Praxis-Test Giant Charge MTB-Schuhe: Die Sohle macht’s

Leicht, luftig, trittstark, aber trotzdem sehr komfortabel. Der Giant Charge MTB-Schuh glänzte im Praxistest mit scheinbar unvereinbaren Eigenschaften. 

Der „Charge“ ist das Top-Modell der Giant MTB-Schuhe – und Teil einer ganzen Linie neuer Radschuhe des Radherstellers. Aufmerksam wurden wir auf ihn vor allem wegen einer Aussage: Die Sohle soll so flexibel sein, dass ein Verdrehen der Ferse gegenüber den Fußballen möglich ist. Gleichzeitig verspricht der Einsatz von Carbon an hohe Steifigkeit in Tretrichtung. Giant nennt die Technik „ExoBeam“. Auch im vorderen Zehenbereich kann sich die stark profilierte Sohle zum Laufen durchbiegen (ExoFlex). Eine Strich-Skala unter dem Schuh erleichtert das erstmalige Einstellen der Pedal-Platten.

Mit zwei einfach zu handhabenden Boa-Drehverschlüssen lässt sich der Schuh fest um den Fuß schnüren und schmiegt sich ohne Druckstellen an die Konturen an. Das leichte Obermaterial sieht geschlossen aus, hat aber viele winzig kleine Öffnungen, die laut Giant mit einem Laserstrahl, nachträglich eingebracht wurden. Die verblüffende Wirkung: Nässe von Regen oder Spritzwasser bleibt relativ lange draußen, aber der Giant Charge wirkt dennoch sehr luftig, deutlich luftiger als die meisten Tourenschuhe, die wir kennen.

Beim Pedalieren ist die Arbeitsweise der Sohle tatsächlich spürbar. Der Fuß fühlt sich insgesamt weniger in einen bestimmten Bewegungsablauf gezwängt. Gerade in Kombination mit Pedalen oder Bindungen mit Bewegungsspielraum (z.B. Shimano Click’R, Crankbrothers) ergibt das viel Freiheit beim Pedalieren, von der erfahrungsgemäß Menschen mit Knieproblemen besonders profitieren. Überrascht hat uns, wie „gehfreundlich“ der Schuh für einen ansonsten kompromisslos auf Kraftübertragung getrimmtes Modell ist. Für ausgedehnte Stadtbesichtigungen würden wir andere Radschuhe empfehlen, aber auch längere Fußwege waren entspannt möglich. Giant bietet auch einen günstigeren Schuh mit den genannten Technologien namens Amp an.

Giant Charge, 349 Euro: MTB-Radschuh für 2-Loch-Pedalbindung (SPD, Crankbrothers); Größen 41 bis 48; Gewicht: 380 g (Gr. 44); Verschluss: Klett, Drehverchluss; Besonderheiten: flexibel an der Sohle und im Zehenraum.

Jan Gathmann

Über Jan Gathmann

Obwohl Jan Gathmann als Kind immer nur die Fahrräder seiner Cousins geerbt hat, entwickelte er schon damals eine Ader für das Radfahren – vielleicht lag es an der liebevollen Umgestaltung der Erbstücke durch den Vater. Als Chefredakteur gestaltet Jan Gathmann seit 2009 das RADtouren-Magazin mit. In dieser Zeit und in den Jahren zuvor als Technikredakteur saß er schon im Sattel von geschätzt über 600 Testrädern – bis jetzt ohne Verschleißerscheinungen. Am liebsten greift er (auch in der Freizeit) zum Rennlenker von Randonneuren.

Ein Gedanke zu “Praxis-Test Giant Charge MTB-Schuhe: Die Sohle macht’s

  1. Hallo,
    ich wusste gar nicht, dass es Schuhe von Giant gibt. Der Preis ist aber ehrlich gesagt schon ein bisschen abschreckend aber ansonsten hört sich der Schuh echt interessant an. Vor allem, dass man etwas mehr Spielraum hat als bei gewöhnlichen Schuhen. Den Schuh werde ich mir defintiv mal ansehen und testen. Hammer ist auch das Gewicht, damit kann man ja bei hochklasse Race Schuhen mithalten.
    Danke für den Test und gut zu wissen, dass es überhaupt Schuhe von Giant gibt.

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