Mit dem Rad zum Theater im Kiosk – 20. August ist Tag der Trinkhallen

Termintipp: Die Kultur kommt zu Flaschenbier und Schnagertüte. Am 20. August feiert das Ruhrgebiet eine Institution des Alltags zwischen Ruhr und Emscher: die Trinkhalle. Zwei Tage lang ist die Kultstätte des Potts auch Bühne für ein buntes Programm zwischen Pop-Musik und Hochkultur. Da liegt es nahe, die Fahrt von Büdchen zu Büdchen als Radtour zu planen. 

Trinkhalle "Kiosk - Cafe" in Witten. Bild: Reinaldo Coddou

Trinkhalle „Kiosk – Cafe“ in Witten. Bild: Reinaldo Coddou

50 Programmbuden in 17 Städten und Stadtrandlagen des Ruhrgebiets machen mit. Einheimische und  Rheinländer wissen, wofür die Trinkhalle steht, wie kein anderer Verkaufsort. Für ein Heimatgefühl zwischen Süßigkeiten, Getränken und Zeitschriften, für einen Zufluchtsort zur Erfüllung spontaner Wünsche zu jeder Tages- und Nachtzeit, der keine Tankstelle niemals sein kann.  Oft hört man Exilanten in südlicheren Gefilden des Bundesgebietes klagen, sie vermissten die Kioskkultur.

DJ Electro Dash legt am Tag der Trinkhallen auf. Bild: Stefan Stahlschmidt

DJ Electro Dash legt am Tag der Trinkhallen auf. Bild: Stefan Stahlschmidt

Jetzt gibt das Ruhrgebiet den nahen und fernen Verehrern und den vielarbeitenden Betreibern etwas zurück: den Tag der Trinkhallen. Und weil die Trinkhalle eine solche Ikone ist, machen jede Menge Kioskbetreiber und Künstler mit.

300 Akteure treten auf, 13 Kuratoren haben das Progamm zusammengestellt. Allein 17 verschiedene Musikrichtungen in den Sparten Weltmusik, Jazz/ Klassik, Rock/ Pop und DJ/ Electro sind vertreten.  Klänge aus 10 verschiedenen Ländern erschallen zwischen Keksregal und Leergutkisten. Mitmachen steht hoch im Kurs: Man kann eine Graffiti Wand besprühen, Karaoke singen, Ideen für neue Zwecke der Trinkhalle in Zukunft sammeln oder sich während Lesungen einfach berieseln lassen. Und das Beste zum Schluss: Eine insgesamt 141 km lange Radroute führt entlang von mindestens 42 Programmbuden.

Die zwischen 30 und 40 Kilometer langen Touren sollen größtenteils städteübergreifend und möglichst verkehrsarm gestaltet sein; sie führen wann immer möglich über stillgelegte Bahntrassen und ausgewiesene Radwege. Nahezu jedes Eckchen des Ruhrgebiets werde abgedeckt. Alle Radrouten inklusive GPS-Koordinaten sind zum Download verfügbar.

Kein eigenes Fahrrad? Kein Problem. Am 20. August gibt es bei RevierRad ein Büdchen-Special. Bei Nennung des Stichworts „Tag der Trinkhallen“ werden laut Veranstalter an allen Verleihstationen 50% Rabatt auf die Tagesmiete von Cityrädern und Trekkingbikes gewährt. Aufgrund begrenzter Kapazitäten wird eine vorherige Reservierung per Telefon 0208-8485720 oder per Email an Zentrale@RevierRad.de oder im Internet unter www.RevierRad.de erbeten. Räder leihen kann man auch über das Metropolrad Ruhr-Netz ab 1 Euro für 30 Minuten bzw. für 9 Euro pro 24 Stunden.

 

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