

260 Kilometer Radwegenetz in Leipzig. Foto: Shutterstock.

Im Radwege-Stadtplan sind offiziell 260 km Radwege angezeigt.

Tour 1
Pleiße-Radweg

Der 80 Kilometer lange Pleißeradweg erstreckt sich zwischen dem Zwickauer Land und Leipzig und erschließt große Teile des Altenburger Landes. Die Gegend hier ist bewegt bis hügelig, im Leipziger Neuseenland führt die Strecke dagegen eher durch flache Landschaft. Interessant sind auf dieser Strecke die Relikte der Industrie- und Bergbaukultur, zum Beispiel das Dampfmaschinenmuseum in Werdau, das Erholungsgebiet Kohlebahn, die Koberbachtalsperre in Langenhessen und das Textilmuseum Crimmitschau. Sonst führt die Strecke durch Auenlandschaften und idyllische Ortschaften, wie das Expo-Dorf Dreiskau-Muckern, das beinahe versteckt in den Mulden zwischen blühenden Blumenwiesen und Obstbäumen steht und Ende der 90er Jahre gar überbaggert werden sollte. Durch eine Bürgerinitiative und die Nominierung zum Expo-Dorf wurde der Ort aber wieder bevölkert.

Tour 2
Auf dem äußeren grünen Ring

Durch idyllische Ortschaften führt auch die Tour über den Äußeren Grüne-Ring. Sie eignet sich mit 130 Kilometern auch gut für eine zwei Tagestour und verläuft vor allem durch flaches Land. Eine besondere Sehenswürdigkeit bietet der Aussichtsturm auf der Hochhalde Trages. 160 Stufen führen 33 Meter in den Himmel. Von hier aus hat man einen schönen Ausblick auf das Neuseeland und Leipzig am Horizont.
Das Pendant zum Äußeren Grünen Ring, der Innere Grüne Ring führt auf 65 Kilometern durch die Stadt vom Leipziger Zentrum und führt südlich des Schlachtfeldes der Völkerschlacht von 1813.

Tour 3
Noten-Tour

Musikalisch führt das Leipziger Notenrad durch die Musikstadt. Insgesamt 40 km sind gleichmäßig auf die West- und Ostschleife aufgeteilt, die sich auch verbinden lässt. Die Tour ist noch nicht ausgeschildert und wird vorrangig über Spenden finanziert.
Beginnend Am Alten Bachdenkmal liegen 20 musikgeschichtliche Orte entlang der Strecke wie das Wohnhaus von Gustav Mahler, den Richard-Strauss-Platz, den Richard-Wagner-Hain, das Schillerhaus oder den Südfriedhof, auf dem zahlreiche Musiker, Komponisten und Dirigenten aus dem 19. bis 21. Jahrhundert begraben sind. Die Tour führt ebenso durch touristisch weniger erschlossene Teile Leipzigs – Gründerzeitviertel, Gartenanlagen, Herrenhäuser, Landgüter und Parks – und zeigt, das Leipzig eigentlich überall schön ist.
Mehr Informationen und Flyer auf notenspur.de

Fernradwege in und um Leipzig
Elster-Radweg

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*