Radschnellwege statt E-Auto-Prämie

Grünes Licht für Radfahrer: In den Anfang August vorgestellten Bundesverkehrswegeplan 2030 sind erstmals Radschnellwege aufgenommen worden.

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In der Entwurffassung im März 2016 fehlten sie noch, was für Unmut bei Radlobbyisten gesorgt hatte. Doch die Gespräche die der ADFC daraufhin besonders bezüglich des Radschnellwegs 1 geführt hat, haben nun gefruchtet. „Wir haben nicht nur überzeugt, dass Radschnellwege eine enorme Entlastung für unsere Straßen bedeuten, sondern auch, dass der Bund eine finanzielle Unterstützung hierfür leisten muss“, sagte Thomas Semmelmann (Landesvorsitzender ADFC NRW).

Der überregionale Radschnellweg 1 (RS1) soll auf 101 km Duisburg mit Hamm verbinden und parallel zu den Ost-West-Autobahnen A2, A40 und A42 durch das Ruhrgebiet verlaufen. Laut Machbarkeitsstudie kann der RS1 den Autoverkehr täglich um 52.000 Pkw-Fahrten verringern. Auf internationaler Ebene gilt er als Vorzeigeprojekt für moderne und nachhaltige Mobilität.

Dass ein Umdenken in der Politik bezüglich Radmobilität stattfindet, zeigt auch ein Interview der Rheinischen Post mit NRW-Verkehrsminister Michael Groschek, in dem er sich von der Elektro-Auto-Förderung distanziert und stattdessen dafür plädiert, das Geld in Radschnellwege und die Entdieselung des ÖPNV zu investieren.

Wir werden eine Million Elektrofahrzeuge bis 2020 schaffen. Aber auf zwei Rädern, nicht auf vier. […] Ich plädiere dafür, die Förderung von Elektroautos einzustampfen und das Geld in die Entdieselung des ÖPNV zu investieren. Gleichzeitig werden wir Radschnellwege ausbauen. Wenn wir die Menschen vom Auto aufs Elektrofahrrad bringen, ist der Umwelt genauso gedient wie mit Elektroautos. Und wir tun gleichzeitig etwas gegen die Staus.“ (RP Interview, 12. August 2016)

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